Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 866 (25.6.1921)
- Date
- 1921-06-25
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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-Skr Lien, Eamrtag WienerMorgenzeitmiz 25. Juni 1921'" -8. 868 Die forderunden der Wiener jüdischen Bevölkerung. Sine Rede Dr. Plaschkes' im Gemetnderat. Der Wiener Gemeinderat begann gestern nach- Mittags die auf sechs Tage berechnete Budget- Beratung. Der städtische Finanzrefevent Stadtrat!8Zreitner legte in einer großangelegten Kede sein ^Exposee vor. Ausgehend von dem Zusammenbruch un- .serer gesamten Wirtschaft, sowohl in politischer als H» volkswirtschaftlicher Hinsicht, und den Sturz der Krone in den letzten 24 Stunden erörternd, gab «r .eine übersichtliche Darstellung von der Finanz- und Wteuergebarung der sozialdemokratischen Gemeindeverwaltung, dabei nicht verkennend, daß wir bereits an einer Grenze angelangt sind, wo die Steuerkräft der Bevölkerung ihren Höhepunkt zu erreichen im Begriffe Lcht. Der Reserent gab aber auch seiner Ueberzeugung Dlusdruck, daß sehr viele Anzeichen bereits von der ^beginnenden Gesundung Wiens zu bemerken sind, beisonders im wirtschaftlichen Leben. Das beweise der intensive Wiederbeginn des geschäftlichen Lebens, die wieder in Erscheinung tre.ende rege Wiederanknüpfung Unserer Geschäftswelt mit dem Ausland. Er gab schließlich, nachdem er die einzelnen Posten des Voranschlages gesprochen, der festen Zuversicht Ausdruck, daß Wien tn naher Zeit schon einer vollen Gesundung entgegengehe. Die einzelnen Posten des Voranschlages sind bekannt, wir haben sie bereits detailliert veröffentlicht. Erwähnt sei heute noch einmal, daß das Defizit 1*7 Milliarden ^beträgt. Die verschiedenen Parteien nahmen durch ihre Hervorragenden Führer in langen Ausführungen «Stellung zur Vorlage, welche sie natürlich von ihrem ^Parteistandpunkt behandelten. Hiebei kam es selbstverständlich wieder zu einer Abrechnung, besonders Hwischen Chcisllichsozialen und Sozialoemokraten. Die?restlich sozialen Führer Kunschak und Dr. Kienöck übten schärfste Kritik an dem Referat, welches angeblich ganz vom Parteigeift diktiert sei. Der Deutsch-^ Eatwnale Erntner lehnte im Namen seiner Partei irzweg die Vorlage ab. Der Tscheche Klinisch polemisierte in scharfer Weise gegen die Christlichjprzialen und Deutschnationalen und versicherte die Sozialdemokraten se.nes und seiner Parteigenossen Verhaltens, obwohl die Sozialdemokraten auf die beköstigten bekannten Forderungen der Tschechen bezüglich per tschechischen Schulen bisher noch wenig reagiert Haben. Emen politischen Zug in die Debatte brachte Dr. Plaschkes, Melcher mit seinen Ausführungen das Haus in größter Mpcrnmrng h.e!l. Wir lassen hier die interessante Rede »lgen, in welcher er in unerschrockener Mise nicht nur >ie gerechten Be,chwerd.n der j[iiyi[cle.t Bevö..e<u, g. ',onern auch ihre Postulate verrrat. Er stellte davei die 8n letzter Zeit Le,anders stark austretenden wüsten Judenjhetzen an ven Hochschulen, in den Sportvereinen usw. jlwb deren Urheber und Patrone an den Pranger. Seine iKlussührungen lösten im Hause eine große Wirkung!