Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 904 (2.8.1921)
- Date
- 1921-08-02
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2979076-2979773-2979983--08330-2994473- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
cm 9 Wkim, DienÄäg Lvieuer Morgenzeitung Nr. 804 Anbekannte Burgtheater-Glosse« Tlemen« Br««» taaoS. Während seines Wiener Aufenthalts hat Clemens Brentano bekanntlich mich Burgtheater-Kritften geschrieben. Im »Berliner Tageblatt* werden nun einige ungedruckle Glossen des Dichters veröffentlicht, bte sich temperamentvoll gegen die „Guckkastenbühne* richten und im gegenwärtigen Fed erstreite für und gegen die Rotundmbühne wohl gehört werden sollten. Dir bezeichnendsten dieser Notizen lauten: Mas ist ein Theater? Ein Theater ist ein'• öffentliches Gebäude, m welche« sich eine proße Menge Volk versammeltem» irgend ein Schauspiel, von allen Künsten geschmückt, zur Erhebung des menschlichen Gemütes, es sei Freude oder Trauer, zu bören und zu sehen, wozu daS Recht mit einem gewissen Preise bezahlt wird. — Ein Theater also. daS auch 'nur einen einzigen Menschen faßt, welcher bezahlt bat und nicht hören und schm kann, ohne doch blind und taub zu sein, ist kein Theater oder doch wenigstens ein sehr schlechtes. — Wann hat der Untergang der tbeatralrsche» Kunst begonnen? Er hat mit dem Augenbl'ck begonnen. als einem Architekten aasgetragen wurde, die Theater so zu bauen, wie sie heutzutage gebant sind. Das Lokal der modernen Bühne gestattet kein Publikum, es ist keines möglich. Dcks Schauspiel wird nicht vor der Nation, es wird nur vor Familien und Kotekim aufgeMrt. Es kann kein Nationaltheat« geben, das nicht eine Rotunda sei. Das moderne Theater ist ein aristokratisches, und nichts bewest so sehr, daß die französische Revolution bloß eine Parleienwut war, die sich in die strengste Monarchie auflösen mußte, als daß die Jakobiner, welche dm Straßburger Münster wegen der Egalils abtragen wollten, nie daran gedacht habm, eine Rotunda zu bäum, wo alle Mmschen srben und hören könnten.* DaS Moskauer Künstlertheater ständig in Prag. Das Moskauer Künstlertbeater, welches in der verflossenen Spielzeit auch in Wim ein überaus erfolgreiches Gastspiel absolvierte, bleibt vorläufig ständig inPra g. Das tschecho-slowakische Außenministerium hat mit dem Moskauer Künstlertheatkr vereinbart, daß es während der Zeit se.ines E^ilS dauernd in Prag anftreten soll, wo eS in einem klemerm Theatergebäude untergrbracht werden wird. , Gerichtssaal. Tod durch eine Ohrfeige. Am 20. November d. I. wurde der Volkswehrmann Josef K l e n a k bei der Krmzungsstation nächst der Mariahilfer Linie gegen Abend nach einem kurzem Wortwechsel von dem Silberschmied Rudolf Oswald georfeigt, stürzte, und zog sich hiebei eine derart schwere Verletzung der Schädelbasis zn. daß er in das Spital gebracht werdm mußte und an dm Folgen dieser schwerm Verletzung wmige Tage nachher starb. Oswald war wegen dieser Vorfälle vom Wiener Landesgrricht am 28. Februar wegen Vergehens gegen die Sicherheit des Lebms zum strengen Arrest in der Dauer von einem Monat und zvm Kostenersatz verurteilt worden. Gegen dieses Urteil brachte er die Berufung ein, welche gestern vor einem Berusungssmat (Oberlandesgerichts a' Dr. Biziste) verhandelt wurde. Dr. Alfred Kramer hatte die Verteidigung des Angeklagten übernommen und stellte unter Beweis, daß Oswald an dem Tod des Volkswehrmannes kein unmittelbares Verschulden trage, weil