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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-17 · Heft 827 (17.5.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 827 (17.5.1921)
Date
1921-05-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Kein Land darf bug-Mberen; Befehle. erteilen. Der enMche; Premiermitüster kann allein nicht.die Initiative ergreisen, marschieren. Uebrigens ist in seiner Rede nichts,Aehnlich es gesagt.Oie Th6seÄoyd Georges isGäßPolen selbst gerecht sein müsse. Das rst' eine gerechte These und ich billige sie 'vollköMpteH;MrHe; mutz-Ar Deutschland, wie, für! Polen roähr seck.' Frankreich hat zu große. Anstren«' gungen geMachtz um de^ Frieden sicherzustellen,: ah daß derselbe durch die Reklamationen einiger großer deutscher Minenbesitzer gestört werden könnte. Es sind UnvorsichsiMten begangen worden. Man f)at Deutschland Horen lassen., wenn es das Ultimatum annehme, werde es-Vorteile daraus ziehen.,.Darüber sind die Polen erregt gewesen. Zuck; Schluffe erklärte Btiand, er fti überzeuK'' dH. wenn Polen die Gewißheit hätte, däß mcktPer Abstmmungnach:>GenwiMwWchnüntz trage, die Ruhe wieder hergestellt werden' würde. Aster rvenn es glaube, daß die alliierten 'Mächte aus Oberschleffen ech HMdelsobjekt machen, dann werdees sich dagegen wenden. Die euglische Rote an Frankreich. Paris» 14. Mai. Die Ageiice Havas meldet aus ' London:"Zu offiziösen Kreisett wird erklärt, die englische. -Regierung habe Freitag . dem französischen Ministerpräsidenten e in e: N o t e,- betreffend dieEreigniffe in Obersihlesien. überreichen lassen,- deren -Ausführungen sich mit jenen der - Rede des Premierministers Lloyd; George decken. Dieser habe dem -Wunsch. Ausdruck gegeben, alsbald mit Briand in B o u logne z Ü s an e nz u tre ffe n, : u m d i e La g e zu erörtern.: - -- Z« - denselben Kreise« wird erklärt, Briand habe heute auf diese Note geantwortet, wobei er den französischen Standpunkt so ausemänderfetzte, wie er dies heute abends gegenüber den Vertretern her auswärtigen Presse getan hat. Unter Betonung des Wunsches, daß. die Frage der Volksabstimmung gemäß dem Friedensvertrag geregelt werde, hätte Briand dem englischen Premier mitgeteilt, er könne zu einer Besprechung Nicht -kommen, bevor er mit dem Parlament, das am Donnerstag seine Arbeit wieder aufnehme, neuerlich Fühlung genommen habe, London, 16. Mai. Wie das Reutersche Bureau, erfährt, wird L'l o y d G e o r g e mit Briand in etwa einer Woche in Boulogne oder Lympne Zusammentreffen. De«tschland darf i« Obxrschlefieu uicht einmarschiere«. Paris, 15. Mai. (Havas.) „Petit Parisien* schreibt:' Frankreich, das bloß -die - Durchführung -des Hersailler, Vertrages verlange, könnte einem bewaffne teu Eingreifen Deutschlands in Oberschlesien nicht passiv zusehen. Ein solches Hngreisen, fügt das Blatt hinzu, würde notgedrungen als Verletzung des Versailler Vertrages und demgemäß als epsus belli angesehen werden. - - . Der »Matin" zieht eine Parallele zwischen der »berschlesischen Frage, und dem Schrstte des Generäls Po lief, ver am .Donnerstag ' an btc deutsche Regierung die Aufforderung! richtete, die Bedingungen der Deutschhyrd,am 29. Jänner überreichten Rote, betreffend die Entlassung der. Selbstschütztruppen und die Msltesernng von Waffen uvd Kriegsmaterial! erfüllen. Die dem Reiche gewährte Frist zur. Einwilligung in die Bedingungen der' Berbknd.et.eu lanfe am 20. Mai mittags-.ab, urch falls ' DrütschlLÜb' nicht dem' Mtimättrur'N>!.llei>- r-ffkü sollte, würden dk KanLöMeu Truppen ins Ruhrgebiet einrücken. Sie wstrden dorthin auch ein rücken, wenn Deutschland, glaube, in. Ober* schlesien mit Tr.uppenmachs eingreisen zu können. Frankreich werde nicht. zulaffen, daß Deutsche land seine Kräfte gegen Polen versuche und wiederum einen Brand in Mitteleuropa stifte. von je einem enalffchen, einem ftmrzösischen und einem, italienischen Offizier sowie von 50-- ftanzösischen Mannschastsperfonen begleitet wurde, - aüMaltrn' worden. Die Frauen und andere Flüchtlinge .