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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-08 · Heft 819 (8.5.1921) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 819 (8.5.1921)
Date
1921-05-08
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Sk . 819 Wien, Sormiflg , .. Wiener MorgeiizeiLnrrA 8. Mar 1921 weue^v weit es ihneu ihre vom Dichter arg vernachlässigten Figuren , gestatteten. Herr Nathan selbst spielte den mit allerlei Gordinschen Hurnvven bis zupr Üebermaß cm* gefüllten Kalmen Mojsche und gab dabei wieder-eine Pwbe seiner gescheit-diskreten Komik. Die komischen Szenen des Stückes, besonders die Schach- und 'Dame-' spielszenen, würden gewinnen, wenn der Schauspieler Nathan dem. Regisseur Nathan ein kleines Opfer brächte, und sie kürzen würde. Das Publikum zollte der Aufführung, die Herr Ben-Zwi zum Ereignis machte,, reichen Beifall. 8. 8. Staatsoper. Wie zu Mozart im allgemeinen, so scheint der Komponist der „Frau ohne Schatten" zur Zauberflöte. sein besonderes Verhältnis zu haben. In manchen Einzelheiten merkt man gleich die liebevolle Hand des Dirigenten Richard Strauß, wie in dem wunderbaren Klang der Priestsrchore oder in der leichtbeschwingten Orchesterbegleitung der MonostatoS-Arie. Die Operndirektion hatte für diesen Abend ein festliches Ensemble zusammengestellt, wie eS fich heute kaum eine andere deutsche Bühne leisten kann. Wir nennen an erster Stelle den Sarasrro deö Herrn Mahr, bei aller Würde überströmend an Güte und Adel des Gesanges, Frau Kiurina als Königin der Nacht bot eine ganz königliche Gesangsleistung, stimmlich glänzend waren Herr Piecäver und Frau ' Schumann als Tamino urrd Lamina/ 'recht anmutig und lebendig die Papagena des Fräulein Fovanobic, schauspielerisch packend wie immer Herr Breuer als Monostatos. Recht gut gerieten die Terzette der Damen und der Knaben, die ebenso wie die kleinsten Rollen mit vollwertigen Kräften beseht waren. tzn diesem vornehmen Künstlerunlieu wußte sich Herr Alfred Jerger vom Nationaltheater in München als Papageno söp.erch gurechtzufinden. Er gefällt durch seine hübsche Erscheinung, seine .muntere Beweglichkeit, sein gewandtes, intelligentes Spiel und bewältigt auch mühelos seine GesangLpocue. Nähere AusschlüffvMber die stimmlichen Qualitäten deS San--, gers, der uns in der Titelrolle des neu einstudierten „Lon Juan" versprochen ist, sollen unS sein Scarpia und' sein Hans Sachs geben. üb. Aus de« Theatern. Jtn B » rgthater gelangt morgen, Montag, »D t r Kausmannvou Be» ed i s" zur Luüührnng. Anfang 7 Uhr. I« der StaatSvper gebt msrg-n, Montag. »Otdello" in Szene. Aniang V,7 Uhr. — Für diese Spielzeit werden »och Neuinszenierungen, der Opern „D o n J u a n", »D er . G a u k 1 e r u n s e r e r L t e b e n F r a n" («l-s jonglenr. da Nötro-Dame“' von M.a f f c u c t und »Parlivä i" vorbereitet. Eine zvlüsche „R l n tz"-Ausfüs>rüng. wird in dieser Satton n r ch t mehr 'fiattfin8eu.DaMen.beabstchligt-die Direktion, rnt'nächsten Monat noch einen n e neu B a N r lab e n d zu bringen. In der D v l k.s o v e r gelangt Mittwoch den 11.. 