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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-11 · Heft 822 (11.5.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 822 (11.5.1921)
Date
1921-05-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Wtrth Reichskanzler. .. / : . - Verlr», w: Vtap/Das WylWche B»rea« «eldetr Grn ReLchsp«W-«rL hat de« WHMge« ^rer^sfi«<mMr«itzer ir.'1 "& i t i £ »»ter tzrnttmmrs z«« ReichskMzler mit der Mw«ygdes Kahinetts beauftragt und «ach dessen Vorschlag folgende Reichsmimster erriamrt: Neichschatzministcr und Vizekanzler — Ba » er, Inneres — Dr» Grad» a » e r, Aeichchvirtschaft— Rodert Schmidt. Ävstiz — Dr. Schiffer, Heer M Getzker, dE'^Mi'esb'ert's,.'Verkehr• - OrSffer, Arveit — Dr. B r a ü ns, Ernitzrmrg — e r m e s, Aenßeres mit smstwettiger' Wahrnehmung der Geschäste -77..- Dr. Wir t hl ^Ma»Ken 'und Wi«d«ra«f-BU noch nndesch^ . Die Regierung empfiehlt die Annahme des UltimaLnMS. Die , Mehrheit jnr r.; die AnnrihMe. 7; ’.... :; Er bleibt uns reine andere Möglichkeit als Annahme oder Ablehnung: °; :;-j:/*; ‘;. : «!. VerliO- EMai.--MM!)-'-Die-Sitzun^des-NeichriäM die^ ursprünglichauf 8 Uhr abendsanberaumt war, Md M 9- Uhr /eröffnet. Die'MMuEAndMs auf den letzten' Platz -gefüllt. ’ -Zn der DiplomatMöge'fiHen zahleöiche >-' Vertreter der Enttiite^ ^inid der neutralen SiÄrtchP-/; '[ 5: *; "^K^er^--nch!e'M<^SkWer'.:W,MW^tDM'.W-Hu ^ÄjD^7^jeW^HHnM//d/fWierunDtM laß:-- O'- n-Her PraMnt eröffnet die <Äftzun.g mit nächst AWrachd - Der 'Reichstag hat /sich versammelt,/um "erne GWHeldung * tibn unabsehbarer Tragweite zu Men. Züdemich die Sitzung eröffne, /gebe ich dem Wunsche ÄWnÄ,'.. daß unsere Verhandlungen ' von; dem Ernste «trügen sein mögen, dendre^gMrch'ttiche. Äümde' «Utz allen gebietet. ' .Reichskanzler 'Dr.' Wirth ergreift '' zur Mg^e efner Erklärung der neuen Reichsregiernng das 'Wort: Der Herr PräsrdenL^ hat mich. ersM^ die^KabinettsbildungLzu übernehmen,' und ' ich' habe' geglälibt, "in etnÄ so 'intlcheidungsschweren Stünde mich diesem Rrffe nichs verfüge» - zu dürfen. Der Reichskanzler! gibt hierauf btc* Liste dp:/ueueu Reichsminister bekannt.: Die Ergänzungdes Kabinetts,- erklärt' der. Reichskanzler fortfahrend> soll in Zrwügung aller für. seine Zusammensetzung wesentlichen GefichtSpünkte/.in Angriff genommen: werden. 7 Die - Aufßqbr' in dieser schweren Stunde'. ist, die -Entscheidllng deS Reichstag über das Ultimatum der Alliierten ' HMejzu-: sttzrtzv: I« Hinblick auf / den!A b :l a u f d e r/.':Fck tsk «uß-ich Sie bitten, Ihrer Meinung <durch u n v.e vz.ü.gl/i'ch/e^ E n t s ch l ießmngA'Us'drn ck zu g ^h e n. Der .Reichs.W'Mr erörtert 'sKtMy//Lm''./Lmzel«5e» die Folgen der.Annahnre /ruw ertlärt Mliers:'.Es hän- *t*H S«A V1* Piyl'M /eWM-tzMMAPök 6cft; sich um die ganze Zukunft unseres h^rtgep^üshrn geliDLen *'* leL" *“ wirtschaftlichen Folgen des Ulirylatynrs .Mögen., bei der Gegenseite. - Daß wir bei dieser schicksalßfDwe.ren Entschließung unseren Blick.aych..»tzs-ObMchs§sieH).richwn/ bedarf, keiner Hegründmrg. In dieser Hinsicht pertrauen wir. fest auf das.CrgebnjK. vder ÄlMbstimmuNZ- Worauf es jetzt anko-nML, ist, daß. die ^allyexten Regierungen .den , von polnischer Seite geMchten. Versuch,, eine altem Mchte hyhnsprEn^? Üo.lLendetp Tatsache zu schaffen,-.nicht duvden ^werden, daß auf Mnpn!Fall ein. polnischer Diktator, die wenigen Rechte,-uns. der