Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 839 (29.5.1921)
- Date
- 1921-05-29
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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9Tt. 853 Men, Sörmkag Die Verhaftung hängt mit der in Berlin erfolgten. Aufhebung einer Fälscherwerkstätte für rumänische Leinoten zusammen. Der Hersteller dieser Falsifikate ist ein gewisser Welf Engel, der durch die dortige Polizei verhaftet wurden Bei seiner Einvernahme hat er angegeben, daß er kürzlich; in Men gewesen ist und gelegentlich "btcfcS Besuche? -s-.i eiern Schwager Baruch Singer und dessen Sohn 200 Stück falscher rumänischer Noten zu je 5tX) Lei zur Aufbewahrung Mergeben hat. Das Geld wurde aber bei der in der Wohnung' vortzenommenen Hausdurchsuchung nicht vorgefunden. Singer erklärte, daß er die Leinölen vor einigen Tagen im.Ofen verbrannt habe. Vater und Sohn, bleiben bis zur Aufklärung Z>eS «Sachverhaltes in Verwahrungshaft.. - WilliorierMebstähle im Nordbahrrhss. De« Dieb als Viüeabesitzer. . Riesigen.Diebstählen an Frachtgut, die zum Teile-Wm auf Jahre zuxückreicheu,. sind die Behörden auf deni NoidMu- Hof auf die Spur gekommen. ES war notorisch, daß -Diebstähle an Frachtgut ganz besonders im Magazin IV des Bahnhofes Vorkommen, doch konnte eine noch so sorgfältige Uchrrwachung keinen Beweis erbringen. Die Diebe haben mit großem Raffinement gearbeitet und darauf vertrant, daß 'bei Entdeckung der Diebstähle in der Abgabestation bei Feststellung der Veranbüng der Verdacht aus Eisenbahner fallen könnte. Die Wachsamkeit wurde von der Gendarmerie verdoppelt und in den letzten Tagen eine Bande dingfest gemacht, die Milliouenschäden angerichtet hat. Die Beraubung«!, der Güter reichen sogar auf Jahre zurück. Interessant ist eS, daß die Plünderer sich auch.Bahndiebstähle, die, schon vorher verübt worden sind, zunutze macktem Kamen Waggons.hier an, die schon S p u r e n . e \ n e r : B e r a u ft u,n g während der Fahrt zeigten, so wurden sie abermals geöffnet und bas. gestohlenwas die ersten Diebe übrig gelassen hatten. 'Bisher wurden in der Sache die-Magazinsausseher Wilhelm S wob o d a, Jakob A P f e l und Adalbert Z y m a verhaftet und der -Polizeilttipektion Nordbahnhof übergeben. Magazinsaufseher Adalbert R ei n S f e l d und mchrere andere! Personen wurden der Staatsanwaltschaft angczeigt sind auf freiem Füßebelassen- Kenvzeichneud'-sür den Umfang der Gaunereien ist-'ch? daß zum Beispiel der Magazinsausseber Jakob A pfe l so viel erübrigte, daß er eine S t l l a t n Obe r - S t. B e i t besitzt und sich dm Luxus erstes ei g e ir e n A u t-o s leisten konnte? Auch die anderen DiebSgenoffen mit Ausnahme Zymas besitzen sehr-elegant eingerichtete Wohnungen. Die UuLomoLilfslle Bei St. Egyderr. Wiener-Neustadt/ 28. Mai/Es wurde fistgeftellt, daß. das von den Attentätern verwendete-DwWM nach-seiner ganzen Beschafferthelt' ü b e r e t u e W a ^'z-r ' gegangen ist- und ' bei einem Bau aber-aus'-'eiÜM'HimmerhWsÜorher .in Verwendung - gestand«: ist. Die Polizei erlies; mn das'Püftlcküm 'die -Aufforderung. irgendwelche Abgänge von Drahtseilen