Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 845 (4.6.1921)
- Date
- 1921-06-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Bürger dies wisse, daß das chriftlichnationale System zum Untergang der'zwischen Germanen, Slawen Md Rumänen eingekreisten magyarischen Rasse führen müsse, daß eim Aufbau der ungarischen Wirtschaft ohne die volle und uneingeschränkte Mitwirkung des jüdischen Genies unmöglich sei. Aber die Regierung sei heute zp schwach, sich ohne Unterstützung und ohne die Freundschaft der linksstehenden.Elemente gegen den Mlitärischen Terrorismus zur Wehr zu setzen, den'sie ftttzft aüs tiefstem Herzen verabscheue. Sie wollenden Pakt von Trianon ehrlich erfüllen, aber man dürfe wr nichtdas unmögliche Werk auferlegen, die Soldateska von heute auf morgen abMchütteln. Was fit. hrauchen, fei Vertrauen. : ' Wenn man's so hört/ mä^s" leidlich scheinen. Aster diese bunten Fetzen' biederer Ueberzeugungssucht vÜflatterk' im Wind: wenn man die Tatsachen' ihnen MmustMK. .In, her.UchiopalvMsamHutzg,. Wi„em Wmster rmch DieM Mdeten. M' zum MpbuWein Über dM Müstlichnationalen' Kurs.' Graf BeMen erklärt die Fortdauer 'der Jnterniertenlager ' als.^Notwendig" für Ungarns Existenz. Die RepMenprtsse Der-: Regierung' fotdert 2lusnahmsversahren gegenälle mchtinilitarftornnre Gesinnung, um so mit Hile der - Regieruntzsgewalt die ^destruktive* Konkurrenz losznwerden. In den Kerkern der Kasernen und Gerichte verfaulen die als verdächtig Festgehaltenen in monaielanger Haft, ohne eine Anklage zu vernehmen,- die Donau schwemmt täglich Leichen mit gefesselten Händen än, die in dem Selbst- Morderrapport der Polizei einen ständigen Raum einnehmen. Das ganze Land siatrt i von Waffen, in allen Städten prahlt die freche Kanaille bewaffneter Stallknechte und Farbelfpieler, die das Landsknechttnm jeden Tag lobem Ist das der Weg zum Abbau?! Wenn man genauer hinhvkcht auf die- Stimmen, die - aus Tlngarn Kommen, so hört man hinter allem Hochmut das Zähneklappern der Angst vor der ZuklMst.- Noch schillern,- von gefälligen, glit Bezahlten Kulis in Pefter, Wiener und Pariser Schreibstuben aufgeblasen, die; Serfenknngel der Hegedüsschen Reform, Me Bestände an Edeloaluta sind hingegeben worden, um die Krone in Wrich heben zu können? der Erfolg ist minimal, aber, im Lande ist alles geschäftliche Lebenms Stocken gekommen.- Das Werben um das Ausland ist nichts anderes - als plumpe Börsenmache, als Anreißen von Käufern' für das ungarische Geld, ein neuer Versuch, den Häuf .Spekulation und Papier gestellten Staat noch ein« Weilchen zu halten. Wäre es anders, -wären alle, diese Beteuetltngen wahr, fv -Müßte sich doch irgend- «p der Wille zeigen) der Schandwirtschüft der Erpresser Md Kyrruptionshyänen ernstlich entgegenzütteten. Nirgends zeigt sich ein Ansatz hiezu. Jede Gelegenheit wird zu Drohungen an das, Ausland benützt, die Zensurschraube erstickt-alle Kritik und in der Nationalversammlung wird jede