8. Mnach mehrjähriger Paule, neu einfiudieit, »D e r P r.o p H e t", von Mcyerbeer, unter der Leitung Dnebor-Felix 'Weingartners zur Aufführung. Di; Hauptrollen stnd mtt den Damen Pfiffer. Saliuger und den Herren Ritter sbeim als Gast, Mainau, Fälbl, Tanber, Dörich und Lazrr besetzt. Beginn V-7 Uhr. W o ch e n s v i el p l a n des Deutschen V.olkst h e a t e rs: Sonntag, '/,2 Uhr (Boikstiimlrche Preise, ohne Normerfgebübrs »Torquato Tasio". 5 Uhr, „Die Mt' wird kommen". 8 Uhr, »Mit der Liebe spielen". — Montag. 7 Uhr (Bolkstümlrcke Prei e ohne ^Normerkgebühr') „Gespenster". — D ensiag. 7 Uhr. »Hinter dem Vorhang". — Mittwoch, *47 Uhr, »Die Zett wrrd kommen". — Donnerstag,Uhr, „Prckefsor Bernhardi". — Freitag. 7 Uhr, „Die -seit wird kommen". — SamStag. 6 Uhr, zum ersten Male: »Dantons Tod", Drama von Georg Büchner. W o ch eni p relp la » d er Kammerspiele' Sonntag, V-3 Uhr, »Fngeud". 7 Uhr. „Evas Snudensall"- 10 Uhr, »Zimmerherren". -r Montag. 7 Uhr? „EvaZ Sündewll". 10 Uhr, „Zimmerherren". — Dienstag. 7 Uhr. „EvaS Zündenfall". 10 Udr, Tanzabend Zent M'Adr'a. — Mittwoch, 7 Uhr. Man kann anch anders". 10 Uhr, Tanrabrnd Sent M'Ähesa. — Donnerstag, V,7 Uhr, »EvaS Sündeniall". 1« Uhr. Tanzabend Sent M'Ähesa". —. Freitag, 7 Uhr, »Man kann auch anders".. 10 Uhr, znm ersten Male; »Dre »«berührte Frau", erotische Komödie von Gabryela Zapolska. — SqmStag, 7 Uhr, „Evas Südenfall". 10 Uhr, »Die «»berührte Frau". Im Wiener Stadtheater Hai Käthe D o r sch ihr. Gastspiel. daß am 13. d. M. z« Ende , gehen sollte, brs Ende dreses Monats verlängert. Die Künstlerin wielt bis rrnichließltch Donnerstag den 13. d. M. rn dem Schawprel »Flackme", vo» HanS Müller Freitag den 18. d. M. kreiert K ä 1 h e.D o r i ch die weibliche Hauptrolle.irr der Erstanfsührung der Komödie »D er S k a n d a l", von Henri DatttUe. Im I o h a nn S t r a « ß - T h e a t e r sinder. Frerias dir ErstauWrung der Operette »D r e T a n z g r ä fr u". von Robert S t o l r, statt. KaS AMousprogramm des Schönbrunner Schlotztheaters. DäS GchönbrunnerSchloßtheater eröffnet seiet diesjährige Spielzeit Samstag den 1t. d. M. mit dem neuen Lustspiel »Die k l e r » e L e c a s s o t", von. Rudolf E g e r. - Ende, dieses Monats fügt als zweite Ncuauffuhrnng Komödie »D er S ch l a ch t e » l e n k e r", von Bkrnhard S h a w und »D äsKaisererch Guyana". von Alfred R o t t a u s ch t r. Das Schönbrunner ‘ Sckloßrheäter , wird ebenso wie die anderen beide» Ztaatstheater Ende Juni: seine dresjährrge Spielzeit beschließen und wird am 1. September zugleich mit den anderen Staatstheatern wieder eröffnen. Die Matinee des JLdische» UrauenLundes findet heute, Sonntag, »m 11 Uhr vormittags im B u r gk i n o tf.» Opernrmg' statt. Das interessante Programm enthält unter änderen palästinensische Tanze, ausgeführt von Schützlinge« des Jüdischen Frauenbundes. GesangSvortrLge lTugenre L a u t e r b a ch', Rezitationen lRr'th Reich), Klavier- »orträgr (Nelly F r t e d l 8 n d e r). Ferner wird der Film »D a S I « d e n » a d ch e n" vorgefüd«. Da» Rriver^Lgnrs streßt der JnlandSaktlS» für