Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 806 (25.4.1921)
- Date
- 1921-04-25
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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9tt 805n Wien, Montag verprügelte Hund sah .mich an mit seinen klugen Augen und ich hätte schwören können, daß sie vqn Tranen feucht waren. Die Oualen, die wir beide ausstanden. schlossen uns noch mehr aneinander und ich war festen, Willens, mich von .Tiger" unte^ keinen Umständen zu trennen. (Schluß folgt.) Nach monatelangen Verhandlungen iß, wie der Band der Bank-und Sparkassengehllfen der Republik Oesterreich berichtet, die B e s o l d « n a s r e.for m der Bediensteten zustande gekommen. Ist den mit dem Battkenveibanb geführte« B rhand-. lungen wurde auch die eheste Erledigung einer neuen Dienstordnung zugesagt. , Nach dem nrnrn Kollektivvertrage betragen die «Mindestgehahe filr Gehilfcn für 1921 K 8000 bis 4400 (für Ledige) und ll-6600 bis 5300 (für Verheiratete) b-S zuitt Porten Dienstiahre Hiezu kommt eine 200°ioige TentrUngszulagt züm Grundgeh ilt «ub Ouartrergeld iür Verheiratete und eine Nötige Teuerungszulage und Ouartiergeld für Ledige, ferner eine fixe Ortsmlage, die nach fünf Dienstjabren Mit K 14 000, jährlich steigend um K 500, bis zum Maximum öo« K 22.500 für Ledige .und K 38.150 für Verheiratete fich erhöbt. Auch für die jugendlichen Mitarbeiter wurden spezielle Besierfiellungr erreicht. Fijr Ueberstunden erhalten Gehilfen K 24 bis 30. Jugendliche ll0 bis L 20. Die Arbeitszeit wird uni eine halbe Stunde verlängert- Die Vereinbarungen werden erst «ach Ratifizierung des Protokolls endgültig. Der Pertrag kann, obwohl er auf zwei Jahre lautet, noch vor Ablauf un Falle einer Währ u n g Z a n d e r u u g revidiert werden.. * Ein diebischer Postbeamter. Ein bei dem Postamts Mierr-Wefibahnhol angrstellter Postoberoffizial wutde am 21. d. M. dabei betreten, als er ber dem Sortieren von Briefen einige Briefe anriß und ihren Inhalt durchsuchte. Seist Gmdcrobekasten wurde von der Amtsvorstehnna durchsucht und mast fand bei llmi K 73.000, in seiner Wohnung etwa 4000 ischech sche Kronen. Dem Amisvorstand; gestand .der Beamte, durch Spolueren von'Brieten sich etwa K lO.noO anmeicinet zu haben; er behäuptere, daß feie in feinem Besitze befindlichen K 73.000 davon herrühren, daß er durch längere Ait einen fchwungl,ästen Schleichhandel mit Fleisch und Saccharin betrieben habe. Ber der Polizeim>.pek>ivn Westhahnhof einvernommen, widerrief er sein Geständnis und blieb dabet, im Postamt nichts oestöhlen zu haben. Das ganze österreichische Geld rührte vom Schleichhandel her. den Betrag in tschechischer Valuta habe er im Umtausch' erworben. Der Beamte wurde dem Landesgericht eingcliewrt. : 1 * KompofitionsabendS.Be«»slatvsky.Säm3tag,7.Ma!, V28 Uhr,findit als Symphoniekonzert im Großen Saale des W i en e r K onzertha.ys es der Kompofitionsabend S. Bras lawski statt. Ausführende das Orchester d e s S p 0 r t k l u b s H a k 0 a h, der Jüdische G es a n gsverein, Oberkantor Gcrson Margulies (Solo), und ProftssovLoms D i t 6 (Orgel). Dirigent Professor S. B r al l ck w s k y. Karten vom800 bis 10 au der Kaffe des Konzerthauses, Ul., Laihringcrstraße 20. R. Lomit. Roten-, tarmstraße 32. und im. Sekretariat des Jüdische« Schulveremes, II., Tnborstraße 20». ' ' : * Bahndiebe. Am 15. d. M. wurde bei Deutsch-Wagramauf freiem'Felde ein Burtche avgchalten. der eben dabei war, aus cmein erbrochenen Koffy allerfe.nfie Wäsche und kostbare Goldstickereien m einen Rucktack zu stopfen. Der Bursche lv^r der vom Wiener Mörgenzeitung Mitteilungerr Ms dem Publikum. CSILLAMTEN, I*®rlen, Gold,Silber,Platin a. Uhren kauft tud Terkfcul.t ,776 ETTJER Rotentntmstr. 