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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-31 · Heft 841 (31.5.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 841 (31.5.1921)
Date
1921-05-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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GmzelpreisKS. •‘“.ifJSSSf&S ' ►I iHM*- MMi ** - -i- ASLm MHk M» — XiMMflUI * 9mms 100.-. .. Srope» Ä- 51»*— erSÜ L»>a»r b»0.— ^ÄMklihiii tnfirtirSr* SODftO-i« #*.r " «■« ■*> ■' r 'M-, jrfi-r - SUSau '.j Ktnäteiät? ' -• '*- StopfiM»... -.*#? Schweiz «.^ftJlSrös 1 MmmMch, \X &nO0iir. SSW^LM!^ B»stfp«rafte»k« Nr. 841 Wien, Dienstag deu 31. Mai 1S21 3. Jahrgang Wf- Der Arbetterrat. —y. W.iev, 31. Mar. ., Der. Reichsarbeiterrat, der am. Ende der vergangenen Woche in Wien tagte, hat über; seine Existenzberechtigung debattiert. Das ist für eine Körperschaft, die aus dem Volkeseldsientsiandenisi, kein gutes Zeichen. Entweder man ist oder man ist nicht. Wenn jemand untersucht, ob er ein Recht auf.das Dasein hat, dann hat er es schon verloren. Das gilt in ganz besonderem Maste , für eine Institution, die die Arbeiterschaft aus sich selbst gebildet' hat in einer Zeit, in der die gewissenhafte Beobachtung der Gesetze seitens der Beamtenschaft durchaus ■-, keine Selbstverständlichkeit war. Der Arbeiterrat sollte die Wachsamkeit der arbeitenden Massen versinnbildlichen, den quälenden Unterschied zwischen..-Sinn und- Buch-, staben der Gesetze beseitigen Helsen und daneben die politische und wirtschaftliche Erziehung des Proletariats bis zu dem.Augenblick fördern/ wo es in der Lage märe, die Macht im Staate zü übernehmen. Als die Einrichtung der Arbeiterräte geschaffen wurde, herrschte in * sehr breiten Kreisen die Aeberzeugung, daß es bis zur Weltrevolution nicht mehr weit fei und dast von Rußland aus der Eroberunqszug des Sozialismus die letzten Reste der bürgerlichen Wirtschaftsorganisation über den Haufen werde, werfen Können. Zwei Jahre sind vergangen und die Entwicklung 'der Weltwirtschaft schlägt/einen ganz anderen Wg ein. Der Kapitalismus ist nicht, niedergerungen worden, sondern. har sich gefestigt und der Sozialismus seinen radikalen Vvrkämpsersi .gerade/'von ■; aüs ' so. kompromittiert worden. 4vpn •V Habt will die ürgescd nicht entwaffnen; M L «che «, 30. Mar Die politische Aussprache im Landtag ist nttte thi ngs vertagt worden. Im Stuatshaushaltsausschutz soSte heute Ministerpräsident v Kahr die versprochene Erklärung über die/politische Lage und die Fr a ged e r E i n w o h n erwehr e n abgebeu. Vorsitzender G i e h r l erklärte jedoch heute nachmittags vor dem Eingehen in die Tagesordnung» der Ministerpräsident habe mitgetettt, daß er heute noch noch in der Lag e f e i, eine Erklärung a b z ng eben. (Anruhe und Gelächter links.) Er werde morgen vormittags ZU der Angelegenheit SteSrtng nehmen. Abgeordneter Timm (Sozialdemokrat) bezeichnet dieses Berhasien als einen unerh S r t e it V v r g a n gi Abgeordneter S t a n g (Bayrische Botts«' Partei) erklärt namens der roalierte« Par», teien/daß diese es für nötig erachten, tW dieser schwerwiegenden Frage ein vöMg klares: Bild z« erhalten. Dieses werde morgen gv» geben werden. Deshalb beantrage er, über die Frage heute zur Tagesordnung LberzngeheNi. (Starker Lärmbeiden AnabhLngigen. Zwischenrufe: Bald wird die Geschichte über Sie (§n den Bürgerlichen gewendet) zur Tagesordnung übergehen!) z Abgeordneter Enderl (Kommunist^ ruft: /Das ist ein SuustaLl!" Redner wirp HLefür vom Vorsitzenden znr Ordnung gerufend - -. / Schlietztich wird mit den Stimmen der koalierte« Parteien der Arbergang znr Tagesordnung beschlossen. * r- Ättme Ö-IT.