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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-26 · Heft 807 (26.4.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 807 (26.4.1921)
Date
1921-04-26
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sekte 4 . Men. Dienstag Wlstter MoxseiizeiLüng Vir muffen dahcr. setzte Balfour, und :$ spreche jetzt als Miial'.rd Oci U5Ö!fcrlr.tu^C‘>, in solchen Fragen hinter uns die geschlossene und einheitliche Stellungnahme der ganzen Welt -sLhlsn,iweuN wir «twaS unternehmen sollen, und ich Hoffe, ° daß wir ranächlim in. die Lage koinrnen werden, uns auf diese Hilfe j!i iriiycj!. Was Me Redner - in der Debatte gesagt hkbcu, lulfr uns und wird sicherlich iu' jedem' Herzen ein warmes Echo. ftnbcif* ^a>h Balfonr sprachen noch Sir S. Hoa r c und Saptain Ellint, der sich argen dir Abtrennung der ungarischen (£>> biete üom Angarn cmssprach, und bier.uf Lord Robert Cecil. Lw >£mfohbc zuerir cbenfalrs Ms Frage der Grenzen, d..'. \\ die Frage der Entschädigungm und wandte sich schließstch der - Franc des Schuhes der Minoritäten zu. Er erklärte, daß. er die autzLrsrdentlichc Bcdeuiuna des L.rnoritätenschutzes be« imr, dre -glcichSedLLtend sei mit der Fragei den Minoritäten M Zentral- und Osteuropa Sicherheit zu schaffen. Diese. Politrt s,", soweit England in Betracht komme,' eine alte ’föol'hl, die schon unt de:n Berliner FriLdLnsbertrag, ja noch früher enizeleiteL worden sei, aber durch die Friedensverträge i»orr Paris ausgebildei worden , ist. Diese Politik sei eine der besten Bestimrirnngerr dieser Verträge. j Auf dem Papier ksr -cn MrnorUüterr angemessener Schur» geWährt.-Die Fraget run derentwegen jrtzr solche Besorgnis herscht, ist, ob dr-es-e Be» Pimuuurgcn zur Ausführung, gelangen oder nicht. Balfvur Hobe erfihrj, daß der 9d.it des Völkerbundes nicht? zögern werde,' oinHUJrciscn, und hoffentlich wird dies tatsächlich geschehen. E§ rst sicher-ich. richtig,, daß sehr viel-von. der'..Er» - Ziehung.,der. .öffentlichen Meinung abhängt. Der Apparat iü noch n»cht genügend aus^rdaut. Vorläufig verhält es sich batnii so, daß jedes Mitglied srs Völkerbundes vor den Nat des Vörtorbundrs eine Anze'.gi: iij&cx. die mangelhafte Ausführung der Klauseln bringen io.mt und sicherlich kann die brr. chc Regierun^ davon. Gebrauch machen. Ja, mehr als da§, dw RcgieLung sann verlangen, daß, wenn über die Tat- Mitteiliuigell ans dem Publikum. 8 R88.LAMTBN, Perle», S2oIä, Silber,Pl*ün a.tJhrea kiaiji ned «eikauit 776 ETTER Rotentarmstr. SS, BXarinbilferstr. 98 Eröf £ nungsanzeige "■ üvtr- «* MITTLER II., Haidgasse 8 und Slureaumöbel die grösste Auswahl Leopold Sieinhart vfämamvmaB Wier, £., Bibei-eiraa»e Kr. 8 SehrsibmasahiBenrepsratnrea rs-seli. billig nnd xrit 153 ToL 4073/V1U Transit lagen! alle Farben« billigst bei 4532 ' mS<$& LKL«-ELLS«LSVlr' 'Wiejtt« nM 0'bore liomuistrasso 67—69 Telephon 49.442 mm M “ i in. &. I. jntst Wien, CE», HelraesfiraAe 16 . 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Es bestehen darüber so fo£t£ Ztp HoLM'-CeM, ernste Zweifel, dch man sich Mi darMrs verlassen , muß. daß cm Mitglied des Völkerbundes die Angelsgenb^tt wirklich, auf 'sich nimmt.' -'' ' "’" Wiav.;bitIe von uns wünjche.u, rst,- b »ß.bie BRätine Mw glrchker L sehe« sollerr,.