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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-04 · Heft 875 (4.7.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 875 (4.7.1921)
Date
1921-07-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Regierung nicht ohne Rückwirkung bleiben kann. Das „Journal de Debats" erkennt an, daß die Lage feit der Verhängung der Sanktionen eine so gründliche Veränderung erfahren habe, daß es an der Zeit fei, die Frage ihrer Aufhebung zu prüfen. Voraussichtlich wird die Regierung bei der nächsten Zusammenkunft des . Obersten Rates Gelegenheit dazu haben. Es habe delr Anschein, als ob England, Italien und Belgien zur Aufhebung der Sanktionen geneigt, seien. Frankreich habe in diesem Falle keinerlei Interesse, sich unnachgiebig zu zeigen. Paris» 4. Juli. (Tel..Komp.) Der »Temps* meldet: Briand erinnerte in feiner letzten Unterredung mit dem deutschen Botschafter daran, daß die Sanktionen nur zur Erzielung folgender Ergebnis verhängt worden seien: 1. Ordnung der Wiederherstellungsftage. Die französische Regierung erklärt gerne, daß das Kabinett Wirch Beweise seines guten Willens gegeben habe und sie denke nicht daran, die Sanktionen bis zur Erfüllung der gesamten Verpflichtungen Deutschlands aufrecht zu erhalten. 2. Entwaffnung. Diese ist noch nicht völlig beendet. Ihre umgehende Erledigung hängt aber von Deutschland ab. 8. Verurteilung der schuldigten. Diese sei erst im Gange. »Temps* bedauert, da?, .^ .r'deutsche Außenminister in seiner vorgestrigen Rclch^-'. gsrede diesen Erklärungen keine ■’frrünq getragen 1; zbe. Er gedenkt morgen an beide Parteien heranzutreöev,«« Verhandlungen in die Wege zu leiten. MobMsierrmgsgerüchte aus der Ukraine. Men» 3. Juli. Der Ukrainisch« Pressedienst meldet: Die Sowjetregierung in Charkow hat eine allgemeine Mobilisierung in den links deS .Dnjepr gelegenen Gebieten der Ukraine angeordnet. Von der Mobilisierung ausgenommen find die Arbeiter des DonezbeckenS. Es verlautet, daß in den nächste» Tagen die ganze Ukraine mobilisiert wchtzd. Der französische EhaAvkikissms. Berlin, 3. Juli. Wie die „Deutsche Allgemeine Zeitungaus Paris meldet, beschloß die französische interparlamentarische Gruppe des Völkerbundes, -eine» französischen Abgeordneten nach Stockholm zu enisenLe», um ein Zusammentreffe» mit de« deutsche» Vertreter» z,» v^rme^d«M. Polttische RundschM. Die Botschafterkonferenz Mr W österreichische KreditakLion Paris, 3. Juli. Die Beratunge« der Botschafterkonferenz über die Kreditaütfott des B ö l k er bund es f ü r Oest e^r r e i chuud über die Rückst e Lluug d es Generalpfandrechtes fanden «gestern statt. Die Botschafterkonferenz hat dem Bölkerbnndprojekte ihre Zustimmung gegeben. Ztalienisch erseits murdefür die Okknvationskredite eine gesonderte Behandlung beantragt» die definitive Stellungnahme der italienische« Regierung jedoch mit Rücksicht ans die Regierungskrise noch Vorbehalten. Pie Botschasterkonferenhat sich an die Bereinigten Staaten «m den Beitritt gewendet. In de« Kreisen der Delegierten wird day Ergebnis der Beratungen der Botschafterkonfereuz günstig beurteilt und angenommen, daß die Inangriffnahme der Kreditaktio« in einigen Wochen erfolgen könue. Dar »eue italienische Kabinett. Rom, 4. Juli. (Funkspmch.) Die