Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 861 (20.6.1921)
- Date
- 1921-06-20
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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vtt «irr Men. Mokkas Wiener Morgeuzeitung | 150 indisch« Kavalleristen mit einem Extrazug «t. Die Schießerei dauerte jetzt noch drei Stunden, während die Araber noch 13 Hauser geplündert und zwei gänzlich vor- ' brannt haben. Die Wohnungen hatten sie schrecklich zugerichtet. Sie zertrümmerten alles, sogar die medizinischen Apparate beS Dr.> Brünn wurden zerschlagen, und das Vieh, bas > in den Häusern war, wurde mitgenommen. Auf der Straße lagen eine geschlachtete Kuh, ein totes Pferd und ein Esel, so daß es wie nach einer Schlacht einfach fürchterlich aussah. Die Araber haben ihr Lehrgeld bekommen. Eine Nachricht i besagt, daß hinter der. „Moschawa" zirka 50 Tate von den Bomben und vom Maschinengewehrfeuer waren, die sie noch Mit ihren Pferden und Wagen mitzuschbeppen Zeit hatten. Eine andere Meldung sagt über, daß sienur 14 Tote Mitnahmen, wahrend sie drei Tote bei uns liegen ließen. Die letztere Meldung haben uns der Scheich und seine Leute, die uns freundlich gesinnt sind, überbracht. Außerdem hatten wir vier Gefangene. Es stellte sich heraus, daß die meisten Araber, die hier gearbeitet h a b e n, sich an dem Raub beteiligten . Dies erkennt Mau aus der von, genauer Ortsllenntnis zeugenden Plünderung der Wertgegenstände eines Kolonisten, der neben D'. wohnt.' Unter den.Toten ist eirpz der früheren Arbeiter in der Kolonie und unter den Gefangene^ sind drei, von denen sich noch einer gerade eine, Reithose iangezogen hatte. Es gibt den Kolonisten viel zu denken, daß ihre früheren arabischen Arbeiter jetzt gegen sie kämpfen und wir, ihre „großen Feinde", jetzt ihre" Verteidiger waren, «nd daß es für sie, wie sie uns seDst zugeben, ohne uns schlimm r^is sehen würde. 1 Obzwar noch alles im Kriegszustand ist und noch nicht rn allen Hausern gewohnt wird, haben wir sofort gestern rme Versammlung gehabt, in der wir beschlossen haben, daß keine arabischen Arbeiter mehr eingestellt werden dürfen, sonst verlassen wir die Kolonie, und davor haben die Kolonisten große .Angst. Aber sie selbst sehen jetzt ein, bdfc sie mit den Arabern nicht mehr arbeiten können, höchstens mit der Schar de» »Treuen". Dr. Brünn hat heute im Namen der Kolonisten in einer allgemeinen Versammlung (die erste gemeinsame Versammlung der Kolonisten mit den Arbeitern, der ich oeigewohnt habe) betont, daß man einen Weg finden muß, um die jüdische Arbeit einzuführen. Cs ist sofort ein sogenannter Kolonierat gewählt worden, bestehend auS drei Kolonisten, zwei Arbeitern und dem «militärischen Oberbefehlshaber", zu deren Verfügung dar ganze lebende und tote Inventar steht. Veberhaupt wird fich jetzt, meiner Meinung nach, die ganze politische Lage ändern. — ES muß unbedingt ein großer Strom neuer Einwanderer, wirklicher Choluzim, he.-einkommen. Nur kommen! Man kann das nicht laut genug schreien; die Mensche« schasse" darr« auch Arbeitsmöglich- Keiten! Dir kann ich dasselbe noch persönlich sagen; die Fragen, die dich beschäftigen, sind für mich längst kerne mehr. Die 'Hauptsache ist, daß man nicht krank ist. und einen Schwachen kräftigt schon die Arbeit .Nur muß man Mut Und Ausdauer haben und wissen, warum man herkommt. Ohne große Theorien aufzustellen, man mutz Handel«! Oesfnet doch die Augen und seht, was riottutl Seid nicht so problematisch! Nochmals: Kommt und kommt W> wieder kommt, wer dir Kraft rn sich fühlt! Schulim