ehrliche Opposition durch Mandats- »erluft. bestraft. Es .gibt keine Verständigung: mit diesem Regimc des Mordes und: der Lüge, - keine« Ausgleich mit einer Regiemng, die ihre Staatsbürger nach Konfession und Rasse abjtust und zweierlei Recht, schafft, -kein Vertrauen für einen Staat der Horthy und Hejjas. Erst wen« Ungarn ehrlich abrüstef . und djtznit^ ,die,Pahn zur Demokratie freigibt, Md eine Revision des Urteils möglich sein.: Die Nationalversammlung, die sich zum Lakaien des Hörthy erniedrigt hat, muß. aufgelöst und dem Land die Möglichkeit gegeben s werden, in freier. Wahl seinen Willemzu -eigen, Dann wird man der Regierung glauben fiönnen, da« sie sich von den Gqlgenchnsten emanzipieren Will. »Die Herren Mörder sollen die Tohesstrqke. ,Ä htzt einmal Brisson gesagt. - - Möglichkeit des Rücktrittes der Regierung Wirth. B ex l i n, 3. Juni, (Privat.) Irr den hiesigen politischen Kreise« verbreitete« sich heute abends Meldungen über eine neuerliche Regierungskrise. Es heißt, daß dis Regierung über keine Majorität verfügt. Die größte» Schwierigkeiten machen die Anabhangigeu, die für ein Vertrauensvotum für das Kabinett Wirth nicht zu haben sind. Verhandlungen, die mit der Volkspartei, geführt -wurden, haben sich am Abend zerschlagen. Falls es daher bei der Abstimmung im Reichstag zu einem Mißtrauensvotum gegen die Politik des Dr. Wirth kommen sollte, ist mit einer neuen Regierungskrise in Deutschland zu rechne«. Vorderhand dauern die Versuche fort» eine feste Majorität für die Regierung zu finde«. __ Keine Amnestie in Deutschland. Die Standgerichte bleiben. Berlin» 3. Juui. In der heutigen Sitzung deS Reichstages ergriff, zunächst Reichsjustizuiimster^ Dr. Schiffe r däS Wort, um ‘ dm Standpunkt der ReichSregiernng ' gegenüber den Anträgen auf A u f h e b u g d e r anßero r d e n t* - H e rc,b Je;« f Hr!l!a5f g y -g,MMk-r ' dgß,iV« Antrag - MDWckM'-W^.auKnordEichm Gerichte - vprMzMnwReichstäg^vIe'rch:ä n'd e 1-l u-u.d ^a öfre t;c h n t worden sei." Die GrlaffMg^einer Amnestie.r«M'e. Zu -u>e u e n - K ä'M p f e-.n eLvyltigen. .Hr-,lehne -daher lyryrchs?-deeMeichsk r^istrmg^iG a^S g eMe rn e m m e st i e" - ab;;; sei aber be- ’ r«t/; -Anträge - der- Söziäidemökrütrn - besprechend,- die WM: drx- .Mondirgerichte' 'unter dem Gesichtspunkt -möglicher B-d g na d «achprüfen zu lasten. . v;r ■■ 1 . ' '! i;o »,c.n tn r f i.s.ch enPfun d n.a ch Ln.g o r^.'geieudet. und die Regiemng hat mit der Ausprägung bereit« bWUpm.. t Athen. 2. Mni. (Agence d'Mö»eS.)'"«Elest«os'^WoZE mcldet aus Belgrad, daß.sich nach sicheren Jüsormatiönen TDrE' ' Bulgare» und Albaner zu einer g c m c t n s a m e» Mlkii rr; g e g e n G r i e ch e n l a n d, msbefondere durch irreAnlare' > Banden, geeinigt hätten. Agenten der Angora-Regieruyg und dek^ Konstantinopeler jungtürkischen Komitees seien in Sofia nütMri- -- tretenr der-' früheren makedonischen- Organisation^ m'Sofia sammeligekornmeu. Der Zeritratsitz der Organisation^ besinne ' ffch in Genf. Achmet Agatef besorge - die Perbinduirg zwischE der Origänisatiou und den bolschrwikischrn Agetitrn. Die Ok-gcimfallon-: verfolge den Plan, zunächst mit Griechenland und daNnimit^-d-A'. l »serbische« ImperialiSmnS* abzurechne». - . : Apponyi darf nicht nach Eberhard Budapest, 3. Juni. (Ung- Tel.