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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-07 · Heft 818 (7.5.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 818 (7.5.1921)
Date
1921-05-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelpreis K aeiot j—iiiiiii 4* Me ^MfchietßSOlr ßwu$s.. . jMnudli*« 9terae»^MMV~ »ü» frßiKtfi* «ten in». ' .SMnreich: «SOeMch .- KrsAve iMr-. 9Ma*4tyMAb; " m/miifA .^«rs»u» »V.- «serttliiideltch ».S*.-- Magtce;,' Einzelpreis K PrSmemer / «MMMch^ *!**»«* - mJ KMWvi ®»T MW w M** «Ä — I I I lil « ^***"** *1. J.jÄ’S .WWwiilH > S1K0 ' 1 .. HsaJMflK ' A «OM»Mch .'. . -. Sri. ' " .SchMtz, U«dM«^-e, M vimtttH. „ .KfftzM» **!***•«*: 44*8*,« «k »vH» «r«v»N«.G MrfTHm’hffgaftMtfl IBM&l Nr. 318 Wien» Samstag den 7. Mal 1921 mm ■&m 3 Jahrgang Der Aufstand in r i Finanzreform «nd Staatsi bewutztsein. Die Ereignisse in O berschlesien - nehmeir fast einen programmäßigen Verlauf. Die Verzögerung her Eritscheidung über das AbftimnrungsgeL iet hat bei Ä»' ul s che n/ und Po len! verstimmend gewirkt und schließlich zu Grenzkonfliklen geführt die nun in einen Ausitand der polnischen Bevölkerung ausgew-achstn sind. Die von dem Schicksal der Zerstörung bedrohte Gegend macht alle.-'Schocken ' des Banden k r reges mit, dem, die. verhäkLnismäßig geringe. Truppenmacht - der ^ntrollchmmis-sionz-laum mehr gewachsen ist, ja sogar selbst in schwere Kämpfe verwickelt wurde. Zweifellos ist der AldfstanL von außen vorbereitet worden urch Pie volnische Regierung' hat.'bürch die Abberufung Korsav th s, , ihres Vertreters "in' der Ueberwachungs- Ämmi'sfion? ßü erkennen gegeben,/.daß sie 'diesen Hitzlöpsigen Demagogen für den Schuldigen ansieht. Die Äcldungen! ' «ut§' dem Äüfstandst^rritorium^ berichten"' übr!r sörrnliche ' Schlachten AM' die Hauptörte. P'l e ß Mtztze-Mn /WliLnischen - Truppen,'vsrlsren,^ b a'nnwieder grwönM,/' Ry b n i k "und ein /Teil! von ' Gle iWitz rverde'n von p V.l n i s che n/Sch ütz e'n besttzt gehalten. Im" gän.^en isi zu säge», daß die Polen das ganze -'rechte . Nkvv ■Sv*'1 ■’ rnCit»«rt,4i?Y-f’&iyIäaS*^ ,' * ■ ,. , j iä .- .,_y..r7TI^ KuchtlinLch von . der H ul t f chinPr G re »ze.eing'edtoffcti; ' nach einem ndch - unöesiNßtew Gerücht - haben i t. \ -che l fcott'Miiijt!zn schafD^ Das-istsirnW0.^ , arbMäst 'MtstäuNssi - iM-Wiräl' N'd l ich e r^M 'für: .W'.' Fa gesährdete deutsche 'AevEmttß. ,r/* :^'v.' :'/• '•••^.% . Deutscher,:'/'./ - BrrlÄ "6'.'.'Mar.' (Wolsf.)' In 's.'äLLvw. itz '.wurden it\•■; nachts 'reine/ fvilnzSs ische /)Patvoui!lr. von / Jttfchx-. 'angefalten;' zwen FvaichafeN'! Wurden: s ch w er ,mbi»! tPolizeiwächtmeWr wurde!verschleppt' .?»:nb"« L scho s se n. .Auf dem. hÄutigsu Markt/ m»Kattv?.!»itz i hielten /sich ' .angesichts - der s.'LeÜensmittelknLpPh'eit ' Zhr. ^erregte..' Szenen ab. da die -Preisenrapid:i|t'.;btc; höhe , gingen. * Aus P l e ß <ist hie,, .französische. Artillerie tyieder abgezogen; , , in 'der -Stadt--ist es- Whig, -.In - De n.t-s ch'-O i-eik>L.r .u-.'.d S ch.LÄ'Li kam «es zubl ut i-, gen Z-wris che n.f ächlenx.. pie ,Mässen,flucht b«r J3e* k;och. in - dtzr. Stadt, .Verhalten sich ', aber , untätig.. 