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Wiener Morgenzeitung · 1921-06-21 · Heft 862 (21.6.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 862 (21.6.1921)
Date
1921-06-21
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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r Sette 4 Wien, Dienstag Eine andere Jntervellation der Abgeordneten G riinb aum. Hartglas, Farbstein und Genossen befaßt sich - ünl der vom Arregsmnnster-.nm und Jnnenministerinm gerade I zu planmäßig durchgeführten A n f o r d e r tt ng v o n » kal e it j ü di sch «kultureller Be re ine, wobei überdies von den -Behörden daS . Gesetz, welches den Stadtgemeindrn die Beistelloug von E r» ij atzloka len an nmrschaitlich und kulturell wichtige Organisationen zur Wicht macht, in diesen Füllen nicht beachtet wird. Die Interpellation zählt nttlt. als s r'e b z i g ' solcher F ä l l t a u s, Tn denen Bibliothekslokale, jüdische Schulen, die Lokalitäten iiibt» lscker Handwerkervereinigungen, Konsumvereine, Lehrkiämer ufw. mißbräulrch requiriert wurden.-Ferner wird die dem Gesetz widersprechende Prons der Behörden^jüdisch-kulturelle oder wntschaftliche Orcranisattvnen a a f z u t ö s e u, Beschwerde geführt und darauf hingewieien, daß ber der Neuregistrierung der-Vereine die jüdischen häufig nicht bestätigt werden, während rein polnische Bvhtottgelellschafte «ohne Schwierigkeit die neue Bestätigung von dru Behörden erlangen.". Die Jnteipellanten weisen darauf hin, daß durch dieses Vorgehen die Staatsgrundgesetze verletzt werden. . Wegen der (von uns bereits gemeldeten) Exzesse in Ostrowo brachten die-deutschen und die jüdischen Abgeordneten eine gemeinsame Interpellation ein, aus welcher hervorgeht, daß etwa iö Personen in C’lvotoo beraubt und geschädigt wurden. In elf Geschäften wurde der Schaden bereits abgeschätzt und beträgt etwa 1*/, Millionen Mark. Die Interpellation erklärt, daß die EUesse gegen die Deutschen und Juden tn Ostrowö p l a n in ä ß i g vorbereitet waren, daß die Polizei von diesen Vorbereitungen Kenntnis hatte-und nichts veraylaßte, um die Gewalttätigkeiten zu verhindern. Dre Interpellanten fordern die energische Durchführung einer Untersuchung gegen, die Schuldigen. ... Aufhebung der Rechts-eschriinkurigerr für Jude» in Pölert. Warschau, 19. Juni. (Privat.) In der letzte» Sitzung der juristischen Kommission des polnischen Parlaments referierte in Anwesenheit der Vertreter. des Justiz« und des Kultusministeriums der Abgeordnete Hartglas über die noch aus russischer Zeit übriggedliebenen Rechts beschränkunge« für die nichtchristliche Bevölkerung in Polen. Nach lebhafter Debattebeschloß die Kommission, an. die Regierung die Auffordkrnng zu -richten, in der ersten Sejmsitzung nach dm Sommer« ferrerr Mitten Gesetzentwurf dem Parlament vorzulegen, durch den a l! e R e ch t s b e s ch r ä n k u n g e n, die aas der Zeit der' rufiischen Herrschaft für die vichtchristliche Bevölkerung in Polen m Geltung''.geblieben find, a h geschafft werde« sollen.' 