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Wiener Morgenzeitung · 1921-07-01 · Heft 872 (1.7.1921) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 872 (1.7.1921)
Date
1921-07-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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w&n. 97 z i -- "-'rettSr rw9*i}«hj8'flstrtä ’ Juli 192 Wt Hilfsaktion für Oesterreich. Matts, 30. Juni. Wie die „LidertS" erfährt, ist ixtx frei Bericht d<s Fiu-anzkomitees des Böl^r- $ der Bo-tschafterkvnserenz überreicht wordm. Der UeriM soll sich über die Aussichten des Gelingens der, optimistisch' aussprechen. Vonfron, 30. Juni. (Reuter.) Die Finanzgrupps Her Internationalen Handelskamnrer erörterte das Ter Meulen-Bonsystem. Der Oesterreicher Wilhelm Oppenheim sprach von den Hoffnungen, die OiestLriveich in die Einbeziehung in das Ter Meulensche System! setze, sowie von der irnmerwähvenden Dankbarkeit Oestersreichs für die Lebensrettung Tausender seiner Kinder Ijund bemerkte schließlich, daß Oesterreich' nichK |tjnnict ein Bet tlerstaat bleiben wolle und daß nach seiner Ansicht für Oesterreich, die Tschecho- Slvwakei und die benachbarten Länder die Möglichkeit eines guten zukünftigen Gedeihens gegeben sei. Die Delegierten sprachen sich ihrerseits im allgemeinen zugunsten des Der Meulen-Planes aus, obgleich gewisse Einzelheiten einer Kritik unterzogen wurden. Schließlich wurde eine Resolution angenommen, die sich für freit Plan ausspricht und vorschlägt, ein permanentes Komitee voir Geschäfts- und Bankleuten aller in Betracht kommenden Länder zu bilden, um bei der Auswahl der Kredite und der in den Plan einzubezieheuden Länder seine Meinung zu äußern. ÄemorandUM der Poale Zion an die Wiener sozialistische Internationale. Das Verbandsbureau der Poale Zion überreichte natnens der Achduth haawedah in Palästina ein ausführliches Memorandum an die „Wiener Internationale Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Parteien" über die blutigen Ereignisse in Jaffa und in den jüdischen Kolonien. _ Die Note der Ententemächte «« Ungarn wegen Westungarn. Wie die „Parlammtskorrespondenz* mitteilt, ist sie in einem Ungewöhnlich energischen Ton gehalten. Der ungarischenMegie^mg wird es zur Pficht gemacht, fiir eine klaglose Uebergabe des Burgenlondrs .an Oesterreich Sorge zu tragen. allen Bestrebungen, die sich etwa in Westungarn geltend machen sollten, um die Durchführung des Miedensveltrages von Trianon zu durchkreuzen, entschieden entgchm. zu treten, und zugleich wurde die ungarffche Regierung auf dirWweren Komplikaüonen aufmerksam gemacht, dir sich daraus ergeben könnten, wenn bei der Uebergabe des 'Oesterreich zugefprochenen Gebietes von Westungarn etwa Elemente schädlichen Einfluß nehmen könntm, die das Bestreben Häven, die Erfüllyyg deSFriedensvertrageszu vrchüchernoder m störe». DMgramme. Der deutsche Außenminister gegen die Sanktionen. Berlin, 30. Juni. In der heutigen Sitzung deS ReichsitageS Hrgriff nach der Begründung der Jntwp Elation der Deutschen Bolkspartei