23, $Jariö,hilterBtr. 88 standesgerichle Wstn wegen Diebstrhls. verfolgte und. mehrfach Vvibestrafte 21iälirrge unteistandsloie Hil'sarbe'ter Franz Schön Er'hatte ln einem^nich Wien fahrendest Lastzüge,,auf de« er.sich geschlichen hatte., einen Möbelwagen erbivchen und den Reisekorb, iLlgcntum d'T 'Frau Anna Löw^ rX„ Wideihoferaasse 3, auf den Bahnkö'per gewogen 'und war ihm urchgiesprungen. Der Wert des'Inhalts'des Kotbes wird auf eine Million Kronen angegeben. Bei seiner Anhaltung hatte der Bursche einen vergeblichen Fluchtversuch unternommen. Schön erscheint.dringend, verdächtig, i« März l. I. nächst der Nordbalinbrülle in ähnlicher Weise itt eiycm fahrenden Zuge Leder im Werte von K eOo.öOo gestohlenzu höben. Auch damals wurde die Beule fichergrstellt. Erwürbe dem ' Landesgericht cingeliekert. Am >1. d. M. hielt der Gendarm Franz Rügler im NotdMstbäbnbor den 22jäbrigm Handels-. angestelltcn Josef Auer. Vl., Webgaffe 9 wohnhaft, zur Auswcisleistttttg au, weil er in einer Handtasche einen Awoniagneten trug. Der Gcndaim hatte Atter sriider bey backtet. als er.sich an einem Automobil, das auf cinem Waggon verladen war, zu schaffen machte. .Auer war in Gesellschaft eins zweiten Buisckm, her bei der Anhäliimg flüchten könnte. Durch die E-hebüng-e« der Polizeiinspeknon Roidwcstbahnhof wurde festgrffllt. d'aß Auer der Begleiter eines Automobils war, das die Firma Josef I. Lnnkauf nach Smathn verladen halte. Auer hatte sich nun zum Gesellschafter den wegen DtebstaM dreimal mit Arrest vorbestraften 2gjährigen HandelsangeMten Franz Stöb nger, richtig Scklebmger, VI., Mönzwardcingaffe 3, genommen, denn, er mitgeteilt, daß er das Auto begleite. StLblnger verstand de« . W,«k und montierte.vcn Magneten ab, Er und. Aner wurden dem Landesgericht emgelicfert. ' , \ . * Lederdiebstahl. I« der Nacht/ zum 24. d. M. find - nMkannre Tater in das Geschäft - des 'LederHändlers Alexander Gcift. II., Große Mohrengaffe 14. der schon wiederholt von Embrechetn hrimgelucht und.empfindlich - geschädigt wordenist, ge-, drangen und habcn 9 Pakete braunes Chevreauleder, 50>Pakete' schw-'.rzes Chevreauleder. 60 Pattte Boxkalfleder im Gesamtwerte von K 64?.0l 0 erbeutet. Sie .dürften die Beute mit einem Automobil weggeführt haben.' : 1' * Wer» gehört dev Btteche«t 7 Gestern «achts wurden an der Ecke der Alseisiraße .und Ottaknngeistraße von der 'Sicherheitswache mehrere - Bursche^'wegrn Bcdenklichbeit anathalten. S-e ergriffen die Flucht und wärfeu zwei Ballen weißen Baichents. die ste offenbar' gestohlen haben, weg. Der Barchent lst beim Polizelkommrssariat Alsergrund hintexlegr. * Ein Aeberfall. auf sine» Einsvänne«? Heute nach .Mitternacht wurde der 29jährige. Fleischhauergehilfe Karl Franz, XVII., Hormährg-lsse 27 wohnhaft, mit einer liefen Stichwunde an der linken Wange und einer Blutgeschwulst am Hintertwupt m die Wachstube Tyaliastraße gebracht. Die Retiungsgesemchaft verbandihn pnd brachte rhn inS Stevhanie-Spital. Franz soll einen Einspännerwagen überfallen haben und dabei verletzt worden