Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 803 (22.4.1921)
- Date
- 1921-04-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Znnerhatb des Kabinetts find sie Mstimmigkeiten, die «ährend und nach den Ldnbsner Verhandlungen -füm Ausdruck gekommen waren, erneut wieder aufgelehL. -och scheint es, als fei es wiederum zu einem Kompromitz gekommen, dem man aber Leine lange Haltbarkeit zutraut. ' 9« politische« Kreisen Berlins macht man sich/ obwohl man. weiß, datz eine neue ji'0 l r t r f ch e Akt i o n D * n t s ch l a n M tftp o rst e h t, doch mit ^em Gedanken ver-- tiant, daß die von PMs angsdrohteu Ge^ Bultmaßnahmeu am 1. .;■ Mai beginnen cher-en..' ,1Zn EntenLekreisen spricht Man neuerlich da-; .^ott, daß der Beginn der neue« Sanktionen neue eine Verzögerung von etwa zehn Tagen erleiden w^rde, da Frankreich de« größten Wert darauf legt, im EmveruHnreu mit England zu handeln, und deshalb bereit wLre, den Erfolg der Besprechungen in Lympne ab zuwar'eu. Die deutschen RegSernugssteAerT lehnen es «och wie vor ab» der OeffentlschHerL und selbst führenden parlamentarische« Persönlichkeiten ein klares Bild der politischen Lage und der vom gegenwärtigen Kabinett Versölgten Absichten zu geben. Die Antwort auf die Interpellationen der Deutschnat onalenund der Anabhänigen wird vorausstchtsich erst am kommenden Dienstag erteilt werden. Man bat den EindruÄ» als sollten vor Erteilung dieser Besprechung eu und" «och nicht abgeschlossener I Fühlungnahmen ad gewartet werde«. Mi«ifterpräsidenL Gwnkris gegen die DerleumdungeM des KLischeÄ Bslkes. ■ ' Ein Nfk«al«oxch»iLrchHL :.-21.^Tpri!. s-Mgen^dPß«reSr): ■ -' Bn/.dst-, «ins 'JÜchpAation- -es'. Jlbgeoroyäyr /Ks'L'L'ti/' betrSft--: fqnö.-einen griechrfchMdifchen!Zwisthenfall-ün Sdloniki..' dahitz, di-sep Zwischenfall; ohne; BpdeütuNg;; gewesen ' mb. durch MnMes.^^tgieifen «dev Polizei'!?; beigelegt! worden sei.' Die ' Stabet; die den Zwischenfall veranlaßt; Hobe, sei eine verabsch.uungswürÄige Verleumde n g g e gen ei n'SSoi k, das so, viele V e r Lien st e nm d.ic Kultur besitze. Die Verleum.dung. daß die Iuden "ch ristlrch'Ln^Kinder n Vlui e«t ziehen> er.regern G e.w.is s,e n^Z.edeH, <vn stä n dPg MI Wl e[n jtf) e V , *8 m-p o r ü » g-.;x Wir kmnensag^e > der Mimsterpräftdent^ die' Israeliten als lshoile und. - arbeitsame -Purger> -Jhcsanfter, sriodlichev- und ruhiger Charakter? widerspreche der ihnen zugemute-: ien Grausamkeit?vaffstündig.^Wenn, einige ' durch? Vor--- urteile ^verblendete' Leute gegen die Judeneine Haltung Einnahmen, die jener der großen Mehrheit ihrer griechischen Mitbürger' entgegengesetzt.wäre, so. würden sie es mit der., staatlichen Macht und der vollen Strenge der Gerechtigkeit zu tun haben.- ’ : Moskau verspricht, die : int Ausland eiuzustelle«. M»ak«ü», LH Ayris.' Funfsvrüch^; Der..Bolkskom«'Mr fär'.AMq3tti-e.Angele-eykUt«» .Tschüschwn hat a« Kraisin?.ur Hi'triluug an dii. .chMiche Pegierung ein Junkutelc-Mmm gcschd«, M Inhalts, daß sich die russische Rchiechnh irst vo« dem Aüdwbiicke der'Un erurchllumg des HaydekdahkommenZ vervsilchtct grsthlt häbe. die Besi mmunarn über die E nstxlluns der Propa- EwdL « Kr^t treten zu lassen. .Urb«,die im Schreite» HörneS chHalt neu Vorwürfe über Hropasandatiitiakeit der -nlssrschen Vertreter vor dir')Uyter'elchnung ies Ahkommens. lLnye die- Hhierimg daher m kirne Wrterllnsi ^gihe»." Seit der Untcr« zäcknnng d«S Betrages »d« chave.wi' ch-st'che Regie»«n^ -Ä ■- Mrt avs'daS Fortdestehea der Handelsb izielmn tzen. urir <L'ijgMd^ li^e. a N e'i h r e 'B e r r r e t c c, «Meniüch aber jene, dst sich M.dit, im Schreibcn H o v« es ' anjteührten Landern desinden, a'psi'e w'i e'»'.e«. r ed e T 8 t i g k e t t e r»z ü st e N eü. dir als gegen E n g 1 a n d e e r i ch t r t a«sk6egt wMen Ktm«.. ... ... . ^' ,,, Dir AusfuhrKontroAr. , 21. jftptit (Tel.'Kümf.); intcMttuerta) Nomlrnsslgn tvjrd eine genaue Kontrolle der, Ausfuhr ansüb^n und cille Wgrtzn. die das Rührgebiet, verlassen, mit ersier Abgahe,s»r die Blieder^ükmqchunL^ belegen.. Hie deutschen Industriellen müssest . sich; diest Abgaben; von der deutschen Regierung ersetzen'lassend . Loudon, 21. .April. (Ä!el.