L e r n e r. Die Gefahren der Laienhypnose. Der Klinik Wagner-Jauregg wurde, wie Professor K o g e r e r kürzlich in der Gesellschaft der Aerzte berichtete, eine Kranke übergeben, die nach der hypnotischen Behandlung hysteris che T obsuch tsanfälle bekam. Wie nun festgestellt wurde, hatte die Kranke sich von einem »wilden* Hypnotiseur namens K i r s ch n e r hypnotisieren tasten. Die Hysterie des Mädchens war dadurch zum« Ausbruche gekommen, daß sie vom Liebhaber verlassen worden war und ihr Bruder hatte den »Hypnotiseur* in einem Wirtshause kennen gelernt. Die Hypnose sollte ihr das traurige Ereignis aus dem Gedächtnis bringen. Das Ergebnis war nebst anderen Schädigungen auch eine Lähmung. Professor Kogerer warnte ausdrücklich vor den Laien-Hypnotiseuren, die leider von den Behörden geduldet werden, und forderte die Aerzte auf, den Kampf gegen diese gefährlichen Auswüchse zu unterstützen. __ Zwei Paar Schuhe «erden versteigert. Das Exekutivnsgericht verlautbart eine merkwürdige Versteigerung, die so recht die geänderten Wertbegriffe kennzeichnet. In einer eigenen Kundmachung' wird mitgeteilt, daß in den nächsten Togen die gerichtliche Versteigerung von — zwei Paar Schuhen pattfinden soll. Ort: »Hotel Metropole*. Verhafteter Schwerverbrecher. In der Nacht zum 18. d. M. wurde, wie berichtet, im Volksprater ein Mann auf der Erde liegend angeiroffen, der durch seine blutigen Kleider ausfiel und ein blutiges Schnappmesser in der Hand hielt. Der Mann sprang auf, ergriff die Flucht, entkam und wurde um 4 Uhr früh wieder aufgefunden, flüchtete neuerlich, von der Sicherheitswache verfolgt, die Schreckschüsse abgab und den Mann ins Bein traf. In das Spital der Barinherzigen Brüder gebracht, verweigerte der Verwundete jede Auskunft. Das Sicherheitsbureau ließ durch dys Erkennungsamt den Patienten dakthlskopieren. Die Fingerabrttcke' wiesen unwiderleglich nach, daß der Schwerverletzte der .berüchtigte Einbrecher Robert Artner ist, wiederholt Freie Jüdische Volksbühne feSiS?11"« Ensemble-Gastspiel im Wiener StnAUhen^er. 7a8lldr abends: DlCSJuclOIl von £.Tschirikoff wegen verschiedener Verbrechen bestraft und am 11. April wegen Verbrechens des Diebstahls zu 4 Jahren schweren Kerkers verurteilt. Am 25. Mai nach Garsten zur Verbüßung seiner Strafe abtransportiert, entsprang er der Begleitmannschaft. Artner hat im Prater gezecht und kann sich angeblich nicht erinnern, wie er zu dem Blut an den Kleidern und dem blutigen Messer gelangt ist. Wildwest am Rndolfsplatz. Die Hilfsarbeiterin Mathilde Hromadnik hatte am 18. d. M. vormittags im Austrage ihres Chefs, des Kaufmannes Siegfried Eppstein, in der Oesterreichischungarischen Bank neun Noten zu je 10.000 Kronen gegen kleinere Noten umgetauscht. Sie hatte das Geld in einer Aktentasche unter dem Arm. Als sie auf dem Rückweg schon das Haus Rudolfsplatz 10 betreten hatte, trat Plötzlich ein junger Mann auf sie zu und entriß ihr die Tasche. Sie packle ihn beim Rock und> ließ ihn nicht los. Er stieß mit den Händen nach ihr. Sie fiel zu - Boden, ließ ihn aber auch jetzt nicht los. Der Bursche stieß mit den Füßen nach ihr und schleifte sie einige Stufen weit. Am Kopfe und am Rücken verletzt, ließ sie los. Der Täter floh und warf die Tasche weg. Beim Hauslore konnte der Chauffeur Edmund Penzinger den Flüchtenden festnehmen. Er wurde zum Stadtkommissariat gebracht. Er ist der 20jährige Gymnasiast Leopolds S., der Sohn eines wohlhabenden bäuerlichen Grundbesitzers aus Niederösterreich. Tr gab die Tat zu. Bemerkenswert ist, daß nach der Tat