7. v. ' * ' ■ Die/ Schlftnkkonzessionen in Polen. Warschau, 19. I^ni. (Privat.) Bei der gemeinsame« S rtzÜNg > der - -Dübgetr, HhndeP-' und MWsen'-Kommissilur des' palmfchru Parlamruts würde über die "..Ausführung deS 'PärlaimntLbeich-uffis au^ B e rr i u g er u.n g. der Zahl der Ver^>. kauMellew ffir alkoholische.Getränke beraten. Dabei wurde mit StiniNlenurehr heit brschlpffen, dir Durchführung dieses Hnlamentsbeschlnffts biZ. zuvr .1. Jänner 1922 zu verschieb In. Aus der ukrainischen Hölle. Lodz, 19. Juya (Püvat.) Bon der Sowjeibehörde wurde in der Ortschaft S w e n i g 0 r f k a (Souve^nement Kiew) ein Geheimbund entdeckt, dem etwa 300 Personen aus der christlichen Bevölkerung des Oites, darunter Lehrer. Aerzte und andere, angehörten, die sich zusammengrtan hatten, um die jüdische Bevölkerung d es Ortes aus zu rotten- Zwanzig Rädelsführer wurden, verhaftet und b-m Moskauer Gericht überstellt. In Ä) 0 ch n i e w k a wurden drei angesehene 1 n d i s äj't Bürger von einer Bande ukrainischer Bauer« c r f ch o's-s e n.' > Die Sowjelregierung. hat, wie es heißt, Palästina-Emigranten die Ausreise über Baku ermöglicht. Die letzten Pogrome haben wieder einen «ent» Flüchtlingsstr 0 m v 0 n m>e h r als' 7000 e r s 0 n e n' an die rumänische Grenz« geworfen. Die neue russische VerpflegungspolMK. Versuche zur Hebung der Arbaitsprod«ktlvität. Moskau, 20. Juni. (Fnnkspruch.) In der altmssifche» Verpslegungstonfercuz hat S w i d e r s k i über die neue Ber-- Pflegungspolrtik Bericht erstattet. Er wies darauf hin, daß die Friedenswirtschaft die Hebung des Bauernstandes als ihre erst,' Aufgabe betrachten muffe, ohne die auch die Entwicklung der Nationalisierte» Schwerindustrie unmöglich fei; daher die Verkleinerung der Naturalsteuer im Vergleich mit dm bisherigen Abgabe« der Bauernschaft. Namentlich sei der Geldwert der Naturalsteuer per Kopf kaum ei« Drittel jener Stenern, die vor itig Kriege gezahlt wurden. Moskau, 20. Juni. (FuuVpruch.)' Laut Verordnung des Rates der Arbeit und Verteidigung wird in einigen nationallsterten Unternehmungen zur Hebung der Arbeitsproduktivität probeweise die kollektive Verpflegung und Entlohnung der Unter" «ehmimgür eingcfühl t. Die Unternehmungen erhalteu em bestimmtes Fixum an Geld und Naturalien -«gewiesen, das ihnen auch dann' «halten bleibt, wem» sie die Produktiovsaufgabe mit einer kleinere» Arbeiterzahl oder in einer kürzeren Zeit erfüllen. Dagegen wird bei' Nichterfüllung der Produktionsanfgabe ‘ der kollektive Lohn ' entsprechend gekürzt. Die Verteilung des KollekiivlobueS innerhalb der Unternehmung ist von der Verwaltung im Einvernehmen mit | Wiener Morgenzeitung _ Mitteilungen aus dem Publikum. Grösster und bester Käufer Wiens Brillanten, Perlen Juwelen, Edelsteinhändler Rabino witsch, Juwelier I. Maximillanstrasse 5 11. Stephanieetraese 3, nur Nr. 3 (jetzige MaWerstrasse) (Jetzige Hollandstrasse) Tel. 8541 nnd 45146 im eigenen Hause Haltestelle Opernring, Zag. Kärataeretr. .... na.öhlOBaen. HorM Sl« Mqh ll.Mr» PfBl« und Bureaumöbel die grösste Auswahl Leopold Steinhart Wien, X., Biberstraase Br. 9 Schreib»ssehiBsnreparatareB rasch, billig and gat 15* Tel. 407J/V11 Alhprt Mpt7npr >»Mn!» inps - ehm Mlull JlIQuiliÖi l, KoUmnrgatit I (seit 1881) g EN GROS EXPORT! EN DETAIL I.WIPPLIN6ERSTR. 29. 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DK Polqn lLßt eaücht- . verbreite»-. , wonach die KommüMeu. die gewaltsame Besrrümg des Banrenführers H o l z planen: Seit ' gestern wird das Gerichtsgebäüde von starken Tuürps. vvu Sicherheitswache umlagert, die »iemaude« ohne Ausweis m das Gebäude hineinlasst«« Krawalle der Berliner Arbeitslose«. Berli», 20- Juni. Im Laufe des heutige« Darmittags hatten sich Tausende von Erwerbslosen auf dem Mariannenplatz versammelt, von wo sie gegen 12 Uhr mittags in. langen . Zügen, denen rote Fahnen vorangetragen