Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 822 (11.5.1921)
- Date
- 1921-05-11
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 822 Wien. Mittwoch. . Wie»ee Morge«zettn«g 11. Mai 1921 allgemeinen Ansfolgung von Haustonschlüsfeln an die Mieter auf die Sicherheitsverhälinijse abzugeben. Die Polizeidirektton Hai übrigens über diese Frage bereits zwei Gutachten erstattet, die dahin gehen, daß sie von der A.uSfslgüng des Haustorschlüsssls keinerlei nachteilige Mittwirtung ans die ^SicherheitSverhällni'..bsfürchtet. __ Matinee des Jüdischen FrLnenbrm-es. Der Jüdische Frauenbund.veranstaltete zugunsten seiner Inlandsaktwn sowie der Pogromwaism Sonntag den 8. d.M. eure Matinee, die durch eine emdrucksvolle Ansprache der Präsid utm Frau Esther N a v p a p o r t « M i e f t £ eingeleittt wurde. Sie sprach über das jüdische K'mderelend, das die wohlhabenden jüdischen Kreise — eine dünne Schicht von Opferfreudigen und Gewrssenhafteu ausgenommen. —■ merkwürdig unberührt lasse. Man müsse der jüdischen Bevölkerung Vorhalten: Er gehen jüdische Kinder zugrunde — wer! wir; es wollen.' Die Jahresbeiträge der Mitglieder des Jüdischen FraNenbundes reichen.gerade ans, rnn'das Budget dieses Vereines für e i n e Woche zu decken. Än diose' wükungsvolle Rede, die in einen Appell auSllang. die wich-! tige« Fürsorgezwc cke des Jüdischen Frauenbundes zu svrder», schloffen sich vortreffliche Kunfidarbietungen. 'Ruth Re i ch, die'über'ein ungewöhnlich klangsvolles Organ vrrfiigh sprach schlicht und ergreifend einige Gedichte von Morris Rösenield, Frau Eugeuie 8 a u t e r b a ch, eine Sängerin von Geschmack und Kustur. mußte Zugaben leisten, ebenso die jugendliche Pianistin ^'Relly F r r e d l L n d e r, die insbesondere durch' du ausgezeichnete Wiedergabe der jetzt schon populiüen jüdischen Rhapsodie Wolffohns rfreute. ÄlsAbschluß der Veranstaltung wurde d-r Film „DasJuden- «adcken" vorge'ührt. — Besondere Anerkennung gebührt auch dem Inhaber des Burgkiuos, der den Saal mit Rücksicht ans den wohltätigen Zweck kostenlos zur Verfügung stellte. Die Spekulationen eines Betrügers. Ein 120-MiLioreen-Vetrug. Die Flucht eines großzügigen Betrügers und Faiseurs aus Wien ruft in der Geschäftswelt das allergrößte Aufsehen hervor. Es handelt sich um die Flucht des am 4. April 1894 zu, Mülhausen im Elsaß geborenen und nach Kplmar zuständigen Andreas Ru e-f f,'der zuerst im Hause Hirmnelpsortgaffe 7 und dann im Hause Stock-m-Eisen-Plätz 4 prachtvolle Räume bezogen hat. Zu« ersten . Male, ist Rueff im Jahre 4919 in Wren aufgetaucht. -Er. hat sich, damals als Importeur und Exporteur versucht und ist. wegen Kettenhandels und .Preistreiberei mit Lebensmitteln vom Kriegswucheramte beanständet und' in ländesgerichtliche Untersuchung, gezogen worden. Im Jahre.1920 ..ging er unter die Gründer. Seine Schöpfung war die Gesellschaft G. m. b. H. Comport zur Einfuhr von Bedarfsgegenständcn..und zur Ausfuhr von Artikeln der Jnlandserzeugnug. Mit großer Aufmachung trat die Gesellschaft auf de» Plan und.-hatte, tatsächlich, weitreichende Vexbindungeu nach dem Äuslayd l.uud .