dieser schon vorher im Zastand der Trunkenheit mit dem Schaffner auf. der Straßenbahn gestritten nnh dann eine den Angeklagtm begleitmde Dame ohne Grund beschimpft und bedroht habe, so daß Oswald in der Befürchtung, daß seine Begleiterin im nächsten Augenblick einer Mißhandlung von seiten des rabiaten Volkswehrmannes ausgesetzt wäre, sozusagen reflektorisch nach ihm geschlagen habe, um „Gleiches mit Gleichem* zu ebnen. Doktor Kramer stellte unter Zeugenbeweis, daß der Angeklagte sich im Zustand erlaubter Notwchr befand und in dieser Situation unmöglich voraussehen konnte, daß eine Ohrfeige de» Sturz des Volkswehrmannes u»d die durch diesen Sturz miglückseligerweise erfolgte tödliche Verletzung zur Folge haben könne. Dr. Kramer beantragte die Aufhebung der Verurteilung wegen Mangels des Kausalzusammenhanges zwischen der Handlung des Angeklagten und dem durch diese Ursachen bedauerlicherweise erfolgten traurigen Verlause des Zusammenstoßes. Der Berufungssenat schloß sich diesen Ausführungen des Verteidigers an und sprach in Aufhebung des verurteilenden Erkenntnisses des LapdeSgerichteS den Angeklagten von der erhobenen Anklage gänzlich frei. Sport. Oesterreich schlägt Finnland 3:2. Wie aus Helsingborg telegraphisch berichtet wird, konnte Sonntag das österreichische Team die finnländische Auswahlmannschaft 3:2 (0:1) besiegen. Die Oesterreicher führten ein ausgezeichnetes Spiel vor. Die besten Leute waren Knthan, Neumann rmd Nietich. Dem Trxffen wohnten 10.000 Zuschauer bei. Gleichfalls am Sonntag konnte» die Amateure in Stockholm ein ziemlich starkes schwedisches Team 5:1 (2:1) besiegen. Die Amateure lieferten ihr bestes Spick uns der Turnee. Weniger glücklich war H e r t h a, die sich in Genf vor dem F. C. Lervette 1:3 beugen mußte, nachdem sie bis eine Viertelstunde vor Schluß mit 1:0 in der Führung gewefm war, dann aber infolge UebermÜdung zurückfiel. Der erste englische Trainer in Wien eingetrosfen. Der Trainer des Ä. A. E., Mr. Farmer, ist SamStag nachts in Wien eingetroffen und bat dem Spiele seiner neuen Mannchast in Stockerau beigewohnt. Der F. C. Wacher unterlag am Samstag gegen dev Grazer Fußballklub Sturm 1:3. Jüdischer Sportverein Achduth. Gegner gesucht für ärmliche August- und September-Termine auf fremden Plätzen, euch Provinz. Fahrtvergutnng nach Uebereinkoumien. Jnugmaunchaften bevorzugt. Zuschriften an Julius Straßmall n, iüien, XX., Trenstraßr 7/3l. Indischer Sportklnb Haschttto» sucht für seine l. und I. Mannschaft Mitglieder über 15 Jahre. Schriftliche Amnckmngen uut Kamen und Wohnort sind zu richte» cm S, Goldoscher, BUst, IL Postamt 34. PoUach 4. Bankhaus . ROHATYN Wien, I., Maria Theresfenstraase Nr. 10 Telephon 20-3*63. «4 Durch führungsämtlicher Bank-Transaktionen. An-und Verkauf sämtlicher Devisen und Valuten. Der Volkswirt. Gestempelte Krone --- —.65 Centimes, Auszahlung Wien ----- —.70 Centimes. In Zürich notierte: die österreichische Krone .... —.70 (—.67 am 30. Juli) die öftere, gestempelte Krone . . —.65 (—.65 am 30 Julsi die tschechische Krone. 7.60 ( 7.65 am 30. Juli) die Mack .. 7.60 ( 7.47'/, am 3o Juli) Agram . ... . . 3.50 ( 3 50 am 30. Juli) Bukarest.. 7.70 ( 7.60 am 30 Juli) Budapest.1.57V, ( 155 am 30..Juli) Warschau ......... .