sein, * Kafseneistbruch. Ein überaus frecher Kaffenembruch ist .in der Zeit' von Samstag nachmittags:brs zum Sonnrag Abend im Hause l.» Schcllinggaffe 6, viuübt worden. Dom Kanal qus d cangen unbekannte Täter." nachdem sie mehrere Mauern durchbrochen hatten, m den Keller des Bankhauses Adolf Rosenberg. Der Kanal wnr, um einen Embrirch aus der Tiefe zn verhüten, mit 5000 kg schweren Gewichten überdeckt. Als die Einbrecher bis zum Dcckcl gekommen waren und ihn naturgemäß nicht heben konnten, brachen sie sich einfach einen Weg neben dem Deckel und gelangten in die Räume des Bankhauses. Dort riffen sie die eiserne Kasse aus und. fanden einem Barbetrast von K 47.000. Damit nicht zufrieden, erbrachen ste auch sämtliche Kellerabteilungen de8 HauseS, landen aber nichts, was ihnen mitnehaleuswert erschien. Durch den Kanal ergriffen sie die Flucht. 25. April 1921' * Auflösung . des Vereiue» Ssterrekchilschrr geldfammler. Wie verlautbart wird, hat sich der Ber ei«! österreichischer Notgrldsamüiler laut BeschluffeS der Generalversammlung vom 84. M8rz 1921 aufgölösi^j Die Anzeige ist vom Obmann Direktor Karl K r a » s gefetttg" BrtiefkMe« der ReVaKttm». H. Asthma«». Für Prvtbefen gibt es zMrelche Firmen.! Wir geben grundsätzlich keine Adressm au. —- Adolf Barasch. Aufenthahsbcwill'gung ist notig bei jedem Aufenthalt über drei Tage. Die Frage der.Einreisebewilllgung bängt von der Art d«8 Paffes ab \ fragen Sie bet der Polizei nach. — Aron Ttetnsv/ Himbrr«,. Das mlissen Sie bei der Sozialen Hilfsgemeinschaft- (Anitta Müller'-, lk./Praterstrahe 17, erkabreu. — H. F. Uns ist diesbezüglich nicht« Näheres bekanntXVlelleicht fragen Sie beim „Haolaatt?' in London nach'! Oreat Ruffel Str. 77, W. C. i Nedigre-rl tzsu Dr. -Sauol Deer. Ehe und GefchlechtskranKhertön/') u. . ' . Die gefährlichste der' Geschlechtskrankheiten, die Syphilis oder Lues, brachten die Entdecker Amerikas nach Euröpa, wo sie im 16. Jahrhundert, mit solcher Heftigkeit' und grauenhafter Wirkung wütete, wie ftir1 es heute nach' dem furchtbaren Weltkrieg erleben. Während die >damaligen Aerzte der verheerenden' Seuche machtlos gegenüberstanden, hstben zwei jüdische Ge», lehrte, weiland Ehrlich pnd Wassermann, den von bet Syphilis Befallenen den zur Heilung einzigen Weg ge> wiesen.' Nachdem vorher der Berliner Zoolog SchcmdiM 1908 die aussehenerregende Entdeckung des Erregers der Kränkhreit, .eines kleinsten, nur im Mikroskop sichtbaren Lebenwesens, der Spirochäte, gernacht hatte, 8e» -gannen jene großen, 'wissenschaftlichen Untersuchtrngetz^ die sich auf den Erreger, das Blut der Erkranktm, rnÄ auf Die verschiedenen Heilmittel bezogen, bis Ehrlich im 606. Versuchspräparat,, einer ArfeMusammenstelluns's das berühmte Salvarsan entdeckte. Während der Harnröhrentripper im allgemeine« \eitt auf die Geschlechtsorgane beschränktes Leiden jJeüft,' das höchstens zur Fortpflanzungsbehinderung fAhrt,' ergreift die meist aus einem unscheinbaren Bläschen oder harten Geschwürchen an den Hamrorganen hervoxgehende Syphilis den ganzen Körper und überschwemmt! durch 'die in den Kreislauf gedrungenen Spirochäten die edelsten Teile. i Erst drei Wochen nach dem unreinen Nmg«mg tritt' der harte Schanker, das erste Zeichen der erworbenen Lues, auf. Das luetische Geschwür befindet sich meist Ln den Schainterlen, doch wird das syphilitische Gift bisweilen durch Küsse oder'Gegenstände auf die Lippen,' durch das Saugen kranker Kinder auf die Brustwarzen übertragen. Oft genug sind Aerzte als Unschuldige; Opfer der Erkrankung, Ne sich an ihre untersuchenden Finger heftet. In den nächsten Wochen stellen sich die Drüsenschwellungen in der Leistenbeuge ein, denen dann als Aussaat der Erreger der fleckige Ausschlag ayß *)' Siche .