Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 869 (28.6.1921)
- Date
- 1921-06-28
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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•5tt. ÄM , «ne« isjmemn y,*f *»*.,*.■ ■ijWi 1-1,11 ti'liilMlIlii.if i — l i« MWtzMHe Hilfe für die P»-rvia-- spfevö ..-' Hm-Kork, §4 ^ithi Md. MEtt.) Dank ten'Be»«ühungen des, American Relief Commit.ee wurde das achte Hilssschiff mit einSr SydNng voit KleidungZi'ttttfe», Ätzbe«srtkitM«» MdtkänlfttM ustv. itft Gerte v.sü 12*000 Dollar nach Galatz für die ukrainischen?< lüchtli,,. g e abgeschickt. Die Sendung ist nu Doktor L eruste in-Knhu« adressiert, der die Wr Müntz ^rMnehmek hat.! - / - k Da« -Brograa»M »er zionistisch«« Opposition in Amerika. < New-Vurk, 23. Juni. (Jüd. Korr.-Bur.) Ustttt Vorsitz cs Obcrrichtrrö ÄränbtiS fä«d hier in den BüreäMäumen Nathan Strass' eine längere Konikrenz der zurück«« .streWM zianistischen Wht« statt, mn daß Programm ihrer!ülistigen Tätigkeit zu entwerfen. Die »pPosttiiMtll« Gründe eabstchtigt. «Ne eigene unabhäugige Aktion zuguuAe» Palästinas, insbesonder» ans solche» Gebiete« emzuteitev, 'ecmßethalb des Tätigkeitskreises der zionistische« Kommission > gm. , *"■ Sftt. B tön b>ei s' Vorschlag, ein« G r o ß h an de! 8s H e il « ssenschaft für Palästina z« gründen, fand all» erNe'mttt Beifall. Es wurde einstimmig beschlossen, daß die GrSchpe nichts getzeN di« Ne» gewählte '.^e i t n n g unternehmen fall. Die Führer der gegenwärtigen Minderheit verbleiben in derOrganisation, lehnen jedoch jegüche Veraniwortüng siir die Politik ab, Mit der le nicht eiNbrisiandt» sind. So wurde beschlössen, daß kein MWietz der Gruppe ein M ü n bat ffrt den zionistischen Kongreß übernehmen soll. Es würde ein Komitee zür BMereiinng einer a 11 g t* ntVt n e n K o n f e r e»zder Oppositionellen für den 3. und i m Büffalo oder Pittsburg gewählt. Diese Konferenz wird den Namen. „ die Statuten und die Haltützg der Gruppen? BiKNK I« Konstantinopel. / 25. Juni. (Jüd. ßotoSur.) Der qMiiisch- Dichter Sh. R. Bialik ist aus Odessa hier omgetroffen und wird von hier seine Reise »ach Palästina fort setzen. Zusammen mit Bialik befinden sich der Dichter Feuerstein, dse hebräischen Schriftsteller Rawnitzki, Drufanotv, Möses K.leinmann, llabinowitz und die Pädagogen Dinaburg, Semiathtzki, Jerusalimski und Wilenski, enen es gleichfalls gelungen ist, Rußland zu verlassen ilnd die Bisa für Palästina zu erlangen. Ljtaue« ersncht «» Anerkennung durch die Vereinigten Slkate». AeWchoek,. 26. Juni. (Züd. Kvrr.-Bur,) Die' litauische diplomatische Vertretung in den Bereinigten Staaten übene chte denr Staatsdepartement ein Metnvrandum, in welchem tim die Anerkennung Litauens als unabhängige Republik ersucht wird. Im .Otemorattdum wird besonders auf die humane Be» 'aNdlung der jüdischen Be vSlkerung in Litauen!)tngekvieM, die durch ein eigenes nationales Ministerium im. litauischen Kabinett vertreten ist. Wie verlautet, bekunden Präsident Harding und Staatssekretär Hughes besonderes Interesse gerade siir den auf die Juden b'ezuhabeuden Teil im Memorandum.' . Frankreich und die Mandate. Paris, 25. FM (Jüd. Kürt,'Dur,) Düs Organ des Duai d'Orsay, „V« Tettips", kommentiert den Beschluß des BölkerlamdrüteS, die BerittUNM in der Mandatsfragt zu vertagen, und nchtöl bei dieser Gelegtttheit an Englands Adresse die Aufforderung.. kein« festbesttmmte RegierUngS form >n dem englische« Mandat unterstellten Gebieten einzvführen, da. olange Vek Völkerbund keine« Entschluß gefaßt hat, keine Macht raS Recht besitze, als Mündatarmacht iw Ramm drL Völkeri undes irgendwelche Regierüugsgewült über die Völker des Ostens uuszuübew &&&*** NnvrgevzrrtAwtzf' Bor einer ««ne« Aeoolntio« in Mexiko. Part». 