wurdsn, nach dem Gewerkschaftshaus.. zogsn. Die Demonstranten drangen in den Hof und in das Gebäude ein. Ein Teil derselben besetzte den großen Saal des Gewerkschaftshauses. Der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes, der Mehrheitssozialist Saba th, der sich in den Hof hinunterbegab, um mit den Führern zu verhandeln, wurde von den Demonstranten mit Gum m rknü pp e l n und mit S t u h lb e i u.e u, die sie mit sich führten, blutig geschlafen. Die Aufteilung Oberschlesiens. Paris, 20/ Juni. (HavaS.) Briand und Curzon httbrn beschlossen, an die Kommission in Oppeln die Aufforderung zu richten, einen emsjgen Vorschlag für die G r e n z z i e h u » g gufzustellen. Sollte eine Einigung unmöglich sein, würde» die Fachleute in Paiis und London einen vorbereitenden Bericht ausarberten, worauf der Oberte Rat endgültig entscheiden würde. Ein gemeinsamer, en gltsch-franrösisch-italien i s ch e r S ch,r i t t in Warschau und Berlin werde die jüngsten Weisungen der Kommission an dre Polen und Deutschen unterstütze». Vordringen der Ententetruppe« Warschau, 20. Juni. (Funkspmch.) R a t i b , r, P » p » w i tz, D o b r o d z i e »i e e und K o S e i e k r c t wurden von englischen Truppen, K •11 a t«11 vv» Franzosen, KnPh und N e d z e von Italiener« besetzt. Pretzfrelhett in Horthq-Ungar«. ' Wie fie die ««abhängige Presse k«ebel« »alle». Budapest, 20. Juni. Ueber den Inhalt der Preßgesetznovelle,, die voraussichtlich Justizminister . Lomcfanhr der, Nationalversammlung in der mvtgigen Sitzung unterbreiten. wird, berichten die Blätter, die preß ge se^liche Verantwortung werde ausgedehnt werden^ indem Herausgeber, Redakteur und Verlegerverantwortl'ch gemacht werden. Die S.chade e r s a-tz v e r p f l ich t u n g werde auf s ä m t l i ch e Preß- 21. Jum 1921 M. 8SL . ■_ .—...Edelikte erstreckt. Eine Neuerung bestehe darin, batz der wegen Verbrechens oder Vergehens im Wege best. Presse verurteilte Autor, Redakteur oder Herausgeber auch dazu verurteilt werden könne, in der Dauer einer gewissen Zeit weder als Redakteur noch als Mita r b e i t e r noch als Herausgeber eines Blattess sich zu betätigen. Ferner wurde die Neuerung auf-i genommen, daß das Gericht das Kolportageverbot verhängen, eventuell das Erscheinen des Blattes ü&b* Haupt verbieten .könne. - Sehr strenge Ausnahmsb-sstinvi ftnungen seien bezüglich,'der, Vorlage von periodischem Blättern getroffen worden, die eine staatsfeirchlichei Richtung befolgen. Gegen Zuwiderhandellude könne daÄ Gericht nach eigenem Ermessen auf Bezahlung dev, Schade ns summe, ja sogar . auf Vermögens-^' v e r I u st erkennen. Zur Beurteilung dieser Fälle wurde ein eigenes' Organ, das,,,Presse-Schutzgericht^ geschaffen, zu dessen Präsidenten der Kspräsident ber kön'glichen Kurie und zu dessen' Mitgliedern die Senä.tK-« Präsidenten und die Richter <un V^rwaltungsgerichts- Hof gejvahtt worden sind. . Ruppin über die Lage in Palästina. Dr. Artur Ru pp in, das Mitglied der zioußi stischen Kvmmission (Waad Hazirim) in Palästina, dep gegenwärtig in Europa weilt, um an der Sitzung deÄ zionistischen/ Aktionskomitees in Prag teilzunehme«^ machte - einem Vertreter der Jüdischen Preßzentval» Zürich einige Mitteilungen über die Lage in Palästmar Bezüglich des erlassenen temporären Einwaudes rungAverbotes erklärte Ruppin, daß der Öfterfotttitttffäf zwecks ^Ber« higung der arabischen Notabeln diese« das Versprechen gemacht hätte, vorläufig keine Judeq