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Wiener Morgenzeitung · 1921-06-25 · Heft 866 (25.6.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 866 (25.6.1921)
Date
1921-06-25
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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/ kl Sitte 4 ■™S-JMU I. Mm, Samstag Wiener Morgenzeitnng 25. Jünk 1921 mawx Telegramme. teilte neue Kabinettskrise In Polen. Warschau, 24. Irma. (W. P. G) Der Versuch einiger Mitglieder der nationoloa Volksvereinigung, eine neue lKabinLtchfrise hervorzurufen, ist' nicht bloß gescheitert, sondern hat auch eine Spaltung im genannten Klub 'selbst zur Folge gehabt. Professor Dubanowiez, Erz- Bischof Teodorowicz und über zwanzig andere Mitiglri^er des Klubs haben ihren Austritt aus dem Klub -vngemeldet^ weil' die.'Mehrheit des .Klubs eine'von Ähnen beantragte Resolution, über die Richtlinien, der Allgemeinen Politik verworfen hatte. Es gelang, einen Block der Parteien des Zentrums,. der Piast-Partei, der Institutionellen Arbeitspartei u"d der bürgerlichen Gruppe Bosset zu .bilden, der über 160 Stimmen vertilgt. Dieser 'Block,' dem die nationale?ZZolksvereinigung mit ihrem neuen Präsidenten Skulski an der Spitze an gehört, 6xt li g t' die Politik des Kabinetts W i t v s, dessen Stellung gefestigt erscheint. Der neue Klock wählte sofort eine parlamentarische Kommission, um die Kontinuität der Arbeiten' Landtags und der Regierung zu sichern. London, 23. Juni. (ID. Korr.-Bur.) Anläßlich -des Abschieds Dr. Weitzmanns -von Philadelphia überreichte -hm.dao lokale Kere n H a j es so d - Komitee eine erste Rate >cm 720.000. D ollar. Der Bürgermeister'von Philadelphia- Miete Weitzmann einen Abschiedsbesuch, ab. . . Die Orgesch-Organrrationen werden ausgelöst. Äerlrn, 24. Juni. Wie die „Politisch-parlamen-- 'rifchen Nachrichten" erfahren, wird in den nächsten Tagen eine.Verordnung des Reichspräsidenten erscheinen, die die Auflösung sämtlicher Selbftschutzverd in fe 'ev verfügt/ um der Bestimmung des Ultimatums gerecht zu''werden, wonach'diese bis. zum 3V. Juni aufgelöst-eiü müssen. . . . Die Reaktiv« in Bayeru. ' MÄUcheü, 24.' Juni: Der GeschästsordnungsauSfchuß des -bayrischen Landtags hat mit den Stimmen d<r 'bürgerlichen Parteien gegen die Stimmen dev sozialistischen Parteien den Antrag der Unabhängigen Shzialistifchen.Partei lauf Haftentlassung der Abgeordneten--Teller, Nickels, Reisenberger, Hagem' i ft er und Sch m id t abgelehnt. Ein Attentat auf Len General GoüraüL. ' LpmaSteS, 23. Juni. - -'(Havas:) lÄegen- General wb'ütaub mitbc, aU er sich' auf dev Fahrt zur« Tiberias- Sce" befand^ ein Attentat verüb t/ Der 'General blieb/ unverletzt. ' -; ' ' ' Ukraiuer, Jude« und Deutsche in Ost« gaUzie« — nicht miNtSrpflichtig. Lemberg, 23. Juni. (Tel. der „Wiener Morgen- Zeitung".) Das Warschauer Kriegsministerium, hat eine Verordnung erlassen, wonach in Ostgalizien Angehörige der ruthenischen (ukrainischen), jüdischen und deutschen Nationalität n i ch t m i l i t ä-r p f l i ch.t i g find. (Der Erlaß steht in offenbarem Zusammenhang mit der Frage der bevorstehenden endgültigen Rege- Lmig der ostgalizischen Frage durch die Alliierten.) Prager Abgeordnetenhans. Pvckg, 24. Juni. Auf der Tagesordnung der heui.igen Sitzung des Mgeordnetenhauses, das nach mehr als' dreiwöchiger' Pause wieder zusammengetreten ist, -stänbsn mehrere kleine Vorlagen. Der deutsche-Sozialdemokrat Hackenb erg erklärte, dtt vollständige Aüsischältüng des Parlaments in der Ernährungsfrage'hat das ohnehin nicht' große Vertrauen de§ Volkes zu diesem Parlament vollständig untergraben. Das Parlapnejtt wird ausgeschaltet, wogegen die „Petka" hinter de« Kulissen den Kuhhandel - zwischen den Partettni mber die einschneidendsten Frage» führt. Diesen Zu- .