Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 888 (17.7.1921)
- Date
- 1921-07-17
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 888 Wiener MorgenZertnnK Seite 13 Wien, Sonntag neuerlich zu besuchen, bevor wirtlicher Frieden sei. Und die Frage, was er als FriedenSzustand auffasse, beantwortete er schlagfertig: §Den freien Weißbrotverlauf." Nach dieser Auffassung müßten wir also jetzt in den wirtschaftlichen Friedenszustand gelang! sein und der Weißbrotwecken sein deutlichstes Symbol veranschaulichen-- Ei« geschickt arangierter Zufall will es aber, daß mit der freien Gestattung der Weißbroterzeugnng die Annahme des Brotvreisstaffelmigsgeietzes im Nationalrat zeitlich eng zusammenhängt, al'v mit einem Gesetz, das um ganze zwei Jahre zu spät ge ommen, im Wesen der staatlichen Bewirtichasrung des Mehles den Garans macht. Die Praxis wiid nämlich sehr stark abweichend von den vorgesehenen drei Verbrauchergruppen, bald nur mehr zwei Kategorien schaffen: Die Bemittelten aller Art, die auf das' rayonn'rte Brot und Mehl glatt verzichten und sich — die Unternehmer wohl auch für die Angestellten und Arbeiter — das Mehl für Brot und Kochzwecke selbst kaufen weiden und die Armen, für welche der Staat auch weiterhin das Brot bezahlen wird. So ist es praktisch seit einer Reihe von Monaten in der Tschecho-Slowakei durchgesührt. wo Hausratte über einer bestimmten Einkommens-, beziehungsweise Vermögensgrenze Überhaupt keine staatlichen Ausweiskarten mehr bekommen und sich mit dem in ungeheuren Mengen vorhandenen Freihandelsmehl versorgen können, das allerdings zu, lächerlich billigen Preisen (Brotmebl K 5, Backmehl K 6 bis 7) selbst beim kleinsten Dorfkrämer jederzeit in jeder gewünschten Menge zu haben ist. Daß auch bei uns genug Mehl vorhanden ist, sofern man nur die Mittel besitzt, es zu bezahlen, geht ja schon aus der unbestrittenen Tatsache hervor, dass die Wiener Bäckermeister schon über 350 Waggons, das heißt über dreieinhalb Millionen Kilogramm Mehl verfügten, als sie mit der Weckenerzeugnng begannen' und die Regierung, die selbst schon einzw'eben begmnt, daß die Unmfriedenhelt der Bevölkeruna mit dem Maisbrot sich nicht mehr künstlich zurückdämmcn läßt, mußte trotz ihrer Besorgnis, daß diese Konzessionen an ein altes und durch den Krieg fast verelendetes Gewerbe den Beistand der bisher allmächtigen Getrecheanstalt und ihrer Tochtergesellschaft, der Emfuhrstelle, g iährden könne, die Wünsche der Bäcker, die sich mit den Wünschen der Bevölkerung — die Preishöhe der Erzeugnisse vielleicht ausgenommen— so ziemlich deckten, eifüllen. Nicht anders geartet ist die Sache beim Zucker, der zwar formell noch immer staatlich bewirtschaftet ist. aber anscheinend in solchen großen Mengen hereinkommt, daß er sclbft im nnrkensreien Bei kauf nicht so leicht anzubringen ist. Obwohl nachweisbar die vier niederösterreichischen Zuckerfabriken, wiche bei voller Ausnützung ihrer Leistungsfähigkeit von einer halben Million Meterzentner einen noch größeren Teil des österreichischen Jahresbcdarfes, der mit 1'2 Millionen Meterzentner errechnet ist — bereit liefern st« ein Viertel dieser Menge — decken könnten, selbstverständlich bedeutend billiger als die mit der starken Balutadiffercnz, mit Fracht-, Zoll- und Versicherungskosten belastete tschechische Ware, geschieht