Friederchvertrag.giht,. mit Füßen tritt< Weine Damen mid Herren! Di« neugebildehe Regierung . empfiehlt Ihne» nach gewissenhafter Prüfung d^ - A n nah m e des Ultimatums. (Beifall.) , Hierauf trat das Haus in. die Besprechung ein. Znstimmrende Erklärungen: im.Sinns-:'der:Annahme, des. Ultimatums gaben für die So zia-Ld'emo kr a te n der Abgeordnete.We ls, für das ZentrÄ-m der Abgeordnete T r i,m b.o r n-ab, während ÄbgeprdneLer Doktor S t r e s e nr 2 n n namens der Deutschen Bolkspartei und Abgeordneter.Dr. H ew g t namens der sOxutschnatipnalen Partei füs hie Mletznmrg des UMmamM eiWaten. Der Aufstand in Oberschlesten peendet? Ei«e Vereirrbaruug zwischerr Korfanty uttb der alltterten KoMmisfion. Marsch««, 10. Mai./(Ptiyat.) Äach den Mrl» d««ge» der Blätter ««rde zwischen Ävrfanty "deralliierten Pletiszitllommisfio« ei« Ndkommen getroffen, wonach die Aufständische» bis zur endgüttigen Entscheihnng siber?-epMefien die OperatLonen einstelle« «nd SteÜnnge«. in einerLeftimmte« Demarhations- Linie einnehme«. Dir Linie oertäuft längs der öder bis %utf polnifchen '^Grenze,'/fd/Giah jich das oheVschlestsche JndWriegebiet inneritzalb dieser Linie beftndet. Die Operationen der polnische« AnfstLndische« sollen rmsebttch Dienstag mitternachts eingestellt worden sei«';■/' J '.I "•;.v .' '. .• . :• ' r.; Witos fiter Ohrrschlefie«. ' ÄSarlcha«, 10. Wai. Wglnische. Tel.-Ag-ntur.) Mnisterpräsibent ÄZ i t 0 s empfing die ^lubvbmänner Sts jomic tzLn tiwmsi&üoä LWWMMi. und informierte sie in längeren Ausführungen über die Vorgänge in. Oberschlesien. Er betonte, daß der Ausbruch des Aufstandes ganz .spontan: seitens der Bevölkerung und gegen den Will«ir der polnischen Regierung erfolgt fei Hieraüf brachte der Mnisterpräfident die von der polnischm Regierung an die Alliierten gerichtete Note zur Verlesung. Die Note verweist auf ' die eigentlichen Ursachen des Aufstandes und verlangt die eh eb aldrg ste Entf ch e i d u n g der oberschlesischen Frage int Sinne des Versailler Vertrages und der Etgebnrffe der Volksabstimmung. Die Klubobmanner erüartett sich mit der Haltung/ der' Regietüng v0llk0Mme» einverstanden. . / Lyarfcha», 10. . War. (^oln. Tch-Ägentur.)Mie aus Oberschlesten. gemeldet wird, haben die. .dortigen Bergarbeiter beschlvffen, hie A r b .e i t . /wieder a »^- z u n e h m e n und die Kohle nach Polen zu dirigieren. . . .. , Türkisch-französische Kämpfe in Klein» . /> -asien.: ■ Loxdo», 10. Mai. (Makspmch.^ A«r l«i«. a-f i e i, wird ein türkischer Angriff ms di« jranzösischeil Truppen Sei O s m a n i s ch. M Meilen. »Schlich iü» -.asm®*-.. . -r;■ Steuerlos l : et. 2B i Auf btt Reise zur letzterr IufammeützÜH AÜkW Ententevertretem hielt der deutsche ÄHiMiMM!. ' Simons einige Versammlungsreden, in betten er irr selbstfichsrer Art die Fordemngen der SWeDächte als wahnwitzig kennzeichnete und ihre Ablchuuntz iu Aussicht stellte. Den ungehemen Jubel» der ihm dafür 'gespendet wurde, nahm er als ReisestärNug. »zach Londpn mit. In London gelangte er. aW.ällzubäm zu ber Erkenntnis, , daß die Kunde 7vM .