-.. T_..,. , FkrM des SözioilisMüs predM. Es ist ein sehr bedeutunHsvolles Merkmal der Zeit» wenn der 'österreichische Mheiterrat-'. Wst, M* Frage stellt, ob er entbehrlich seivScr nicht/"Sem Vorsitzender, Dr. Friedrich Adler, dem wir schon viele überraschende Fprmeln verdankych/hat eMart, daß der Mtziterrat vom Standpunkt;ber: Bekämpfung der ÄMLion nicht notwendig sei. Soll das etiva heißen, daß -Hst - Aeaktion «schon so west verschüchtert.W, daß fst sick /nicht mehr vorwagt?' Das^/ist kaum 'anzüneymen. Die Reaktion ist auf gewissen Gebietes. so besonders aus dem der monatchistischen Restauration, etwas vorsichtiger geworden;- bfc> ihr der' Wisgemg des Karl-Pütsches die Stimmung - -der' Bei. volkeiüng in zu deutlichem Licht gezeigt Hat/Zn jederandere« Beziehung aber ist -sie genauso frech wie - früher. Sie W sich nur andere- Maskengewählt und wer da glauben würde,- daß man in dem unablässigen Kampf um die Erhaltung der demokratischen Republik und ihrer freiheitlichen Errüngenschästm auch' nur einen Mann entbehren kann, der würde sich bitter tauschen. Oesterreich ist heute ein sehr, wichtiger Posten. in; der Aechnung der MernatioNjasen Reaktion,.. die . Mr; auf die letzten ° - Zuckungen des bolschewikischen Systems in Rußland wartet,. um Ast dergroßen Rache beginnen, zu können. und die müteleuropäische Menschheit dafür zu strafen, daß sie. sich vonHen Götzen der Kriegspolitik abgewendet hat. Oesterreich . ist has Herz, Europas, hier schlägt' das Fieber am stärksten. Wenn es fraglich wird, ob der Ärbeiterrat weiterbestehen soll, ünd wenn diese Frage vom Arbeiterrat selbst gestellt wird, so kann.die Antwort nur dann bestehen; daß der Ärbeiterrat seine Existenz , gegen einen Teil der Mbeiter selbst verteidigen' must. Die Minierarbeit, die der russische Radikalismus feit Jahr -und Tag leistet» um die Front der Arbeiter- : schüft -zu' sprengen und ihre Vereiniguug mit dem fortschrWichen" Bürgertum zu uerhmldern, hat ihren. Zweck WjLfchynr erreicht/Die' Wbeitervarteien - Kämpfen ' in .MDi^Wcher»'': gegeneinander:ümdZ oergeuden ihre, HM^Hwifchen rhNen; und rdeW?rWrattk«M.i stcht cein^ MW'erbrückbarer/Abgrund, des.) Hnßj.rquxns. Wo immer der KomArmismus ' aWetreten ' ist. hat er die deutsche Arbeüerschaft hat-er 1n^ die unsinnigsten- Putschversuche ^getrieben und in Oesterreich., untergrabt 'er das Ansehen' des ArbeiterrMs in^oer Klasse, dieihn hetzporgevrvcht hat. > .' // : Nicht das -Bürgertum, sondem die Sozialdemov,atie hat d«ll. Arbeiterrat als eise.MtwepLÄKt-wj« Ein Pogrom in Homel. Paris, 3p. Mai. (Funksprnch.) Nach Meldungen aus Helsingsors mm. S8. d. M. hätten die/Rottriipperr/in Lew Gebiete von Homel einen P o g r o m vepänftattöt, dem ■Sy u u d e r L e z u m OH f e r gefallen feien. Die Tputzpen dLs^LLerMHxers.M;u;hL^MMO-: haver in Mir Mähten RomogMor und : Lübar in Wolhynien eme r e g e l r e ch L e A u sr o 11 n n g dar israeLi ti 's ch e n . BevöLkerung .vorgenornms«. ..../;? MrnLsterpviifiderrt 'PWeMer die', mrgarischte Myge. - ' Wie«, ZV. Mai, Der ..BelTradÄ/Pntret«:' des «.Iövö" haue cme ilnterredung mit dem serSischck Mstiißerpiästd taten Pastc., od eS möglich e »päre, be/FraNkreich durchzusttzru, daß gewisse Punkte des FriedenSvertrages von Trianou, iso'die' WMtungder ungarrscheu Armee, nicht, dürchgeMst M, .werden 'brauchen, erwiderte: Wir würbe» KieS'«ichk'z.ÄMe«. Das losfizieÜ/ Frmüreich kann einen anderen. StandpMkt, als den der - /estlösen Durchführung des Fliedenßdersiages,' nicht einnehmen und nimmt ch» auch nicht ein. Wir halben Kenntnis davon.' daß in Frankreich.ein: illegale Schichte existiert Und. eine solch: Politik' aüstrM Die ungarische Armee muß unter'allen Umstande« ans daS tm 'Fnedensvertrag vorgesehene Kontingent'.redunert werden. Äiese Frage kann'Nieder den Gegenstand von Bctyaudlimgen.. noch;deN"eiües. Sonderavtommenß bilden. In .dstser Frage sind die. 