-Korr.-BM, Natioual-I Versammlung.) Abgeordneter Dr- H u s z a r (chrWchkatisyal). f teilt mit,, daß dem.Graf«. A p v o » y i und Mer FMili^. -seiten« der tschecho-slowakischen Regimmg die EinttiseLMilligsipg.. Mch .seinem FamilienM in Gb erh a rd vü.weigeft $.»#£7. sei. äk liege hier eine schwere Verletzung des, Friede»tztzü.-trageZ^ Die armenischen Gretiel. ^rk.r Adördev Tala.al Paschas sreiAefproche«. Berlin, 8. Junr. Jnr Prozeß gegen den Mörder T a l a a t P a sch a « wurden gestern die Sachverständigen über dre armenischen Greu^ vernommrn/ Professor Dr. L ep-sins erklärte- .unter .anderun, folgendes: Im April .ISIS wurde eme allgemeine D e p"o'rtä ti ö'n' s o r der .vom MgtLMihru'Komitee beschlvffe« und von Talaat als Minister des Innern und Enver :aK Kriegsminister angc'ordnet. Die Order. gmg' dahin, die Armenier -'an' den - Mrdrand der mesopotamischtN'.Mste.-zu de-' pottseren. Bon der drpoUirrteu armenischen Bevölkerung find' kaum lO*/«*et «-S'Zi e l g et» «me m Männer^ Frauen' und Kündet sind ' unterwegs' durch Hunger und Gewalttaten ums' Leben'gekümmem" ' '' ''' ' i '• ' > >'" > Die Armenür :smd systematisch, dem Tade'."entsetzengLfLhrt'' wotdbn.' nSvbMudie' Konzentrationslager: durch:dre ZchÜge Mer- ' füllt würem wurden die Leute i n d i e W ü st e : g e f:ü h r t und d o :r t a b geschlachtet. EH lag. keine llmfiedbrng, ' sondern ganz offen die Absicht vor, ein ganzes Bolk-anSzurotte». Talaüt, als stärkster Kopf des. jnngtLxWen Komitees hatte sich für die Durchführung dreier Maßnahme. eingesetzt.' " ' Berlin, 3. Juni. (Wolff.) Im Prozcffe-wegen der Ermordung Talaat Paschas gaben die Geschworenen ihren Wahrsp'rnch auf N i ch l s ch n l d i g 'ab, wviauf der F r c i s.p'ru'ch^ d e s A n g e k l a g t c n Teilirian erfolgte nnd der Häftbe'fehl' gegen ihn aufgehoben wurde. Nach Schluß -der" Verhändlung' wurde der Freigespröchene^ von 'einen zahlreich amnrstndkN' armerüschen schnttrts Landsleyten . nvt . G l ii cf w n n s ch e-n. .fib.eisdep „ ty. ^l-wWchr» KegPyUi te«; 'dMLMHM^oDWK.7M . DKriffe Mgen.deffen' Abstellung'nuternyh'jnen chösie."' X.. Mrnister des Äeußern Gras.Bansth, erklärt, da^ev./Mrt ii bei der tschecho-slowatischen Regierung Schritte. habe, um für den Grafen Upponyi'd'ie.Ern'rei..serh/Aw.rl'l-/ ß.nng zu erlangen. Die Antwort des ungarische» ^tplomytischr« lBkrtretMm Prag.-Wörde'heute, abends -oder .«oWey.^MAM Ägeordneter NikoMs K u t? a f at v y besaßt >W' nnt' %tt .r.« t.h.e n.i f ch'e n's^'ra ge. 