*U£ 1 Dr. Plaschkes Üihrte unter anderem folgendes.' auLr Man mag über die Verwaltung der sozrawemo irakische» Wehrherr deute«, wie man will, man mag den Abgang von nahezu 2 Milliarden bei einem 41/2-MrNiarden-Budgel. ungeheuerlich finden, eines ist sicher, es wäre im höchsten Grade ungerecht, die Schuld für vre Ursachen dieses Defizits her jozialdemorratrsche» Mehrheit anzulasten. Denn.Schuld daran tragen nur die Sriegssolgen und das, was aus unserem' Lande durch den Frieden von Saint-Germain geworden ist. kch mache auch gar kein Hehl daraus, daß die Ungeheuer- Uchkeilen, die zum Zusammenbruch unserer Valuta •*- der 'sichtbarsten Kriegssolge — geführt haben, die Tatsache, daß »wir heute bei einer .Devise LI Cents wirtschafte« müssen, dieses Defizit nur zu erklärlich machen. Es ist noch An Wunder, daß es nicht größer ist, wenn man es an berw dbO-Miltiarden-Destzit des österreichischen Staates mißt. Ich will natürlich nicht sagen, daß dieses staatliche Defizit unerklärlich ist, denn der Staat, der die Mehrkosten für Brot «nd Mehl trage» muß, der Staat, der 800.000 Menschen j~- die Staatsbeamten und ihre Angehörigen — erhalten muß, ptt Staat, der auch große Ueberweisungen an die Bundes- Linder zu leiste« hat, muß « ein großes Defizit geraten, Aber daß dieses Defizit unbedeckt ist und daß to\z noch immer der Lredithllfe entbehren, welche einzig und allein r Deckung beitragen könnte, ist eine traurige Tatsache, er deren tiefere Ursachen wir uns ja noch auseinandersetzen werden. Es sind schwere politische Fehler geschehe» und die st-lle« nicht verschwiegen werden: Dieser Staat hat sein politisches Ziel verloren und gibt sich geradezu selber auf. Die einen wollen nach Deutschland, die anderen zur Monarchie, die dritten wollen eine Dona »föderativ«, vber nur zu diesem Staate will eigentlich so recht niemand, fft dem man doch natürlicherwGse sich bekennen müßte. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß wir alle zusammen, halte« müssen, um diesen Staat und mit ihm diese Stadt zu retten, wir sehen aber täglich - und stündlich, tote man »ege» diesen Grundsatz handelt. Drei. Jahre l-üen wir schon Im sogenannten Frieden und tote sind '"'.jiUJj abgeschlossen. tote eine belagerte Stahl v.; Htgdt ist mit Drahtverhaue» umgeben, welche der Hatz und her Eigennutz tat Länder ausgertchtet hat, die eS bett geplagten Städtern unmöglich mach«, ihm Erholung zu finde«. Man will fU ichW mt. tezbw&Mf. smteern auch grshrcte» lasse», De»?«, anders ist dieser Tiro lar Reisescheck, diese Salzburger Fremdenabgabe und die steivischeAi:'- entbaltsbewilligung nicht zu erklären, womit'man uns immer wieder vorhält, -daß wir gegenüber den einzelnen Bundesländern Fremde sind wie die Ausländer. Das. muß au'bören! Da muß Abhilfe geschaffen werden! Und selbstverständlich :. gegen die Juden hat man noch eine liebenswürdige Zutat gebracht. Gegen die Juden hat man De» Arierpaeageophtt» eingeführt, zu einer Zeit, da er Roch nicht im Touristenklub Annahme gesunden hatte. Ein jüdischer Kollege aus dem Gemeinderat hat mir letzthin erzählt, daß er sich um eine Sommerwohnung beworben