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Wiener Morgenzeitung · 1921-05-02 · Heft 813 (2.5.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 813 (2.5.1921)
Date
1921-05-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nach' Schluß der Sitzung des Oböxften Rotes wiederholte Bnand, er könne sich höchstens mit Aendemngen an der Form des Dergleichsvorschlages einverstanden erklären, müsse sich aber jeder sachlichen Abschwächung aus das 'entschiedenste widersetzen. Der sofortige Beschluß der Z w a n>g s M ä ß n a h m e n und der u n v e r z ü bliche B eg i n w des Vorgehens bl e ih cit der einzige Grun ds a tz, der für die französische Negierung annehmbar sei. Dabei werde Dentschicmb zum Nachgebeü. gerade nur? so^ diel Zeit übrig bleiben, als die Einberufung und Zusammenziehung der militärischen Streirkräste notwendig mache. Priand lehnte esemschieden ab, berÄbsendüng eines neuen U l t i m a,t ums .'in i r g e n deiner Form und der Wie de r au f n aPrü e' ei n e r -Ä t* fprech'ung mi t DeuLschland über seine Verpflichtung z u z u st i m m en. - ' - . Die Verbchrdssachverstänbigen wollen . folgenden Entwurf für die, Zahlüngsb^dMüngen 'sertiggKM hasten; Demschland muß 'drer Hättusigen von. Bons Ine. soM! oft die ReparatlonsLommission Muszüliesern'.'und. in neun bis! zwölf Ätonaten zahlbar sind' L Dosis im' Werte von '60 MMacdeu, die.am 11> November 1931 auszugeben, Md der.Reparation^ Kommission zur Verteilung auszuhändigen sind; . 3. eine letzte Ausgabe von. 80 Milliarden wird erst dann gefordert werdet'- wemr M'Ächarationskommrssion die Gewißheit haben ivird, daß der Weltmarkt sie-aufnehmen Kann und Deutschland imstande ist? sie zu bezahlen. Diese. Bons müssen' durch, das Generalpfandrecht nach Artikel 248 des Friedensverttyges sichergestellt sein, und: zwar durch besondere Unterpfänder, wie die- Zolleinnahmen, usw. Ferner wäre eine deutsche Schuldenverwaltung in Berlin ms Leben zu rufen. . . - .' :: -Die- Aussprache über die Zahl, der Jahresrate n dry: entweder^ 30 oder 42 bettagen sollen, dauert fort. _. 1. Mai. (HapaS.) Ministerpräsident Briand' hat nachmittags erklärt:' Ich bin entschlossen, zu^ verlangen,' daß die neueü Sanktionen bereits heute ins Serk gefetzt^ werden. Ich will damit sagen, - daß die nötige Mobilisierung noch heute abends angeordnet Wtzrde? Wenn innerhalb der ach t Tage, die unerläßlich sind zur Verwirklichung dev Maßnahmen, die wir beschließen werden,' die Deutschen Vorschläge machen, w>rd^n wir sehen, ob es * möglich sein wirb, si t anzuh ö ren. Es ist offenkundig, daß sch uiiker diesen Vorschlägen zunächst die uneingeschrälchte Annahme der von der Reparatwnskommission sestgestrllten Ziffern . und sodann - die Annahme der Zahlungsmodolitäten verstche, die eben festgesetzt werden. Die' deutschen Vorschläge werden jedoch, um in Erwägung gervgen werden zu können, in eiuor Weise mit Bürßschäften versehen sein müssen, die den Gläubigern Deutschlands genügend erscheint. Die Bürgschäften find don verschiedener Arf und umfassen namentlich die Schaffung einer deutschen Schuldenkommission, Kontrolle der Zölle, eine prozentuelle Abgabe auf die Aüsfuhr »sw." So' ist : die Lage. Ich habe mich darauf. - fest, gelegt und e s i st u n m ö g l i ch, d a ß ich.