aus der Aktentasche 2000 Kronen fehlten. Der Cbef Her Ueberiallenen, Fabrikant Eppstein, lohnte den Heloenmut der Hromadnik mit einer Spende von 3000 Kronen. * Dekan rvahl an der philosophischen Fakultät In der Samstag abends staltgemndcnen Sitzung des Professoren^ kollegmms der phckosovbischen Fakultät an der Wiener Universita' wurde der ordentliche P-ofessor der Anatomie und Physiologie de- Wanzen und Vorstand des vflanzenphysiologischen Institut" Dr. HanZ Malisch zum Dekan dieser Fakultät tfir das Studlenzakir 1921/22 gewählt. Der neugewählte Dekan ist Mitahed der Staatsprüfungökommiision für Mittelschulen und des Kuratoriums der b ologischen Versuchsanstalt in Wien, Ehrenmitglied vieler in- und aüsUindischecwissenfchafcklcher Korporationen und bekleidete 1904 die Dekanswürde an der philosophischen Fakultät an der Prager deutschen Universität. — Als Prodekan wird Professor Dr. Karl L u i ch fungieren. * Tod des Rabbiners Dr. Jung. Bor einigen Tagen ist in London der Rabbiner Dr. Jung gestorben, der ein iührendeS Mitglied der englischen Agudah - Bewegung war. Dr. Jung stammte aus Ungarn und war durch Jahre Rabbiner in U n g.»B r o d (Mähren), wo er ein orthodoxes Gymnasium begründete, das jedoch mangels an Unterstützung seitens der jüdischen Orthodoxie nach wenigen Jahren geschlossen werden mußte. Auch in Storozynetz in der Bukowina hat der Verstorbene ein jüdisches Gymnasium begründet. (Jüd. Korr.-Bur.) * Spitalsbehandlung als Berufsstörrrng. Bielen Passanten ist wohl der Bettler schon begegnet, der durch den Anblick seiner unverhüllt zur Schau getragenen Gebreste auf das Mitleid wirken will. Mühsam .humpelt er, auf zwei Stöcke gestützt, vorwärts, uui daun stundenlang an einer sehr fieqitcmtericu Straßenkreuzung stehen zu bleiben. Die Hose ist etwas rmporgeschoben, der Schuh ausgeschnitten und zwischen Hose und Schuh sieht man die entmnbete rote Haut des Fußes, die auf ein unheilbares Leiden schließen läßt- Bon Mitleid bewegt, aeben ihm die Leute Kronen- und Zweikroneuschrine, oft noch mehr. Der Mann istderlbjährigeunterstandsloscJohannS.SeinBkrufistBetiler.Heute nachts wurde er leicht, angetrunken rn der Schmelzgasse aufgefurdcn. Da er nickst weitcrkonnte. wurde die Rettungsgesellschaft beruien. Der Arzt untersuchte ihn und stellte fest, daß sein unheilbares Leiden eine Phlegmone (Zellgewebsentzündung) ist. die sich leicht ärztlich behandeln läßt. Als der Arzt ihn ins Spital bringen wollte, sträubte sich der Mann aus Leibeskräften und mit der Begründung dagegen, daß ihn dje Behandlung und allfällige Heilung in seinem Berufe als Bettler hindern würde. So blreb, da man den Mann dock nicht ans der Straße lassen konnte, n chts übrig, als ihn dem Polizeikommissariat Leopoldstadt zu überstellen. 0 Die Geschichte eines Gutskaufes. Der Gutsbesitzer in Neutra DrN Rudolf Takacs hatte vor einigen Tagen in der Umgebung von Neutra ein Gut gekauft und sollte den Kaufpreis «ach Budapest senden. Er hatte Kenntnis, daß der in Neutra ansässige Dr. Josef Vermes derartige Ueberweisungen übernehme, und übergab ihm einen Betrag von K6 110.000, wogegen Dr. Vermes die Verpflichtung übernahm, dem Verkäufer des Gutes ung. K 598.950 zu zahlen. Dr. VermcS halte erklärt, er habe i« Budapester Banken eine Million ungarische Kronen erliegen und werde von diesem Gelbe die Ueverweisung veranlassen. Dr. Dermes hat nun entgegen seiner Aussage den Betrag an seinm Bruder Jalius Vermes ubrrwiesem der die Summe nicht zugunsten des TakacS ausbezahlte. sondern das Geld zu Börsengeschäften und