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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-23 · Heft 833 (23.5.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 833 (23.5.1921)
Date
1921-05-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Mai über. die Rekrutierungen für Schlesien dahin beantwortet, daß auch nach Auffassung der deutschen Regierungen die Anwerbung von Freiwilligen für Schlesien und die Bildung von Freikorps oder ähnlichen Formationen unzulässig^ ist. Bereits am 19. Mai ist sie in einem Aüsrüf^ derartigen Bestrebungen entschieden entgegengetreten. Schon vorher hatte das Reichswehrministerium : die zuständigen militärischen Stellen nächdrücklichst angewiesen, .daß. die Bildung etwaiger Freiwilligenformationen mit allen Mitteln zu verhindem sei, um das Wiederaufleben des Froikorpsunmesens im Keime zu unterdrücken. Die deutschen'Behörden werden mit Mßter . Strenge .gegen, solche IWerbuyM .und AWmMMMWPNMMgMn.H^AMch: MMe Gerichtsbehöryen sind angewiesen, ' yön hen Destiminungen ' des Strafgesetzbuches unnachsichtlich Gebrauch zu machen, und zwar namentlich auch gegen Zeitungen, in welchen Werbeinserate erscheinen. In Fällen, in denen sich Freiwillige bereits zu Freikorps zusammengeschlossen hüben sollten, wird Heren Auflösung durch die Landesregierung erfolgen. Um den Zuzug von Freiwilligen nach Oberschlesien zu verhindern, - sind Maßnahnien im Gange, durch die die Grenze - des Abstimmungsgebietes für sie gesperrtwerden soll. '/ Die polnische Regierung gegen die Reichswehr. ' W ar f «hau, 22. Mai. (Tel.-Komp.) Die polnische Negierung erklärte, daß der Erncharsch deutscher Reichswehr irr Oberschlefien für Pole« de« K r i e g s f a 1 l bedeuten würde. Fünf Jahrgänge der pyl- «rfche« Reserve bleiben neben der aktiven Armee in erhöhter Bereitschäftssteltung. Frankreich verlangt eine ZnterVention in Berlin. Paris, 22. Mai. Die, Agence Hava8 veröffentlicht folgende. Note: Der. französische Botschafter Graf Saint-Aulaire hat gestern im britischen auswärtigen Amte einen Schritt unternommen, um eine emeinsame Jnsiervetttion derBerhüneten in Berlin herbeizuführen, damit. die deutsche Regierung aufgefordert werde, der' E'n t s e n d u n g v o n FreiwiIltgen nach Ob'erschlesien ein Ende zu setzen. Der französische Botschafter betonte die Notwendigkeit eines engen Zusammenwirkens zwischen den. Mitgliedern der Interalliierten Kommission in Oppeln behufs Wiederherstellung der Ordnung, was durch eine Kollektiv-Intervention bei den Änfrührein, erleichtert werden könnte. . v Wie gemeldet wird^. .wM^Her'Oberst. Percival nicht in Verhandlungen mit den Ausrührern eintreteu, weil dieses-Vorgehen dahin führen würde, die Ausrührer mrzuerkenneu. London, 22. Mai. (Havas). -Der französische Botschafter überreichte gestern abends eine Note, betreffen> Dberschlesien, worin dargelegt - wird,; daß sich -bi;> Lage angesichts des Verharrens der deutschen.Abteilungen m ihrer Haltung, ihrer ständige». Verstärkung, der geistigen Verfassung der Arbeiter, die . sich dem B y l.f.H.ewismus zuw end e n, und der Schwierigstiteu' einer Vermittlung zwischen dein Vollzugsausschuß der polnischen Bewegung und den Deutschen v e r s ch a rs e u k.ö n n f c. Die Note verweist aus die Notwendigkeit/ciner^ vereinte« und raschen Intervention der Verbündeten bei der deutschen Regierung wegen Durchführung der von dieser angekündigten Maßnahmen und enthält das Informations- Material, das die Anregung eines gemeinsamen Einschreitens rechtfertigt. Englische Infanterie nach O berschlesie«. Berlin, 23. Mai. (Tel.