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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-28 · Heft 838 (28.5.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 838 (28.5.1921)
Date
1921-05-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Es liegen nur Zusagen von England und Frankreich vor.- Japan hat sich nicht geäußert, doch - ist von dieser Seite kaum eine Schwierigkeit zu erwarten.' Aber Italien hat den seinerzeit durch den Grafen Sforza erhobenen Einspruch noch nicht Zurückgezogen. ' Solange bies nicht geschehen ist, hat die. FinanzakLion keine Basis, auf der sie fußen kann. Das Zögern Italiens ist sehr leicht verständlich und erklärt sich aus . der großen Besorgnis, mit der jede italienische Regierung die Agitation in Tirol betrachtenmuß- Die plumpe Propaganda der Großdeutschen .-• für. bcn Anschluß hat im Gefolge der letzten Volksabstimmung auch in Italien Bedenken wegen der Ruhe in Südtiröl erzeugt. Die blutigen Vorfälle in Bozensirrd von denFaszipen erzeugt worden, einer Art weißer Garde, die eben bei den Kammerwahlen geschlagen : worden ist. Ahr Erscheinen in Südtiro! ist ein Symptom der Stimmung in Italien und. muß als solches gewertet werden,. abgesehen von seinem kriminellen Charakter, den übrigens Italien untschmfen Gegenmaßnahmen getmgsam. unter> mnistischen Ententeelemente versuchen- West. Hiep wie gleichzeitig in Deutschböhmen gewissenlos mü dem Feuer. Man kann den Friedenspertrag alsschädlich und sinnlos bekämpfen. Aber die unbedingt notwendige vie üttpanÄmgen wegen Aestungsm Die Antwort Oesterreichs auf den rnrKarischen Vorschlag. — Festhalten dem Friedensvertrag. . an Wie», 27. Mai. Die Politische Korrespondenz schreibt: In der Sitzung über die westungarische Frage vom 25. L. M. ist die ungarische Delegation mit einem Vorschlag hervorgetreten, der zunächst in der Sitzung selbst erörtert wurde nrrd später den Gegenstand der Erwägung der zuständigen österreichischen Faktoren gebildet hat, .Laut getroffener Vereinbarung istheute der ungarischen Delegation die Auffassung der österreichische« Negierung in Form einer mündlichen Mitteilung zur Kenntnis gebracht worden, die von einer schriftlichen Notiz begleitet war. Die Bundesregierung erklärt sich nach wie vor bereit, in Verhandlungen über den Verlauf des neuen Grenzznges einzngehen, wobei, de» ungarifcherfeLLs geäußerten Wünschen entsprechendwirtschaftliche und ethnographische Momente möglichst zu' berückstchttgen wäre». Sie mutz jedoch an dem .Stavd-nMb-rHosthartWAMst^'^sö^ .... ftmgen sich nur im N ä tz M r » ' d e?> Fr iedensverLrL ge und w r e d e rholten Entscherdn»ge » der BoLnnd daß daher nur o n e n der in den fchafterkonferenz bewegen i lokale Nektisikati Verträgen festgesetzten Grenz< i n P etr acht ko mmen kö»nten. Di« BunÄesregiernng glaubt hremit ihre BererLwrlligkeit zu einem Entgegenkommen bewiesen zu habe«. Sollte im Verlauf der innerhalb des im vorstehenden umschriebenen Rahmens zu führenden Vertzandlungen in betreff einer oder mehrerer Detattfragen eine Einigung zwischen den beiden Kompaziszenten picht zu erzielen sein, so erklärt sich die Bnndesregierung mit dem Vorschlag, der ungarischen Regierung einverstanden, eine Mediation der Botschafterkonferenz in Erwägung zu ziehen/ Selbstverständlich dürfte weder durch die in Rede stehenden Verhandlungen noch auch. durch sine eventneüe Mediation die nnmittel" Lar nach dem Inkrafttreten des Friedens- Vertrages von Trianon zu erfolgende Ranmung und Aebergabe des Gebietesverzögert werden? ';- --^' Anstcht, daß einer FortseKNng her Vertzanb *? lnngen unter den obige». Voransfetzustgen nichts' imÄ'ege stehe, und -erstechtz ihr so bald' als möglich eine Mitteilung hierüber zukommen zu lasten. / niemals erzwungen werden. Hixr kann nur der Weg her gchuldigen Verhandlrmg. helfen. Mn allerwenigsten aber üärf sich Oesterreich, dieses Wrackprodukteiner vermürt gewordenen Schere,, solche Extiavaganzen leisten. Sv oft die Anschlußbewegung größere Dimensionen anMMMt, zeigen sich .' sofort irttemaüonale Schwierigkeiten und .das Zuwarten. Italiens bezüglich seiner Reparation'ssordem^gen 'ist eine, solche Klippe. Die Gestchr dieser Treibereien, .die mit sehr großen Helhmiüeln . ms Werk gesetzt werden, ist eine sehr Quelle. Scheitert die Londoner Aktion,, so hat Oesterreich kein Geld. und kann den. Anschluß doch nicht durchführen. Vollzieht es ihn aber, so droht , ihm sysort der Verlust Kärntens und Westungarn, das. noch lange nicht, österreichisch ist, schwimmt für ewige Zeiten davon. Deutschland wurde durch den Anschluß dann etwa sechs Millionenüef verschuldeter Menschen bc Kommen, die es finanziell. polüisü).und wirtschasüichseinem bis zum Zerbrechen belastetenStaatsorganismüs eingiiedew soll..Was für Friedenszeiten schon, ein.fast unlösbares Problem wäre, ist'' unter dm heutigen VerhAtnifsen ein Wagnis, bei dem nstht allein die Einheit Deutschlands, sondern seine staäüiche Existenz der Einsatz wäre. Kommt es nicht zum Anschluß, dann entsteht gewiß ein Rattenkönig von Komplikationen für die Entente,aber auch für Oesterreich, besten Bevölkerung das schuldlose Opfer der Agenten des Etinnes und seiner alldeutschen Kompatrioten wäre» also doch die Genugtuung hätten von den eigenen Hetzern wieder einmal ins Unglück geführt worden zu.sein. Die Parteien des Nationülrates haben in ihren Erklärungen zu dem Finanzplän ihre Bereitwilligkeit ausgesprochen, die furchtbaren Steuerlasten parlamentarisch M sichern und dem Volke zu helfen, die schweren Tage doch mit gegründeter Aussicht auf eine kommende Bestenmg, aus eine Hebung der Währung und auf Stetigkeit des Staatshaushaltes zu tragen. Dann liegt die Verpflichtung, den Friedensvertrag zu achten, solange er zu Recht besteht. Das gebietet die Ehre des Staates, aber noch viel mehr die Rücksicht aus arbeitmde, sorgende Mmschen. Von der Rücksicht auf den Frieden der Welt darf man diesen politischm Schiebem gegenüber nicht sprechen. Wird der österreichische Kahn leck, dmm ist der Zerfall des Staates eine sichere Tatsache^ und weder Oesterreich nochDeutschlano wird daran Freude erleben. Wir alle würdm dann das Generalpfandrecht >u einer 'Form sf.hi?n, - die uns das Lacherr abgewohnt. Kabinettskrise in Polen. Die Regierungsbildung gescheiLert. -? KrvMr, 27.'Mai-(W'. P. G.) Ueber dv: Kabinetts-- krise wird den hiesigen Blättern aus^ Warschau Le- ' richtet:^ In deram. Mittwoch ab gehaltenen Sitzmrg- - der Obmänner-^der LandtagsKubs 'vrtzlärL'e --Minister- : I Präsident Wii o s/.diaß die Grundlagen/ auf.' denen rdie gegemv'ärtige^Mgieruttgraufgebuüt' wurde, - zu -bestehen i aufgehört habenlbeberdies VemnMdaSMAMUloÄ,-''dasigegenwärtig .dekompletiiert "ist, .nicht imehr : die Ber-? antwortiurg für die Leitung^ der-SiaatMeschäfte-.über- ' . nehmen. Mit Mücksicht-darauf ersucheer die Parteien - daß sie sich' bezüglich einer R-'eHu-Wsbr.irkrt.'iö n :dvs.- Kabinetts verständigen und ihm bis ssiätsstens Freitag ihre Entschlüsse mitteilen. Am Freitag: werdeer . unter allen l Umständen die D'e.