offenbar, um an das Heiligtum der staatlichen Zuckeistelle nicht zu rühien, nicht um der Bevölkerung den Zucker zu einem wirklich erschwinglichen Preise zugänglich zu machen. ■ Einzelne landwirtschaftliche Lagerhäuser liefern aber schon um K 96 guten Weißzucker, weil sie den heute mindestens K 22 betragenden, staatlicherseits zuerkannten Zwischenhändlergewinn gänzlich ausschalten. Dieser Zweig der formellen Zwangswirtschaft wird aber anscheinend nur aus dem Grunde anfrechterhalten, weil man sich im Finanzministerium noch nicht über die Einführung des Zuckermonopols klar ist. Mit Handelsmonopolen — Saccharin, Mineralwässer — hat mutt wohl keine besonders guten Erfahrungen gemacht und geaen ein Erzeugungsmonopol spricht jetzt die gegenwärtige staatsfinanzielle Lage. In diesen Tagen ist auch die Kartoffelbewirlscha^tung sang- und klanglos zu Grabe getragen worden. Sie beschäftigte stets nur so um sovrele Aemter und Kommissionen und war praktisch so stark durchlöchert, daß sie eigentlich nur ein papierenes Dasein führte. Die Flerschversorl u g. soweit es sich nicht um Einfuhren zwecks Abgabe als verbilligtes Fleisch („rationiertes Fleisch") handelt, ist ebenfalls tatsächlich schon lange nicht mehr Gegenstand vollstand * ger Erfassung durch bie staatlichen Wirtsckaftsttcllen und die starken Preisrückgänge der letzten Wochen, welche dahin gerührt haben, daß frisches Fleisch inländischer Herkunft sich im Groß- und Kleinhandel billiger stellt als die amtlich vernnttelie Ware, beweisen zur Genüg«, daß die mit den Einkäufen betraut gewesenen Organedieseramtlichen Uedernahmsstelle lür Bieh und Fleisch offenbar bei ihren Reisen ins Ausland alle ihre Fachkennimsse zuhause gelassen haben, da ja wnklichr Fachleute unmöglich Schlüffe »tilgen konnten, welche selbst unter Hinzurechnung der Verteilungskosten zu Klkinverkaufspreisen führten, welche weit über jene des Jnlandsleisches zu stehen kamen. Volkstümlich gesprochen ist jetzt «alles zu haben". Man kann seine Einkäufe für den Hauöhall besorgen, ohne die Mappe mit den Ausweiskarten und Einkaufscheinen mtnehmen zu müssen. Allerdings braucht man aber, um sich satt essen zu können, von Woche zu Woche mehr Geld. Der Zweck der staatlichen Bewirtschaftung der Nahrungsmiltcl war seinerzeit die planmäßige Verteilung der geringfügigen Vorräte.. Diese RotstandSzeiten sind überwunden und damit ist auch die Notwendigkeit einer weiteren Fortführung dcS überlebten Kariensystems praktisch weggefallen. Anter diesen Umständen hat nunmehr aber auch die Zentrale aller dieser ernährungsvureaukratischen Bestrebungen, daS Bunhesministerium sür Bolksernälnung, seine ganze Existenzberechtigung verloren, Diese oberste ErnährungsyormvndschMbehöbe kann ihre Ausgaben dem Volke gegenüber nicht mehr erfüllen, weil sie Prcktisch, durch die gebesserten Erzerigungs» und Vezkehrsverhältniffe, allerdings auch durch die mit der steigenden Geldentwertung Hand in Hand gehenden steten Lohn- und Ge- S&rsen-Komctiissionsgeschäfi und " Wechselstube 13&(8üD 8t Go, Wien, k., Ctohens8$u?