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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-28 · Heft 838 (28.5.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 838 (28.5.1921)
Date
1921-05-28
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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£L*:‘ 4 Wien.. Samstag Wiener.MorgenzstLung vnldes', die Müder und von nun an auch' geschlossene TranSpatte. von Lehrlingen und. Studenten, im Inland in ihren« Hermen Unterkommen und Verköstigung verschafft. Diese Miiou ist für den Henri gell Sommer für 20.000 Bi§ '25.000, - Binder gesichert' und wird dadurch aüsgestaltet, daß 'die amerikanische Aktion ci.ne tägliche Mahlzeit beistellt. Fortgesetzt auSgebaut wird jedoch die Hooversche Relief ^'ldnlinistration, die 400.000 Essenportionen täglich. <m Kinder verabreicht.. Diese Darstellung des RegierungsvcrtreürZ, dessen Allergie man viel Dank zollen muß/ leidet an dem Mängel, ' daß sie die Tätigkeit der heimischen Orgauisatton nicht erwähnt. Dies ist allerdings dadurch erklärlich, daß in unseren begüterte« Gesellschastsschichten jeder WohltätigkeitssinN erfwrben zu sein scheint. Dir haben dies bet Besprechung der Aktionen des ,Zvinr" öfters hervorheben müssen. Die südischen Reichen tun ihre Pflicht nicht. Von den österreichischen Bauern gilt das gleiche. , Die KohlenKrrse. Einschränkung der Indnstrie-eliesernng. Di: Kohlcnsituation bleibt infolge der vollkommenen Stockung der oberschlesischen Lieferungen andauernd e r n st. Eine gewisse begrenzte Erleichterung haben nur die in den, letzten Tagen eintreffendm vermehrten L i e s e r u n g e n s ch k ch i s ch e r Braunkohle gebracht. Jaernste Schwierigkeiten gerieten vor kurzem dir Gaswerke '»rr österreichischen Provinzsiädte. die biSnun ausschließlich auf li: oberschkesische Kohle angewiesen waren. Der Intervention österreichischen KohlenamteS gelang eS, entsprechende Lieferungen von Mährisch-Ostraucr Kohle zu erhalten, welche «is dahin nur zur Versorgung des Weener Gaswerkes diente. Vorläufig können der Betrieb der Eisenbahnen und die Quoten für den Kohlenvcrbrauch int Haushalte auch bei weiterem Ausbleiben der oderschlcfiichen Lieferungen noch 'ängere Zeit im bisherigen Ausmaß aufi echterhallen werden. Dagegen kann die I n d u ft r i e in den meiste« Fällen auf oberfchlestlche Kohle absolut nicht verzichten/ Hier ist also binnen lur-em mir starken Einschränkungen zu -echuen. , __ Der Süd-ahnerstreik vor dem Ende. Dir AuSsiand in den Beirirbswcibch'itten der Südbahn säuert vorlänfig noch unverändert fort. Die Situation wird abe? i* zuständiger Stelle wesentlich ruhiger beurteilt als vor dem Feirrtäg. Die Streikbewegung beschränkt sich nur auf die W e r k st ä t t e n a r b r i r e r, das Berrehrsversoual zeigt licht «11! keinerlei Neigung zum Anschluß au die Nusständigen, sondern hat sogar durch seine entgegenkommend; Haltung di« A n s r e ch t r r h a l t u n a des normalen Be r^ k r b r s am Feiertag ermöglicht. f Gegenwärtig sind die B e v h a n d t u u g e tt zwischen der Direktion der Südbahn uitb den Streitenden unter VermitR lang des BundLsmimsiermmtz für Verkehrswesen, im Gange. Da rivr wefentliche Annährenng zwischen den luiterfeitigen Stande nankien, erfolgt ist, ist mit einer baldigen Beilegung des Streiks rechnen. Bon neuen Bcrkehrscmschräukmigeu kann jedenfalls reich: die Red; sei». . Rene Forderungen der Bäcker. Erhöhung des Brotpreifes? Sei! einiger Zeit sind zwischen der Wiener Backergcnoficn-- schaft und der Organisation der Bäckereiarbeiter Verhandlungen1 bizügüch einer Neuregelung des Arbeitsverhältnisses im Gange. Die Arbeiterschaft verlangt vor' allem den Abschluß eines; K o 1 l e k t i v v e r l r a g r s mit Geltung nicht nur für Wien, sondern für ganz Niederöstcrreich. 