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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-29 · Heft 839 (29.5.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 839 (29.5.1921)
Date
1921-05-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ÄnKllm; Men und Enden find: Plakate angeichlagen, in dme«Me>Stimmberechtig1en auf- Kesöchert wtthetz,.)'MMN:stw/-M-nn,stz-r-ett zur Urne zu gehen, rün für den Anschluß M^ stinimen. /MwhZ fand eine von Änhüttgttn aller drei poWsch'ea Pari'rirn Wuchte MasicnversaMMlMg fj«tt>: in welcher Redner aller Partchn Wr Teilnahme an der morgigen Abstimmung auffordrrteu. i." Nachmittags fand eine Sitzung der L a n deZregieruug statt, dir sich mit der Mühümrg des' Bundeskanzlers beschäftigte. Die' Sitzung brachte keine Aenderuug der Situation, zumal die Landesregierung pemlichst dararrf bedacht ist, alles zu vermeiden, wirs, der morgige» BvlkSaMmnnmg' airch nur den leisesten sffijielle» Anstrich geben könnte. Der Atischlutz unb die Entente. Mitteilungen -es Bundeskanzler» im Ausschuß für Ter Bundes tanzler hat güstenr der Sälzbarger LKUdcsregicrung eine telephonische Warnung vor der Veranstaltung der für h e u tc. geplanten Volksabstinunung ' zugehe'tt; lassen^ rn der . er mrtteilte, baß dq.6 Schiäial Heshrngärns .-gKsKhrM, erscheine, - urch daß eine Note Mä l re n S vqrliege, in.Per Oesterreich', .als- E.L e. m-c n t. b<>t: U. n o rH n un g w. Europa bezeichnet wird. Es sei auch bereits die Besetzilng^ vvn Bundesgebiet sowie die Einstellung der 'WeNßcDiyn angedrvht worden. Im Aus sch«ß ußeres wiederholte dann der Kanzler dieA 'MMMige», - wvbei er eine aktemnäßiga -DarstellüUg'.'Wr 'MgL gab. Er erklärte, die Regiemng müsse die Perautwort u n g für alle Anschlußaktionen a b l ehn c n. . Das ist natürlich ganz falsch. -Eine Regierung kann für nichts die Verantwortung aLtehnen, ivem gegenüber sollte sie das auch tun? Wenn eine Regierung zu schwach ist, 'ihren Willen durchzusetzen und das'Leben des Staates zu sichern dann, kann sie höchstens' -einif [ io* »ivren. ' . Dm Erklärungen der Regierung riefen, eine große Debatte hervor, in. welcher die, iZoMMfllÄkraten s^rrsp' Kritik an dör ^Haltung ber-Mg^rmng übten,, bereu SchwäM -Oesterreich;f m. diese Lage gebracht habe5'Die . DoKWMM>.M'iDn , ^..guf, den M:tikel 8$ des "-HesWMich im * Friedensvertrag. nicht borgesehen"ist,"-W'lKr''auch gerade, von' ihryin Standpunkt aus falsch.W Denn der Anschluß könnte doch nur als gemeinsartier Schritt möglich sein. Schließlich.aber' heguemtenMK sie.sichzü' der Meinung,'daß die Abstimmungen Mt 'un Lerüleiüen müssen. . .... .... in Ei« Telegramm Herbert Gamuels a» , Dr. Wertzmattv. ' ' N«W--VLrk, 25. Mai: (Jüd. Korr>Bur^)'.'Professor Äei-tz ma n n erhielt auf sein Telegräwm an:svn High Cv'mmissioner in Palästina, Sir > H e t b er t S a m uel, s-lgendd telegraphische Mntwort: - „Besten Dank für das in Ihrem" Telegramm und iü der Proklamation der zionistische« Organisation zum Msdruck gebrachte Wohlwollen. Ich/ schließe mich ganz der darin-ausgesprochenen Ansicht aü, daß die j ü d i s che Ä i. n w a n d e r u n g nach Palästina, welche momcchtan c!rngesteM ist, gänzlich von'den Fortschritten der für die ökonomische Entwicklung 'des Landes getroffenen entfpr.ech,e.ndeu .Vorkehr ungen abhängt.^ . Protest der palSstinenstschen IudenheiL segeu das Einwanderungsverbot. Jerusalem, 25. Mat. (Jüd. Korr.