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Wiener Morgenzeitung · 1921-06-05 · Heft 846 (5.6.1921) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 846 (5.6.1921)
Date
1921-06-05
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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r Nr. K<6 Wien, Säck-.iay. - KLesssm Aufsatz. sei nachstehendeiniges 4üt dis jü-i-fche^ ZZamonologie enhtomnwm. ° .Am stärksten entwickelt war-die-Dämonologie untre: den Men Böllern Hel der,' Persern, söej. den ,Juden begegnen wir itiuyp ßi‘ilo;i Mnlo dcm- Worte ,.Sr,/nu" im B.rchc Tachärja, jdoK aus der. Zeit des babylonischen Exils stammt. AuL dieserjgeip.scheim also das Elnd.ringan.der^ Anschauung, über/-Oösc Keister zu stammen. In der.alten jüdischen Ältffajsung'herrscht jedoch, nicht die gleiche Vorstellung,Mer -Mr - Sckail/'wie Kpat« bei,den christlichen Völkern. Er ist näch Mischer Ai^'- jfaffung. einer,von GotteS Boten (stehe . Hiob,-2). Später aber. Zor 'Tlalmud,. wird der Satan mit-, den Eigeyschaften. rtneS Losen/ Geistes charakterisiert, (Baba BaLrä). / Die Diener-' de§ DatanS werden, im. .Talmud mit verschiedenen Namen be». tzerchnetr. Hcheiriqi,. Schedim. .Rischpim -(böse./Geister.'in^dea. Mrtyr),' MaWm '.(Erreger, der' Krankheiten), .nsw. Der König ider bösen Geister ist Aschmodaj. Der Lalnnch', kennt überdies, fcijje jSftet^c von Kobolden - und. Dämonen. . .. . I; , Hexen und .. sauberer sind- > geheime Agenten -der/ bösen Dämonen;...durch ihre Vermittlung.werden die DamoNsN-cher» Ksrgerufen.. und so entsteht ^iirir- Bösspiel nach /dem'- Aberglauben der- Nassen die Krankheit ...KlikusZ^stwo/','/welche-ahn-' DA -ist der m An—skis Drama geschilderten/ / Besessenheit. Zauberei,war-yei de;; Zn-den sch-nin uralter. Zeit-verbreitet. Ko daß.gegen sie-Strafen verhängt wurden (Wäjikra, Kedü». schirr, 20). Der Talurud gibt an, -daß die Zaüberel' aus .Ae g tzp.t.em stammt, und. gählt verschiebene-.Arten n der- Wden-^ansti - . x ' •' . späterer Zeit ist unter dem Einfluß der: K a bb a l a Kr die jüdische Dämonologie ein neues Element-hinzugekömpren) wie es den europäisch«^ Völkern-sonst'fremd ist,'die Kehre-.vom Gilgull Die Seele''schwebt -nach 'dem Tode abgesondert vom Körper umher; sie kann in ein lebendes Ge» schöpf, eindringen, auch in ein Tier, .ja sogar in Bätmie und Ktttper Auf solche. Weise kann die Seele eines Aäddi'l' oder eines. Bofewichis cmf die Erde konrmen- 'in einen Menschen eiNdriygen' undmit seiner Seele verwachsen. Durch diese Mystische-Theorie wollte die Kabbala wahrscheinlich/die/Zerstremmg der Juden unter allen Völkern symbolisch erklären. Die phantastische-Lehre vom Gilgnl 'erreichte die, stärkste Verbreitung.,im 17. Jahrhundert in.-den .WeÄen der be«' xührNten Kulwal-isi-o I-sak L.urie und Ehaim Vital. Da- MalH. -habest auchdie Vorstellungen von -der; Dämonen, welche in einen Menschen, e-indrtngen. -geradezu psychopathologische Hndemien-unter-der -Jndenheit herbörgerusen. >'s' / i' >.Zn.-diefsr-'Besonrn'hei-rsleHre kommt - auch die B eschw ö« PUttg.- dar -heißt 'dw-Befreiung-' des "Besessenen vondem ' Dämoru Das jüdische Zeremoniell 'solcher Dämonenbeschwö- . 