-Komp.) Wir die ^Betlmer Montagspost" ans zuverlässiger Quelle erfahrt, find im Lause des gcstrio.en SotmtagS vier Bataillone englischer Infanterie nach Oberschlefien gebracht worden. KsttSwitz. Oppeln, 22. Mai. (Wolfs.) Hente gelang es . dem deutschen PleÜiszitkommissär Dr. Urbanek, Oppeln zu erreichen. Er erstattete der interalliierten Kom- Mission einen eingehenden Bericht. Die b e l a g e r t e n Städte sind auf das schlimmste bedroht. Es bestätigt sich, daß , der Stadt Katto witz" gestern ' abends, durch die Polen die Versorgung' mit Wasser und Licht unmöglich gemach t worden ist. Deutsche Berichte. ' Berk«, .23. Mai. (Teh-Konrp.). Im „Berliner Lokalanzeiger" werden über die Kämpfe bei Krappitz und Annabexg folgende Cinzelheiten aus Krappitz gemeldet^ Die Stadt ReüstM. Mrde . von steiwilligen ohne Artillerie mit wenigen MaschinengeweHren genolyyren,' Exbeutet würden .5 polnische Geschütze und über 20 Mflfchmengewehre. Die Verluste sind beträchtlich, da die Heimattreuen, als sie die'drei gräßlich verstümniesten Leichen ' der Apobeamten sahen, nicht mehr zu' halten wären und mit Messer und Handgranaten drausgmgen. Geuera! Demariurs bleibt in Oderschlesieu« . Nom, 22. Atai* Die „Aaenzia Stefani" dementiert die von Berliner Blättern gebrachte Meldung, wonach GeneralDcmariniZ aus Oppeln abberusen werden solle. Demaüms. dessen ruhige Enischlossenhett. .die Regierung würdigt, m&Icun ans seinem Postm. ___ Eine vernichtende Kritik der Friedens- Verträge. Genetal SmutS übet die künftige Politik Englands. Kapstadt, 22. Mai. (Psuter.) Vor seiner Abreise zu der Londoner Konferenz dev Ministerpräsidenten der britischen Dominions erklärte General Smuts in den vereinigten Häusern des ParlamentSf -die Politik i Südafrikas sei darauf gerichtet,- den »rvirklichen Weltfrieden' zu sichern. Dem Vertrage - von Versailles .sei ein solcher Friede nicht gefolgt. Bezüglich der Reparationsfragen hofft General Smuts, daß diese nun geregelt werden' Md daß d,as aufrichtige Bemühen Deutschlands, ’ feine Verpflichtungen zu: erfüllen,. jeden Teil des Friedensyertrages in Zukunft ausführbar machen werde. Die Besetzung eines Teiles von Deutschland auf lange Zeit hinaus und die Möglichkeit, daß weitere deutsche Gebiete in Zuklmst besetzt werden könnten, eröffne die Aussicht auf endlose Unruhen. -Die R ege lu ng im Q st e n besonders hinsichtlich Pole n s, scheine einer' b e-' ^sonderen Prüfung zu bedürfen. - Sowohl die Regelung der. westlichen wie. ^die der östlichen Fragen . durch öeu Friedensuerteag bilde eine reiche Q u.-e l le v o n U n r u h e n. Wenn nicht' ein sehr ernsthöfter Versuch in elfter Stünde .'gemacht^ wWe, mm . die Wtze richtig zü?.erfasse« imd) dev' wahren .Frieden äüszurichten. - werde <in her. Tat die Zukunft der Zivilisation in Europa sehr schwach sein, s? ■. SWtzSfHyh-.fM«:HMyr, daß es.Mr?.das britische i Reich unmöglich ^.sei^ ffich zweiter in diese- Wirrnisse^ in . Europa' verstrickeil.Er sei deffeff g'echist, daß. jetzt d'se Z eit g e k o m m e u sei, wo has.