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Wiener Morgenzeitung · 1921-06-12 · Heft 853 (12.6.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 853 (12.6.1921)
Date
1921-06-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Mttmen - ViLktzWÄL fMftrl Ml 3, aker k» ei«er WafftMffttfc (Sngft«. MMdRÜtch 9x0tttn 10».— V8t Past»«s«o ffcr Wie» «A Oeftev»nch: M«»ckiKch 4 Krouait 108.— * Mchechs^lM»MLr Wut&tüi# . * Statten l1?,-. MerteliäKrrtÄ 6litt» Mecha.stsvmkrsSierMSHnmz - . Xttgsm: _ w3:W ,, ^fofce 1**— «er^eNÄrliÄ » «0- ' V. if“'''*' 2 ■ V.- $ s «< ' : .! rf -,. ä •! in) Einzelpreis ^L KÄMvn PrA«««teiM»»iP0«ch>< «EM?« Or-m»akch?E^ 2bxW»; AniUat; «ulpflvlif^ •.»/Cr. «PW «<Y»6, n. daS»chs «ME ' MoneMch.'1 •.ftumeft - ■ . *~~i..'...' . rA,. fOfd^g^gSIaSS^Si^ VsstipenSa-Venvänt» 1M.SSS Sir. 883 Wien, Sonntag den 12. Anni 1921 3. Jahrgang vieWeMM vesiemich. Das Finanzkomitee des Völkerbundes hat seine Arbeiten beendet. Die notwendigen Vorschüsse fichergestellt. Amtlich «rrd gemeldet: Die öft^rreichische Regierung hat im Wege nttsererGesandtschaft in Paris heute die Mitteilung erhalte«, daß das Finanzkomitee dös BölKerbUttdes. feine A r beit e « b e- «n d e that. Der ausführliche Bericht des Fiuanzkomitees wird in den nächsten Tagen «ach Wie» bekanntgegeben und sodann sofort verlautbart werden. Aus dem bereits setzt im Wortlaut vorliegenden Schlutzabfatz des Berichtes geht als wichtigste Tatsache hervor, daß die n o t wendigen rs ch Ss se zur I na «griff«ahme des S a nie r u n g S progr a m m s!§;ichergestellt find. , Der Schssßabsatz lautet: „DaS Ksvtitee hat dir Ans. gaLe psllLndrt, die cs auf Berlangen des Obersten Rates P»r Mei Mmaten begonnen hatte. DaK Komitee hat et« Krogrflmm de» KinanzKNfe genehmigt, da».nach seiner Ansicht geeignet ist, die wirtschaftliche Lage Oesterreichs w i e b e r h e r z » st e l l e n. Die notwen» Rg« Lorschüffe ' zur Inangriffnahme beS ProgrammeS stich sich er gestellt, eS obliegt jetzt den interessierte» Regiernnge«, die Durchführung beS Programmez» er. «Sglichen, indem sie rinverzüglich ihre PriMegie» für jenen Zeitraum - .««d unter jene« Bedingungen f»Sp e». dieren, die in der Note de» Komitee» vom 4. April vor. geschlagen witrden." ^Bekanntlich bestehen diese Bedingungen darin, daß die Pfandrechte -er verbündeten Regierungen für mindestens 2V Jahre zurückgestellt werden .sollen, und daß alle Arten von Anleihen rm^ Krediten, welche im Laufe der ersten fünf Jahve mit vorheriger Genehmigung der FinanzkomiieeS gewährt werden, -iS zu dem Zeitpunkt ihrer vollständigen Amortisation absolute Priorität vor den suspendierten Rechten und Privilegien genießen müsirn,. anch wenn bis zur vollständigen Amortisation mehr. als M-Jckhre verstrichen fei« sollten. 'f ' -NMKA. bk öefs^sMnrs« jede z^iegsbputalitstt Mtziligt wurde, 'h^utsthen. ^sihnen-^egyett' und auf den sich das wH^lminifche Deutschland!- stets berief, , wenn, es galt, dtt rohesten. GeioaltaM mrt der nötigen' Glöriole zu uysWdjen. D iese r Götze,- der. fieM dort., heimisch ist-' wo die schwärzeste Reaktion ihr Heim aiffschlägt, hat einG. seiner.. Hauptquartiere in Bayern, und. trotz des Hasses gegM die Preußen ist inan «r allen Fragen de« Reaktion zu einem völligen EinjrerständniK gelangt. Die giegierung Kahr hat, gestützt, .auf eine tveit- > H e.int tu ehr enorganisa L.ivn, eine schrankenlose.reaktionäre Herrschaft im Lande etabliert, die qlke. .progressiven Elemente. mundtot ^gemacht hat uy^> M,-ihren Methoden sehr lebhaft an Horthy-Mgarn ist es in .Bayern .wiederholt - zu Attentaten auf uübequeme Politiker gevönnn^-^nnd/'^-.lkr-- lMWdüng Kurt. E is n e r s, La n-b.an.e r s, der Uebev.' fM apf he». Gelehrten Hirsch f.eld, die vexschiedentlüWn.rStzen'.an. t i f c m it i s ch eO E.x z e sse, welche sich der sEschweigenden Duldung der Polizei