über die Sanktionen, ReMmmister des Aeußeru Dr. Rosen, das Wort und führte ar^: Rach der Annahme des Uttimatmus und nachdem in einer für atze Welt unzweifelhaften Weise Deutschland ehrlich bemüht rst, de» Bedingungen des Ultimatums za entsprechen, haben die StnMmen je d e n Grund verlor e n. (Sehr richtig y In Deutschland wird, falls Frankreich nicht in allernächster Zeit seine Absicht, der Aufhebung der Sanktionen zuznstimmen, erklärt, der Ziveifel an Boden gewinnen, daß es Frankreich Ernst damit sei, diese für das Fortbestehen der deutschen Regierung und damit für die Möglichkeit der deutschen Verpflichtungen erforderliche Voraussetzung z« berücksichtigen. Ich kann die Versicherung geben, daßnichts unterlassen werden wird, um die Aufhebung der G e w a l t m a ß n a h m e n zu erreichen. Ich glaube auch sagen zu dürfen, daß' unser Standpunkt bei einem Teile der Alliierten Verständnis sindet. Ich halte es sür notwendig, festzustellen, daß Deutschland alle Bedingungen, die im Ultimatum gestellt sind, mögen sie sich auf die Entwaffnung oder ans die R e p a r a t i o n S l e istung en beziehen, genau er füllt hat. Insbesondere sind die eben abgelaufcnen Fristen für die A i» f l 8 s u n g derSelbsis ch n tz o r g a n i s a ti o n e n trotz der größten Schwierigkeiten cingehalten worden. Es kann uns in dieser Beziehung nicht der geringste Vorwnrf gemacht werden. Unsere Bereitwilligkeit, nach Methoden zu suchen, die im beiderseitigen Interesse die rasche Erfüllung der w i r t s ch a f t l r ch e n B e rp f l i ch t u n g e n ermöglichen konnten, konnte nicht bester bekundet werden als durch die Berhandlnngen Dr. N a ich e n. aus in Wiesbaden. Ich möchte hinzufügen, daß wir «ns a«Ä in Zukunft die genaue Erfüllung der Bedingungen werden angelegen sein lasten. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß sich die Ansicht durchringen wird, daß die Aüfhehung der Sanktionen nicht nur eine Forderung der Gerechtigkeit, sondem des.gesunden Menschenverstandes ist im Interesse derjenigen,' denen düse Le'siunacn mgutekonnncn. , Palästina. 1 Jemfalem, 28. Juni. (Jüfr. Körr.-Bür.) Der High Commissioner Sir Herbert Samuel übermittelte dem Waad LeUmi eine offizielle Mitteilung, baß das englische Ko l«o.niv lmimrster inm so ine m Bors.ch,lag auf Einberufung eines aus der BevölkerW«g Palästinas M wählenden Parlament zwgestimmt habe. Die Mitteilung besagt weiter, daß demnächst die V e r f a s s u n g. für' Palästina proklamiert werden soll, die den Text der Balßour-Deklaration enthalten wird. Die jüdische Einwanderung wird in Nestereinstimmung mit der Erklärung des Oberkommissärs,, vom 3. Juni erlaubt und geregelt werde». Die unerwartete amtliche Mtteilung Wr Herbert MmUels ries Unter der palästinensischen JudvrcheA insbesondere im Waad Leumi die größte Ueberraschärng hervor. Der Waad Leumi trat zu einer außerordentlichen Vollsitzung zusammen, um die durch die eingetwssenvn Mitteilungen des Osterkommissärs geschaffene Lage zu erörtern. Zwei Mtglieber des Waad Leumi, Und