Üebttsee. Rueff, die Seele des Hauses, trat auch mit «^<.61»$«^. gutsitulerten,.Handelsfirma in Verbindung und tätigte nn Vereine mit ihr verschiedene, in die Millionen gehende Geschäfte. I« Dezember vorigen Jahres kaufte Rueff von einem Herru Charle in Straß bürg 10M t Reis im Namen dieses großen Handelshauses. Diese Rnsensendung war für die Jnlandspersorgung bestimmt, doch hat-das Geschäft unter allerlei tückischen Zwischenfällen gelttten. Die verspätete Lieferung, SchrffShavarirn,. die die Schiffsladung zum. Teile vernichtete» und dte durch das Nichteinhalte» des Termins entstandenen Balutadifferenzen brachten. es mit sich, daß dieses Geschäft - für die Firma mit einem Schaden von ,50 Millionen Kronen abschloß. Diese Vis wsior konnte allerdings dem Rueff nicht zur Last gelegt werden und hatte..auch keine Trübung des BcrhäbmsseS zu dem.großen Handelshause.zur Folge. In überaus raffinierter Weise wußte nun - Rueff seine überragende Stellung zu den Firmenchess, die in der Geschäftswelt allgemein bekannt war, dazu ausznniitzen, um dort, wo es ihm beliebte und erforderlich war, glaubhaft zu machen, daß er es sei, der die Firma repräsentiere. So kaufte die Comport von der Firma H a g e n a u e r in Straßburg eine zweite größere Sendung RerS -für die D 81 e st , (deutschosterreichische Lebrusmitteleinfuhrstelle). Die Dölest. zahlte einen Teil des Kaufpreises selbst an die F.rma Hagenaner in französischen Francs, dm Rest von 3 Millionen Francs übernahm Rueff. zur Bezahlung, indem er.dm .Gegenwett. in österreichischen .Kronen erhielt. Der Brtiag dürfte etwa 60.76 Millionen ausgemacht haben. Statt die. Francs sofort zu decken, benützte er die Riesenfnmme, um ä l» daisss zu spekulieren. Er hatte Pech, denn die fortwährende Steigerung des Francskurses brachte ihn um Millionen. so daß er schließlich nicht mehr in der Lage war,' die sehr bedeutende. Differenz französischer Franc» zu decken und zum Schluß, ergab, sich ein unbedeckter Fehlbetrag von 900.060 Francs. Seinen nächsten großen Betrug verübte er an dem Großhandelshaus, das ihn mit seinem Vertrauen beehrte. Dieses Haus hatte teils bei Hagenauer, teils anderwärts 60 Waggons Reis gekauft. Rueff, der sich als Repräsentant des Hauses ausspielte, hat die Sendung eigenmächtig kontraktlich,änseinen Namen stellen laffey,. . ebenso eigenmächtig verkauft, und den Erlös von etwa 82 Millionen der Firma unterschlagen. Die Banlverhindung dieses großen , HandlungshauseS benütztß er zu einem zweiten Betrug, bei dem er ein Doppelspiel spielte. Bei dem Pankhause nahm er für die Firma einen Kredit von 50 Millionen Kronen i« Anspruch, von denen er 25 Millionen Kronen zu Geschäften verwendete und 25 Millionen g«'grschrlrbm werden solltm. Dem Teilhaber der Firma, den er Wechsel auf diesen Betrag girieren ließ, sagte er «MS von dieser doppelten Verwendung. der Summe. Er ließ sich 30 Millionen Kronen von der Großbank tür die Firma äusbrzahlen und behielt das Geld gleichfalls für sich. Dm Brief, in dem die F-rma die BerwmdungSbestlmmnng über die Wech rl n edergclegi