^Läeirer Morgenzeittmg" vom 18. b. -ä& Gd i e g r ö s st e j ü d i s c h e 8 c ha ü s p je I e rin Amerikas absolviert ab Dienstag den 26. April, I. J. ein kurizes Gastspiel im „ARKÄDIAl Konzerte ■ . Nlit feinem neuen-, Werke „Dck) -ohe Lied", hat sich Littst Kanitz sein Ziel>allzu hoch, gesteckt. „Auf allen Sternen äst Liebe" ist der . Refrain dieses üherschwcniglichen Hymnus vflnHrMä^.MdHtzystern.,..iych. in allzu .kühiiem Fluge lockt es"t«!n'jungen Lonbichtex gteich ZkaruS .zu immer höher^l Höhen, die ihm vorläufig noch versagt sind. Chor und LoU^führU^^eiNenMrbtttertev Kampf gegen daS Lbersiarlc, Orchester,shas>sich in huntschillerrchem, modernen Ge-, wand präsentiert, nnd .ebenso ringt der chrgeizige Tondichrev nicht'nur mit dem L^ext und seinem musikalischen Ausdruck, sondern auch mit dem. Stile/ den er sich gerne für sein ..Hohes Lied" ffchäffen möchte. Modernste Klangkombinationen lnechseln mit herkömmlicher Akkordtechnik, prägnante Themen mit .melodischen Wüsteneien, dre 'beharrlich festgehaltene tssstasL der Liebe duldet kem Einlenkcn in ruhige Bahnen. So fehlt jdem.Werke nebst der zureichenden Gestaltungskraft die richtge.Oekonomie des Ganzen und dem Komponisten in "nlatracht feiner Jirgend ' und feiner starken Begebung' „nur eine Meüsigkeft, nur Zeit". Philharmonischer 'Chor, S i n g a k a Ü e'ur 'i e, 'S Y m p H o n i e o r ch e st e r, die Solisten Felicie Msi h q c se l, Hermine K Ittel, Artur Preutz und ^[cf M a n g w ar d ü sowie der ausgezeichnete Dirigent Georg E z e ll scheuten keme Msihe, um demschwierigen Werke zu einem starken "Erfolg zu verhelfen. ' In Edoardo Granellis, nach einem Text von L. K n i a g i t s ch vertonter Oper „Nachher" haben Opern» vensmuS und,.. Äinoromanük ein blutige- Ragout gebraut. Wcun in'"'detst^or,Ml ibie Snstrmnenle' ächzeu ’ und stöhnen, u i .b der Gatte ermordet, i „Nachher" kommt es im Einakter zur g'.'i'sii'u L>n>'sprnche zwischen Gattin und Liebhaber. Er erfährt, das; er nur das Mvrd'mstrument in ihrer todbringenden Hand und MIN wird drr Gaticumorder aus VerzwöifUmg zum Sctvsilnörder. Angesichts dieser blutrünstigen Handlung, hat 'A'acslrv Grnnelli auch in der Musik mit gellen Farben -licht e>.'sn,r!. Cr kennt seinen Wagner, noch bester seinen Z^uccini, und bewährte seine bühnenkundige Hand als Komponist wie als Dirigent feiner Oper.' In einer Nachtvorstellung im Bürgertheater spielten und sangen Frau Elsa.Bl and und Herr Felix , F l e i s ch e r - I a n c z a k voll Virtuosität dieses enjarrete Liebespaar vor einem heifallsfreüdigen Publikum. Je größer die technischen Schwierigkeiten werden, umsomehr fühlt sich der Pianist Theodor S z a n t o in seinem Element. - Eminente Virtuosität und klare^ durchsichtige Gliederung befähigen diesen hervorragenden Liszt-Spieler zur Wiedergabe der H-Moll-Sonate, deren Koloffalbau er unt männlicher Kraft.und . sicherer Ruhe ohrie jede sentimentale Anwandlung aufrichtet. — Dr. Paul Weingarten versteht es, seine Programme stets durch interessante Novitäten zu bereichern. Von