Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 902 (31.7.1921)
- Date
- 1921-07-31
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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.AK. 902 Wien, Sonntag Errichtung einer jüdiseHen Fakultät a« der deutschen Universität Metzen. Die Universität Gießen hat, als erste Universität Deutschland-, eine Fakultät skr jüdische Wissenschaften erhalten.' Der «hemalige.Rabbmer Weinberg aus Pilwischok (Gouvernement Lomscha), der in letzten Jahren in Deutschland seine Studien absolvierte. Übernahm die Vorlesungen für das kommende Semester, in welchem, über folgende Gegenstände gelesen werden wird: 1. Bibilkritik, 2. Einführung in die Mischna, 3. Kommentar -um talmndischen Traktat Baba kama. Im Wintersemester wird auch über.talmudische Logik im Vergleiche zur allgemeinen Logik gelesen werden. (Jüd. Korr.-Bur.) Schüleraufnahmen tu die jüdischen Volksschule». Die Neuaufnahmen von Schülern und Schüleriimen in die erste Klaffe der jüdischen Volksschulen in der Leopoldstadt und Brigittenau finden täglich zwischen 1v und 18 Uhr vormittags im Sekretariat, H., Taborstraßc 20». statt. Die Eltern jüdischer vollsschulpflichtigcr Kinder werden nenerdistgö darauf aufmerksam gemacht, -aß die vom Jüdische» Schulverein errichteten jüdischen Volksschulen derart sind, daß sie d>n> Kindern neben dem Unterricht der allgemeinen Lehrgegen- ^de Und des Hebräischen eirze im wahren Sinne -eS Wortes Mdische' Erziehung angedeihen lasten und in ihnen vornehmlich aas die psychische Eigenart deS jüdischen Kindes sowie auf seine besonderen Fähigkeiten und Neigungen in liebevoller Weise Rücksicht genommen wird. ____ Das staatliche Schulwerk in Palästina. Me" die „Times" melden, hat die palästinensische Regierung beschlossen, Privatschulen in Palästina, die eine mäßige Schüler,;ahl haben, zu subventionieren. Zur Kvntrvlle über das Schulwesen wurde ein dtomitee für allgemeine Bildung geschaffen, dem vier Muselmanen, drei Inden und drei Christen angehören. Seit Jänner wurden 34 neue Elementarschulen in den Dörfern gegründet und 46 Schulen, welche bisher von der Bevölkerung erhalten wurden,, wurden von der Regierung übernommen. Im. laufenden Jahre sollen noch 3ü .Schulen, .im September zwei Lehrerseminarien für GchUldr--sMänirer"; rund, Frauen), eröffnet, »rerdenk "Es siiurMn auch Lehrev ausgenommen, die unter den.Bedninenstammen leben und den Unterricht der Kinder führen sollen. Gemäß dem Bildungs- Programm der Regierung M'daß ganze Land im Lause von vier Jahren mit einem Netz von Schulen bedeckt sein. Nach, den gegenwärtig geltenden Bestimmungen stellt die Landbevölkerung die Gebäude und die Einrichtung für die Schulen bei, die''Regierung kommt ftrr die Gehalte der Lehrer und die übrigen Kosten auf,.