ins Land hineinzulassen.. Wenn wir dies auch nichtK billigen können, so ist doch damit als einem fall accompli zu rechnen, und es bleibt uns nichts anderes übrig, als bessere Zeiten abzuwarten. Die Einwanderung nach Palästina kann zu unserem Bedauern uichß in einem so schnellen Tempo vor sich gehen, wie wir dies gewünscht hatten, da das Land leider sich, noch in einem primitiven Zustand befindet und wir in der fetzigen Situation nicht die Möglichkeit haben, alle Personen, die dorthinfahren wollen, zu beschäftigen. Wen« die Ehalu^im von Triest und Wien, denen die Ei»» Wanderung rn.erster Linie gestattet werden wird, sich in Palästina eingelebt und'genügend De«, schäfsigung gefunden haben werden, fassen wir - fa t# weite re.» E h a l u.z im - T ^a n s p o r Le n begin«e>i . Vnnefa'..Die^EÄuld.,rst^^«ns, meinfa.Mupfanda wfa nnrnittelbar nach dem 'Beschluß von Sa» Rettw b«a günstigsten Moment nicht -ansgenützt Habens, aber ifazA war viel Geld nötig, an dessen Mangel die zionistische Organisation seit jeher zu leiden hatte. Dieser Mangeß an genÜgeE»en Mitteln behindert stets -unsere beste» Pläne. Wir sind ixttfet' berechtigt, dem Jndifferen* t i Lmu s des jüdischen Volkes einen Großteil.deri^chuP an all unseren Miseren Leizumessen. Was die Stim-f mung im Lande nach den traurigen Vorfällen a«°s langt, meinte Rirppin, daß diese in - Anbetracht dev Ereignisse' recht zufriedenstellend fai. Dis Kolonisten beginnen die Notwendigkeit der Wischen Arbeit in den Kolonien, jetzt zu begreifen, möge« auch die jüdischen Arbeiter einen größeren Lohn beanspruchen Die letzten Geschehnisse, haben ihnen gezeigt, daß mam um nicht mehr einem Boykott seitens der arabischen Grundbesitzer ausgesetzt zu sein, eine rationell^ Landwirtschaft betreiben müsse und nicht ttßj ‘ Städter, die^ von den Bauer.« Gemüse Und Geflügel bW ziehen, figurieren könne. Diese ' Lage . war uNbedi«g| anormal und es mußte ihr ein Ende bereitet werde») Die traurigen Ereignisse dürften unseren Kolonisten die Augen für diese Wirklichkeit geöffnet haben. Diese Lehrch. kommt uns recht teuer zu stehen, ab-^r ei» bodeuloses Volk.känn nicht auf einmal zu einem normalen Leb«- gelangen. . __ A« alle ScheKelllloMnhaber. Du .Ii«m!li'ch! OrgamsaÄ» füc Left»«ich tft KM (grcfatitie in London telegraphisch aufgefordert worden, f» ft ff die Schekelverrechnung vvrzunehme». Dies ist »nö jedoch dtrch die Säumigkeit einer Anzahl von Schekelblockinhobern noch «taa nicht möglich. Wir fordern daher die SchetelbloSiuhad« sM all«dringlichste auf, sofort beim Zionistische» LandeSkoartch K.,8irlofaasie SS, in der Zeit von 9 bis S Uhr, s» 3 t eftf *f aber Don» erS t a g den 33. d. M-, zu verrechne«, fa fo«ß indirekt dje Vorbereitung des KongrefleS dadurch leibe» Nckchk! ' . ./ Zionistisches LandeSkomttee für Oesterreich. > Ei»e schwere, Schlagwetterexplofio». . 22 BergarbeUer tot ~ 180 vermißt. / . Aus Herne wird gemeldet: Auf der Zeche JEMgsi Eenis"' hat stjchi heute mittags eine schwere Schlagwetter explosion ereignet. Pis 5 Uhr nachmittags wurde«'28 Tottz und efae erhebliche Anzahl von Verletzten zutage gefördert! Das Unglück ereignete sich aus der fünften Sohl«. Die Gewalt' brr Explosion war so stark, daß auch die dritte und die vierte Sohle erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde«». infolge derzeit noch herrwhenden PreiMfomt Hfl EM ER RERTEMÜERME «SttsSrwII"" o® j

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