-Äomp.) > In englischen: Hynoelskreisen .wachst die Dewegung g^gen die Er-! -der Mtzrozer^iskn. Abgaben auf' tzeutsM WgM. Die „Daily News" bezeichnen. sie als; eiye Mrte, da die; deutschen Exporteure, nun die doppKen Preise .berechnen werden, da sie nicht wissen, ob ihre Regierung den f»et Besetzung bes Abnahme der Produktion. . jKstslio» >21.Api.rh - /M,.Grrov^ mrldet. Ms London:.. Die heutige '»Da ly Mail*' tritt, mit. daß innerhalb; d^r englischen Regie'uns dn M e rü-ün g en .Lbev; die S t r;a f m a ß-; n a h;m e:« v e r s ch i e d e n sei«.: Briand weche sich deshalb b«; der; Zusammenkunft.ist Hvtbe bemühen, bte srauzvsischen Borschl8ge;chniHMsttze«.'M«M'..gebeE sich keiner Täuschung-darüber hin,? d,ß die Produkiwn - lM')-besetzten Rnhrgebiet im: besten Falle 75 Prozent der normalen Forderung .erreiche» - tverde.» ES liegeaber.. im Jnteresieder '«mopätsche» - Mgememdel,- das -Ruhr-, neblet in feiner vollen Produlkionsfäwgkeit zu' erhal'e». Emopa müsse sich nunmehr dm auf. gefaßt machen,.; daß . i» -- Monaten rin Fehlbettag von 25 Prozent der normalen Älbrit und Produktion ervketcn werde. —-7. W-reN- M.^AprL. Von französischer Seite werde« die Pläche veröffentlicht, mit denen Deutschland gestraft' WerdÄr soll, falls - es bis zum 1. Mai das in Paris! g'etiyffene Diktat nicht bedingungslos angenommen hat: -^Die' in} Aussicht gestellten Maßnahmen sind soglättet/ -als würde es sich niM um ein europäisches- Oultürland' handeln, sondern um eine afrikanische Negerhörde? der man Respekt vor den Weißenbeibringen--wD. - 'Die deutschen' Bergleute sollen unter der Aufsicht-- frünzösi» scher Techniker arbeiten, deren Autorität düxch'stärke Truppenkontingente gestützt wird. Es- - -wirdtröstendhinzügeftigt, daß die Einwohner der ‘ besetzten 'ZE billigere Lebensmittel erhalten sollen. Di-eser- Plaste soll' von Briand noch- -dem englischen MimsLtzrptasidMt'e« vorgelegt werden. Wenn dieser'zusLimmt? sü-Men''Lre . Sanktionen - ungesäumt zum 1. Mar rns -Werk - gesetzt werden. '; : ■ <1 Es find nur mehr wenige Tage, die der , europäischen. OeffeMchke.iL zur Verfügung stehen, - um'/' ÄM eine solche Ängeheuerlichkeit zu versuchen. 'Äi's/. franzosi- 'sche Diplomatie arbeitet fieberhaft, um' den. ÄÄg.' Deutschland 51t schließen. Sie' hat berchts;Lie^ Kegierun«; - gen Rstmäniens,' Polens und» Klgostawiens ^eAmnger^. «den 'Strafzoll auf" Rutsche Warm" gesetzlich^ Mzülege«^ uM' ihr Drück' macht ' sich auch'; schon in. diin;' neutraleL' Mntm,-ja sogar'm Desterwkch'. geltend.' Di^Mchech^. - Sloirjäket 'w.-'hrt - sichnoch ^mergisch.gegen', das'ihi'^esMkr' die SörM-LgerichLe, Ei«e Debatte . im Berlin, . 21. April. In der heutigen Sitzung des Reichstages wurde die Beratung über den Antrag «der Unabhängigen, betreffend Aufhebung der Ausnahmsverordnungen und drr- Sondergerichte,: in Verbindung mit dem sozialdemokratischen Antrag wegen Abänderung' der außerordentlichen .Gerichte fortgesetzt. -Die Redner der 'Mehrheitssozialisten erklärten, es sei unbedingt notwendig.' die Sond^rgerichte in Sachsen/' wo ungeheure Grausamkeiten vorgekommen seien, zur beschleunigten' Eilydigung der vorgökommenen Straftaten beizube- MMgM können. ... Die'. Hoffnungen,' haß'. Loch^'..no^''W^Mt^7^un8l^ diefranzqsische.' MliLärhartei