^Mle^^Mn^des.EzlWulwes^. Mrden aus dem allgemn^n,l$alastistensisdget gedeckt. Ein sinkender Berg. Der Ausseer Saadling. > ' Der S a n d ling beiAussee befindet sich in äußerst bedenklicher Bewegung. Beinahe täglich gehen dort vom Gipfel riesige Steinlawinen gegen den Boden der -vorderen Saudlingalmen, bedrohen Menschen und Tiere. Die Nivellierung eines 1700 m hohen Gipfels, ein Vorgang in unserer Nergwelt, der sich sonst in k a um m e ß baren Zeiträumen abspielt unddaherin einem Menschenalter nichtbeobachtet werden kann, ist durch das Einsinken des Almbodens so beschleunigt worden, daß er lins in wenigen Monaten Bilder entrollt, die normalerweise sonst erst nach Jahrhunderten sichtbar geworden waren. Durch den Einsturz durchweichter Mergelschichten unter der Westwand des Sandling müssen, wie Dr. I. D. in der „Grazer Tagespost" schreibt, alle über der Einsturzstelle liegenden Waldstächen, Weideplätze, der Krummholzgürtel, die Geröllfelder und der darüber thronende gewaltige Gipfelblock samt seinen Graten, Zacken und Zinnen nachstürzen. Der Druck dieser ihrer Stütze beraubten Felsmaffen auf die immer tiefer finkenden Böden am Fuße der himmelstarrmden Wände preßt aus dem Berginnern die Stein-, Erd- und Lehmmassen heraus, so daß sie i « breitem Strom alle Hindernisse auf dem Wege insTal überwinde «.Durch den Abgang dieser Mafien rückt alles Darüberliegende langsam nach, der Almboden sinkt und die vordersten Stützpfeiler des Gipfels sind schon, geborsten und teilweise nachgestürzt. Sie haben auf dem . Almboden tiefe Locher geschlagen. Eine Almhütte ist eingestürzt, drei andere sind mit dem Almboden nachgerutscht. Die der Wcstwand des Sandling vorgelagerten Grate und Zacken sind teils verschwunden und liegen in Tiümmern, teils sind sie um etwa 50 m abgesunken und lehnen m ganz unhaltbaren Formen neben den Wänden. Einer dieser Grate ist in der Mitte geborsten, andere hängen so stark über, daß man stündlich ihren Fall gewärtigen muß. , -, Der E r du n b. S chck a m m st r o m, der, durch de» , sich immer steigernden Druck der stürzenden Felsen aus dem Berg^erausgepreßd wurde, hat eine Länge von 4'/- erreicht und große Waldflächen im Schutt begraben. Der Schlammstrom rückt wie ein Gletscher, nur weitaus schneller, abwärts und zeigt, immer tiefer sinkend, an den abgeschliffenen Rändern der ihn rechts und lnzts einengenden Bergrücken ganz ähnliche Linien, - Furchen und Riffe, wie-sie der. EiSstrom unserer Gletscher seiner Umrandung eipprägt. Die Beobachtung des emstürzenden Berges ist ohne Gefahr von de^ den Sandlingalmen gegenüberliegenden Anhöhe möglich. Ans vor neuen Einstürzen gesicherten Almwegen eri eicht man ertzwed:r von Alt-Aussee oder von Lupitz die Wiener Morgenzeitrmg 31. Juli 1921 Seite 9 vorderen Sandlingalmen. Der Ausflug erfordert hin und zurück ungefähr sieben Stunden. Mit der Wanderung auf den Sandling läßt sich auch die Besichtigung der Dachste'mrishöhle und des Salzbergwerkes in Hallstatt verbinden. * Niedergang der Wiener Hausmusik. Zu behaupten, daß m Wien jetzt zu wenig musiziert wird, wäre schlimmste Verleumdung. Von jedem Klimperkafien der Stadt dröhnt und klappert der letzte Foxtrott, Onestcp oder sonstige Niggertanz herunter,'jede Geige wimmert' und winselt das sacharinsüße Lied neuester Fafiung (schon Amerika hat gezeigt, daß die Musik umso pappig-süßer wird, je rücksichtsloser und brutaler die Mensche» sind) und wenn die Flügelhvrner der Stadt vom ganzen Schubert nichts wifien, „Geh, Alte, geh ser gscheidt" spielen sie natürlich vom Morgen bis zum. Abend. Auch über Mangel an Konzerten kann man bekanntlich