'Staatch. der kleinen Entenie. geradeso st'seeorä, p»ie .in der Habs-, bärgerMgge. Meiner Meinung nach ist das Rückgrat des ungarischm Problems eben die Abrüstung der Arm«, wodurch in Ungarn' der demokratische Gedanke seiner Berwirklichnng naherkäme. Die Kabinettskrise in Polen. Warschau, 80'. Mai. (Plivat.) Wie die Blätter melden, dürfte- .der Staatssches- Plliudjkl das. Demmissionsgesuch - des Knhmetls Wilos .ahlehnerch beantworten, Dies wurde eine LokaUsiernng .der, Kriseauf dir drei sreigewordenen Mmisterporteseuilles-'bedeuten. In informierten politischen-Kreisen verlautet "ach Blättermeldrytgen, Mimsterprasident Witos bcahsichtige das PorteieMe. des Ätußenrdem Gesandten in London. Doktor VZroblcwjkij aüzubieten. Für den-Posten, drs Londoner Gesandten lei Fürst. Eustachv.Sapieha auSersehL». - . WanschM«,, 80. -Mai. lFnnksvrrrch.) ■ -Der/. Rehvr der Krakauer Universität Dr. StauiSlgus. Eft r e i ch e v. ist von gefaßt. Wer dies im Verlauf der letzten zwei Jahre anZweifeÜe, würde verfemt mrd als bezahlte): Agent der Monarchisterr hingeftellt. Man hat dieses -Schicksal mid jenen geteilt, die von allem Anfang an davor Marnterr;. den Anschluß an Deutschlands , zu .einem; Achacherobjekt der Parteipolitik zu Mache«. Heute..' rnüssen die Sozialdemokraten selbst ihren ParteianhänMn;empsKhlen, an den Anschlußdemonsträtionen nicht teilzumehmen/und heuteprüfensie selbst» ob die FortexistenZ des ALyeitettaleszudsn'NotwendigLLitendespoütischen^chens gehöre. Auch wer nicht berufsmäßiger SuAaidcmoklüt O, 7 sich Kr. die.Zouexistn»L..dtzs. Westevhrtes bti Lrbeits- und der BersastungspLUei als Kandidat. W Posten' eines M i rt t st c r §' 'b c s ' A' e nß' r'r n. schlog gebracht würden. ' ' '-'/ . '." / Der IuyeüMord vörr PiM iW pol-rs «ischetr ParlamMt. WMMÜ. -29. M-rr.-Ml Lionen --der ' UntersuchuuMömnr-ission tÄLgt^bv?.'.' errtzi mMärifthei Exekution'ÄNs3A JüdÄn' Mddie'dHei gekommenen bMitzbräüche' emlüiten'' Kü - lassen; i -e r stattet nrrd die Hinterbliebenen-- der l twerden! von.'- Stuciis' wegen itzn t'sMäbi'gsti' - -/"/ f P-ratzc not Prdrz, Eittt. -Peribtz -'iÄO. Müi. i Gestern verLnfiältetS'n '-Mtge?,.-; hörige des ehemaligen'''4. 'W'rSere'giMnts' -'«nfl -hiMt i- ^rrespmldeÜz/m'Llde^ Vstter' 'Führüng-des ReginMAsobersten iGeneral' -VM! KarlowM -die MwesenME Generäle unb^ändere Offizidw; daruntär'änch; Ar'-r'n'A -- iC'i t?e-l Friedrich', Üie Front Per ehemaligen MtzehSritzM^ -und' bet früheren-' 7.--und 8/KöWagnie-äb.' SodckN^' (ynüwi’feri firfi; KaMtvitz und de»u Prinzen Meks he^." Vorbeimarsches bildeten die;! Konchagnien 'des. jetzigen' 9. Jnsmtkdr^EWeü'D. ' Me/, das' „Berlmer Tageblatt"- hört, findet1 iw NeichsweM/ - minifterüuu eine Untersuchung wegen der BeteilrMNiz! von Reichswehrsormatiönen an' dieser FLier stäK./ '^ - Hochyrrratsvevsahrey gegen desi Grafen BÄzmer. Berti«, 30.- Mai. Gegen den Grafen Bodmer -rsirä wie das in Würzburg erscheiMche - t,MuL' Bvik" * teilt, von der Münchener SLaatsanwaltstzaft VaK-W»'-' fahren 'wegen- Wchhcrvrtes "eingeleitet.wvrtzen-//^N.E* i i»;V; m> eutschelden. Denn dex Bestands dieser Einrichtung -allÜP-r;ist em WarnzeicheNj für - unsere Reaktionären,?,die^M-ö {gern zum Sturm aus alles Republikanische übergehe^^^ jmöchten. /Der Ärbeiterrat hat als ständige Kontrolle, ^unserer auswärtigen, Pplitiksehr viel Gutes geleW - Md .er hat,:es vechmdertz daß der magyarchhe, " ' Pei? uns sich/mcht hat auswirkeu können.- Mer. die Sozialdemokratie heute - die. Frage des Wyzt stMzetgt, wie - unisiher' sie geworden - ist, und m MUUaMri-.im p.oliyschen Leben das Wörtchen ^ewp. 'gebrouchen-dtzrs. - -.

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