^tand^ erklärt Redner als unwürdig und unerträglich /und weist namens der Partei die Drohung mit . der Auflösung des Parlaments zurück, da ejne solche Drohung ^ür die Vertreter der Arbeiterschaft nicht vergänglich fein könne. Deshalb rufe Redners Partei: ^Hinweg mit diesem Parlament! Hinweg .auch mit per Regierung, die die Beschlüsse der gesetzgebenden Körperschaft durch Weisungen an die Behörden Hinwegen men will und dadurch die Verelendung des./ Volkes -erbeiführt!" ',2lbschl«tz der Marienbader Konferenzen Marienbad, 24.' Juni. Die vormittägige Konferenz feer Vertreter der Tschecho-Slowakei und Ungarns Wurde um 2 Uhr nachmittags beendet. Ueber den Verkauf der Verhandlungen wird ein gemeinsames GomsWuniqu^ beider Delegationen ausgegeben werden. Dje fKonferenzen in Märienbcck 'sind somit abgeschlossen. Legationsrat Horacek, der den Vorsitz in der gemeinsamen Wirtschaftskonferenz führt, wird sich.sofort nach Budapest begeben, wo Dienstag die Verhandlungen mit der Wirtschaft^- und. AertthrskomMillta» aufge- «vuuMwwNdeü. Mitteilullgen aus dem PMikm. Ate«, H. Wien, 11. empfehlen sich als Verlobte . '' ■ Juni 1921 mt> Ganz anaaflallQnd ht <ir 8EB80M-MWH- ABSATZ«m Schnhin tr»jM. Quimn/dWi ** und Bureaumöbel die grösste Auswahl Leopold Steinhart Wien, Z., Blbmtrua« Nr. 9 Sehreibauuchiararepsrataren rmaeh. billig and gat iS9 7«L 4073/TU FOrsor^ekomitee für durchreisende Chalnzim Sonntag den 26. d. M. findet im grossen Harten und in den Sälen des Restaurants „Zur Praterfee“, IL*. Hauptallee 6 (zwischen L und li, KafFeehaut), das xugunsrtender Chahiz>Aktion statt. Anfang 3 Uhr Ende */*l Ohr Anschliessend Taus. •Die Musik besorgen zwei Salonkapeilen. Mitwirkende: Frau Kaniewska, bewusster Singer Herr Breitmann, hamnristiechft Couplets, Herr Mcndelewitach, (Hnss. Operettentrappe), J. Schwager u a. 7- Juxpost, Sc^önheitskonktirrens, Tombola, Graphologisches Deuten, Glücksrad, Blumensehlaebt, Amerikanische Lizitation u. s. w. Entree E 40 An der Kasse K BÖ Karten im Yorrerkauf: „Aida“,.U., Taborstrasseb, Jüdische Volksbibliothek »Zio«*,-,!!., Glockengüsse 30, und .... bei den Komitpeinitgfiedern. Ö04| findet in sämtlichen Blumen des Cafö-Restaurante ,T.ür ken> schanzpark“ das inederholt angetagte des Akad. Vereines jüd. Techniker und Mediziner bei jeder Witterung statt. mg Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte. — Tpmi. Beginn: 5 Uhr nachmittags. Ende: 2 Uhr morgens. Wenige restliche YorTerkaufskarten in den Vereinslokalen, | III., Reisnergtrafise 23, und IX.jW&hringerstrasse 16, erhältlich. T tlfirttebsfflf^E Irguteatm lüdltebsr Wien, IC, Obere Donaustraese 66 'Ueber Beschluss des Ausschusses findet; Montag den 27. Jnnl 1921 um 6 Uhr nachmittags in den Räumen der Mittelätandskfiche, 1. Qriediengasse Nr. 3, eine ausaerordentll ch e Aitglieder-Haaptversariuntang * statt — T'agosordnnng: Statutenlndenmg. Dr. M. Hösemahn Präsident*' Gustav Rapaport , Schriftführer Eintritt ' nur gegen; Vorweisung ordsongsgsmlss abgestempelter; Mitgliedskarten. . «iv „Verschleudertes Staatsgut ' Prag, 84. Juni. Die ,Dohemia" meldet: Zte der gestrigen 'Sitzung, .des ÄudgetausschusfeL kam es anläßlich der Beratung über die neu angesprochenen Militärausrüstungskredite zu' sehr erregten Szenen. Abgeordneter Dr. B a e r a n legte eine Reihe von Akten aus der Wiener tschechischen Gesandtschaft vor and erklärte, daß er sich auf Grund dieser Meu die A n kl a ge ge ge »den Kriegsminister und den Minister des Aeußern Dr. Benesch vor dem HÄuße voWhrE Ee. 'Bäeran wandte sich - ssdann in scharfen Dorten gegen die krassen Fälle der Verschleuderung -VON Staatsgut, wobei er von Diebstahl sprach. Dies entfesselte eine« S t u r m d « r En t r ü st u n - bei den -tschechischen Mitgliedernder Ausschusses. - Einige: Packten ihre ^ttihle, drangen auf den Abgeordneten Daerau riu Hstz bttefirii ite» sbi h<Hw MsEboubhuindiininaML r Die ,Vohemia" veröffentlicht die Aktenstücke, die Dvktek Baeran zur Grundlage seiner Ausführungen gemacht hatte. Wv Aktenstücke sollen die Verschleuderung einer Anzahl von in Wien -befindlichen Antömobilen des k Staates beiveisen.! '' ~ ■ I; Tages-ertt^ , —» .. Die Tabakversorguag. In der gefirioen Pressekonferenz wurde über daS AklÄSi» Programm der TabafrWe mNaeteilt: Ein großer Teck der teuren Sorten wird von nun an aus dex Ratiomerung herauZgenomwenen und dem freiem Verla n,f z u ge s ü'h r t Hiezu gehören, an. - Zi g a r re n: GraziosaS, Regalrä Medrg. Havanna-Dirgimer,. von Z igm» rette«: Haram und die d, ei Sorten Amr, Jnfillff nuh AnubiS, att Tabaken: der iuverfeMe und .feine Türküche, an P f e i f,i n t a b ak: die Spezialmrschirng'und'der' Jtzraster. 11 war redlich möglich, gleichzeitig mrt der Erhöhung/ auch eim de s s e r e.' B'e rs 0' r gv » g d ix r a t i 0 n t ert eu St und r n dnrchzuführen. Es werden von nun em insgesamt 51 Z r g a r e 1 t e n oder ein P 8 ck ch e n T a b a k » » d 16 Z r g a'r e t t e n ausgegeben. Die Quote für Pfetfente wmcde'von 60 auf 75 g «höht. An Zttzüiri!en1a! ef weiden 16.V60 qgegenüber 10.000 4 Fried^meugt Nichtsbrstoweniger reicht, wie mau nur zu wnß, Virie Menge noch lange nickt auS. Dte g r 0 ste S ch l e ich h a n d e k s q u e l kr. demnächst durch das Gericht verhandelt werden wird, grhvri Vergangenheit an. Kleinere Quellen bestehen leder nach wie und werden erst dann verstegen, wennwir zur vollen Erz zurückaekM sind. > A a u ch e r k a r t e wird vorläufig beibehMn. zwar dMM. weil die Aufbebung der Raucherkarte bei den vü höherG-Mmtey in unseren Nachbarstaaten znr Folge hätte» daj ww sMmae« aufgekanst würden. Der Reichsverband österre'chischer Arrzteorgamsationen 1« u«S im Hinblick auf, in der Oeffentlichkeit verbrertete Nachricht«^ mit, daß die Behauvtrmg, die Aerzteichaft hätte sich anläßlich d« Enquete über die Ausdehnung der Arankenverstckerung an der Beratung Äer die BerrinhMchvng der Krankenkaff« für bejM interessiert erklmch unrichtig ist. Die Vertreter d« Aerzte havni bei dieser Evquete nur «Wt, baß sie m diesem Augenblick e'n»^ DÄknsfioü über, die Geage adtchnen. weil »ach . ihrer Avstchtz diese Magq in die von der