Spekulationen verwendete. Er kaufte 800 Stück verschiedene Jndustvlewerte, die ungefähr 2 Millionen ungarische Kronen wert waren. Als aber dann ein Kurssturz eiutrgt. mußte Julius Vermes das Geld des Dr. TakacS zur Deckung der Verbindlichkeiten verwenden. Julius BermeS wurde deshalb auf Anzeige des Tvc. Takacs verfolgt. Er wurde am 18. d. M. vom Sichrrhertsbureau in seiner Wiener Wohnung, IV., Alleegaffe 64, verhaftet. VermeS ist 31 Jahre alt,. Börsenkommissär und gestand bei seiner Einvernahme, das Geld zur Deckuna der Wertpapiere verwendet zu haben. Er gibt zu, nicht in der Lage zu sein, die veruntreute Summe zu ersetzen. Er wird dem Landesgericht eingeliefert werden. * Verhaftete Kaufleute» Im Hotel Union wurde am 18. d. M. der 33jährige Kaufmann Edgar F l e u r i, zu Laufs?« bei Basel geboren, uns Grund eines Steckbriefes des Amtsgerichtes Offenburg wegen Betruges verhaftet.— Auf Grund eines Steckbriefes der Polizeidirektion m Sarajevo wurde gestern det Sbjährlge Kaufmann Krsto Re 1 ovich wegen Verbrechens des Betruges verhaftet. Bei seiner Einvernahme stellte er die Tatsache des Betruges in Abrede und behauptete, daß ed sich um eine tendenziöse Verfolgung handle. * Die verschwundene Perlenschnur. Dem Generaldirektor de''Niseu-und Slahl-Attieugesellsckost. k.. ^eg.rlgqffe.6. 20. Zum 1821 ..'W». UM 1 j<"!'>» ■ .. Joses Winteruitz ist aus seiner Billa fe tt* , Wagnerstraße 3, eine einreihige Perlenschuur-Wibaysd schließe im Werte von einer Millioy Generaldtrsstör Wmtermtz hatte bte Schnür, derttz f war, am 17 d. M. abends in seiner Billa fe Us Sackas gesteckt und den Rock im Sprisezminirr gehängt. Als ^er am 19d. M, nachmittags ue die, Schnur.^ Er vermutet. daß^ sie gestoMni ausgefitzt. Gestohlene Juwelen. Dem JmvelcrchäMir AM P l a ß wurde am 19. d. M. r’ 1 ’ ‘ 33 schwarze Ledertasche krönen, Guldenstücken, Werte von K 120.000 gestohlen. * Langfinger. Im Etablissement „Max und Msritz* wurde am 18. d M. bau Friedlich N ä m l i ch. .. gasse 3, eine goldene Schafft,misener Uhr mit goldener SpvrÜetztz und iundem Anhänger nur Brillanten, urngehen von gtzM den emaillierten Rand zu verlausenden, um Ploln übkr'vzrnrH, Strahlen, K 160.00J wert, gestohlen. Briefkasten der Redaktion. Hitachduth Die von Ihnen gerügte Einrichtung kann ,«! der Tai wohl nur als eine Nachahmung christlicher D änche E' gesehen werden. Was wir veröffentlichten, war die bloße. T-ms«ch>/! die ia von unserer Mitteilung m keiner Richtung b?eü slhW werden kann. Es bleibt nur zu erwägen, ob man den ' Brauchj nicht als ein Mittel gelten lassen könnte, assimilierte Schichte»! jüdisch zu beeinflnsien. '■ ' Steuerfragekasten. Möbel. Es koMnt auf das Datum des Bukyuses »«.' War dies vor dcmZO. Juni 1920. dann müssen Sie von dem Eilökz! falls Sie ihn an diesem Tage noch halten, VermögenSäüLah«. whleu. War cs nach dem 30.Junt 1920, dann zahlen Sre firy? Vermögensabgabe, weck Wohnungseinrichtimgen nicht avgabe< pflichtig sind. Eine Einkommensteuer vom VerLußniMgsgnvmik haben Sie jedenfalls nicht zu zahlen/ wenn Sie die Eint"chkunÄ mehr als zehn Jahre besessen haben. — Kaufmann, IÜ. Bezirks Die Erhöhung der Fürsvrgeabgabe auf 4% ist am 15 d. M. ,# Kraft getreten. Die Fürsorgeabgabe ist bis zum H.. die Unter-! mietabgabe bis.zum 7. jedes Monats für den vorattaeaaNgiu'^' Monat einmzahlen. — Gewissen hast er Steuerlr8-et Betz geringe Betrag, den Ihnen Ihr Sohn für Kost und WÄtzvWM bezahlt, bildet überhaupt nicht stkuerpflichlrgcs Eiukomnirn. Sw di suchen ihn im Bekenntnis überhaupt nicht anzufühnn., da ja Ihr Sohn von