1 Dir Lohnforderungen der Arbeiter wurde» der Bäckevoettosseuschaft erst gestern vormittags überreicht und gleichzeitig wurde der 13. Juni als letzter Termin für die Annahme angrsetzt. Die Stellungnahme der Unternehmer wird erst im Laufe der nächsten Woche erfolgen. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürften die Forderungen der Arbeiterschaft vollinhaltlich bewilligt werden» aber nur untre der Voraussetzung, daß die dadurch erhöhten Regien der Unternehmer in riner gleichzeitigen Erhöhung des Brotvreises ihre Wirkung finden. Hoffentlich wird die Regierung eine neuerliche Bertenernng des wichtigsten Nahrungsmittels nicht zulaffen. _ Diebstähle eines Ballarrarrgeurs. Eine Geschichte ans der guten Gesellschaft. ■ Die Gaunereien eines jungen Mannes aus adeligem Geblüt beschäftigen seit einigen Tagen die Wiener Pvlrzer. Der 23jährige August Freiherr von Fellner-Feldegg, ein sehr selbstbewußt auftretender junger Mann, der mit seiner hübschen Erscheinung und seinen vornehmen Manieren, und seinem eleganten Auftreten allgemein gefiel, lebte seit dem. Umsturz von verschiedenen Hochstapeleien, die von den Betroffenen ans gesellschaftlichen Rücksichten. geheimgehalren wurde«, bis sic jetzt allmählig «rfkamen. Fellner hatte es verstanden, sich in die Famitteeines steirischen Großindustriellen Zutritt Iu verschaffen. .Er machte sich hier, wie in anderen Häusern, als erfindmrgsreicher Gesellschafter sehr beliebt und itr.rfce zu allen Ballen und gesellschaftlichen Veranstaltungen zugezogen. Als die Familie eines Tages im Februar hier ein Ballfeft gab, war auch der junge ,^Saron" unter den Geladenen. Am Abend deS Balles gab es eine kriminalistische Sensation. Aus ihrem SchlafzimrnLr wurde der F-m: des Hausen ein Brillantenkollier im Werte von 190.000 SR’;:«: und eine : ".ngcr wertvolle Brosche auf unerklärliche Weife gestohlen. Zuerst wurde das Dienstpersonal verdächtigt, aber durch einen Zufall erfuhren jetzt die Bestohlenen, baß Fellner die Schmuckstücke entwendet habe. Sie erstatteten die Anzeige und als Fellner nach Wien kam, wurde er ver- Om tzM ftrtlli«» Muh Mg jltaafcftp ß1& »UttAAfi- - Mitteilmtgen ans^ dem Publikum. iSali Tabak Baruch Koffler Stanislau Kolomea Verlobte «0 1 - Wien, im Mai 1921. Zur Vermählung des Fräulein Klara Morowlfts aus Wien mit Herrn Baruch 5«skOfl aus Mähr.-Ostrau wünscht ein herzliches h^seltow Familie Horowitz "03 Wien, II. Feinster Sakkoanzug «£? K 4000 nur bei HEINRICH WEINBERGER, I., Slnsprstrassa 8 R8LLANTEN, Perlen, Gold, Silber, Platin «.Uhren kault und. verkauft 770 ETTER Botentnrmetr. 33, SHarlahilferitr. 98 EröSfäßiigS'AHzeigß! ÄsSS, ZrÄS ich im II. Bez., Ilotenstemgasse 13, eimSolB« U. Silber« warengeschSfi eröffnet habe. Kaufe, verkaufe, tausche uud übernehme in Kommission allerhand Gold- und Silbergegenstände und versichere reeller Bedienung. 4310 ABRAHAM SCHAPIRA und Bureaumöbel die grösste Auswahl X^eopold Stefnhart Wien, r., Blberatrasao Kr. 0 Sebreibraasehinenreparaturen rasch, billig and gut 15? TeL 4073/V1U I STÄNDIGE EXISTENZ können sich intelligente, fleissige, redegewandte isr. Herren oder- Damen durch Verkauf eines Artikels an Private schaffen. VIII., Skodagasse 15, T. 1. 