-durften die Fahrt fortsetzen, wahrend etwa -56'-- deutsche' Beamte -und 300;unge Leute aus dem Kreise Rybnik ' trotz des Protests her interalliierten Offtziere - näch i Löslaü gebracht wurden. Im übrigen wird aüs'Dber-' schlesien Lebensmittelnot und Geldknappheit geckerdet.- - Jn der Bevölkerung macht sich neuerdings^ jÄ; regung bemerkbar. --!>: - London, 16. Mai. Die Blätter betonen, Lloyd George in Paris mißverstanden werde. Auch England sei gegen ein deutsches. Einschreiten in Oberschlesien. Aber gerade deshalb müsse der FriedenSverlrag von allen Seiten respektiert werden. Nach dem „Daily Telegraph", bestehe der Plan, die Entscheidung über Oberschlesien einer Äommisiion des Völkerbundes anzuverttauen, -der möglicherweise der Amerikaner- Rvot, der Spanier Romanones und der Norweger Nansen angehören würden.. Der StandpttnKt AureriKas. Washington, 16. Mai. iHavus.) Nach Mit-: teilungen aus maßgebenden Kreisen betrachte die! amerikanische Regierung die o b e r s ch l e s i s ch e? F r a g e als eine r e i n e'wr o p 8 i f ch e. Sie habe niemals eine Haltung eingenommen oder' irgendeine. Maßnahme ergriffen, m darävf hindeuten würde,! -düß^sie ^dem WändpiMkM^rllnkrxichtz^ /oder jeneyr (^KaE zufMme. Jedoch mit Rücksicht auf /den Mutsch der VereiniKen Staaten, Europa ehestens, zu normalen Verhälttriffen zurückkcheen - zu sehen, glaube man allgemein, daß die amerikanische Regierung, falls sich eine günstige Gelegenheit böte, emgreifen würde, um bie beiden Standpunkte miteinander. zu versöhnen, obwohl sie der Ansicht sei, .daß seine Lösung auch ohne ihre Intervention gesunden, werden könne. Der Kampf in Oberschlesien. Warschau, 16. Mai. (Fünksprüch!) Frontbericht der Aufständischen vom 14. Mai. -Wir haben die Deutschen gezwungen, das von ihnen besetzte K ami o n k i wieder zu räumen. Die Angriffe bei Rybnik wurden abgewiesen.! Deutscher. Bericht. Oppelst, 16. Mai. (Wolff.) Die Pstngstfeiertage haben infolge -der Truppenverschiebungen, pie in den gefährdetstek Kreisen des oberschlesischen Auftuhrgebietes vorgenommen wurden, eine Verschärfung der Lage gebracht. Nach dem Abtransport der italienischen Truppm aus Nikolai ist der Ort von den polnischen Aufrührem besetzt, später aber wieder geräumt worden. Die italienischen Truppen räumten weiterhin die Kreise Pleß und Rybnik und zogen sich in der Richtung aus Ratibor zurück. In der Stadt Rhbnik und in Pleß befinden sich , nur schwäche französische Besatzungen. Gogolin im Kreise Groß-Strehlitz wurde gestem von Insurgenten mit Artillerie stark beschoffen. Auf deutscher Seite sind mehrere Töte zu beklagen. In Ratibor verlief ein Vorstoß der Insutgenien auf die Ziegelei bei Ostrom erfolglos. , Von seiten der interalliierten Kommission ist mehrfach über eine Besserung der Lage berichtet worden, was aber den tatsächlichen Verhältniffen in Keiner Weise entspricht. Dem Vertreter des Auswärtigen Atntes ist aus sein Ersuchen, sich durch Mgenschem von den tatsächlichen Machtverhältnissen