Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 835 (25.5.1921)
- Date
- 1921-05-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Die All iie rten müßten sich auf Grund des Akten m a t e r ials a u sspreche n. wie dies in allen anderen Fällen geschehen sei. Die Gerechtigk eit m n s s e siegen undan dem Tage, an dem die Gerechtigkeit siege, werde Oberschlesien - von der Anarchie gerettet - sein.' (Beifall.) Briand bespricht hierauf den U t s p c u n g d e r polnischen Unru h en und. erklärt, die Polen seien erregt 'gewesen,, weil. sie. geglaubt hätten, sie sollten das Opfer des Londoner AbKommKs fein. Von London aus habe er angeordnet, daß sofort dem französischen Vertreter in Obecschlesien telegraphiert werde, alles, zu unteruehrnen, was in seiner Wacht liege, um die Ordnung' wiederherzustellen und uck Mepschhnleben und Vermögenswertezu schützen. Hätte inan Blut ~ V vergießen sollen mit Tanks Md' WitrailleMn?^ Frankreich habe. 24. Mai. (Hgvas..) In >der heü- Kqmmersitzmtg wurde ' die. Beratung der InLerpellatiypen.Wer die.auswärtige Politikfortgesetzt. Kie sozialdemokratischen. Abgeordneten Moutet und Blum brachen eine In1erpe.lla.twn überdte Ereignisse in Oberschlcsien ein. Der Präsident der Klammer fragte, ob , diese .Interpellation, mit:den anderen vorliegenden Interpellationen über den gleichen Gegenstand verbunden werden solle.. Ministerpräsident Briand, erklärte,' es wäre nicht diese. Interpellation mit jenen zu verbinden, die sich aufdie auswärtige Politik int allgemeinen beziehen- Infolgedessen wurde die Wetterberatung der Jpterpellationen fortgesetzt, . , Der französische GLantzpunkL in der o-erschlefischen Frage. Ministerpräsident Briand, der sodann das Wort ergreift, «klärt, er begreife 'die- ^Erregung». die sich angesichts der 'Ereignisse in Oberschlesien int Laude zeige. Während der Beratungen über .bj?ii Jnebtttsvectrag Hahir eine intiycalliette KonunMvtt'W''wbe-rschlesiHe. üöefinMlt -wochßn/. '.'daß danns in. Geg-eMorschlägen, Anspruch Ms düs.Hebt« erhohM hcM Der Oberstc Rat habe alsdann' Veit Interessen Pölens entgegen eine: Bol^abKmrMß^ugesaffen,-um'.das-MM'PolenKztt; rechtfertigen. Die Polen hätten.- fiarftc“' Gtünd'e gehabt, »Ü glauben, daß Oberschlesien: ihnen Zufällen, werde. Bei der -Abstimmung aber hätten 180.000 Deutsche, hu :, in Osterschsesien geboren wurden, mitgestiMmt. Frankreich habe immer gewünscht' daß der Friedensvechcag loyal aüsgeführt werde. - Rieinald habe es die Absicht gehabt, Polen Gebiete zuzuteilen, dis an die Deutschen abgetreten werden -müßten. Nach dieser Richtung sei er mit dem englischen Premierministervollstänoid einig. -- Dberschlefienr.- :-sei - ..memals^Mn deutsches- Land - gewesen. ' Die.englischen^-/und.-,.: di«^- deutschen Autoren und auch der deutsche Atlas bekundett. dies^ Oberschlesien föi vor^ 600 Jahren - durch Gemalt, za' Deutschland >^ekotnmen. Der- Bertrag- :.sagt, - daß - die Grenzbestimnmng ntach geogrÄphiWen Wckjichten seüosfen -werden - müsie. Es wäre also Keine gerechte Abstimmung,- wenn ein Unterschied zwischen detl aMen und den reichen.Gebieten gemacht-werden soll, zwischen - den Stimmen der polnischen Arbeiter und denen- - der reichen Deutsü)en. Wenn in den Grudenbezirkett die Pomischen'ArbeÜer dM Mehrheit:Äer-Stimmen hätten, dM' nckßtendiese Stimmen.-.hei -dem HotuW den Msschlag geben - (Beifall). Er sage. dies, nicht in. der Absicht, zu lpolemisieren. denn : unter -AllimEt.. M-Me, man sich in Rühe auseinandersetzen nnd dürfe .keine Hintergedanken haben. . Cu . n ' Wenn man einem - Lande w i c. P o! e n d a s. Le b en g e g eb e n h a b e,.jo sei es nur daß mim auch daran denke, ihtn die.Ertstenzmyglichkett. M geben. Von diesem Wunsche: beseelt, hatten-die Alliierten Polen einen Zugang zum Meer gesichert. Das genüge aber nicht. Wenn .ein Land nicht die Mittel zum Leben habe, dann. sterhe .es oder faste der Herrschaft dev Nachbarn anheim. ^Im Bergwerksbezirk von Oberschlesien - hätten die Polen nicht : nur,> die Äesamtmehrheit,: sondem auch die Mehrheit nach> Gemeinden, erlangt. Der Kommissär sei also berechtigt Seweftn, seine Konklusionen zu unterbreiten, wieer es Mn'hübe.