Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 909 (7.8.1921)
- Date
- 1921-08-07
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 72% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2979988--08378-2994526- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ar. §Ö5 Eien, Sönniag ' ‘ -- ---- , . . --- ... ->■■- Literatur tt. Wissenschaft. f Ein neuer Ktatzkin H<Wd Whkisi: Krisis ustb En t scheid ring. (Berlin, .' Jüdisclstr Verlag, 1921.) .p Ein gewisser Trieb MH V:witZt5r'Srlbsik..-l tr-oll» t tt Sii:fjirii ßzt letzte'.: Zeit mehr über w.mg r zügtuckde zu, liegen, öle sich' tu ettgereiu oder weiterem Siutte Mit Grrinbfragen des jüdische!! Nälioiielismns strtd b:8 Zis>uiSck'üs Lesasteii.. Soferst es sich hiebei vot allem um pülitisch-» itotiöiidie Richtlinien handelt, crschril.it freiltck) kill T^el; wie der: „Di: Probleme 'ded mod'.rneu Judentums", doch zü weit — ein Äicch, das jetzt mit 8er uttbestrckinMMI Bezcichnüirg: „Krisis itnb En'tschejdnüg" im JüdiscMn WLtläA -irr.neuer -lriflage erschienest ist. Dieser Titel t st^b'ctDis in Neiwr Äusläg'd ärschikriLlt ist: Dieser-Titel ist übrtgdns. auA' Üezeichiielid für di: gcinzi, diifein WMe'Rr *i-s: Bder> ‘ gerWetr . Elii^ellüirg des ' Buches, :öcf jcit' Versstsser in der SchÄe Hermirmi 'EoheiiS' eine ustgememv logiföhe Schärft zue, W^vilö'üilß 'g:örd ht hat. Därück sind,-ßie - Dalkrguutzen von ^iner. sestdneu FolgerichiigNt und Gödcck^fiklarheit, ulited 'Ho^ijüsDitÜ'getl ‘ freilich, . ivslchs fast' iininer' gerade b.r kda fojifdjefirtäQßii G'eta'-lkäirgängstr ant' stillfchstjir^cuösten angclivuiiiiell 'werd'ett? nhd als Selbstvetstäudlichkeitöst sich verbergen. Eätztisi v rfvlgt mit diagnostischer Eiiideintz'lichkckt ' tels ^Geoenwartsjudeickuin zwischen j-nieii Nichtuügen, Welche iir kckffrglie iier Msp 'agüntz' ä:s rltreligiösrS. als Assirni ätÄn> ju6:jiinin; als §raiio1rnli?stius iu bei: Galuih und afs rein« ' PÄAstiiiaSZsdriiömus sich darstcklest. Der P-rsLss« bewegt sich Äurch'äus ist"' 6^n Bähst'en der. Lstsstest zionistischen Argument tokioir, ivenit er Hin JUbchitnck, das der j irdisch-religiösen "LcWisfvrm öxtlÜstig g gä 'g'ü, ein veligionSlüs rem menschliches JUal zsttn KriteriUNk des „Judentüms" macht, [üe thfö “titjiifeHt üikd. iiiü.r.'ich unwahr erkannt. Der UrMrsälis^ mris jüdischer Lehrinhälte älrf der einest Seite, welcher ^schsttstlich Me Veschräuiuug 8-rft'löeil äüf das jüdische Volksstütit iteMren cküß, der Natickicilismus andererseils als der!ErhätM)igZtv!ll5 dieses Volkstums bringen Klätzkrn zur AbleAitiig jLdts iüßättlichen und zur Abnahme eines ltdig.ich Lnsterintzültsichen „Kriteriums: des Kriteriums nationaler Forckkräfl". „Es! ist nicht von uug-fähr", meint zuck Beispiel dstiMl 8rk Vrrfässir, „däß das westenropäische- Judentum ifo“ HönM' 6es Geistes des Judestküms, im Äameir der Uniöersetlen Ideen das Aüstzeöen dcks jüdischest Partikularisiiiüs, will sägen des uatiöüakdn SonberMns, forderte." Arkiksih will Klatzlrn damit nicht aüch' dein ,-jüdisch:» Geists Jcißcic öeüiteiucit — nur vermag gerade der NativUaliSmus, tvr^^ hiüs ja manche TätsacheN,'zeitzdtt, 'das Kräckpfhafte rNÜstkich' gewollt« „jüdischer Lebensinhalte" zü überwinden. „Sö..