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Wiener Morgenzeitung · 1921-06-24 · Heft 865 (24.6.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 865 (24.6.1921)
Date
1921-06-24
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Cfcite 4 _ Wien. Freitag Simi deS deutschen Rabbi« erverbandes die Annahme .einer Resolutis» für die Beteiligung a« Aufda« Palästinas durchsetzte, sprechen. Judenverfolgungen -er oberschlesischen Insurgenten. Posen, 20. Juni. (JSd. Korr.-Dur.) Auf dem Bahnhöfe!G k a l«r e r.z tz e e überfielen die polnischen A u f st 8 n d i-!f ch e» ' die d u r ch r e i s e« d e n I u d e n. von dmen -viele s ch ver verwundet wurden. Als die Verwundeten Wasser holen wollten, um die Wunden zu waschen, wurden sie vom Bahnhof weggeiagt. Danzig, IS. Juni. (Jüd. Korr.-Bur.) Heute fand > in Posnr eine große Demonstration gegen Iud«e » und D e n ts ch estatt, bei der Pag r o m a u f r u f e verteilt w«de«. Pas j ö bische Viertel wird von bewaffn et'e ». jü d'i sch e « S t » d e u t e n -bewacht.. ' _'' . ■ Dakzig wird vo» Pole« verteidigt. Paris» 23. Juni. (Trl.-Komp.) Der Voderbuüdrat hat ^Sher die militärische Verteidigung der Stadt Danzig folgende» -Beschluß gefaßt: Die polnische Regierung, ist besonders dazu geeignet, d.ie Verteidigung Danzigs zu übernehmen und für dir Autrechterhaltung der Ordnung zu sorgen für den Fall, daß die Dxtsvolizei nicht ausreicht. Dir Verteidigung Danzigs koznmt dan» m Frage, wen« dessen Gebiet von einem angrenzendem Tande hedroht wird oder wenn Polen durch irgendeinen Grund 'diejenigen Reckte nicht mehr , genießt, welche ihm in der Kon» venüon yom Jahre 1919 zuqesprochen wurden. Aus dem Danziger Hufe» soll ein Stützpunkt für Polnische Kriegsschiffe gemacht werden, ohne dadurch hier eine F l ö t t e n b a s i 8 zu errichte». ______ Tagesbericht. Wahlrecht der Kultnsgemein-e. ' -' ZMfür heute anbepaumte Sitzung des Kultus-- soopstanW/tveLche der Frage der Wahlrechtsreform -galt vnd'iSinW.htzHglLchen Antrag, der JudischnationalLn be-- handeln.sollte, ist im letzten Augenblick abg.fagt.worden. Die.' Frage der' so nötig gewordenen Wahlreform wird, -baß. auch in der Seitenstettengasse wissen, jvicht .meh^.'vöm Tapet verschwindend und hie derzeitige Majorität wird gut tun. den Gedanken an alle Berßchkeppungsabsichten beiseite zu lassen, weil die'bLtvußtjüdische Wiener Bevölkerung nicht länger grjwillt ist, diesen Zustand weiterdauern.. zu. lassen, der!nicht nur eine Schunde ist,, sondern die-Gemeinde hem Maufhattsamen. Zusammenbruch zutreiben müßte. . Dienstag Ideü 21. 6. Mfand im Äersammlungs-!Lokal des Jüdischen Mationalra.es für Deutschösterreich!eiye Versammlung ' «Lchtwahlberechügter'' '-Kultussteüer- Hatzl^r -statt.' Nach Änkjörüng des Berichtes - des ^Komitees der nichtwahlberechtigten 'Kultussteuerzahler wi/M.' foHende Ne so l ütion einstimmig gefaßte j.' '' 1. Die Versammlung nimmt mit Entrüstung zur We^rtnirr. -daß bei. her geplanten Kültuswahlresorm nur den 'tn"Deutschosterreich Heimatbere chtig. -1 e'^,. beziehunstsneise im Besitze der dchr schösterre.chischen '0,t aa t s b ü r g e r s ch a f t st hend n, Kultussteuer-> Zahlern.das'Wahlrecht zuerkannt wird. Sie stellen fest, baß Mrtglie8' der jüdischen Gemeinde ein jeder hier '.wohnende Jude, ohne Rücksicht auf seine ^Staatsbürger schuft. sein kann und muß. {; 2. Die Versammlung fordert, daß die Kultusfgemeinde im Anteres.se der jüdischen Solida- •x i t a t und selbst aus Rüchichten auf die gegenwärtigprekäre finanzielle..L,age der hiesigen Kultus- .geMindc.