zur Anzeige zu bringen. . - E i n e wertere E r g r e i f e? ft r ä m t e v om - £000 Kronen aus Dankbarkeit' Zu der bereits vom Wiener Automobilklub ausgesetzten Ergrerserprämie von K iq.OpO. , Jbat der Direktor., Leopold P a z o f s k a der allgemeinen iHaUdelsunh Giew.erbeban^ in Graz noch eine.solche von K. 50(0, und zwar aus Da.lstbarke.it für den glücklichenZusall.daß er selbst derFalle entgangen ist, hmzugefugt. Direktor Pazosska befand sich auch.in jener. Nacht auf. der ^ahrt von Graz nach Wien und hätte vor dem getäteten. Ingenieur t D r c n e r als. erster die Stelle.passiert, wenn er nicht eine Panne erlitten und sich verspätet hätte. . ... Obduktion d.er Leichc. des Ingeuie-N.rs Bretter; Gestern abends fand in-der Totrnkanrmer -des-Allgemeinen Krankenhauses in Gegenwart des Untersuchungsrichters- Doktor Hecht des hiesige» KreiSgerichtes und deS Leiters der Staatspolizei, Negierungsrates Är. Rausnitz, die Obduktion der Leiche des Ingenieurs Egon Breuer statt. Die Obduktion..nahmen die Gericht-ärzte Dr. S ch n t tz e r und Dr. B a b n r g g vor. Es wurde konstatiert, daß der Hals durch das Drahtseil knapp unterhalb des Kinns durchschnitten und die Schädelbasis zerbrochen wurde. Sämtliche Blutgefäße waren durch-» gerissen und infolge des Blutverlustes der Tod in wenigen Sekunden eingetreten. Der Ladendieb mit dem Grifforr- ' Hündchen. In Bad K i s s i n g e n hat vorige Woche rin wahrscheinltch intemationaler Gauner eine verblüffende Probe seiner Geschicklichkeit abgelegt. Sie .hat ihm allerdings ein Schmuckstück im Werte von an die zwei Mrllionen Kronen in die Hände gespielt. - Wie der hiesigen Polizeibehörde mitgeteilt wird, kam der Gauner am 19. d. M. in ein Jmvelengeschäft in de« Wellbadeort. Der Mann, verbreitete einen intensiven ParsÜmgeruch. Er führte an einer grünen Leinenschnur aus Papier ein entzückendes hellbraunes Seidenhqarhündchcn (Griffon), daß er beim Eintritt auf den Ladentisch stellte. Im Geschäft war der Sohn deS Juweliers allein: anwesend. Der elegante Fremde wünschte - wertvolle Jüwehen: zu sehen, hauptsächlich Brillantanhänger. Als der Juweliersobn.ihm die gewünschten Waren zeigen wollte, sah er bei der Kunde.eine,Verdächtig!: Bewegung. Daß schon etwas vergesallen war, ahnte der Eohu nicht, aber um nicht Gefahr zu laufen, bat er den Fremden, etwas zu warten, bis der Juwelier selbst komme. Der Elegant erwiderte, er hab^ jetzt keine Zeit und werde später nnederkommen. Mit diesen Worten entfernte er sich. Durch dm verdächtige Bebocg'.wg veranlaßt, ging der Jnweliersohn dem Mann sofort nach, aber im Getümmel der Kurstadt verlor er ihn bald -aus den Angm. Jetzt erst HMe «** Zeit, i» Gfschösto Hachscho» : W- Menev Morgenzeituug halten, und entdeckte den Abgang einer Platinkette mit Brillant«, anhänger und zwei Perlen von je 50 Grains in? Werte von 200.000 Mark. Die Behörde in Kissiugen vermutet, daß der Mann ein internationaler Ladendieb, geschickter Spezialist und Kenner echter Sachen ist. Es ist nicht nnwahrscheiultch, daß er auch anderwärts auf Gastrollen geht. Bsr dem Generalstreik in BaDen. Wie