£ro$gs;sse 11 8P8 Haltserhöhungen auch ihre Autorität eingebaßt hat, Die gesamte österreichische Bevölkerung würde es daher herzlich begrüßen, wenn die Nationalversammlung ihre Herbstsesston mit der feierlichen formalen Aulhebung der praktisch bereits in diesen Tagen ganz über Boxd geworfenen Zwangsbewirtschastung beginnen würde _ Dr. F. F. Ausweis derOesterreichifch-rmgarifchen Bank. 49.7 Milliarden Bankriotenrimlauf. Nach dem Stande vom so. Juni 1821 zeigt der Ausweis der Baak für Oesterreich das sorgende Bild Aktiva. Metallschatz: Berändertzngen seit dem Stande vom Goldmünzen der KronenwSH- 7, Juni 1021 rung, dann Gold ln Banen K, K K in ausländischen u. Handelsmünzen, daö Kilo sein zu K 3278 gerechnet . . .. . 67.888.11 Goldwechsel auf auswärtige Plätze und ausländische Noten (£, Fr. t|. Ml.) *. . 6,565.108.87 Silberlnrant- und Teiimünzen_1.585.60 6,634.017.01 ■+■ 801.368.58 Kassenscheine der KriegSdarlehenSkassen' . . . 201,515.500.— — 48.250.— Eskomptierte Wechsel, Warrants uud Effekten. 1.305.<c8.oio.41 — 15,615,309.— Darlehen gegen Handpfand . .. 459,909.500.— —?3,084.400.— Effekten. 7S7.S94.22 — 502.607.27 Oesterrejchlsche EtaatSkasienscheine. 47.773,281.000.- +4.151,000.000.— Oesterreschisch-ungarische Bank.LianidationH- , ' 0 Masse-, Uebcrtrag vom Jahre 1080 .... 7.684,063.481.18 ... . . . . Andere Aktiva (inkl. Devisenzentrale) .... 4.587.86S.084.23 - 197,5u.830.99 62.149,878.546.— 1 Passiva. Banknotenumlaus . . . ..49.685,189.857.-+1.860,128,448,- Giroguthaben und sonstige sofort fällige Verbindlichkeiten ... 9.718,366.958.85 + 1.990,184,969-82 Guthaben der Oesterreichisch-ungarischen Bank „Liquidationsmasse". 950,469.285.63 - 5,'6?» 693.09 Sonstige Passiva. 1,800,873.444.52 +■ 60,422.746.59 68.149,878.6415.-r-" In Ungarn Betrug der Banknotenumlauf 18 Milliarden, ist also um 425 Millionen gestiegen. _ Eineinhalb Milliarden Kronen ungarische Postsparbassennoten. Wie dis Ungülische Postsparkassrnamt mitteilt, waren seit 15. d. M. Postwarkassennoten im Wer:e von 1.423,837.000 (seit dcm letzten Ausweis unverändert) ,m Umlauf. Statzendorfer Kohlenwerk „Jieglenschächte-AbLiengesellschaft. Am 16. d. M. iand m den Räumen der Wiener Bank-Aktienaesell'chaft die konstikurereride Generalversammlung der Stadendorter Kohlenwcrk ..Zieglerschächie" Aktiengesell'chast mit einem volllingezahllen Aktienkapital von 30 Millionen Kronen statt. Dre neue Altrengeiellschaft ist unter Mitwirkung der Wiener Bank A-G. durch Umwandlung aus der bisherigen Firma Stahendorfer Kohlenwerk „Zregleischächie" Gesellschail m. b. H. entstanden. Das Unternehmen verfügt über em lückenlos geschlossenes Feld von 944 Freischürsen und 136 Grubenrnaffm und reicht von St. Pölten bis an die Donau nach Krems.' ES wird schwarzglänzende Braunkohle nnt einem Kaloriengehalt von z'rka 620U Kalorien gefördert. Die Kohle ist stark bitummys und enthält zirka 8*/, Teer. Die Haupsschächt.' sisaen in der Nähe der Station Statzendoif der Eisenbahn St. Pölten—Krems und dienen zur Exploitrerung des Statzendorter Kohlenbeckens, das in einer Tiefe non 40 m rin , vollständig anfgeschlosseves Kohlenflöz von 31 Millionen Kubikmeter faßt. Der gemmte Kohlenvorrat kann mit zirka 5i>0 Millionen Kubikmeter veranschlagt werden. Die derzeitige Tagesföiderung beträgt zirka 8V Waggons. Durch Errichtung von Arbeiterhäusrrn wild schon m her nächsten Zeit eme beträchtliche Steigerung der Tagesförderung erreicht werden können, wom die derzeitigen technischen Eairichiungen der Werke ausreichen. In die Verwaltung der Gesellubaft wurden gewählt die Herren: Professor Oberbau» at