'Die kreiLgrenze vou. Kpüüzburg ist besHt; Äugviffe.der Aanh'e.n,wuEden abgeichlägen.'./W'.Franzosen sollen! zur' Hilfe, irach KreuzbUrg ahges^ndet' worben sein! In! Äai ibor ist did Läge unverändert.,Die, Ausgätige bo» Gleiwitz find von den 'Wkftättdischen ' gesperrt,' denen die Franzosen untätig gegenüberstehen. Die Pole« besetze« Grotz-SteehNtz. Oppeln. S. SKai. (WM.) Tic Polen find gestern abends in. die Stadt Grotz-Strehlitzeingchrungen. Die hranZ0sen Hatten einen Toten' und' zwei Verwünbäte. Hn HSeilhivitz^ ' im" Kreise 'Rösenberg,.' wurde ein W.' 'schwer' ve'rwuttdct, der zum '6. Grenzschutzbataillon' ib ^r-te und nach Oberschlesien in Zivil geschickt worden tvar. -. •'•- •- ' •'• . :■ '< ■ - ' :'; 1: ';• > i '' ReichsWehr «ach Oberschlester»? Berltu^ 6. Mai. Bei den hiesigen Regierungs-, s/'llm sind heuie vormittags aus Oderschlesien.-weitere beunruhigendei-Nachr'ichwn. <ngetvyfsen. :Di-e polnischen! Insurgenten haben abermals starkenZustvom bekommensämtliche Fraktionen des Michstages traten: heute vormittags zueiner Besprechung zusammen,, um: vor-, «ehnrüich-: über-/ die- Lasie in- Oberschlesien. zu beraieti..- Die ^Deutschnationale! Partei, tritt'dafür ei»,- daß' :man! die R c i ch s we h r ein setzen solle, ohne die. Alliierten , um Lhre ErLüabujS.8U befragen..-DirMgLeruntzsPMei'en! hingegen - ftshen.auf den Standpunkts daß dies' nur. mit 'Genehmigung der Entente geschehen dürfe. Die MehrheitssoziuldemotratLN und.Via'. Unabhängigen sind! der 'Unslcht!i' büßs ein E'.nseh«»: ßer-l ReichAwchr Mp? dann erfalgen'kömre, wenn dir überwiegende MHrheit dafür wür^ Nerchskanzler Fehrenbach über die Maßnahmen der deutschen Regierung. Eine Note au die Eutente. ' Berlin, 6., Mai. In der heutigen Sitzung des Reichstages, deren Beginn sich sehr lange , hinausschob, gab der geschäftsführende Reichskanzler -Fe h.r e n b a ch folgende Erklärung ab: Aebec die Äu fftands b ewegmn g in Oberschlesien hat das Kabinett gestern, im Auswärtigen Ausschuß Bericht erstattet.-Ich. darf nunmehr? die Note Verlesen, die gestern, an die Besatzungsmachte nach Äon« don, ...Paris - und. Rom gerichtet worden M! - „Das oberschl/sische AbftinrmungsgebreL befindet sich Heute zum größten Teile in der- Hand,., polnischer Banden. Die friedliebende Bevölkerung wird aufs schlimmste; terrorisiert. Mord und Verschleppung häufen sich. Der Betrieb der Gruben wird gewaltsam verhindert. Die Zerstörung dieser wertvollen > ProdMiansstätten ist zu befürchten. Bisher, hat die.interalliierte . Kommiffion weher, die offenbar von langer Hand vorbereitete Aus», .standsbechegung zu verhindern-, noch tinrch Truppen« macht dey Aufruhr, wirksam, zu bekämpfen vermocht.. Die 'B^öHWNg-/kann^ver!gngen,: daß/ die asitterten Regie-, ^rungen, ihrer schweren! Verpntwörtüng Mvußt^, unver« Mglich für eine derartige Verstärkung der! Hesoltzmegs«. sorgßv^?nr6dMeN^^n.uM.drL?^WMWA-Z^ü!-wtÄ^W.