ütilsten uNsere Zeitschristen in Uichtjüdischeu Sprachen sich ausschließlich Ntit jüdischen Inhalten beschäftigen, hiu- DgMfind'. .ÄsM Mtschrstten itr Mb'iMt SfEMe immer MiM,. äuch weNN.-.srö Lrirchch:D nichtjMsche Inhalte be--. haiidelii." M did'sör höhen EmschäMttz'bes fvrmarchil.twnalen Moments übrigens, das bv'ch Ui üiitbm -tiesörM S.hme wieder „jüdischen Geists iü sich birgt, jbwötzryolt KlaMrn getvisse .'ÄMkWtzdützt Ächaö-HNdms/ der dieses Kbrmat< selber für den Jjchäli eitids neuen Iüderütüins haltrii . will.) Konsequnii^r Äs' änderen Denkern erscheint Klahkin der Verlust des re igiösLn Eigenlebens, das in seiner, f»as gMtze Leben atntgrct'feitbiLn Form die > latente Forterhaltung eines „tragk« ÄrtEri" jüdischen Staates bedeutete, mit b« faktischen Assriittjföftüir untrenUbär bprbundm. Und -wieder kritisiert der Versässbr ckit Recht" als wtFnhaft Unjüdisch jeZliche Be- -grütidüüg des Zionismus äüf den GlaMn aü bas Fortbestehen. jeE reaktionären Mächte, welche zwar die Assimikatjöü erschwerön, sie aber Mch Uicht verhinbewr könUen, wo 6Än stibifchcr Seite cine vötltM Assimilätivüj Mlcchthin die ( Wjgäb' des' eigeneü OölkstÄurS guvöllt wird. Schurcrerwiegenb, tveiiii vüch övn ben koilk.Ren Lebeüsbedürsnisseil^ her aiisechtvar, erscheint Me in Weiterer Koni» segnenz sich ergcbeiide Ablchtiuug eines jüdistiM Gälnthv-ytiostalismus als^ wtdetsjirirchsMl Üjih aüsstchtslvs. Der Verfasser zielt da vor aileck aüf jeiteü küliststch gdtvollteu Natimiasismus, welcher höchstens das ./sttatioiiüle Bewußtscin", aber ulcht öas „nationale. Sein" gesteigert habe und trotz der j,ali.'!ck.isn-chdir WillsnsetüstellMg nichf einmal eine lat'tijch förtschreikenhe . Ässiniisterüütz, Ve^itsdere. Der. Fluch des siiiii'ä tdiiöjiidö.itUms: Halbheit uüb llüchahrhästigieit, ixiii:1t 'jü betslärkteiü Maße pöch an einem NätiMalismus zutage, wölch« das „doppelte >Vät«la'nö."> Judentum und twä' Vö'.ksitlck bei Uingebüug. für sich reElnmi«t/ wie dies »ameiittich, während 6« Kricgszeit Häufigjer vorkam. Aber auch die ttziU Uästöliklle DölW in lieft EläUithMbern lehnt Kläßtin kib, ba. wir hi«. „in litäiibtiLilie Beziehung deck anderdr Völ^ii tiniUer UütertegeU blöibeU, Wir Afl der Ualuth als ÄätioUatt'sten -iwmer int Nachteil sind, . -.svwbhl „Zla^iottch-'. äts äüch ich NMSUdliliitrnM^xikiKWi jedeUfalls so AK Wahr'ist, Mß sich iiuserH BzziLHMg btn Wdereu Dö.'k'.rn.' zu öetjeiiigeü dies« Bötk« zMüand« fircht cinfeich tu Ätia ogje setzen läßt, Ht.'her tzehört namentlich die seine Bentlrttutg, bas; die' „schirdliiH-frieöliM" Lösung diese Regulierung dös zMsch'ettbolkll'cheu Lebens sür das' NcöenciMüder, nicht für ein ^JneLrauder d« Völker gelte", das wiikft gtztude Uüserö zü'8vn' UMeb'MdenVölkern! Zit chttkakkktisierM' schrini. . ' ' Sb chl>t!bt denn als «uZigä Kotlse'qMiiZ 6er ist lichllit' sttzün däu AuSgangSP'.lnkt bildeiidreiüw' PMstiua- Ziojilö>i:iis, für welchen dir Diskussion äüfhött, weil