JUjtJs.t»b as&._ In der Jüdifcherr Bühne, ll,, Taborstraße 12 (06Ut Stephanre), stndei morgen, Montag, um l/»8 Uhr abends eine Sondervorstellung zugunsten der russtschen Apkretterttrnppe stätH Zur Aufführnng gelangt »Die Tochter' der Ukraine", Operette t» 4 Akten von Baumwoll. ... . Tilla Dnrieux als Schnrtzler-Darsteüsrm.. I« Rahmen dir Nachtvorstellung rer Neuen -Ästerter Bühne, die Mittwoch den U. d. M. mwrnsten ,be5 Ferralfonds stattstndet, wird Frau' ' Dur-reux zum ersten.Male in Wien eine Schn'tzler-Rolle und zw.ar^ dre Annie in »Ab»chred§>ouver" sp-elen. Aus.dem Programm steht ferner, der Emakter «Die Nacht" von Georg Wolf, irr dem Oskar Bcregi als . Gast austritt sowie Tanzdarbietungen von Anitlä Berber und HildeMadnay in einer Schubert-Pantomrme. Aorizert Julius Watt. Das verschobene Symphsme" Orchesterkonzert des Opernsängers Julius Watt sArien und Duette mit Kammersängerin Elle Bland) unter Leitung de§> Maestro Edoardo G r a n e l l r und Mriwirkung der Klavrervirtuastn Lampl-Eibenschütz. sowie des Cellovirtnosen Professor Josef S. u l z c r, der unter anderem auch fein »Kol-nrdre" spielt, findet Sunivtag den 14. d M. um 7 Uhr abends im Großen Musrkverernssaale, statt. Karten» MuükvereinZkafie, l., Karlsplatz 8. EonLervorstcKung d«S Hnvuach. Die Berermgung jüdischer Forscher, Schnftsteller und Künstler Ha nach in Ären veranstalret Donnerstag den 12. d. M. in der Neuen Jüdischen Volksbühne eine Sondervorstellung von Asch' »G o t t; b 11, Rach e" rmter Mirw rkung von Egon Brecher und mit. einem cmlcitehbcn Vorirag von Dr. Siegfried S ch m r tz. Karten in der Redakliön der „Wiener Morgerrzeitung", in der Buchhandlung R. Lv mit, l, Notenturnistra^e, im Karlerrburcan Aida,, ll-, Tabvrstraste. und beim Sekretär Dr. Karbach, l-, pfertgasse 20. "Vorträge über Abss«. „Ibsens Peer Gpnt und düs Problem drr,Per>'vnlichklli"- ist der ^itel einer Reihe vorr sechs Borl'ägeu, die P-oresior Dr- Max E Gans im Kleinen Saale der Urania^ halten wird.' Der erste Vortrm findet nächsten Mittwoch, den 11 d. M.. 6 Khr statt, die folgenden fünf zur' selbe« Stunde am 18., 20., 25. und 27. d. M. und am 1. Juni. LiteraLw N^WiffeNfchKft. Martin Andersen Nexö: »Die Familse Fsank". 1S20. Beilag von Alvert Langen, Müchen. GrhrfiSt 10 Mark, gebunden 1; Mark. Andersen Nerv hat mit seinem großen sozialen Roman ..Pelle, der Eroberer" Las Menschentum der Kleinen, der Unterdrückten, w-ttche dir Eroberndru zugleich find, bleibend gestaltel-: Den Kleinen windet . fich auch in ernem anderen Werke seine Liebe zu. Sir wird allerdings oft zu verliebter Dctailfchjldermrg. Anch NeroS neuester Homarr. Ter eilte, von der •'üacÄbMett Arbeitskraft, der Waschfrau.Frank erhalierre, von ihrem fich ins' Delino« trmkenden Mann, .dem Schneider Frank, im, Elendgehaltene, und von dich-nr den 'Flegeljahren sich üuskob'cr.den schon in bis Ehe mitgebiachten Cohn Thorivald in Atem. Schollene Familie .jchrldert, verWt manchmal ...jn diese ^.erflächlich vrrlrrbte Kltmmäürer. Aber in-der'Gestalt der WafckMu'Frau? här Nerö, der Dichter ist, doch 'rinen gü!t,g-'U