und auf einer Korrespondenzkarte die Antwort bekommen hat — es ist ein Kollege vp« der sozialdemokratischen Partei — ob er ein „Arier" ist, da N ich tarier in diesem schönen Orte bei Waihhofen an der Ybbs sich nicht erholen dürfe»! Und genau sy macht es auch die W a ch a u. Aber bei alle« diesen Dingen muß ich sagen, daß auch der sozialdemokratischen Mehrheit ein Borwurf zu machen ist, den« die Erfindung ist von hier ausgegangen. Sever hat in einer sehr bedauerlichen Weise Schule gemacht. Wir Juden werden uns von den Ländern, hie den Arierraragraphen eingesührt haben, und von den Städten und Gemeinden emanzipiere«. Man spricht immer von einer jüdische« Solidarität. Ich hoffe, es wird sich eine jüdische Solidarität ergeben, diese Gegenden nicht zu besuchen und auf das Vergnügen zu verzichten, sich eindrängen zu wollen, wo man nicht gerne gesehen ist. Daß die Lmder niemals aus dickem Haß peaen «nS und aus dem Haß gegen den Zmammerfickluß aller ix bicem Staate herauskommen werden, dar nichts besser bewiesen als eben d e Äbstimmungspropaganda, d« sogar den Bestand Wiens in Frage stellte. Diese Ap talion hat deutlich bewiesen, wie weit man die politische Bösivlligkeit weben kann. In demstlben Moment, wo man zur Enlcnte um Kredite bet'kln geht, hat man in T i r o l unter D? twirlung, der Sozialbemikra en abgcstimmt! Man hat 'ich aber damii nickt begnügt und das auch in Salzburg 'origefttzt. Aus Ranlüne bat man bie Sache noch ,o weit geirieben. daß man auch in Sleicrmark abstimmen wollte. Politisch unklua war das auf jeden Fall, denn in Zei en der Getehr eine unmögliche Situation >u schaffen, kann doch wahrlich nicht hie Sache ciner vorsichtigen politr ch«n Fübruna sein. Wir Jüdi'cknationalen. die ja auf dem Standppnlfi des Selbstbestimmungsr ch es sieben, das Sueben nach Einbett und Freiheit in un'erem Volke wecken und pflegen und rben darangehen, unser Volk nn eigenen Lande n vereinten, totr «önnen es sehr gut verstehen, day im deut chen Volke Oesterreichs da- Anschtntzideal besteht. Wir «erden niemals etwas dqgeae« tun, wenn das veuttche Volk >n Oeftcne'ck von diesem Stichen erMI ist. Das hat aber die Mehrheit zu beschließe» vnd wenn wirklich alle daran glaube« pnd von diesem Gedanken erfüllt sind, wl>d es anch mm Anschluß komme«. Drzu braucht man kine ggarelsivm Abstimmungen, die d«n Bestand umere- Staates g fährt«. Alle Oesterrcicher we>dm das einsrben, nur nicht die Deutscknarioualen. Diele Dmtschuatioualen sind für mich keine Partei, das sind die rückständigen Menschen, aller Parteien, welche mit ihrem Denken und Fühlen vollständig in der K'ikgszeit stecken und die nun vor den Trümmein stehen und nich» wissen, was sie mit fick anlangen sollen. Dah-r wühlen sie gegen den Staat und gegen die Juden. Das sind sehr b»liebte Dinge. die twmki wieder in eimm Zmammenhang ficken. (Beifall.) Da ist die Koalition derjenigen. die zum Beispiel im Antisemitenbund vereinigt sind, die F r o n r k L m V i e r, Studenten und andere. Im November des JahreS 1930 und im März 1S21, au dem Tage, der .der Erinnerung an die Freiheitetämpse gewidmet «ar, hat mau die Pygromschande