27. Juni. Wie »Weatzo Tribüne^ aus San Äntoniv meldet, stehe Mcxits vor ewer neuen revolu ionärrn Krise, Die Gegner des Präsidenten O h r e g o n sollen eine halbe Million Dollar zu keiner Bekämpfung aufgebracht haben. An drt Spitze dkr Bewegung stehe General P a b l o G - N-« z a l e s. Trüppknjnfammrnzichuugea Md kleinere Gefühle hätten bereits begonnen. Die Manische Frage. Paris» 27. Juni. (Funkspruch.) Der Bötterbundrat hat beschlösse», sich nicht mit der Regelung ber albanrschrn Frage zu befassen, weil diese^Fvige beieitd bei der BotschLfterkonserenz anhängig sei. Der Vertreter Albaniens hat erklärt, daß sich fctttc NegieiübH vor dsr Entscheidung dis Völkerbundes beugen wktde, aber dem Bötschäjlcrräle nicht die Eignung Mb RegÄlitNtz dK Frage zuerkenn». Dev Rückzttg deß deutschen Selbstschutzes in Oberfchlefien. Berti»», 27. . Juni, Die ^Vosstiche Zeltttütz" Intidet üüä Breslau: Räch Berichten auS Oberfchlessen vülknrhi sich der Rückzug deS dtütfchk» Selbstschutzes äÄ der erste« Etappe biShet ohne Stäküng. Vereinzelt Yaben j ä 8 tz e k e Off t.z l ö t e v e r s« ch t, sich der Rü ckz u g b e m e g u n g des Generals H ö f e r e n k g c g'e N z n s e tz e N. Sobald aber b>« äl'eren Ofsiziite einßegriffeü habe«, sind' dies« Widerstände rasch beseitigt worden. Es ist anzunehmen, daß zur vvrgeschriebrnen Zeit dir erst« Linie des Grsämtplcinls von allen deutschen Kräften erreicht sein wird. -Ueber den Rückzug der. Insurgenten liegen bisher bestimmte Nachrichten koch nicht/vor. Warscha«» 37. Juni. (Funkspruch) Der deutsche Bei» bindungsoffijiek beim englischen Kommando in Oberschltsien hat in der Nacht aas de« Zs. d.M. die Einwilligung züA NäümüngSpla» überreicht. - Die Leipziger Prozesse gegen die Kriegsverbrecher. 27. Juni» Am Mittwoch wird vor dem Reichsgericht in Leipzig die Verhandlung des ersten sra»z8iischen StraffaÜrSstattsinden.Angeklagt sind.General Ste»grr und Major ä. D. <£ t ö f i u di Den beiden Angeklagten wird zum Vorwurf gemach t, daß General Sttnger Bei den Gefechten im August 1911, die i« Äüfchluß a« die Schlachk bei Saarbarg stattfanden. den Befehl ertM habt, unter k e i n «u U m'^st ä » d e n G el aNgeNe.e tN-ndPiug e»,ynd daß Major E x ü fi u« diesen Befehl iveitergeleM hübe. Dce Anklage lautet a u s M o r d. General Stentzer bestreitet aut das entschiedenste, den ihm vvrgeworfenen Beseht erteilt zu haben. Weiters soll sich düS Reichsgericht int dem mit diesem Befehl im Zusammenhang stehrndrit Fülle des Oberleutnant- Laute, der einen französische« Kapitän «efchdssen habe, befassm. Tagesbericht. Die Wahle« zum Zioniftcnkongretz. Ditz Exekutive - der Zionistischen Organisation , hat die Wahkvrduung stk die kommeudin Wahlett der Delegierten Mm zwölften Zlönistelikongreß publiziert. Die Wahlen werden in der ganzen Welt zwischen dem 1. Juli und dem 1. Altgust abgehalten werden. Die Zahl der in jedem Verband za wählenden Delegierten wird von der Exekutive auf Grund der Zäh! der Schekel festgesteüt, die bis zum 30. Juni an die Exekutive abgeführt werden, und zwär entfällt auf das erste und auf das-zweite Tausend Schekel j e d es Landes- und SonderverbandtzS j e ein D tz l e g i e r't e r, dann auf weitere zweitausend Schekel je ein Delegierter. Bei alle« LaNd-Srtüd Souderverbänden werden besondere Komitees zur Durchführung und Beaufsichtigung der Wahlen gebildet werden. Diese Komitees werden auch die Einzelheiten des Wahlsystems zu bestimmen haben. 