« n d e r S bandeln könnte. Englische WidevstLn-e . Sottbott, 1. . Mai. (Agence Havas). In seiner Unterredung mit- Lloyd George ließ es sich Briand angelegen fein, Lloyd George die schw^ereA Unzulömmlichleiten eines Ultimatums neuerlich darzulegev. Lloyd George wies: seinerseits auf den Widerstand der City-Kreise sowie der Arbeiterpartei ge gen je de Z nt erventivn in Westfalen^ sywie ..die Devt!ckla«d durch die ALvLrackmsküwmWv wüzierte Ziffer von 132 Milliarden hin. Die französische Regierung sei genötigt, Maßnahmen zur Besetzung zu ergreifen, würde aber trotzdem di'ss F r a g e d e r B esetzung noch einmal in Erwägung ziehen, wenn Deutschland die Bedingungen der Alliierten vollständig annähme und Bürgschaften gäbe. London, 1, Mai. Ueberdie gestrige Konferenz des Obersten Rates berichtet der ^Observer-" : L l o y d G e'o r g e schlug vor, daß die Sachverständigen innerhalb dreier Tage Vorschläge ausabbüten, wie Deutschland die von der Pariser Reparcktiouskommisston änsgerechneten Summen zahlen foll und unter welchen Garantien, und daß dann ein J>xeitägi ges U l trmatüm an D e.utschlan derlassen werde; die Franzysen würden vom ersten Tage des Ultimatums au mobilisieren dürfen? da die Mobil!-' fieruug zehn Tage in Anspruch nehme. Italien ü n i e r st ü tz e d e n' en g l i s ch en V o r sch la g,, der aber von Briantz glattweg als 'unmöglich äb'gele-hnL7w urde.' . '.! - Paris,' h Mai. .Davckd.) Der Sonderberrchtttstatter des -Tentps^ r in ->Lörch'ott''-chEldÄtH feinem BlaM^dH ^MSee8lmsnahMM4ch°W die' sich feit gestern^^ abends nicht geändert Hab«? nicht auf die Absicht zurückzuführen sei, Deutschland' irgendwie zu helfen. Ein solcher Gedanke siege chm vollkommen setn. Sie erkläre sich vielmehr durch den starken Dmck^ den die finanziellen, wirts ch a f t Li ch e n und g es ch a s t lü ch e n Int e ce s s i u G t o ßb 111 a it n % t n s a u f;‘ i h n <r u sü b e n. Lloyd George glaube, eine Feist verlangen zu müffen, um die öffentliche Meinung seines Landes von - der Notwendigkeit entschlossener Maßnahmen Überzeugen zu können. Der Berichterstatter folgert aus dem Scheitern der gestern abends vorgelegten - Vergleichsformel, daß Velgien jederzeit entschloffen sei, Frankreich in seiner Forderung nach soforüger Besetzung des Ruhrgebietes zu unterstützen, und fährt dann fort : Die englischen Industriellen sind zurzeit über eine andere Frage sehr beunruhigt, nämlich über die Stellungnahme Italiens zur deutschen Ausfuhr. Der englische Istdusttiellenverband hat nicht die Absicht eine bedeutende Menge deutscher Erzeugniffe mit italienischen Fabriksmarken nach England einzuführen, und denkt Nur daran, dieser Gefahr zu begegnen. . London, 1. Mai. Der Oberste Rat hat sich um 6. Uhr 30 Minuten vertagt. Er wird morgen wieder' zusammentreten. Ein neues AMmatUM? £ o n d o n, 1. Mai. Ders Revterfche Bureare meldet, ^daß die SachverstSndi'geu der AMerLerr mit BestimmtherL daraus rechneten, zu einem Abkommen zu gelangen/ so daß die Meinungsverschiedenheiten zwischen de« Alliierten beigelegt würden. Anstatt daß die Alliierte» sofort in das Ruhr gebiet ein m ars ch ier en, so ll D evtsch tan d ein kurzes Ultimatum gestellt werde«, «ach dessen Ablauf die Zwangsmaßnahmen in Kraft trete« sollen, falls Deutschland sich ablehnend verhält. Mobittfiepnng in Frankreich. A«S P a r i S wird gemeldet: Brian d verließ die Sitzung des Obersten Rates , um K .Ahr abends. Er er-' Aatte Journalisten gegenüber, daß eine'Äepderung der Situation eigentlich nicht cingetretcn sei, da die Alliierten auf ihrem Standpunkt verharren. . Die M o b i l i s i e r u n g ist f ü r d e « f 2. M a t angror d n e t und eine Aendernug dieser Maßnahme wird auf keinen Fall eintreten. Die Pejetz.ung:d'-s.Ruhr>;ehic-F kann, da kie ÄLbklM-MM M Laar fxeUch Vox. deK i 6. M L; nicht beginnen, da die Opexatioy gleich, zeitig einsetzen