—,30 (—.30 am 30. Juli) Devisenpanik. D'e-u-tschösterreich hat in dftfer Woche wieder einmal seit längerer Zeit eine Devisenpanit erlebt. Solche Bewegungen werden umso beängstigender, aus je tieferer Stufe sie sich wiederholen. Am- Mittwoch'- ist eine gewisse Beruhigung etn» getreten, aber der Markt hat noch keineswegs die 'Sicher-' heit, daß sich die Panik nicht wiederhole, zumal sie diesmal ganz offensichtlich nicht durch auswärtige Einflüsse, sondern durch innere M'arktvvrgänge bewi kt worden ist. Nicht der Rückgang der Züricher Notiz hat die sprunghafte Kurssteigerung der Devisen in Wien bewirkt, sondern umgck.hrt ist der Züricher Kurs erst im Anschluß an die phantastische Kurstreiberei in Wien gesunken. Ein unmittelbarer Anlaß zu 6'reser Bewegung ist nicht zu sehen. Die Aussichten d«r Kredi taktion sind heute nicht schlechter, als sie vor drei Monaten waren, mrd ein augenblicklich drängender Zahlungsbedarf an das Ausland, der zu überstürzten Käufen zwingen würde, ist nicht gegeben. Wie eine Ironie mutet es' freilich an, daß die KurSpanik just in den Tagen eingetreten ist, in denen die Regierung fast in jedem Margen- und Abendblatt irgend- „ eine halbamtliche Erklärung vsrlmttbaren laßt, wie glänzend ' die Dinge stehen. Inzwischen halt sich die Spekulation an die Tatsache, daß jetzt erst eine Reise des französischen Völkerbnnddelegierten Avenol noch Washington awgekündigt wird, daß der amerikanische Kongreß Deutschösterreichs wegen nicht vor hem Herbst zusammentreten dürfte und daß dann erst noch eine gewisse Zeit verstreichen muß, bis nur die Vorschüsse liquidiert werden, von denen man jetzt bereits weiß, daß sie ganz und gar unzulänglich sein werd:n. Sollt« dann inr Spätherbst ein Tenbenzumschwüng drohen, so hofft die Spekulation bis dahin langst ihre Engagements gelöst zu haben. Vorläufig scheint sip alleckrings den Zeitpunkt dafür noch nicht für gekommen zu erachten, denn die Abschwächung der-Kurse in den letzten Tagen hat sich nicht mmähernb mit der Heftigkeit vollzogen, mit der zuvor die Kurse hochgetrieben worden waren. Mer wenn sichdie Devisenkurse tatsächlich' abermals «ruf einem um 25 bis 30 Prozent höheren Niveau als vor einigen Wochen zunächst wieder stabilisieren sollten, daun wirst dies wieder alle Ansätze im Staats- und Privatrhaus h alt über den Haufen, bailn exleben wir neue, gewaltsame Preis- und,, Lyhnbewpgungen, rst die BesolduUgsreform* hinfällig, bevor sie'in . Kraft getreten ist, erfährt die Arbeit der Notenpr^sft eine neue Beschleunigung und der Zirkel ist wieder geschlossen. Es ist eine äußerst bemerkenswerte Tatsache, die den frivolen Optimismus Mancher unserer maßgebenden Kreise endlich zur Besinnung bringen könnte, daß der neue Kurssturz der Krone unmittelbar dezr Maßnahmen Ms dem Fuße gefolgt ist, die dem Staat ein«« Teil seiner! Milliardenlast, ab pehmen und ihm neue Einkünfte verschaffen sollten. Man hat die Eisenbahntarife, Post-, Delephon- und Telegraphengebühren, Tabakpreise erhöht, mit dem „Abbau" der Leb«nsmittelzuschü.sse begonnen und das Ergebnis ist die Steigerung des Defizits vielleicht um 10 bis 20 Milliarden. Dabei muß Won neuem auf das offenkundige Mißverhältnis zwischen der Entwicklung der Valuta Und' Staaksfinanzeu auf der einen und der Volkswirtschaft auf' der anderer Seite Angewiesen werden. Mir sind' weit davon entfernt, die Scheinblüte überschätzen, die sich in manchem Bezirken des' deutschösterreichischen Wirtschaftslebens zeigt. Es ist' lächerlich/ zu behaupten, wie es vielfach geschieht, daß die Lebenshaltung der breiten Massen (die doch! nicht nur aus Metallarbeiter« und Valutaschiebern besteht) den Vorkriegsstand erreicht