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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-14 · Heft 795 (14.4.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 795 (14.4.1921)
Date
1921-04-14
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Men, Donnerstag Wisser Märger-zeLuÄgi .— —.. — - . - - —..— - ..".. " O«te 6 k» * —1 Lmnekdungen ott« all» Weltteil» find bereits eingelaufen. Die GeneralfekretLrin der Liga, Meß B a l ch, früher Professor der Nationalökonomie am WelleSlry College in Boston, ist bereits in Wi« eingetroffen. Ali' Auskünfte im Sekretariat des öfter« ^teichsschen Zweiges der Liga, Barg, Michaelerstiege. Roch ein Millionen-Valutaschmnggel. < Das Kommissariat Wiede« erhielt am 5. d. M. die Mittellung, daß der zu Staniskan geborene Kaufmann Max Vogel gewerbsmäßig den Dalutenschmuggel nach dem Auslände betreibe. Es wurde festgesiellt, daß eS sich am den in der Fichtegasse 2 wohnhaften Kaufmann Max Bsgel handelt. Kriminalbeamte des Kommissariats Wcedm hielten daS HanS unter beständiger Bewachung und durch die Beobachtungen wurde der Verdacht bestärkt, daß Dogel Geld in größerem Umfange in feine Wohnung schaffen ließ und Vorbereitungen zu seiner Abreise traf. Am 11. d. M. um 4 Uhr nachmittags sahen die KriMmalbeamten, wie bei dem Hause ein Privatauto vorfuhr und «ns der Wohnung des Vogel ein ungewöhnlich großer Koffer getragen und in das Auto gebracht wurde. Die Kriminalbeamten eilt» sofort zu Telephons rmd verständigten die Bahnhöfe, von den» man vermutete, daß sie für eine Abreise in Betracht kämen. Tatsächlich stibr das Auto bald danach Leim Westbahnhof vor und der Chauffeur wnrde!>on den schon dort wartenden Kriminalbeamten cmgchalttn rmd samt dem Riesenkoffer zum Kommistariat Wieden gebracht. Dort wurde der Koffer unter Znziehung eines fachmännisch» Taschners einer genauen Durchsuchung unterzogen. Es war ein Handkoffer, der n chrs Verdächtiges enthielt. Der Taschner aber stellte fest, daß d:r Koffer in den Wänden 2 je etwa 4 cm dicke Hohlräume besaß. Dieser Doppelboden wnrde nun abgeschraubt «nd man fand in dem Koffer etwa 9 Millionen in gestempelten österreichischen Kronen. Der Chauffenr gab bei seiner Einvernahme an. daß er den Auftrag erhalten habe, den Koster zrrr Westbahn zu bringen und direkt nach Buchs aufzugkben. Nach Vogel wurde nun gefahndet und eS gelang, ihn auf der Seilerstätte zu verhaften. Er wurde auch znm Kommistariat Wieden gebracht und gab'ohnemriters zu, die Absicht gehabt zu haben, das Geld nach der Schweiz zu schmuggeln. Er gestand ferner, ' daß er schon 20 Millionen Kronen nach Zürich geschmuggelt habe. In seiner Wohnung wurde ein zweiter Koffer mit Doppelboden gefunden und beschlagnahmt. Außerdem wurden K 75.003 Bargeld sichergestellt. Vogel wnrde znr weiteren Amtshandlung der Finarzbehörde Überstellt. _ ELrre TürkerrschlachL im Hotel Le France. Im Speifesaal des Hotel' de France spielte sich gestern jnmHrn.ittags eine aufsehezierr-ogende Szene ab. An einem Tische des Speisesaales saß der türkische Kauft nanu Nadir Derwischs 3. Bezirk, Neulinggasse 36 wohnhaft. Gegen l2 Uhr drang ein anderer Türke in Gesellschaft mehrerer Begleiter in den Speisesaal, kam bis in die Nähe beä Tisches und eröffnet« ein Bombardement gegen Nadir, bei dem er