nichtklagen, jetzt, wo die Konzertsaison vom September bis zum Juni währt. Aber diese Konzerte können nicht mehr die einst privaten Musikanten auregen und fördern, es fehlt der Widerhall in der Wiener Hausmusik aus dem Machen Grunde, weil dfele Hauswusik — die recht eigentliche »Kammers-Musik — rn Wien so ziemlich ein Ende gefunden hat. Vorüber ist die Zeit, da in den Kreisen der Gebildeten und ganz besonders i« den jüdische« Familien an jedem freien Tag ein paar begeisterte Menschen zusammenkamen, den großen Klassikern und Romantikern zu huldigen, vorüber ist die Zeit der Hausquartette und deS vierhändigen Spieles. Ix wilder die Musikwut sich im Kouzertbesuch betätigt, umso stiller wird rS daheim und das ist ein weiterer Beweis, wenn es dessen noch bedurfte, wie unwahr und übertrieben jene Begeisterung ist, die die Menschen in den Konzertsälen ralen macht. Freilich ist ja auch so manches Klavier der großen Neuerung zum Opfer gefallen und so mancher Wiener Mittelständler mußte trauernd die geliebte „italienische" in Mehl oder Fett Umsetzern Aber das ist sicher nicht der Hauptgrund für den Niedergang der Wiener Hausmusik. Er ist nämlich doch in der nnanihörlich wachsenden Äußerlichkeit der Jugend zu suchen. Die junge Welt sucht ihre Anregung, die geistige, gesellschaftliche und auch die musikalische, grundsätzlich außerhalb des HauseS. So fällt für die Hausmusik der junge Nachwuchs und die einst so berühmten Wiener Quartett- und Liederabende im häuslichen Kreise werden immer seltener. Damit ist ab« sicherlich eine Quelle reiner Freude und sittlicher Kraft im Versiege« begriffen, eine Quelle, die, wir in unserer, dem Roh-Materiellen zugrneigtm Zeit nur schwer missen können. Immer mehr überwuchert die Operetten- und Tanzmusik im Hanse jede andere und es wird nicht so lange dauern, da wird der Gaffenhaner, der trivialste und gemeinste aller Großstadt-Gassenhauer, als unbestrittener Sieger jeder anderen Form der Wiener Hausmusik triumphiereud de» Knock out geben. * Sommerschule für internationale Frage«. In der Zeit vom 1. bis 13. August d. I. wird im Mozarteum m Satzburß unter dem Protektorate der Landesregierung eine internationale Sommerschnle für an .internationalen Fragen interessierte Männer und Frauen aller Länder abaehalten. ES gckange» Themen zur Forderung der Völkerverständigung zum Vortrag und zur Eröiterung. Zu den Kurse» haben sich bisher etwa 200 Personen auS den verschiedensten Ländern gemeldet. * Boche Hugo SttnneS. AuS Hamburg wird gemeldet: Hugo Stmnes labt aus der Vulkanwerft einen Dampfer bäum, der den Namen „Boche Hugo Stinnes* führen soll. (Der nächste Dampfer dürste „Moloch Hugo Stinnes" heißen. Die Red.) * Eine BiertelmMion für die NettüugsgeseHschaft. Der amerikanische Philanthrop Dr. Otto G l o g a n hat im Namen des American Clothin» and Hospital Relief for Vienna der Wiener freiwilligen Ret'.ungsgesellschaft eine Viertelmillion Kronen überwiefen. * Gin Pilze-Kongrtztz in Nürnberg. Wie Tel.-Komp. berichtet, findet vom 21. bis 25. August in Nürnberg der erst e^ europäische Pilze-Kongreß statt. * Begräbnisse am heutige« Tage. Alter Friedhof: 9 Uhr Engel Franziska. 