'pung -wird in An—skis'Legende 'weitläufig dargeftellt. - HeürigeA-Äurüürel, Wenn man m irgendeinem der inneren Bezirke wohnt und nur gelegentlich einmal dem Kahlrnberg ' und "'seinen Nachbarn , einen kleinen Besuch abstattet, kann «an vielleicht die Empörung der Bewohner voü Döbling. Hietzing oder Pötzlemsdors über' daS Heurigeuunwesen gar nicht begreifen. Gewisse Erscheinungen muß man ans "nächster Nähr sehen und Wan mntz sie täglich sehen. Um sie voll würdigen zu können. Jene anderen die Znfallspaffanten, glauben'vielleicht, der »Heurige*' sei. noch das harmlose und einfache Vergnügen der Harmlosen und Einfachen von einst, sie glauben, es sei die Zerstreuung von Gevatter Schneider und Handschuhmacher und die Wegestälte echter, bodenständiger Wiener Gemütlichkeit. Das ist' falsch und von der Entwicklung längst überholt. Vor allem ist der Heurige kein wirkliches Volksvergnügen mehr. In denwinkeligen.holvugen Gasten, in denen „ausg'sieckt" ist, halten die Autos, die vornehmen Equipage» za Dutzenden und neben den verhältnismäßig' wenigen Gästen, die mit dem „Freßpackerl* in der Hand auf Schusters Rappen «»ziehen, fitzt der Schwarm der überreich geputzten Frauen, der rmgge'chmWen Schieber, bei denen jede Geste sagt: Geld spielt gar keine Rolle, sitzen die!mehr oder minder zweifelhaften Ausländer,'fast ausschliesilich Angehörige der gebildete» Handelskreise, von denen man wohl annehmen könnte, daß diese Atmosphäre des grundsätzlichen StuMpffinus ihnen wenig entsprechen würde. Denn darüber-daß diese Atmosphäre herrscht, gibt es gar keine Meinungsverschiedenheit. Wer sich den „Henrigen* etwa als «ne Wege« statte munteren Bolksgeistes nnd bodenständigen Gesanges vor- Hellt, ist arg aus dem Holzweg. Die Musik wird .von Jahr zu Fahr schlechter,ckie Lieder, dir ausgcschricne Soubretten und heisere Komiker' vortrageN, witzloser, die Geiger nähernsich immer mehr 'dem, 'war der' Bauer einen „Schmalzgeiger*' nennt. Bon -der echten,' süßen, verliebten Wiener Musik ist nichts übrig geblieben als -die butterweiche'-Gefühlsduselei, -mitrecht viel'-musikalischer Gemeinheit garniert. UeberdieS gibt rS auch - He'urigetisch'rrcken —'' beinahemöchte man .„Betriebe"' sagen' ohne Musik. ' Da ladet man a»f länge» Banken (Brettern,'die über Fässer .gelegt sind)/in. dnuklenschmutzigen Hausffurcn und engen Höfen,-,stünden--und stundenlang. Unter den Gebildete», die' diese Lokale -besuchen, stehen'Viele auf dem Standpunkt, man könne die gapze Heurigen- Sittratiö» uvr erfreulich finden, sich an den Spaffen der angeregten Nachbarn (die etwa darin bestehen, daß man einer-Dame Sodawasser «s Gesicht spritzt oder einem Herrn Wein hinter den.Kragen gießtz und sähnliche Ausbrüche des Geistes nur erlustigeu, wenn - man scho» ein wenig'angeheitert sei. Man zögert also nicht, sich in diesen Instand der allgemeinen Seligke/.k zu versetzen. Es dauert übrigens gewöhnlich nicht lange. So sitzt man 'einen sttach'mittag. .einen Abend hindurch bis in die sinkende Zkacht. Zwischen den' bezechten Erwachsenen' sieht man duselige oder wild-aufgeregte. Kinder.. -die hier ihren ersten Unterricht in der rdlcr^ Kimst" des'Suffs erhalten. Spat'«btndS, eS kann aber auch erst in der Nacht-sein, zieht chan heimwärts, gtohlcnd, johlend, zn jede« Unfug bereit. Man hat einmal versucht, die Heürigrnbesucher durch den'Hinweis auf die vielen. Krankenanstalten, die namentlich in Döbling im Umkreis der bchvikru gelegen sind, zu gesitteterem Betragen z« perhaltrn!*- stich« treiben sie rS-.