Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 881 (10.7.1921)
- Date
- 1921-07-10
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Ti*' Vsmmrtz snenet «»»gtkzEng «».IM 1921 .. .\mnr*m. M.SS1 An alle Juden! Vom ungeheuren Geschehen, daß über Europa hinbraust, übertäubt, den meisten unbemerkt, doch von Millionen sehnend erharrt, vollzieht sich dort, wo höchstem Ethos Geburtsland war, Wunderbares: Das Wort der Verheißung wird erfüllt. — Israel» seit 1800 Jahren seinem Boden entfremdet, steigt wieder auf in seiner Heimat. Des königlichen Führers Traum, Theodor H e r z l s Wollen, wird Tat. Vor 25 Jahren gab er der stumm gewordenen Gemeinschaft Willen und Sprache, wies ihr Weg und Ziel. Den Willen: Volk zu werden. Die Sprache: ihre Not in die Welt zu schreien. Den Weg: nach Zion. Theodor Herzl siegte. 17 Jahre nach seinem Tod bestimmten in S an N emo die Großmächte Palästina zur völkischen Heimstätte für Juda. Kein Ding ist dies, das „nur" Juden kümmern mag! Hart trifft die Judenfrage auch die Völker, in deren Mitte Juden in größerer Menge weilen. Judenhaß ist oft nur der Iudennot eine Seite. Die jüdische Heimstätte, in der wir endlich eigenem Gesetz und dem Geist ihrer Kultur leben können, endet nicht nur die Not des Heimkehrenden: Sie hilft auch jenen Söhnen Israels, die dort -leiben wollen, wo sie ihre Heimat fanden. Sie hilft Europa ..... Noch aber kann Erez Israel nicht die Zahllosen empfangen, die heimkehren wollen. Wüst und verkarstet ist das Heilige Land. Tausendjährige Mißwirtschaft fremder Eroberer verschloß den Schoß Kanaans. Wald und Wasser verschwand, als nicht Israels Liebe seinen Boden betreute. Soll nun das Land den Hunderttausenden Brot geben, die aus den Ländern des Pogroms keinen Weg wisse«, als nach Zion; die an Gräbern erschlagener Brüder und verhungerter Kinder nichts anderes hoffen, als einst auf Judas Scholle in Ruhe zu leben — soll Erez Israel ihnen, denen Me Grenzen geschloffen sind, offen werden, so mutz es erst gesund und fruchtbar sein, wie einst. Ein Viertel des Landes müssen Wälder decken. (Wald hält sonst schnell versickerndes Waffer im Boden und zieht Feuchtigkeit aus versuMpstem Erdreich; sein Schatten macht heißes Land kühl; der Bäume Holz ist größter Reichtum eines Landes. Pflanzung von Wäldern gibt.Tausenden Arbeit.) 1 W er mithilst, Erez Israel aufzuforsten, hilft das jüdische Heim zu baue«, hilft Inden aus Pogromhöllen zu befreien. / VVvooooSVV Der Iü difche Nationalfonds ward bestimmt, „den Boden Palästinas als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben.* Unveräußerlich — denn nicht Eigenbesttzern wird er überlaffen, sondern nur Erbpächtern, die Diener des Volkes bleiben. Nicht kahle Scholle aber wirder Nationalfonds den Heimkehrendeu geben: Oedland soll schattig, Karst fruchtbar werden. Bedeutende Summen fordert solche Aufforstung. Einen Teil dieser Kosten soll das Judentum Oesterreichs trage». Am See Genezareth, auf den Steilhäuge» seines Ufers soll ein Wald von 300.ovo Bäumen erstehen: ein „Wald Oesterreich“ — „Jaar Austria“. Wer diesen „Wald Oesterreich* - lebendes Denkmal Oesterreichs «nd Denkmal Theodor Herzls, der hier lebte Md wirkte — in Palästina erstehen lasten will, spende wenigstens lOO Kronen zur Pflanzung je eines Baumes. Die Anlage des Waldes kostet 30 Millionen Kronen.. »»soso ® ® o o Helfet den ewig Verfolgte«, von Land z» Land Gehetzte«, eine Heimstätte z« gebe«. Gebe jeder «ach seinen Kräfte«. Spendet für de« „3 a a r Austria*! Spendet fllr de« Allbische« Rationalfond»! fm Jüdischer