//!!gH^WrrdH N^ch2AD,WKLrMßi!Mreßt'.siHH^M! sVexlangen mit allem, Nachdruck an urch. ersuchL/uM eiüe s^lärung der dortigen Regierung, ob/sie-gesonnen ist, ’ gemeinsanr mit den anderen beteiligten Regierungen schnelles ^Eingreifen- Her Pachtmittel der/Wnerten Zu ' erleichtern und ihm. alle gewünschten Foxrierungen- ,zu° - teil werden zu lassen. Die deutsche Regierung bedarf einer solchen Erklärung, um entscheiden zu. können, ob vdn' deutscher ' Seite Maßnahmen Zum Schütze der öber° ' schlesischen Bevölkerützg 'zu treffen sind, die vom deut«! scheu Volke 'auf ' das entschiedenste, gefordert/werdend 'Hinzufügen will' ich noch, daß inzwischen -Anordnungen in die Wege geleitet sind, um die-Reichs« wehr in den Stand zu setzen, in kürzester Frist däsjenige zu tun, was nach dem Ergebnisie unserer Schritte bei den alliierten' Machten als notweMg - erscheinen) könnte. " ' : Zur' Geschäftsordnung beantragten der Unabhängige Ledebourund der Kommunist Br aß Me. [ofor«; tige.' Besprechung - der- Erklärung/ da besonders die Äb»> ficht der Regierung, die Reichswehr in Oberschlesien einzusetzen, die Situation geändert habe. Der Reichskanzler betonte,-daß die Reglsrung selbst verständlich' daS Haüs vor Einsetzung mUitarischer' Kräfte beftatzen werde! . - - Nach weiterer GeschästsorönUngsdebMe wurde der Antrag Ledebour-Braß gegen die Stimmen der Unabhängigen und Kommunisten abgelehüt.! Ententetruppeit «ach Oberschlesien. Berlin, 6. Mai. Wie die „Vossische ZüLnng"?meldet, ' ist in Oppeln die NckchrrchL ein getroffen, daß! eine Der«! starkung der interällnerten Truppen aus d?n'besetzten Gebieten, im Mrosten ^ch Oberschlesien sei. Im Gegensatz' hiezu erklärt das „Berliner Tageblatt", daß die Entente'erst nach Uüte'rzeichnüng des Ultimatums durch Deutschland Truppen' werde' schicken können.' da dünn die für die Besetzung vorgesehenen Truppen frei! würden. . - . Gegen die Napolcon-Feter. ' Paris, 6. Mai. Gestern fanden im Saale des Ge? i werkschäftsverbandes zwei von Kommunisten und Oözialisten- Einberufene > Püotestversamm'lüttHen?-gege»'^ -?die-! Napole-onseier'uäd gegen den Krieg stätt.-PäH Schätzung . der ,^umallfig" waren die Versammlungen von' etwa 12.000 Arbeitern besucht. Es sprachen Äoriot, Pioöh. Cachin. Baillant, Eoutariep und' Tommäsi. Für Sonntag ist gleichfalls ein Meeting ^egen den LrwL in PrL-- > SaüntMtzrL'M .GULsagt. —y. W i e u, 7. Mm/ \> Die österreichische Regierung hat ihre Antwortan! die Völkerbündkommissiön bereits fertiggestellt. teilt den fremden Experten dis bereits bekannten Maß--' nahmen mit, welche sie zur Entlastung der?ÄusgW«k und zur-,Stärkung der. Einnahmen ins Auge.,'sgßt^ver«j bsndÄ aber ihren Finanzplan mit der zugesägLttn^ Kredithilfe. Die einzelnen FinanzreforMen / werLM^ ebenfalls miteinander verbunden und . voneifiapder! äÄ hängig gemacht. Es soll damit 'der. Bevölkerung .vek^! ständlich gemacht werden, daß alle Kreise aüsnatzmsliiüj' zur RetLung und Ordnung des/Staates /herangozogrM werden müssen.und daß alle das ihre Lazu/h^iträgM' müssen, die ^nackte Existenz Oesterreichs .zü sichern.' Experten desVölkerbundes haben -die Gewjcihrsing '$1%, VäWüssen guf die in Mssicht genommenen - KredrtL J.ügesichert, die Bewilligung jedoch davon.Äbhäügig/'HA' macht, daß. die Durchführung der Büdgesrsiärm/'fest!..vE' bürgt/wird und daß die drei Parteien-des NätionalraWl sich mit dem / Programm, einverstanden! erklären./' T^efs.