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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-14 · Heft 795 (14.4.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 795 (14.4.1921)
Date
1921-04-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Diese Mormale Lage darf nicht weiter fortidauern, und um' technisch den Friedenszustand ohne Verzögerung herzü- Mken, Mirde ich eine diesbezügliche erklärende. Ent- Mießung des . Kongresses mit' den Einschränkungen, die Heftntlich sind, .um alle unsereR'Me zu schützen, gutheitzen. Mron /imitde iN':-kkinet..'WÄse als eine De- HDon von. denjenigen arrsgele^t werden, mit denen wir 'M Kriege.. geMrnsam flpfer gchrächt, haben: Tenn diese MchK befinden sich bereits ich Friedenszustand. Eine Mche Entschließung soll nichts weiter als . den ’8Äed,e.nsÄn'sta'nd erkläre^,' den ganz Ame- MMk'if.o'AieL^' EsVwürde' MÄug. sein, eine Dar- Mung'. riöer. die zukünftige: Politik mit Bezug auf die euMäischen '• Änigeregenheitenmit' einer solchen Er- WüM «des Frredenszustandes zu machen. Mir würden ' SesiM. nichts MerkeWt, - G Ms'i-Ächtzrs' Extrem/ das ebensoverwerflich ist, über-, Mencherw Kongreß und - Senat/ .'die Funktionen der. pyllzrehenden GewM all sich nehrnen^ würden. Unseres Äochsie Pflicht '.ist: die-Wahrung der festgesetzten ' Vollmachten eines jeden und die Forderung dieses Geistes des Zusammenwirkens, der fiir unser gemeinsames Wohl so wichtig ist. Es würde eitel sein, separate Fried ensverträge mit denM itte km ach t e n 3 u s ch l i e tz e n. In der Annahme, daß dies allein hinreichen würde, da die Lage so verwickelt ist, daß unsere Friedensbemühungen alte Weltbeziehungen und bereits erfolgte Regelungen nicht außeracht lassen dürfen. Es ist auch, nicht wünscheIswert, .daß dies geschieht. . Amerikas Aateil sn der MfttsrVirAwg. Präsident Harding erklärt Weiter: Der Anteil Amerikas bei der Neuordnung und Wiederherstellung kann nicht außeracht gelassen und muß genau bestimmt werden. Nachdem die Ueberre-gierung d.s Bundes endgültig abgelehnt und dies der Welt mitgeteilt, und nachdem der Friedenszustanrd zu Hause erklärt worden ist, kann Amerikadazu übergehen, Beziehungen abzuschließen, die so wesentlich fiir die Anerkennung. der Rechte der amerikanischen Nation sind, und von neuem einen vollen Anteil beim Anschluß an die Bokker der Mlt beider Verfblguntz des Friedens nehmen.' Amerrka hat seine Verpflichtungen btt' der.Schaffung der Ruhe M:Wwpcp''MwseRWurötion rnuMefchüffen. werhjm, bevor W,"OekWWk FöMchntt^ faUiiv. einsetzen kvyn. Hilfsbereitschaft ' bedeutet jedoch nicht Verwirklichung. Teilnahme an wirtschaftlichen'Anordnungen bedeutet nicht-eine Bürgschaft für Dertragsverpslichtüngen, die uns: nicht 'treffen,: und an -denen wir-keinen Anteil habend Die Ermordung Tlszss. Stephan Friedrich »it Gericht. ' Budapest,' 13. April. Die heutige Verhandlung begann rÄsi> dem- Verhör Stephan Friedrichs. Sr erklärte, die Alflüche. verstanden > gu haben, er fühle sich jedoch nicht f'ch r: l d i g. Der. Präsident gestattete ihm, seine bei der Vor» S'evrrtmrg der Revolution gespielte Rolle zusammenhängend ttrpzustellen. Bevor Friedrich mit dieser Darstellung begann, Hlstrte v«: ÄSenn belastet mit dem Verbrechen des HchKreS, sich an die Spitze der chriUichnationaleir' Richtung: gestellt und, belastet mit diesem Verbreche«, den, Stuhl des ungarischen...Ministerpräsidenten besudelt haste,' so mußte er . - .... . ■' .. den ehrloseste» Schuft',ans/Erhyn begerchnen.