Agenzia Stesain veröffentlicht folgende wahrscheinliche, aber nicht offizielle Zusammensetzung des neuen Ministeriums: B o n o m i — Präsidium und Inneres, T o r e t t a — Aeuheres, Gasparotto — Kolonien, Fara -~ Justiz, Rodine — Krieg» Senator Schantzer — Manne, deRava — Schatz» Soleri —- Finanzen, Senator Croce — Unterricht, B ertini — Oeffentliche Arbeiten, Beneduee Arbeitsminisierium, Rain er i Befteite Gebiete, G i ns f r i d a — Post und Telegraphen, M a u r i Äandwirtschash DeIotti — Industrie. Ao«, 4. Julü .LTel^KomP.) Dönvmi hat sich Bikmrrg fe«, äw Regierung-auf möglichst breitet Grundlage mtschlofse» »«d führt deshalb ununterdrochen Berhandlmigm mit de» Whrern Mrr Parteien. Er will fein Kabinett a»f die Mittel» »rid LinksvarLerür siützeg und ei» Programm feststellea, das besonders baranf gerichtet ist. daß die Sozialisten m den Klassenkämpf« der Reglermg Usparteilichkett zusicher», daß Gesetze strenge gewahrt med dir öffentliche Arbeit geföcherj werden, «m der ArbeitS» Wgkeit zn.stenern. Nach drr Ansicht, der parlamentarischen Kreise wird Bonomi die Bildung omer starten nud tächüge« Regieamg Gelinge«.' Die siebeubürgische Krö««ngsfeier. Budapest, 4. Juli. (Tcl^Komp.) »HetsöS Hirlap* meldet a»S Bnkareüs Die rumänische Regierung hat die siebenbürgische KrösungSfeier deS rumänischen Könrgs in Stuhlwelßenbmg iür iüi Gauge. "In da Krönung werden der König von Itällm, der 5!2uig von Spanien und der französische Ministerpräsident Briand ssttie die Bertret« der klemm Eutmtr Ulluchm«». Amrrika mlö disa3entralMSchte. Reio-Fork, & Suti (Havai.) Piösident H a r» ding hat dm Beschlußantrag über die Herstellung des Friedenszustandes mit Deirtschland vnd Oesterreich unterzeichnet. Patts, S. Just. »New Dock Herald^ gibt der Zufriedenheit mit der Resolution Porter-Knox Ausdruck, die gestern mittels Sonderboten nach Raritan gebracht würde,, wo sich Präsident H a r d i u g als Gast des Senators Frelmghuyse» befindet und die hier die Sanktion de- Präsidentm erhielt. Was die Herstellung des Friedms mit dm Zentralmächten durch die Resolution bedeute, werde man erst klar erkennm, wmn Harding zu Beginn der Woche nach Washington zurückkehre. Wenn der Beitrag von Versailles vom Kongreß nicht ratifiziert werde, müßten wahrscheinlich die amerikanischen Truppe» am Rhein zurückgezogm werde», und es sei vorausznsehm, daß der Präsident dm Befehl hiezu durch dm Knegssekretär werde erteilen lassen, Ms er erkennm sollte, daß keine Wahrscheinlichkeit für die Ratifizierung des Vertrages bestehe. Die Wiederherstellung des Friedens mit dm ZmtralmSchten gestalte eS nicht mehr, amerikanische Truppm auf deutschem Gebiete zu haltm und ihre sofortige Zunickziehung werde in assiziellen $bc$m für wahrscheinlich gehalten.' FrMlkfurt, 4.JUK. <Tck-S«M^ Me^FMOteWüimg^ meldet aus New-Aock: Mau erwartet, daß.PräsidWt Hsedmg heute deu Frieden mit Deutschland ProllanraLeu werde. Die Kemalisten vor Ko«staittrn«pel. Paris, 3. Juli. (Tel.