Ulks, was ihm in die Hand kam, als Wurfgeschoß verwendete: Flaschen, Teller, Gläser, Gabeln und Messer. Eine Flasche, ldie er gegen den Türken schleuderte, verfehlte ihr Ziel und straf den zufällig an einem Nebentisch sitzenden 18jährigen Fachschüler Jakob Mohr, Nußdorserstroße 15 wohnhaft, und zertrümmerte ihm Len rechten Augapfel. Der Täter ergriff eine zweite Flasche, warf sie gegen 'Nadir und traf -ihn an der rechten Gesichtshälfte. Nadir erlitt dadurch zwei Schnittwunden in der Länge von je zwölf Zentimeter. Ein vnderer Gast, der Bankbeamte Ignaz Klein, Mariahilfersiraße 8, wäre beinahe von einem Teller getroffen worden, wenn er sich nicht rechtzeitig zurückgebeugt hätte. Der Tä^er wurde verhaftet und zum Polizeikommissariat Innere Stadt -gebracht. Er ist der am 6. Mai 1892 in Saloniki geborene! Kaufmann Armed M e h m e d nnd wohnte im Hotel de France. Er verweigert über die Ursache des Uebersalls jede Auskunft Und verlangt, obwohl er gut Deutsch sprechen soll, die Verwendung eines Dolmetschers. Nadir Derwisch und Mohr rourden von dem JnspektionSarzt der Nettungsgesellfchaft verbuchen und Nadir in das Sanatorillm Löiv, der Student auf die Augenklinik gebracht. Nadir soll früher Polizebdirektor von Konstantinopel gewesen sein. Armed Mehnred wird .dem Landesgericht wegen schwerer Körperverletzung emgeliefert werden. In den Kreisen der Bekannten der beiden Türken heißt es, daß Blutrache wegen eines Vorfalls, drr weit -Mtuckliegt, der Mund des Ueberfalls sei. MMonendiebstähle Lei Schuchardt und Schütte. Die Kriminalbeamten Rößler und Bartholomäus 'Jelinek des Polizeikommflariats Margareten hielten am 10. d. M. im Hause Wiedner Hauptstraße 106 den 67jährigen Pensionisten Anton Lukasch, Ottakring, Grundsteingasse wohnhaft, wegen Bedenklichkeit an. Der Mann trug eine schwere Tasche und brachte je sn die W.hnnng '«•'<#. Eisen- Händler- Ludwig S p a n n b a u e r, 81 Jahre alt. Die Tasche wurde geöffnet und enthielt 700 Stuck Spiralbohrer. Der Verhaftete wurde zum Polizeikomunssariat Margareten gebracht und gestand dort ein, daß er die Bohrer von feinem «Sohne, dem 30jährigen Anton Lukcrsch, der bei ihm wohnt, erhalten habe. Der junge Lukasch ist Abteilungsleiter bei der Firma Schuchardt und Schütte, Franz Josef-Kai 7, und in seinem Auftrag sollte er die hochwevtige Ware zu Spann- Lauer bringen. In der Wohnung und im Geschäfte des Spannöauer, das sich Wiedner Hauptstraße 69 befinde^ wurde eine Dnrch'uchurrg vorgenommen und dabei fand man ein 'reichhaltiges Lager von Spiralbohrern, Reibahlen, Bohrfutter, Lötcrpparate« rmd Werkzeugen aller Art, die einen iMuronenwert darftollen. Die Firma Sll' -chardt und Schütte Wurde bim der Tatsache verständigt und erkannte - sämtliche Waren als ihr Eigentum. Anton Lukasch ist seit vier Jahren bei der Firma beschäftigt. Was er Tag für Tag so weggetragen, übergab er seinem Vater oder seinem Bruder, dem 23jährigen Handlungsgehilfen Lukasch, Mariahilferstraße 173 wlchnhast, die dann die Zustellungen zu Spanubauer befcppfttai ''dm i-rm .GMrchM deK iu.ku.eri LMM peiMv. feiß Diebstähle auf etwa zehn Monate , zurück. Gpannhauek hat förmliche Aufträge erteilt, welche Waren erzu beziehen wünsche, upn nach seinen Orders nahm der junge Lukascü Tag für Tag heimlich aus dem - Geschäfte