iir 88K ^iUzigen Erhältitühsweg des Judentums üdrrh'eupi bedbüt'e. Gewiß sLi bii Mrwirklichun^ des ZMisWUS tz'eutö auch nur eine Möglichkeit^ ab« „gerade die Ernfeitzgkert Und Ausschlußlichkeit der Rettungswötzlichkrit vetleihüir/ dieser iM-Meit^ Ev-WtzWÄW- WjMWWA Wisner Morgenzsitung Und auch die Gegeuwartsschwirrigkeiten Und inneren Widersprüche der, AsMilaiion bedrntln, negativ genommen, «men reLl-MchichtliSsen Faktöö zügUirften des ZioRsckUs^ Man fetixh wAl sagen, bah did logische. Künstqüeckz dieser Ausführungen ööch an ö« Einseitigkeit gewisser verborgen«. -Voraussetzungen ihr-e^ Wrenze hat. . ISJetilrt. ttli&f natürlich prinzipiell ern im alieit NlMe reMiöses uird bin rein nationales Judentum' gewissermaßen die Pole des wirk ichru Mischen MgenwartMbeUZ -bild'eU, bessLii mittler: Linie in— gewrst^tt Mnüe ein ckaWtales GäluthjubeUturU darstellt, hinter dem in b« Richtung der AssituÜätion die wirkliche Vernichtung des J'übLktiutns als Gefahr droht, so ist dieser prinzipiLlteübrigens Luch dre organische Struktur 8:s'GegenwartsW8«jtttiUs iiiicht tu ihren DiMeUfionsverhältni/stil rich iz spiegelnd: prützipl'Ne Gegensatz, vielleicht auch nicht ein solcher, der, historisch' juck Extrem entwickelt —■ und dies ist ja das Hichtigsttj.— für die Weiterentwicklung des .Judentums fruchtbar - werben . kann. Auch die. restlose Einstellung des Galuthjudentünis auf Palästina kmm nicht den VoraussätzuttWi des 'Ge'KeiiWärtsKölftS eütsprecheu und eine künstliche „heroisch: Ertzaliung des Galuthjudcntums als Üebergangsfarm", wie fie KtätzÜn fordert, ist mit per zugleich, von' ihm. bötüreteüen , Ilebörzeugung von der pxmzipiellen Unmöglichkeit dies« Erhalküiig üüvLrträMch und daher in bezüg aüf ihre eigenen Zield üüssichtslos. Und was die Scheidunst eiAs bloß iühältlrchrü' und' eines bloß formalen Kritßriunrs bekrisst sine übrigens rem abstrakte und daher in! gewissem Sinüe utilebeübige Frage — sokann biesÄbe in einem liMrgangsstätziüm allerdings zu einer gewesen historischen Ä«wtrflichllng, insoferne sich ein universülmenschltches Jüöentüm geradb vott! den nationalen^ LeWssormrn losfagi ünd andererseits bas Gefühl, für üaL BodMkose cin-er uatMälbn Existenzsorck VHM Inhalt , eines natthnalen ZusäckmÄlhältes eben zum Ratioüälismus führte — Mll aber 8« Müäitsbau einös,uationÄeü Judentums ^niHj bloß einem, kramsrfhdsteir-Wille», söiiderit einem histori-- schW Ziele dienen, dann stellt sich dies« Neüaüsbäü in den weitsten Rahmen einer allerdings wieder aus universellen QuEeir .gespeisten natronal-gcistigen Wiedergeburt, welche im ErMsM Luch dch.geistitzen Weserts seiüer nttr foriirhästen Kräfte von fqlber. intzaltsschöpferisch werden must und die' wohl-des KWÜßtseriis^ buch M älteu jüdischen und öbentueli auch der überwundenen jüdischen Lebensünhalt^ nicht wtrd^ entraten können. -.'il t :!-!L! MMM ■rf/ K zu haben bei 2/inader «5t Co. 16., Lercnenfeldergürte! 