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Wiener Morgenzeitung · 1921-06-17 · Heft 858 (17.6.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 858 (17.6.1921)
Date
1921-06-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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tfbtjetyteis K M»: SMi W^p(ai _ta tat XSMRftt Ihw« 1#VilwtoftfMk Hi Bta vft Mpcmovt. N-ochEBvakei: . mtmUUt.. twm 1?.- «»teyrMtch h_5tr* Einzelpreis^ •{«MtifttfM . 88.«. in;•. ^aHtt!VttaSwR$ptn)l9r JS -* ~T - I 5®f?PW2 Schwel- ) MchvrMch. rStefrfigfii } «»61 --Im %inmv*4i<im w whh Nr. 858 Wien, Freitag de« 17. Auni 1821 3. Jahrgang f-ie iS» i...); Zwergrattler und Bulldogge- ' «t. W r e n, 16. Juvr. Große Herren Wen ihre Raufereien gerne von Dritten austragen. Es ist bequemer und man kann schließlich erHark, daß man mit der ganzen Sache nichts zu tun hat. Sie mieten, irgendeinen armen Teufel, der hungert und nichts zu verlieren hat, und lasten ihn auf den Gegner los. Aber stark muß der gedungene Kerl sein, sonst - geht's.schiesund die Gemeinheit wird, M Dummheit. - Die-mächtige Clique' der' preußischen tabrikanten, Generäle und Junker hat -gegen diesem rundsatz gesündigt und so? - ist ihr - das 'Unglück passiert, eine mühsam erhychte^Schlaüheit in .eine kapitale Dummheit zerfließen zu' sehen., Sie hat sich statt eines kernigen, handMeu. Aleg'els einen engbrüstigen Knirps.engagiert. Sie' hat die GroßdeMsche Partei in Oesterreich gegen England'gehetzt,.denausge.dörrten Zwergrattler gegen. bic_ feifte Vuldögge.; Die von ' aüßenhe? kommandierte Grvßdeütsche Partei hat an den englischen Gesandten in Wien ein Schreiben gerichtet,' welches.gewichtige' und oqllig ein-, deutige Belehrungen enthält.' Börerst wird her Gesandte dahin aufgeklärt, daß er von österreichischen Angelegenheiten aber schon.gar nichts versteht und.das Schreiben vor allem dem löblichen Zwecks dient, ihn aus seiner schmachvollen UNwissetcheiNzu'erlösen. Dann wird er darüberaufgeklärt, daß England? ein schäbiger . Mtcherer ist. welcher denn geknechtezen Ocherreich das MMauLMn^Eckchen faugt. Hernes wiWi geteilt, - daß - Mssl:.".Änftrengu»gens- - -.der: Umtriebe bolschewikLschsr Zilsuxgentenabteil«ngeÄ - Chaos im Kreise PkHh. m B erlin, 16. Juni: Das „Berliner Tagblatt" meldet aus Beuthenr lrerrschen im Kreise Pteß tz'oHftkftrdig 'chaotische Zustände. In nächster Nähe vpu/KorfMtyO-i Hauptquartier Hat sich eine/R y L e A r ch e e g e b il d e & ■ { \ B o l s ch e w i k i fch e I n f ü r g e n t c.n-.ab'L eil«iige rr verlangen vvft ..dett/.'^imWischch' verwaltuugen und der Kaufuramrschaft hohe Summen und erpressen bereits -:$fe^ ‘ 200.000 Mark< Ruf mehreren Gruden des Zudustriereviers weht'.feit -ieM-p Dinzelne DireMMen wurden unter die Diktatur der Arbeiterschaft ßesteW - v/.Cnu . i m 111 cmimfr«v. ■ i l i. i. Lloyd George warnt. London, 16. Juni. (Wolff.) Lloyd George er-. Klärte in einer Versammlungbtt. WMstt'-'Methö--'^ disten, es bestehe wirklich Gefahr, daß. wenn nicht s etwas mehr getan werde, um die öffentliche Meinung in den zivilisierten Ländern/der Welt zu beehren, der Vo lk er b u n d den -N äh-rb o d-er? für UMf r rede n und S t reit i g K e' i t e-n awge b e ir ' ö nn i'■& ES kösinteft im Bünde . -Pürtermu# gegen den Anschluß Oesterreichs an Deutschland nur Beweise ihrer! lächerlichen Ohnmacht sind.Mit Ausnahme des bekannten Zitats Nu^ „Götz von Ber- Uchmgen^: ist also in dem Briese alles Notwendige enthalten. Die Antwort des Gesandten ist umgehende eingetroffen und zeichnet sich durch eine im bürgerlichen Verkehr nicht allzu häufig vorkommende, im diplomatischen aber wirklich -seltene Aufrichtigkeit aus. Die-.