Aerzteschaft selt langrm und -«letzt» der Resolution vom S1. Mai d. I. verlangte Permanenzkommifsio» gehört. Aufgabe dieser Permanenzkommisfiön wird es fei». Wer ditz R efOrm der Krankenversicherung in ihren gan-rus^undl«^» sowie ^die Losuvg aller , damit rusammenhangenden Fragen M heratm> »m die oft erörterten Mangel deS geg«twarttM Krimkeus VersichernngSgesetzeS zu bese'tigen und ein neue-, aUeüig Ml inedigtttdes Gesetz zu schafft«. Auch Hab« die Beriywr^W.' Antzst zngesilmmt, daß m dem auf'Antrag deS Dr. Verlauf >iagesed^ Ä»S" Veitreter« der Aerzte und Krankenkaffen bei stchtndm -i kleine» Komitee - zm Botckesprechnug der Soziabi iversichetungSreform außer den allgemein« Frag« auch die beabfichtigte Berernheittttzung der Kaff« besprochen wird. Der 8usam«e»br»ch des Bankhanse» ’ Berger. Die polizeiliche Untersuchung des Znsammenbrnchrs! deck Bankhauses Rudolf 'Müller u. Cie., der um die Mitte des Monats in Finanznnd Bankkreisew großes Äufsehmr erregte, ist von Regierungsrat Doktor Wejbor-a im Sicherheitsbureau nenmehr abgeschlvssen und heute wurden der Inhaber des Bankgeschäftes, fce«j 28jährige Rudolf Müller und seine Gattin Armaj M ü l l e x geborene Markovits, dem Aandesgericht rin-i geliefert. Wie schon damals berichtet wurde, hat Mülle« unter der Firma Rezsö Müller in Budapest ein Bank-I geschäft betrieben, dessen Filiale in Wien, Helferftorßevi straße, unter der Leitung feines Schwagers Dr. Hanß Markowits stand, der in die Sache gleichfalls ver^ wickelt ist, jedoch bisher nicht aus geforscht werde»' konnte^ Müller befaßte sich hauptsächlich «rit bonj Uebernressungs geschäften Budapest-Wien und hat, wie ftfrj richtet? Lei Diesen Geschäften in der letzten Zeit sehr große/Beträge, zumeH in Budapest, etnkassiert oder! einkassieren lassen, ohne daß der Gegenwert in öster-i rerchischer i Valuta geleistet, worden wäre. Müller b«-! hauptete f zunächst, vollständig. aktiv zu sein und seiwen- Verpflichtungen nachvomMen zu können, indem er dxy Nachweis zu erbringen suchte, d^ß der SchuLenlaA von 24; Millionen Kronen Forderungen in der Höhe von' 23 Millionen Dwnen gegenüberstehen. Es wur^ aber. KstAestelrt, ,dgß ein Teil dieser Forderung fräg-' würdiger'^Natur ist. Die Büdapestev. Gläubiger habötz insbesondere in Erfahrung gebracht, daß die Akriven, die Müller in Budapest zu haben behauptet, zum größten Teil fingiert sind. ' Es ' istbemerkenswert, daß dsq Bankier/erst seit dem 1'. April d. I. in Wien und Budapest eine Buchführung anlegen ließ und daß dir Büchführung nach Aussage eines Buchhalters seiner Firma, Karl Hauptmann, zum größten Deik mtf den Ängaben Müllers und Markovits» beruhte und^ zweifellos5unrichtige.Daten enthält. So habe Mülles in Budapest ein Konto auf den Namen Äjos Nag tji errichtet. Dieser Lajos Nagy ist der eine CaufsÄr Müllers' und die Ziffern, btt.'in dem Konto als Debxt^ Posten des Chauffeurs .fungieren, sind nichts anderes; alsdtt. Ausgaben für htt zchei Automobile, dtt Mülttri in Budapest ständig benützte. Die Gläubiger des .der-' hafteten Bankiers streben bis jetzt »och einen außergerichtlichen Verglich an. Da ein großer Peil der Ar.sstände angeblich in Budapest einzutreiben ist, iwttnte ein klares Bild über dtt Lage des, nW gewoMLu werde«^ . ^'7^

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