29 Z(i erreiCherv mit Linie ' 46, 5, 51 168 . Professor Geddes über feine Aniverfitätsplane fürZer»fLiem. Bor kurzemchielt PköfefsorPatrik Ged des iü der Sinüi-Bkrtinigstng inLoäton einen Vortrag über die ZukÜnft Dnlästinas; in welch« er sich auch über die von ihm entwarfenen Pläne für den Bau der Mischen . Universität in Jerusalem äußerte. Bor einer Anzahl von Jahren, — führte Peofesiör Geddes aus — hat MoseS M ö tt t e f t o 11. als ' erster außerhalb den Mauern Jerusalems ein - kleines Dorf errichten lasiert uüd es mit Juden visiedölt, die wegen ihrer Frömmigkeit mb Gelehrsamkeit emen guten Ruf genossen. Seitdem sind , mehr als 50 solche Dörfer entstanden, deren Bewohner von jüdischen Gemeinden und Vereinen der ganzen Welt, von Budapest bis zur Bucharri, von Warschau bis Äastiinglon, unterstützt werden. Hier gab. es alio.öOOO Männer, die sozwagm eme Auslese talmudischer. Wissenschaft warm und man möchte saaen, daß diese, ihrem Wesen Nach den Kern für eine Univkrsitär abgabeu. Diese Menschen ähneln in einem gewiffeu SiNne den Stipendisten in O x f o r d und Cambridge. Profeffor Geddes meint, daß sie und ihre Söhpr zu allernächst .ein lebhaftes Jnteresie für die hebkaifche Nriiversieät haben rnüßtÄt Resüer fei bemüht gewesen, ein Univrisilätsh'avs M cntwecsen»" däs weder eine westliche noch eine arabische, sondern einfach und flat e i n e.. jüdische Univ ersität .sein soll. Ebenso werde in Jerusalem kirr großes jfrdischeS Museum errichlÄ werden. Was die Unibersität für vieJüdeii, das bedeute däsMusruni für den schMntwrchsenen reifest Manst. JhiN schwebe vsr/ daß JeiusülÜN sür .die tckffi»- fchastlichen Beröffeptlichungen inst der Zeck Dasselbe .bedeuten mögt, was Jena für.wtffenschafrttche Justrumente. Ozfvrd für die Drucke strbxuten. Erst kürzlich hatte Prosissör GeddlÄ — wie er Weiier tiuWhrt — eine Uiiitfcrebttttä mit dem großen jüdischen Bildhauer Jakob E v st e i ü und er habe sich geirrut. bei diesem ein lebhaftes. Jnteresie für du Schaffung einer Statue des Propheten E 11 a aus dem Karmel, sind cm . Standbim des Königs S 'ä l ü m d vor dkm Pdrtab der Nüiversitat zü siMn. Jerusalem so schloß Profeffor Geddes seinen Borträg - — müsse wieder derSammrlpunlt von Licht.U«d Zivilisation werden, von wo die Wahrheit für die ganze Menschheit ausgeht. HerzI^eftuuMmer dev Jüdische« Mationalfonds für Sesterreich. Im Berlage des Jüdischen Nätiovalfönds erschien anläßlich deS.,17. Todestages Theodor Herzls eine Festnummer. JtzhÄt: »Der Ruf", von Wolfgana W e is l. .^Die l^aae des Jüdischen Nationalsörids", bön Profeffor Otto W a rb u r tz. „Der Jüdische Nativncrlsonds von 'Herzl bis heute", von Nathan G r o ß^ Leiter' des HaMbmeaüs im Haag. „Erinneiungen einer Cousine Herzls". v. M. K. ^Herzl uub der Jüdische Nationalfonds", von Dr. Egon Zwe.i g. „Eindrücke' über deck Besuch HrrzlS in Wien, von Fischl F r o h m a n n (Haag).- „Die, jüdischm Kruasgefangeuen für den Jüdischen Nationalfonds^, von W..H. W. Me'rkblait drs „C h er« t h". ^Bom Jüdische« Nütionalfond^, MiMungen des.HauptbureauS. 