- Herren .Großdeutschen werden nicht nur ebenso tölpelhafte als brutale und unwiffende Flegel genannt, fondetn auch -als'in dieser Hinsicht unerreicht bezeichnet. Müherzerfrischender Freudean absoluter Deutlichkeit weift der englische Geschäftsträger auf die Berliner Geldquellen hin, welche nach seiner Ansicht die. Kampfessreude der Briesschreiber speisen. Tölpel, Flegel, und bezahlt dazu! -Höher geht's nicht mehr. Wenn man^: noch bedenkh daß - mit - wer gleichen Post eine Abschrift dieser Liebensrpürdigkeiten an den chrisllichsozialen Bundeskanzler mit? der zwar Unausgesprochenen, aber sofort verstandenen und prompt befolgten Bitte tun größtmögliche; Verbreitung. abgegangen ist, so muß man zugeven, daß der Herr Gesandte ganze Arbell geleistet, hat. Er hat den Auftraggebern der Gegenseite den Spaß gründlich verdorben. Sie beabsichtigten, den Westmächten, welche heute, unmittelbar nach dem angenommenen Ultimatum, in Deutschland nicht gut angerempelt. werden können, aus dem Nebenkriegsschauvlatz Oesterreich langwierige Unannehmlichkeiten zu bereite« mit Demarchen, .Interventionen, Forderung nach Genugtuung, ausweichenden. Antworten und-dergleichen mehr. Wer der Engländer hat lieber kurzen Prozeß gemacht und selbst losgeschlagen. Die Bulldogge, hat dem Zwergrattler nicht das Recht des Schwächeren zugebilligt, sondern kräftig zugebissen. So kräftig, daß die „Neue Freie Presse^ . die' fädische Schutzpatronin der großdeutschen Judenfresser,, ichrverstiyrmt tut. Sie greift den Engländer zwar mcht. offen an, so was liegt ihr nicht, aber sie zischt M verärgertem Gouvemantenton von Unüberlegtheit, Wechte angebrachtem Ausfahren des schwersten Geschützes, wo doch zarte Rücksichtnahme auf Empfindsichkeüen^so am Platze wäre. Die gläubigen Leser der allgewaltigen „Neuen Freien" sind überzeugt, daß der englische. Gesandte nun nichts zu lachen hat. Wenn der englische König das beim Frühstück m der „Neuen Freien" sie st, schicht er; dem Herrn Lmdley. bestimmt einen saugröbeir'Rüffel, wenn nicht den blauen Bogen. Den guten Leuten sei diese Ueberzeugung gegönnt, aber es wäre nicht gut, wenn -sievon der. österreichischen Oeffentlichkeit geteilt, würde.... Aufbrausendes und durchgehendes englisches Temperament wächst höchstens im Gehirn eines Zeiturrgsjchreibers, m der.-MirKlichkeit nicht. Im allgemeinen Labe« Engländer soviel Temverament nü- und der Regierung nicht ausschkießkich einenMflrMm Politik sein. Er: sei' überzeugt,: daß die polnische . ruhige Verhältnisse mit der tschöcho-stowEsch^r RS-! \ publik -anstreben müssen und betzÄM'-k eKMit-'Frettden)- idäW'äuch tschechischepseit's >' dieses Bestreben^ bestehe.: Dev'!: Abtrennung .schen'Mepüblik,- -sei av Regierung' meWähm -tWLchorfldwM'-.') auf der anderen, werde man sehen, daß .hie Erörterungen des Völkerbundes nur zp den größt e'n;j eerleb t e n K o n f l i k t e n g e f LH r t h o b e n. Lloyd George fügte, er fei voll Enttäuschung, wenn er sehe, daß trotz der Lehren des großen! Krieges der G e i st n a t i o n a l e n Ha's s es, der H a b such t und des schlimmstem nati onalen' S to Iß es so wie früher vorherrsche. Dies sei keines-' wegs auf die großen Lander beschränkt. Die k l ein e n, v e r b o r g e n e n, v o m K r i ege a u s g e g r abenen Nationen feien noch schlimmer.> Einige dieser befteiten Nationen scheinen dadurch, daß sie so lange angekettet waren» noch schlimmer geworden zu sein. Lloyd George sagte, er Könne. unter Viesen - Nationen keinerlei Zeichen eines Bestrebens zugunsten einer'Intervention des Völkerbundes in Slreittgkeiten oder die Achtung irgendwelcher Beschlüße des Bundes sehen. Die Völker müßten Blutvergießen als Verbrechen verabscheuen. Ob derVölkerbundvertrag die besteOrganisation zu diesem Zwecke sei oder ob der amerikanische Vorschlag eher Erfolg haben würde, darüber brauchten die kirchlichen Kreise nicht zu disputieren. Ihre Ausgabe sei es, die richtige Atmosphäre zu schaffen. Polen und die Tschecho-Slowakei. Erklärungen -es Minrsterprasideuten Wilos. Warschau, 16. Juni.. (Poln. Tel.