zlvar die Herren David Aellin und Ben Zwi begeben sich nach Prag, um an Der Sitzung des großen zionistischen Aktionskomitees teilzunehmen und dort einen ausführlichen Bericht über die gegenwärtige politische Lage im Lande zu erstatten. . * Aus der kurzen-Meldung geht nicht klar hervor, welchen Charakter diese als „Parlament." bezeichnet« Körperschaft haben und nach welchen Grundsätzen sie zusammengesetzt fein soll. Me jüngste Rede Churchills im Unterhaus ließ bereits evöyrn«§..Faß^dtze.-. ieWKsttze' ttltttcf tt-nh QfvAfuv*»/ -.1^ KL kräftig Ahr, MMra^ ^WWwiesenÜMe MHWi^der) Me Mandate.werden jnäW Me- <EiwierraWt dieser Züsaa lßei'MrtretumgsW iundM-arrZM ljevkgWt dieser für dra Juden in Mlästina ^MMie,.'unUrG dMiAD ÄÄWltzrg der WnstDder WKöWWZtzÄzr- .den'- pkÄääl-H Mbietqn «ni«e. Einsetzung vv^NsrtVeM-rWLcher«, .MäE dazu.fäGM,^iderMG, ' "" i« diesem Fäste hindern Es ,tzibL.wiÄ«^>- zahlreich uüdDwnig <sie si8b^k«W MdM», Ueberleguug>rmd^einM^NlH finden können. ' > Wenn nun Church.ill ,die Mtim'MMrM bevuftlüg des Parlanreuts gegeben hat,'so nmW nehrpen, baß er bei dessen ZusannnHMtzHg schaifstn ws^>, daß der jüdischen ÄMeitHm Schwiovigketten erwachsen, und daß,b-ieA nicht dazu benützen ktznuen, um Balfour-DMW> illusorisch zu machen. Es wird''SaM' sation fein, dieseWrrantien. zu fordörm. Ännahme ist umso berechtigter,!WmÄrħeM>äH daß die Balfvur-Deklaratwn einen der künfÄgen Verfafsung bilden ^tMd^ Frankreichs A«tzenP»lttik. Paris, 29. Juni. (Havas) Der Auß enawssch'uß der Kammer hat einen Beschlußantrag angenommen, wonach er auf die Regierung rechne, daß sie die militärischen und wirtschaftlichen Sanktionen bis zur vollständigen Ausführung der deutschen Verbindlichkeiten aufrecht erhält. Der Ausschuß beharre weiters auf einer raschen Regelung der obersch lefischen Frage gemäß den Bestimmungen des Friedensvertrages, der die Teilung des Gebietes unter Berücksichtigung der Wünsche der Bevölkerung und der geographischen und wirtschaftlichen Lage vorsehtz..M« ^f«anrVstWe^.PaMr im Orient sei^auf die Wiederherstellung des Friedens gerichtet. Der Ausschuß halte dafür, daß Griechenland, nachdem es die Vermittlung abgelehnt hat, keine direkte oder LMrekte finanzielle oder militärische Hilfe gewählt werden dürfe. Angesichts der Einsetzung Faisuls und Abdulas in Mesopotamien und Transjordanien erinnert der Ausschuß an die sein d selige Haltung der beiden Emire gegenüber Frankreich und erklärt, daß ihre tatsächliche Efnsetzung Schwierigkeiten Hervorrufen werde. ' : " ’i ': ' Di« Reparattonsverhandlnngrn. Berlin, 30. Juni. .Est Europe" meldet aus Paris: »Exaelsior* zufolge'haben die Besprechungen -wischen den dmtschen und dm franzäsischm Sachverständigen z« e nem v o t l e n E i« v e r n ech m>n in der Frage der Restitution geführt. Man einigte sich auf eine P a u s ch a)1 sH^mm e, die Deutschland für die nicht wiedergrfuudmm Kuützvtrrk entricht«» soll. Hierauf erörterten B ergm annund G u gg enh ei,« er ihren Standpunkt bezüglich der Natura l l e i st u n^gie;». Dem