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Wiener Morgenzeitung · 1921-06-08 · Heft 849 (8.6.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 849 (8.6.1921)
Date
1921-06-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelpreis K UhtzUr« i> te*' MGMMUI. ä, gtattb Tifa— -» : KMeM»N«r«, SSSwailf* Le»««, VM.- atuää M\ ii^ini#i iirm *****— — Val WDMffttft W OM HO PrtmridK Vtsdattkch. &v»ata 100*-. T^scha.L>aw"aSen " ... Nro«e» TV.— «r<rterj-tz-!«h « SL^- 10 tflOT>'fi5üJCf|BJtf wW!»®| ■; ■ tfttjwati1 ***ua m- 2MW-ÄÄ- SKgtfUwieci Oi»iwttiflÜ.. Lvck» Mu ttimelrofcrttA * S€.~ Mnzewrel» K F', 0 ms »2 . , ' ' «—Ech. .. « Schwer» Nr. 849 irtimm um .-7-r 7. Wien, Mittwoch den 8. Z«nt 1921 3. 3-MOiU Oppeln und Angora. st. i en,8. Jüur., Der Pariser' v$emp5* bringt einen LeWtikel .tzppeln sind Hrgora"... Oppeln1 ist ein StäWesim Oüerschlesten üsid Angora ein verfallenes TWenyM in Klemasien, ' die . längst verlassene Stayunbürg adeliger Katzen« 'und NegengeMechter. In Optzeln leben Leute, welche Strümpfe, Messer, ^eise, Kohle und andere nützliche. Dinge machen und vethandeln. In Angora raufen sich aussätzige Bettler. mit räudigen Hunden um M Knochen rm Sträßenmift, DieMitzen von Oppeln ..sind .ehrenfeste . Fabrrks- und «Menbeßtzer,. Pfarrer .< und Postmeister. , An Mrsers Geburtstag, pnd wenn - ein - neuer Garnisons-/ hyMmandem kam, setzte der?Ätann den Zylinder auf', die Glatze und dierFrau zwängte sich, in ihr krachendes Schwarzseidenes.^ Das waren.die.großen Sensationen, größere: gab's und gibt's nicht im Leben der Beherrscher. von Oppeln. In Angora regieren -aus Konstanlinopel entlpufene Paschas, Wesire:und .Generäle, Herren von etwas komplizierter Art, . .dietagsüber .Armenier: und Griechen tausendweise maffakrieren und anawlische Bauern ' schinden, - M nachts im Haxem .vergnüglich zu tun. Wie kommt Oppeln zu Angory, der ^tach Arbeit und Seife riechercke preußische AHcy -im'-/KHlen'.Röch>in' hur LMg^chrmtzisen,:' .zerlümpW'^ ÄeHen,- - nach Orient stiükerchen. Räuber-/ und Bettlenomantik?; DÄ ge-; MHie Äsiärm hayn's nichtp Älleh en, atztzr die erleuchtete Weisheit dA Obersten Äatesder siegreichen - Machte hat -erLkM und deVetiert^ .Fatz'^bewe^m^- trWMaö' 'veMÄM-M^GaU'PHMM'M . EnteÄeKvnferMlautet: Dieobr^chlrsifche midi? die türkische Frage,- Oppeln- und Angoras ' - Mnd das ist so gekommen rDi^ f^mrMenDwiMn - M den Griechen, wollen düher die Türken unterstützen. FerrO Men' sie die '(Deutschen,-.- Gruftd-sMs,'- um die Polen zu'lieben ' E'-MMDbÄschlPm-'M'' geberr. Aber Liebe und Haß. sind unberechenbar und sin > Kerzen des Freundes und -- Bruders r England keimen gegengerichtete Triebe. EnglaD Mag die Holen nicht leiden, begönnert daher die--Deutschen r^ Oberschlesien. Es kann weiters dieTürken nicht ausstehen, weil sie ' plump in seinem Men .' orientalischen > Pläne hmemgetappt sind» will daher den Griechen helfen. Es begann daher. zwischen den: großen Brüdern: in; Paris und London eine arge Keilerei. Lloyd George Mhte und Briänd fluchte und ,T-mps" und »Times" keiften und.Uebergescheite prophezeiten.Krieg! Aber ejnem klugen Kerl .in LdpN 'kam der ebenso ein-, fache cüs 'alte und'. großmÄge. Gedanke, die' beiden Streitsachen, Oppeln und Angora, in einen' Top^ zu. werfen. ^Bruder