510 wirklich gestohlen und das Kollier einem JiNvelier in der Inneren Stadt um 65.000 Kronen verkauft zu haben. Im Verlaufe der weiteren .Erhebungen^ kam zutage, bas; Fellner auch sonst, seine gesellschaftlichen Beziehungen zu mehrfachen Betrügereien und Diebstählen mißbraucht und selbst seinebesten Freunde nicht geschont hatte. Ms seiner Militärzeit her war er mit dem tjchecho-slowakischen Grosjindustriellen Werner Günther bekannt, auf dessen Schloß bei Jglau er mehrere Wochen gern gesehener Gast war.Jn dieser Zeit kam dem Fabrikanten auf imerklärliche Weise eine,goldene Tabatiere im Werte von 7000 tschechv-slowaki scheu Kronen abhanden^ Herr Günthep-Loimte es damals nicht übers Herz bring«;- seinen-; guten Freund zu..verdächtigen, bis er heute -bei einer Gegenüberstellung mit Fellner aus dessen eigenem Munde das Geständnis des Diebstahles, vernahm. Große Spenden für das Htlfswerk zugunsten der jüdischen Pogromopfer ans der Ukraine. . Zuhanden deS Herrn Oberrabbrnrrs Dr. C h a j e s hat Hrrr I. Gold sch m i d t das Ergebnis einer Sammlung iw Betrag von hl 23.000 erlegt, ferner erhielt Herr Oberrabbiner Dr. 'Chajes die Mitteilung eines Triestrr Freundes, daß er dem Hilfswerk den Betrag von K 600,000 überweise. Frau Jlla R s h a t y n spendrie kl 20.00O, * Dr. Leo Landau als Diktator in der „Polnischen Schul". Man schreibt uns: Wie Sie neulich berichtet haben, bat der vWdische Bekämpfer der Ostjuden Dr. Leo L a n d a n in der Vollversammlung der „Polnischen,Schul" eine vöstige Niederlage erlitten. Es -wurde damals die Hoffnung ausgesprochen, daß der Verlauf der Vollversammlung und die Haltung ihrer überwiegendm Mehrheit Dr. Leo Landau veranlaffm werden, von der A^ena zu verschwinden. Aber Dr. Landau denkt nicht daran und greftt zum.Auskunftsmittel der Gewalt, das umso beschämender ist, da es sich um die Leitung c'ures Gotteshauses handelt. Dr. Landau berief gleich nach jener Vollversammlung, in der ihm so unangenehme Wahrheiten ins Gesicht gesagt wurden, seine Getreuen zu emer Sitzung ein, ließ sich von diesen zum Diktator der ^Polnischen Schul" erheben und gestützt auf diese Anerkennung organisinte er mit Hilfe seiner Getreuen und unter ihrer FShrung ein Detachement von Anklägern, denen er den Auftrag erteilte, die oppositionellen Mitglieder, die sich in der Vollversammlung als solche gezeigt halten, zwei- bis dreimal täglich vor das Vereinsschiedsgerich t zu zitieren, vor jenes nämlich, das noch von der vdrjähngen GenerakversammlMg gewählt wurde, und ichließlich deren Ausschließang zu bewerkstelligen! ES will uns üedünken, daß Dr. Landau seine Machtvollkommenheit als Diktator der »Polnischen Schul" denn doch überschätzt und daß er seine Freunde aus purer Dankbarkeit für die Helferdienste, die sie ihm leiste», allzusehr berabwürdigt. Wo in in der Welt kann und darf eS Vorkommen, daß Mitglieder eines Vereines, wegen ihrer MeinungS- und Willensäußerung auf - der Vollversammlung vom DeremS'chiedsgericht zur Verantwortung gezogen werden? Steht ja bekanntlich die Vollversammlung über dem Vorstand, über dem Veremsschiedsger cht! Sie ist es, m der der Vorstand zur Rechenschaft gezogen werdm kann und in der jedes Mitglied daS Recht hat, das Verhalten deS Vorstandes der Krittk, mitunter emer „vernichtenden", zu unterziehen: wie es eben in der geyeuständlichen Vollversammlung gegen. Dr. Landau geschehen wäre, wenn er sich schuldlos gefühlt und seine Vertrauten nicht wie auf Kommando Skandale provoziert^hätlev. um die Herrm der Opposition am Sprechen zu verhindern! Unser BereinSgesetz sollte dem Juristen Dr- Landau nicht unbekannt sein und es wird hoffentlich möglich sein, solchen Ungrsetzlichkeitm den Boden zu entziehe«. ^Begründu»ser«e» Palaftr«a-A«tea m EzerNowltz. Da der Strom ta Chalvzim aus der U k r a r n a und Beßara.bien immer mehr seinen Weg durch die Bukowina nimmt, sah sich die Londoner Zentrale veranlaßt, in Ezernowitz» Mfttt «w britisches Üo^mat «nfctalp Üb «1, 28. Var 