Schluffe der Beratungen wohme auch Mnister Louchrar bn. 10 Milliarden Dollar ««ertkanifche Kriegsschnlden der Alliierte«. Washmgto», 27. Juni. (Privat.) Der.Staatssekcetär der Finanzen Mellon fordert vom Kongreß die Ermächtigung, mit den Alliiertm, weiche von den Vereinigten Staaten «ährend des Krieges Kredite in der Höhe von 10 M,lliard.m erhistte»,. m Verhandlung^ wegen Tilgung dieser Schuld enqutteteu. Die Form der Tilgung soll Im gegenseitigen Unverständnis bestimmt werden. Dieser Forderung des Staatssekretärs steht ein Antrag einer starke« Gruppe gegenüber, welche von Berhcmdlungm abschm rmd de» Schuldnern vorschreibm will, dich sie in ein« bestimmtm Mt und in^emer bestimmte« Foxm zu. zahl« haben. Sie fordert, daß die Schuldner sofort O b l i g a 1 i o « e a mit' ISjührig« Tilgungsfrist auSstellen müffm. Die Finanzdmmfsion drS SmateS hat diese« radikalen Antrag verworfen «nd dem Kongreß durch den Vorsitzenden der KontmiWon de« Vorschlag unterbreitet, dem'Staatssekretär der Finanzen,'- vorbehaltlich d« Zustimmung, des Präsidenten Harding, Vollmacht-z« erteile»,, div Form der Schuldentilgung, eventuelle Nachlässe und Tmninerfikecknnge» nach fteiem Ermeffen zu bestimmen. Der KommifsionSantrag, welcher vom Geiste größten EntWenZommenS getrogen w«d, dürste angenommen werde«. Mris, 30. . -V mm Dtzs tSchchlM SS'. Mmk. im.. Unterhmrs mrt, frba -üOEWMhätten die Mm ib geÄluntt.' Me-- in befürM^ stH^M MWW ftnntttfctt werde. Es seien alle wochp»,. um -A«s'sWeiLMrjgie« W vexKWör».H^^:s sMrfro«, 29. Juni. Wie ausy wird', starrd dort lunter dem BorsU twsMöwM fiantm em Kviegsvat statt. Es verlaGet^-frnHnHM^g Beschlüsse gefaßt worden seien. Dste ErDstMer'HMD den Griechen die Inseln L e mN-^sy uM - übergebt». .• ,-rv ißoniwm, 30. Juni. Bei den?Mmpf>en' Mi freri'FjWk vo« Jsmid. upfr Brussa wurde eine' DHiifion %wti Griechen völlig anseinandergesprengt. TüiekMe levie nahm die .Verfolgung d«r Zexspr^M'?vnf.'/ "-^ Ei» »e«es Kr edi MstM Mr Wr L»»do«, 30. Jtmi. (Reuttr.). abends den Vorsitz ^.dvr^JUternationaken HandMattuchrAHUMntM Ja srünr^BmckÄtkede sagte der f t a g r ab. D«KUn .'z«r GewähruygZiEWÜchGKrIM^, trete-« ich t r aHch'g.e n« g in Wirksamkeit. ^Mit D«^H^ M e «ie«n stylst e.«' sei ein Anfanggemacht worKu^M müsse djW' mHh.. e i,»r « -»AHlch»,. bUv'tvt^^ e mt eM'd e-O p<r a t i o n e-n", stWen. Nur hje vereinigten AnsttmgkMWr'-ayer .HlmdeW Nationen könnten die.Schwix.'ngkritM der Gegenwart l SWm^W DÄ Gkdeche« berirt»« hange vodr Gedeihen -derAWrenÄM Fkiedensznftand zwischen Ken Zentralstaate«, ' DN 9** seqa-ft^«tr Ciflcntliw fcIcibt ois J-Bfnht',' » 30. Juni. (Havas.) „Chicago jTWuve^m^^ nischen Führer - des SenaP nahmm ^u y eister Menstag^WhcO^e»Ms«V^^Ä Komprouüß zwische«,den Resolutionen K'.n^o'x^und' ..P/oMi an,^ dqS den Friedenszustand * v v 1 t eu<Staa t e«> u« d prnnnß lehnt sich an,den ursprünklichenMlan. anI.derWk ^e ^r.e i ch > « n d U n^g a r n^wiederherWt.'lDc MAU PICOM . Juli I.J. wiecter U,,Mst6kMBN II

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