a»l die Ringstraße gebracht. Die Bestialität mußte begangen werden. G'meindergt G r ü n d e ck: Keinem ist etwaS geschehen! Gemeinderat Dr. Plaschkes; Veizeihen Sie, Sie war« nicht dabe«. Aber der Herr S erp-k «rrd Ihm« er«« Bericht darüber erstatten. Er wäre heinadgeichlao« worden und wenn er sich nicht als Parteifübi« der CbrMchiloualk» entlarvt hätte, wäre es ,bm vaifiert. daß er als Jude geprstgelt worden wäre, (l’ebbafte Heiterkeit? Aber daß mußte so sei», weil die H o r i h y, Bphen gewünscht haben, daß auch in W>« etwas geschieht. Mau hat oaS Geld gegebev, hak den Unterricht -iteilt u,d «an «ar durch Delegierte auf dem Antisem,'entaa vertreten, ym die genaue AuStühiung zu überwach«. (G mernkeral Erntner lacht.) D« Herr Erntner kann lache», aber waS hat Herr Eininer getan, um dem Staat zu nützen? ©emcinöftat Erntner: Wer soll darüber nicht lacken? Gemeinderat Dr. P l a s ch k e s: Ab« Herr Ecntuer, Sie verstehen ja gar n^cht, was ich tage. GeM'inderat K l r m e s ch (Tscheche)- Ach werde Ihne» das da n übersetze«. (Heiterkeir.) Wir werdm aus Ihrer Rede ja entnehmen, wo- Sit für hie Gemeinde tun wolle«. Aber der Brief, den Ähre Partei an den ' englische» Heschttdte» Linvle» geschrieen, bat gezeigt, was Sie für Oesterreich tun wollen und was Sie imstande find, ob Sie Kan dl oder E r n t n e p beißen. Er bat g<ze>gt, was für Gcistc-kindcr die Großdeutfchrn find und wie ernst eg ihnen mt dem Inte, esse dieses Staates ifi, wen« sie den rnoli'chen Gesandten, der so große Macht Über die Kredite und . die Wiederaufnchlung Oesterreichs hat, t* einem B'iese aufltgel«. Was h-h,n die.Großdcutschen für den Bestand diese- Staates und dieser Stadt gclelstet? Jq, in Jalgu oder sonstwo schöne Exzesse mach?» und auf un er« Ringstraße Judenfrauen prügeln und I « d e« « 8 dch« » d i e K l e i d e r z «r r e i ß e n. dis ist deutsche Art »nd Sitte dertzeiren Ern tn er,Riehl. Volker und Aerzgb^k. Andere sind solcher Tatm nicht tahig! (Rufe bei der Mehrhett: DasdatderH<errErntnernotwendigaedabl!) Die Herren vom Antisemikeobugd habe» teiuk Beschäftigung, e» gcht ibnr» zu gut. Dg um wollen sie einen Jude» ka tost er Mkge» und durch ZwäckeniiLgereien von Haus zu HauS, von Wohnung zu Wohnung eine VoltSräHtuna der Juden veranstalte». Das t't vte rmzigt Arbeit, » lche di« Sem« lnst«. »m der m helfe»; sie sind vielleicht der Memuug» daß dadmch da.de» .. ..— - .. ...T‘ _ zwei Millionen Kronen, die för die Bolkszäkluna ousgegebe»! werde«, eine Eriparuug zu erzielen ist, wen» der Herr Erntner seine» Indeukalaster zur Bersügnng stellt. In der Frage des Antisem'tentaaes und seiner Folgen habe ich auch dnk sonaldemokrati'chen Paetn den schweren Vorwurf z» macken, daß sie dieses Pogrom'hficm einreinen läßt und mit Stillschweigen begleitet. Den zahmen Dringlichkettsantrag, den wir .»