L-ovold Bauer: Heinrich C h a r m o w i c z. Industrieller; Komm r ialrat Siegfried Engl.' Hptfabrikant: Hofrat Albert Frankfurter, Generaldirektor des Lloyd Trjestino; Direktor Dr. Oskar Fuchs; Dr. Ernst Fürth, Generaldirektor der „Solo"-ZündwlN'eri- , und Wichseiabrikcn-A -G.; August H o ch ft 5 g e r. Industrieller; Ingenieur Ernst Krüger; Josef Krüger, Industrieller; Berqinfpektor Max Möller, Ingenieur; Fritz R i n g h o f f er, Industrieller Prag-Smickov; Wilhelm R o s e n f e l d, Industrieller; Gemeind erat Heinrich Roth: Sans Salzer. Industrieller; Max Stein, Industrieller: Dr. Heinrich S t e t n r tz. Rechtsanw ckt; Dr. Otto Ziegler. Landesrat; Dr. Rudolf Z l e g l e r. Sekretär, der Wiener Handels- und G'werbekammer i. P.; Viktor Ziegler, Direktor der Moosbrunner Glasiabpik A --G.; Dt'. Alfred Zipfer, Rechtsanwalt. In der auf dre Generalversammlung folaenden Verwaltungsiatssitzung wurde Herr Direktor Viktor Ziegler zum P> äsidenten, dre Herren Direktor Dr« Oskar Fuchs und Handelskamme>iekretär Dr. Rudolf Z r e g l e r zu Vizepräsidenten gewählt. In den Direktionsrat der Ge'ell'chaft wurden gewählt die Herren: Professor Ober, banrat Leüpold Bauer, Siegfried Engl, Generaldirektor Howat Albert Frankfurter, Generalmrektor Dr. Ernst Fürth, Ingenieur Ernst Krüger, Bergin'pektor Max Möller. Ingenieur Frrtz R i n g h o f f e r, Wilhelm Rosens e l d, Max Stein. Einfuhrerschwerungen in Ungarn. Aus Budapest wird uns gemeldet: In einer Regierungsverordnung. wird eine Liste jener Waren veröffentlicht, welche mit einer Einfuhrh ' wtllignng eingeiÜhrt werden dürfen. Es besteht für biesr Waren kem giund>ätzlichcs Eintuhrverbvt. sondern nur eine Beschränkung der Einfuhr zum Schutze gewisser Produttionszweige gegenüber der billigeren Auslandsprodukt-.on. Die Kommission, die über die Einfuhr wtfcfmiw, bat die Intereffm towohl der Erzeuger wie der V-rb>aucher in Betracht zu ziehen. Dre wichtiasten der , betreffenden Waren sind: Wagcnscknn'ere. Rapsöl und andere im Lande erzeugie Oele, Zwirn, Bänder, Posamenteriewaren, Kanischuk, Eisensäffer, Emailblechgeschirr, Diahlwareu, E fenh-hnräder. Schreibiedmi, Lokomotiven, Lokomobile, Dampfmaschinen und Rohre, Mrotechnische Bedarfsartikel u. a. KohlenPvei-e«mWs»?ngen m Mgnrn. Aus Budapest wird gemeldet: Dem „Az Est" zufolge haben die S a! a p- Tarjaner Bergwerke und die übrigen derselben Unternehmung gehörigen Kohlenb rgwerke die Koblenpreise für d,e Großindustrie von K 130 auf K 100 pro Meterze>ilner ermüßigt. Oesterxerchische Dynqmowevk - Ahtkenfles-llschaff. In der unter Vorsitz des Präsidevicn Oskar Körn e r obgkhal'enen Generalversammlung wurde beschlossen, eine ihVa'ge Dividende zu verjerlkN. Herr Wilhelm Kestr»inek wurde zum Vizepräsidenten gewählt- Iulr 1P2I -- Ein. Miihlenhonvention in Budapest. Unter de« 13 Bud icster Großmühlen, die rm hauptstädtischen Mühlenverllod >v: einigt sind, schweben schon seit längerem Verhandlungen M er o?n Abschluß einer Betnebsko.nvention für die Kampagne Wie jetzt bekannt wird, scheint es ziemlich wahrscheiultch, daß in kurzem eine endgültige Vereinbarung, zustandekommeu wird. Es bandelt sich in der Hauptsache um einen Modus, der einen Betrieb sämtlicher Mühlen auf gemeinsame Rechnung vor» sicht und den Zweck hat. durch Ersparnis von Kohle, Materialien -.W,.Mne größere