^ . . i Me^Lori-oner Konferenz, Der Ministerpräsident kommt sodann aus: die. Londoner- Küttsetttz zu sprechen und erklärt, cs seien sirder" A ü-f s a s-s u n g - Fra n k r e i ch'S u« d Gr o ßb t*ii q u n i e n s U u te r sch i e d e ' aus- Srtovcht. die emasder EmBnuaen rmvwgtzch Der polnischeit Regierung habe man tnitgeteilt, daß ihre^Landsleute sich ins' Anrecht setzen. ' Die polnische die verlangten Maßnahmen ergriffen, die Worte Lloyd Georges; feien falsch aus* und* schlecht übermittelt worden. .(Ironische Zwischenrufe rechts.) Briand' fordert bie) Kämmet auf, den Takt, den eine derartige Debatte verlange, festzuhalten und fahrt sott: Die Wo r t e Lloyd G eo rges hätten,falsch übermitte.lt,.die den t s ch e.P r esse u n d d i e Al! d e u t s ch e n g l a u b o.n m a ch e n können, er habe . D' e u t f chland au f g e/f o r de rt, direkt in Oberschlesien etwas zu unternehmen, eventuell-die Reichswehr dort einrücken zu lassen. Briand 'erinnert an die Erklärung, die er.zu einer Zeit, wo das Parlament nicht tagte, in aller Oeffentlichkeit machten mußte. Er habe Deutschland zu verstehen gegeben, daß wenn es Truppen nach Oherfchesien entsende,'mozu. rvie er wisse Geneigtheit bestanden habe erjtste Ereignisse dadurch hervorgerufen würden. Briand lobt den Reichskanzler Dr. Wirth. Nachdem - fiM d«..Ministerpräsident üb« die. letzten Ereignisse verbreitet hatte, erklärte er,., daß der. deutsche . Legationscat von Mo l t K e nach einer Unterredung . mit. der, interalliierten Kornmission In-' Ztruktionen erhalten habe, die bereits befolgt worden lssien./ Derv K.-anrps- .-sei eingesiellt nnd.Hie^ R'M h e w i c b e r her g e st c I l t. Auch der franzö- -fische Botschaster ^.in London habe Instruktionen er* i haltemEr selbst habegeftern-vern deutschenBotschaster ge- ' beten) ihm - einem Besuch abzustytten. Er? habe aus : den Ernst: der augenblicklichen Lage hmgewiesen und erklärt, wenn nicht in kürzester- Frsit- - Pie cheufschem Äbteil?ingen entwaffnet urrd die Urheber der An-. Werbungen: nicht, nach dentdeuy'chemStNsgesetzperfolgL: würden und werm die deutsche Regierung nichtdieoberschleflsche: Grenze. sperre, dann könnte die Lagegefährlich werden. Heute in den frühen Pormittagse stunden habe die deutsche Regierung / rmtgeteiit, daß alle Maßnahmen angeordnet seien, und daß die ' Zeitungen, die gehetzt haben, verfolgt wjirhen. Es sei auch mitgeteilt.worden, daß der preußische Minister, des Innern Sicherheitspolizei entsendet habe, - um: die gegebenen Instruktionen aus führen .zu.lassen. Sie ' können mir, erklärt' der Ministerpräsident, sagen, daß das.Worte sind, und daß wir seil zwei Jahren schon viele Worte gehört haben. nicht befolgt wurden. Aber heute denke der Ministerprösideni loyal Mn der deyMM RegiLruns Md von Dr. Wirth, der cm der - Spitzeeiner Regierung stehe, die - sich aus einer, anderen * Mehrheit im Reichstag als die letzte Regierung ziisammensetze. Bis jetzt habe D r. W i r t h B e w e i l e g r o ß e r 2l u f r i ch t i g Leit u n d L o y a l i t ü t erbracht, er habe seine Versprechungen' gehalten und er (Briand) -werde nachher bei der Besprechung der Londoner Beschlüsse ' darauf zurückkomritPi. Dr. Wirth habe nicht nur die Verpflichtunoen'übernommen s o n d e r n auch - b e g v n?n e n, -' s i e - a us zu führ e n. Frankreich habe die Macht, Mt-: esihnl gestatte, Vertrauen zu haben. - (Lebhafter^ Beifall.) Er müsse die Behauptung zurückweisen, die Regierultg habe Frankreich in. eine ermedrtgendei Lage- -' gebrach!. Er freue'sich: über die bewunderungswürdige' Haltung der öffentlichen Meinung,.