« Einvernehmen mit He,m Gemeinderat S k a r e t einbringen wollten, haben Sie nickt dvrckgelaffm. f ondern mir nahegeleat,^iiber di; Bübereien der Herren Riehl undGeuossen'm Fuge einer Debatte, welche sich mit dem Mehrau'wand für mt Sckul? beschäftigt, zu sprechen. Solche Dinge müssen besonderbesprochen melden und nicht nebenbei! Sie sind eS der Kultur dieser Stadt schuld g, solche politische Existenzen unschädlich zu machen, und ich werde den amtstührenden Stadtrat für d«e städtischen Unternckmulige» sraaen. ob er die Herren Riehl und Jerzabek zrv lrechtlich in Anspruch genommen hat für die Schäden, weiche dmch die Bube»., dir unter »hrrm Beteble «estauden sind, an de« städtischen Straßenbahnwagen geschehe« sind, und die Herren müssen herangezogen werden, denn sie haben grgenüber dem Ppl'zeivräsidmtr« vor Zeugen die Verpflichtung übernommen, für alle-, was nach der Beriammluna in dcr Bolkshalle vorfällt, zu haften. Es ist natürlich auch Sacke des Antiiemiteubuodes, die Juden aus öffentlichen Pofittouen zu bringen. . ' (Gemeinderat Grünbeck: DaS wird nicht leicht möglich sein \). Ich hoffe. Sie wcrde« es nicht znsammenbringen. und ich! hoffe auck. daß die Mehrheit der sre'cheitlickeq and ernstg-sinnreu und -gestimmten Bev-Ikeiuug Oesterreichs die'e Anschläge deS Antis?mUknbundes zuschanden machen w>rd. Aber die Herren sagen immer und schreiben eS auch »» ihrem Programm, daß es gegendieOstjuden geht, aber auf der Ringstraße habe» Sie gesehen, daß gegen alle Juden loßgegangk« wird, R emand hat ein?» Heimatschein vorweism müssen, ob er aus Diobobycz oder St. Pölten ist. lLebhafts Heiterkeit.) Darms sehen Sie allo, daß gegen alle Juden losgv-j aangen wird. Dort mrchen die Herren G:ntner und Riedl keinen« Nntei ichied. nur hier ist Herr Erntner etwas zahmer. (Lebhafte: Heiterkert.> Nicht .nur um den Uehertall aus der Ringstraße havdi'lt fS sich, mit dem Namen des Herrn Nredl hängen auch hie Dmgr zusammen, die sich im T o u r r st e n v e r e r u unb, Spoutlud abge pielt haben, und vor allem die Jnsamio auf der Wiener Universität. Und mit aller Deutlichkeit muß hervorgebobm werdm, wohin diese Stäite der Wissenschaft in der Führung der deutschen Burschenschafter und der Füchse der Bcrdindunaen gebracht wird.' Was «st aas unserer Univelsnät geworden! Wohin ist ihre« Henlichtest emsckwunden, w e es in rhiem asten Burichensted beißt?. Sie, die herrlichste Leuchte und der Kulturbefitz unserer Stadw eines der herrlchsten Güter, die die Wissenschaft üb-'rbaupk aufzuwe'sen hatte, ist hrute der Tummelplatz wüster deutschnationaler, antrsemrtrschcrLerden-i t ck aft yewo dr». und zwar deshalb, weil -sich einzelne Professoren leider Herbeiließkn. sich vor« Anturmitenbund ins Schlepptau nehmen zu lasse«. Und wie auch! Dc. O t t o B a u e r erfahren maßte, haben die Herren statk der geistigcn Waffen andere, schlagkrä'tigere Argumente sich angewöhnt. So wollen Sie dm Ausichluß der Juden oder! wen gfims dm Numerus clausus cm der Wiener Universität.