Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 842 (1.6.1921)
- Date
- 1921-06-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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iSBtert, Mitkwocft Seite 6 Wrerrer Morgettzeitung 1. Juni 1921. Nr. 842 \ Bmemiss g^gen den FrrsLMMMM'LL her^ Botschasterkonferenz. / 'tzM, 31. Mi. s.Havas.) I» der .Un.tMrt Mf vie errytzsche Note betreffs Oberschlesicns erWrt.die ffrarMLiche. Regierung ihr Einverftändyis, hjyM, '.dAß-. sich' .eine Amnmisswn'von Fachleuten MKtzbe'rtzhlesseZ. -begehe,! hält jedqch einen 's o f o r.t.r'ge-n Zsss <r'.nrMn-!trUi des Obersten Nate § .für..in'.ypPosstwir' iund nicht wünschenswert, mit. Rücksich^auf die Erregung, die man bei den beteiligten Bevölkerungen Hervorrufen würde, wenn man sich darauf beschränkte, Fachleute zu wühlen,- die die Kanzleien namhaft machen könwen- Die Regierung beharre aus der Notwendigkeit einer, ge- - meinfamew. Akrion in Berlin und Warschau. Die Orgesch wird aufgelöst. München, 31, Mai. (Privat.). Ministerpräsident v. K a h r teilte heute abends mit, dass die Heimwehrorgumfationen aufgelöst werden. gaffe 3Z. eine wichtige Sitzung statt. Die Delegierten - werden aufgefordert, brstunust zu nschnnen. . Aahressitzung Der Akademie dve Wissenschaften in Wsen..Jm Fcstsaal der 'Akademie der Wissenschasheu findet heute, Mittwoch. i^n 11-^UHr vormittags, die diesjährige Jahressitzung Vieser wiffenschasilichenKörperschaft statt. Hofrät Professor Dr. L a n g .wüd den Jahresbericht der Akademie und' der/ mathematisch-naturwiffemchafttiÄrn, Klasse und der Sekretär, der phiiosopWchchntorächen Klasse Professor Be fl wird den Jahresbericht dieser Klaffe erstatten- Hieraus wird Hofrat Professor ed l ich die Zuerkennüng der ftrr die wiffenschastlichen'Arbeiten bestimmt^ Preise verkünden. ' ' . * Society of Frlends — Gesellschaft des Freunde (Quaker). Heute, Mittwoch, 6 Uhr abends, spricht dre Leiterin der.,tzuLksL.Lw.dsKsy w Wien Mrs. Anna -Br T h o m a L aus Bachmoxe über. .,Various thinga. ab out Friends in, England and America“' irn Ämtshause, XIII.. Eduard Kteingaffe 2, II. Stock links. Übersetzung und Wechselrede. Frei zugänglich. . Hebräischer FerialLnrs. Die Zionistische Dezirkssetti.on'Xtt»bis XV, XV., Herklötzgasfe 21, eröffnet am 1. Juli 1921 einen hebräischen Fenatkürs, um es allen jenen, die wegen verspäteter Anmeldung in den im März d. I. begonnenen ' Hebräischkurs keine Aufnahme mehr finden konnten, die zur Aufnahme» m den lausenden Rormalmrs erforderlichen Kenntnisse zu vermitteln. Anmeldungen für Teilnehmer im Alter von 7 bis 16 Jahren (bis l. Juü), XV., Herklotzgasse 21,1. Stock, täglich von ö Ins 7 Uhr abends. '* Begräbnisse am heutigen Lage. A l t erF r i e diroi.:. 10 Uhr Fried Marie. — Neue r Fri e d h o s: 9 Uhr 30 MssHalpern Jda, i0 Uhr.Trmz Hermann, 10 Uhr. 30 Mm. .Eelöer'JqM, 11 Uhr Schlrchtmann Marie, 11 Uhr 30 Min. Straßberg'Salomou. * Eröffnung des Uhrenmuseums. Gestern tEurde durch ' den amtsiühreuden Staatsrat Karl Richter das ührenmusenN der Stadt Wen eröffnet. /- . - * Für Kleingärtner. Die Gemeinde Wien gibt rat Wege der Kleingartenstelle, I., Parkring 8, am Donnerstag und Samstag in-, der Zei: von 8 bis 2 Uhr Graskarten um-X 160 für , die Krieau zum rucksackweljm 'Bezüge bis ****** 31. Oktober d. I. aus.? Kohterrausgabe. In den .Monaten Juni bis einschlichlich August dl I. bleiben die bisher festgesetzten Wochen- und.Ntonatsmrngen an