oder sich ihm wesentlich' angenähert habe. Man braucht, um dir Torheft dieser Behauptung einzusehen, nur die Durchschnittseinkommen aller Klassen aus'ihren Voll" wert zu reduzieren, um zu erkennen, wie wett das Durichschnfttsetnkomme»: der beutschösterreichische« Bevölkerung hinter den Vorkriegseinkommen zurückbleibt, wobei die künstlichen PreisbeschrÜnknngen von Wohnmiete und Brot noch bei weitem -licht die Preissteigerung auf dem Weltmarkt auÄgleichen. Aber toenn man sich auch von solchen Uebcrtreibungen sernhält, so ist doch' ilicht zu bestreite», baß sich der Lebensstandard b^r Bevölkerung in den letzten Monaden gehoben hat und die vollständige Entblößung der Wirtschaft vou alle» Wegenständen beS täglichen Bedarfes einer 'gewissen Güterfülle gewichen ist. Me-^ingS ist die beutschösterreichische Wirtschaft den Gegenwert der großen Lager, die sich' zumeist unverkäuflich bei Mmstrje -md Handel oWckMSMV Wrn. mm arHbereu LM 2. August 1921 schuldig geblieben; ihren Gegenwert bilden schwevenve Privatkrebite, wie den Gegenwert von Brot, Mehl, Fett und Kondensmilch', die diese- Volk in de» letzten zwei Jahren gegessen hat, die 100 Millionen Dollar "StaatSgelder bilden, die uns die Alliierten und Ne nt rasen in verschieben«?» Formen geliehen haben, und die Kaufkraft, die private Haushalte entsalten, hat wieder ihr Gegenstück in der fortwährenden Kapitalsaufzehrung der Volkswirtschaft. Die überreichen Warenlager in Fabriken und Verkaufsläden haben ihr trauriges Gegenstück in-den entblößten Kleider- und Wäscheschränken, in dem zerbrochenen, unergänzten Hausrat von Hunderttausend»,: von Haushalten. Aber es bleibt doch dabei, daß die Produktivität der deutschösterreichischen Wirtschaft im vergangenen Jahr allmählich gewachsen ist, die Industrie "unter stabileren Verhältnissen zu arbeiten begonnen hat, daß den Forderungen des Auslandes ■ in gewissem Umfaivg doch wieder verwertbare Güter gegenüberstehen, an denen es in der ärgsten Zeit nach dem Zesammenbruch, in der Zeit der ersten Valutapaniken gefehlt hat. Aber die Vorgänge ans dem Devisenmarkt der letzten Tage sind eine furchtbar ernste Mahnung/ daß die Bankrott- Wirtschaft, in der Deutschösterreich nun' seit zweieinhalb Jahren lebt,«nicht ins Unendliche sortgetrieben werden kann. Es kommt nicht daraus an, ob die Spekulation die Tendenz übertreibt, ob die Krone -um ein, zwer oder fünf Zettel eines Centimes unterwertet kst ober nicht, sondern darauf, daß sich bereits ein Ueberryaß von ausländischen Forderungen gegen .Deutschösterreich angesammelt hat, daß dieses Land weit über seine Verhältnisse lebt'und''*8'.unterläßt, für entsprechende Verbrauchseinschränkung zu sorge», obwohl es gleichzeitig, außerstande ist, sein volkswirtschaftliches Einkommen durch Produktft'nssteigerung, Rationalisierung feiner Betriebe. Ausgestaltung seines Apparats zu erhöhen. Aber man'verlangt offenbar von einer Regierung zu viel» wenn man ihr zumütet, ein volkswirtschaftliches Problem allge- »r ein-zu fassen und danach ihr praktisches Handeln cinzurichten. („Oesterr. Volkswirt/') Das polnische Budget. Zu unserem Bericht in Nr. 902 erbalten wir noch die folgenden ergänzenden Mitteilvrigen: Das vom Finanzminister Steczkowski dem Landtag vorgelegte Budget pro 1921 sieht im ordentlichm Etat 99.758 Millionen Einnahmen,' 111.