«« - -her detrrffeudr» Mmont-Lt selbst bas 9U«}t zum Appell an den Völkerbund z u geben. Was, jo viel ich weiß, sagt LorL Robert Ercil, tm Rate des 7Völkerbundes getan wurde, bestand "barm,-daß,- wenn ein Appell in bezug auf schlechte Behandlung einging, dieser.Appell an die Mitglieder des Rates des Völkerbundes versandt wurde und jedes Mitglied die Möglichkeit hatte, die Angelegenheit auszimehmen und vor den Rat zu bringen.' Ich hoffe, daß . der Apparat durchgeSildet wird und daß eine Körperschaft konstituiert w«d, deren Pflicht es sein wird, solche Angelegenheiten vor den Bölk.rbund Zu bringm und. darüber zu wachen, daß sie wirklich vom Rate des Völkerbundes ik - irgendeiner Gestalt oder Form behandelt werden. Ferner möchte ich wissen, wann das Uebereinkommen über den -i.nternation alen. Gerichts-' hof tati-fiziert werden wrrd. Diese Ratifikatwn §oll nicht verzögert werden^ da das- Gericht hoffentlich In Kraft treten wird, sobald die Hälfte, der Mitglieder des Völkerbundes das Uebereinkommen ratifiziert haben' wnb. Die Schaffung des Gerichtshofes ist «in wichttgeS Rad in der Maschiuerre zmn Schutze der Minoritäten. Ich &tu sicher, daß sich auch nühc unter den Staaten Zentrüleuropas eine Opposition gegen Li.:se Mafchinene bilden wird, sobald sie erst vorhanden ist. Ich habe selbst diese Frage, sagte Lord Robert Cecil, mü. einem sehr aufgeklärten Staatsmann ernes der zentraleuropärschen Länder besprochen, der erklärt-: „Wir werden immer der Unterdrückung, der Mmoritäten mrgeklagt und nichts werde ims mehr freuen, als eine Untersuchung dieser'Anklage durch einen internationalen Gerichtshof fordern AU. können." Deswegen soll der internationale Gerichtshof fw. bald als möglich eingerichtet werden. Lord Robert Cecils Rede folgten noch einige andere Reden, in denen immer wieder auf diel Bebrütung des Schutzes derM inorttäten htngewresen wurde. Schließlich wurde die Zweite' Lesung der Borlag« beschlossen. (Inzwischen' 'ist der Vertrag bereits ratiftziert worden.) Die Bedeutung der Debatte springt in die Augen, beim sie zeigt, daß tm englischen Parlament rn allen Parteien in gleicher' Weise dir Entschlossenheit besteht, feie Minoritatsüausel der Friedensvertröge, welchen Staat und ' welche Minorität auch immer sie angehe, zur Ausführung zu bringen. Welche Bedeutung die Anregungen von Lsrd Robert Cecil haben» «gibt sich ebenfalls nicht nur aus dem Charakter dies« Anträge, sondern auch aus der Person des Anregers. Exkaiser Karl verläßt die Schweiz. Paris, 26. April. (Funkspruch.) Aus Genf wird gemeldet,- - daß Exkaiser Karl beabsMtLgM solle, die ' iju toriAifitf, mr* 199 FtWftMTr^. . I.W1PPL1 Nö ER STR. 29. IX.UNIVERS1TÄTSSTR.12. * RICHTIGE AUGENGLÄSER Wl^N BESTE FASSUNGEN BILLIGSTE PREISE REPARATUREN SOFORT IN EIGENEN WERKSTÄTTEN» NACH AUSWÄRTS POSTWENDEND. TsgesLerLchL. Zionistische Versammlung in der Leopoldstadt. Die . LeopvÜ>städber Organisation, machte den Versuch, die beiden Interessensphären des Judentums: Probleme der Bibel und Probleme des praktischen Zionispius, auf die Tagesordnung einer einzigen Versammlung zu fetzen.. Zuerst sprach, Herzlichst begrüßt, Professor Doktor Torez hne r aus Berlin über „Das Rätsel.in der Bibel^. Der Vortragende zeigte die Bedeutung des Rätsels im Geistesleben primitiver Völker, bei heuen Scharfsinn und Schlagfertigkeit noch höher gewertet werden als Gelehrsamkeit. Der Mischen Geist'gkeit sagte diese auf die w i tz ig e Häufung von Paradox e n gestellte Ausdrucksform besonders zu und wir erkennen die Beliebtheit des Rätsels, noch bet den Mischen Dichter» des Mittelalters. In der Bibel finden wir es als Vexier-- rätsel, als etymologisches Rätsel, dem die verschiedene Bedeutung eines