seiner spanischen Tournee hat er nebst frischgepflügtem Lorbeer zwei Pretuoes von Ad. Salazar — in flüssiges Silber'und in ftanzösische Eleganz getauchte Klangssticke — sowie leichter beschwingte effekt». volle Stückchen von E. Gr'an adv s und I. Albeniz.heimgebracht. Er bot diese Näschereien mif jener wienerischen Lebensfteude in Ton und Rhythmus dar, die in Verbindung mit höchstem künstlerischen Ernst für Weingarten kennzeichnend ist. — Josef Rosen stock erfüllt dieiSchumarm-Phantasie mit jener Phantastik und stürmischen Leidenfihaftlichkeit, die im ersten Satz-mn Platz ist, sein Bach-Vyrtrag ist durchsichtig und gut nuanciert, stärkere musikalische Kräfte scheinen in dem hochbegabten jungen Pianisten und Komhynisten vorderhand noch gebunden zu sein. — Fräulein Cesia Knuflrr'hat sich durch ihr kultiviertes Spiel, ihre starke Intelligenz und ihr Eintreten für moderne Klaviermusi! ihren Rang unter d«r angesehenen Pianistinnen gestiert. — Fräulein Lrlli ® eleti verbindet perlende Technik mit weichem Anschlag und beherrscht bereits mit großer Roütine den Kon'zertsaal. Auch Fräulein Zosia Sp,atz, bis jetzt in der Schule Julinsz Wolfsohns in .guter Obhut, ist musikalisch und piamstisch sicher und hatte leb-, haften Erfolg. Einem Klaviergewittsr gleicht der Bortrag von Fräuleu Hedda Ballon, bei der undegrüiwere Heftigkeit, überreicher Pedalgebrauch und ein harter; NWlag eineL.wohsi gepflegten Technik oeaenüberjtehen. Herr Franz Stein e r hat sich nicht nur durch feine weiche, lyrische Stimme, sondern vielmehr'durch erlesene Ge-i sangskultur und fernstem künstlerischen Gefchrnack seine» Mich unter den großen Liedersängern erkämpft. . Nur ein echter .Künstler trifft jene Mannigfaltigkeit des Ausdrucks und je« zarten. Schatsierungen^deS Vortrages, wie sie Steiner letzchüls in Schumanns „Dichterliebe" bot. — Auch Frau ÄMch Bricht-Pyllemann ist mit ihrem» auf ein weiches Piano und duftige. Kopftone sich, stützenden Kurtfh, gesang immer, und so auch beim Vortrag mutz Wundeichornliedern. starker Wirkung sicher. —' Fräulein Stda-V s'ij l l a g weiß ihren hübschen, schmteglamo^ Sopran mit Geschick zu. meistern. — Frarr Olga 58 au ec* Pilecka erfreute in Lßrbern von Schubert und Brahms durch ihre prachtvolle dunlle Stimme, aus dier ber 'stärkerem seelischen Mitgehen und Ivengever Selbstditsziplrn ein ganz' kostbares .Gesangsinstrument werden müßte. — Herr De. LWs. Lierhummer besitzt ebenso wilr Herr Hanns Peterko! . und Herr Oskar JLlly mir spärliches Matena!. Sie alle wußten aber durch gut nüancierten Dortrag namentlich Herr Peterka öArch die Wiedergabe stimmungsvoller siowak^ scher . Lieder ftarkeri Eindruck zu erzijelen, und sv. sei e« srsAndlicher Publikumserfvlg festgesteNt. - Ä Broniflaw Hubermann entfesselt Immer w^derdurch ' fern Gergenspiei tosende 'Beifallsstürme. Fast möchte map sagen, es sei glelchgülchg, ob er Glazonnow ober Be-ethoveu^ Tschaikowsky oder BrahmS spielt. Er' braucht nur sehntU Zaüöerbvgen in Bewegung ^u setzen und fern seeleuvolles Ton, seine von höchstem Heben erfüllte Phrase dringest evs hebend und bcfteiend vx bin Herzen ein. In ber phänomenale» Potenz dieses urwüchsigen Wisikanten scheint alles aus 1» einfachste Formel reduziert: aus!*n magöschen, berückendtz» Klang, ln dem die . „müde" Kunst des AlbendlavbeK zu -«st MsgaÜ!--?!mull. älter Kunst ruMilleHrt. Dr. Arlvi» Fai üerc