1921 Rr. 8 ftandi g .e s Palasti n-A « t zu errichten. Mit der Leitm» wurde Professor SilSerbusch brtrant. Die Chaküzhewegung »fi sehr stark. Zahlreiche Kwuzoth arbeiten auf den Gütern dn jüdischen Großgrundbesitzer und bereiten sich für Erez Israel vor. In der letzten '-'eit sind ungefähr 200 Emigranten der Grichp, A und B vom Palästina-Amt abgefertigl worden. In den letzten Tagen-ist der Z u st t o tn vom Osten sehr stark und das Palästina-Amt steht vor schwierigen materiellen Aufgaben.; f Konfirmation der Mädchen in de« Gemeinde-- tempeln. l. Bezirk, Stadttempel, Seilenstettengaffe 4: Sonntag den 26. d. M. um 10 Uhr vormittags für die Konfirmandinnen des I. Brzirlcs; Sonntag den 5. Juni um 10 Uhr vormittags! für die Konfirmandinnen des II. Bezirkes. — XV. Bezirk (Flink Haus). Turnergaffe 32: Sonntag den 29. d. M. um 10 UHU vormittags. — XVU1. Bezirk (Wäbriug), Schopenhaueistraße 39 i Sonntag den 29. d. M. um 11 Uhr voruultags. — XXI. Bezirk (Floridsdorf). Hokzmetstergasse 12: Sonntag den 19. Juni u»' 11 Uhr vormittags. Der Entritt in den Stadtttmpel kan» wegen Raummangels nur gegen Abgabe der Eintrittskarten gr<- stattet werden. Die Plätze für die Angehörigen der Konfirmandinnen bleiben nur bis sf4iO Uhr reserviert. $ * Todesfall. Gestern ist der nautische Direktor der Erste« Donau-Dampfschlffahrts-Gesellschäst, Karl Viktor S u p p a «, gestorben. > * Rabbiner Dawid Frankel» Nepolokoutz, Bukowina^ derzeit Wien, IX., Grnnetorgasse 13, ersucht uns. festzustellem daß er mit den wegen Falschstempelung vcrhaftcten Feiwcl und Herrnann F r 8 n k e l sowie mit deren Familie weder verwand noch bekannt ist. . J * Hebräischer Kl«b, 11., Taborstraße 1 ((NportakademKÄ verein). Heute um Uhr abends findet die zweite ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: Berichterstattung, Arbeitsprogramm für die Zukunft; Wahl eines neuen Ausschusses« > Eventuelles. J * Die Straßen- und Platzbenennung in Pretz^ bürg. Namens der deutschm und der ungarischen Bevölkerung Preßburgs wurde ein Rekurs gegen den Beschluß des SB«* tretungskörpers der Stadt Preßburg vom 18. Marz d. I. über die Aendenmg der Straßen- und Platzbenennungen m Preßburg überreicht. Der Rekurs beruft sich auf die Gesüble der deutsche^ und ungarischen Bevölkerung und wünscht die Entscheidung ein« Generalversammlung der Bürger. Das bevollmächtigt« Ministerium für die Slowakei hat den Rekurs als unbegründet verworfen, da das Gesetz nicht verletzt wurde, und den Beschl»j des Vertrelungskörpers bestätigt. * Wetterbericht. Heute tritt als Einleitung cm« Wettet v«schlechtern«g in ganz Oesterreich stärkere Bewölkung auf. Die Temperatur erreichte nirgends mehr 25°, doch war essehr schwul. Voraussage: Nachts ausgebreitete Gewitter, kühl, zunachsi trüb, zeitweise Regen. . 4 9 Die AutomobMstenfäLe bei Dt. Egyde«. Aus Wiener-Neustadt wird vom 27. d. M. berichtet; Das Verbrechen, welche? in der Nacht zum 26. d. M. durch daS Legen einer Automobilistenfalle auf der Triesterstraße nächst St. Eghden verübt wurde, bildet in der Bevölkerung von Stadt und. Umgebung, namentlich aber in Aulomobrlistenkreife»,. das ^agesgdspräckp Die hiesigen staatlichen und städtischen Pokized Behörden sowie die Gendarmerieder Umgebung arbeiten mi! großem Ester an der Ausforschung der Tater, welche in kurze Zeit gesingen dürfte. Die Ursache deS Verbrechens ist noch «ick klar. Die Täter scheinen*die Absicht gehabt zu haben, ihre Ovf zu berauben und sich des AutomobiS zu bemächtige». Ihr Pla mißlang, da der Chansieur Karl Tichh dem Tode entging nun rasch davonfvhr. Der Wiener Automobilklub hat eine Belohnung von ll.