mtt, was ihm aufgetragen war. jSpannbÄuer hat dann die gestohlenen Warme größtenteils an Großabnehmer weiterverkauft. Gr galt als der billigste Lieferant in der Metallwarenbranche. Da er die Waren um 60 bis.60 Prozent unter den Gestehurcgskosten geliefert erhielt, konnte er sie auch derart preiswert abgeben, daß er den Ruf als billigste Quelle vollauf verdiente. In seinem Geschäfte fand man hauptsächlich Metall* waren, die aus dem Betrieb Schuchardt u. Schütte stammten, Der Wert der bei Hut beschlagnahmten Waren beziffert sich auf fast 2 Millionen Kronen. Lukasch jun. hatte seinen Posten bei Schuchcrtt>t u. Schütte schon gekündigt und hatte die Absicht, sich selbständig zu machen. Bestimmend für den Entschluß war die Tatsache, daß die Inventur bevorstand und er eine Entdeckung fürchten muhte. Im Besitz des Anton Lukasch jun. fand man Wertpapiere und Bargeld in der Höhe von einer Million Kronen und Metallwaren im Werte von 60.000 Kronen. Geld, Wertpapiere und Waren wurden beschlagnahmt. In der Wohnung des Karl Lukaschder bisher nicht verhaftet werden konnte, wurden von den Diebstählen herrühvende Werkzeuge gefunden und beschlag. nahmt. Anton Lukasch jun. wurde dem Landesgericht ein* geliefert. Sein Vqt.er, Spannbauer und Karl Lukasch, dessen Ausforschung eipgeleitet ish wurden der MaatSanwaltschaft angezeigt. . Die LohüSewegung im Schankgemerve. Nhbruch der NntephandlAnge«. Das' Lohnkomitee der vereinigten vier SchänkgelverbegMvssenschaften teilt uns. mit: Das Lohn.komitee trat gestern nrit den Vertretern der Gehülfenschaft zu einer gemeinsainen Sitzung zusammen, um über die neuen Lohnforderungen zu beraten. Der .Generalreftrent her vier Gen-ossenschaften gab die Krklärnng ab, daß. die Unternehmer bereit sind, in Unterhandlungen eiirzütteten, und auch' gewillt sind, den Gehilfen in der Lohnsrage entgegenzukommen. Der Obmann her Zentralorganisation der Gehilfenschaft richtete cm den Vertreter des HoteliergremiumF die Frage, ob das Premium auf seinem Beschluß, dem trink ge l d n e h m e n d en Personal keine Erhöhung zu bewMgen, beharre. Die bejahende Antwort nahmen die Gehilfenvertveter z;un Anlaß, eine gesonderte kurze Beratung abzuhalten, als deren Ergebnis der Obmann der Zentralorganisation die Kündigung des mit den vier Genossenschaften abgeschwssenen Kollektivvertzrages, der nunmehr nach drei Monaten außer Kraft zu treten hat, «mitteilte, ruld verließen sodann die Beratung. Die UntexhandLingen. sind damit abgebrochen. p; * Hilfsdonritee für die ukrainisch-jüdischen Pogromopser, Ausweis 3 über die in der Zeit vom 3. bis 5« April für das Hilfswerk zugunsten der jüdischen Pogromopfer ans der Ukraine, cingrlaufrnrrr Geldspenden. Nachtrag, zur Sammlung im KoniödienhauS am 3. Apr,l: Mendel Schönfeld 800, S a m m l n n g i m R e st a « r a n r Bayer, U., Be u e d i g e r au, am 4. April: Axelrad Michael 20, B. L. 20, Baltuch Josef 30, Barasch Leon 20, Bergmann Samuel 100. Bnmanu Moses 60, Blind Jonas 50, Deutsch Josef 800, Edelstein Heinrich 1000^ Eder Feiwel 80, Fessel Hermann llv, Fffchheimer Pepi 50, Glaser Viktor 100, Goldstern Hermann 100, Graubart Hcla 20, Güffel Sabme voln. Mk. 100, Heger M. 10, Henberg Jsäk 100, Kerzner Jakob 20, Dir. Kluger Leo lßOO, Kohat Enrestine 50, Kohl Natban Joel 50, Krämer Josef 20, Monls Chann 20, Ncumann Ersig 50, Rosen Jsak 20, Sabalh Eiroinr 60, Salomon Chme 50, Salomon Israel 100, Schwarzmann Jcilob 50. Schnee Jsäk 50, S. I. 50. Sehapira Jakob 20. Schönbach Abraham 80, Schwager Ha 20, Säumer Regine 20, Teitelbamn Dora 100, Teiteldaum Blume 100, .Unschuld Abrahbm 20, zusammen L 40i2..Sammlung L. R e i ch: Leer Simon 50, Hochdorf Emanue! 