erfreuen «nd gu . denen . die bayrische Hetzpresfe in unverblümter Mise ausmuntert, find die sichtbaren Zeichen dieser! Wirtschaft. in Bayern, ..bas :sich-' iselbst' «ls : eine „Ordnuttgszelle". bezeichnet. Die, Ermordun g des unabhängigen ^Sozialisten Gar eis. steht offenbar in- Zusammenhang mit der vorgefchriebonen Entwaffnung der' Heimwehren, der. sich'-die ', bayrische Neaktioin mii nllsn Kräften widersetzt. Gemcralstretk. München» 11. Juni. sPrwat.) Die sozielifiischen P«ieieu habe« die Ansdehnung des Generalstreiks avf das gesamte Gebiet Bayerns beschlossen. Für Sonntag ist eine grme'michöstliche Prote^versammlnng im A«Sstelbrngspark embernfen. . Die hentige Demonstratio« verböte«. MÄnchsen, 11. Juni. Die Leitung der sozialdenrokratischen Partei veröffentlicht einen Aufruf an ihre Mitglieder, worin sie sie ermahnt, Disziplin zu halten. Da die Versammlung auf dem Ausstellungs- Platz von der Polizei verboten worden /ei, mögen die Mitglieder sich n ich t auf de» Ausstellungs- Platz begeben, um eventuelle Zusammenstöße und Blutvergießen zu verrneiden, sondern sich reich Sektionsr« zu etwa 40 Versammlungen in gefchlosseneN Räumen züsämmenfinben. Weiters -teilt die Parteileitung m dem Aufruf mit, daß sie nunmehr vom! Landtag durchgrei fend'e Maßnahme n fordern werde, und zwar: Schutz von Leben und Sicherheit aller Staatsbürger, Durchführung der Reichs- »nd Landesverfassung sowie der MichD. und Landesgesttze, Einschreiten gegen die Rechtsverletzungen und gssgen btt Belebung des alten militärischen Geistts in Bayern« Aufhebung des Ausnahmszustanbes,- Beseitigung der Bolksgerichte und Nachprüfung der Stünd- und Byl^- gerichtsurteile sowie Sicherung und Ausbau der demo^. kratische« sozialen Republik Bqrhnftnns ««bischer BoyKottarrnngenre. , ' Jerusalem, '6. Jurst. (Jüb. Korr^üv.)! Mehrere rüohammedauischv und' christliche- Scheich s, die. die Bchkott- ^wegung gügen' die jüdische Bevölkerung geleitet ' haben, tmrden veryastU > und nach, Jcwnsalem gebracht Sie wurden- Kroch bald gegen i Erlag einer K a u t i o n > bis. zur MuLch. v'i hrung des Gerichtsverfahrens auf.. freien Fuß gesetzt. - - i Der Vertreter der Mische» Ärbeiter im .MmaLstW. Iccnfale«, ^. .Jüni. (JSd. ,Äorr.-Bur.) .Der 'Bec.- vtzrwsrs ' und .. verschicdenen - Beamteu deu.Dsr-wurf^mt-?.uverlLsfrtztt: Haltung'.'machte.Der' OberärmWssärSir Herber f Sanin^X/hat' Me Ve»iissi>o«?.'Bchr Hvtt «.icht Se«ah«ig< ' J ..t '« r- '~ Anfragen im englische« Dberhans über die Ereignisse in,Jaffa. '! i Lchüwn, Juni; *<$&. Kvrr.Äur.) Dtt aus (seinen wiederhölten Angriffen gegen ein jüdisches. Palästina bekannte Lord5S.ydenham brachte im Oberhaus eine Mstage. ton die Regierung über die Lage in Palästina im Zusammenhäng mit d«n Exzessen in Jaffa ein. Auch Lord La m i« gton bereitet"eine Anfrage an die Regierurch v-or/ die um Klarlegung ihres Standpunktes-bezüglich der Gr-nwanderung und'der Ernennung von Beamten vtz der Berwaldmg Palästinas ersncht wird. Pri*»>Gevrge in Palästina. LMdvN, ri. Juni. (JiÜ>. 5korr.-Bür.) Ds» BuUerinS E i'.e% Gaad Hazitim weilt Prinz George von England seit einiger Zeit in Palästina. Er reiste «mit Sir ©bwrt SanMel und Admiral be Robeck aus einem Schisse. Sie jtfcgeu im RetzierungShaus ju Jerusalem ab Und tvtzorn^WiSe. .bei}’ MwruuiijtziWer! Das Gebot der Stunde. ' ^.Wien,lr.Itnri<.,s Jedes Mdifche Fest läßt durch den -palästrnönstfche« Erdgeruch, den tzs in seinem Sinn und seinen Bräuchert' . trägt, den Gedankett an Zion lMer aufleuchten. - - Auch' das Wochenfest, das wir heute feiern, ist nicht blost^ das q Fest der* finaitischen -Offenbarung, fondern^ursprünglich, die Feier der Erstlingsfrüchte, das jüdrschv^ Frühlingsfest/ - . , - Das jüdische Volk schickt sich heute an, die 'MMeVy^ zur heimatlichen Mholle^ zu vollziehen und' sie zur Feiert eines neuen Frühlings