'Spendeneinn «hm t« des Jüdischest Nakiditalsouds-im ftstm Halbjahr 1921. MitAlvüDt Öft öfiefteichischen Zentrale des Jüdischen Nationalwnds. S P e n d e » a u s w eck S ' der österreichischen Zentrale Nr. 13 (1* bi| 15. Jnlt 1921). Ausweis der Svenden für den Jaar Austriw Nachtrag zm« Ausweis des Jaär Austria. Verzeichnis der Gärtin und Haine im Jaar Austria, Be^eichnls der S ammler.—Die Nummer umfaßt 33 Seitd». Die ^Theodor^ Httzl-Fc^numMr" is^ zu habe» biM' zum Preise von § 1?, 'm Ausland K 3YHtt 7. August iKt Bühne mrd KuMH; Pariser AussteÜungenlSZSf^ 1. i i f Kuttstbetrachtuttg war einst Betrachtung des objektiv^ losgelösieu Kunstwerk.'s, seiner inneren U?s.'tze und Rhythmen^ seiner Technik und.- füster. Fakme. Cs war ein unverbunsdÄt Dastehendes,, in dem die einzeln:n Qualitäten als Selbst^ zweck und nicht als Mittel zur .Erkenntnis eines DahyMerstehenden, als Invariables und nicht als Funktion gedeutet wurden. Der Kritiker selber und der Ktzfchäuer waren nicht Philosophen und nicht Laien, sondern selber Handwerker im& Zunstgcnossm; und siH prüstm die Znsackmeusetzung ber F^arbe und den Rhythmus der AneinLnderreihung d:r Worte, als! häit.'u sie xs selber nachzumachm. Heutr^ ist. Kunstbetrachürng vor allem Eindringen -in die dahinterstehende Kersöulich^keit des Künstlers, das Kunstwerk nicht mehr etwas Obj-citivesj sondern Ansdruck gewordene.. Leidenschaft bet menschlicher (S^cic, Rhythmus ihrer Bewegtheit, ihrer inneren NakeKÄ, die sich in Worten, Farben, Linien und Klängen merteckalv siert. Wir betrachten heute das Kunstwerk als Funktion fte* schassenden Persönlichkeit, es'^ist die Seele des' Künstlecs,.7dO wir in dem Werke suchen. Der Schöpfer fesselt uns' mehr jalÄ bas Geschöpf; dieses dient uns nur als Mittel, um - in . bie^ fcelischen Tiefen jenes zu dringen,. chlS verselbständigte-^Docker-i barstellung eines unwiderbringlich verlorenen Moments in Vier! inneren Entwicklung des Künstlers. Es ist nicht mehr nur fcxij ^unftgenolse, der E'.ngeweihie, der in unserer Zeit bäs Künff-jwerk betrachtet; heute strömen viele huiiderttausende Jntcllekiuelle in die Änsstelinngen, denen die sachlichen-Qualitätew des Kunstwerkes fremd bleiben' und die nur die seclisöhL Rhythmik crgreijt. Aber wir versuchen, noch weiter zu dringenr die soziale Bindung alles geistigen Geschehens und d$t! Kunst ist uns klar gpchorden. llns ist bas Kunstwerk - nicht! nur Funktion des Künstlers, eö ist uns auch Ausdruck eineZ neuen Objektiven, über die Persönlichkett des Künstlers HinauAgreisenden mrd doch in ihr Verwurzelten und durch ffe Er< . zeugten: des Zeitgeistes. Wir wissest..heute, daß es zwisW den einzelnen^ Künsten keine iGrenze gibt: Es sind sekundäre Momente, die es' bestimmen, ob die seelische Leidenschaft, die nach Ausdruck, Klärung und Erlösung ringt, die Entspownurtg in einem bestimmten Material findet. Sv. wir das seelische! Leben insgesamt uns nicht mehr als schematisch teilbar er*j scheint,' spiidern einen emheitlichein Fluß darstellt, wo MllÄ .in Welle Wergreift, -so ist auch dre mächtige Spannung dH^ Innern und die' rezeptive Sensibilität des Künstlers'. -Sföej gleiche, welchem Gebiet der Erscheinnngswclt auch hin Künste! Werk angehören möge. Dichtung,i, Malerei