«ich Xd-Ü<x.:" ■ >.... / - '- K.. M... . _^_ Wiener Morgenzeitlmg D i r Tragödie des jüdisch tu Volkes in Pulen Nommr von Jfotfwß Iingerutarrn Krris 12 Mark R/Lowit, Verlag. Wien, l, Kleifchmsrkk Nr. 1 Die Juden Amerikas und die interuaLianale Abrüstung. Die' Zentralkonsercnz der amenkanischen Rabbi» r und die Vereinigte Synagoge von Amerika haben zusammen mit den .katholischen als auch protestantischen Orgamsätionen' einen Aufruf für eine Internationale Abrüstungskonferenz nlasfen. : Mehr als 105.-000 von den Verlrctern der genannten Organisationen gezcichyrte Biieke wurden an die Rabbiner und Priester . Ameiikas Mit der Aufforderung verschickt, die Abrüstungsideen zu propagieren uud Unterschriften für eine Riesendittschnft an den - Präsidenten Harding wegen Eiuberufung einer internationalen Abrüstungskonferenz zu sammeln. (I. K.-B.) Konferenz der ungarische« Jude« in Anrerikn. Aus N e w - N o v £ wird gemeldet: Die am 29. Mai «öffnete Tagung der m Amerika lebenden ungarischen Juden wurde am 30. Mar beendet. Die Beratungen bewegten sich um die Frage der Ausdehnung des Hiifswerkcs zugunsten der unglücklichen Juden in Ungarn sowie um eine engere Zusammenarbeit zwischen den ungarischen Juden in den Vereinigten Staaten. (I. K.-B.) * Der erste amerikanische Chaluzimtransport nach Palästina. Die erste ans 30 Personen bestehende amerikanische Chaluzimgruppe hat sich nach Palästina eingeschifft. Dieses Ereignis nef in zionistischen Kreisen großes Jnteresie hervor, daS es das erste Mal ist, daß Amerika Ehaluüm nach Palästina schickt. (I. K.-B.) * Die Entwicklung Tel-Awiws. Tel-Awiw. die jüdische Neustadt Jaffas, wurde von einem amerikanischen Bankhause der '-Vorschlag einer langfristigen Dollaranleihe gemacht, um die städtischrn Anlagen m erweitern und den Bau von Privathäusern zu fördern. Die erste, nach modernen Prinzipien eingerichtete Zement- und Ziegetsabrik ist im Rohbau fertig nnd wird im Sommer zu arbeiten beginnen. * Bialik verhandelt «it der Sowjetregierung Einer zuverläfficen Meldung aus Moskau zufolge, hat die Sowjetregierung 'die Ausreise Bialiks aus Rußland nach Palästina bereits genehmigt. Bralik verhandelt jetzt mit der Sowjetregierung, daß sie selbst den Schutz der hebräischen Literatur gegen die Verfolgungen der jüdischen Bolschewiken übernehme. (I. K--B.) * Hotelaugestellte als Hoteldiede. Ritselhaste Diebstähle, die im Hotel Oesterreichischer Hof am Fleischmarkt begangen wnrden und denen nicht weniarr als viermal ein dort wohnender bulgarischer Bankier zum Opfer gefalle», sind jetzt durch Kriminalbeamte aufgeklärt worden- Im Hotel-wohnte seit längerer Zeit der bulgarische Bankier Sabbat L. Alkalay. Ihm waren schon im Jahre 1920. im Ottober aus seiner Lade 'im Zimmer 10.000 Dinars gestohlen worden. Der Diebstahl blieb unaufgeklärt. Am 3. März l. I. wnrden ihm auS versperrter Schreibtischlade K 50.000, am 30. März abermals K 130.000 und Ende Mai l. I. R 110.000 gestohlen. Nach jedem Diebstahl setzten Erhebungen em, aber eine Spur konnte bisher nicht endeckt werden. Erst jetzt kam die Partie des -Kriminalbeamteninspektors Korb auf die Spur der Tätet. Es' sind dies der im Hotel als Tapezierer beschäftigte 22jährige Rudolf P f l u gbe r l uud der gleichfalls im Hotel als Möhrlaufieher angcstellte 2tzjährige Josef K r e p e l l a. VH., Gnttenberg- - gaffe 16 wohnhaft. Beide wurden verhaftet und dem Laudesgrricht eingeliefert. * Demonstrationen an der Amsterdamer Börse. * Aus Amsterdam wird gemeldet' DieHändlerkorvorationen der Börse haben die Schließung der Börse an den Samstagen der Monate Juni bis Oktober verlangt. Der Regiernngskommisför hatte, demgegenüber die