zu bereiten. Seit die poMschew^ Erfolge des Zionismus offenkundig geworden fiüd, hatf- . die Palästina-Idee begonnen, sich im BewußtfÄn auH - jener festzusetzen, die sich , im Geiste? von Zion' lgügst los< gelöst hatten und an die MögliWeit glaubten, ohne:', Rücksicht auf. den Zentralpunkk des jüdischen Herzens^: Erez Israel, ein blasies, in seinem wahren'Wesen unbe--'r stimmbares Judentum behaupten zu. können. DM jüdische - Volk beginnt nunMehr langsam und zöMnÄs sich feinet inneren Verbundenheit mit Palästina bewußt'. zu werden. Die Kundgebungen der letzten Zeit, die.vöni>' Seiten, kommen, die aus ihrer Gegnerschaft gegeü^de«! Zionismus nie ein Hehl machten, sind deutliche An^i zeützen; die Stimmen der. jüdischen AsfimiLnfe«.' i» i Deutschland. und an anderen Ortwr, die sich zu OäkästMöi^ bekenne», mehren sich, dieMff^heutfch^^-tzstcheM^..i vereine m-Deüsthl-^ch Md.-W'B'rfeiW!MÄöSen Myisch s schiehMe«! LanderstZhäken:WML^iGn^vlUtümE W«' .fMelegt.' ... Wie motrg und «rmuffchrebbar diese ist,' b^wÄsm.' die Ereigmsik, die sich , in /den letzten Wochen.' Israel abgespielt haben: Aufgehetzte Araberhorden chabeni jüdisches Lüben vernichtet, jüdische Habe zerstört:nnd! geraubt und den Geist der Unruhe hr das Land'^ ge-H tragen, das sich unterEnglands.'Verwaltung' auf.Meni. neuenAuffchwung vorbereitet, i.n Die. Einwanderutttz -D > provisorisch gesperrt worden inid Herbert Samuel'W'. in seiner am Geburtstag-des englischen- Köttigsü)?gM »' haltenen Rede daräufchingewiesen^daß der gegenwaMM Zustand in Palästina eure unterschiedslose Maffenein- > Wanderung nicht ziüasfe, imd daß daher eine bMim'tttb' Rationiennrg der Immigration fürs erste ^levfolgM ' muffe. Für die Zionistischen Wünsche. bedeufet die' Aft^ Wendung dieser neuen Methode einen bedaueÄrchen^ Rückschlag und es ist fraglich, , ob eK Eg war, zu solchen, Modifikationen der bisherigen Bestimmungen zu greißrnr und dies in dem gegebenen Augenblick, da die arM- > schen Hetzer darin einen Erfolg ihrer Wühlereien. blicken müffe«. . . . ■ Aber wie berechtigt auch die Kritik an der HoltüNtzder palästinensischen Verwaltung während der Unrühem üwd nach innen fein' mag, so darf man mcht vergtzsitzn>? daß Sie Ereignisse:feM teilweise auch '.Mtch ' Lfe? jüdische Passivität möglich geworden sind. Man!.MtW es mit allen Nachdruck sagen: Das jüdische Volk hat iw"! dem seit der Konferenz von San RÄno versiossenewl . Fahr seine Wicht nicht erfüllt, es hat die kostbarste' Zöft'i ungenützt vorübergehen lasten und UnentschlosienhölL- und. Sknnpfheft zeigte sich, wo dre großzügige opfer-- willige Tat erwartet wurde. An. den Ausschreitungen ink> Jaffa und in den Kolonien, dem Werke einiger arÄbi-!h .scher, eigensüchtiger Politikaster, trifft unser GE -m'ikl die Schuld, denn nur die immer augenfälliger werbender Schwäche unserer Position hat - die Pläne jener T^fieä * lasten, und unsere Schuld ist es, wenn PalLstm^ htzüL'^' noch nicht so weit ist, um allen jenenden Arbeitsptä^ zu-bieten, die ungeduldig den Einlaß M§ Land MsOPk und berett find, ihr junges Leben in die SchMZö tzttit schlagen, um ihrem Volk eine hellere Zukunft- M zimmern. . . .... .. t j Denn Palästina wird nur durch die Anstrengung, des - Mischen Volkes zu neuem Leben erstehen. Sng^ land wartet auf unsere Tat, die das Land einer neuen Zivilisation erschließen, es aus seinem Dornröschen--^ schlaf erwecken und zum jüdischen Landemachen Worauf warten wir? Daß uns die Volksheimat Wiel ein- Geschenk gufalle, sie, die nur durch eigene Otzfed.» vmb mit Anstrengung aller Mischen Kräfte zuringen ist? Politik allein ist nicht arrsreichend, fsi? wichtig sie sein' mag, uüd wehe uns. wenn wir:•***& Moment rmtätig verschlafen! Wir habcn EngltNrdS ZM« <fltn »fey NlvßWväftEmWSL-. .Mcht.--»>W8WS« v

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