50. Klein l 60, Torem Mendl 60, Dr. Blaustein 200, Biäler Jsak 200. Rehbstoffer Max 100, Koch Paul 600, zusammen 1200. Weintraub Markus 80, Abrabamowicz Aron 30, Zagrabelny Josef 60. Sammlung Simon HauSner; Fiderer Benzivn 1000, Reis Leiser 1000, Haysuer Simon 500. Reis Nathan 500, Mandel Aron 500, Zimmermann Samuel 500, Gang Schulim M. 500, Griffel Samuel 509. Eichenkatz Markus 500, Schm orak Abraham 500, Goldberg Leib 500, Müller David 500. Zwerlmg Hermann 500, Händel Jakob 250, Engel Juda 200, Frau Reich 200. Gang Simon 200, Spitzer Hermann 100, Robinsohn Eisig 100, Weinstock Jsak 300, Dankowitz Rafael 100, Gelz Siegsrred 200, Engel item Leib 200, Lonenfeld Rachman 100, Alster SKame 100, Seidmann Mechel 500, Tun« Moritz 500, Ornstri« Elieler 200, Lonrnketd Etka 160, Kaminker David 200, Rappaport Max 200, zusammen 11.2 50. Sammlung Fräulein S. ch a t t n e r: ,Schattner Dora 50, Falusi Olga 100, Schapira B. 100, zusammen 2 5 0. Münzberg Leo 50, Streit Joses 30. Summe: n 17.19 2; hirzn der frühere Ausweis von ll h 1,52 3 — bisheriges Gesamtergebnis K 68.715. Weitere Spenden können bei der Allgemeinen Depositenbank I., Schotlengasse 1, auf das Konto „Hilfskomitee für die ukramischjüdischeu Pogromopfer" erlegt oder bei der Delegaiwu des Jüdischen Nationalrates für O st g a l i % i c n,' II., T. a borst r a ß e 20 n. Übergeben werden, woselbst auch Erlagscheme und Zeichnungserklämngeu zu haben sind. * Jüdischer Nationalfonds für Oesterreich. Donnerstag dm Lg. d. M. Konferenz der Nationalfondskommissäre Wienß, ll., Zirknsgaffr 33. 7 Uhr abends. Tagesordnung: 1. Bericht der Zentrale; 2. Ausbau der „Jaar Austria"-Aktiou; 3. Eventualia. — Das Jngendreferat beru/t fftr Donnerstag den 21. d. M., 7 Uwe, eine Sitzung der jugeMichen Nationalsondskommissäre mit folgender Tagesordnung «in: Die Peßach-Aktion der jiidischen Jugend für den «Jaar Austria*. * Geheimrat Nernst in Wie«. Einer Einladung des Oesterreichischm Ingenieurnutz Architektenvereines folgend, wird der in Wien weilmde berühmte Forscher Geheimrat Proftssor Dr. Walter N ernst in der Vollversammlung am 21. d. M., '/,7 Ubr abends, einen Bottrag Über die Energiebilanz des Weltalls halten: Gastkarten sind in beschränkter Zahl im Bereius* sekretariat zu haben. * Zahrespersammluttg der Organisation der Wiener Presse. Sonntag den 17. d. M. um 10 Uhr vormittags findet im großen Sitznngssaale der Handels-»nd Gewerbekammer, l., Stubeming 8/10, dre ordentliche Jabresversammlnng der Ors.anisapon der Wiener Presse statt, Erscheinen der Mitalüdrr.ist HlgudeMichj. 