Typus Ich'fffen können,- der etwas Großes in sich hat. Und so ist wieder ein aus liebenden Herzen geschaffenes Werk dem Drchker gelungen. L. 3. „Wege des Glnubsns". Ben A.dvlf Zlöhr. Wien, Braumüllr^ im - . ■ ■ ■ . ' ■; - Eme. nachgelafiene Schrift - hes jüngst..vrrstörbenen»Wirn;r-. Philosophen, wttchr n.chd, wie man nach ihrem Trtel pe>.mirten könnte, den'Pfaden brs religiösen Lebens nachgeht, sondern, aus' 'gehend davon, daß 8-e Lösung der letzten erkenntnis theoretischen Fragen ruckt Sache des Wifiens, sondern des »Glaadens" sei, eine Art Shstrm verschrrdener möglicher und. in gröt-erer oder geringerer Reinheit historisch verwirklichter .philosophischer Wrltt, systeme aufzustrllru versucht. Als Typen , in diesem' Sinne,rrschernen der Materialismus, die Shan!ya-Ph losophie, d e übliche Weltschopfirngslehre, die WeltbildungSlehre (Dcminrg'.snms) im Smne Platvrrs, drt bei Stvhr vrrzwels.t erscheinenden Typen der EmanatlonSlshre sowie die ins Mrtaphhsi'che gewendete Goethesche Metamorphoseulchrr, endlich eine vom Veriassrr, wie es schrmt, als seine eigene Hypothese vertretene »DrsjeknonSchrvrle", die, an Fechnersche Vorsirllunge». über die .Fett als werte Dimension anschlteßrnd, ru »rrtaphyfischen Konsegnenzrn rnttvrckrlt wird. Eine ptwisse psychologrsche Einstellung > m t dem metaphysischen Hintergründe der Frage vom Bewnßtsetnsmbiekt und nicht malerr-ll > gemervre» realem Bewußiscinsobiekt, das selbst wieder, zuletzt Bewufusrin sein muß — am konkretesten rm VerhÄtnrs von Ach und Du gefaßt — bezerchuet wohl den phrlvsophrschcn Charakter der Schirrt, welche nur mtofge der ganz rndivtduellen'und'schwerfälligen Terminologie schwer lesbar wrrd und abstrakter erschein^ 'als ihrer Tendenz emfprechcn möchte/ L. dl. ' Moritz Goldfteia. »Der Wert des ZWeLlossre". Tibhllen- ' Berläg, Dresden. 1920.. Mrt zuviel Worten und wenig Kratt wird eine offene Tür. eingerannt: daß das heutige Geschlecht keine Ethik hat. (Sm bißchen Moralphilosophir unter anzrehendem Titel und mit AlllagSphrase verbrämt. E§ werden zuvrelBücher gedruckt,; dreses ist eines davon. Cui bono? —tz.. »Die Kunst", Monatshes^e. Verlag Bruckruann, München. , Diese vornehme'und führende Zett'chrstt lür bildende Künste hat aller Ungunst der Zeilen zu trotze» gewußt und erscheint .ut rhrer aübcwährte'r guten Ausstattung, die' der. FLusträt on ihren vollen Splklraum läßt. Die' große Schönheit der Abbildungen und deren erstaunliche Fülle lassen, in. der Tat, rnchls von den technischen rrnd wirtschastllchen SchwierrMtcn, '.unter denen hrnie Zertschrislr» erscheinen, erkenn rr. — Nur-einiges fei arr§ dem überreichen Inhalt erwähnt; io die rrichrLustrierlen Außätze über zum Teil noch unpublizierte Gemälde Mar S l e v o g t §. über dir Meisterwerke des Lkaiser-Wrihelnt-Muleums in Eiberleld, über dre Neuerwerbungen der Nationalgalerie rn S^xlta und über Münchner Malerei rm 18. Iahrlumdc.t, über die beiden Bildhaur Amon Hana.k und Ernst B a r l a ch, die köstlichen landschaf bchen Zelchnungcu Eugen KuchuerS, deu mormmen'.alrn HolzschnittzyklnS zur B i b e l von Bruno G o l