bat.'hat er unt rschlage«. Reben. „dieinr,' groß« BktrÜgern« lies noch eme Refbr .kleiner Schwindelüm. - - "... ’ .. L . . . Der Gesamtschade, den Rueff zugefügt hat, ist mit 100 M r l l i o » e u K r o n e n viel zu niedrig' angesetzt. Das Geld hat er teils zu verfehlten Spekulationen größten Srils, teils zu feinem überaus verschwenderischen Leben verwendet. In seiner großen Wohnung sah er sehr häufig Gaste, und er soll, sowird erzählt, Orgien gefeiert haben.. Zwei Automobile standen in feiner Garage. Mit einem dieser Autos hat Rucsf Ende April seine Flucht bewerkstelligt. Er fu&c nach Wr.-Neustadl, bestieg dm Zug und reiste nach Triest, wo die letzte Reissendung, ' über die er kein Verfügungsrecht hat. noch lagerte. Er verkaufte sie um 100.000 französische Francs und schiffte sich, lange bevor die polizeiliche Anzeige erstattet wurde, nach Marseille rin, von wo ec sich in der Richtung nach Straßburg geflüchtet haben dürfte. Seme Verfolgung ist telegraphisch mach allen Richtungen kingclenet. Es ist nicht verwunderlich, wenn man hört, daß das große Haus, daß durch ihn in Mitleidenschaft gezogen worden ist, infolge seines unverantwortlichen Vorgehens in Schwierigkeiten geraten ist. Offizier und Kabarettdirektor De» StabSkatzita« der Denkkiu-Armee. Die Korrefpvridenz Wilhelm meldet: Im FebruaP. dieses Jahres . hat der Ko'nfta 1t 11nvpler Rechtsanwalt Dr. G^org v. Eisenstein der Polizeioirektivn mitgeteilt, daß seiner Bekannten Frau Redikv in Konstantinopel tarn einem jungen Manns Bargeldun d Schmuck im Werte von mehreren Millionen gestohlen worben seren. Der Rechtsanwalt hatte den Dieb in einem, ersten Wiener .Hotel getroffen, sich aber gescheut, ihn verhaften zu lassen und ihn nur nach seiner Mresse gefragt; er habe das HotelPanhans auf dem Sem-. meriug als Wohnsitz angegeben, was sich als unrichtig erwies. Herr Dr. v. Eisenstein, der derzeit in Baden, bei Wien weilt, hatte das seltsame Geschick, den des Diebstahls Beschuldigten am 10. d/'M. wieder auf dem Opernring zu begegnen; diesmal ließ er ihn verhaften. Der junge, elegante Mann würde dem Sicherheitshureau überstellt. Er gibt an, er sei der Stud.ing. Wladislaw Dombrowsky v. Dobr-zinsky, am.. 14. Juli 1896 zu Warschau geboren und in Baden im Hotel Rudolfshiof. wohnhaft^ Hr sei. im Kriege Leutnant der alten russischen Armee gewesen und nach der Etablierung der Sowjetherrschaft in die Armee D^e nikffns getreten, in der ,er es zum Stabskapitän gebracht haben will. Den Diebstahl an "Frau Redikv - bestreitet er mit Entrüstung. Er erzählt, daß er mit ihr in Datum gelebt hat. Bor zwei Jahren hat er sie kennengelernt; sie war 'Besitzerin eines Kabaretts. Er gewann sie lieb, wurde wiebergeliebt und wurde Direktor des Kabaretts, ^r will ihr 800.000 kaukasische Rubel gegeben haben, die sie ihm heute noch schulde. Einen Schuldschein ließ er sich nicht aus stellen; dafür habe ihm die. Dame im Testament die 800.000 kaukasischen Rubel vermacht. Das. Hrbätett ging schlecht, wurde schließlich bankrott und mußte versteigert werden. Dombrowsky will dann mit Frau Radiko nach