Nationalfonds (Hanptstelle für Oesterreich) II., Zlrkutgasse 33 Nn alle Nationalson-skmmniMrr und Vertrauensleute! n alle Sammler für den Jaar Nustria! Gefinnungsgeuoffeu! Die bisherigen Ergebnisse der Sammlung für den Jaar Austria sind — trotz schöner Anfangserfolge — derart umbefriedigend, daß ernste Gefahr besteht, baß wir unser Ziel, eine mächtige Demonstration deS österreichischen Judentums für den Gedanken Theodor HerzlS, nicht erreichen werde«. , Don den '300.000 Juden Oesterreichs haben bisher -schätzungsweise erst '5000 ihre Pflicht. Bäume für den Jaar AUstria zu spenden, erfüllt. Don den 10 Millionen Kronen, die das HauptbureaU des Jüdischen Nationalfonds im Haag von Oesterreich verlangte, damit der „Wald Oesterreich" gepflanzt werden könne, sind bis jetzt erst, etwa 1,600.000 Kronen eingegangen! , Unser Appell an das österreichische Judentum, durch Schaffung eines „Waldes Oesterreich" in Palästina die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Grundlagen einer landsmannschaftlichm Nationalfondskolonie „Qsterreich"- Moschawah Austria — zu sichern, ist ungehört verhallt, und viele, allzu viele Gesinnungsgenossen haben nicht einmal die Keine Spende von je 100 Kronen für Bäume auf ihre Namen und die ihrer Kinder entrichtet, die wir verlangen. Die Zeit drängt. In etwa drei Wochen muß die Sammlung fBfe den Jaar Austria abgeschlossen werden: Sehr wenig Zeit, wenn in dem Tempo weitergesammelt werden soll wie bisher — aber mehr Zeit als genug, wenn sich alle unsere bewährten Freunde und Mitarbeiter diese Tage über restlos in. dm Dienst, unseres Bvlksschatzes stellen.! ' . Wir bitten euch, unsere bewährten, Mitarbeiter, um folgendes: Geht mit dieser Z'eitungSnumMer tot tkt Gand zu allen euren Freunden und Bekannten und bittet sie, ihre Spende als ein Zeichen ihrer Zugehörigkeit zum jüdischen Volk, ihrer Liebe zum Heiligen Land, ihrer Dankbarkeit für Theodor Herzl zu geben. '! Sammelt jeder für Gürten oder womöglich Haine «nf eure eigenen Namen. Die Liste der Haine und Gärten im Jaar Austtia soll die Namen der Mitarbeiter am Gelingen dieser Aktion verewigen. Jedem muß eS gelingen, wenigstens hundert Bäume von seinen Bekannten und Verwandten zu erhalten. ES sei der Ehrgeiz jebeS Kommissärs, im Jaar Austria einen Garte« zu wissen, den er gesammelt hat . . . Als wichtigstes aber verlangen wir Von euch vor allem von unseren Freunden in Wien —- daß ihr am Todestage Herzls und am HMl^rahMMg UM GO.iM. nm diesen Talg zu einer mächtigen Kundgebung für den zionistischen Gedanken, für den Schöpfer beS „Judenstaates" zu gestalten. Organisiert euch und eure Freunde, eure Vereine und BezirkSsektionen zu einem gemeinsamen Zug zum Grabe unseres toten Mister-. Keiner, der in diesem Jahre, dem erste« nach San Remo, hinauszieht zum Döblinger Friedhof, wird mit leeren Hände» vor dem Führer erscheinen wollen. Unsere Freunde werden an de« Sammelpunkten Baumkarlen für den Jaar Nustria verteilen und jedem Käufer ein blauweißeS Fähnchen einhändigen — ein Zeichen, baß er seiner PietätSpslicht nachgekommen sei. Diese Fähnchen werden beim Vorbeimarsch am Grabe HerzlS als stumme Huldigung niedergelegt werbe«. Juden!! Werbet für den Herzl^ang am 31'. Juli! Zehntausend? müssen in diesem Jahre hinausziehen, Zehntausend« müssen ihr Bekenntnis zu unserer heiligen! Sach« vor dem Schöpfer beS Zionismus ablegen — heuer, da der Zionismus aus dem Stadium der Vorbereitung in das der Erfüllung tritt! Der Jüdische Nationalfonds wartet auf eure Hilfe! Zentrale des Jüdischen National- 'MhS Lt» OeüerreW.