-m-i'sis:iven:l:d:eK---'G«- samt M h i n e i.i s mnüeldien. Es ' falgte hierauf: eine? Debatte der Linzelnen Obmänner: Erlüsterpräsident Widos ergriff nach> einmal das Wort,' um-der.''Ansicht Ausdruck zu geben; imfj.'ißtoesi-a-r ktz--. R-etz:rvr ' gebildet werden müsse, die auf die''weitestgehende Unterstützung der Karteien rechnen dürW.^M^HbtzoW^j^Lß.7semer Ansicht nach eine, einfache Mko.nstruktwn -Lrum. * möglich sein werde, und daß er nicht d^Wsicht, habe, in der Mage., der.Kabinettsbildimg die., Jyitigtitoe,zu.. ergreifen' Es' .würhe,! schließlich - eine- Resvlüüon au'ge-. - -nonunen, in'der Winisterpräsihant Witas aufgefockert wird, nach erfolgter' 'Verständigung Härteren bje> Bi'Lmrg einer Kaalrtiy ns Ministerin ms zu übernehnren. Die .Beratiurgen. Ser Hartrien wurde!«: . gestern.und heute fortgesetzt. . . . Waesch««, S7. Mar. (Knnkspnrch.) Die Branche des I Mmisterprasidmten, ein Kabinett z« . bilden, scheite nt an dem Widerstand .der demokcattsch-chnstlichen Partei, an einer Regierung tellzmehmen, die sich fast ganz auf die Rechts- > -patteün stW.' '" " Deutschlands Zahlungen.!! Berti», 27. Mai. Mit der. Annahme des Londoner Ulti- > matmus hat Deutschland sich verpflichtet, die in Punkt S des t Zahlungsplanes der RrparationSkommcksio« vorgeschnebene Zahlung von einer MMe.rde Goidmari innerhalb -Äu- Taam nach. dem 8, Mm in. Gold , 'oder,.%ri-..-aueckannten Devism-hder^ in^.q deutsche» Schatzanweisungen - mit dvrimonatiger Lauszrit tzU: leitzm,', - Am 17. Mai halte dre deutsche-^Regierung.der.^RHr'yrKiorE-; lommission - zunächst die sofortige Zahlung von 156 Ml lH o-n m ■ G o'l'd in a-r-k fast ganz in ausländische«-.Devise«,-bi^iMischech.^' auf. Wunsch der Kommissio» i» Dollar konyertiert- «nd nach' NtwHor^. Lberwlesen wurden, angeböten. Vor Wgus. der... 25iägigenFüst sollte die Restzochluyg ..der 850 Millionen Gold-' marl erfolgm. Heute gehen 26 Schatzschemr . nach Pmr§ -ab - im Deirage von' je Ui Millionen Dallär.^/derrn Gesamtwert, rund.. 860 Wtillivuen Goldmarl entspricht. Den London Bedmguüge«' gkmaß tragen sie da§ Judoss-ament anerkannter dentscher Banke»! und find teils in London,' teils m Päris nnd. M m Rew-V-rll ' zahlbar. ‘ Oherschkefien uuter der Verwaltung ' des Bölkerbuudes. » ° » - Pari», 27. Mai. (HavaS.) Nach der »Chüags, Ttihmte^ l'vll ein Plan für ein imabhäugiges Oberschlesien mrtrr der Perwaltnng des Völkerbundes oder des Oberste« Rates ausgestellt worden senü Dieses 'Regimesoll sich, auf 36'Fah« erstreckru »der. solange davern, biis Deutschland snne ReparationSschukd bezahlt! hat. Nach Ablauf von 30 Jahren sei eine neue BolkSabstimchuag vorgesehen. Die polnischen. Einwenduugcn sollte» durch gehermr Versichrungen gegenüber der. Warschauer Regierung beseititzi i werdur, dasi' «ach 3v Jahre« die polmschen Juteresien gewahrt -würden. - '! > ' 2 Die Wirren in Irland.. , - Eine englische Intervention in Amerika. Londo», 27. Mai. (Wolfs.) Im NutechauS teilte L.e G r e e n w 0 0 d mit, daß seit de« 26. März 16.388 Patryucn amerikanischen - Fabrikats im Bezirk Dublin erbeutet morde«- feim. Giu Parloinentsmitglied stellte die Anfrage, ob «»gesicht6' der - Tatsache, daß sehr große Summen Geldes m de» B e i » i gte » S t a aten z»r N u t e r st ü tz « »gldes Feldzüge s zuguuste« vou M 0 r d ' » »H Anarchie gesammelt worden seien, energische Bvrsiettrmge« bei der amerikanischen Regierung gemacht werde» wllchch.':- arideres Parlamentsmitglied fragte, ob die Bereinigten Staat»» ersucht werden wurden, mitzuwirken, um die Eutsendung vo« Munition nach Irland zu verhüten. Grernwvod erklärte, er wochtz' mit dem Staatssekretär deS Auswärtigen darüber' berate«. t ,k|

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