Franzos! Laß mich deinen Türken' rupfen und du darfst dafür meinem Deutschen die Knochen, im Leibe zerschlügen!" Die Idee wirkte zapberisch.?Däs Gewitter hat, äüsgegrpM und. sicher Mn das ErÜ>e vyraupfehen: Ein - Barchett nach j der friedvollen Konferenz des Obechen Ratch wird u .hie champagnerfeuchten Schnurrbärte > des . klugen Lloyd George und? des tapferen Briand im saftigen Brubertzusse verschmelzenlaffen.. Stkwird dem ^blödesten Auge des gemeinsten. Mannes .klar werden, - daß Oppeln und Angora' zufammengehören, wie die Faust . M das.Auge." '' ' Der Moralist fei# Ach und Wehe und jammert von gebrvchtnem Wort mkd schnödem Verrat. Aber auch er wird aus seine Rkchnüng kommen. Bricind wird mit WhrML incdrr2 Stimme' und Tropfenim Augenwinkel Nachweisen, *: daß sich die Türken unan- - ständig und undankbar benommen habur, also srauzösischer Hilfe unwürdig geworden sind, Die Engländer wFrdeu's nöch eleganter, machen. Schon.berichten Me Londoner Zeitungen, daß Lloyd - George^ über Mtliche Weisung von / den t Geschäften fernezubleiven hat. Aus der Kütiferenz wird also höchstwahrscheinlich ein GtettverLtettt ' erscheinew der dann nicht wehr das ekg'ene Wort, sondem nur das emes anderen zu brechen M And wenn auch Lloyd George Wer käme. die;Deütschen häben in gewohnt kluger Art den EchlSndem das Abschisdnchmen von der deutschfmmduchen MM herzlich leicht grmächt. Das Äpziger. Reichsgericht ZgkHerade.in MmJMschrn Tagen dem. welch«, rw. 7M y-rnMveten Engländern versedkt HM ehrm< vie Nanröwche Mmer M W Me Debatte über die Rattfizierurrg. PgriS, 7t' Aum.. 'LkKammer begava' heute vormittags dir' Debatte über die MllfiKeiung .des BertrageZ von Trianou' sowie -der-- am 10i September 1919 m-SaimWerwaw* unter« ^ichnrten Vertrage?wrschrn de« Großmächttn knd Tschecho-' SlowA«, Ällgostawien und Rumänien, betrestrnb Len M r n v r i*‘ t ä t e n s äs u tz uvd kie T r a n s i t f r e i h e i t.' Die Sitzung begann in Anwesenheit Briands' -um ilUi6 Uhr?!,. Der: Deputierte des Departements Jlle-et-Bilaine,' Gliern?rr, (hob iri-fcmem' Bericht noch einmal besonders-hervordaß die Geleünote deZ Vertrages von Triauop zu Auslegrmgen Anlaß.^ gWben habe, die rhr durchaus nicht entsprechen. MaNhäbe sie auch auf die BesKruurungen, betreffend die w e st u n g a r i s ch e n A o m i t a t e, angewandt, trotzdem die Abtretung der/ betreffend'« - Äömitajie' an- Oesteireich. -wie belaum, erst «ach der Fertigstellüng des übrigen' Vertrage^' aüZ wirtschaftlichen Grund« und weil die Bevölbrung deutsch« Stammes ist, vorgesrhm wurde. Dre vön «ugarrscher Seite auf die Geleitnote gegründete Polemik, die' sich msbe-> sondere i« letzt« Jahre gesteigert habe, stelle den ganz« Vertrag von T r r a » o n w.'ia'.d.e^Pn-.T'M?-'^'- wahrend ihr wirklicher Sinn vollkomm« Üar fei und eine will k ü r l i ch e Interpretierung «i ch,t--«l a,f s e. Man wollte die > - -- - -vii» ujyfft: B r Lan d greift zweimal währerrd der-'Reoo . - Das erste Mal,"als der. Redner vyn^f r an ^ös^r eisen spricht, die; eine . h g'Ls'b.rrrg.srxHU^chÄ und sie ulcht Wingr«, M MM K^ermrg.Kev vvM vDried«S Dtäsik. «illmlE dch- Mrchstab«! z» halten." D§.sollte die Möglichkeit gchptrn weM,; im einzeln« Ulchilligknt« zu vermnd« und den l» k a l e« E t f o