Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 850 (9.6.1921)
- Date
- 1921-06-09
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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LASST rvrm, Dvnner^rtU Mkettex MwvAeyzemmg rpt I92T Mif% Drohnoten jedoch sind spontan gekommen, je mehr die Auf« regung wegen der Mstftnmungen bei der nr.ßen mch kleinen Entente wuchs.!;n iL ' $ic Konferenz von Portorase. Prag, 8. Juni. (Tschechoflow. Preßbur.) -Die Konferenz der Sukzessionsstaaton findet in Porto rose am 15. Juni statt. Sie wird Kommunikations- und Wirtschaftsfragen behandeln. Die betreffenden Beratungen der.tschecho-slpwakischen Kommissionen in Budapest werden.während der Verhandlungen in Porhorose, soweit Ls'sich stm gemeinsame Fragen handeln wftch, bis zm HetzMguyg der Verhandlungen iy PyMr^se vertagt Prag, 8. Juni. Nach einer Meldung der „Prager, Presse" begibt sich die Delegation für die Wirtschafts- und Verkehrsverhandlungen mit Ungarn heute nach Budapest. Nächste Woche wird ein Teil dieser Delegatio.n zur Teilnahme an der Konferenz in Portorosr Weiterreisen. - : - , — Bundeskanzler Dr. Mayr äh^r Wirtschaftsfragen. Prag, 8. Juni. (Tel-Komp.> Der Wiener Verirrter der ^Gazette de Prague" hatte eine Unterredung mit dem Bundeskanzler Dr. Mayr über verschirdene Fragen, welche sich, auf die Wirt* sch Mich e Zukunft der .NepuM bewge». Bezüglich her von der Finanzkommission des Völkerbundes zur Sicherung der Kredits gewäbrung unternommenen Schritte erklärte. Dr. Mahr : Nach dem Äolg der Wiener Vorbesprechungen dürften die gegen« wärtigen Londoner Verhandlungen über die Modalitäten und die erforderlichen Garantien des Kredits EntschrideydeS'bringen. Die genaue Höhe der Kredite könne augenblicklich nicht ange« geben werden, da die einzelnen Maßnahmen. voneinander ab« hängen. Es wird sich vor allem um daS Kapital der üeum Notenbank und um den Anteil des Staates an ihr handeln. Werkers M die Modalitäten der inneren Finanzresoim. Die ganze Reform, wird schrittweise durchgeführt werden Mssen. mit Rücksicht »auf die Kosten sowie unter Verücküchtigung der Lebevsbedmgungeu der Bevölkerung. Du Operation soll Oesterrtich eine geordnete FiNanzbasis geben. Die innere Reform wird, daher auf'die Tragkraft der untersten sozialen Klassen Rücksicht nehjyen müssen. Der Wett der Krone mutz M die Höhe gesetzt werden, durch- Unterdrückung des Papiergeldes muß Oesterreich eine feste Valuta für. die Ankäufe inn Ausland erhallen und die inländischen Preisschwankungen sollen möglichst verschwinden. Auf diese Weise werden auch die Gehälter und Löhne so weit als möglich abgebänt werden können. Urbrr den vermutlichen Einfluß des mit dir Tschechow Slowakei abzuschl eßenden HandelSvettragS sagte Dch Mayr» er halte geordnete Handelsbeziehungen mrt' deck importierenden cktd exportierenden Ausland tüe cine wichtige Borbehlpdung des «irt» schaftlichenWiederaulbmes,darüber hinaus abergewrnbtderHüMls« vertrag mit dev Dchecho-Slowakei Bedeutung da die Unter* brechung der frühere« wirtschaftlichen Beziehungen für bilde TÜltz nachteilig war und Grund ^itr §öffnutifl botfjääbm".'fei, jj&fi «in neuer Vertrag diese Beziehungen enger gestalten werde. . Hauptausschutz des (gemeinsamen) Landtages von Riederösterreich. Unter dem Vorsitze des ObmannrS Abgeordttetr» S e v e r beriet der Hauptausschuß des gemeinsamen Landtages üben die BesoldungSsragen der Landesangestelltm. Abge« ochneter Wolny berichtete über die Vorschüsse auf eine B e s o l d u n g s r e s o r m für die LaNdesangestellte«. Abgeordneter B o l k e r t berichtete über tue Erhöhung der ' Vcrpflcgsgebühren itt den Landesanstalten für Geisteskranke und schwachsinnige Kmder im Landrskinderherm in MeL Abgeordneter Dr,.Lutz berichtete Über die Deckungder Kosten der Vorarbeitm zpm Ausbau der Dona«- k r a s t werke, Dieselben wurden bewilligt Passive Resistenz der steirische» Mittelschnlprosessoren. 