Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 868 (27.6.1921)
- Date
- 1921-06-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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(Ryüfeis.) ^Daily Mai!^ erfahrt von ihrem BenchterMter 'in Konst antinopel. daß man dorr eine. MrschwörMg.endeckt habe, .deren Fiel sei, Euper, Po icha fcjte! Möglichkeit zu verschaffen, nach K l e i n a s i e ft; .e-i.n Z it f allen und Md) Dort der Gewalt zu bemächtigen. Enver Pascha bemühe .sich, eine, t.ü.r k r s ch - k o m m u n i st i s ch e Har t et’ ins Lehen p rufen. .; Die Aktionen Kemkl Paschas. Paris, 27. Juni. (Tel.-Könip.) Nach Meldungen aus Angora plant M n.ft a f a K e m a 1, einen Paatsftieich» . um . fit. Konstantinop?l; eine Regietüng zu bilden, die dann sofort die Offenfine gegen G r i e ch e n l a n d a u fn e h m e n soll. Mustafa Kemal erhält Unterstützung und Munitionsnachschübe von den Bolschewiken und von Italien. Italien kieferle.bisher 2000 OÄaschinengewehre. Auch treffen russische Truppen-. Verstärkungen übtr den Kaukasus ein.. Nach; einer Meldung: soll sich; der; russische, Volkskommissar T sch i t s ch e r i n nach Angora begeben haben.. Die hemÄisiische Regierung hat .pine Organisalion. zur VerieidWnq der Küsten 'des.. Schwarzen Meeres gyret.. Es sollen mehrere 0-Boote; 'zu einer Fldtten-' ^heit vereinigt wexderl. ' ' / . ’ ’ ."-V GriecherUMtd lehnt ab. ]: t1 1 Mthert, 26. 'Imm; (Hävns^' 'In' ihrer.'. Mtchvrt1 aus de» Schritt der Verbündeten-vöin '2t. 'd. dW8''die'' Regierung für das Angebot und? erklärt, die' Lage sei . derart einzig und älleni^ militärische Interesse»'sie bei ihrer Haltung und ihren Btzschlüssm leiten können. Verlin. 26. Juni. (Tel.) Aus Rom wird gemeldet - Der Rücktritt des Grasen S s o. r z a wird, amtlich dementiert. , Er hatte zwar sein Abschiedsgesuch emgereicht, Giolitti hat sich jedoch bemüht, ihn zu hatten. Das amerikanische Marinebudget. Washington, 27. Juni. (Tel.-Komp.) In gemeinsamer Sitzung des Kongreffes .wurde , oäs Märine-, budget angenommen. .Das nunmehr erledigte, Flottengesetz sieht eine Personalstärke.von 106.000 Mann vor. Der Entwaffnungsantrag Boräh ' winde nicht besprochen. . . . . - , . ' « -, Der amerikanische Gewerikschaftsverband gegen den Internationa- ' / ttsnchs/ ,;.:v; ,Vy.: Denver (Colorado), Cp5. Juni. (Reuter.) Der amerikanische Arbeiterverband hgt mit ü be.r w ä l ti gender Mehrheit. einen Antrag ^angenommen, worin ei«' internatioualer Gewetkschast.s.v.erband abg eleh«t und ferner das.russische Sowjetregime zurückgewiese« wfed. i', 'Stinkt Sowfetr«tzr<llnd gegen Japan. Erklärung des Kriegszustandes. L o n d o tt, 26. IttttL (Tel -Kümp.) Der „Daily Telegraph" berichtet-daß T sch its cher i » den Kriegszttstaub - zwischen R u tz l a n d und Japan erklärt habe. Gioltttt hlewt. Ablehnung eines Mißtrauensvotums. Bom. 26. Juni. (Stefani.) Die Kammer'hat die Adreßdebatte beendigt. Zur Abstimmung lag von Turati und Genoffen solgender Antrag vor: Indem die Kammer erklärt, datz die Richtlinien und. Handlungen der Regierung sowohl aus dem Gebiete der auswärtigen wie der inneren und der wutschaWrhen und sosiälen Politik ihrem Standpunkt gerade entgegengesetzt sind, geht sie zur Tagesordnung über. Ministerpräsident Gwlitti-lehnte diese« Antrag ab und stellte die Vertrauensfrage. Der erste Teil des Antrages Turatt bis einschließlich zu den Worten ^auswärtige Politik^ wurde däeaüshm in namentlicher Abstimmung mit 200 gegen 23 Stimmen bei 6 Stimmenthaltungen abgelehnt. Gegen den zweiten Teil sprach sich die große Mehrheit der Kammer durch Erheben der Hände aus. Rom, 26. Juni. (Stefani.) In der gestrigen Kammersitzung gab