^ Bedingung schasst; für, die Parteien eine.' ZwangslaW Es ist'außerorderstNch. schwer, ein Programm!/. «WÄ siehmen/ das -auf' äüsländiDe HÜfe. - gestüK isimfpng.- Beginn usid Dauer : unbekannt '.ist^-,^MW konrmen noch die prinzipiellen- Beducken' .gegest ptantx? mnjajien|>e: ^Stergerun^-'deV. indirekh^rM I^WWM. -vKWl.W8KDMWsKtzWW isW M isihrrwm'den/ He .vor <Mnr - dsr/RWstM Mstorreichs/ '-.Zu--' 'Deutschland, zusawmenhängötz^ siDM!Sozialdemokraten^und Großdeutschen haben/sich siufi -Anschlutzgedanken sestgelegt undtvenn. sie MD. Wntz^!Zwech der Sanierung die 'Nedingungen.'.der^-E«Mte-->Wß!nehlnen,'so verlegen sie sich auf eine lange Heit.! zsistMM politischen - ZdeD/ Hie Art,. irfi der/öiefMlgÜl^! tchn >. Betrieben, /wurde,^ -. hat. in .gewsisem- Oesterreich', und für. 'DeutsDanj / gebracht -und ihre Fortsetzung in.der Förch Demonsträtiönen würde 'kaum.sin. JcherMe..ÄL!/beihe^ Staaten liegen, für Deutschland aber, das letzt üch' Obv^ schlesien zittern und seine gesamten Aktiven als BürgB schaft für die Reparationsbons stellen /muß, geradSKtz katastrophal wirken. < Für Oesterreich.konunt eine schwere.Zeit, dch? . dings befristet scheint. Es wird! Versichert,' daß'!das Pvj: färmwer? .in. etwa.zwei Jahren..beendigt sein?soll/,'WÄ 'Liese' Zeit' ist erfüllt von . Lasten,/ die '.die' PepchkWM auf sich, nehmen muß, um einem Staat äufzuhesien/'chU dem, - sie - eigentlich. innerlich, wenig verbindet. ..Es "HH» kein österreichisches Bewußtsein, die Länder ' gehen ihrer Antipathie/gegen Wien und die .Wiener /nicht äSf schließen vielmehr ihre' Landesgrenzen noch dWer?M^ und belegen die Wiener mit^^ Fremdensteuern. Tiestt;feindselige Stimmung zeigt sich' auch auf poNtrschentzj Gebiet, besonders auffallend aber in der Kaltherzigkeit mit welcher, die zumeist agrarischen Kreise! des? LanpM die Notwendigkeiten Oesterreichs behandeln, defje« Städte.sie verhungern lassen, dessen Finanzen, sie bewußt sabotieren. Daß Patriotismus mit dem MählpreiS! steigt und sinkt, lehren die österreichischen Bauern eflfif Äge- und die sittlich-religiöse Erziehung dünh' dM Ehristlichsozialen' in Verbindung 'mit. dem germanischeU' Ideal unserer GrdMutfchen wirkt zusammen, um deW^ Ausland die Ueberzeugung beizubringen, daß die Kin-, heraktionen fortgesetzt werden müssen.' In der Tat isif die näMte Generation..nicht nur Physisch, sondern «rU. mtellektuell gefährdet. Unsere Hochschulen? verfallen, detz' Nätionalismus und die Biertzhrche erschlagen die S&iffeapfchafsi. die. Beamten des Staates gehorchen nur ihrG- Parteien, /vnd. das Großkapital, das' bekanntlich immötz? patriotisch ist, zeigt , auch, jetzt in der Not der Allgemein heit seinen Gemeinsinn: Es wA in das Ausland Än wandern. . . .!./.'?1 Und doch kann Oesterreich sich arch eigener Kr»W helfen, wenn der Äustotz von außen kommt und richtitz, ausgewertet werden kann. Eben jetzt ist der HantzelD»! vertryg mit der tschechischen Republik fertiggesteM mmn. dm, der für Oesterreich billige Kohle und billigst bringt. Die Verhandlungen mit den anderen Ti»ka> MiowLstMen und mit...KMLeLryhlgnd Mb.

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