Schlreßuug nur im Julr und August anempfohlen, welchem Vorschlag sich der Finanzminister anschloß. Heute, am ersten Samstag des Juni, begannen bei Eröffnung der Fondsbörse die B ö r s e a n g e st e l l t e n ein Konzert mit S r n g e n u n d B f e i f e n und zündeten Feurrwerlskörper an. Ern Teil von ihnm verließ schließlich den Saal. Infolge dieser Vorgänge ist es zu k e i n e r l e i G eschäftsabfchlüssen gekourme». * Knlt«rvereinigu«g zionistischer Bankbeamten. Der Ausschuß der Kulturvrreinigung z'omstischer Bankbeamten hat beschlossen, einen Wald (1 Million Kronen) im Jaar Austria zu stiften und unverzüglich die Sammlung lnefür in sämtlichen Wiener Banken und Bankfirmen in Angriff zu nehmen. Zionisten in solchen Bankinstituten, welche in der Vereinigung noch nickt durch Mitglieder vertreten sind, werden gebeten, sich am M i t t w o ch den 8. d. M. um 8 Uhr abends im Cafe Korb (Mezzanin), l., Tuchlaxbrn, Ecke Brandstätte, e'mzusinden, wo ihnen nähere Auskünfte erteilt werden. * Grlebniffe nt der Ukraine. Selbsterschaute und erlebte Bilder aus dem furchtbaren Chaos. daS nach dem jähen Abscklusie des Weltkrieges im Osten ausbrach, Bilder von den trostlosen Zustände» i» der zerstörte» Ukraine-und im Reiche drr- Sowjets, wie vo» der abente»erliche« Reise.in die Heimat wird Ludmilla B u r a c z y n s k a - C » n r'a e tz, di: o'S Schwester des Roten Kreuzes daS Schwerste mitmachte, am Bättwvch den -8. d. M., Vs,8 Uhr, im Kleine» Saale der Urania geben. , * Verleihungen t«. England Aüs London wird gemeldet: Lord C u r z o n hat den Titel Marquis erhalten. Dem Finanzfachmann für die Petroleumindustrie. Sir Markus Samuel wurde der Titel eines Barons verliehen. * Begräbnisse am heutige« Tage. Neucr.Friedh o f: 9'Uhr 30 Mm.> Llchtrvstern Max, 10 Uhr Marmorek CLülie, 10 Uhr 30 Min. Dtesiinger Sophie, N Uhr Haber Leopold. U Uhr 30 Min. Weiß Charlotte. * Banditen in Ostgalizieu« „Wpered" meldet: In der pciflofseuen Woche richtete eine Verbr,echerbande au den Gemeindevörsiaud des Städtchrus Warfasch. Bezirk Sot'al. eine schriftliche Aufforderung, binnen 24 Stunden eine Köntributio» im Betrage von 2 Millionen polmicken Mark zn bezahlen, widrigenfalls das Stadche» in-Brand gestrckcWerden würde. Da die Einwohner das'Gelo nicht so rasch ausireiben konnten, wurde das Städtchen tatsächlich in Brand gesteckt, wobei 200 Häuser vollständig.niedergebrannt sind. In Toverow wurde der Kaufmann L/ e n n e n b a n m -von den Banditen in -seinem Geschält überfallen uud gründlich auögeplündcrt. In Ohladow haben «nffornnerte. Banditen den Kaufmann F r o m m e r. in seinem Hanse überfallen, ihm alle Kleider. Wäsche nnd Kostdarkeite» «b- 1 tzonomAvu' und dann die Flucht evgriffni.. . _ 5. Juni 1921' . .-r.7- Sette 9:‘$’’ M*‘"'***"^.■ - — i — ■■ : .. ■■ ■ '■ 1 ■ »' ■ »!■ ■ mf * Zuwendungen für die städtische« Peufistzift«» Der Personalausschuß und der Stadtsenat haben über Untra, des amtsführendeu Stad'rates Speiser beschlvste», für hü städtischen Pensionisten aus dem Kreise d^r Verwaltungsangestellter und Lehrer d;e Anglcichung 'für die Monate Oktober US - Dezember 1920 an das Pensionistenschema der Staatsangestellter durchznfjlhrcn. Dadurch erhalten diese Prnsiomsten (VrnvaltungS- ' beamte und Lehrer^ Nachzahlungen, aus die ihnen zunächst efo einmaliger Vorschuß von K 2000 in den nächsten Tagen aus' bezahlt wird. Die Witwen erhalten K JOOO und die Vollwaisen ff 400. Für die