d f ch. m i t t. - Anch die Architeklnr sowie KunstgewerdlicheS «8er Art ist durch ''^ssl'^c Prodru vsUtrlrn. I* ■ GerichtssM Falsche K«rrere als BKlUtsschMUggLev» : -; Durch verirauttche Anzsigrrr wurde die Wr«rer KriunKÄl* -polizeü auf das Treiben von sewerSsmätzigen SchmugglsMiy aufmerksam, die als „Kuriere der englischen Mssisn." aus« traten und unter diesem Schutze Gold sowie viele Millione» ösierreichischer Kronen nach dem Ausland schafften. , , .. . Anfangs April gelang, es nun Kriminalbeamten, .einigü^ falsche Kuriere im Westbahnhof fesizunehmerl. Zwei Hä," ' damals Verhafteten hatten sich gestern vor dem EinzelLiMsü OberlänLesgerichtsrat Dr. Ramsauer zu verantwor«!». \ - In der ersten Verhandlung wurde der 47j5hLizs. auK- . Basel gebürtige Kaufmann Henri Charles R a p a r d ans dtzr.^Untersuchungshaft borgeführt. Rapard» der MnZöstschey <HtaätZa»gehörigsr ist, wurde am . 8. April im - Wesibahnhäss - angehälten, als er'eben mit dem Enientezug nach Zückch reiseni - Wp.ll^' .Er besaß einen' Schweizer Patz mit richtigen -üHfcrä ' bet:-; englischen Mission, der jedoch bereits ungültig war, die Wltigkeitsdauer harte Rapard selbst verlängert. Sein.Gepäck!': .> tpar mit englischen Amtssiegeln versehen, es? enthielt 1Ä Kilo»: gramm^. Feingold und 8,600.000 österreichische PapierLwnen^ . v Der von ■ Staatsanwalt Dr. N o r d e g g vertreten^ .- Strafantrag lautet auf Betrug durch Anmaßung des Sh'trak», ters 'eineö öffentlichen:- Beamten rrnd Urkundenfärschung^ Avtz . ^dje/Arage des Vorsitzenden, ob er sich schuldig; bekenn«/ anL«' / tipyltt l' ber - Angeklagte :, Teilweise., Den Paß -habe ich'' apZ) BegLLnilichkeit. abgeändert, um .nicht auf. die. .Gesandtschaft. iy.- Genf fahren ,zü müsse«.' Das Gold urrd. die BauknoteAj' iW^.iK'über^ die Grenze Lringsn wollen,, aber -bas kaun'.rH ' nicht gugeken, daß ich erschlichen habe, . als;- Kurier: zu 'ec«» ^scherney, denn.ich war Kürier.; - .. .' .. < - Wer Angeklagte erzählt nmi, daß.nach, dem KriogsE ' in^Ädrn seinen Jugendfrsund, den Militärattachee der - öngst-j' 'fchen .sLesandtschaft in Bern, Major. Hart-Frshor/ - kenn«.»: ge»f' l-rnt.tzaLe, der ihn als Courier oecassionel aystellLe,.-btzi d«Ä" 'Gesandtschaften bevollmächtigte '.und .ihmdie PapiLrover^ schaffte, .in welchen -er als diplomatischer ^LuriLr LszsicLned ' wir°w Er unternahm für Major Fisher Rsisen uach 8^ie»^ Wochschau mib Prag und auch für die englische Gesandtsche^H- . i ittHBLLN. Im . Sommer MS zog sich^ Major - Fisher, diploMatischeu Dienst zurück und gründete mit ^wer,Mrrischyks- H^rrer^.und der» .Angeklagten eine. Handelsgesellschaft,'-Weiche^ ^Harch.e^ßbLZlehungen zwischen England und! den SuktzLssto«^' - ' staatsir.. herstÄen sollte.'Er reiste für die Handelsgch'estschafL^! die jedoch durch "den russisch-polnischen Krieg scheiteris. . Eri ..ließ.sich dann mit seiner Frau irr Wien nieder, wurde Äift, c ^rn.Grünsieitt,. den er Hon irr Bern kennen gelernt hot!«,! '-^^g,-baß erchm.-die'-Beförderung von Gold und Gsld..