Kvnstantinopel gefahren fein; dort sollen er und sie noch drei Monate miteinander geliebt haben. Bor etwa sechs Monaten Habe er gesehen, daß er nicht dür'chkömmen könnte, -und da sei er ab gereist. Frau Rediko soll ihm einen Brillantring als Wschiedsgebinde geschenkt haben, den er in Triest um 6000 Lire verkauft habe. 2000 Lire und 16000 Kronen hatte der. junge. Mann noch bei sich, nachdem er 3000 Lire einer . Dame zur^ Aufbewahrung übergeben und 100 Lire.eingewechselt hat. Diesen Behauptungen steht die bestimmte Beschuldigung gegenüber, daß er Frau Radiko etwa 15 Karat Brillanten und englisches u d ämerikanisches Geld in der Höhe von 2 bis 3 Millionen österreichischen Kronen gestohlen haben soll. .Die Erhebungen üben die Beschuldigungen und die Verantwortung des Denikin- Offiziers sind eingeleitet. Krimivaltcl^pathische Experimente. - Krimin olistik ist iütcrcssantk Telepathie ist'interessant! Wir interessant muß erst Kriminaltelepathie sein!! Diese Erwägung veranlaßt Montag abends einen wahren Massenandrang des Publikums im großen Saal des Konzerthauses, wo Regierungsrat Doktor Tartaruga und .Experimentator Dr. Thoma sich um den Nachweis bemühten, wie viele kriminalistische Probleme der Vorzeit eine einfache Klärung gefunden hätten, wenn man damals den Behelf der Telepathie zur Verfügung gehabt hätte. Regierungsrat Dr. Tartaruga setztezunächst das Publikum durch Vorlesung etlicher mysteriöser Kriminalfälle in Spannung^ Sodann bat: er je fünf Damen und Herren, die sich Begabung zum „Telepathenführen" zutrantrn. aufs Podium. Mit Hilfe dieser Führer mußte hierauf Dr. Thoma allerhand Gegenstände, die in den verlesenen Prozessen eine- Rolle gespielt hatten und nuu unter dem Publikum versteckt wurden, im Saale aufstöbern. Msbald ging Dr. Thoma unter dem sicheren' Geleit einer reizellden Dunkelblondine auf die Suche nach einem Briefe, den ein . Besucher unter seinem Sitz verborgen hatte. Ich beneidete Dr. Thoma um seine schöne Führerin und dachte mir: „Wie gut hat es so ein Telepath!" Sicher schritt er aus das Versteck des Briests. los, aber in feiner Nähe begann er zu schwanken und unruhig' schweifte sein Blick hin und her. Doch seine Führerin ließ nicht locker! Ohne eine Miene zu verziehen ließ sie umso gewaltiger den in ihrem Innern aufgespeicherten sugge» stiven Willen wirken und gab keine Ruhe, bis Dr. Thoma den Brief unter großem Jubel des Publikums äuS dem Bersteck hervorzog. Mir wurde unheimlich zu' Mute und ich dachte mir: „Nein! eine Telepathenführerin ist doch nichts für mich! — wenigstens keine begabte!" Dr. Thoma aber hgttö dcrs Glücks lWjr.e gefiutkujii. .so dstz .Sette L r, emmal^hatte die Sache" .hackr, dasebensalls^ ihm. alle Experunente gelange«. *4 ein Häar: nämlich ein, blondes. Zu' suchen war, blieb allw Bemühungen zünc Troh-verscholben.l Aber daran war weder der Führer noch der Geführte schv8),1 sonoery einzig u.nd allein die-Tücke des Objekts, welches^ im eine. Hobenritze^-versunken oder, gewehttvorden, tvqr.) Älnz einem'' blonden Frauenhaar ist eben schon manches NLarmes,. Weisheit