kontingentierter Kohle "aufrecht. Es werden daher ausgcgeben: Für. einen ganzen Kü'chenbrand wöchentlich 7 Steinkohle (Koks) oder 12 kg Braunkohle, stir einen ganzen Gewerbcberriebsbrand monatlich 160 leg Dreirrkohle (Koks) ooer lö0 kg Braünkohle, auf Grund der BezugSicheme für Be- Uitbz hie unter dem Buchstaben „3“ festgesetzte Mvnaismenge. ^Wetterbericht. Ganz Mitteleuropa hat wolkiges, dabei sonniges und sehr warmes.Wetter. Die Mittagstemperatur erreichte in'Wim 26, in Klagensurt und Innsbruck '25 Grad^ Boranssage: Vorwiegend Heuer, sehr warm, starke Neigyng zu lokalen .Gewisser»,. ' / Selbstmord eines Wieners in Graz. Aus Graz wird uns gemeldet: Im Bayrischen Hof hatte sich . ein Wiener, der angeblich Friedrich Roth, Speditionsbeamter, lV., Mayerhösgäfle' 5'wohnhaft, sein soll, durch einen Revolverschuß gelötet. D,e Tal embeckte ein Kriminalbeamter, der dre Fremdmkonlrolle im Hotel durchsührte. Das Motiv der Tat ist noch unbekannt. . * De, Baukuotensalschxr Feirvel Frankel. Gestern ha: das'SicherhMbüreäü erfahren, dass der in den letzten Tagen verhaftete BanknolmMcher 'Felwrl Frankel im VI. Bezirk in der Webgasse eine vollständig eingerichtete lithographische Anstalt myd Sremvruckerri erworben hatte. Er wollte hier eure Erzeugung fall cher Banknoten errichte»., * Selbstmord eines früheren rujstsche« Oberste«. Der in der Schönbmgstratze 25 wohnhafte, zu Uwany m Ruß» lauv geborene, nach Moskau .zuständige Pium Polewik hat sich'gestern erschossen/Er hmkerließ keine Zeile Wer die Ursache femer Tat. Durch dre Erhebungen wurde festgestellt, daß rr scinerzett mssstcher Oberst war, dann in Kriegsgeiangenschafl geraleu ist, wo er .mchrer? Jahre verbrachte. Aus - gelegentlichen A.euyerungen war es bekannt, daß Polewik seit Hins Jahren von seiner Familie, die er m Moskau - zmückürß, kein Lebenszeichen erhallen hat und daß das Gerücht zu -ihm gedrungen ist, sie von den Bolschewiken ermordet worden sein soll- - % Selbstmord eines Häftlings. Heute vormittags hat sich während der Reimgungsarbeiten im Gebäude - des Landes» gerichles Wien U der 3?jähnge Agent Nikolaus S a ry q r a j l o, der b'-.s zum Februar l. I. XVI., Thaliastraße 4v wohnte, mit einem Messer, das den Häftlingen zum Brötschneidku Wergeben wird, den Hals durch!chnitlen. Er blieb quf der Stehle tot. Die gerichtliche Oeffuung der Leiche wurde beantragt, da mangelhafte Ueberwachuug möglicherweise vorlicgt. Samhrailo hat die Tat ans Kränkung über feine Verücteilung verübt. * Steckbrief gegen eine« Falschstempler. Das Wiener Landesgericht hat einen Steckbrief gegen den Kaufmann Julius Roth aus Preßburg erlassen, der verdächtigt ist, im Februar d., I. sich mit drei anderen Leuten des Verbrechens der Kreditpapierfälschung dadurch schuldig gemacht zu haben, daß er ungestempelte österreichifch-ungarffcheNLanknoten mit dem ungaruÄeu BasLnotenstempel versehe» hat. LehiKn Sportstiefel. 'I- DtzlzKK Myisercr. : / Del-Ka Tennisschuhe. V" Del-Ka Sportfo cken. ' Heute/ - Mittwoch, 5 , Uhr (Großer. Sahl). "UrariiaMlmr: Sport und-Turnen im Film. — 8 Uvr (Großer > Saql) Dr. Jy'ef Becaquer: Klassischer Humor der Weltliteratur. 