>b r it i s ch e. Reich b i e g r v ß t m ö glichen'. An st r ew .gu n ß c tt m q ch en in L ßt e,-ümDch: dne sien U n r u h e n z u c n r;i r h e'n, und danach zu trachten, eine ^kedenspviitikanidemKonüuerftMördern. Dr. Benesch' Reise «ach London, j Prag. 22. Mai. Die »Tribuna" meldet, daß' Minister Dr. Benesch seine Reise nach London am 28. d. M. antreten und erst am 15. Juni nach Prag. zumckkehren werde. Dieser lange Aufenthalt im Ausland dürste nidjt nur den Beratungen über die Aenderung des Völkerbundstatuts, sondern auch den Vorbesprechungen für den vielleicht schon bald adzuschließenden Handelsvertrag mit England gellen. Zweifellos werde der Minister auch mit den englischen Staatsmännern aktuelle internationale Angelegenheiten, so besonders die o b e r f ch l e s i f ch e F r a g e, besprechen und sich auf der Rückreise in Paris anfhalten. Uebrigens gedenke Dr. Benesch noch vor seiner Abreise am 25. d. M. im Außenausschuß des Abgeordnetenhauses nähere Aufklärungen über die Zwecke seiner Reise zu geben. Der jugoslawische Regent ans Reise«. Belgrad, 21. Mai. (Serbisches Preßbmean.) Regent Alexander reist heute in Begleürmg des Ministers des Innern Drafkovic nach Paris ab, von wo er sich auch nach London begeben wird. Der Regent wird, drei Wochen abwesend sein. Bbrtige Vorgänge in Angora. Athen, 22. Mai. (Agence d'Athenes.) Nach emfr' Meldung des Blattes „Elefteros Typos" aus Konsiänti-! nppel-sei xssin den.Sträßen von Angora zu Zn- ' sämmen.flößen gekommen, wobei General Nnvi, er» MuW E nv er Paschatz) .g'et ö ktt worden ser. ' Zahl-" reiche Personen seien verhaftet und mchrere gehnrkt worden.5. Angarische DneKnffären. E Budapest,. 22. Mai. (Ung^ Tel.-Korr.-Büc.) Die Kartellträger in der zwischen dem MinisterprSsidenterr Grasen Bethlen und dem Abg. Szilagyi entstandenen ^ritterlichen' Äsfä're* sind heute: nachts zü Verhandlungen zusammengetreten. Die Angelegenheit wurde auf f r i e d l i ch e m W e g e ausgetragen. /; Die zwischen den Abgeordneten der Näiionalvek'. sammlüng' Dr. 'Szilagyi und Dr. Andreas Z.sie-' linfzky entstandene Ehrenaffäre ist heute vormittags - durch ein D n e ll äusgetragen worden. Dri. Szilagyi erhielt an der Stirn eine 7 Zentimeter/ sem^ Gegner an der linken Gestchtshälste eine 12 Z ent i-' meter lange Munde. Tiroler Landtagswahle« > Annsbrurk, 22. Mai. Bei den henügen Wahle» für den Landtag wurden in Nordtirol für die Tiroler'. Volksp ftr t ct (ChristÜchsoziale) 67.938, für die Groß-; deu.tsch e V o lksp ar tei 12.698, für die S y,zia l-' - d^iü o k r a t e n 24.739, für die N a t i o n a l s o z i a list en ’ 1227 und für die Gruppe der Kriegsop'fer^ 475 Stimmen abgegeben. ' Im Bezirke" Lienz wurden für die Tiroler Volkspartei 7610, für die Sozialdemokraten l 1368 und für die Osttiroler Wählervekeinigmig/ W48 Stimmen abgegeben.' ‘ •' Die Kampagne Kr de« Keren Hajefiod in Amerika. ' New-Aort, 18. Mai. (Jüd. Korr-Bur.) Diö Kam-' pagrie für den Keren Hajessöd ist bereits überall in; iMleyr Schwange. Dem Manifest der zionistischen > ^gatwn folgend, spenden viele Großfirmen ganze Seiten ui. der. .Wischen Presse zur Beröffenttichmtg der Keren- ' Hlfte'fföd-Kmldmachungen.. Gleichzeitig verösfentlichesi i Areunde der gegenwärtigen Leituirg der amerikasiischen:!Ziotnftijcheii Organisationano n yme Annv n ce n*; indenen der Keren Hajessod als eine unttr' Kontrolle; - einer kleinen Gruppe von Zionisten . stehendeund van^ ckee Zionistischen Weltorganisation' unabhängige In-^ H stitutüm hin gestellt > wird, hepen Msgabe,r nülft blo si '.Palästina-Arbeit beschränkt^ seien. Dr. Schmarjahu. iS/ji.b vit wies diesen Angriff entschieden zurück erklärte, die der absichtlichen Sabotierung der Keren: ^Hüj^.si'vd-Urbeil frl)nldigen Zwnisten würden geztyungen, ‘ 'werden, sich' vor denr .Kongreß zu veronttoarlen. t iii uia u u unt> U s s i scht'iu befüchivl jich stAt ir^

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