-012 Millionen Ausgaben (Defizit zirka 12 Milliarden), im außerordentlichen Etat 35.403 Millionen Einnahmen, 97.918 Millionen Ausgaben vor, somit ein Defizit von 73 Milliarden. Unt» den außerordentlichen Ausgaben sind 22.937 Millionen für öffentsiche Arbeiten eingestellt. Von den nichtproduktiven außerordentlichen «Alusgaben snid 20 .Milliarden für das Militärbudget, fast ebensoviel für die Approvisionierung und 6'8 Milliarden für das Handels- und Jndustriemmisierium vorgesehen. Die letzterm Posten werden im nächsten Jahr mit Rücksicht auf die Einführung des fteien Handels für Getreide und Kohle sowie mit Rücksicht auf die Bcfferung der ökonomischen Lage verschwinden, welche Getreide- und Kohleuankäufe im Ausland überflüssig machen wird. Zur Bedeckung des Defizits find mehrere Kreditoperationen im Zuge, wie zum Beispiel Borschüffe auf die projeküerte Exploitierung der Bialowiczaer Forste, Anleihen bei neutralen Banken, neue Emission der Schatzscheim (die letzte tooit, 5 Milliarden ist bereits vollständig gezeichnet),' innere Anleihe bei Amortisterung in fester Dollarrelation, Zwangsanleihe usw. Große Ersparniffe werden erzielt in dm öffentlichen Behörden rmd Aemtern sowie durch Demobilisierung und Reduktion 8er Armee. Das Post- und Telegraphenwesen weist bereits infolge der Tariferhöhung einm Ueberschuß von 500 Millionen auf. Die Resultate der Steuererhohung sind bereits sehr zufriedenstellend, obwohl, diese eine rationell progressive sein muß, um dm rapid fortschreitenden Wiederaufbau der Produktionskräfte nicht zu behindern. Derrtsch-litauischer Wirtschaftsverkehr. Eine wichtige Rolle in dem zukünftigen Handelsverkehr zwischen Deutschland und Rußland werden die n e » g e b i ldeten Randstaate» bilden. Besonders Litauen wird die Rolle des Vermittlers, zukommen. Die Grundlage des litauischen Landesreichtums bildet seine Landwirtschaft. Sie hat sich von den Wirkungen deS Weltkrieges bereits soweit erholt, daß sie schon in der Lage ist, bedeutende Mengen auSzuführru. Für Deutschland, das heute schon eigentlich ei» ausgesprochen« Industriestaat ist und es bald mehr denn je sein wird, ist dieser Umstand von groß« Bedeutung. Die riesigm Waldungen bieten gewaltige AuSbeutungSobjekte. Vor dem Kriege wurde auf dem Njemm für zirka 20 bis 20 Millionen Mark Holz avS Litauen auSgefühtt. Im Jahre 1913 betrug die Gesamtausfuhr litamschm Holzes nach Deutschland 2,212.328 Festmeter, nnd zwgr.handelte es sich ausschließlich um Schwellen- und Zellulosehölzer, deren w« auch jetzt jüt die deutsche Papierindustrie dringend bedürfen. Außerdem wurden bedeutende Mengen Rundholz nach Dmtschland eingesührt (zollfrei). Auch jetzt steht die Holzausfuhr an hervorragender .Stelle der litauischen Ausfuhr, so wurden im «sten Viertel des laufenden Jahres 779,800.239 m» exportiert. DieA « 8 fuhr aus Lftauen in d« Zeit vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember 1920 belief sich ausschließlich des ausgeführten Flachses auf 321,797.168 Mark, Die Ziffer des auSgeführten Flachses ist noch nicht festgrstellt, da die Verrechnungen mit d« mglischen Bankgruvpe nur bis zum 15. Oktober laufm. Bis zu diesem Datum erreichte die Ziffer des eingrführten Flachses den Betrag von 296.344 Pfund Sterling. Die gesamte FlachsauSfuhr dürste sich auf 260 Millionen Mark belaufen. Auf diese Weife belief sich die gesamte Ausfuhr auf 581,797.168 Mark, während die E i u s u h r 428,728.541 Mark betrug. Die Hauptartikel des Exportbildetm Holz, Flachs Md Leinsaat --- 87% dergesamten Ausfuhr. Hotz wurde für 183'? MMpne» .onfcttißtek ßöHi de», rioaelübttru Wqve»