„allen Juden die Möglichkeit gebe, an dem MD b K-ü' des jüdischen 'Gemeindelebens keilzunehmen lundtihnew das f^hlrecht zuerkenne. i. 3. Die Versammlung nimmt mit Befriedigung zur .'Kenntnis^daß-die jüdisch nationalen Ver tre'ter in der Kultüsstube als e'i n z i g e ' mit Würde und 'Mut für die Zuerkenslung des'Wahlrechtes an alle jüdischen Einwohner und für die Einführung eines' auf! ttt o $ € x. ii c. \i Prinzip ien au fgebauten Wahlrech tes 'eintreten, sprechen.ihnen vollstes Vertrauen aus 'und fordern sie'auf,, weiterhin in ihrem Kampfe um jfcie Einführung eines a l l gern ei n e n Modernen Wahl- 'rechtes für alle Juden, ohne Unterschied der Staatsbürgerschaft, auszuharren. j -* 4. Die Versammlung beschließt, die jüdischirrationalen Vertreter in der Kultusstube in ihrem Kampfe voll und ganz zn unterstützen und ersucht sie, die gefaßte Resolution als Willensausdruck sämtlicher nichtwahlberechtigten Kultussteuerzahler, irr der nächsten öffentlichen Sitzung bekanntzugeben. Zwanzigstundenstreik der Apotheker. V Wie berichte!, hat die Gewerkschaft ber angestellterr Apotheker für Montan einen zwanzigstündigen Streik proklamiert. An diesem Tage findet um 3 Uhr beim „Wilden Mann" in Währing eine große Versammlung der Angestellten, der Apotheken statt. Ohne Rücksicht auf den Dienst werden die Apotheker.um 12 Uhr mittags die Arbeit niederlegen utzd sie bis zum 28. d. M., 8 Uhr früh, Mhen lassen. Auch « dar Landeshauptstädten > finden Versammlungen., mit ZOvStunden-Streik statt. Die Versorgung der Bevölki-rung mit Arzneimitteln, wird nicht darunter leiden/ da die ThefZ der sind. für. de«. tvetteren Ketrich _ Wicrier Ä^orgenzertung . 111 " >*,» >>»»» » >» — >>«»»»>» MttteilMge« ans dem Publikum. # Anlässlich der Verlobung meiner Schwester ,Dora Wolfmann aus Radymno mit Herrn Josef Friedmann ans Zloczow gratuliert herxliehst A. Wolfmann 0002 ■■ ' j / .Berlin zür^vermahlUng des Fräulein Dora Balsam mit Herrn Julius Schein . gratuliert herxliehst Familie Greissmatm 0-» Wien i ihprt Mmv ÄMSM - imras ■ iT"^ nlUöll IfiaiMül |„ 8 (seH iSB6)s 24. 3mti 1921; Rr. 865 War«« die dentschnattonalen Eise«- bahubeamte» streike». Die dmtschnationalen Elsenbahnbeamte» habe« beschlossen^ daß die nichtsozialdimokratischen Bedienstete« bei der Aspaugbahr heute Mitternacht in den Streik zu trete» habe«. Die Grünt für diesen frivolen Streikausbruch sind folgende: Die Deo des Heizhauses der Aspangbahu haben Plakate für eine «ammlnng der deutschen VerkehrSgewerkschast rm Rathause, kleben lasten und diese wurden angeblich von sozialdemokratische«! Parteigängern herabgeriffeu. Die habe« die deutschnationale» Be»! amten zum Anlaß genommen, um einen Streik zu proklamiere»^ Es ist zu erwarten, daß sich der Verkehr auf der Aspaugbah«^ ohne die deutschnationalen Terroristen vrel bester abwickel» wirb.! Die Herren scheinen wirklich viel zu viel Zeit zu habe», weu» M solche Streikbeschlüst« dmchführe«. zu sorgen. Der Reichsverbandsrat, der sich als Streilkomitee konstituiert hat, hat beschlossen, 'für