berichtet, tst die feit acht Monaten dauernde Theater- und Musikiperre für d:e Kurstadt Baden ' bei Wien nicht nur noch nicht ausgeboben, sondern an ihre Aufhebung wird neuerdings die. Bedingung getnüpst,' daß von der Gemeinde auch die Forderungen der Transportarbeiter und Badebediensteten bewilligt werden. Donnerstag abends veranstalteten die beteiligten Gewerkschafter iu Baden eine sehr zahlreich besuchte Versammlung, zu der vom Bühnenverein auch Sekretär Eisler aus Wien gekommen war. Es wurden nochmals die Forderungen deS BSHnenvereines und dtp Musikerorganssatioy betont, die nunmehr auch mit derH Forderungen der Transportarbeiter und Badebediensteten Hand in Hand gehen, und von den Vertretern der Kellner und Metallarbeiter wurde versichert, daß auch sie entschlossen seien, sich im Ernstfall einem Generalstreik anzulchließrn. Es wurde soyach eine Resolution gefaßt, in der der Gemeinde Baden bis Mittwoch den 1. Juni, 6 Uhr abends, ein Ultimatum gestellt wird. Sollten bis dahin die Forderungen sämtlicher Gewerkschafter nicht bewilligt sein, so würde es, ausgehend von der fortdauernden Theater-und Musiksperre, zum Generalstreik kommen. Der Anttse«ite«bund - orthodox hebräisch? Die Tagung des RsichSarbeiterrateS im Sitzungssaal de§ niederösterreichischen Landtages hat auf die Denkorgane der „ReichSpoft"-Schriftleiter geradezu verheerend . gewirkt. Im Freitag-Abendblatt schildern sie dem Leser, was dre Sozialisten^-aller Schattierungen in Wirklichkeit find : „Eme Millionenarmee wildgemachter armer Christen und.hoch ober diesem Sklavenpack - die orthodox, h e ft r a i sch i Führung?' Selbstverständlich sind „sämtliche Führer für alle sozialistischchen Parteien ohne. Unterschied: der. Färbung" Inden.- Wenn nun aber der. gläubige 5Leser diese Tatsache endlich kapiert und sich hierüber hinlänglich entsetzt hat, findet er. zum Abschluß-noch, eine „restlose Aufklärung", die den Passus enthält: „Der Antisemitenbund, demsowohl Ehristlichsoziale, Großdcutsche wie Sozialdemokraten und Kommunisten angehören." Da muß der phlegmatischeste „Reichspoft"-Leser eine Gänsehaut kriegen! Den« warum mag, wohl der.raffinierte Jude,'der dem „willenlosen Proletariat jeden Schritt vorschretbt", die von ihm' „Be, hammelten just ... dem Antisemitenbund gusühren?" Auch daraus gibt dasselbe „RsichZfiost"-ASerü>Äatt Bescheid: „Warum? WÄl der große Christchrhause für den 'Juden zu blöd ist. Der Jude ist zu Besserem bestimmt: zum Führer dieser willenlosen Masse! Deshalb gibt der'Jude die Parole zur Bereinigung aller Proletarier au§. zugleich ckber'warnt er seine Rassegenossen, dieser Vereinigung' beizutreten!" Auch dieses Kennzeichen stimmt: Dem Antisemitenbuird gehört kein Jude offiziell an. Das kann aber den so . vortrefflich instruierten »ReichSpost"-Leser nicht mehr über de», orthodox hebräischen Geist dieses Bundes täuschen, und so wird er nur mehr darüber im Zweifel sein, worüber er sich mehr wundern soll: Hefter das Raffinement der weltherrschasislüsternen Juden oder über den l5i^s'ü!l:::,stSerfer seines „sittlich-eligiösen" LeiMatteS. Eine internationale Kutturliga