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Wiener Morgenzeitung · 1921-06-14 · Heft 855 (14.6.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 855 (14.6.1921)
Date
1921-06-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelpreis K 3. Einzelpreis,K &SS afidt «»«Mich .. «r-n«;r.- «tzchnch, . s« SchtpÄz -.v«.i»che «MA .. SttMMi T®.— »z-rteliäbrUch towtiiMatWiMai :4f098. »UrWWftHt* «.- Nr. 855 Wie«, Dienstag den 14. Juni 1921 «SWS 3. Jahrgang Die AiMaMOlMg ■i •iS» '! Das Schiff ohne Steuer. Der Bericht de» Finanzkomitees des Völkerbundes. Wien, l3. Juni. HerrtL wird der War,Laut des Berichtes des Fmanzkomitees deS Völkerbundes über die. WiederaufriHtung von Oesterreich vom -31. Mai veröffentlicht .Der Bericht ist bereits auszugsweise in der Öeffenstichkeit bekanntgeworden. .. \ \ :; ,; . > •' Aus dem Bericht der Delegatian. welche mit tzerp Stüdimn der, allgemeinen Lage. Oesterreichs' betraut war, geht hervor, datz -die österreichische - Regierung sich verpffichtet hat, gewisse besonders Maßregeln, welche in chrer Note vom 9. Mai an Äe genannte Delegation mifgezählt find,. zur Ausführung' zu bringen. . Damit ist die Verwirklichung der zweiten ' vom Komiteeausgestellten. Bedingung das ist jener, daß Oesterreich selbst alle Anstrengungen zur Verbesierlmg seiner inneren finanssellen' Lage aufbieten wird^ gesichert.; , O r; ■ Die "Konferenz von Portorose,: -welchemit dem Studium der.Hkndernffse beauftragt ist,.; dte-^eM '.'Handel, zwischen Oesterreich und den Suk^essivnsstaatenentgegenstehen, ist für dq«. 15. d- M. einüerufen worden, Das Komitee - hoffte zuversichtlich,- : daß: der Wunsch, welcher -den; R e g i e r u « g e n -uvb; den.! g esch a;f 1 l i che n Kr eise«: btt: verschiedenen- Länder ■:>. m.-H.-e r z-e n l i e g U. dem Handel eine größere -FreihettH sichern, sauf.' dieser . Konferenz -eiye.- vollstÄchige; ■ Erfüllung stndjM. und daß er.d.ort .zur.'MWießuyg2 voy(MaKWhmlms obligatorischen .Chsrakiers -führen-wird. -^Ore. VqreGGGMf« .ft*/ --KaS Komitee hat die Vorschläge der Delegation, daS Proßeumm der. os^reichifchsn?ReHEtzM^i^;-r^ofMell«Sr- Laeung der verschiedenen pölistschest.^^Hen.^»,.Mest«reich einem.Studium unterzogenl' i. )iup Regierung und die politischen PaÄeyrn.hem Völkerbund, ihre« .Willen zur. Verwirklichung Mr.s'fü'r''die'7Wie!ie.cher-' stÄlung der inneren Lage Oestarpeichs ' nostvendigen' Vör- 5chr,rrvenin der ZusirmmenarHeit. mit-anderen Landern 'Lara^ark'hoben. . - ...: ... , .--. \' -Das Komitee. stimmt dem von. der. Delegation vopge« 'schlagen«» Programm vollinhaltlich - bei. - Gleich .dieser ist e s der Meinung, daß die notwendigen- - Borav^sehmH««. für.'.'pie ^lcher^evftellirng Oefterreichs die - folgenden find:^ k.Durchsührung einer W ährumgsreform ' »ermittekS einer E « i f ftV« S f> a «fc, welche : Ms nötige ««sehen «tt* die nötige A«nhhS«Oig, -• jtieit besitzt; - - ' v* die eheftvtogliche WieNenherfteN««g -'.i-M« Vleichgervichtee r« Sta«tpHan»halt; NI. die «»NeezLgriche Auf« ah «« ctett i« « « * t« «« leih e, welche g«««ge«d ge«tz - ist» mH die GinfteUumtz der ««»gäbe v«n Weitere« Ba«b«ote« z« ermÄsttchr«. '' Desgleichen ist das Komitee^ der Ansicht, daß' ein Oesterreich. welches