6 Uhr (Kleiner Saal) Prof. Dr. Max E. Gans: Jhsens „Peer Gynt^ rmd das Pivbtcm derJPerfönlichkeik. %8 Uhr (Kuissaxili Dr. stikudoli s-tötHer: Danse illlighieri als Welteineuercr. — Uhr (Kliichanl) Moderne Komporiistcn II. Robert Friebmann. . ' # Die Sp.eÄitisrrSf»rma Leo Mang, II., Ferdluandsstraße 39, übernimmt, zy .dm. billigsten Tarifsätzen Transporte , aller Art nach Rimiäuien per Schiff mit Uniladung, in Grurchii nyd Galatz sowie per Lahn mntels direkter Spezialzüge nach «-E z e r n o w i tz. , ■* Wer fucht, i^er stmdet, daß die Herrengarberoben nach Maß, der Werkstätten Svrtzer & Markus, II., Hollandstraße iffWer.Sheylmniestraße) Nr. 1 (nächst'EMglMrücke) in Feder' Hin'fichf, -k.iLz.iL.. .i n i h x e nt ,^G e q v c, tz x.t ft.» ßst; b i lIi g e w, P ressen sind. U Bereiwssachrrchten. Z i'o.L ist rsch e. I u g e n d g r u V v e XX. Heute. L Uhr abends iw Ve,remslokal, XX,, KarlMeißlüraße 5/1, V ereinsa b e y d.', — > Der. für' heute an'gekündigte Vortrag Dr. Schmitz e n t s ä l l t wegen Verhinderung des Referenten. — Jüdisch e D ö l k s b i b l i o t.h i k Z i o n. Sämtliche Mitglieder werden nt dxm h e u t e um 7 Ubr im Restaurant Bayer, U., Venedigeran (vis-n-ivis Caf6 Winkler) stattfinheyden I i s k o m A bend hofl'.chst eingeladen. ^' Die'ErMhvUNg. ' Der MaMboricht. DaD-VbstroMen -.dM-kaufkräftigen Schichten macht'fich auf -den -LrbensmsttelmärktÄr cheuer weit früher als sonst fühlbar. Das -Anhalten! dev: guten Zukuhrm vorausgesetzt, ^kann pn damit, rechnen, daß schon in der allernächsten Zeis frisches Rmd» fleisch zu bedeutend billigeren (.Preisen als bisher zu chaben sein'wird'" Auf dem Naschmürkt kamen ,10,000kg u'n g arische Kirschen zum'Preise von 38 Ksür das Kilogramm zum Verruf, was gegenüber dem grstcjgen Preis von X 65 immerhin schon eine Preisermäßigung bedeutet. Kartoffeln sind nur selten, Eier auf den'Märkten überhaupt nicht zu haben.- In den Bezirkshandlungen kostet'ein Er wieder X 14. Frefe Jüdische Vdksbfihne 'ÜS&S^i Telsphon 40-8-81 Heute V-6 vbr nbencks: ' Mi, •B’ifSSJnmsSS. Drama in 3 Akten vpn Ossip Dymow Re^ie: J. Deutsch ' BEä-ZWI a. G. . Bühm und Kunst. MoW im Bortrstgssaalx. Erste höcherfreuliche Feststellung, dä man „ihn nicht in Theaterverkleidun'g ans der Bühne, sondern ungeschminkt, ohne Rampenlicht am Vortragspodium steht: .Das schlichte Wesen des Künstlers, unverderbt vo« den oberflächliche» Huldigungen des Mässenpublikums, daS Moissi nun einmal zum Star ernannt hat und „Enthustasmus um jeden Preis" in den überfüllten Saal mitbringt. Wie hirrlich hat er ihnen als letzte ^Nummer" Goethes „Vanitas" nachhause mitgegebm! Das unsterbliche Gedicht bleibe sein Motto. Er stelle sein' Sach' nicht auf Franenbegeisterung, Ruhm und Ehr'l Peshalb dürfte man von ihm verlangen, was bei anderen berühmtess Mänüern. zu fordern vergeblich wäredaß rr nicht in Riesensälen vorliest,, mit sensationslüsternen Massen vor und — hinter sich (auch das Podium, hinter ihm war natürlich dicht besetzt), daß er kleinere,, intimere -Räume wählt, in denen er seine Hörer wahrhaftig um sich versammeln kann, wenn er ihnen Märchen von Andersen erzählt oder Dostojewskis weisen, gütigen Greis zu den gläubigen Wcibery wundervoll spreche» läßt. Höhepunkte des Abends: Meyrinks blutige Satire ^Der Löwe Alois" Dehmels „Der Arbeitsmanu" (mit glühender Liebe gesprochen) und Goethes „MailiedHeines „Die beiden Grenadiere" bringt' Moissi anders als weiland Slrakosch und spätere Rhapsoden. Er läßt dm einen Grenadier nicht die letzten Seufzer aushquchm, während er dm Genoffm verpflichtet, seine Leiche nach Frankreich mitzmehmm nnd schmettert seine Vision mit soldatischer Begeisterung hinauf wie nur Moissi »schmettern kann- So wird er jeder dichterischen Schöpfung mit seinem «n» trüglichm Kunstverstand gerecht. Die ersten köstlichm Gabm, durchaus 'erlesene Stücke von Goethe, litten rmter her Unart deS Publikums, das zwar zudringlich Zugaben forderte, aber erst «ach Beginn der Vorlesung sehr allmählich in den Saal strömte. , 0, A. Ans den Theatern. Im Burgtheater gelangt morgm, Donnerstag, mit Hugo T h i m i g als Gast, «Der K a u f m a n u o o « Venedigzur Aufführung. Anfang 7 Uhr. Im Schönbrunner Schloßthdater geht mo^en, Donnerstag, Jö tt n 6 u r %" in Szene. Anfang In der StaatSoper »vird morgm, Donnerstag, „Der Roievkavalrergegeben. Anfang ^7 Uhr. In der V o l k s o p e r geht heute, Mittwoch, als Beginn der avgeküudigten Somwerspielzeit neu einstudiert »Quo vadis?* *, mit de» Damm Rantzau, Reich, Schimon, Herstem, Salinger, Mann, Knarek uyd den Herren Schürmann, Hagen, Tauber, Bamnann, Recht, Groß, Dötrch und Braun, in Szene; den Ursus gibt Herr Aigner als Gast. Dirigent Herr de Stermich. Regie Herr Overregiffeur Markowsky. Beginn Ubr. In' der Frrien jüdischen Volksbühne aelangr beute Dhmows $ m a I is r o e l", mit B e «* 8 w t als Gast 'm der Rolle des Aron Schiffer, zur Aufführung. Beginn */»8 Uhr. . Die N e u e W i en e r B ü h n e bringt heute, Mittwoch, m Fortsetzung ihres M o i i i ss- G a Li tz CtlÄ vrm «ste» Male ,.D erleb en d e L es ch n am", mit AlexanderMoiffi 'als Fcdja.DomitrSlag zum eisten'Male „Jedermann". ' j chheute exoffnete die gesamte'r u s s i s'ch e D p e r 7 t t e«. t f u p p e unter Mitwirkung der Mitglieder' der Jüdischen Bühne. II., Taborstraßell3, und' unter Leitung 'des Direktors P o d z g m c z e ein Gastspiel in der R o l an d - Bühne. II., Praterstraße 25., ' j v Die FvLitichfyufführssng Md Pas hentige epffe Velvedore'-Konzert. Hellte. Mittwoch! finden um V-8 Uhr abmds das erste Bclvedere-kKanzerk des Symphoniedichesiers und um ‘All Uhr abends die Festspiele im Belvederepmk statt.. Die Konzerte finden allabendlich statt und werden im Falle ungünstiger WlttMig ,jn den Zeremßtsiensä.len hex Hofburg Bgehaltrp. ,ss-' ' GsrKchLssaal.- Der PxssZeß gegen de^n Monarchiftenführetz Kuno Hpynigtz. Heute beginnt beim Landesgericht Wien,'!., im große» Schwurgerichtssaal vor einem Schöffensenat der Prozeß gegen den Monarchistensührer Kuno H o h n i g g wegen unbefugter! Werbung. Im Mittelpunkt der' Anklage stcht die berüchtigte! Legion v o n Z a ll a e g e r s z e g. Den Vorsitz in der! Verhandlung führt Vizepräsident H a b i e t i n e k,- die Anklage! vertritt der erste Staatsanwalt Dr. H erd e g^e n, Verteidiger! sind Dr. Gustav - Morgenstern Und Dr. Zörnleib. Im Verlauf! des Prozeffes werden die Mitangeklagten Oberleutnant Hoyniggs unter anderen General Hummel und der christlichsoziale Partei-! ekMär- Rakomtsch.; sowie zahlreiche Zeugen zu Gort komm^ li " ' ' . —-- VerursseUter BoLrAg^r. Ein großer Betrug, der im Jänner - d. I. de» allgemeinen, Gesprächsstoff bildete, deschäsiigte.vorgestern nachmittags einen Schöffensenat unter-Vorsitz! deS-Hofrates Dr. Heller. Angeklagt waren' die HandelSangestellten Karl L e t den f rost und Artur L 8 f f l e r wegen Betruges. Am 22. Jänner d. I. erstattete der Hauptmann Emauucl Gcytz der Vormerk-und Arbeiter^uweisungSstelle in der Roßauer Kaserne, die Anzeige, daß ein Mann in Leutnantsuniform ans Grwd einer'gefälschten Vollmacht und einer Legitimation, die auf den Namen Erwin Horn lautete, bei der Liquidatur der' Heeresverwaltungsstelle, 1, Liebiggaffe 6, einen Scheck über