in Prag Prag. 28. Msi, In den letzten Tagen wurde in Prag die Gründung der internationalen Kulturliga verwirklicht. Diese Liga hat sich die Aufgabe gestellt, die geistigen und physischen Arbeiter der ganzen Welt einander näherzubringen, jeden nationalen . Haß auszuschallen und auf diese Weise zur Verbreitung der internationalen Kulturgemeinschaft beizutragen. . ___ * A»zufriede«e Fraue». DaS ist rtner der ernstesten Md am schwersten zu entkräftigenden Einwände gegen de» so übermäßig stark gewordenen „Jntrllrktuälrsnms" der modernen Frau, daß die umfaffmde BildMg, dir BetatigMg auf geistigem Gebiet, die Berufsarbeit, daß das alles f» wenig dazu beigetragen hat, die Frauen glücklich zu machen. Sicherlich war a«H in stüheren Zette« »icht jede brave Mutter, nicht jede gute Hausfrau, die sich m ihrer Betätigung a»f den Familienkreis beschrankte, immer befiiedigt, schwamm utcht immer in rosenroter Glückseligkeit. Auch war gewiß das ruhigere Lebcnstempo, die Enge des Daseins, weniger geeignet, Konftikte zu schaffen. Aber selbst wmn mau diese Umstände in Anrechnung bringt, k«mn dieUnzufriedeuheit der modernen Fran gebildeter Kreise damit nicht ansreichend erklärt werde». Dabei ist die Mißvergnüglichkeit von ganz charakteristischer Art und gipfelt in dem Gefühl des HerabsteigenmüffenS, des nicht im vollen Werte Anerkanntsems. Jede dieser unbefriedigten Frauen betrachtet eS als eine nnverdie»^ DrwütigMg, sich um ihr Hauswesen, ihre Kinder, das Wohlbehagen ihres Mannes bekümmern zu müsse». Jede fühlt sich zu Höherem geboren. Gewrß, aüH die Mißvergnügte leistet, namentlich jetzt uuter dem Druck der Verhältnisse, die erforderliche Arbeit. After sie leistet sie mürrisch, gezwunge«, Md läßt durch Wort und Miene deutlich erkennen, welch' schweres Unrecht ihr damit geschieht. Ist sie wirklich für einen Beruf ausgebildet, so flüchtet sie, so rasch eS vnr geht, das heißt, sobald die Ktnd« nur ein wenig größer sind, in ihren Berus zurück, natürlich ohne sich darin wirklich wohl zu fühlt», Mil ihre wirklichen Interessen ja doch anderwärts lies». Die schlimmsten Fälle aber sind die t.«r asts-M^p .HtzchhKtchten". Sie fühle» da« Zevg zu. einer Serres . Nmstlefin, Forscherin, Gelehrte« « sich oder fi» träu»r» vLM Krankenpflegermuenberuf (das »ette, kleidsame Häubch» spiefti vielleicht auch eine Rolle i» diese« Traume»), vo» Aftikareise») kurz von allem, was mit ihren Hausfrosenu«d Mutterpfsichtm, nichts, °aber auch nicht das mindeste zu ttm hat. Zwingt sie damr >ie rauhe Wirklichkeit, einen Rudelteig;u kneten oder ein Znmner m.OrdNMg zu bringen, so haben sie das Gefühl schwerer, gerechtfei trgter Kränkung. Natürlich singt, musiziert, «alt, und rv besonders schweren Fällen, tanzt die unzufriedene Frau, aber eS ist nicht das richtige. .Ja, wenn ich mich dem ganz wrdmr»'. könnte, dann . .seufzt sie schwermütig. DerTyPusder ewig mißver-i - gnügtenFrau ist sicherlich lächerlich. After er hat auch seinen tragische» Einschlag. Denn diese Frauen sind einfach unter falscher- Bor-. , aussetzung erzogen: Unter der Voraussetzung, daß für die Frauen Bildung das Glück und den ersten Lebenswerl, dir werk- .. tätige Arbeit aber eine Herabmiude.rung bedeute. Wie die Männer i. zmücksinden müssen zur schaffenden Arbeit, so müssen die Fronen - zurück zur fröhlichen Tätigkeit im kleinen Kreise, des Hauses Md der Famrlie. Gewiß klingt das altmodisch — es ist dennoch der r einzige Weg zum stillen Glück. Es ist der einzige Weg, auf dem . die.»