7 Graz, 8. Juni. Gemäß eine« Beschlüsse der Landet« pvofessorenkammer für Steiermark «erden die MMttichnl- Prozessoren an den staatlichen Lehranstalten in Sttiermark zwe^s Durchsetzung ihrer Forderungen auf Abändetüng des Be« svsdungsreformeniwurfeS von, morgen an folgrüdd. Dlürstobliepenheiten nicht verrichten : VersehungSPrLfuirtzeü, KlassifikalionS« konfermzen, Reiteprüsunge« jeder Art, Aufnahnisprüiungeü. Privakistenprnfungkn, Nachtrags- und WiedirholüügSpttifüngen und sinngemäß die Ausstellung jeglichtr ZeützMe. " Das feine Ehrgefühl Apponyis. Die »Neue Freie Presse" ppm ß. d. M. bringt eine. Zuschrift des Ppafep Albert Apponhi, die eW per« nichiende Kritik der Horthy-Hpral enchäft und den fetzjgeu. Machthabern in Ungarn jedes Ehrgefühl ahsprW. Wer dis Stellung Apponhis und die Lltzbeditzperei her »Reuey Freie« Presse" gegenüber dem „Wifthep" Betharentpm kenp^ whK das für . einen schlechte« Wtzh' haften. -Hyd,• wotzdem ist es'Tatsache, wenn auch. Hey Herr Graf die Spitze seiner Avis«, führnngey: M geM c sM.MiUMiH sondern gegen ~ die Oesterreicher, denen er wegen ihrer Ansprüche auf Wtzstungarn auf folgoqdp diplomatische Weise ins S(fmM3^k*wo ©. §. 865 W uSütV!* iuewm* „Hält man es mit dem fernerem Ehrgefühl für vereinbar-, empfindetman es nicht als eine demütigende, um nicht zu sagen schimpfliche Zumutung, aus den Händen des früheren Feindes ein Geschenk auf Kosten des früheren " Bundes- Und Kampfgenossen anzünehrußri/ sich dazu benützen zu lassen, die Darniederliegenden noch gründlicher auszuplündern?" Leider hat es aber eine besondere Heimtücke der Weltgeschichte so gefügt, daß. diese Worte eine zwar ungewollte, aber dafür nur umso treffendere Brandmarkung des Ehrgefühls der Horthy-Gentrh darsiellen. Denn diese Ltzute haben SS tatsächlich mit ihrem Ehrgefühl yeveinhgr gehalten und es weder als eine demütigende, noch als eine schimpfliche Zumutung empfunden, die Äacht aus den Händen des früheren Feindes anzünehmen, nämlich aus den Händen der Rumänen, die dem Regime Bela Kuns .ein Ende «yd. so dem. Weißen Terror die Bahn freigemacht haften. Und was das Feingefühl der Gänsefeder-Offiziere gegenüber ehemaligen Kampfgenossen betrifft, so wrrrde eS durch eine Gerichtsverhandlung ins rechte Licht gerückt, die jüngst gegen einige Horthy-Gardisten duxchgeführt wurde, weil sie in der Eisenbahn einen Juden herprügelt und schließlich aus dem fahrenden Zuge hinausgeworfen hatten. Der Unglückliche hatte sich vor seinen Peinigern als Heimkehrer ads larkgjährigep Kriegsgefangenschaft legre tichiert, ohne aber dadurch den Mißhandlungen seiner ftüheren Kampfgenossen entgehen zu können. Sje prügelten ihn nur Wso heftiger, weil er> Witz sie höhnten, statt nach. Palästina zu gehen, nach Ungarn zurückgekehrt war. Und dann anntzttieptey sie die Meider tznd Wertsachen ihres Opfers, ktz» nntztey also,, um mitz Graf Apponhi zü sprechen, dstz cheftgen« heit, »den Darniederliegenden noch gründlich auszuplündern". Dieses Beispiel magharischen Ehr- und Feingefühls ist, wie alltz Hchsi Peiß, Mrz pereinzeltes. Täglich tzrheW GH. dtzr DoNG aNfgeftWe Llchihen/ eine stumme tzftd tztzch. so bexeM Anklage gegen die Helden eines permanenten »Kon«. jnnk-türä!plÜnderungs.SN'geH" (guch dieses Wobt gebraucht Gras Apponyi in der »NtzNen Freien Preffe"s gegen deü srüher biwäMMen Bundesgehüfsen im Kampfe' uni Lik BorherrMäsk deS' MagharentumS: das' ungatländische Juden.