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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-28 · Heft 809 (28.4.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 809 (28.4.1921)
Date
1921-04-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelpreis K 2.00 PrLA«Mer«ttip*»preiser Oici: fl«“ «fiL1** > AfrAtte* L «fgW, Lad«, fetf« 1 Hit 3, »der in edr« ^SrnMetzsieLe 6k«chv: m*rnatH4). SfoMeu 10t».~ Htt Pssintttza» fto Wir» *ub . C(jkn(U||s ’ ffiMMtlitfj. R*«te« I0ö.~ Tschechs-Sknxrkr: .. Kc««e».fr.- vi«t«ykbrttch „ 51intschecho^l-wnUfchr-SS-««- ORttiailf« . . «WM* W-- B»jxa*elfeJi tm *10.~ ü» «KzarischrxSSÄrriÄ, Angsfi»««»: . sr»»Ltu»... De»« *®.~ Einzelpreis K M.MGj Nr. 809 Wien» Donnerstag den 28. April 1921 $rfcimee<ttfaRdpt*$fc Nrairsittch . Mark IOC n» SStzrÄU D«tschtt«vr ' Moustttch. . . Mark; ft-MttfadUtl J Monatlich . . FeLSLÄ^l Ztslien:. Mmratttch . -..gät* ■ _ ^„RmnLnienr' Mouatlich LrL Schweiz n. bis üStrij Moaatkich. . . F^ Lslephoae-4.5VS8._ «v «Uhv Pofts-«rLafke«K»r!LK.' ■fiä^s?as5aj a» 3. FahrganD Eine siiirmiscbe 'Äerlin, 27. April. Die heutige Sitzung des Reichs-- tags, in der die Aussprache Aber. ML. auswärtige Politik der L^egierurrg-begann» nahm^einen äußerst bewegtim. wiederholt sogar stürmische,» .Verlauf. Die vom, Abgeordneten Dr.-R ie s se-t (Deut sche Volkspartei) verlesene Erklärung der' Mgierungspärleien' wurde vom Hause mit großer Ruhe ausgenommen. Die Erklärung gipfelt d'ariri» haß die Pn ^eM-n,d'e,r7.R.s-g.ie,v u-n gSkoalitto n "sch weren Ihevzens aber in vollem Gefühle der iHera'nüvÄrtlschkeÄ' das E i n v erstand-' ni s dazuautzsprechen, daß ' -die Regierungden Weg, bot sich ihr Hat, - betreten hat/ um die Be r m i t-t l u mg der Be rei N i g ten\ S taatein zu erlangen. Die Erklärung, daß das' deutsche; .Volk: alles - Schweredas die ' Gewalt - mit - sich 'bringen-^känn,!? -Dxchtlqs'und ungebeugt auf fick) .nehmen werdewürbe mit -Beifall ausgenommen. ■:■' ' v ■'- -. :-.: ■:: :1 >. Abgeordneter ML f ler-FiMken spricht mehr gegen die bisherb,;folgte Politik - det -Deutschnationalen als über die' Erklärungen des ReiHsmiulsters Dr. Simons. Zehner wies darauf, hin,' daß d«r F ’tr« d e v o n V e rnicht : simstdernr/ daß Me ^Feinde - fetzt schön' schärfeve M> dingnngen für Deutschland' hüben, als seinerzeit Deütsch-- liW^mit WriH-Lrtow sk aufstelltei - Redner' kommt dann auf di'e Ursachen des Züsämmenbrüches zu - sprechen', den'er auf M.MlWMr'DeAschnAMMlen 'zurückführt/ Aer Mldn di^HLrWschen Unierb'rechilngen ein; dem Wner wird immer' wieder''zUArrstfeli^-Äersozialdiemo- Wische-- Verrat ist an dem Aüfamntenbruch schuld- Ächner'rpendet sich dann gegen die' monarchistischen'Umtriebe der TevtschnatioRalen nnd erklärt/baß die keutsch- Wronale , Partei mit 'der Le He , her Kaiserin 'Partei- Politik getrieben habe? Hiebei erhebt sich aus der Rechten des Dauses stürmischer/ 'langanhaltender Widerspruch. ZahMiche Schimpfworte werden dem Redner entgegenschleudert. '.H e l f f e r i ch ruft: Gemeinheit! —' andere - rpfen: Pietätlosigkeit! Das war ein früherer Reichs-- AnM! - Die Szene wiederholt sich. als. Redrwr Nngib't, dM,did?Bet«iligm.g' -Beertzkgung der Haiserm stark gewesen sei,' bei -der1 Beerdigung des ermocheten ' Sylt sei ' sieüber ebensü stärk gechesen. - Äls Redner - W die 'En pW a f f nnn g s frage zu sprechenkommt,' und me heftigsten Vorwürfe gegen die rechtsstehenden Kreise erhebt^ wich er wieder durch stürmische Zurufe Mterbrochen. Man ruft ihm Hte'',b<estrgen.