gescheitert! Es wäre ungerecht, Herr« Dr. Thoma!. öchscs'Mißgeschtck nachzutragen. Das Publikum, dachte aüch^ gär nhHt daran, sondern begnügte sich sehr begeistert mit' öech' dezidierten Hinweis des Experimentatorrs auf erykj StellpF wo das Haar unbedingt vor fernem Verschwinden ge-,' legen fein mußte. Telepathisch ist'das . ja wirklich ein ganz" schönetz Erfolg. Ob aber auch, kriminalistisch, ist freilich! . eine andere Frage. Diese Frage bleibt im' tzroßen. und ., gärrzey auch in bezug auf die anderen 'an sich, sehr mtercssantefr. Experimente offen. Erst die Praixs wird -%it' erweiseyi haben, ob sich die Hofsirungen Dr.' Tartarugäs in bezüg.,<ms die Lösungverwickelter Kriminalfälle durch! die TelchiWie als berechtigt erweisen oder ob . die Krim-mal> telepathie auch in.Hinkunft nur das sein wird, was ffe-, Montag abends gewesen ist: Eine angenehm Prickelnde Unterhaltnng. für ein sensationslüstiges Publikum. ' ' * Antisemitische Demagogie. Während die'.Deutschäsittrüchische Tageszeitung" jüngst krampfhaft nach dem „sagenhaften anständigen" Juden ansspähte, der sich an' der „wirklich gemeinnützigen ausbaucnden" Tätigkeit der Siedler im Wieuerwakd beteiligen wollte, ist die Agrarbezrrksbehorde in Melk nicht" sür die Zulaffung von Juden z« solcher Arbttt. Denn als Bcweiber für zablreche dort zur Wirderbesiedlung gelangende Anwesen zieht sie ausdrücklich nur Personen deutscher PolkS-, zugehöngkeit in Betracht. Das ist natürlich eine krasse Verletzung - der Staatsgrundgesrtze. Nebstbei wirft diese Praxis ein. interessantes Lickt auf die Demagogie unserer Antisemiten, die sich auf! der einen Seite über das mangelnde Bestreben der. Juden,, au. autbauender Arbeit teilzunehmen, beklagen, auf der anderen Seite. aber dm Juden die Teilnahme an solcher Arbeit von Haus auS unmöglich machen. Auf dem Lande vergeben sie Grund uud Böden nur an „Arier" und in «der Stadt Eröffnen sie eine abs^euliche Hetze, gegen einen jüdischen Gelehrten, der eine bescheidene Beamtenstelle angenommen hat, um nicht zu. vrr^ hüngenl. - - * .. .■■ * Avtisemitisrnus in Gleichenberg. Man schreibt uns: Der Kurort Gleich enberg wird notorisch von, mindestens 90»/« Juden besucht und man sollte aunehmeu, daß die- Bewohner von Gleichenberg, für welche' der Zustrom Mischer . Kurgäste Verdienstmöglichkeiten bedeutet, alles tun solltm, »m ihre Maste zufriedenzustellen. Aber auch in Gleichenberg fehlt die - bekannte Nationalisten- und Frontkämpferspezies nicht. So haben es Hirse Kreis: dnrchgesetzt, daß dem langjährigen Kurkapellmeister,' dem seme tschechische Abkunst zum „Vorwurf" gemacht wird, gekündigt! würde, weil er, der Mehrheit jüdischer Kurgäste zuliebe, jüdisch» , Weisen zu spielen pflegte und sogar das BerLrechen'beging, einen; Marsch dein Wiener Kurgast Herrn Dr. S ö f e r zu widmen, der>ls Wohltäter für die armen Kurgäste bekannt ist Und seine : Tätigkeit umsomehr entfalten muß, al§ mittellosen Inden in der Reges keinerlei Ermäßigung gewahrt wird. Auch die Besitzerin drr. Pension Felsenhaus, die jüdische Gäste sehr gerne aufnimmt,' st als antisemitische