« tuch, ^ie Kellßr im Pudapester Hotel »Btitännia" witzdep» holen diese Anklage, die Schluchten des Bakonherwaldes tönen von ihrem Echo. Unter solchen Umständen steht es dem Grafen AppoM wohl an, die Leser seiner Zuschrift an hie «Reue Freie Presse" vor einem Reinfall zu warnen. Aber so naiv ist heute niemand mehr, daß er Mä^härischeü Appellen an Ehr- und Feingefühl aüfsitzt. Die wesjungärische Frage ist durch tat Friedensvertrag entschitzden. Die Desterreicher hatten eine Befragung der Einwohner beantragt. Daß sie das Land ohne eine solche zugesprochen erhielten, ist Nicht ihre Schuld und kann nicht mit vön - ihnen betätigten Annexionsgelüsten begründet werden. Ebensowenig wie die Sakvtage dieses Enttzntediktats durch die Magyaren und der Terror, mit dem sie" Noch jetzt die Westungarn für sich zu «gewinnen" suchen, etwas Mit feinereut Ehrgefühl zu schaffen hat. Telegramme. Judenpogrome in Rutzland. Berlin, i. Juni. (Tel dev „Wiener MürgeftA.") Der Leiter des europäischen Bureaus des New-Aorker „P o. r.t^ä tji S" epWlft. ein vom. Ltziter - dtzs. Wischen. KvftimWrtüts, M e re s H i ft, gezeichnetes ' Radiotelegramm aus Moskau, dasfolgenden Inhalt hat: „Avr 24. Aprft begannen Judenpogrome im Gouvernement Homel.- Per erste Pogrom fandin der Stadt K r a s. n o p.y l statt. M Agryryp, wKlche großen Umfang hätten, wurden von gntibolschewikischen Banden unter der Anführung VW tzol^ga. M inszeniert. Pogryme fanden in Ho.m«l, Podyhryn, HefkaUnd ftrdeuDörfern Mikulitsch, Katzyliew, N o,ma-Borsuk u. a. statt. Das revolutionär militärische Komitee organisierte zusammen mit den lvtMft HuMnteibeu eine energische Aktiyuchch es gelang, die Banden zu vernichten und hie Pogrom« h-UMa««. M MW M - M Opfern ist in Riepka zu verzeichnen. Wie nach« ig^ich geyreMt wird, kam auch in der' Stgdt rH w l v p n tt Mvotzt vyrB , Harding und der Zionismus. Stew-Aork, 2. Juni. sPrivat.) Das Washingtoner Empfangskomit-ce zur Begrüßung der in Amerika.weü, lenden zionistischen. Delegation erhielt ein Schreiben Hardings, in dem «D heißt : Ich fühle mich gedrängt. Ihnen mein freundschaftlichstes Interesse für die zionistische Bewegung zum Ausdruck zu brim gen. Jeder, der alle die Leistungen des jüdischen! Volkes kennt, muß daran glauben, daß es eines Taaes seine historische Volksheimat wieder erhalten wrrd< um ejne neue und größer^ Epoche seiner Förderung , der Meftjchlichkert einzuleiten. Ich bitte Sie, meines, fort« gesetztM Interesses fstr hie Sache versichert zu sein,, dep Hrr solchM Mer' widmen. Der Pla« eines französisch,englische» Bsindnisses. Paris» 8. Jnnü Fm „Ecko de Paris* bespricht Pertinaz de« Plan ftpetz enMchrsrauzössschen Bündnisses und erklärt, dir Ansicht der englischen Mipister, die sich dem Abschluß eine- Bündni-vertrages ans .Grundlage des Entwurfes vom Jahrr ISIS zuneige, werde ip Frankreich n i ch t g e t e i l t V»m Standpunkte der französischen Interrssen sei eL unmöglich Anurchl