den Fall, Ms der Streik •- zu Entlassungen führen' sollte,' den ' Generalstreik zu proklamieren.' Ab 1. Juli wieder Weitzgebäck in Wien. Gin Deschlnß der Wiener Bäckermeister. Der Verband der Bäckermerster berief für gestern nachmittags'in den großen.Saal der Genossenschaft der Bäcker eine Protestv'erssmmlung Vin, um gegen das andauernde Verbot der Weißbroterzeugung Stellung z» nehmen und zn beschließen» endssch zur Selbsthrlfe zu schreiten und v o m 1. L u l i a n mit ber We i ß b r o t e rz e u g u n g zu beginnen. Die Versammlung war massenhaft besucht, die Wiener Bäcker hatten sich fast vollzählig erngefunde«' Der Vorsitzende, Berbandsobmaun EileS, verwies in seiner einleitmden Rede auf dre Wicht'gkeit der. zn beschließende» Kundgebung und betonte, daß Wien allein unter allen Großstädten der Welt im dritten Jahre nach deur Kr,ege noch des Weißbrotes entbehrt. Der Referent G'mrinderat Korber führte sodann im wesentlichen ans. die Korruption sei eine untrennbare Begleiterscheinung der staatlichen Bewirtschaftung. Nicht nur für die Gewerbe, sondern auch für die Konsumenten erwies sich die staatliche. Bewirtschaftung als ein großes Urbel. Der Staat hat iür die Kosten der Brotversorgung ungezählte. Milliarden autzubr-ngen 'und die 'Bevölkerung erhält das denkbar schlechteste Brot. Die Bevölkerung ist des elenden Brotes bereits; überdrüssig. . geworden. Wenn das Brot zum ^menschlichen. Genuß . ungeeignet ist, werde« die Bäcker beschuldigt, daß sie mit dem Mehl „manivulierenE, daß -sie daraus Weißbrot erzeugen.Vergebens verwiesen sie daraus, daß daS! zugewiesene: Mehl zu jede« andere«. Zweck aubraüchbar sei. Nun sei das System der staatliche Bewirtschaftungschon., mehrfach durchbrochen worden. Außerhalb Wiens wrrd schon seit Monaten besseres Brot gegessen. Eniekne Landesregierungen haben die endMtige Sntscheihntig dtt' Bundesregierung gar nicht übgrwrrtet,'unh die Deibbroter-nr-ung gestattet. I» Wie« wollte man bisher von einer solche» Mckstcht- «ahme nichts w sse« »nb beß alle Einschränkungsmaßnahmen fortbtstehen und w>eS dm Broterzmgern das allermiserabrlste Mehlzw Dabei gab man dem Drängen einzelner Korporationen doch so weit «ach, daß mau die Einfuhr vnd den freien Berkauf' ausländische« WerzMMhleS gestattet. Die nächste Folge, war ein Umsichgreistu deS Sch l e i ch h a n d e l s mit Weißbrot und Kleingebäck und ein m^kwütvigrS Erlahmen der lleberwachungsbehörden gegenüber dem maffmhaften Auftreten von verbotenen Backwaren bei den Zwischenhändlern. Man siebt überall WeißgebLck seilbitten, aber belästigt mit Revisionen und Konsiskationen werden nur die Bäcker. So muß daS Bäck-rgewerbe seit Mona en zusrhen. wie Schleichhändler, private Unternehmer, Hausierer mit Weißbrot güte Geschäfte machen, nur der Bäckermeister davon ausgeschlossen blreb. Es ist unter diesen Umsiäude« doch die natürlichste Sache der Welt, daß die Bäckermeister diesen Geschäften, die sich vor aller Augen so schwunahaft entwickeln, nicht länger tatenlos zusrhen wdllen. Die Genossenschrft traf Vorbereitungen für einen gemeinsame» Mehleinkauf und hat bereits amtrikanssckes Weizenmehl in größeren Partien e-ngekanit. Im Smne feiner AuSlührungm beantragte hierauf der Referent die Annahme einer Resolution, in welcher erklärt wird, daß die Bäckermeister