9 Uhr 30 Min. RuLiöka Genovefa, 10 Uhr Stein Leo, 11 Uhr Kouisch Karoline, 11 Uhr 30 Min. Heß Leonore. — Neuer Friedhof: 9 Uhr . Fischhof Rosa, 9 Uhr 2V Min. Bloch Friedrich, 9 Uhr 40 Mm. Thiemann Josestne, 10 Uhr 30 Mm. Moretzkh Emil, 10 Uhr 40 Min. Ehrlich Moses. \ * Ein frommer Man». In B i ch a « o v c e an der slowakisch-mährischen Grenze wurde ein Mann namens M i t r o verhaftet, der vor kurzer Zeit aus Amerika zurückgekehrt war und sich in der Heimat ankaufen wollte. Er hat der. Kirche K 300.000 gespendet unter der Bedingung, daß jährlich zwei Messen für ihn gelesen werden. Hier stellte es sich heraus, daß Mitro im Jahre 4916 in Amerika seinen Arbeitgeber ermordet und ihm 16.000 Dollar geraubt hat. * Selbstmorde. Gestern abends hat sich der 22jährige Kutscher Karl Mayer, IX., Wasagaffe 24 wohnhaft, wegen unglücklicher Liebe im Klosett mit seinem Leibriemen au einem Wandhaken erhängt. — Der 21jährige Gewerbeschüler Herbert L a n g, X., Bürgerplatz 16 wohnhaft, hat sich gestern auf dem Materialplatz seines Vaters durch einen Revolverschuß in die rechte/Schläfe getötet. Die Ursache der Tat ist unbekannt. * Die Baukosten des salomonische« Tempels. In Cambridge (Irland) lagt zurzeit ein Katholischer Bibelkougreß. Unter den dort gehaltenen Vorträgen ist der des Rcv..T. E. Bard über „Die Lehre Mosis" bemerkenswert. Rev. B-rd führte darin u. a. Beweise dafür an, daß bereits im zweiten vorchristlichen Jahrtausend beiden Juden Geschworuengerichte neben den Emzelrrchtern bestand!«. I« seinem Vortrag gab Bard auch eine Berechnung der Baulosten des salomonischen Tempels. Er legte dar, daß in modernen Werten die Kosten des TempelbaueS, an dem die gesamte jüdische Bevölkerung arbeitete, sich auf eine Milliarde Pfund Sterling belaufen würdem * Walde» unterm Meer. An def nordfriesischen Küste gibt es eine große Anzahl nutergegangener Wälder, die aus vorgeschichtlicher Zeit stammen. Im Laufe der Zeit sind solche beider, Insel Röm im Söllstädter Moor, im Kreise Taubern, bei Gotiug, auf der Insel Föhr, bei Nordstrand und bei Husum ge- , funden, letzteren fand man beim. Durchstich einer neue« Hafen« münduug. Man fand dort unter dem Marschboden ei« Moor und unter dem Moor einen Birkenwald. Der merkwürdigste der untergegangmen Wälder ist jedenfalls der bei Go ring, am Süd-, strand der Insel Föhr. Dieser Wald liegt etwa 15 Minuten vom Strand am dem Meeresboden; man sieht dort Stämme von 10 Meter Lange und darüber und die Wurzelstümpfe stehe« an manchen Stellen so dicht, daß es ein undurchdrinalicher Wald gewesen sein muß. Jp einer etwa meterstarken Torfschicht findet man Holz von Eichen. Birken. Erlen, Weiden, Eschen, Fichte» und Haselnußsträncheru. Die an der Oberfläche liegenden Stämme werden, von Bohrmuschrln und Schiffsbohrwürmern durchzogen., Die Entstehung dieser auf alluvialem Boden gewachsenen Wälder liegt in der Zeit der Urgeschichte des Landes zurück: daß vor dem Untergang Menschen darin verkehrt haben, beweisen zahlreiche aufgefundene Gegenstände, als Beile und Messer aus Stein und angebrannte Flintstücke. Als Ursache der Zerstörungsind große Stuimfiuten anzusehen, die das muldenförmige Tiefland in. einen Sa'zsee uinwandelien oder Bodensenkungen verursachten. * Das Fvugfchtff