-Ag.) In einer Unterredung mit dein Chefredakteur der Zeitung „Republik" betonte Ministerpräsident' W i t o s, daß das Hauptbestreben der Polnischen Registung darin bestehe, möglichst bald dem Zustande der Unsicherheit und Un« klarheit ein Ende zu machen und freundschaftliche Beziehungen, beziehun^weise geregelte Verhältnisse zu allen Staaten in-weirestem Maße zu schaffen. Die Verhandlungen mit Rumänien seien im Zuge. Der, Ministerpräsident betrachte auch die Tsecho-Slowakei als einen Staat, > mit dem P o l e n f r e u n-L s ch a f L l i ch e Beziehungen unterhalten m ö ch t e. Es sei< wahr, daß die polnische OesfentUchkei-t die Teschen er Wunde tief fühle, doch dürfe die Politik des Staates ttmmmammmmmmmimmmmnmmmmammnmmmmmmmmmmmmi eisgekühlte Austern und die englischen Diplomaten noch weniger. Allem Anschein nach ist die Brüskheit des englischen Gesandten gut üherlegt und kalt gekocht. Sie soll den so schwer begreifenden österreichischen Politikern klarmachen, daß man nicht länger gewillt ist. mit ihnen Katz'. und Maus zu spielen. Für die Westmachte gibt's schließlich noch , etwas Wichtigeres. Man ist es müde, mit Christlichsozialen zu verhandeln, welche in Wien gegen und in Graz für Anschlußbewegung arbeiten, mit Sozialdemokraten, Polen tnvd -der Tschechö-SIöwäker änkäyge^konstM'e-re' daß der ^WarsnausL-ausch - zwischen - bdihen ständiger Zunahme begriffen sei- und sichnähme der Handelsbeziehungen mit -RpßraWtnochÄnehLfteigern -dürfte. - Sowohl. die politische.' wie^ÄerwiÄU schaftliche. Seite dergegenseitigen - BMLeßrry'äM sisi'.'DH beide, .Staaten -von so, großer Bedeutung, . zweifellos auch die- Lschecho-siowakifche' ReMrüngiHewWM^ werde, alles zu beseitigen, was'eine Annäherung-beidÄ^! Staaten erschweren würde. ,(->i /-i-« : - ■ i ' - ■ - f -- Ratheuau referiert über sevre BM sprechuWen mit LvttcheM^ - Derlw, 16. Juni. Der neu eingeseM M^.^ rätionsausschuß des Reichswirtschaftsrates nahm-jffi in seiner ersten Sitzung den Bericht über öie'.PM, Handlungen in Wiesbaden entgegen. Der VorMerM, Abgeordneter Krämer, hob einleitend hervor, daß * Reichswirtschaftsrat frei von jeder ParteieiüstellMghi Regierung in ihren Bemühungen für dfe?EcfülluW der Reparationspflichten in sachlicher Mftatbftt üntet?^ stützen werde. Sodann gab der RÜchsministet für dW Wiederaufbau Dr. Rathenau eine ausfWÄchß' Darstellung der. mit dem Wiederau'fbXu, E sämmenhängenden Fragen und der. Derhündlunge» mit dem französischen Minister Louchem.' Der Handel mit RUhlaE-'^-c.luÄ -- 'LMdM, 16. Imü. (FunkspruchJ Jnr der - Unterstaatssekretär . stw aüswärttgö Angelegenheiten'- 'k»h^ Erklärung ab, düß-die-Regierrmg demnächst ei«e^äm-L11chs«sr DelegaLrv-rr. nach Rußland entsenden-'wiird^,^üm- '-.'biesl i - Hanbelsmöglichkelten zwischen Rußland und England- 'an-.MA- - uird' Stelle zu fiuhieren'. '-r- - - ' -' i:! ' " Helsingfors, ' 16. Juni. (Furch'prüch.) , Die-' . Hanbelsdjüegatiö-n ist aus Rußland zurückgekührk;'Äer KühttL^! hat'sich über die Ergebrrisse der Reise zuftiedcn und'hoffnünßM voll ausgesprochen. .' .;;.3 Namen und angeblich auch zum Helle. Qestertei große Worte machen und nichts sehnlicher herb> wünschen als den Zerfall dieses ihnen im . Her^ verhaßten Staates. Der Brief des englischen Gef> muß als Absage dieses ekelhasten Spieles, ms i Kündigung der Periode der schärferen Tonart' ausgefaßt werden. Die Gemegroße im großdeutsckm Lag« und in manchen Wiener Redaktionen schm d« nicht Was folgen kann, wenn die Parteien nicht vernjllrM und ehrlich werden, ist Zwangsverwaltung und weitere, .-.-elche den ganzen Rummel verschuldet haben und j Aufteilung Oesterreichs!.Interessenten aidt's draukm-M ch jetzt beifeße drücken, mit GroßdentsMm pelcke im J LM.Ytzd Wlle.^ .; - 7.

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