Wienvom 1. Juli an mit der Weißbroterzeugung begmnm werdr«. In - der' Resolution'wird ferner darauf hingewiesc», daß in allen Länder» der Republik, auch in allen größerm Ortschaften Nredero'terreichs die Bevölkerung schon Gelegenheit hat, Werßtzeback zn genießen und daß auch die Wiener nach den vielen und schrecklichen Entbehrungen ein Recht auf genießbares Bro. habeni Vorstandsmitglied der Genossenschaft Herr E l r S machte aufmerlsam auf die gefährliche Konkurrenz für dre Wiener Bäcker, wmn 'aus der Umgebung Wiens das WeißgebLck nach Wien gebrächt wrrd.' wo dre Erzeugung verböten lei. Unter allen Umstanden-müsse am 1 Iulr mrt der,Weißgebackerzeugung begonnen werden, man werde sich durch n i e m a n d e n an derDurchf ü h r u n g behindern lassen. (Lebhafter Beifall.) Gememderat Z i m m e r l sagte, das Dundesmrnisierium für Ernährung sei datür verantwort sich, wenn die Bevölkerung noch mmrr ungenießbares Br ot erhalte. Er foidert' unter stürmische« ^Kundgebungen die Bäcker aus. endlich zur Selbsthilfe zu schreiten, man dsirie ein Gmerbe^nicht zugrunde aehen lasse« wegen der Unfahwkeit leitender Personen m der Regremng. (Lebhafte Zustimmung.) Vorsteher Kommerzialrat B r e» n i g appellierte an die Eiyigkert der Wiener Bäter und>emp ahl die E nfiihrung eines E r « h e i t S a e b ä ck S. Ueber Form und Preis werde nu Laufe der nächsten Tage beraten werden. Nach nnem Schlußwort de» Vorsitzende» Herr» Eiles wurde die vorgeschlagene Resolution unter stkr mischen Beifallsl k»,dsed«»sm «i»-r«jnig «»tze»»««r«, Bemerkenswerte Wohnuugs» auforderunge«. Das Wohnungsamt der Stadt Wie» < hat m d« letzte»! Zeit eruige größere Objekte angefardert. Bekanntlich hatte die! Warenverkehrszentrale m Llgurdatto« das Hotel de l'Europe, ll.,1 Aspernbruckmgaffe S, «idenechtlich Hotelzwecken eutzvge». ES'I wurde nun,, ebenso wie daS Hotel Kronprinz R « b o t y 11., Afpernbrstckengasse 4, das die liquidierende Lederzentrale fct»j nützt, angefordert. Auch die Anforderung größerer Wohnungen! ist in den letzten Tagen in größerem Umfang zy verzeichnen. Gor wurden l«, Weihburggasse 32, dem Wohnungsmhaber Doktari Kupelwieser 'fünf Zimmer, l., Kärntnerriug 17, de kf Po l n r f che« HaudelSmifsion sechs Zi«n»«»i 1., Smgerstraße 16, die Absteigquartiere der Familien R a t ib »tj und Auer s p e r g angefordert. Im Hl. Bezirk gela»gteM über 20 Wohnungen mit fünf' und mehr Wohnrüumm^ darunter dre Wohnung Kinfkh» Ul., Veithgasse 3, drei Wohnung W i ck e» bürg. Ul., Salesianergasse 4,' die Wohq nung L e d e b o u r, UI.; Satesianergasse 33, zur Anforderung^ InHoyosgasse 5. wurde die Wohnung des Generals H o h o . und I., Am t Gestade 1, käme» t ü n f W o h » u n g .e « Ludmilla S t e r« i u g e r, Besitzerin eines F r e « d e n»1 Haus e s, 'zur Anforderung. Angefordert wurden weiter däSj Palais H a u g w i tz, Krugerstr aße 10, und XÜI^I Lamzerstraße 452 dre Villa des Dr. Miller-Aich h » l |J Die Anforderung von überzähligen Wohmaume» er-' folgte im Ul.. Bezirk allem in mehr als 25 Fällen. Im XlX.Be» zirk wurden unter anderem in drei Villen unzulänglich benützte Raume angesordrrt, «ud zwar in der Brlla K u f f n e r, XlX.