in den, von' den Insurgenten, besetzten Gebieten zu überzeugen, von dem Stellvertreter des Generals Lerond erklärt worden, daß er zu. seinem Bedauern nicht ' in der Läge sei, /die; Garantie! für. seine Sicherheit zu übernehmen. Weiters ' ist ein von Beuthen. nach Oppeln fahrender 'Lastkrastwagen mit yier Frauen und 20 Männern, obgleich er unter ftanMscher Flagge fuhr und von französischem Militär eskortiert wurde, in Peiskretschamvon polyischew Insurgenten angehalten worden. Sämttiche'Männer wurden von dem Wagen heruntergeholt und verschleppt. Außerdem ist ein Eisenbahnzug mit etwa 660 Flüchtlingen aus dem Kreise Rybnik, den nach Ratibor ourchzulassen die Polen sich ehrenwörilich gegenüber' dem italienischen Obersten Salviom verxsiichLer hatten und der Die italienischen Kammerwählen. Rom, 17. Mai. Nach der „TEnna" MWe^ir' die Kammerwahlen folgendes Grgebnis hähMr" Die im Block vereinigten Parteien '240; bis 285 Mandate» nationaler Block 20 Üis 3§>- Sozialiften 90 bis 10V» Volkspartei W Sis' 107-. Kommunisten IS, Republikaner 18, DenLfche und Slawen 10 Mandate. /, Ä .. ZivM, 16. Mai.. (Sjefani.)- Aus dm Drtstzästenn 'Pomalance, Saffo und Alberello in der Prodi^Histi'!vW.en-' Zwischenfälle bei den Wählen ^gemekde^H^/MW. ^iii^gchlmt. drei FasMe».getötet,' wurden. Andere-ZwüH^-^ :fälle ereigneten sich m Cerignvla. (Provinz'Oari),^/w.i -Borgovercelli ( Provinz Novara) -und in TUeö (PröviM'- .Parmä); insgMMt"'^.wMM-, -hiebei'?^' y --- -:- yy l; Mysteriöse ANschlLgeM' "- ' Sinnseiner. Ber«mmwte Personen überfallen in London poMische Gegner. ' .London,' 15. Mai. (Reuter.) ^esteru., abends wurden in verschiedenen Vierteln an. der Peripherie von London myfteriose An^ schlage verübt, die den Sinnfeinern zu«! geschrieben werden. Vermummte, miLVevoIvern bewaffnete Personen erschienen ln mehreren Häusern, zerschlugen mit brennbaren FEsstg> ketten gefüllte Flasche«, zündeten die MKssig. keit an und entflohen, Dort, wo sie aus Wider?».' stand stießen, machte« sie sogar Von ihrer. Waffe Gebrauch «nd verwundeten mehrere Personen, darunter eine schwer. Die Brande konnte« leicht erstickt werden. In St. Alban in der Bannmeile von London würde» ei»; ehemaliger Gendarm und seine Frau durch Revolverschüffe Verwundet. In .Liperpvol/ wurde gestern eine Anzahl von Häuser« ** Brand gesteckt. $ie Borgiinge w ArLaad^; / London, 16. Mai. (FunLfprüch.) Aus/Dublin wird ein Anschlag auf das Mountjoy-GefattMis ge-' meldet; wie es scheint, sollte der im Gesängnis befirch' liche Sinnfeiner-Ftzhrer Artur G r i f fith befreit werden. Der Versuch hatte aber Keinen Erfolg.; . / Vorgestern nachts drangen maskierte Angreifer! m die Wohnungen von Angehörigen britischer, i* Irland stattonierter Kronkräste ein und verübten allere Hand Gewalttaten an den Bewohnern. Drei Personen wurden schwer, viele leicht verwundet. - ■>. , , , i v, j 0;; ’! Dublin, 15. Mai. (Reuter.) Bei Anschlägen an verschiedenen Punkten Irlands; wurden acht -Pysizisk^ und Soldaten gelötet und neun verwundel' : :: ' -! - . ■ ■■■■-.- ■ ’ rt-'.*; Bund der battischeu Staaten^; 7 Moskau» 16. Mai. (Funkspruch.) Der jstaMKi Minister des Aeußern erklärte, daß die Bildung eiM Müdes der baltischen Staaten bevorstehe. Finul-ich - wck Polen werden diesem Staatenbunde nicht augch^M Räterepublik Wazirtsta«. Moskau, 16. Mai. (Funkspruch.) Dep iüdLsiii Rktwualift Abdul R o z a hat die Uuabhängigkeis- Waziristans verkiwdigt n«d eim RSterchvbU gexuf«.

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