die Verpflichtung gup Ausführung der - eben» erwähnten Maßregeln übernommen hat,'Mit Fug und Recht erwarten kann, vom AuZlande die nötigen Kredite zur. Bezahlung feister ÄüSlondS.kaufe während' der' Periode" der' Wiederherstellung'zu erhalten. .M' erkettnt schließlich a«, daß' dr5 Erlangung^von Krediten,in einem gewissen Umfang eine der notwendigen'Voraussetzungen für die in.Aussicht genom« . merke Miedetmsfrichtungsaktion bildet. " ■ Sofortige Ei^ftMAng der Nvtenpreit . Das Komitee wünscht ganz LesonderS/ die grundlegende Wichtigkeit der sofortigen Einstellung, jeglicher r<ei t eitr Apsg ab e v 0 n D a n k n öt en für. den Erfolg Programms zu betonen, und eS ist.der Ansicht, daß die vsterrcichrsche Regierung, sobald ihr fremde Kredite zugefichert fern weiden "in» noch vor.Erlassung der endgültige« Maß» ttghmen für die Auflegung einer inneren' Anleihe alle in den Kräften steheichen" einstrveiligen , Vorkehrungen treffen mutz, lütt der' ilsberflutung, mit n e u cm /P a p i e r g e l 8, welches S^enwärttg die Lage ' von Dag -zu. ^äg schwieriger' aestaUet, Pnhait zu tust. - - - . - . ' . - - Die DeLaUfeage«^ DaS SlotttÜtt ist iw . MtzenwÄlittge« Berichr auf v«, s<^i«dene 'in.' feistem Ezfposee ^ausgeworfeae technische' Fragen^ - st der Ly{$iü!c|l 'daß die'Kommissionin dem >!Sgtze, als diesk Äroqen auftauÄen werdtzn, rx dqr Lage sein wird, die beste Lösmlg für dieselbe zrr rinden. Immerhin wünscht das Komitee hinsichtlich gewrsier Nnzelfrägen die nachstehenden Bemerkungen aufzststellen: A. Die Wahl der Mstiel zur Herstellung des budgetären Gleichgewichtes kann unter Vorbehalt erstes allgemeinest ÄuffichtSrechteS der Kontrollkommission ustbchenklich der am Rüder befindlichen Regierung überlassen werden. B. Unbeschadet der Vorkehrungen, welche , die österreichische Regierung für die Unterbringung' her innere« Ast. leihen etwa treffen möchte, hält das Komitee e§ für wichtig, daß die Regierung unvestveilt ihr. möglichstes tue» um.den Spartrieb zu fördern; sie urüßte zu diesem Zwecke alles aufbieten, um Vorurteile zu zerstreuest und dstS Vertrauen, wieder-, herzustellen, um auf diese Weise die Mlbejnlagen und die Placierung der .Anleihen zu fördern.' '. '. Die SmrfftsAKbaLL.. -. " C. Die Em-issionSdank mutz'so bald als rrfoglrch errichtet werde«. ES ist indesie« nicht notwendig, daß g'keichzeiti'g auch mit der Währungsreform begonnen werde. Dä§ Komitee halt im Gegenteil daffir, datz die Vorbereitungen für diese Reform-'int eiit3elnen «on der' Bank selbst getroffen werden mutzten: Jmmeichrn.erschiene 1-. W r e Jam-'! Die abgetretene Regierung, welche provisorisch di/ laufenden Geschäfte des Staates führt -— von eitze«! Regieren ksnnte wohl auch vorher Kerne Rede sein hm vorgestern der OeffentlichKeit amtlich kundtzegebenä daß /das Finanzkomitee des Völkerbundes sein«! (1 crstc P sticht darin besteht, ' durch -alleihr zu Gebote stehenden Mittel den Kurs"d,er,Kr om beziehungsweise der a« ihre Stelle tretenden Währungseinheit, zu 'festigen, und in welcher sie ihre Absicht zum Ausdruck bringen , würde, die den Entwertung verfallenen gegenwärtigen Banknoten so bald als möglich' durch eine ganz, neue, - einen bssttmmten. Werk besitzende