^'dre Arbeit der Alliierten! Französische Arbeit! Ustvl Reönör- 'brdKnert qüch' W' osizieM "Beteiligung. der Meichswehr' wr. dem' Begräbnis. ' Bezüglich' cher' Reparationsfragei ^klärte Redners Hß chre Äegiernug: für den Schritts: den - sie. gMu^. tzie 'MMÜvortung 'zu tragen habe: ' WgVrdne.nr Dr. ^elfferiH spricht zunächst Her 6io .53^ralittporiii^rcit ^nt;.S?rieg?iaiJi3&rüd^ und erklärt? die!?heußeruNgen Älohö HeorgeS,' wonach Deutschland Es»-'den Krieg' gewollt und' Verursacht..hätte, müsse; er ablehnen. Bezüglich der Eüttvaffnungsfrage erklärte > er/haß die Entwaffnung des deutschen Volkes die Bewaffnung, seiner Feinde, bedeut .und datz.,.diL^R^. gierung in dieser FraAe tveit überdie Verpflichtungen des Fciedensvertragcs hinausgegangen sei. Zur heutigen Lage-erklärt ür> daß seUre Partei bereit sei,- schwere DMr.Zu.briugen.; . u V - -? Schließlich bezeichnet er es als die größte Schamlojigbeit/ eiyem wehrlosen Volk immer die Faust vor N.#.Wr:jn Halten,, wie es Briaud täglich tut. Er erklärte-,-» daß - seine- Partei die Politik der Mgterungi nichtmitmgchen könne. . . / . ’ D^rUnabhängig« Brei-ts-che id erklärt: Deutsch- - ichid Hat die movalisA-e Pflicht. zur -Wiedergutmachung, die allerdings «ihre.-.Grenzen-findet-, in der. objektiven, Dcutsch-'and). Diese Lxistung.barf: nicht: Arbeiterschaft' der ganzen Welt mehr alsmöglich'-- glasten.r-D«..-Hey.dazu ist in tzen AmWhamer H-rljchakLSb-eschlAsrn. gLgÄbeu.-.Hor«u 'DriLydS Eewalt"- mUi.w;v rhvii - »llLMi/t-l \ii eiMr vernünftigen Lösung der schwebenden Fragen. Die kapitalistische Lösung! der 'Frage"' ist -für uns' nicht s-'gangbar.-- - Gegen das Interview-mit dem'- fränzösisch-n'Journalisten haben wir nichts' einzuwendeu.- Wir bedauern auch die-neuerliche Schwenkung der deutschen Regierung nicht. Sie -h ätte längst erfolgen sollen, - Die - Regierung hat alles auf wiM 'Karte' gesetzt. Kommen-wir nun mit einem blaiwn-! Auge düvdn, fo ist ^das -'nicht daZ- Verdienst'des Prlykräres-Fehrenbach,' sondern ein unverdientes 'Glück? '' Der Kommunist §röh lich führt-in'-längerer Rede aus: -Die' Ungeheuren " Lasten der »'neuen Vorschläge würde Deutschland nicht ertragen können, es sei denn, daß sie auf «ine Bvo vierteuerung hinaüsliesen. Eine so nnllare Politik, wie die gegenwärtige,' sei «in Hasardspiel. ' ' . Das englische Kabinett prüft die deutschen BorschlSge. London» 27. April, /Reuter.) Das Kabinett hat heute vormittags die.deutsche« VoefchlSge. MteWönv WA; Prüfung uuteezvge«» r England verlangt AnfklSrnnge«. Paris, ZU AprL Die AgM«- 'Hava-"«''Net auS'L' o'-«-- d s n: Info» mationen aus britischen Krisen zü ölge ist die Haltung der Regierung bet effs der deutschen