0 Imrr xvcx cÄtte;«rn Furo die Registrierung der Wahlen werden ossiziellL. Formulare herausgegeben, welche zusammen mit d« Wahlordnung an alle Verbände verschickt werden. ] Ewird erwartet, daß in allen Ländern Anstrem. gungen gemacht werden, sowohl um das Ergebnis der S chelelsammlung noch in letzter Stunde zu verbessern, als auch um die kommenden Delegiertes wablen raick und in arößter Ordnung durchzuführen. Dev Verfall der Wiener Ukiversttäti In der SonütagsnNMmtt des ^,Reuen Wiener Tagblatll veröffentlicht Univecsitätsproseffok Dr. H a n s K e l s e «- einen Aufsatz, der sich mit dem Ber'all der Wiener Universität befaßt, eine Erscheinung, die in der letzten Zeit, da eine wahr« Massenflucht der Wreuec Hochschullehrer bevorsteht, besonders augenfällig geworden ist. Professor Kelsen schrM unter andtkM: Man kan« ruhig behaupten, daß alles, was dastr ausgegeben wirbt um dre Wiener Universität aus der Hohe erner europäischen Hachschiüe zu hatten, dem Staate reichliche Zinsen tragen muß. Nicht nui-, weil er er« Lebensinttresse daran Hatz wirklich wlffeufchaftlich antzgtbtldete Aerzte, Lehrer. Juristen ujv* zu erhallen. sondern insbesondere auch deshalb, wen dre wut. ichaftttche und politische Bedeutung nicht hoch genug erngeschatzi . werden kanndie m der Tatiache liegt, daß an dtt Wienet Universität Aerzte, Lehrer, . Bcrwaltungsbeamte, Diplomarev für das Ausland aüsgkvildet werden. Der ^Ätzt, der. , an der deutschen Wiener medizinischen Fakult.at ausgebrlde! wurde, der ein medizinisches Doktoror der Wrm« llmversilch erlangt hat Und dann m seitte HeirNat ^uach. Rutztandj Rumänien, Ungarn, in dir Tschechö-Slöivakei üsw. wuder zurückkehrt, der wrid aus Wien seme Instrumente und Bücher beziehen, der wird nach Wien seine Patenten, zur Konsultation und Operation schicken. Und ähulich ist es bereden aüdrrM akademischen Bernsen. Nach dieser Richtung drangt du atze historische Mission der Wiener Universität, die durch den politischen Umstutz kein« Äenderun^ eher poch erhöhte Bes deulung erfahren hat. Die natürliche Änziehungskrasr, die Wien aus das für uns in Betracht kommende Ausland hat, ist groß! Wenn eine vernünsüge FmaNzpolttck der Wrener Umvcrsitm nür das Wissens chasüichr GistenzmiNiMu« garantiert, m die Zukunft dieser Hochschule gesichert. Dem Staate aber bleibt damit eme wirtschasttich wie moralisch-potttisch hochbedeutend- Äktivpost erhalten/ Auch wir sind der Meinung, daß eine „vernünftige Mnvnzpoütlt" an Stelle des bisher herrschenden Fiskalismus treten Müßte, um den würdigt« Bestand einer ehrwüidiegeir wissen« schaftlichen.Pflanzstätte zu reiten, die nicht allem unter eriggn flaatsfinanziillen Gesichtspunkten betrachtet werden darf. Aber mtt der „vernünftigen Finan Politik* allem ist es nicht getan. Wem' ' sich an der Universität Wien, unwidersprochen und von ver^ schiedenen Professoren und den Universitätsbehörden gerädezv dfsipell gefördert, der GeistderJe r z a b e k und Ri« h-l brettmachen soll, wie es bisher der Fall war, wen« jüd is che Studenten ans dein Ausland sch ikaniert werden oder verschlossene Türen finden mf bei der Habilitierung oder Zulassung von Gelehrten statt nach der wissenschaftlichen Eignung nach S t a m m b a n m u n d Konfe s's i o u g e fr a g t wird, dann wirb auch die Mnisi« zentrste Behandlung der Wiener Universität den