und England durch dm gleichen Vertrag mit Frankreich zu yxrdinden. Amttika sei durch den Ouan von Europa getrennt, wähnend England daran denftn müsse, daß die Straße von Calais! einen ungmügendm Schuhwall gegen eine eventuelle ' Wiederkehr eines AngMs aus Mittelemopa bilde. Beflrrung der Streiklage in England. Dyndoft, 8. Juni. (Rmter.) Der Vollzugsausschuß der Bergarbeiter hat beschlossen, für de« 16. d. M. eine Konferenz drr Vertreter der Berßarbeiter e'iyzuberufen uyd empfiehlt die von den Grubenbesitzern gemachten Vorschläge zur Abstimmung zu bringen. Die Führer der Bergarbeiter habxn erklärt, 'daß die Grubenbesitzer sehr ernste Vorschläge gemacht haben. Die Bergarbeiter würden d i e A r b e i t a ü f n e h m e u k 3 y n e n, ohne eine Herabsetzung ihrer Löhne untcr die Kosten, der Lebenshaltung befürchten zn müssen. ' . Der Streik in der englischem Baumwollindustrie. LAchiott, 8. Juni. (Funkspruch'.)' Die Arbeitgeber ‘ dtzr Baumwollindustrie in Lankashire haben die Ein«!, ladung des Arbeitsmrnisters zu Besprechungen zwecks' Beilegung der Kri.se in der Baumwollmdüstrie 'äuge-' nommen. ' ..'7 . ÄSWpfe r« Cork. Duhlfte, 8. Juni. (Reuter.) Krvnstreitkräfte habcu Ui d:r Grafschaft C.yr k eine starke Gruppe bewafmuc^ Flei-- . Wchige? überrascht. Bei dem sich hiebei entwickelnden K a m P f k' Wurde« drft, Freiwillige getötet, drei verwundet und mehreri. Hmtat sefange« gmommm. % Skt Balksvifiexnng von Mitteleuropa. . Plwis, 8.. Juni. Die -Presse gibt die Debatte^ stftlHzich her MtifizierunA des Vertrages von Triafton . sn. kürzgefaßten Auszügen wieder und zumeist ohne ' Kommentar.' „Figaro" hebt die Rede Margaines hervop, bser' hie Polftik her Alliierten Oesterdeich gegenüber . Yiner Kritik unterzogen habe. „Oeuvre" betont, die Debatte habe ergeben,- icrttf fvie schwachem Hydtzn das Bolhwexk ^stehe, daß man in Zenträleuropa errichtet fyaSe. Nur ein Wahres Völker« Hund könnte ein festes Band zwischen den SukzessioNs«. staaten Herstellen-, die einer entzweiten Fgmilie.gleichen. ' \ Man habe sie getrennt, aber, sie köftE bhfte i ander nicht leben. '! . - I Longuet bespricht M )HöpUläiM< tzie Rede» l Doncoürs und Moutets, die dargetan hätten, wie sehr 1 hie Verträge von Saint-Germäm und Trianon ari der ' Balkanisierung des mittleren Und östlichen. Europas Schuld tragen. Ueberäll seien künstliche Staaten, ge-- schas^ndie nicht leben-können.! , Rnh« ln Mesopotamien. London, 8. JnNr. (Funksptuch.) Im Unterhause 'ciHaite ’ der Anterstaatssektetar des Kolonialamtes im Namen der Rctziernng, daß - die britischen Truppen bereits gänzlich; aus Persie« zurückgezogen worden seien, und daß in M es o p o i a m i e n Rühe herrsche. . .. ' . Politisches Uebereinhömme« zwischen Rumänien «nd Jugoslawien. SPM».?. Jufti. (Wtr.-Bne. Hräm.) Der MIgrader Berich ^tstätter des „Jutarnl Lis^ erfährt, daß! bei her Mutigen ZusämmeNkuNst des Ministerpräsidenten P asic mit dem rumänischen Minister des Äeußern Täke Jvneseu ein politisches Uebereinvomme« zwischen Jugoslawien und Rumänien unterzeichnet worden sei. Gelegentlich des in einem Monat' bevorstehenden Besuches des Chefs des rumänischen GeneralstabeS werde eine Militärft-nvention mit Rumänien; unterzeichnet werden. > Der polnisch-rumänische H^ndels- »««trasi n'che DerftMft Polen und- 9 - ,r r in lersfrasse SS, IS-SM. l3.S'ir : W - gMWVNWb >r-W. la-s.«* : vn.^r.jmpe««! Kulante DurcniftnrniLa von Belehnunaen aller Ar 5996^4