^ Gymnafiunistraße, beim H e r a u s g e b e r des „A b e «V3" C 0 l d e r t, XIX., Felix Motilstraße 41/ und die Bille^ S ch w e i n b u r g, XlX., Billrothstraße. . Dir Entlarvung. Obwohl heuer von einer „Sanven-;.. gurkgnz«^. im zertmrgstzblichen- Si»«e kaum gesprochen werdttv kann, opfert daS .^Deutsche Bolksblattt^ vom' 23. d. M, nicht weniger als "fünf Spälten feines Wfibaren NM«tÄ---ldÄk- ^thüllnnx von jüdischen-Dtz1therrschaftSplLn«r an der Ha«d des famosen .Meisen vioN Zion^votokülks, das schon länM zur anttfemitifchen „Seeschlange" geworden ist und jedenfalls/ ein kulturhiftorisch^ äußerst interessanter.Maßstab dafür tst^ was man im 20. Jahrhundert einem ,^dsutschchristliche«^ Leserkreis znzumuten wagt. Wie groß diese Zumutung an die Leichtgläubigkeit und die Dummheit derer ist, dte biesg Sache ernst nehmen sollen, geht ans jeder Zeile hervor,^ am krassesten wohl aus der Stelle, die uns Juden bas Geständnis in den Mund legt, daß wir der Welt nichts Gutes zu geben habm! „Denn uns stehen nicht jene geistige^ nnd sittlichen Kräfte zu Gebote, welche aus dem Christentum fließen " D'a's sollen die nationalbewußten Führer desjenigen Volkes gesagt und zn Pwdokoll gegeben haben/ das von allen Völkern 'der Erde am meisten für seine» Glauben gelitten hat, und zwar mit einer Freudigkeit, die besser als alle Worte von der - im tiefsten Innern diese8>s Volkes wirkenden geistigen und sittlichen KtkafH feines Glaubens Zeugnis ablegt. Die erhabene Geschichte tes* jüdischen Volkes, das der modernen Zkultur ihr' sittlichetzj .Fundament geliefert hat, nach dessen Abzug von der vitzl^ gerühmten „christlichen" Zivilisation gerade' die JN4 lquisition/die Vlütgerichte der Religionskriege und bas Ptona^ -Hejjas-Schergentum als die markantesten Träger deS je^ weiligen „christlichen" Kurses' in Ertropa übrigblieven, üver^ thebt uns der Notwendigkeit, gegen dieses Pamphlet ernsihafd lzn polemisieren. Wir glaubten es nur registrieren zn sollen^ weil das jüdische Volk,'über das die „geistige und sittliche! Kraft" des Ariertums fo viel Tragik verhängt hat, aüch^ die'Komik genießen soll, für die unsere Gegner sorgen, - /iij' Wozu in die Ferne schweifen? Vor einigen Tagen Ijtot eines jener zahllosen Blutgerichte, mit denen der „christliche Kurs" allerorten, wo er von den Negierenden eingeschlageü wird/ seine höhere kulturelle Weihe dokumentiert, ein) Jubiläum' gefeiert". Es waren 300 Jahre seit btt berühmten Pr a g er Rebellen hinrich tung verflossen und? die' . tschechische Presse hat äuS 'diesem Anlaß viel Drucker^ schwärze verschwendet. Wir müssen der „Reichspost" beipflichben^ wc»n sie sich darüber wundert, „daß die mit B ln tgerich ten ivtel schauerlicherer Art gesättigte Gegenw au t noch Räum und Luft hat zn langen - Betrachtungen! über die Hinrichtung der zwei Dutzend Aufrührer «rf de,«' MtstLdterring in Prag vor 300 Jahren". Damals steckte ja 'die ,/hristlich^ Kultur des Mittelalters der Menschheit noch in den Knochen und daS grausame Foltern, Martern und Hmrichteu zur „höheren Ehre Götter" beherrschte die Tages- und Weltgeschichte. Seither ist aber die europäisch« Menschheit durch daS Pad der französischen Revolution und des HumanitätSidealS der Ausklärung geschritten, nnd baß sie sich trotzdem gegen blutige Rückfälle in den „5k»rS" der PNW«tzs, HBa» »»Nd <aa3kxtxt dte «uf die Zeit ch«B 9 5764998911

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