Verfall rhreL wissenschastttchen Niveaus und ihrer „natürlichen Anzichungskrastmcht zu hindern vermögen, die ohnedies tagtäglich, schwächet wird, und deren gänzlicher Sch wnnd nicht hintanzuhalten sein wird, solange die Schwmd,. Blumauer und ähnliche Gestalten das große Wort führen. Es wäre an der Zeit, daß sich die leitenden Männer des Staates rechtzeitig besännen, daß es hierein der Ta! «m bedeutendes Kulturgut zu währey gilt und eine Aktivpost, solche Öesierreich nicht viele aufzuweisen vermag^. Rascher Ersatz. Am Freitag und Samstag hat die „Reichspost",den Wimeru recht eindringlich ins Gewissen geredet, sich nur ia von der Führung durch fremdrassige Polrtrker zu. emanzipieren., und richtig: am Montag erfuhr, man bereits, daß bei den Sonntag stattgefundenen Wahlen in die Pensiorrsanstält der Angestellten der I u d e n st ä m m t r n g Kienböck durchgefallen ist Und alle bisher von den Christlichsozialen in der Unternehmerkurie der ^Freien Berufe^ mnegehabten Mandate an die, Sozialdemokraten übergegangen find. Rascher ist wohl noch keinem ein Wunsch m Erfüllung gegangen und — was die Hauptsache ist — noch nie rst jemandem ein Etfolg' so neidlos' von allen gegönnt worden wie diesmal dem kleirlalen Hetzorgan de; Eine griechische Niederlage. Athm, 26. Juni- (HavaS.) Frontbericht vom _'ü. Juni; Ein größerer türkischer Angriff aus griechische Sichvnlngsabtetlungett ist zurückgeschlagen worden. Einer kleinen griechischen Abteilung, die für einen Augenblick umzingelt wargelang es, sich zu befreien. Die griechischen Verluste an Loten und Berluunöetett; belaufen sich auf zweihundert. KdüftaNtinspek, 26. Juni. (Havns.) Die Griechen Mittbüi bei A d ad as ar und bei <I ab a nd j a g es ch laß « n M Mußten sich auf I s M i d zutückziehen» das die Türken oM 24. d. M. abends besitzt haben sollen. Die Angehörigen dee Ententestaaten werden von. einem britischen Kreuzer ausgenommen wetdm. Moskauer Gruß a« Holz. SttoSsta»» 27. Juni. Onnkspruch.) 'Der Kongreß der ^rrtten Internationale hat an H'S l z, der bekanntlich in Berlip zu lebenslänglichem Zuchthaus. verurteilt wurde, ein Telegramm gertchtet, in dem eS ihn als B v r k 8 m p t e r des p r 0 l elarischen Geda^kenS in Deutschland begrüßt. Der Kongreß hat die Thesen Tratzkis über die Weltwirtichätslrisk Md bte Ausgaben des Proletariats angmommen und aus Antrag Radeks bte Ausarbeitung, emes AusmseL sck°das Moletwcmt wäMofiey. Messe-Führer a«r „Wiener Morgenzeitung“ WÄhretn! der Mess« wird die „Wiener Morgenzeitnne“ als Beilage einen ÜbSrilthHUhen, nach Branchen gebreiteten Mssse-FShrep herausgeben, welcher allen Measebesuchetti zugestellt wsrdeo wird, I« diesem Messeföbrer Verden eile Flfmeny die wlhitsd der Meder der Messe (11. bis 17. September 1. J.) In der „Wiener Morgen« seiliing1* Inserieren, Iceeteaaioe aufgenommen. > Tausende veh dbscltäflileuten aller Länder werden an dem in der Zeit Vom 1» bis 10. Sejptember I. J. in Karlsbad tagenden Xll. Zlonlstenkongresä teünehmen. Als einziges offizielles ptibfizistibcbes Organ des Kongresses wird die „Wiener Morgenzeitung“ Von allen. Kongressteilnehmern gelesen werden.. Den vielen, die dann nach Wien zur Wiener Internationalen Messe (11. bis 17. September 1. J.) kommen, wird die „Wiener Mörgenzeitung“ als Informationsorgan über günstige exportfähige Waren* Bezugsquellen dienen. Insera ten-J^rinah.me in der Administration, Wien,- 1L, Taborstraa» 1—8, Tel. Ä-0L8 und 4S-Ü»1Ü, sowie durch alßs Annonven- Krpsdiüoasv des In- und Auslandes. 585