als Heilstätte. Dr.. Charles A. Me l. nerey in Washington hat die Entdeckung gemacht, baK der Aufenthalt im Flugzeug in Höhen von etwa 15.006 bis 20.000 Fuß ein' radikales Heilmittel bei Verlust der menschlichen- Stimme sowie ber Kehlkopf- und Nasenleiden überhaupt drrstellt. Er stützt sich bxi seiner Entdeö^mg auf hie Erfahrung, die vor drei Jahren die am'erikanrsDe Opernsängerin Grace Ford machte, die als Krankenschwester in Europa die Stimme verloren hatte und während eTner Lüftschiffahrt in der Höhe von '10.000 Fuß die Stimme , wiedererlangte. In. der Höhe von 8000 Fuß stellte sich, eine an Nasenbluten erinnernde Empfindung 'ein,-die bei 10.000 Fuß Höhe der vollkommenen. Wiederherstellung der - Stimme wich. Dr. Melnereh hat jetzt auf diese Meise einem -* amerikanischen Kriegsteilnehmer,. H. A. Re n z, der. die Sprache verloren hatte, vollkommen geheilt. Ren z wurde auf etitem Flugzeug der amerikanischen Regierung bis in die Höhe von 14.000 Fuß geführt und konnte gleich nach seiner Landüichg seine Mutter telephonisch von seiner Heiluntz verständige«. * Ein Weltbund der jüdischen Kriegsteilnehmer. Schon wiederholt wurde angeregt, die ebcmaligen jüdischen Soldaten zu einem großen Weltbund zusammenzufaffen. AuS. ver-- . schiedenen Gründen scheiterten bisher alle diese Versuche, nicht zuletzt deshalb, weil kein greifbares Gegenwaitsprogramm aeboirn werde» konnte. Es war einer Gruppe ehemaliger jüdischer Kriegsgefangener aus Sibirien Vorbehalten, dieses Programm aufzustellen.' Diese hatten sich in Sibirien zu einem Bund „C h e r u.t h* zusammengeschlofien, der die Aufgabe haben sollte, seine Mitglieder nach Friedens,chluß in E r ez Israel in eigenen Kolonien anzusiedeln. Unter dem Eindrücke der letzten Ereignifie in Jaffa wurde dieser Bund, der z e h n Länder umfaßt, in einen „Weltbund i ü M scher Krieg § t r i ln e h « e r" umgewandckt »nd Fühlung mit glerchstrebenden Organisationen in A m e r i k a. E n g l a n d «nd Palästina genommm. Ziel des Bundes ist: Ansiedlung möglichst vieler seiner Mitglieder in landwirtschaftlichen Kolonien auf dem Boden d e S I Ü d M ch e n Nation alfonds in. Erez, Israel, womöglich an den Grenzen des Landes, zu« Schutze des jüdischen Palästina. Dieses Ziel erstrebt der Bund, durch Organisaüon ehemaliger jüdischer Soldaten, körperliche und berufliche Ausbildung derselben für Palästina und Sammlung für den Jüdischen Nationalfonds. Entsprechend' den Weisungen der BandeZlertuna, an deren Spitze gegenwärtig S. G r a u b a r t. Innsbruck, Mnsenmstraße 8, steht, wird, wie in allen andere» Ländern, auch in Oesterreich eine Landesorganisation „Cherutha!§ Verein. konstituiert. Wir bitten alle ehemaligen jüdische« Soldaten, in erster Linie die in Oesterreich weilende» Augehörigen der ehemalige» Mischen Legion, die sich für »nser Ziel interessiere», sich bei Ernst Heller, Wie», IL, Odeongafie 11, Salomo» O r e u d e r, Wien, H., Nickelgaffe 1, oder Dr. Ebaim W o l fm a n n, Wien, U., Böcklmstratze 82, zu melden. Jene Freunde unserer Sache, die sich an der Ausbringung der nötige» Mittel für den Chernth-Fonds deS Jüdischen Nationalfonds interessieren, erhalten in der Zentrale des Jüdischen Nationalfonds, Wien, L, Zirkusgaffe 