Minister der Aeußern Graf Sforza die angekündigten Erklärungen über. seine äußere Politik ab. Er sägte u. a. : »DaS jetziges deutsche Kabinett hat die feste und loyale Absicht knndgegeben, seine Verpflichtungen zu 'erfüllen. Nicht. der deutschen Regierung also, derrn gegeywärtige Haltung sehr korrekt ist, sondern d e« Deutschen . des einen und .der änderen Staates, sdie durch Vereinigungen,, die mehr oder weniger, eingestandene Ziele verfolgen, , es .wagen, ihre« Blick über die geheiligte Grenze.der Alpe« zu richten, sagen wir, . daß unsere Mitbürger deutschen und slawischen' Stammes bei uns sich der Freiheit erfreue n werden. Dies erhöht aber auch gleichzeitig unsere Pflicht, Intrigen von außenher nicht zu aestatten.* Der^^Minister, behandelte, soyanp oie oberschlesisch e und die Cx\"t«tsrage. und wandte sich hieraus dl-.n von Rapall M. rzud Georgien. Paris,. 2b.i Juni. <Wolff.) . Räch.einer Meldung des ,Memps" . veröffentlicht, die armenische Presse den Wortlaut eines zwrscherr Arme n i c m, Georgien und As erb eidsch a n abgeschlossenen Handelsvertrages, durch den die? drei Republiken hinsichtlich des A ü ß e nha nd el zu ein er Einhe'it.r: zu s a m m e ugesügt werden. Der Hauptsttz des 'Handels wird Tiflis sem. ___ .<; Versuche zur Lösung der irische« ' Frage. London, 25. Juni. (Reuter.) Premierminister Lloyd George, hat an den Präsidenten der Irischen Republik de B al era ein Schreiben gerichtet, - worin er es als ernste Sorge der Regierung bezeichnet, daß der Appell des Königs zur Versöhnung nicht ungehört verhalle. Er lädt deshalb de Valera und einige seiner Kollegen unter Zusicherung freien Gel e i t e s e i n, nach Londo n ^z u k o m m e n, um mit dem Premierminister von Nordirland Sir James C r a i g alle Möglichkeiten einer Ausgleiches zu prüfen. FranzSfische StaatsmLuuer komme« «ach Prag. Prag» 26. Juni. Der Pariser Berichterstatter der »Lidove Novinyerfährt aus diplomatischer stanzöfischer Quelle, daß Ministerpräsident B r i a n d und Marschall Foch anfangs August nach Prag zn kommen beabsichtigen. Verkauf der deutsche« Schifte. Berlin, 26. Juni. (Priv.-Tel.)Die „Timest melden, daß von den acht ausgelieferten deutschen Kauffahrteischiffen sieben von britischen Firmen bereits angekanst worden sind. ES fehlt nicht an Anboten für die 17 Schiffe, die in den nächsten Wochen' zum Verkaufe gelange« werden. Schiffsvnfall a«f der Donau. Ei» Schlepper gefunken. Prag» 26. Juni. Wie das »Prager Tagblrttt* aus Preß bürg erfährt, ist in. der Rahe der Stadt sin Schlepper mit 66 Waggons Weizen ge- 1 unken nnd die Besatzung von sechs.Man« er- * trunken. Eine christlich - demokratische Znterpellatton im polnische« AuS Warfch a»'wird und grschrreüen: .Eme.JsreppeMwtt der-'ch r ist t Ichd e mokra tische n Partei - Parlmnentwendttsich scharfgrge« der,llvlmfchen Generäl PhPlr. c.ki, ° weil er eine ^unzulässige politische TätMt". eutfaltet^tzübr/ Wär' - hat der General getan? Hat er vielleicht, w»e sein Kollttze ^at i n i kmit dem sich eine Interpellation der jüdischen Abßevchütten deschästigt, außenpolitische Weisheiten mit antifemitlschrr l^eädNtz'! in öffeurliche« Borttagen zum Beste» gegehe»^' Weitl' gifehtt- — der arme General, welcher « de» Nandtze-itte»' statiomert war, hat — sich der /I.»'d ä'HH jr* n o m m e u.' Er hat einen Tagesbefehl erlassen, Ä welchem , es heißt:- ..Der allgemeine Agltatiou gegen diä ötÄanschstge. jüdische Bevölkerung ist nicht zu verstehe«, Die 'Kchett'ßilch»'«».' e'geneS Land, sie «andern von einem Staate m deu auder« .. . Wenn sie aus Pole» ariSwanderu, bedauern vir dies «iD; d««, aus Polen emigrierendie jüdisch« Elemente, - «ckche pr «öS kem Vertrauen haben. Ader diejenigen, welche hier blecke», binüld«» sich, gute Bürger Polens zu sein .. .