Hetzrrin bekannt. Es wird Sache der Shst*.. Verwaltung von Gletchrnberg sem, für ein anderes Benehmen den-Juden gegenüber zu sorgen, sonst könnte sie erleben, daß der neue Kapellmejster vor leeren Tischen spielt. * Die Berbreitnng der Bibel. Zufolge emeS Berichtes der Lrisisb korsieri Bibi© Society wird die Bibel jetzt' in' Ü3.8 verschiedenen Sprachen gedruckt und gelesen. Der Absatz ta* vergaligenrn Jahre betllkg 8,655.781 Exemplare. s •De« Andenken d«S Rabbiners SrM«er. Der Berrin „Achduth Jisrott", in welchem der vor einigen Tagen verblichene Rabbiner Moses Kramer durch 25 Jahre «ne segensreiche Wirksamkeit als Rabbiner rnvallrt hat, veranstaltek Sonntag nm 7 Uhr in der Svnagoae, Rrmbrandtstraße 32». eme« Tran ergottesdienst. Ergänzend wird «ns oerrchtrt, daß bei der Leich''nfeier ans dem Friedhöfe Rabbmer Da Gr«»- wald' für die Rabbinervereinigung und die Oraannaüon der Kültnsgemeinde-Angestkllten und der Obmann des TempelveremrL „Achduth Jlsroel" die Verdienste deS Verblichene« würdigte«.? E Perfoualnachricht. vr. weck. Adolf Edelmann ordiniert ab w. d. M. in Karlsbad, Haus «Vulkan". | * Besriibnlstv ««heutige«T«s«. Llter.Fri edh ott: S Uhr 45 Mm. Blum Josef, 10 Uhr Wolf LiSl. 10,VH- 30 Wn. Landau Max. 11 Uhr Bauer Ludwig. — Ne»er..Fr-red-s H o f s 9 Uhr Koh« Adolf. 9 Uhr 15 Min. Sckattnrr Mendel, 10 Uhr Dr. Geber Emanurl, 10 Ubr 30 Mm. Klausner Rodert- 11 Uhr Haas Friedrich, 11 Uhr 30 Mi». Meremins« Rata», 12 Glas Mar. 1 * Ein Betrug an der Fra« de» verhaftete». _ berichtet, wurde am 4. d- M. der 28jährige Sprditivnsbeamw Ludwig Doltolini,IU.,UntereWeißgarberstraßeZOwobnbaft, verhaftet, «eil er der Speditionsfirma, bei, der <t beschäftigt war, durch falsche Frachtbriefabschriften eine halbe Million Kronen entlockt hat. Nach einer von seiner Gattm MWanie Boltolmi erstattete» Anzeige ist gestern 'an''-''.ihr von Leuten, die «ngebftch i« amtuchim Aufträge gekommen sind, ei» . raisinierter Betrug verübt woxden. Am 9. d. M. kamen zwei Männer in die WohnunH der' Uran und zeigten ihr eine Vollmacht, womit der geschädigten Firma eine komplette Zimmereinrlchtnn^ nebst Herren- und Damenklridrrn,. welche dnrch Dolizeiorzau« sich«gestellt wurde», auszukolgen feien. Unterschrieben^, »st *btf B'ollaiächt «it der aeiäl'chien Unterschrift deS Obrrkonnffärs Dr Bleimuger. Obwohl Frau Boltolmi von den die AmtShandlune gegen ihre» Gatten durchführenden Kriminalbeamten äuSdröckli« vor falschen Organen gewarnt wordm war,, sich sie sich durch das sichere und bestimmte Auftreten der Beidm bestimme«, ihnen zn gestalte«, eine komplette Schlaszimmerrmrichtung, die ans d« Erlös. deS erschwindelten Geldes stammt, wrgmiühre». Mift Irrlunprn über de» Verbleib der Möbel sind an Polizeirat Doktor Pl eh «er. SicherheitSburren, lX„ Roßauerlande 7, Zimmer 88/89, erbeten. i V''"* Selbst««rd bei« Gnethe-Denkmal. Während des I lebhaftesten Ko,soaus der Ringstraße erschoß sich vorgestern. auf einer Bank btt. dr« Goethe-Denkmal auf dem Opernring^d« Wähllgr Giraßenbahnsckaffner Robert H o f f« a « «.' Daß -i MM btt' Tat Ä. «mlSckliche^Lrbe» X