83, alle näheren Auskünfte. * Eine Beamtenfiedlung in Tel- Awiw. Dem „Haarez" zufolge haben sich die Beamten der Anglo-Palestine Company zur Errichtung einer eigenen geschloffenen Siedlung in Tel-Awiw zusammengetan. Gegenwärtig ist der Bau der ersten Häusergruppe, bestehend aus zehn Einfamilienhäuser», bereits in Angriff gevommen worden. . " * Balutaglüik. Als der ehemalige deutsche Botschafter in Washington Graf Bernstorfs nach Abbruch der Beziehungen zwischen Deutschland und den Bereinigten Staaten Washington verlaffen mußte, wurde die Beschlagnahme des Vermögens seiner Frau verfügt, die eine Amerikanerin war. Dadurch war es Bernstorff nicht möglich, das auf eine Million Dollar geschätzte Vermögen seiner Frau mit^unehmen und eS in vier Millionen Mark deutscher Kriegsanlerhe anzulegen. Rnnmehr hat das Oberbundesgericht in Washington entschieden, daß der Frau Bernstorff ihrPrivatvermogen auSgefolgt werde» soll. Durch die Beschlagnahme des Privatvermögens seiner Fra»' hat der Graf ein glänzendes Geschäft gemacht. Dom für die vier Millionen Mark Kriegsanleihe bekäme er heute höchstens 3,200X00 Mark, sofern sich überhaupt jemand fände, der sie ihm abnähme. Aber eine Million Dollar ergibt gegenwärtig einen Wert von 7b Millionen Mark. Herr Bernstoff muß also den Amerikanern für seine damalige Vermögensbeschlagnahme recht dankbar sein. * HinausgeWorjene Milliarde«. Man schreibt uvS : Seit der wirtschaftlichen Not Oesterreichs ist die Jütens-i v i e r n n g der L a n d w i r t s ch a f t ein Hauptschlagwort. Und wie zum Kriegführen Geld gehört, Geld und wiederum Geld, so ist die wichtigste Hilfe für die Fruchtbarkeit des Bodens der Dünger. Bor dem Kriege sind Milliarden für Kunstdünger ins Ausland gegangen. Jetzt mangelt es an Chilisalpeter, Kali und den Rohstoffen für die Superphosphaterzeugung. Zu spat erkennt man, daß in den fetten Jahren verabsäumt wurde, das Ertragnis des Tullnerseldes, des Marchfeldes» des Steinfeldes bei Wiener-Neustadt durch entsprechende Verwertung der Abfälle der Großstadt Wien zu steigern. Die Abfallstoffe eiüeS Menschen machen jährlich durchschnittlich 500 Kilogramm aus, was nach dem gegeuwärtigeu Einfuhrwert von Phosphorsäure, Kali und Stickstoff (die Kohlensäure nimmt die Pflanze selbst aus der Lull auD mit X 1000 per Individuum zu berechnen ist.^ Die' Zweimlllivnenstadt Wien könnte allein der Bodenwirtschaft jährlich' Düngstoffe um zwei Milliarden beistellm, könnte, wenn nicht die Fäkalien durch die Kanäle in die Donau geleitet und von ihr sortgeschwemmt würden. Der Krieg als Erzieher ,bat selbst das kleine, Wels in Oberösterreich bestimmt, mit einer modernen Fäkalienverttertungsanlage die Welser Heide zu befruchten, wir es in Deutschland schon durch die menschlichen Abfälle vieler. Städte geschieht. Bei uuS werden unentwegt awct Milliarden; jährlich buchstäblich ins Master geworfen, ias Wiener, Donau- ‘ «affer allein, für ganz Oesterreich berechnt: zehn MMcÄ>en i iw» wenn Sie die Rüismungsvet'kauf-Wache der Stadt-ReBtenmeeBein AltZBCg-y Koltüm» sovi« Regenmantel- Raglanstoffen nicht ausnützen. § 8», W©ihbiif*oon®se 10«IÄj i'sisypo« nes,..steile i. ■' |.t Adflepoasse 5* Telephon i?ws