Kollektivvertragsvensionifien wurde neuerlich em«. j cirimaligr Auszahlung von kk 1000 bewilligt. Für die Witwm ist die Auszahlung eines einmalige» BMages von bl 600 und .fÄ die Vollwaisen von K 300 beavtrW. Auch hier wird enst definitive Regelung vorbtreitet. . * Die Elektrifizierung der Bundesbahnen. Bevor der in der Werkstätte St. Polten eben erst fertigaestellte elektrische Zug aus seine Bestimmungsstrecke Scüzburg-'Golling abging, haben 240 Teilnehmer an dem Wiener Straßenbahn- und Kleru^ bahn-Kongreß im Anschlüße an ihre Mrriazellerfahrt Freitag de» 3. d. M. mit diesem Zuge die Fahrt von St. Pölte» nsch.' Welk zurückgelcgt. Die Fahrt »verlief sehr zufriedenstellend. Ei*' dritter und vierter Speichert-Triebwagenzng i%it» Ban. ‘ V. * Wetterbericht. Ganz Oesterreich hatte wolkenlosen Himmel und sehr warmehzWelter. Die Temperature« überstiegen 29", .Noch wärmer war - es wieder in der Tschecko-Slowakai. Ostdeutschland und Polen. Berlin hatte 33'. Relativ sehr kalt »nd trüb ist cs in England und an der Nordsee. Voraussage: Schö«- weitec wahrscheinlich nur noch zwei bis drei Tage anda«n«d. Morgen noch sehr warm, nur lvkalgrwittrig. * Verfolgter MLhlerrbesttzer. Das LandeSgrricht Wler verfolgt den 20jährigen Mühlenbrsitzm JullnS Spitzer aus Absdava. weil er im Juli v. I. einem Genosien, dem Handelsreisende« Moriz Braun versprochen bat, er werde ihm trotz des damals gegen . Ungarn bestandenen Boykotts mit Hilfe eines Steuermannes Seidensträhne im Werte vo» K 100.000 nach Budapest; bring. »: er brachte sie auch tatsächlich hin, unterschlug' sie aber dort, verkaufte sic und teilte den Erlös mit dem Steuermann. * Die Dienststellen für den Berkehe mit kem Ausland. Die vom Handelsmuseum in Wien herausgegebeuen „Nachrichten des Handelsmuseums nnd Konsularkorrespondmz" . enthalten in den letzterschienenen Nummern 59 bis 61 das gencme ' Verzeichnis der österreichischen Vertretung-- be Hörden im Ausland sowie jener Stellen, die zum Schutze der ö st e r r e i ch i s ch e n Interesse» in Yen-? jenigen Staaten berufen sind, in denen Oesterreich bisher keme diplomatische oder konsularische Vertrctnng brsitzt, ferner — ebenfalls nach dem gegenwärt'gen Stand eine Liste der in Dir« b e-f i n d l i ch e.n . f ne m d'e n diplomatische« Missionen sowie der ausländischen Konsnlarvertretu»gen und Paßstellen in Wien und in,den BundeSlSndrrn und endlich ein Verzeichnis der i» Wien amtierenden ausländische« H a n d e l s a-t t a ch e s und gleichgestellter Funktionäre. , * Aushebung der Berkehrsbeschrnnknugen bei Heu und Stroh in Oberöstevreich. Die bisher in Oberöst erreich in Geltung gestandenen Beschr8»k»uge« bü« Verkehr mit Ranbiutter find aufgehoben. Die Beibringung vo» TrauSportscheinen für die Ausfuhr von Rauhsutter a»S Oberösterrfich ist daher nicht mehr erforderlich.; * Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz. Laut de» wöchentlichm Ausweise» des schweizerische« Arbeitsamtes betrug die Zahl der gänzlich und teilweck e Arbeitslose« m der Schweiz Ende April 144.683 und erreichte am 9. Mai Mit 15.0.481 Personen ihren höchsten Stand. Am 23. April ist st r am 146.143 zurückgegangen. Diese Zahle» find erschreckend hoch, wenn man sich vor Augen halt, daß die Gesamtbevölknrng der Schweiz kaum 4 Millionen Menschen beträgt. Sie illsfirierrn am besten, wie sehr gerade die Schwerz mit ihrer hohen Valuta unter der Weltwirtschaftskrise zu lecken hat. . '. * Arische Sachen. Am Donnerstag