-Comp.) Wie der «Miltin* aus Konstantinopel meldet, herrscht dort infolge der Annäherung der Armee Kemal Paschas eine fieberhafte Tätigkeit. Das Oberkommando hat Konstantinopel in den Bevt.eidigungszustand gesetzt. Eine-Flotte von russischen und kemalistischm SchiHm bchhtzßt die M^Me Mch von Stambnl. Zwischenfälle beim Ba»klleamte«Meik i» der Tschecho-Slowakei. Prag. 3. Juli. Die Blätter «elden: Auch aus Ulchrerru'.ProumzstLSe» liege» Berichte Her Terrorakte gegenüber, den arbeitswilligen.Bankbeamten vor. So kam, esiu Mährisch-Ostrau zu A ns schr e itu n g e ud e r B e amten,. denen es mit Hilfe von Arbeitenr gelang, trotz des Widerstandes der Polizei m die'Banks» einzudringeu und die arbeitswillige» Beamte» ans die Straße z« schleppe« und zu verprügeln. Am Nachmittag wurde militärische Bereitschaft angeordnet. Wie die „Vohemra" erfährt, beabfichtigt.der Minister Nichtzionistc« für Palästiua. Zu der Zeitschrift des ZeutrialvereinS deukMr Staatsbürger jüdische» Glaube»» äußert sich Doktor Paul Nathan, der Präsident beS HilfsvereinS. dp? > deutschen Juden' LLer^ Zttrunft de^^üdis^ stma ßolgendermaßeu: Die Juden in PaläMra werden Gleichberechtigte unter Gleichberechtigten sew. Sie werde» sich wirtschaftlich und geistig frei bewegen können in Grenzen, tote das üblich iH üw englischen! Kolonialreich. Sie werden jn Palästina nicht ein eigenes Staatswese«, aber vielbeicht und, ich sage hoffeutlich, eine ttgenartige jüdische Kultur gesichert ur^ gleichberechtigt «ehe« andere« Kulturen eutwickekn könne». Dr. Rathmr fordert aller deutschen Jude« auf, m diestm Werke mitzuarbeite»-. Der Jndepedent Order of Bnei Brith rn EnLlanb, welcher sich kürzlich für die Palästina-Arbeit aussprach, stellt eine allem in England bestehende und den internationale» Logen nicht angehorendeu Verband dar und ist eine Mt Mittelstandsloge (Friendly Soeöeties), der in England etwa dreißig Logm mit zirka siebenlausend Mtgliedern angehören. Die Tätigkeit diest^ Verbandes war bisher ausschließlich sozial-charitaÄr» nunmehr hat er die Unterstützung der PLl^>- stina-Airbeit in weitem Maße beschlossen. Zum Unterschied von diesem Verband' besteht «M üt London eine Loge des % O. B. B. Ueber die jüngste Rede Herbert Samuels DlßerW sich ,^ewish Guardian", das Organ der englischen Rich'tziontste«^ folgendermaßen: „Der Oberkdmmifsär wird zweifellos in seiner schwierigen Lage die Sympathien von Jude« und Mchtjuden haben. Er wird die erste Möglichkeit ergreifen, um die Einwanderung wieder zu erweitern, vor allem iw Intern esse der jüdische« Flüchtlinge aus den zerstörten bieten Europas, welche ein sicheres Heim notwendig! habe« .. . Nach unsere« Informationen hdt die Rede Sir Herberts zunächst keinen günstigen Eindruck genvacht. Man könnte sie betrachten als' eine Zurückweisung der wildesten Aeußerungen einiger nichtoffizieller Zionisten. Wir glauben jedoch^ mit hen besonnenen Zionisten einer Meinung zu sei«, m der! Hoffnung, daß der Strom der Einwanderung r n a bisehbarer Zeit wieder einsetzen kann und' daß ev alle erwünschte« Elemente wieder borchttr tragen wird. Modere« .Empfang, das! LanbVWNligeud' Raum hat.^ . __ Die Mdischen Sozialiste« Amerikas «Sd der Zionismus. Dn New-Dorker ,vorwärts", de« größte« Blatte de« Mische« Sozialisten, ist ein interessanter, in der Presst -relbemerkter Federkrieg zwischen dem Redakbenr des Blatwss Ab. Kcchan mW dem bekannte» Bundistenführvr Wlabimrv Mebem, der jetzt «r Amerika weilt, ansgebroche». Der Sireiigegenständ ist — der Zionismus! Kahan, dessen Zeitung bis-

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