'Lorch ^Cnr ^on^und^ lH'a.r'm sw o'rth chatten sich in dw' D^eDer^dmBttM von Trimton darauf bemseu, daß 'die' NatiönalitaLen selbst chie Lnyückel««- detz Landes gefördert hätten?' ZG§ 'H- - Mchrnenbetreffs mW er mtName« dir »rigchrka^ditschech ' k ä"{ h e'n't s ch c n P a r t e i (gibt es eine solche?) .dnse chavptung energisch zarüchveise«. Die RntMen Wien sich'eins mieden'llügärn(?). .. ' '; 1 '"Das rüthemsche Bütt werde bet llugM bleibe», wäZ ihm Brnesch verkünde «nd wolle. von .den' TfcheHen^Wr^'^ chäuht nichts wiffert. ' ~y]";;', ,V' \ s '- Abgeordneter Älexünder' P e t ch' (DemvkrM erll^^ zur Regierung kein Vertrauen hege, l t h re«r d e u ^S't'ach t v » ran s ch l a a ab, ' ' ' - •m Bolschewiken und Tiieken^ Paris, i. Juni- (Privat.) Der Konstan'uuopllr große KrlegZrüsiuNgitz'betrübt.,Did; günstig, hingegen die sintznzi,eÜe. sehr' KMe<. fpoiidint des „TempS" berichtet, daß die tülkische NatroMregiei'uug in Ä n g o v a -nülitsirische Situation ist idesolat. Das Parlament in Angora hat der Regirrubg nicht nur -die Bewilligung' ertMt, denrletzten ReservrfoydsrvM-HMillsiWu. stürkiichcn Pjuud für Krregszweüe zu, verwendui.'-'sondern..hal^ihr chnch die Boklmiacht" erteilt, 'a n tz l ä n'dii s ch e' $üj e - auzu- (rufen.' Tatsächlich heißt das. bei '.SowjLtrLßl'alch, .um ('Hilfe,vor».. Aellig ' zu werden, da 'bentc. irgend-eine andere E'dlrE kanuni. 'D i c S n-w :'e r r g i c v ii ii.y iriffet tn :ru i:h Silberbarren i m W e r t e von -z f r-k'a 20 'M i l- | Ha«sd»rchsttchu«g beim Dichter HeNri Barbuffe. , 'Jr * 5 - Pari«, 1. J»m. (Privat.) Auf die Snvde d« Esichernsimg '' mehrerer Jahrgänge zum Kriegsdienste.hatten di« Radikalen eine Lebhafte Agitation riuseleitet. Die kommunistische Jugend , hat m ^ganz Frankreich hunderttausende Ausrnfe ,U n d'i e ' E. iZ- Z er n fr ten* verteilt und plakatieich m welche«z«e DkchüH-.!v xir w e i g e r u u g anfgesordrrt würde. DieStaaira«MischL!r., ^atdaralffhin bei 60 P.ers»«e«H/»elche.'. der 'Avirnfe ' und . Förderung der Aktio» als i verdä^, ierD/^ würden,' H a n s id u x. ch s »ch«ge' vor«eh'meri ' ^aruütrr auch' bei dem berühmten Romanckr »od'Berfaster,''.d«s - zetismfien NrirgsrömemS' .»Femrl».H«m'B'a-H'»^ ■ ' : >t";D .; : 7' -i' -!;! 3 i i 'S {'■ i Eine jugoslawisch-rumänische Militär- 5. Konvention. - ■ . Belgrad, 3. Jmni: (Preßburea«.> I« politisch« 0ttisi>n' verlautet, daß Jugvsiawien demnächst mit R»mänien eine-) Mi l i i S r k o » v e» ii o n ähnlich jener mit dem tschrHdflolvakifchen Staate schließen würde. An . den Berhandlungen'Ärtk MmtzNirn.'nimmt auch Minister des Aenßtt» 'Ät. -B«eschM7-^ Bclgu'ad,' 3.' Juck. '(Privat.) Wie verlaütet»' sind, dse BerU-'! hastdsungen über die Militärkouvention zwischen JugosläMieu ä«di.^ tzrüMyien(schon, so weit vorgeschritten, daß (man mit der' ksist'el-^ Schrift' während des diesmaligen Aufenthaltes Take Jones<M,in. > Belgrad rechnet. Millifier Dr. Bwefchi hat infolge der gieichzeitsgen'i TaZÜng' v-ir Sahaugssommsfion des Völkerbni'.d^ "in Londons d:e. ges>!-.'.utr Rc:f: nach Belgrad' u e r.s ch i e b r u u.M«. ' - i'