Note, der'cü'-Text-von Wa hington noch nchz übermittelt worden iü, jene einer vollständigen Reserve. Die in dem auS Berlin stamWeWen Wortlaut enchgltrue» Vorschläge sind m bemg ans d«e Garantie« z«ei- 'deüvg Diese Lweipentigket macht Äusklärungen notwendig und eS fmd bereit- Schritte, erfolgt, um rasch Aufklärungen zu er» HM«,'insbesondere über den ersten Paragraphen, '.da »Drntschlaud avschernenb keinen Zeitraum Vorschläge, während beste« die Annuitäten zu zahle» waren. Pessimistische englische Me!dungen. London, 27. April. /Reuter.) Der belgische Minister des Aeußer.» Jas dar wird bis nach dem Zusammentritt deS Obersten Rares m London bleibe». Er erklärte. Belgien könne den deutschen Vorschlag, der nicht ans dem Pariser Ueberrmkommeu beruhe, nicht aunehmen- Seines M e i n u n g nach sei die letzte deutsche Rötete!« wirklicher Fort- ^sche-itt. -- - /-- Minister 8 o « ch «rr r wohnte einer Zusammenkunft brr Wird«sutmachuvstS-Sachverständigen bei, die den deulschen Bor' - schlag plütte» und der Meinung sind, daß er in der jetzigen Form den französt chm Forderungen -nicht entspreche» könne. Loucheur steht die deutsche Note nicht für ernsthaft an. Keine Antwort ans Amerika. Berlt«. 27, April. An hiesiger amtlicher Stelle ist bisher eine Antwort von Amerika nicht eingelanfe«. - Wie die aLdentsche Propaganda wirkt. Parks, 26. April. (Havas.) Ministtrpräsidertt Briand gab im Senat dieselben Erklärungen ab wie in der Kammer,, tvobei er hrnzüfügte, die letzter: Kundgebungen bei der L«ichenfeier '- für die ehem a l i g e d e ü t s ch e K a i s e rin .feien' danach angetan, Frankreich zu beunruhigen, ja sogar zu angftig^n. Di« Vorschläge, die Deutschland gemacht hat, wären lächerlich. Frankreich, mußte zu Zwangsmitteln greifen. ' .. .' -.'v'/..' / Ei« adgewiesener deutscher Vorschlag Pari«, 27. April. (Havas.) Die BsM»si-r«-nserenz, hat den Vorschlag Deutschlands, die Meinungsverschiedenheiten mit - der interalliierten Aontrvllbommission, betreffend d'e Anwendung gewisser militärischer Bestimmungen des Versailler Frieöensrertrage-, einem Schi-i-sspruch zu unterbcsiten, aügelshnt.und 'die Be- WüK dch; L»^valW.rtzrn KsW»UW Gericht über Angar». f.r :y c c it, Wjm . Die Verhandlung des FnedensverLrage^'/pvir' Trianoy hat dem englischen Unterhaus die GeMetttzeft'' geboten,' die in Ungarn herrschenden Zustände . Äs^iD. sprechimg zu unterziehen und - seine' 'Meinung zu lassen/ daß derlei Schmach nicht länger gehuM-^vep.' den könne. Was in Ungarn seit der von ruMnWrr 'Truppen vollzogenen Niederwerfung der Kuschen Rslgierung ^eg-en.die Iu-d-en geschehen.ift-.^ud noch ^gefchieht^ W zubekännt, als daß man noch? eMe ein»! gehende Schilderung geben müßte. Weniger beminft,! aber an Bederrtung den G.schehnissen.gleichwert-ig, ist der.j Umstand, auf den der Arbeiterdeputierte W'e d g w-opÄ nunmehr öffentlich: aufmerksam gemacht hat:::Mß -MM*) lich - die Akte des weißen Schreckens;in GetzenjvoD^hsN -bwi-tischen -DNerkommissärs: dieser^ sie. zuerst ' überhauptdementiert chat/j spater;' abech hat-zugeben müssen. Auf Grund ssiner.