r b n i s s e.w Rechyung gu tragen. Das.Ziel des GeleitbrieseS sei gewesen, ein freundschaftliches; Einvernrhm« zwischen Ungarn - -und;dm Nachbarstaat«-herzustell«, und wenn sich dle Grenz-- rrgulterungskommisston an d« Völkerbundwende, so könnte 'diesercanch Mts anderes tu«, als Ungarn und seine Nachbar-;; staatru - zur VerstÜndigüng in etwaig« lokalen Streilstag« aufzufordern.. Der Vertrag selbst könne nicht in Frage gezogen werden. . Der ^Berichterstatter b e a ü t.r a g t e d i-e R a t i s izierung des Vertrages... Heerauf fühlteMargaiue aus, daß der Brrtr«eg vonTnanon ebensowenig wie der Vertrag von St. Germain eine Gewähr für eine dauernde Ordnung in Mitteleuropa bietet. Wie in Oestrrreich, so seien auch in Ungarn wichtige wirtschafrliche ZusammeuhLnge zerschnitt« worden. Margaine hebt insbesondere d^ Teilung des Banats hervor «yd wendet sich dann der.Besprechung der allge- -; mein«1 Polistk der Alliierten irr Mitteleuropa seit dem Waff«° strllstande z», die fortwährend« Schwankungen. ausgesetzt gewest»; sei. 9m neuen Oesterreich habe die allgemeine Enhnntignng. weil zureichende , Hilfe der Alluerte» auSgebliebeu .-fei,.. weil man von den Aüirerl.« nicht genügende Nntersiützyng ge- , fand« habe und weil; zum Beispiel die; westungarischen Komitate, dre vom Vertrag vou Saint-Germain Öesierreich p» < gesproch« wurden, dis zyr Stunde nicht übe).geb«^eie», d i ev e r h L n g n i S v o l l e A ns chlußpol i,t i! a u Ö=» g e löst, die von emem Plchiszit zum ander« führe..' In.Ungar» habe man die demolratischen Elemmte, die eine Frankreich freundliche Politik inaugurierten, falle» gelassen. Margaine erinnert an den . schroff« Enchfang^ den. 'Krauchet d'Esperay der Regierung K a r o l y i.hereirxt;,heche,. .die,;oihne,'-R»1erffütz«ng, von außeuz im Innern augrfeindet, sich dx«. V o l sich ew iS»« S/ a nch e i m g ^,g e b e p Habe. .Margaine wendet . sich . auch > g e g e n die h a b S b u r g f r e». d t i ch t\ P o l.i t.i k,. die in gewiss« Preisen-- gepslegt werde. und., die. die. Wiederausrichtuag der alten Monarchie bezwecke^ Er wünsch! ein« eng« wirschafllichen Zusammenschlnß der .neugegründet« Staaten, d« Frankreich intmsiv betreiben möge. Es müsse eine neue Ordnung m Mitteleuropa geschaffen werden, die nur eine Ordnung der Gemeinsamkeit ^ein könne am dem Boden der Demokratie. lBeifall.) , , . , <mtrcf• Vriäüd ruft:; „Salonp'vli'tik.'ist;. nicht' die‘ .'fßofiijfi S&Mrftfre»dvi-. hrefM/fiftnxJt’JL und die -Aotfchästerränfertnz' hüben . ihre Absicht und ^ihve^; Willen' in einer deutlichen/ iedr'.t Zweifel ausschlleßettäni'^WW ' züm - -Ausdruck .gebracht:"^' ßum-■■ zarten Male . üntsrhMM Btiärrd deir Redner, alsHdieser die' Frage /stellt)' .Frankreich, nicht''die'Hü hrung' LLT'rnv^^L^; habe, um den wirtschaftlichen^ Zusammen-schluH^.FeH^ S-ük-zess-ivnsstaaLen.her.beizü;fü;hrerr, kttß die Konferenzder Nachfolgestaaten -in Portor-se •. MiyHtM; Paris I stattfinde.- Kriqud - fragt: ,LLarum soll, g^cakp '^chmeI , Frankreich schuldsein? Ist-''eS/'-Ai«ht'-«asidäich'/."H8 y0jj[ Kbnferenz i in-' ddv' Nähe dev - Interessensphären' BaM«>ß^FMs. ihr,- AnkWIind-?". - - 7‘’. -^; - - st^Rach'McwgaÄre LWLkB"L:n' habe seit jäher das. 'der' OöW° ..treten. H^ichwohl -müsse 6r-.'sagen, daß' dtzr; Triarmn.