- Sie habe chegrifsen -' daß die.Interessen Frankreichs, gut.vertreteno stiem - (Lebhafter Beifall links und. m. der Mitte)..):' Die Drohung mit -er Demission. Der Ministerpräsident erkläch sodamh er - habe seine Politik erläutert. Er übernehme s e'i n e P e r*' *a n twortu n g, die Kammer inöge die ihrtge übet^ nehmen. Sie 'miJ g e w ä h l e n zwischen /seiner Politik oder'einer anderen; die andere Politik wolle er Moch<? -yiW/ miünachen ohne zwingende Not-.- wendigkeii.'(Lebhafter Beifall links und in der Mitte/? Was die Sicherheit Frankreichs betreffe,' behütte sitt^' der Mmisterprüsident vor, die erforderlichen Druckmittel zu gebrauchen^--wenndie Deutschen ihre-- B«-,.; -pflichtungen micht «Mensollten. WeMMn^-HWerA'. HMMFrage^^gestMse^-dmch-MWEMDk^ das GWM/denMerbündtzten mitgetM sein, Me Garantien 'sicherAtlstellett. (Lebhostet'PöiM! links und m der Mitte, Der. Ministerpräsident-wich sorttvährend durch ironische Awischenmse der Mchlestr Mterbrochen.) Erhabe, den Jahrgang ^'1919 mvbWert,'. aveil es unerläßlich gewesen sei. - . -i / .'! ' Me deutsche Krise, :: - . —^Wien. L. Mai. Die deutsche Regiemng ist noch iM« nicht/zur- Gänze gebildet. Das Finanzressort ist noch vnoesetzt Das ist nicht weiter üerwundttlich, denn die Schwierigkeilen,-vor die die deutsche Finanzverwaltung - durch die Annahme der Londoner Verpflichtungen gestellt' wird, sind so groß, daß sie sich nur in ein« vollständigen Harmonie/ zwischen innerer Politik und Wirtschaft lösen laffem Daran aber fehlt es, und Me Bei- - sicherungen der Regierung, daß sie ihr Wort halten' werde; helfen ' nicht über - die. '-allgemeine -- Mtlösigkeit hinweg. - Die Regierung Fehrenbach- Simons ist das Kabinett der deutschen Volks*! . patter gewesen. Ihr dem - Zentrum - entnommen« Einschlag ist kaum zur Geltung gekvrmnen. Ihre Hal- -tting zur -Entente war durch die Prätension der : ' Schwerindustrie und der nationalistischen ' Kreise.: b'e-. -dingt und mußteeine^ Niederlage -nach der'anderen- 'ksttbeisühreü. Die - neue -Regierung slM -der ob«*^ :schlesischen Komplikation gegenüber, > an dechn Beginn - sie schuldlos ist, deren Verlauf aber wieder 'zeigt, wie' sehr ihr' die Revanchedemdgogie' über den -Kops ge- "" ' " ' - tW die Revanchedemägogie' über den sropl gewachsen ist. Deutschland-hat - die Bemühmtgen GnMtw° : und Italiens, zuerst zü einer Entstellung des Äütver-'! gietzens - zu gelangetr, -durchkreuzt - Und die -.BrllMM ' vÄt Freiwilligenformationen «st angeboM dacht''aber geschehen lassen. And da man in^Frankreich' die oetlffchen Schußorganisationen schon stit gerLücher Zöft'! mit-großem Mißtrauen -beobachtet, -konnte -es> nicht - fehlen, daß 'schließlich Briand m einer neuen Kate- '; gvrischelt Form die Einstellung deMdentschen Mstungerr-; erzwungen hat- Fteilich ist auch die- UnsttmckigkM %\i* der Entente viel Schuld an der Fortdauer der -rvildens Anarchie in Oberschlesien, die den Charakter öer' : Vandirnkämpfe angenommen yüt- und an Me.Gerten, her Balkan-Komitatschis erinnert. ' - - ' ' - Innerpolitischist-aus'der Verzögermtg dsr-Kabt-' ne'ttsbiltzuNg -'zuerkennen»' iwie 'weit» Äie'. .^MtteM^ Zersetzung gediehen ist. -Die auf allen Gebieten -ge-' schlagene Volkspartei führt ihre Doppelzüngigkek fort. Strefemann, der nach dem Reichskarftlerpysten' strebte^ mußte! uni« dem Eindruck des Londoner Ultimatums mied« zurück, ab« er spricht rokMi woi der Beteiligung' an der Regierung. Er an«kennt die GleichberechügünKder MeWestMziMen, Ms w\ (imt