'IHM' * BegrSbaisse am he«ttge« Tage. A l t e r Fri rÄ tjof* 10 Uhr Sen ft Frieda, 11 Uhr Bo gl Albert, 12 Ad» Lezner Moritz. — Neuer Friedhof: % Uhr 90 Steiner Nosalia, 10 Uhr Finkler Israel. ) * Habsburger «nd Ostjuden. Endlich hat die »Reichs^ post" dU lange gesuchten Zusammenhang zwischen der Osterreise des Exkaisers und der Ostjudensrage gefundm. Bon selber wäre sie vielleicht nie daraufgekommen, zum Glück ist rhr aber die politische Weisheit eines Stammtisches in der Wollzeile zu Hilfe gekommen. Dieser wandte sich an das Blatt mit der Frage/ wieso cs komme, daß der Habsburger nicht ebenso dm Schutz der Minoritätengesetze genieße wie die Hebräer. Diesen Bterul^ greift däS „sittlich-religiöse" Kampforgav begierig auf, um| einerseitZ die Schuld an dem mißglückten Monarchistenputsch den— Ostjuden in die Schuhe zn schieben, andererseits aber der unbotmäßigen österreichischen Nationalversammlung ein „KlaMpfl* l'nznhängen. Das geschieht durch folgende Feststellung: »Dir N e u o st e r r e r ch e r sind «nabkömmlich, Unentbehrlich, tm* expedirrbar, weil doch irgendwer da sein muß, der die Alteinge*^ sessenen landesverwaist und sich in denHänser« der Exilierten festsetzt!* Da haben mm die christlichsozialen Nationalräte, die mit den Abgeordntte» der übrigen Parteien für die bekannte Aniimonarchistenresolution gestimmt haben, ihrm Teil! Zur Strafe werde«, sie von ihrem eigenen Parteiorgan als „Neuösterreicher denunziert! Besonders getroffen muß sich Herr Dc. W eiskirchner fühle«, nicht nur, weit er als Präsident des NatioualrateS die Nesolntio« znr Ab-! stimiyung gebracht hat, sondern auch, weil er seit d e m UmsturzimSchönbrnnuerSchlossewohnt,! so daß die Anspielung auf de«, „der sich in dm Häusern der Exilierten sestsetzt", ganz eindeutig ans ihn bezogm «erde» muß .,. -! * Der Haustorschlüffel. Der GemeinderatSansschufi für Sozialpolitik und Gesundheitswesen hat gester« die Gesetzes-! Vorlage, betreffend die Erlassung einer Hausbesorgerordnung für das Gebiet der Stadt Wim, beraten. Die Vorlage wird an den Stadtsenat geleitet. j * Aneertgeltttcher Armenansspeisungsuerei« „Sendat Sabbat". Sonntag den 1. Mai, 3 Uhr nachmittags/ findet im Ausspeisnngssaale, II., Hardgaffe, 8, die zweite ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht, 2. Festsetzung des Jshresbeicrages für ordentliche Mitglieder, 3. Vorstandswahlen, 4. Eventnalra. ,' * Deo Gottesdienst, welcher früher im abgebrannten Leopoldstädter Tempel stattfanh, findet am Freitag den 15. und SamStag den 16. d. M. nicht, wie bisher, im Türkischen Tempel, ll., Zirknpgasse, sondern in der Bibelschule, Ü., Tempelgaffe 3. statt. j * Woja-Akademie. Die zugunstm der »Wirtschaft lichenOrganisation jüdischer Augestellter"j von einem Damenkomilee veranstaltete Akademie fand Samstag den 9. Avril im Kursalon statt, war in vornehmem Rahmm gehalten und hatte einen vollen Erfolg. Oskar BeregrS Rezitationen, die Klaviers ortrage der iugendlichen Pianistin Bettis Fischer, einer hochbegabten Schülerin Professor Wolffohns^ daS Auftretm der Koloratursängerin Marianne S t r a n ß. dM brrrliche Cellospiel Altmeisters Professor S u l z e r sowie die Vorträge Nancy Bauers, Fritz L » n z e r s, Ludwig W o d i c k a S und des Fräulein Fröhlich vom Josefs städter-Theater bildeten daS abwechslungsreiche Programm, das mch großem Beifall anfgenommeu wurde. Das veranstaltende Damen-- komitee, mit den Damen Josefiue S e i d l e r, Gisela L 8 w eu-- t h a l. Verla Wechsler. Frau Babette R o s e n m a n n. Josefine M o d l i n g r r, Sabine P a ß w eg. Franko Ritt «<•! man n rmd Frau Dr. Herz! an der Spitze, leistete