^ Es sind d?e Herren Schwind unjd D o v s ch, terner er» acwftier Blumauer und Professor H a b e r d a, bereif Namen man sich sehr gut merken muß, die den rüdesten Anti» «emitismuS auSgcköst haoen und den FriedenSverlrag und diekstexreichrschm Gesetze «ach den Vorschriften der Brerbaysfüchse irgendeiner Studentenverbindung mrelchi klieren. Das nennt sich! Hochschulkammer, die dort dirigiert. Die Folge davon! ,st. daß da- Auiehe» dieses Leuchtturmes der Wissen» schaff. dreier ersten österreichischen Universiiat, der alten Alm» «mtet Rudolphina, fast vollkommen geschwunden ifÜ ES ist nicht wahr, waS dre Herrm Proscfform ihren Kolleam irr Oxford mitgetült haben, die Wiffmfchatt kenne kernen Unterschieds Es ist durch dre Taten zur Unwahrheit geworden. Denn die Wrssenschaft an der Wiener Universität kennt einen Unterschied zwischen Deutichen und Juden. Wmn Sie wissen wollen, warum io v efi hervorragmde Lehrer von dieser Universität abwanderu,' so rsi eS nicht bloß die strmde Valuta, die sie reizt, denn unsere; Professor« haben gehungert vnd die medinnüche und juridische Sckule zu Ehre« gebracht. .Es sind vielmehr die bestehenden Verhältnisse, die einen D w o x' z a k ins Grab gebracht und eine» Strzygowskh anekeln. Weil unter der antisemitischen Hetze der wissenschastlichei Vrtrieb' seidet. toostm %S Proteffprm der Wiener Universität abwandern. Wen« große«, weltderühmtm jüdischen Professoren ei» Herr Kermaunrr vorgezvgm wird, bloß weil er Arm ist^ muß der betroffene Gelehrte von Wren weg. Hin in Wien fönnt^ nicht einmal G,»sgfs«» Ei»stein eine debrkanzek hekommm^ der doch einer der bedeutmdstm Gelehrten ist. Er. ist eben e'n Jude! Aber er ist der einzige Mann»' der in England nach de« Kriege in deutscher Sprache Vorträge haste« dur'te^ Und dieser Jude, dieser Stolz der Wissenschaft,' dieses Muster der GkllnnungStüchtigkeit, könnte in Wien keine pn versttälSvrofessur b kommen, weck er ein Jüdischnationaler pnd kein Arier ist. So wett ist e§ bei unS mit der Wrssenjchaft und ihrer Lehre gekommen. Wenn es noch der her Wissenschaft bliebe! Aber Professor S 4 a t r e» f r o h hat sich mit der Mensa academica ein «ngehtures Siück Antisemitismus geleistet. Er bat die jüdrschru Studenten ans der K«w» ao*derm», btt mit jüdischem Geldi gegründft «uh «halten wird, ausgeschlossen. Sie wären ve« bUNg«1, wenn eS ihn « nicht gelungen wäre, mit Hilfe der AmerrMnchk« Hilfsatt>ou für sich uns die Studenten eine neue p4omM»e»d»mje» « der Alserfiraße zu errichtm. DaS war ade« de» «irre» ein DoiN rm Auge und da babm dre deu scheu Buricheu'chaft« tiueS Tageunsere jüdische Hsssnsa ausgeräumt und hie jüdischen Studenten verprügelt. Es ist hock a« der Zeih daß rndlich sefigestellt wird, daß nicht ein H rr Schattenfroh umspringen kan«, wie er will. Es handelt sich darum, daß derartige Berfylgungen der Lehrer und Studenten in HiN' fuftst nicht geduldet werden dürfe» vnd daß dre Stadt Wien Nlch;, dMkt, daß diese Verfolgungen fortgesetzt werden. HMe Stadt wird sich selbe? nütze», wenn sie m i 1 und e » kW lassen gegenalleoffenem und v e r* f (Hefte*ien Versuche, die Gleichberechtigung derjühtsche» Bürger durchGeseye anzu« t«rf r anftrete» wird uyh mit »nS den »ffenetf tunst ßt$tn IN» pDUtifche» rmtz wirtschaftliche» Autisemi« tiomns, hef ßiu Brandmal am VolkSkörper ist. Ich. habe Ihne» gezeigt, man tchläat oenSack und meint denGsel, man schreck„Osijnden nnd mezntalleJnden, ja mau meint noch etwasgauzaudereS. Lasse« p>te p»S nicht täuschen j Wir sind der Mernnng. daß man die Beamten a b h a u e» soll, ab« wir duld« nicht, daß nur die