-Bür.) - In tute Sondersitzung des Waad Leumi (jüdischer Volksryt), welche sich mit der durch die letzten Ereignisse ge-' fchaffenen Lage befaßte, wurde einstimmig eine- Kesolrttimr. . angenommen, in - welcher die palästinensische - Judcrrheit dem High Eommissioner. Sir Samuel ihre - Entt.Lus.chung.uud ihren Protest wegen deriLiu-. stüllung der .jüdischen ■ Einwanderung zur Kenntnis bringt.....Die Judenheit- PalästümK — führt, die Resolution aus. ist, über hie Antwort der 'Ziegierung auf die Exzesse arabischer, Banden Lnangeüehm, überrascht.' Die' arabiMen Banden, überfielen die Jüdische, Bevölkerung M den Städten und Kolonien und statt der AuAuriser und Exzedenten hat der High Commissioner durch', sepre. -Levfüguyg' die Juden * gestraft {und , sie bannt in den. Augen der-.ganzen Welt,.rnSLesoirbeve der Araber, als ÄYchrLche.r,gMgndMpkt.' :Fy her Msoluti-on.wird auch. die'Haltung-:des L! n i e r s u ch n-u gs-tz e r i ch tes einer Kritik unter^oaen. i r Am Scheidemege. ß Profrssor Chcnm Weitzmann» Präsident der-zstmstifOr^ Organisation. ' / -- N e w - A » r k, ißr Mai^ . Wenn ich die Eindrücke meines mehrwöchigen Aufenthaltes in Amenka in wenigen-Dorten zusammettfassen sollte, müßte ich sagen: Seit dM Tage, wo die Situckion klar geworden ist und -rs sich herausgestellt hat, daß für weitere Verhandlungen kein . Raum ist, ist es mir, als wäre ein Alpdruck von. mir gewichen. Seit damals fiihle ich mich HW zuversichtlicher und optimistischer. Die Verhast die sich durch ungefähr drei Wochen hinU waren nicht bloß völlig steril, sondern sie hatten Ä demütigenden Charakter, so daß es selbst fürl duldigsten Menschen überhaupt schwer waD führen. Ick) habe mich emstlich bemüht, zu eiH^. ständigung zu gelangen, aber ich sehe ' jetzt - einMD es ein Ding der Unmöglichkeit war und P —DlMge die amerikanischen Führer den nationalm ZiMÄnus nichtanerkennen wollen. Das ist die Hauptfachs:- Alleanderen Argumente, die sie gebrauchen, dienen.-nur dazu, den wirklichen Zwiespalt zu maskieren. ' Es handelt sich im wesentlichen um zwei Reihen! freier, Tagen, von Fragen. Zu allererst das Programm - des«' Der 2. Simi — Fasttag für das Mische Volk. Kerusialöm, 25." Mai. (Jüd. Korr.-Bur.) Das Oberrabbinot Palästinas hat im Emveruchmeir mit der Zionist Commission und' dem Waad Lcumr de« 2-Juni dieses Jahres,'mit' welchem seit Beerdigung der Jaffaer Opfer dreißig Tage verstriche« sind,, zum. allgern e i n e u F a st, t a g für - das jüdische. Volk in aller Welt. proklamiert. Jeder Jude Palästinas wird an diesenr ,Tage zwei Schilling zur Schaffung eines Versorgungsfonds für. die Hinterbliebenerr der Ermordeten beitragent Diesem Beispiel soll «un' die.- Judenheit, inallen Ländern folge«. . - - '! Ankunft Werterer englischer Kriegsschiffe. Aeruslaliem, 25. Mai. (J-üd. Korr.-Bur.) Einige, englische Kriensschisfe legten vor Jaffa und Haifa an.- Verhaftung arabischer Scheichs. ^ZierastÜem, - 26. Mai. , (Jüd'. Korr.-Bur.) - > .Sieben arabische Schei ch s wurden in Jaffa verhaftet und hieher gebracht, wo sie als politische Verbrecher behandelt werden. Die Araber -in. Jaffa träten zum Pro.test dagegen in -den .Ausstand. '- - ' - Sokvlow aus dem Wege nach Europa. ' ZiSrüfirlr«, 25. Mai. '(Jüd'.' KorrMur.) - Nahum >S o i v'l o w hat Palästina verlassen und' wird '' sich morgen, den . 