Rentabilität der Betriebe zu sichern. Loch im Westen. Bei den Verhandlungen mit der französischen Repieruno in Paris Ende voriger und anfangs dieser Woche, sind deutscherseits auch die Mißstäude zur Sprache gebracht worden, die seit Einrichtung des alliierten Zollregimes im Rheinland infolge der durch das Loch im Westen erfolgenden Einfuhr großer Mengen unerwünschter Waren für Deutschland entstanden sind. Von französischer Seite ist offiziell erklärt worden, daß Frankreich aus dem gegenwärtigen .Zustande rm Rhernlande keinerlei Sondervorteile für seinen Handel erstreben wolle. Die Unterhändler haben sich f über ein Programm hinsichtlich der Einfuhrregelung geeinigt, daß es der deutchm Regierung hoffentlich ermöglicht wird, alsbald auf die Handhabung der Ein- und Ausfuhrbewillioungen im Rheinland Einfluß zu nehmen. Daber soll anch den hesonderen Bedürfniffen Deutschlands auf Sicherstellung der Devisenbeschaffung für die Revarationen Rech» nung getragen werden. Die Bemühungen der deutschen Regierung, den gesamten Koniplex der Sanktionen und insbesondere dre sür d,e deutsche Wirlschaft so übeiaus schädlichen Eingriffe in das deutsche Zoll- und Steuersystem sowie die Zwtschenzollinre endlich außer Kraft zu setzen, werden selbstverständlich dadurch nicht berührt. Dre «ngarffche Ernte. Das ungarische Ackerbauministerium veröffentlicht ziffernmäßige Schätzunar« der heurigen Ernte. Stellenweise bereits vorgenommcne Probedrusche t von Weizen haben nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ ein sehr gutes Ergebnis gehabt. Die Schätzung der Weizenernte eraibt gegenüber der letzten Schätzung eine Erhöhung um zirka 180.000 q. Der Gesamtertrag au Weizen wird auf 11'6 Millionen Zentner (gegen 10'4 im Vorjahr geschätzt. Auch den Roggen hv die Witterung der letzten Wochen begünstigt, so daß sich die neue Schätzung gegei'über der letzten um 120.000 q erhöht. Der Geiamterkrag an Roggen wird auf 4'9 Millionen Zentner gegen 5'2 im Vorjahre) geschätzt,der Ertrag an G e rst e aus 4'4 Millionen Zentner (gegen, 4 9 im Vorjahre), in Hafer auf 2,'8 q (gegen 3'2 rm Vorjahre). Der Stand von m a t s, K'er rtoffeln und Zuckerrübe wird rm Durchschnitt als gntmittel bezeichnet. Privatverkehr. Die gestrige Versorgung wmde bei flüssigem Geldstanoe leicht bewerkstelligt. Für Skoda wurden K 5. Salgo-Kohlen L 10 und Galizia bis L 60,Leihgeld bezahlt. Im Privatoerkebr war die Snmnmng freundlich, das Geschäft fast belanglos. Led-glich Juli-Süd wurden um K 3200 umgeützr. Bon den ixemden Zahlungsmitteln notierten Dollarnoten K 785, Marknotm K 10.60 und polnische Mark L 43. KreditverkKudlunge» zwischen, Deutschland und der Union. Ans Paris wird berichtet: „Chicago, Tribüne" erfährt aus New-Z)orker finanziellen Kreisen, daß Deutschland mit den Veceinigtm Staaten über einen Kredit von 75 bis 100 Millionen Dollar unterhandelt, der zur Zahlung dec Wiedergutmachung und zum Ankauf von Baumwolle, Getteiee und Kupfer verwendet werden soll. Der Kredit hat die Form einer kombinierten Anleihe von 59 Millionen und einigen kleinere,en Anleihenfür den Rest. Nach der gleichen Quelle wird die. nächste Wiedergutmachungsrate in Dollar gezahlt werden, trotz die Wiederoutmachungskommission einen Beschluß gegen die ausschließliche Dollarzahlung gefaßt hat. Die formelle Bekanntgabe der Kredite