und desselben Wortes zugrunde liegt, als Zahlenspruch, als Klangrätsel und sogar als Taträtsel vertreten — das letztgenannte bei den Propheten, die durch absonderliches Gebaren das Volk zum Fragen und Nachdenken zwangen. Den Anlaß geben heitere Gelegenheiten, wie Hochzeitsgelage, aber auch ernste politische Situationen. , Von Beispielen besprach der Redner besonders eingehend das bekannte Rätsel des Simson: „Dom Fvesser kommt, das Fressen und vom Gierigen kommt Süßest ferner das Rätselgesproch zwischen Bruder und Schwester im ,Hohen Lied< und den ersten Teil des Id. Psalms, der nach Auffassung Dorczyners aus zwei im Mtertum auch bei anderen Völkern, populären Rätseln samt Deutung besteht. Reicher Beifall belohnte die geistreichen Ausführungen des Gelehrten. Dann besprach Dr. Plaschkes die praktischen Aufgaben der Zionisten und ihre Sammelpflicht für Schekel und Keren Hajessod. Die Peßach-Woche sei besonders - geeignet zur. Propaganda für beide. Dse eindringlichen Worte dieses Redners fanden ebenfalls die begeisterte Zustimmung des zahlreich erschienenen Publikums. Eine Protestkundgebung der Grazer Aerzte gegen das Zahntechnikergrfetz. Graz, 25. April. Zum Zeichen des Protestes, mck der Solidarität sämtlicher Aerzte gegen die von der Nationalversammlung beschlossene Novelle zum Zahntechnikergesetze fand heute vormittags im Allgemeinen Krankenhause eine Versammlung der Professoren. Aerzte und Hörer statt, an der auch sämtliche Vorstände der Kliniken teilnahmen. Ts wurde energischer iM «AMid-rMvittM» Dr ätottU* im Z-G» 26. April 1921 Nr. 807 technikergesetz als allerletzte Warnung für die Regierung beschlossen. An der Medizinischen Fakultät.wurde heute zum Zeichen des Protests keine Vorlesung abgehalten. Abends fand eine Generalversammlung der Landesvrgänisation der. Aerzte Steiermarks statt, worin einstiinmig beschlossen wurde, von der Regierung nachirrücklichst'und mit den schärfsten Mitteln den Schutz, der Aerzteschaft zn verlangen. Um dies zu erreichen, wird die.steirische Aerzteschaft einstweilen vom 27.d.M. an di« öffentliche Sanitätspflege gegenüber dem Staats einstellen. Die Berichte des Herr« Salzma« Wer Rußland. Ueber die Verhältnisse der ukrainischen Juden unter der Sowjctherrfchaft gehen in der Mischen Presse allerhand Berichte um, welche jedoch, wie. der-'Warschauer „Nase Häjnt" ans gULinforanierter Quelle erfährt, den Tatsachen nicht entsprechen. Insbesondere bÄrürfen die Lu letzter Zeit stark verbreitet?» Berichte des Delegierten des Kaiiadiichen Peoplez Reiief, Herrn Salz man,'welcher als Deicgiet er dieser -Hlkf-Zvpg'änisatiüu SowjÄtrstßläM und die. Sowjeinkraine bereist hat' und dessen' BdrichÄ in die Mi,'che Presse mehrfach- Eingang gestanden Habens mehrerer Korrekturen. (Sie wurden auch von uns erwähnt. Die Red .) Unter'anderem berichtete Herr Salß» man, daß die in der Ukraine gebiL>eben jüdischen Selbstchutzorganisationen von der Sowjetvegierung Waffen erhalten hüt en. Das Gegenteil von 'dieser Behauptung ist richtig.