*; Der General wirft den Juden Mangel au RittttlWckt »ud^ Pflichtgefühl vor, aber dara« sind, wie er «eint, mcht/ ste schtzldsondern dre Staatm, welche die Juden schlecht behändest mck sich .' mcht bemüht bade«, ihr Vertraue« z» gewmue». .Wr dürse»" — beißt es dann in dem Befehl. Wetter — .nicht da8. Beispiel d«' jodenverfolgenden Staaten befolg«, l«fo«ders nicht däs Ppßländi^ -Wir " «Men uss bemühe«, d« Jud« «lL. d«We»' soM» «ch' ttwarieuj baß her Jude seme Pflicht gegen b«! Staat ersüllm und ih« vechmrde» sein wttb^ . - {; Der Pesrhl weist sodann dam»f hm, daß vicke^W«, wohl sie in den R a ndg ebi et en keine polnischest Schüfe» hüben,' sich bemühest^ däS Polnischtz ji» erlersten, dm Ojfizieren,' sich dxn Juden zu' nähern,; «S fei a^'»Hw ba-.^ gegen emzuwmden,. wmn sie zu' OffirierSveranstalWä^n chchi»', laden werden. Zum Schluß heißt E: .Die Komma«^. M- Dlvrsionen' haben in diesem. Sinne «tsprechmde Wlsungjm. ettäsiru; gleichzeitig ist zu denrerkm, daß alle AugrM Mm Juden vnd ebenso »npaffrudes Berhaleen gegen sie nicht'chy d«! volu,scheu Osfizier, sonder« auch d«« p» lnes ch'eK'S^äl-^, baten dckeidigt." Rä« — mau sieht: Güeerol P ä ch » e l i ist sich« großer Jüdmsreund. Er spricht vom Mißtrau» der Jädest Pole« und von ihrem mangeludm Pflichtgefühl gegen M'pftb» - Nischen Staat. Beides »tspricht nicht d» Tatsachen.. Die Juden wandern nicht a»S, weil sie geK»-'Polen Mißtrauen habm, svvdern weil Boykott und Verfolgungen sie dazu zwinge»? ES^maugelt ihnen picht an Pflichtgefühl gkge« den Staat. Ersoidert-es i doch schon geradezu ^ein Urbermaß von Pflichtgefühls -.als Index seine patriotische Pflicht., in. Polen z« ersüllen inmittm eines! Atm»-^ sphare von Verhetzung, Haß und Brrfolgung. Das JnternttrOrgS^ * lager inIablouna, wo jüdische Soldaten, die tapfer $<*'■ tämpst hatte«, ' interniert wurden, weil siel Inden sind,! die «ili- / iünsche Politik gegm die Juden, welche sie grnndloS zn B e t* > x Ster n un d 'S p i o nen -estemprlt hat. and ^es.zu dmi bekannt» Exzesi» beim Rückzug der Bolschewiken gebracht har?' -- all d»rS erfordert ein hartes, - sefies, geradep» übrrm»lchlichrs'' Pflichtbewußtsei«, um als Jude seine militärische Pflicht m Pole«r zu erfülle«. ®# selbst diese, unrichtigen Anschauungen:habrn. drie General nicht gehindett, klar- und vernünftigzu denke«.! Er hae: nur seine Pflicht als polnischer Mrger erfüllt, mdem er «wähnt, daß alle Bürger gleiche Rechte habe«. Und « .hat -seine! Mich t .' «Mt als pplmschtt. Bürger, der m den Randgebieten^ d««r - politisches Schicksal »och nicht. bestimmt ist, die Ansgetbe; übernommen hat, die Bevölkerung für dre Okkupatlonsyrächt ' f r e u n d l i ch z n st r m m e n. In diesen Randgrbieteri^ tet« . Besitz Pole» anstrrbt, büd« die Polen die M \ n-o.r I t li il f »Wmn es dort zu einer 'Bolk-abflimmüng kv«men sositc>.H ist ' rL nicht auSgeschlosien, daß dir. dort wvhncrrüea Jlrdü::^ne »tscherdmde Stimme haben. Wen« - nun er« -Genrrck! ürrmn' Untttgebm« emjchärst, geg» die Jnd« nicht z« hetz», s» h»t : er dam« nur eine pattiotische u«d polnische Pflicht «fM.! ' ' D«S hi«d«t aber dre ch r r st l r ch e « D em v k ckit't u i nicht, mtt einem vertenmdxrisch» Hinwris darauf, daß der Jude« u den Randgedietm „Rusfisikatoren'' ieie«,! d« TageSdefch!'d«S \ GmnalS alS »schädliches Politik»»"' zu he-rrchu». Äü«dragS—- > die hi« wüdergegeb»« A»jcham»g eure» hohen MitilSas 'chchep» i spricht d« Hrtzpvlsttt her ReaNiovS«, «lche chr Eyßem^ch d»« polnische Arm« hmemtrag» wall« «« da^ ichop!.m«mo>-' .Erfolge" erzielt Hab«. Ad» dreje Ers»l-c daN» ' Aftdl»«»' dw mm %*m.