eine Million- Kronen -entlockt und das Geld bei der Oesterreichisch-üngarischen Bane behoben habe. Die Summe war M Auszahlung der Löhne an die Arbeiter bestimmt. ^Der Verdacht richtete sich, gegen den ehemalige» Wehrmann Karl Leidenfrost, der bei seiner Verhaftung ein volles Geständnis ablegte. Lndensröst gab an, sein Firmpate Josef Dorsner sei in der Roßauer Kaserne als Zahlmeister heschLstigt und er habe bei wiederholten Besuchen beobachten können, wie bei Behebung der LohngMr vvrgegangrn werde. Er habe dann mit seinem Freund Löffler den Plan besprochen, einen großen Betrag herauszulockess Für Löffler'wnrde eine Leutnantsuniform gekauft und am 21. Jänner die Vollmacht präsentiert und bei der Oesterreichisch-ungarischm Bank (eine Million Kronen einkaffiert. Leidenfrost behauptete, er habe von Löffler nur K 100.000 erhalten, ss 60.000 hatte er noch bei seiner Verhaftung in Besitz. Löfflex, der gleichfalls bald daraus sestgenommett-werden konnte, gab an, er habe K 150-000 einer Bekannten, Marie Winter, die' von dem' Betrug keiss Ahnung hatte, zur Aufbewahrung übergeben. Das Geld wurde bei ihr auch vorgefunden. K 700,000 will er einem gewiffen Josef Jurkovits gegeben haben, der nach Berlin geflüchtet sein soll und bisher nicht ausgeforscht werde» konnte. Es besieht der Verdacht, daß Löffler diese Geschichte erdichtet Md die K 700.000 in Sicherheit gebracht hat. Leidensrost war weiter beschuldigtdaß er seinem Onkel Josef Dorfller Schmncksachen im Werte von zirka einer Vlertelnnllion Kronen entwendet und den Erlös » leichtsinniger Weise vergeudet hat. i Rach Eröffnung der Verhandlung wprde vom Vorsitzenden konstatiert, daß der Angeklagte Löffler von einem Malariaansall heimgesucht wurde und nrcht verhandlungssähig sei. Das Bet' fahren gegen ihn wurde deshalb a u 8 g e s.ch i e d e u. L e i d e n f r o st legte auch gestern ein Geständnis ab und. gab an» er habe zuerst nur im Scherze davon gesprochen, daß bei der Arbekterzuweisiingsstelle ein sehr großer Betrag z«' holen wäre. Löffler habe ihm dann so lange, zugevedet, bis er emwilligte, dm Betrug durchzuführen. * Der Gerichtshof erkannte den Angeklagten Z e i d e «frost schuldig und verurteilte ihn zu fünf Jahrenschwereu K e r k e r s Md zmn Ersatz von einer Million Kronen an den österreichischen Bundesstaat. Sport. Die Meisterschast ver H. Klasse. Heute kann unter Umständen die Meisterschaft der II. Klaffe, die heuer eine« überaus spannenden und wechselvolleu Verlauf nimmt, mtschiedm werdm. Der S. C. Slovan, der selbst keine Aussichtm für den ersten Platz mehr hat, ist das Zünglein an der Wage. Donaystadt «nd Ostmark liegen mit je 83 Pupkten an der Spitze der Tabelle, aber die Germania, die 82 Punkte aufweist, hat w« Spiel weniger auSgetragm. Dieses kommt heute nachmittags auf dem Pratersportplatzzur Ent-i scheidung. . In der Slovan-Mannschaft stoßen diel Schwechcstrr auf einen überaus spielstarken Gegner, der alles' daransetzen wird, um aus Prestigegründen erfolgreich abzn-! schneiden. Wen» es Germania gelingt,- die beide« Punkte zu er-! gattem, steuert sie mit ziemlicher Sicherheit dem Meistertitel zu.' Sollt« aber Slovan erfolgreich bleiber^dann ist das Rmueu wieder ziemlich offen; die' HauptauSsichteu hätte wieder Ostmark. Auf GrMh der zuletzt gezeigten Leistungen muß man den Slovan« j Leuten die größere« Chancen einrämven. Bei »ormalnu Spielj verlauf sollten dir Tscheche« riuev knappe» Sieg, erringen. Dasi