^sed» nutzlosen und im Hinblick quf den MM. .sMer Reift zumindest leichtsinnigen DemonstratfopMV tj^t voräusgeeitt war und eine gereizte Himmmig /'geschaffen hatte. Unter dem Druck einest Empfanges hielt er wohl an feinem' rieEHk«tWÄß'-' Fuhyrem gegebenen VMrechen fest , W'. '.Ee yokekst „NeinE.. Aber. .d'gs Neirr klang' fM^ zagstM juck würde wenige Tage . später post /eichim/ßW ' Hot abgelöst, welches / drks . ursprirngM „ "gchrWe . weit übertraf und in. .' dtMsche«'' HgMlÜWn-. kreist» das chellste 'Eytsetzm''. aüsVstL^. pE war aber verfahren und Simons müßte mstMWÄer Dinge nach Haust. Zu Hause angelangt, wEexMvstW der starke' Mann' mit dem unbchgsamen^ TR^stMüv ließ sich "auf dem.: VerÜner. 'ÄchHof..vWWr..-'^"W bann die Drohnoten der Entente DeutschkchU.dMW belehrten, daß ein verlorener 1 Krieg -. MD/W-W. lehnenden Versammlüngsreben. /quistzümaMss.:7W hielt SimünS. wieder eWgc /Reden. Er/riH/fMM .. jlhhe. -Journalisten- M M - kmmnm MH^MWW /HM das 'GeststndM7'üM'.dH-? gerne naWgebeit> Wttz/..W^.ihM':'EyMßMD MliLaristen nkd' Schwenndustriellrn' aber'- m geMen seren. - Er,^-d«-vorher so.-WreMich-'errLMwM und verantwortungsbereit tat, - gesteb.sich' augkstHts' dE/. Drohnoten in der Rolle des gehorsamen, ukschMigew und unverantwortlichen ^-/pvMscher-DUeM-.. Dann ließ er ndch sie unselige Nöte an dM HrWöenten Harding los, welche als MusstrbeisM>nM^ loser Selbsterniedrigung und katästrophaler BersMdnis-i löfigkeit betrachtet werden fcamv Die ^WßiKrchU..; Hardings, den Vermittler zu spielen, »nd-W'MW? matüm der Entente machten Herm Simons - wieder eirimal ganz' hart. 'Er erklärte, bei seinem NWAKibew: zumüssen, was auch geschehe, undgab' —l-ftW, Dennssi-on. ■ «- ' - - -.. . - '' - Es ist nur zu begreiflich, daßfür Herm SiMöM so schnell ein Nachfolger nicht gefunden . konnte/ Die Erbschaft fft wahrlich nicht vetWeM- So hat nun Herr Simons die Geschäfte noW Kurzes Zeit westerzuführen nnd er war großmütig: ünd/ W» währte die Bitte- Er „führte" weiter und uM^ diese«) seiner provisorischen Leitung wurde auch -MH dir letzte und verhängnisvollste Wendung unternommen. Bisher hatte Deutschland die mirtschaftWenj Forderungen der Entente als uberLrieben ahgelehM Und . seine Argumente haben vielfachen freundliche« Widerhall gefunden. Große Parteien in iEnglandi und Frankreich haben sich gegen die durch chie ötafsi losen Forderungen bedingte wirtschaftliche Versklayrm^ des deutschen Volkes: ausgesprochen.; Bor /dM Ulümatum gestellt, machte nun die deutsche, :mteU/ provisorischer < Leitung' des Herrn Simons stehende! Regierung eine unerwartete Wendung, indem, sie. evA Klärte, die wirtschaftlichen Forderungen annehmen .zp Können, aber die - Forderung nach Entwaffnung : dG Heimwehren und der Festungen ablehnen zu nAffent: Ein Iubelschrei enttang sich den Kehle« der stWW/ schen Kriegshetzer. Nun war Deutschland durch eigene Schuld, durch eigenes Eingeständnis dorthin gebracht^ stw es die sranzöstsKen GenerAe haken wollten. -Deutsch« land will alles r hergeben, nur nicht seine Waffen!: And die' Pariser. Boulevürdpreffe schrieb: »Der . Beweis; * daß Deutschland auf Rache sinnt und zur Revanche rüstet, daß Deutschland daher vernichtet werden muß, ist erbracht.^ Wie varauszusehen war, ist auch Vieserletzte und unglücklichste Versuch deutscher Regierungkmch unglücklich verlaufen. Deutschland gibt, denr Druch übermächttger Gewalt weichend, bedingungslor.; «ach. Und die französischen Chauvinisten; haben einewTrumpj mehr in die Hand bekommen. Sie: «erden erkläre«! daß ttotz der Annahme rimnarschiert «erden -mWru da hie deutsche Regierung selbst erklärt hat, /die «affinmg derbayrische« Heimwehren nicht durchs

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