Äbenft» wie der. VertragHvon! Saint^-GermÄn!lUEst ' m . .Unrecht.. verkehrt habe., i-. D'ie?.Or-änisäÜon Staaten. sei erst. zu. schasseu. ManL spreche:;ftzderatiM und ^Zusammenschluß. ^-Man 'von;den,.neugegründLten! kleinen Ländern^ dd sich! . jung« Freiheit -noch-unsicher -fühlen und eifersüchtigÄrnf KÄeLsl . ihren r.BorMten beharren,.; ein - Maß! van- SeeleügröM.'MW .Uebierwindung alter Feindschaft, wie große 'Staaten^GrrWffjI siekeineswegs, mrfbringen. Der ZufanMnschluß-jder^LSM entstandenen Staaten Mitteleuropas,-.der. MtwendigisLi^ tztzchf be« .Zusammenschluß-der; gvgßen. Staate». |«,einitti düvichKstheD' Gemeinschaft voraus. Redner bedauert,. baß WilsoN-; rÄht^eitig die nötige Unterstützung gesund« habe,; 8aMK Dtzx Zgdee;des Völkerbundes volle Wahrheit werde. ' ' - >' Tardien erklärt in einemZwischenruf,ArankreichHM»1h .für seine Sicherheitin,;^er^ nächsten - Zukunft sorgen.ÄuüHer^ bis M dem Augenblick, Nw. ine Zdealo des-ÄMerL«MM ^wirksam-wsrdenkönnen.'- «;. > r.?i " / .Bo n ev nr tadelt die Politik, die nran 'über.<v^geschlag«r,!h8bv.-Mch,.er bedauerß, daß may^dH!^«^ .richtig ge mein Leu Kestre bnng.eM;K«rrD-lMi>! zurückgewiesen uni» so die Bahn dem . Bolschewismus; Kuns-ftEigeMben habe, der ioioden. fam: BÄ>en, W-pftr INyvalt Politik Horthys bereist habe. Redner weift auf^die^MyM Handlungen wirtschaftlicher Art - hin, hie von der französi^ siche« Regierung-; mit '. Horthy direkt - geKhrt^ Wörde»/fetzy^' Wau könne nicht wissen, ob der Vertrag, der jetzt »ach rmerw Jahre.. ratisiziÄt:werden solle,Nicht'.rdftvch. derartige-ÄirÜ schaftliche Traktate irgendwelche Abänderungen ersahren könn«^ Mncour i erklärt schließlich, daß' Met Hor2hy-Regimmg -dH ' aller Offenheit die -Miederausrichtung der' habsburgifchen!archie.'vorbereite;«nb: so dörr mmgeblldeten kleinen StaakchKI hie i hasj -habsbürgische.- Joch ybgeMttelt. HM»,'- in: chrev iz§5» abhängigkeit -und - Freiheit <hed«'-ei M«n man -Mlafsch.'SWL lbie habsburgische. ÄLonarchiewiederaufgerichtet - wethej man besser Im Jahre .;i917. .Frieden schließen könne«. Ban«H jtoäre eür weiteres Blutvergießen Aberflüssig «ewese».^ '. ± ).' ' Brianb, der wiNrholt Zächen beS Widerspruchs . -tzebeir hat, beantragt, baß nachmittags -die-'Sitzung gesetzt -werde, Nach Annahme' öieses Antrages trat halb - 'l 'Uhr nachmittags hie 'Mittagspause ein. ' : j f i Ä iah haste Gesinnung zngebilligt, ihn. fteigesprochen und das deutsche Publikum und die deutsche Presse haben Beifall gejohlt. Der Berliner Stäatsrmwatt hat dem Festredner bei der Skagerrak-Feier, welcher die Zuhörer zur Ermordung der in Leipzig erschienenen Engländer aufgesordert hat, gkWallr ehrenhafte ünd . patriotische Gesinnung zugebittigt und hal ihn aus si ürn Fuß gesrtzt. Der Mmm war nämlich lö ifc;'-#;M« .Loch & U Metzen, und das genügt in der Republik Deutschlands um von jedem Gericht von jeder Anklage frei * sprachen zu werden. Ei« leichter Hinweis auf di niedlichen DegebenheUe» wird der englischen Oeff« lichkeit das Abrückea von Deutschland, dar geftem schnöder Wortbruch gewesen wäre, heute Gebots^ nationaler Ehrenpslicht erscheinen lag« ' nnd «naara ill eine aemarbte 8«^O. ' , p J . . vi .*• r.-.vrff. . w ...;

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