vormittag bekannte sich die „Reichspost" zu Krallk§ Ansicht, daß die M e n s chh-eit eine organische Einheit von einheitlicher Abstammung nnd einheitlicher Entwicklung ist. Gibt e§ also keinen Raffenkampf mehr? O ja, aber er hat übenaschenderweise auf die l e blosenDinge übergegriffen. Das Samstaa-Abendblatt der „Reichspost* kennt „Berge von arische« Sachen" und zahlt sie auf: „Pelzwrsten. Schuhe mit Holzsohle»,, Filzstiefel, lederne Laternentaschrn, Zinnküdel, Holzsandalen, mit Pelz geiüttertr Scknhr uiw.". Dagegen ist die deutsche Sprache offenbar keine arische Sache, denn der Verfaffer des zitterten Artikel» schreibt „die Wagenstatt die Wagen, wie die grammatikalische einzig richtige Form heißt. Wohl aber scheint eS reichsposta r i j ch zu sein, daß ein cknstlicher Geschäftsmann, der erst i« letzter Stunde vo» einem Gelegenheiisverkauf erfährt, ««f die jüdischen Händler schimpft, die ihm die Ware«, „für die m Anbetracht des h'lligen Preises eia jeder Äerwevdvug hatte-, vor der Nase weggeschnappt haben, weil sie ebm — tz«-. dämmte Rasse!— früher aufgestauden warm. * Das sechste Hilfsschiff für die rnsstschea Juden. Die „Lakavana Well" ist mit Kleidungsstücken, LebmAnitteln und dergleichen für die I » d e n W e i ß r « ß l a n d S nnd der Ukraine in Reval eingetroffen. Dies ist bereivS daS sechste Hilfsschiff, daß das jüdische People» Relief Committee an die russischen Juden abgesandt hat. Die Ladung der „Lakavava Weli" repräsentiert emm Wert von 350.000 Doll«. (I. K.-V.) * Eröffnung eine» jüdische« AmmiarENtentzeiM« durch de« Präsidenten Harving. Der Präsident der Bereinigten Staaten Mr. Harding wird am 5. d. M. dar von d« „Har as" erbaute jüdische Einwandererhek« feierlich eröffne». DieS ist der erste Fall in der Geschichte der Bere'migtm Staat«, daß der Präsident eine jüdische Jnstilntiv» fprmell eröffn«. (I. K.-B.) * Die Sviffenschaft i« Dienst der G«t«krruns. Sjföv haben über die Vorträge deS Schriftstellers Ott» 8 a n g über Ursprung undEndedes Antis e « i t i 8m u § kur^ berichtet. Der Vortragende geht in sein« Darlegungen von der leider richtigen Feststellung auS, daß die Wrffenschast lebensfremd geworden ist.' Seme Zuhörerschgst unter dem Vorsitz des auch in wiffeuichaitlichm Kreisen bekannt» Oberstm A. S ch i » d l - r faßte in Billigung dieser Ansicht «n Schluffe des letzten Vortrages einstimmig eme Entschließung, in welcher sie die Akademie der Wischenschasten auffordert» Har« Lang Gelegenheit zu einer Aussprache innerhalb der Akademie z» geben. * Außerordentliche rionsstische Pnrteistener. A« außerordentlicher Partustcuer find beim Zionistischen LandrSkoMee folgende Beträge einaelaufen: M. A. T-nttenblatt K 250, Leopold Sitzmann, Karl Blume je K 200, Hermann Bloch. Jakob Schwarz, List Waia, Mar Braudler. Elias Schwarz, Pernhofr», Msx Fisckil, Pernyofen, Räsael Jechel, Pernbofeu, je K Isttz, Klirra Schutzmann, Rola Lost. Jana; Kortp, Artur Schüler je/L '80durch dir Jüdisch-akademische Verbindung Bar Giora: David Fmzi, Oshrr Rosenfeld, Rens Finzi, Leo« Steiniv, Richard Morbrrger, . Albt« Poljola», Sarma Finzi, Znmbnl« Finzi, Jakob Finzi, Fjerka Hirsch!-, Bilrua Abele-, Ludwig Kap, Karlo Weiß, Weisels, Nelly Finzi, Simon Kanner, David Levi, Erno .Kanuer, MrrselS, Dr. Seher je L 80, Dr. Eon Zwei,, Dri Frlv Ornstem je X 60. Wammen K 3470 Bisher mptz- «ewisen L 16L.910. Znjanunen K 1 «0,ÜS0. .

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