und . Musik sind'! nicht nur oft durch die seelische Ergenheit des gleichen schaffend den Künstlers verbunden, sie entspcingejp der gleichen Qnella! der Zeit, sie trägen in sich die gleichen, zeitgeschichtlich he-s dingten. Elemente. Das Klmsstoerk eröffnet uns ddn EWlicÄ nicht nur in die Seele des KNftlprs, sondern m die SsH'j seiner Zeit. Eine große Anzahl Mtgeüössischer Kunstwerk: istz wie eine bildliche. Jl'lustratiöü der Zeitgeschichte, btö Kräfte^ die in ihr ttirksäiü - sind, sehest wir auch hier in - jeder FoM am Werke. i Die Pariser Kunstsalons bedeuten vielleicht.für best istM-s essierten Psychologen das günstigste Beobachtungsfeld. Paris) war im lctzlen Jahrhundert der Mittelpuult aller bildendeni Künste und wird es vorasissiHilich auch noch bleiben. Hier! strömen Künstler aller Nationen zusaunnen, hier sind in deck! Mllsteir die wertvollsten Muster ddr'Vergangenheit gesammelt! und hier strebt jüngste kämpfende Jugend auf neuen Wegevjs neuen -Zielen zu? '; ■' \ Große Heerschauen über die bildende Kunst gibt es insj Paris alljährlich vier. Der Salon d'Automste i>n Herbst,! der Salon des Jndep'endants im Winter und der 'Salon dev.! Association Nationale zugleich mit' d-m Salon des' ArtisteÄ Francais im Frühling. Der Salon-der Nationale ist beA ehrwürdig-älteste und obwohl noch immer weniger söhs alN. die Ausstellung der französischen Artisten, wo nur (rie deb-- rirrtet Ärrivistert der offiziellen Welt aussteilen. H) sein Besuch'doch meist nicht; dennoch hat er dieses' Jahr ruf wohlwollender Vernünftigkeit anch' den stärksten Talenteit ber^ Jüngeren die Tür geöffnet und ihnen einen eigenen Saal eipgeräumt. . Der Salon d'Automnr war urfprünglichf eine! Grrcppierung der jüngerer! Elemente, aber, obwohl er sichf> vor völliger Versteinerung zu bewahre;!- gewußt hat, näherts er sich'/heute doch schon irr vielem'der Nationale. Eine Ber-i einigung dieser drer großen Äasstellnngen wurde schon viel»! fach' erwog«: und es würde' dann nur der Salon der Ün-cch-! hängigen als Zerltruck der neuen Bestrebungen übr1gbleib'e|tt>!. dessen Abgeklärte darin immer wieder Zugang z-uur allgemeistekk! Salon fänden. - , " O Der Salon des Jnd'epeudants war der Turnmelplätz.' dieser Jugend. Entständ-n 168ck aus einer Mappe der in dest offizieller! Salons zurückgewiesenen Künstlet, an betM' Spitze Paul Signac und Arfene Segn'in, .die. Begründers des Neuimpressionismus, starben, kannte er keine Juty «M ließ ansivahllds jedes^ Bild zu. Seist Heim war nicht in dem! vornehmen Ästsstellungspstlast, sondern draußen in' destj Baracken, urcd wenn auch das Fehlen einer Auswahlkomckispoiaj die Zulassustg stock Ml Urdurchschnittlichern bedeutete, ermöglichte sie doch, jungen, ringenden, bahstvrechleüchlest - .Kräften, eine He'imstäkte .zu finden. Dieses Jahr freilich^ war dev Salost dsts. Jnbepcirbants offiziell geworden. Ws feirte großen, ist'önbänett Kollegen lüd auch vr.feine Bsf Mdr ist m tzkvßöstl AtsstellustgsPalLst a» den .ElWB ein. Eiste NngehetW Anzähl vvn Bildern, viel geringere vön. ^uLpMwerkenint gchrM M 137Ü >