«zufriedene Frau" überwunden werden kann. - * Der tapfere Hejjas und der feige jüdische Soldat. Herr JvL» Hejjas, einer der besten Ossiziere Hvrthhs,.. -ersouisiziert sozusagen all jene Schrecken, welche au arme» unchuldigen Juden seit Jahr und Tag in Ungar» verübt werdend! Man könnte also glauben, daß der Manu, welcher kaltblütig 200 Leute in Orgovänher Walde hmrichte» ließ, auch sein eigenes Leben nicht besonders hoch einschätze. Daß jedoch die Tapferkeit dieses Helden, so wie aller seiarsgleichen nur so lauge ausreicht/ als ihm wehrlose jüdische Opfer gegenüberstehe», erhellt auemem offene» Brief i» Klausenburger „Uj Krlet", aus -welchem wir erfahren, daß Höjjas ei« ganz gemeiner Drückeberger war, ' der im Jahre 1914 anläßlich der Offensive gegen Lublin plötzlich an Rheumatismus erkrankte. Hinter der Front geriet er zwsscheis. unzähltge Verwundete, wo er auch den jüdrschen Soldaten^ i Grszkalja mit zerschmettertem Arme antraf.' .ES entspann sich zwischen dem spateren Terrorheldrn und. dem jüdischen Soldaten ein Gespräch und aus die Frage des Jodeu): was ihm rigrntlrch fehle, erklärte Herr Hejjas: .Gar nichts! Ich - habe. Rheumatismus gemeldet, doch wollte der Regimeutsarzt-dieK - nicht anerkennen, so begab ich rmch hinter die Front und; »tfi- ■ ins Spital. Ich werde doch «echt verrücke sein und meine Hau^-, aus den Markt tragen." Nun, Herr Oberleutnant Hejjas, frag, Giszkalay, der Amordes offenen Briefes, weitet: „Anschemenft : haben Sie zufolge Ihrer, der Rettung der Nation gelte»de» - Tätigkeit ganz unsere Begegnung vergessen, sonst hätten!Zre: es - wohl unterlassen, die Pogromistenfrage ins Land zu schleudern/ ob die Juden im Weltkrieg geblutet habe» oder nicht, da »eines. Wissens Rheumatismus »och keine« Blutverlust bedeutet.* * Das Salvarfangeheimnis — gestohlen. SdM Frankfurt wird gemeldet: Der Chemiker Doktor Baptist« , Reuter, der frühere Leiter des Salvarsanbetrieftes der Höchstttj Farbwerke, ist unter Mitnahme mehrerer F a b ry\' lat ionsverfäbren und - Bruch seiner , Kacenzver-- pflichtuügeu anfangs Mai nach New-Iork abgereist Md m di« Dienste eines amerrkanischen Unternehmens, das die amerikanische ' Fabnk von Bayer nach Eintritt Amerikas m den Ätieg übet»; nominell hat, getreten. Dr. Reuter war von den Höchster Farb< werken auf seinen Wunsch im Jahre 1920 pensioniert worden.' AuS - einem Brief Reuters geht hervor, daß er bereits 1918 mip einem holländischen Konsortium einen Vertrag abgeschlossin hat/ obwohl er damals schon den Vertrag mit Amerika in der Tasche hatte. Bei einer Hausdurchsuchung wurde reichlrches Material gefunden, das er aus Besorgnis vor der Zollkontrolle i» Deutschland znrückgelassen hat. Immerhin ist der Schaden durch die Fortnahme