Währungseinheit zu ersetzen. . ' ' . . D. Die KontroMommisfion wird außer den drei: Vertretern Oesterreichs noch vier snicht drei, wie eS die' osterreichifche Regierung vorgeschlagen Hätte)), vom Fmanzkoimtee zu bezeichnende Mitglieder umfassen.. Zur Deckung der Bedürfnisse - der NübergangSperwde Sign dem' Zeitpunkt wo.'die 'Srträge^ersiremd««". ÄiüeShe»- verfügbar sein werden, ist die so fo r t r g'e Ge w ä h r u n g von einstweiligen Vorschüssen vonnöten. An der Hemd d«S ProgrannstS...für: die finanzieLe Wiederaufrichtung wird es möglich sein, die zur Sicherstellung von der österreichischen Regierung angebotenen Pfänder auf Grund sicherer Daten ihrem Werte, nach abzuschätzen. Auf Grund dieser Abschätzung wird das Komitee in Ausübung der Rechte, welche ihm in Hinsicht des internationalen) Kreditprojekts evngeräumt worden ' stick»,. feine. Zustvnmmvg zur Emitierung von Obligationen.«ach dem Planes ter MeuleuS, welche' für die zeitweiligen Vorschüsse als. Sicherstellung zu dienm .htchm» erteilen, '-: . Die BorschLffe. v f; Das Komitee ist in der glücklichen Dme, erklären za können, daß es bestimmte Zusage« erhaltest hat, wonach derartige einstweilige Vorschüsse in einem für die Aktivierung des Programms während mehrerer Monate genügenden Ausmaße in einigen Wo chen verf ügbar sein werden. Diese Vorschüsse werden von der Ausführung des finanziellen Reformprogramms der österreichischen Regierung, den auf die Verminderung der Ausgaben bezüglichen Teile desselben nnttnbegriffen (wöbet etn - besonderes Augenmerk auf die «ikitSrifchen AuSgaben zu verwende» ist) abhängig gemacht werden; m gleicher Weife wird ihre Gewährung, wie dies bereits in dem Bericht des Komitees vom 4. April zum Ausdruck gebracht wurde, von der Suspendierung der zugunsten der Reparation^- und anderer Schulden auf die österreichischen Aktiven bestellten Vorzugsrechte,' entsprechend der Erklärung des Obersten Rates - vom 17. März, abhängig gemacht werden. DaS Komitee hat die- Aufgabe dstteiwet, die »es auf Ber° Langen tz«S Obersten Rotes vor zwei Monaten begonnen hätte. Das Komitee hat ein Progranrm der Finanzhilfe genehmigt. : das nach feiner Ansicht geeignet ist, die wirtschaftliche Lage Oesterreichs wiederherzichellen. Die notwendigen Bqr« fchüssv zur Tstlangriffnahme des Programms sind sicherge stellt, «8 obliegt jetzt den interessierten Regierungen» die Durchführung des Programms zu ermöglichen, indem sie urwerzÄytich ihre Privilegien für: jet«n Zeitraum üinb unter -;ene» Bedingungen suspendieren, die - in-' der.. Rote des KMtM. vom... h,, Hrxik WrFKWMN Wchsu. Mellt seien. Die Durchführung des entmorfenest .ProgrMMs,welchesdasFinanzkomiteedrsVölkerbund zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen LageOssterrei^ für geeignet hält, obliegt, wie jenes erklärt, deck drl estierten Regierungen, welche in erster^ Reihet chrö : i österreichischen Pfandrechte auf mindestens ZwanM Aahre -^ückstellen mühten. Wie man weiß; Hak«n firö jedoch brsher nur England, Frankreich, und Japan M dieser Bedingung bereitgefunden, während Italien UrM die Nachfolgestaaten für eine - Enischeidung m .di^eo^ Sinne vorläufig nicht zu haben waren: O-A ' Während nun alle Umstände auch dem Hinterwäldler die Noiwendigkeit vor Augen WM > sollten, daß im gegebenen-Aügenblick die ZruüÄstellunyit! aller Sonderwünsche am Platze wäre, wetteiferu unser« Provinzgewaltigen und die ihnen willfährige Schüf^ lMerpreffe darin, die Tragödie des österDchischM -vHtischen Lebens vor aller Welt in eine Groieske..Pr^ver^ wandelm Mt. den, AeM^Wst./dg.',I.