an. einer.Vollendung Lhre^. Europr A^rstorendm Projekts ' lberb.cn knüpfen.sich heute an Amerika und Deutschland. Die deutsch? Regierung arbeitet Vorschläge aus, in denen fsir den,Wiederaufbau desverwüsteten 'NördfrankreiH^ bestimmte Verpflichtungen übernimmt, deren' Erfüllung, eine aus den deutschen und französischen Gewerkschaften' gebildete Kommission überwachen soll. Sie erMrt. sich!., außerdem bereit, einen ansehnlichen Teil der alliierten, Schsilden in.'Amerika zu übernehmen. Amerika.hat sicht' damit einverstanden'erklärt, will jadoch eine direkte 35er«f Niittlung in dem Streit nicht auf sich nehmen, wohl aüK. dem-formalen; Grunde, weil der Kriegszustand. im£ Deutschland noch immer besteht. Da aber die Vereinigten Staaten prinzipiell die. Absicht ausg-sprachen hüben, be^, allen alliierten Konferenzen sich vertreten zu lassen, be-s' steht doch die Möglichkeit auf eine Milderung der' Spän-< nung. Die Uneinigkeit in der deutschen Regierung, di« sich seit der Rückkehr des Ministers Simons aus den' Schweiz geltend macht, läßt auf ein Einlenken schließen.' Die 'deutschen Nationalisten geben den franzöfischm üät Borniertheit nichts nach, höchstens ist ihre Gewissen*!; losigkeit noch stärker, die ans -einen offenen Krieg hin-' arbeitet - und jede Möglichkeit einer Verständigüng' mit lärmenden Demonstrationen ftir Ludendorff 'begleitet.' Sie wollen jetzt die Gelegenheit, zum Sturz - deA Kabinetts ausnützen, um. die Veräntwortung Kr die weitere Diskussion mit der Entente aus die Sozialisten : zu überwälzen. Das' ist immer? nationalistische- Taktik ge^' wesen,- erst die. Fenster einwerfen und dann/davonlanfen, r um hinterher wieder, die Zunge herausstrecken zu; können. - ■; -. . r Reichsjustizminister Heinze wies darauf; hin. daß die Sondergerichte hauptsächlich deswegen eingeführt tvorden seiend um die Untersuchungshaft nicht monatelang-dauern zu lassen und alle Straffälle so.rasch wie möglich' der Erledigung, zuzuführen. -Don; einer Klassenjustiz; oder.von -einer? Voreingenommenheit könne bei den Sonderg^richtenkeine Rede fern.; , - Der.'Sprecher des Zentrums hob hervor, daß es sich nicht mm ÄüsnahmZgerichte handle, sondern nur um eine'Beschleunigung des Verfahrens der regulären Gerichte.-^Die '.Ausschutzberatung dürfe nicht der Justiz in die^ AMe.fallen. - .Der Sprecher drr Demokraten erklärte, der „Sipo" gebühre der Dank der Bevölkerung.- Wenn ihre Bewaffnung nicht ausreichend f.i, müsse die preußische Regierung Abhilfe schaffen. Die Ausnahmsbestimmüngen siir.> Mitieldeutschlond könnten nicht entbehrt -werden. Redner gibt Zum Schluffs der Hoffnung-Ausdruck, lmß die Müssen selbst zux BejinnML kommen würden. - Die Schwierigkeiten 8er Situation sind sn außerordentlich groß, zumaldie französischen Generäle wieder; einmal einen leichten Sieg vor sich sehen.'Aber' der englische Ministerpräsident, 'der eben jetzt durch die - Ueberwindung. des Generalstreiks eineu großen.'Politik Wen: Erfolg-errungen hat, kennt die Wurzeln der Krises von der England eben noch bedroht war und die sich? noch; in? vermehrter Auflage wiederholen kann, .wenn derfranzösische Vormarsch' wirklich beginnt: 'Es steht viel; mehr (auf dem Spiel als die Frage, ob Deutschland', zahlen :wird, obihm! der Goldschatz; abgenommen wird.; und ab seine Waren vom Ausland abgesperrt werde«.' Wenn sich? die 'deutschen Arbeiter weigern werden, ünteitzder. Fuchtel landfremder Beamten. Kohlen ■ zu graben, was; dann? Und wenn die Okkupation auch. nicht aus Deutschland die Milliarden herauspresse« kann,. die Frankreich braucht,'wird es möglich fein, die Truppe«, dreißig Jahre lang unter den Waffen Zu halten? 'Und' j.,WrÜM die MoMrttzs . u«d. Neutralen lange, eiM