-'Mldr>nGy'd Lloyd George im.Vorjahr im englischen UErhaE erklärt, daß in Ungarn Rechtsordnung herrsche und däH es keinen Terror gebe.- Die. Mitteilungen W e d g»! Woods und Kenw/orthys können - nun Äs'süS*' reichender Anläß fiir sine'Revistön Hfeftr-MMnäg^ dienew' und. >das - ganze Shftenr »dieser .EntenDcpMtstäch.^ .tigten ausheben, die .mit.., der^-magyarrsHLu 'ÄmtsW freundschaftlich verkehren, deren SympÄhiendMd' dmchaus wetkomchenssn,'ZchersitttWft Regung ODsw politische und.rechtlichem EntwicklungUngarris MUtzt« Ungarns. unsicher..machen^' waren - schott .läsiMMeinend ehrlichen. Beruf überführt wovden und M. M Wj' kleine Land hie! zu große Armee, die:sich-WachWL.'mM-. M" sÄst.'ema^ tpäxe iÄ>w längstaEdH nMMZMl Matz herabgesetzt worden, statt eme^üttmaÄWb unruhigung für die Nachbarn, - vomehMch' Tschechen . und Jugoslawen, zu bilden. . >j' - fr / : Es ist im - englischen Unterhaus , mit voWer^B^rsH-i tigüng heworgehoben worden, daß -die p a.s s r vlL D ül< d üng des ungarischen. Raub syst envs Verhöhrrung der Institution des Völkerbundes Völkerbund soll die Ausführung, der »FriedenspxrjLage'^ überwäHn. Er ist eine rrwrülische Instanz, die Msj Ge»; wissön der! Kulturmenfchheit vertritt - - und übenÄ, Hdrtzapftreten. soll, wo! gegen den -Geist des .FriedMA M-! frevelt wird. Er soll die schutzlosen MinoritäW, immer sie leben, unter . den Schutz seiner MÜtüriM stellen und gegen, jede Verletzung ihrer mensch!i'chLtt'- üW bürgerlichen Rechte Protest erheben.. Aber da 'Li^üFriödensverträge selbst , eine . sehr verbesserungsbe^üMigN Sache sind, und, wie die ununterbrochenen- Knterpxets^ tionsdifferenzeN beweisen, mit den.Tatsachen in KvnfliW stehen, so ist auch hie aus den Verträgen! selbst IMorgegangene Körperschaft >deS Völkerbundes einevollkommene. Institution. Sie hat keine Exekutivgewr!^! und da in der, Welt von.lheute die Prinzipien der.ÄW nur eine Paraderolle spielen, so kann , der VLlt'etbÄd! keine Anklage erheben, keinen Prozeß führen. Minister V a l f o.u r hat nun mitgeteilt, daß die RegierüngLn^dep alliierten Mächte gemeinsam mtt dem Obersten. dem Völkerbund an der Einrichtung einer den SchuW^ Mino ritäten wirksam sichernden Stelle arbeiten.. l Äyd' C e ei l, der energische und kluge Anwalt aller. MtzttsH« lichkert, ist der Angelegenheit noch schärfer an 'den WV gegangene Er verlangt f ü r 'd i e M i n o .ri t a t e.h-.d aöj Recht, die Klage an den Völkerbund zu.'erheben, der alle ihm zur Kenntnis kömmendeit Pse*' brechen -- und jede- Verletzung des Rechtes einermeinschaft ist «in Verbrechen '— vor einen internM^ näleu^'GerichtSdof verweist. r > k -Die Machtlosigkeit des Völkerbundes, dessen Willen man heute anerkennen muß, fließt abar! Nicht! allem aus dem Mangel einer ausreichenden Exekutivgewalt; sie ist vor allem auf das Fehlen jeder ötssonanH m der öffentlichen Meinung zurückzüführen, die ^rch-L^ unterdrückten Minoritäten anzunehmen, hätte. Äber g»» rade bezüglich Ungonrtz trifft dies rrlcht zu. "llü-iärnK ^AvÜKK U M.?LU oivilistc'NÄr C-yWs M L«Ml

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