äZ"WhML'.AM )Hat dis. ö.strrrM)W6rLandeiPsEß MsMhen/W ienestZ die. an die Möglichkeit einer-'ZMunft! für das selbstÄ3 dige Oesterreich glauben,' uä oeMös zlr demonstrieryr^ daß' in Oesterreich selbst, dieser ' Glaube nicht vor^ Händen, ist und man das' einzige Heil in ernenn schluß^ an Deutschland erblickt, Es 'neg'i auf der Hand^ 'daß durch ein solches Treiben Deütschland.-W'D-dW- ^Mjfindlichfte Hchaden erwachsen -Lanv.' Deutschland muß gegenwärtig andere ^Bvrgy^ hÄen als die österreichische PlebiszitaKÜon:'?hreAe«ch8. des Schicksals Oberschlesiens, in der es allen MöW rungen Zum Trotz zu keiner Emigrmg Zwischen,Franks reich und England kommen konnte, rührt an DMsch^ länds Lebensinterejsen und es wäre jenen, die'Hak», über Köpf nicht den durch den Zwang der DerhalM Niffe. ja verwehrten Anschluß, sondern bloß die ÄM stimmung darüber wollen, zummdesL kluge - Zu Haltung zu empsehlen, wenn sie nicht das Odium a sich laden «ollen, durch ihre laute und unzeitgeW Propaganda die. deutsche Sache zu treffen, als derettz patentierte Anwälte sie sich der Schlagworten siets zWj Sanglichen Waffe gegenüber aüfspielen. - 7 /i. Die Frage des Anschlusses ist langst hermt^'mP; Fahrwaffer der Demagogie geraten, daß es fast unmöglich scheint/ die Diskussion darüber aus ein«. saW' liche Basis zu bringen. Wer auf den Zwang der TiM fachen hinweist, welche die Erhaltung Wiens tM: Handels- und Berkehrszentrum der Sukzeffionsstsäte»^ zu sordem scheinen, gerat in den Verdacht, ei» Habsburgeragent zu sein, und das nationalistische Moment beherrscht dergestalt die Debatte, daß L« Frage der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit eines A»^ Muffes an das auf Zähre hinaus der Entente hörige! Deutschland trotz einer über zwei Jahre währendätz Anschlußpropaganda bisher gar nie ein« «nsthsßW Diskussion unterzogen wmde. Unsereprovinziellen AnschlntzschwSr««,'beid«^ man nie weiß, welches Deutfchlmrd sie meinen/, dm Reste des Wilheminismus oder den. bayrische» Klenkalismus, haben es sich m den Kopf gesetzt,. am 3. Juli in der Steiermark das Volk zu befragen^ «ndi weder die Drohung. der Anrainer von Süd und OW Noch die durchsichtige magyarische Propaganda. « bezug aus Westungarn, welcher die Anschlußbewchpns - ein gesundmes Fressen ist, vennögen sie von diese? Neuauflage der DmchhaltepolitiL abzubringe»! Daß nicht nur mit Rücksicht aus die geplante Kredit üktion des Völkerbundes, sondern auch angesichis drei - bevorstehenden Konferenz von Portorofe der Lettni» Nicht unglücklicher gewählt werden konnte, lieat notita lich auf der Hand. Aber es scheint hier gerade.in tm Absicht vorzuttegen, jeden Versuch zur einer Sömerung Oesterreichs mit Vorbedacht zu stören und dus ver4. führte Opfer Kann nm das schwer duldende.Volle sein,. Akteure diel« Prüiük-WMM

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