diesem Betrag als Teil feines EmkvmmeriK %j Steuer zahlt. — R. S. Die SteuerbehLr-e kann auch srW Zeugen unter Eid veiuekmen oder durch das BrzirkSgerjM v«^ nehmen lassen. — Hauptstraße 17. Beim Tod eines Steuerpflichtigen haben dieErben binnen dreiMonaten dies der znstaudrgew Steuerbehörde anzuzeigen und ein Einkomnirnsteuerbekgnr.lms im überreichen. — Familie. Das Gehaltseinkommen Ihrer Krndrx. ist Ihrem Einkommen nicht znzurechncn. Sic brsuchrn rs 'iU Ihrem Bekennluis überhaupt nicht zu erwähnen. — Firma/ Wen» Sie der Haushaltungsvorstand sind, so haben Sie nu# das Einkommensteuerbekenntnis emzublingkn. üm toim IW Frau die Inhaberin der Firma ist. Ihr Einkommm und >*f: Ihrer Frau sind zusammen;urechnen, mit Ausnahme Aires Haltes, der dem Steuerabzug bei Ihrem Dirnstgeber vnMftegl. - Der Hausarzt. > / Redigiert von Dr. Sanel Beer. Aeber VauchhöhlenschwangerschttfL. Zu einer der schwersten Erkranukngen, dü dem. tvciblichen Geschlecht aus der Fortpsl-anzungstätigl.Ä-t erwachen, gehört, die Ausbildung der Schwangerschastl am Unrechten Orte. Normalerweise trifft der niännl'ckH Samenfaden das weibliche Eichen im Eileiter, hier t*J durch Vereinigung die Befruchtung ein. Hernach sDtz.' sich das menschliche Ei an der SchleiinyauL der Gedär» Mutter fest 'Und bildet hier die' schützLiidrn Eihückt^Ä./ Bisweilen kommt es nun vor, daß wohl der Sack-ufaden die Bahn in den Eileiter offen findet, aber W, Fortbewegung des befruchteten Eies in die Gebärmnlterhöhle durch irgendeine-krankhafte Störung in d2m Eileiter (Tube) versagt/ sei es, daß eine entzündliche Schwellung und daher Zuinenverengung oder eine Knickung vorliegt. i Es entsteht so eine Schwangerschaft außi'rhalb b,t Gebärmutter am Unrechten Orte — im Eileiter — man spricht dann von Eileiterschwangerschaft über Mt' Eierstöckschwangerschast, wenn das Ei bas Gelre/e HD Eierstockes als Baden für seine EnLivicklung benützt. Während die befruchtete Gebärmutter entsprechend Wt Anwachsen des eingenisteten Eies infolge ihres natürlichen anatomischen Baues an Größe und Stärke znnimmt, ist die zum Schutze des Eies notwendige Schteim-- hauptivuchernng und Größenzunahme te- Tube nur bis. zu einem gewissen Grade möglich. Das Ei hat sich, wie Wirth sagt, dem wir meisten Fortschritte in der Erkenntnis der Bauchhöhletzschwangerschaft zu verdanken haben, nicht nur sein Bett, sondern auch sein Grab in dem Eileiter gegraLrn. Die Tubenwand ist dem Ansturm und Bildungsdrang des sich entwickelnden Eies nicht gewachsen, die Zerreißung dieser Wand ist die Folge und dain-' geht nicht allein das Ei zugrunde, sondern mit diefenr Ereignis, dem gewöhnlich im zweiten oder dritten Manat' nach der Konzeption sich einstellenden KapsslaufbrüiH und der nachfolgenden Blutung in den Eileiter in die Bauchhöhle hinein, setzt die Gefahr für die-. Mutter ein, die in ganz kurzer Zeit an innerer blutung zugrunde gehen kann oder, ftras MMch:rw.-W meist der Fall ist, einer langwierigen Erkrankung gegengeht, die durch eine Blutsackbildung hintrr d^hs Gebärmutter gekennzeichnet ist. j In ganz seltenen Fällen tritt trotz Ruptur des iftd Eileiter befindlichen Fruchtsackes nicht der Tod Eie^ ein. Es schlüpft das Enibryo init seinen Ejhültrn^ völlig nackt in. die Bauchhöhle und lebt dort weW'1 So entsteht die tvirklichd BanchhShlenschlvanMsMW Früher oder später erfolgt aber doch' der Tod der Hrncht/E , die sich abkapselt, ^introcknet, schrunlpft, ja sogar pex-l kalkt, man spricht daher p-oul „'Steinkind", das sichsi sogar jahrelang in der Bauchhöhle erhalten kann. U***]