«^-.!!hLr .Schweiz' besorge. Er unternahm drei" solche Schmugge1»j VrSrsen, wobei er sich als diplomatischer Kurier legitimiertes '; Der Richtererkäünte den. AngeklagLsn'im Sinne der» (Shpafasitrages schuldig und verurtLilte -ihn zu zehn Mon«r^ .' -Ke rkers mit Cinrechnung der einmonatigen Antsx«-! shchungshaft sowie Zur Landesverweisung.- - , . ' Zweiten Falle, der den-.ganz gleich^:. Änklagegege^ stand zur Grundlage Hat, sind angeklag!:- John Roberts 'so.n, der früher als Soldat der englischen Mssion in Wierv. Zygeteili - war, dann nach England fahr»- abe.r wieder. Mchs -Wien zurückkehrte, um hier eben fall? dem Geschäft des Valuta ' schttiirchelS nachzngehen, der angebliche - Journalist -ViktSu- .Germ-ains, der als Vertreter des ^Manchester Gchrrdinu^:,. ';hrer^geweilt habe« will, und seine Freundin Mer Herri» ' Mr- MMchuldigL und endlich der - Wiener Friedrich iatt» ' rn.a n der seinerzeit - bei dqp englischen Missi'srr tzr^ Wrenj 'asS 'x Dolmetsch fungiert hatte. Auch diese Angeklagte» miß» , brauchten-ihre Beziehungen zu den autzwärrigen - Missiorrr«« < ftche».'^fie-.-isich-:'.mit...falsche«---: Papier«» ä!L Kuriere der.*&$» tparLigen ZAissionen auSgaben,. um Millionen Lsterreichrfchei-. ''.'Hrottpi'/uach'-DeuLschremd zu schmuWeln.^ - . '..^.'<7? Der. Richter erkannt« alle drei AugsKagüm schnidi^ - itzM..'berur^ilte, Ge.rmai rrs zu..neun' Ro.üä-t-ey, Ks«i. ^<-r.Ls'on und Baumann::Zu jesieben .Monat«M : esnjfachen Kerkers. Gegen - Rob.ertfon und GernrairO. wnrdk. übrÄieZ ■bis LündsSver-weisung.ausgesprochen. > .si.. Die BsLLelsi sttf dem FvrsÄLM.- Bebiün.srin Marie Ri äse l, eine strenggläuLigr - JWrr, Latte sich am 11. Februar d. I. L-ei üinsm der EingänLtr, , Zum'jüdischen Friedhof, woselbst rnehrere Lei6ftnbegÄrgniff<' jtat'tfanden, mit anderen Frauen aufgehalten und gebsLE,' irrdLm sie. die Hand aufhob und eine Geldspende entgügeu-"- mchm. Ein Wachmann, dar den Vorgang SeobachiLte, Ls«/' anständste sie und erstaitüte gegen sie die Anzeige wegen Bettler.-Vorgestern hatte sie sich vor dem. Strafrichter des. •' Bezirksgerichtes Favoriten BezirkSrichier Dr.. Don.au. zu> ^vAL.äuDortett.. Die AngeklagtL gab an, sie habe nicht 'äs.^ser. Jarnlrch bei jüdischen Leichenbegängnissen, iäsbLschrdLrs Mr.. depen wohlhabender Leute, von «ltsrSher Sirt-e^ Enel HkiruLs'nsgenossen gu beschenken. Diese Sitte sei dann Zu e».uM '.^uil't geworden, wie denn überhaupt das Spsn?>err nuli^ö ''Möcrr hei den Juden anch bei vielen anderen Aulüffew 6 h.a-rr dlung sei. Der Lberarracnrat der KultuLq. ' görfleiHe Joses Stöger, der sich freiwillig bei Gericht eiv» gefrurden hatte, bat. den Richter, als Zeuge einvernüMtne» zu werden. Er rmhm sich der Angeklagten, irr wärmster Weise! .an,'betonte, daß er die. Frau seit vielen Fahren kenne, bajjj sie sehr arrständig und keine Bettlerin fei. Auch er wteS darauE hin» daß die von den Angehörige der Berstsrenen verabreich» ttzn milden Gaben im religiösen Kutt ihre Begründung finden. .'pst-, Richter verurteilte Mt Angeklagte unter Anwendung des äußersten MüdorungSgrü^» gut bedingten Sträfe z&i 'K i n n d § a K s s fiÄ s,.. *

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