wichtiger Schriftstücke, d«e er nach Amenka gebracht hat, sehr bedeutend. BechaMMg politischer Adenteurer. Seit einiger Zeit; machte sich in W-ierr die Tätigkeit-mehrerer Konsortien von.' Personen benrerkbirr, die bernssknäßig s a l's ch e N a ch r i. ch t e über politische Vorgangs verbr^ileten, - um durch Verkauf derartiger „Informationen" bei verschiedenen ausländischen.Verivetüngsstälen des Inlandes unlairtere Uewimre zu erzielet. Am 17.d: M. wurde das Haupt eines dieser Konsortien inder Persorr des vielfach' tvegen Betruges abgestrasten Handelsangestelltrn Nnd ö l f. Mül ic-r, eines tschechoiflorvakischew! Staatsangehörigen, der sich falsch „Baron dduddy Wolfis,^ Chevalier de Lettire et he Kalnemose" namrte, verhaftet rmfr! dem Landesgerichta eingeliefert. Ein zweites derartiges Ko»- fchttiunk, bestehend ans dem Privatbeamten Stephan FejeK! Md drn gewesenen ungarischen Leutnants Konrad KardoS- KowalvVsky und Franz H a y din, verfertigte aus. ßfe* wirntsucht falsche Dokumente, durch die, falls - ftcr: Anschlag selnngeir wäre, ein in ungarischen Diensten stehender Metztleutnant als bezahlter Spion der. hiesigen i tschechischen Mission komprmnittiert worden, wäre. Arrch dresc: h^fiPersouerr wurden verhaftet. - * England erhöht die Posttarife. Aus L o n.d o u wird.,uns gemeldet: Die Besördkrungsgebühren für .Postkarten MM von 1 auf IVr, von Drucksachen pon,V» auf 1' erhöht. Für Auslandbriefe wurde der Tarif a»s SPe»n ethStzt. -- , * Gebt Zeitnnge« und Büchse de» Thaluzir»! Die infolge der Einwandernngssperre in Wien weilenden Ehalnzim leider: auch geistige Not und so ergebt au daS jüdische Publrknm die Bitte, ihren durch schwierige Lage erzwungenen Aufenthalt' in Wien durch.Zchendunq von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern, insbesondere in i ü d i s ch e r und hebräischer Sprache,! zu erleichtern. Die Sendungen sind zu richte» au das P a l ästrna-Amt z« Händen des Herr« G r ü n w e r k (U., Zirkusgasse 33). * Wetterbericht. In Westeuropa herrscht, trübes und! kühles Wetter. I» O e st e r r e i ch war eS gestern auch ziemlich ftewölkt, dabei aber sehr warm Md schwül. In Wie»' war^ eS gestern mittags gewittrrvrohend, «nter dem Einfluß südltcher Luftströmungen heiterte es sich aber nachmittags wieder auf. Vorhersage: Zeitweise stärkere Bewölkung, s e h r w a r «. Gewitterbildung sehr wahrscheinlich. * Der S»«merfahvpla»i»verLfchech0-SlowaKek. Dts Prag wird - gemeldet: Mit dem 1. Juni tritt in der tschechü-flowüklschen Republik die Sommerfahrordnung in. Kraft.- Der Schnellneg Prag—S. H. S.—Triest verkehrt dreimal in der Woche. Der Schnellzug Berlin—Tetschen—Prag—; Gmünd-Wien wird wie bisher täglich verkehren und auch weiterhrn eine günstige Schnellzugsverbrndung. -wischen Prag und' Holland. Wie im Vorjahr werden auch heuer vom 1. $URt an; täglich TmrchganaswüM zwischen Wien und Pistyan. eftentueJC« Trencstv'Teplttz. über Marcheggs-Preßburg. weitet «eirnal in der Woche Bcwerzüge zwischeu Wim und Karlsbad, Marienbnd rmd. Frauzensdad . über Gwüud—Budweis—Pillen verkehren. Meitm.wftd noch im Lanke doS JMi «ne nnn Miche Sch«ü-