muß. Denn der Einmarsch in d«js RuhS' gebiet, soll nicht nur ein Ritt der Kavallerie nach Effch fern, sondern eine vollkomme»e Besetzung. r' Paris, 30. April. (Havas.) Der „Matm> will wissen, daß der Ministerpräsident bereits am 1. Mar f>eät5 Kriegsminister und dem Marineminister die Entschließungen des Obersten Rates bekanntqeben werde.; Es^ bestehe nämlich nicht der geringste Zweifel darüber,' daß aüch d e r fr anz ö sisch en Fl otte «ne^ wichtige! Rolle bei der Ausführung der geplanten Maßnahmen zu-! gewiesen sei. Unter den "ersten Maßnahmen, .die' geiröffen werden sollen, "ist. nach Angabe. des »Matindie. Einberufung des Jahrganges. J1919 beabsichtigt, und zw atz durch Einrelaufforderuvg. Der „Matinsieht voraus/ daß die militärische Aktion rasch durchgeführt nüd daß noch vor Ende der kommenden Woche E s s e n-von ftan«' zösischm Truppen besetzt werden wird. - ' / Herrn Goodes Ansichten Äber die nächste Zr»kunft Oesterreichs. Die Kredite. — Die Lebensmittelfrage. Der- Leiter. der Wiener Sektion der Reparations- - Kommission, Sir Goode, verlaßt morgen mit seinen ©camten; Wien.. Ditz-SMum ist aufgelöst und ep bleibeu um mehr' misitänsche. Pertreter EnglMds M MA. hie aber ebenfalls^ - lassen, ,M-sich..nach Budcchest zu begebett. Mr Gno de hatte , vor seinem Abschied eine Anzahl-Verttetec 'dee Wiener Presse, für Sonntag nachmittags zu.'./sichgH. laden: und chnm. rin^ als. Losiektives Inttrpiew -gö» haltenes Elaborat überreicht, das seine Airsichten, über! die Läge Oesterreichs. entMt und von ihm MH fo-»^ wie seinen Mitarbeitern durch - gesprächsweise,!'MyKtungen ergänzt. w urde. Sir Goode gla'M mchtz daran, datz Oesterreich in dem kommenden Halbjahr' a u s l 8 n d i s ch e K r e d i t e erhalten wird. Für! den AbbanderLebensmittel-uschnffe,z deffen sofortige Durchführung er für eine K a t^ st r o p h e.hält,. hat er Vorschläge gemacht, die: gegenwärtig den Gegenstand von Beratungen der BMierung? bilden. Es dürft« sich hier um den Vorschlag >. handeln, die Zuschüsse his zu einem Iahresemkymmen von L 300.000 unvermindert in Kraft zu belasten und erst darüber hinaus den staMchen Beitrag zu vermindern . und die Preise dementsprechend/ zu / erhöhen. Sir Goode. setzt alles Verttauen in. dies-Kraft: und die Geduld des Volkes, das sich aber voWyndig von der Hoffnung auf das Ausland emanzipieren muß. Oesterreich hat mehr Einwohner als Dänemark, . Norwegen, Schweden, Holland und Portugal: Seine; Lebensschwierigkeiten sind sehr groß. Können aber ' durch die eigene Arbeit und die MithÜfe der Nachbar« verringert werden. , \ ♦'!; Amerika wartet' . . Berlin, 1- Mai. Die „Deutsche Allgemeine Zürtang- . meldet aus London: Wie aus Washington berichtet, wird,- werde die amerikanische Regierung mit ihrer definitiven ' Stellungnahme zu den deutschen Vorschlägen zurückhalten, . bis die Konferenz des Obersten Rates i« London beendet ist. Die Friedensresolutio« K«»x angenomme«. Wafhlnqto«, 80. April. (Havas.) Jm Seno! dekämpfte der' Demokrat King den Antrag Knoxbei' i nach seiner Behauptung nur von dem Wunsche eingegebeu sei, Deutschland däber behilflich zu sein, sich von den'! Verpflichtungen des Vertrages von Versailles loszumachen. SWeßlich wurde /der Antrag Knox mit 49 gege» 23 Stimwen vom Senat angenommen. % '' Washington, 30. April. (Reuter.) Senator Lödge ' erklärte im Senat, daß, wenn der Annahme der Resolution Knyx ein Vertrag mit Deutschland folgen sollte, auch mit den.üuderjr'f«udlLch.e» , Nationen. Verträge' abge<i<':>ff« ' würden. '

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