26. Mai in MMnhrien nach England 'einschiffcn. . . / . Berhaftrmg eines jüdischen Kolonisten. Jrrufaleuk, 26.'Mai. (Jüd. augesehener^ Kolonist von PeLath-.Tikwah,.H ,Abraham S ch a p i r a, wurde verhaftet. Die ganAL Kolonie legte bei: der Aegjexung schärfste Verwahrung -g^gen diesä Verhaftung ein und forderte sei,re baMge - Kfreiung/ ionismus. Die amerikanischen Führer haben in dem^ Memorandum, das sie mir 'vorlegten und das sie vonder Exekutive- - ihrer--Organisation bestäLigen Ließen,! programmatische Anschauungen - ausgesprochen/ . welche!' den Zionismus zu einer rein ökom)Mschen Be-! wegüng reduzieren und -ihn seines ganzen Mio-! Ualen Charakters berauben. Ich habe in deri Lussiön, diSses Problems MÜ den FichrSM des PneriH?'- yischm, Zionismus sowie mit. den HMH ' Är amerikanischen Exekutive den Eindruck gewönnen,! daß man ihnen unseren vollblütigen Zionismus nur! dann wird beibringen können, wenn man sie zümindestnoch ein Jahr erzieht. Die Herren lesen nicht,'-wissen nichts, denken sehr, wenig, arbeiten mit Schlagworten! Und stecken noch Lies in der A s s i nt tla t i o m Was' für uns das ABC ist, bedeutet für sie Offenbarungen.- Sie haben in den letzten zwei Jahren in der Agitaüow für den Zionismus mit - den alleroberflächlichste» Worten gearbeitet, mit Schlagworten ohne Grunds Me. Sie haben die zionistischen Erfolge zu Sensationen aufgebaüscht und es ist deshalb verständlich, daß fir» der Masieü eine kolossale Enttäuschung bemächtigtes wenn sie sich der wicklichen Tatsachen bewußt wurd«^ Und nur dadurch ist es zu erklären, daß die Anzahl der sogenannten zionistischen Mitglieder in einer sehr kurzen - Zeit von 150.000 auf 17.000 sinken konnte.1 Daß die amerikanische zionWsche Organisation finanziell vollständig -versagte, ist «W der ökonömischm Krise zuzuschreiben.' Denn dipaap Millionen, welche die amerikanischen Zionisten in deni letzten beiden Jahren sammelten» sind nichts im De« gleich zu den ungeheuren Mitteln, die man hier fÄ Palästina hätte aufbringen können, wenn man de« jüdischen Publikum hier die Sachlage in der richtige« Weise dargelegt hätte. -D Es gibt m ganz Amerika nur sehr wenige JT nisten in unserem Sinne. Was ich hier vorsand, ist Surrogat, an dem man nicht lange zehren kann. Wohl aber gibt es eine gewaltige StimmMg den Waffen und unter dem jiidischen Mittelstand, nicht ausgenützt wurde und von diesen Führem ausgenützt werden kann, weil sie nicht die Spt' der jüdischen Massen reden und verstehen. Die andere Reihe von Fragen betrifft Palästina' und unsere Tättgkeit in Palästina. Die Herren dar amerikanischen zionistischen Lettung unterzogen W Tätigkeit der ^Zionistischen Kommission" in P einer scharsen Kritik. Diese' mag teflweise der sein, aber es war jedenfalls - nicht eine Kritik von Freunden, die emstlich bemüht find, eine Beff herbeizusühren. Jeder Fehler, der in Palästina gem wurde, wurde in ungeheuerlicher Weise über ~ | vergrößert,. als Agitattynsmittel gebraucht, in Stabil und Land hinausposaunt, und dies hatte nur die eia« Wirkung, daß man Palästina überhaupt diskredstiertej Um die Männer, die in Palästina arbestey» -zu diskreditieren,' hat man die Palästina-Arbest das Land selbst m einem Maße heraog das einen erschreckenden Mangel von zioniW BerantVorilichkeitsgefühl bloßlegte und jeder Bes,

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