wird sehr bald erwartet. Stillegung von ZeWnlostzfabrike» in der Tschecho» Slowokei. Die ^Ostrauer Morgenzeitung" meldet, daß ^in den letzten Tagen in der Slowakei eine Reihe von Zrllulosesabrrken in Ermangelung von Auslandsaulträgen ihren Betrieb eingestellt hat. Auch m der Eisenindustrie seien weitere Einchränkungen und Arbeiterentlassungen erfolgt. Einlösung, der verlosten Prioritiito-Obligationen der Kaschau-Oderberger Erfenbahn. Zufolge Generalversammlungsbeschluffes vom 4. März 192t wurden sämtliche Prioritäts-Obligationen der Kaschau-Oderberger Eisenbahn zur Rückzahlung verlosti Demgemäß haben die Besitzer der verlosten Obligationen das Recht, deren Rückzahlung ab 1. d. M. in nngarischen Kronen zu dem bekannten Umrechnungsschlüssel zu verlangen, wobei sie sich gemäß 8 280 a des P. E. St. G/emiprechend zu legitimieren haben werden. Soierne die Priorliäteubesitzer von den ihnen noch bis 31. August l. I. offenstebendm Rechte zur Konvertierung ihrer Obligationen ans tschecho-flowakische Währung Gebrauch zu machen beabsichtigen, sind die Obligationm rechtzeitig bei den bereits bekaunlgegehenen Konvertjerungsstellen cinjureichen. Der neue Einfuhrzolltarif im Königreich S. H. S. Wie das Handelsmuieum in Wien erfährt, tritt der neue südslawische E j n f u h r z o l l t a r i f mit 17. Juli 1921 m Kraft. Hylzhqnser für Nordfrankreich. Aus Berlin wird gemeldet - Die Verhandlunaen zwischen der deutschen und der französischen Regierung über die Lieferung von Holzhäusern für Nordfrankreich haben zur Bestellung von 66 Probehausern mit 87 Wohnungen geführt. Dre Häuser sollen mit größter Beschleunigung vergeben und in den zerstörten Gebleten aufgestellt werden. Gin französisches Dankrprojekt in Rumänien. Eine Gruppe Parssxr Finanzleute, welcher der Cr4dit Fonciar d’AlgSrie et de Tpniaie an gehört, beabsichtigt nach der Agenca Ec. et Fm, die Errichtung einer neuen Bank in Bukarest mit 50 Millionen Francs Kapital zwecks Föiderung der Handelsbezlehungen zwischen Frankreich und Rumänien. De» Auhenhanvel Aegyptens. Der ägyptische Bericht über den Außenhandel Aegyptens an dgÄ britische Außenhandelsamt weist darauf hin, daß das,Jahr 1980 in Aegypten im Zeichen einer W e i z e n k r ise, einer K oh? l e n k r i s e uno erner Vaumwollkrise stand. Der Vaumwollvreis fiel gegenüber seinem Höchststände um S0Vy. Der wirtschaftliche Umschwung verwandelte die ueberschüsse der Finanz- Verwaltung in ein Defizit. Die Einfuhr hatte 1920 ernen Wert von 101'88 (gegen 47.41 in 1919) Millionen ägyptische Pfund. Der Anteil Gioßbrrtanniens qn der Einsuhr ging von 68 auf 48°/o herab. Die Einfuhr aus Deutschland, Amerika, Italien, Frankreich und Belgien stieg erheblich Die Ausfuhr stieg auf 85'46 (75*85) Millionen ägyptische Pfund. Etwa die Hälfte der Ausfuhr ging nach Großbritannien, ungefähr rin Drittel nach den Bereinigten Staaten. Mitteilungen des Credjtorev'sZereines von 187Q. Ä> a 8 gerrchtltche Ausgleichsverfahren uiurde eingeleitet: Beutel Julius, Kaufmann. Aussig Rommerzu. Filiale Wien. L, "i " 24-26 - Teiesi^ß 12358,18296,17408,12367 ° Vollem?{0?ahltes Aktienkapital p 30,000.000tschechische Kronen IJcbernimnit die Durchfülirun? säiBtlicher dunst» gesohäftlielien Transaktionea. Vertrust Emla^e«. auf Girokonto mit 81/* Prozent p. a. Eiulacen gegen q Kündigung höher, 'd 360