-10.000 für Angaben, die zur Ermittlung der fiihre« würden, ansgesetzt. . * Ei» Diebstahl bei« Bnrgtheater. Ebenso wie kürzlich! von den Kandelnbtt» vor der Op« wurden in d« Nacht zum SS. d. M von den Kandelabern beim Burgtheater zwei Blatt-i spitzen, je: 6 cm lang, ei» Teil ein« Blattspitze 6X6 vm lang und Festons, Blumen und Blätter darstellend. 30 cm laug «ndj 30 mm dick, sowie ein Widdrrkopf, alles auS Bronze, zusc X 15.000 wert, gestohlen. * Ei« Gendarmenmord. D« Gendarmmerahot mspektov R e r t e r und 'die Patrouillenleiter Stög er müi Gott w a l d der Gendarmerieexposttvr Scheueregg im Wechsel gebiet haben am 25. d. M. abends ihren gewohnten Patrouillen^ gang vorgenommen. Um etwa 10 Uhr abends stießen fie aaß ihrem Gange zwischen dem sogenannten Studentenkreuz und den Mönnichkirchenec Schwaiß. ungefähr *U Stunden von MSunichq kirchen entfernt, auf fcret Männer, die RucksLcke trug«. Das Männer waren vermutlich Schmuggler. Die Gmdarmerivl Patrouille rief die drei Männer sofort an, doch statt jeder Antwort .gaben die Mordgesellen ohne Verzug mehrere Schüsse aus ein« Armeepjstole auf die.Gmdarmen ab. Gendarmerieinspektor R e i t e r> erhielt einen schweren Bauchschuß und Patrouillenleiter Stögetz einen Durchschuß durch beide Lungenflügel. Patmillenleiter Gott^ wald blieb nnverletzt. Er riß seine» Karabiner von der Schulteej und gab in der vollkommenen Finsternis Schüsse .auf die flüchtenden- Mörder ab. Sie ergriffen unter Zurücklassung rinnt Armeepistolr und eines Filzhutes die Flucht und verschwanden i« der Dunkelheit. Die verletzten Gendarmen Reiter und Stög« wurden in Reltungsautomodilen in das Krankenhaus Wieners Neustadt gebracht, doch ist Rahonsinspektor Retter auf dem Transport seinen Vnletzunge» erlegen. Von de» Tätern fehlt zurzeit noch jede Spur, doch ist dir Nachforschung schon ausgenommen. 1 * Ei« Gauner, der Aerzte bestiehlt. In Wie» treibt sich wieder einmal rin Gauner herum, der Aerzte zu Opfer» ausersieht. Er kommt zu Aerzte», beruft fie zu nicht existierenden Vattenten und benützt die Gelegeubett, um Diebstähle zu verüben. So hat er den Dr. Albert R e t t i g zu einer Kranke» bemken und beim Weggehen im Vorzimmer einen Havelock um K. 8000 gestohlen. Den Arzt Dr. K n^o l l berief er ins HauS 1H.. RochuSgafie 7; er wurde aber in dir ärztliche Wohnung gar nicht gelassen. Da im Hause Ul-, RochuSgafie 7, niemand de» Arzt vemfen hat, ist es sicherlich auch m diesem Falle der Gauner gewesen. * DaS verbannte „God «ave the Klag-. Am 26. d. M.. abends um V.ll Ubr, entstand im Etablissement Wolf in Gersthof, daS jetzt von Michael Kopf geleitet wird, ri» Exzeß. Die Ursache war folgende: In das Etablissement wäre» mehrere Gaste aus der Schweiz gekommen. Sie hatten sich vo» der Kapelle die englische Hhmne („God «ave the King") anft sprelen lassen. Mehrer andere Gäste hielten die Hvmne für d« deutsche Hhnme, das »Heil Dir im Siegtrkranz", und hielten sich über daS von ihnen als »monarchistische Provokation" dezeichnete Musikstück auf. Ans eine« Wortgefecht wurde eine regelrechte Keilerei, die schließlich von Sicherheitswache geschlichtet werde» maßte. Die StrafamtZhandlung ist i« Zuge. * Der Anschlag auf die Berliner Siegessänl^ AuS Be r 1 i it wird gemeldet: Das Landgericht hat dm 35jährigcN Kaufmann und Schriftsteller Wilhelm Her^ug, der unter der» Name» Ferr schon rat ersten Prozeß wegen des Dynami^ Attentats anf die Siegessäule tritt genannt wurde und als geistiger Urheber «nd Anstrster des Verbrechens zu betrachte» ist, wegen Verbrechens arge» das Sprengstoffgrsetz «nd Hoch« Verrates zu a ch t I a $«.«.« ü»ch t h ajlä wtojfo,3m& maMum *»«*«1*

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