- Als man sich xan < die Sywjetregierung um Erlaubnis zur Bildung ^jüdischer SelbsthilseorganLatwnen wandte, kam die Antwort, dieser Vorschlag sei ein Produkt des jüdischen Chauvinismus und die Sowjepregieru.lg könne nich. gestott^n,öaß Zabotin,kys Legionen wieder auserstehen. So hat - also in Wirklichkeit der. jüdische Selbstschutz nicht nur tziins Waffen von betsj Sowjetregierung erhalten, sondern er wird von ihrals konterrevolutionäre Organisation angesehen»^ Das hindert jedoch nicht die antisemitischen Gruppen in Rußland und der Ukraine, zu behaupten, die Sowjetregierung nehme den Brstiern die Waffen weg. um sie den Juden' zu geben. Den russischen Antisemiten ist nun der anf Leichtgläubigkeit beruhende Bericht Salzmans Wasser auf ihre Mühle. Auch di« Berichte Salzmans Über die Verteilung der amerikanische n Hilfsgeldvr^ welche angeblich unter der Mitwirkung üwd Kontrolle der verschiedenen. Mischen Institutionen' und..Orgamsatiioneu erfolgt,. entspreche» - nicht: den Tatsachen. , Es wurde wohl ein „jüdi,ches soziales Komitee" gegründet, au welchem anfangs Personen aus den mchtkommunistischen Kreisen sozusagen im Namen, der verjchiedenen Institutionen und Parte-igruppen, diejedoch heute in Sowjetrußland und der Sowjetukraine nicht existieren, teilnahmen.' Alle d.ese Personen sind jedoch aus dem Komitee aus getre l«n,' da sie auf eine gerechte Verteilung der Hrlfsgelper keinen Einfluß nehmen durften. Das Komitee besteht jetzt nur aus Kommunisteu und wird von ein paar Beamten geleitet, welche in keiner W e i sie von der jüdischen Oeffentlichkeit kontrolliert werden können. Geld, Lebensmittel, Kleidungsstücke u. dergl. werden zunächst unter diesen Beamten verteilt. Für die Mische Bevölkerung bleibt herzlich' wenig übrig. Das Komitee heißt auch schon längst nicht mehr ^jüdisches soziales Komitee", sondern „jüdischamerikanisches Hilfskomitee". Durch leichtgläubige Gerüchte wird jedoch das amerikanische ^Judentum über die Verwendung der von ihm für Rußland und die Ukr^i.-.e gesammel en HilfsgeÜrer fa l s ch in fo rmiert, statt daß es durch tatsächliche Informationen über die Wirtschaft der Sowjetleute mit den Hilfsgeldern dazu gebracht wird, von der Sowjetregierung zu fordern, daß sie die amerikanisch-jüdische Hilfsaktion der Mi-, scheu Bevölkerung überlasse. Der Barackenbrand in Schwechat. Wie berichtet, hat M gleich «ach dem großen Brands der Barackenmagazine in Schtvechat das Gerücht verbreßbet, daß der Brand durch die IlnvyrsichtiizkeiL ernes Mannes ent-' stanben sein dürste, .der trotz des besteheicken Verbots in Le« Lagerräume« geraucht hat. In der Baracke, in der das Feuer entstanden ist, waren 20 Waggons Stwhschuhe eingelagert, die durch den Spediteur Leopold Schwanke dorthin gebracht wurden und welche Eigentum des Holzhändler? Ambros. Haslacher aus Bitlach waren. Am Tage des Brandes erschien Haslacher .mit dem tzn Mauer wohnhafte» Kaufmannssohn Friedrich Sommer tzn der Magazinsvaracke, um die Strshschuhe zu besichtigen. Einer per beiden Männer wollte sich dort. eine Zigarette entzünde«, was aber der Magazknsmeister mK Rücksicht aus das bestehende Verbot unterjagte. Der Mann ging dann auf den Platz vor dem Magazin und rauchte draußen. Rach 1 Uhr mittags schickte er bann den Magazinsmeister mijt dem Auftrag fort, ihm ein Essen zu besorgen. Am selben Abend ist dann der Brand zum Ausbruch gikoMmen, bei dem die gesamten Sttohschuha vom Feuer verzehrt wurden. Die ganze Sendung war ans 3,725.680 Kronen versichert, und zwar für die Zeit vom 1. März bis zum 23. April. Der Versicherungsvertrag wäre demnach am Tage nach dem Brande aSgelausen gewesen. Osterpakete aus Amerika. Osterpabele aus Amerika, di« auf Grund des seinem Keil.in unserem Blatte erschienenen Inserates bei der Food Export Corporation, New-York, von Verwarchten in Amerika Lesti-'llt wurden, können bei dre hiesigen Speditionsfirma E. BL»ml, X. Aettrk, Kautz' 14564475

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