Hervorragendes, wie auch Herr Direktor I. N o s n e r sich erfolgreich in den Dienst der „Woja" gestellt hat. Der finanzielle Ertrag' ist bedrntend. i ’* Auch chriftlichsözrale Arbeiter streike». In Fraukenmarkt find, wie das ^Linzer Volksblatt" meldet, die Wasserbanarbeitrr, die durchwegs der christlichen LDrgauisation angehören, wegen Lohnforderungen und der Entlassung eines Arbeiters in den Streik getreten. Außerdem verlanam fie die Entlassung eines sozialdemokratisch gesinnten Lokalayfsehers. * FovschnngSeeisen in China. Die chinesischen Pro-l vinzen Kweitscho» und Hunan in der Zeit von 1917 bis 1918 wird UniverfitätsasfistentDr.Heinrich Handel-Mazzetti iw einem am Samstag den 16. d. M., V,8 Uhr, im Kleinen Saale? der Urania stattfindenden Lichtbildervortrage schildern. ' * Der Schrecke« der Kleine«. In Ottakring treibt sich! eine Diebin herum, die kleine Mädchen an sich lockt und ihnen' die Ohrgehänge aus den Ohren stiehlt. Sie ist etwa 22 Jahre alt,; hat blondes Haar, rötliches Gesicht, spricht hochdeutsch und tragt! weißen Serdeuhut mit Blume«, auch kleinen blauen Hut, weiße Bluse, blaue Schoß, schwarzen Mantel, schwarze Lackhotbschuhe.' Am 11. und 12. d. M. hat fie mehreren Mädchen Ohrgehänge? um K 12.000 bis K 15.000 gestohlen. .j * Der rätselhafte Tod einer jung«« Fra«. Die Leiche der Drogfftengaltin Anna Klinger, die gestem früh in der? Wohnung, XVI., Redtcnbacherjiasse 20, tot aufgeftmden worden! ist, wurde hmte nachmittags gerichtlich geöffnet. Es wurde festgestellt, daß drr Tod der Frau durch den Genuß von Morphin^ verursacht worden ist. Anzeichen einer Vergiftung durch Leuchtgas! konnten nicht festgestellt werden. * Rachfcha» in Stundenhotels. Gestem früh hat das! polizeiliche Sittenamt in den Stundenhotels des W. nnd IV. Bezirkes eine Nachschau vorgenommen. Von den 13 Mädchen, die' dabei anyehalten wurden, mußten acht als geschlechtskrank dem Franenfpttal übergeben werden. j * Urania. Heute, DoMerstag, 3 Uhr lGroßer Saals r' „Der Königsleutuant". — 5 Uhr (Großer Saal): Das Wunde« des Schneeschuhs. — 7«6 Uhr (Kleiner Saal) Ing. Arlnr Berg-i mann: Lehmbauten, Lehmdrahtbau und Seldstbau. — V«6 Uhr tKurssaal) Dr. Anton' Reiche!: Die Handzeichnungen dev Albertina, II. — */a6 Uhr (Klubsaal) Univ.-Lektor W. MariuS Faber: UckungskurS in Vortrags- und Redekunst, VIII. — 7 Uhv (Großer Saal): Schubert-Abend. — V,8 Uhr Weiner Saal): Kranz Keim-Abend. — V»8 Uhr (Kurssaal) Dr. Gertrud Herzog: Die sterbende Antike, UI. — V,8 Uhr (Klubsaal) Opernsänger! Felix Falerna: Tonbildung und Gesang, V. — Semesterkurse; llti Uhr: Kleintierzucht, Stickereikurs. — 4 Uhr: Französisch (für Anfänger). — 5 Uhr: Englisch (für Anfängers Französisch (für Vorgkichrittene'», Analysis. — 8 Uhr: Holländisch (für Anfänger), Englisch (für Anfänger), Kattenlesm (für Anfänger), Tschechisch (für Anfänger), Dänisch (für Dlfäuger), Latein (für Anfänger). Freihandzeichnen, ModiflenarLeeten, Knufistrickerei, Rechtschrerben. — '/,7 Uhr: Grillparzers Dichtuuarn. — 7 Uhr: Holländisch (für Boraeschretten«), Karteulese« (für Vorgeschrittene), Tschechisch (für Anfänger), Dänisch (für Vorgeschrittene). ~ Albcit?gerneinschafien: 6 Lyr Flanbert: .Madame Bovatts". — 7 Udr?, Mrlvsophic.

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