- Für 'seinen Anteil an-?der ^Vorbereitung.der iLftoberrsvolütion übernehme er - -jede - Perantwortnnzg.: -doch. Hxme er nicht verantwortlrch gemacht- - werden - dafür, - was. M getan habe. ' : ' : - . *Ser«.-politisches Leben hobe-.urtzgefÄM^..««.20,:Oktover- 1918 -begonnsn. indem er zwei- bis dreimal den Klub der, Ka-polchi>P.a r t e i .besucht habe. NaWem. a» .den Aotgäugen bei der Kette n b r.ü che-, tellgenomw««- hätte,- Wrü»e er zum Staatssekretär ernannt. „ Am 8. «der. 8. November aber sei er bereits. Gegenrevolutionär .geworden.. Wegen' -seiner gegenretzolutionären; Gesinnung und - Tästgkeit.. wuHs 'er während' der Proletarierdiktatur in .den Kerker. MtWseru -'Rach ihrem. .Sturz aber habe er durch sein, politisches -Wirkendazu beigetragen, daß- --die - Berhstltnisie - sich kvKsolidior.t< und "so.weit enWiäelt7hatten,: daß die. .heutige HapptveichaMung ab^ehalten -werden:^könne. Politiker», die. Ä) Jühre. hindurch sich als unfähig :er^i.esey: hätten - und^nicht sinmÄ daS - allgemerne Wahlrecht - durchsetzen: tonnten, . könnten ilM. nicht ^verzechen^ däß er, :ein;/Niemand, ein gewöhnlicher Raschinenfttbrikant,' Ministerpräsident:' geworden stst - - '. ' Fviehnchbestreitet sodann?: die. Woihrlheit -. der Angaben lderäus seiner Fabrik entlassenen . kommunistischen Arbeiter»' die in der Voruntersuchung behauptet haben, re hätte an LeN jBesprechungen in Angelegenheit der Ermordung Tiszas teil-i^nommen. Daß seinerzeit im Klub- -der Karolyi-Partei!hint>r,r. .tzrrxiegel.teR LLr.e.n Desprechungenstatt- Msustdru..haben, 'sei. darauf züruökzuführen, daß an diesen ^ai&KTi^epn diese ^rniliLLvdienstpslrchtige junge Leute sich be° . die vor d-sr f i i e g e rr d r 7, Mi! it ä r p öliger MMMW-.NO.. Kik ~i> fr Wir M«OM femandetz verhandelt hätte, ßer vollstänbrg suAgeWosfen. Jedenfalls feie« auch sehr Zweifslhafte Gestalten , im Parteiklüb erschienen,, so daß er den ÄrektovV de- $!»!&. auf»' merksam machte, diese auszuweisen. So. sei , auch «n gewisser C s e r n y a k, der später. als hervorragendes Mitglied des Sokdatenrabss tätig war. hinausgeworfen worden. Rach, dem Karolyi an die Regierung gelangt war, wurd-n Csernyak und Genossen verschiedene Summen ausbezahlt., doch habe Angeklagter nicht einen Heller jemandem übergeben. Der Angeklagte bespricht sodann die Einzelheiten. der Vorgarne in den ersten Tagen des Umsturzes. Was die foKnannte. Schlacht a« der Kettenbrücke ' anlangt, so habe am 28. Oktober eine Deputation den E r z-> h e r z ö g. I 0 s e s in seinem Ofener Palais aufsuchen wollen. Erzherzog . Josef habe sich bereit erllärt, die Deputation zu empfangen» doch scheine es aus politischen Gründen nicht möglich gewesen zu sein,.daß die Audienz: ^sstrttfinde. Die Menge wurde nicht über die Kettenbrücke gelassen und so kam es zu den damaligen blutigen Vorfällen. Friedrich habe sich in Begleitung Fe n her zur Kettenbrücke begeben, um die Menge zu beruhigen. An seinen Händer» Lebe kein Mut. ' Denn et blutrünstig wäve, hätte er nach dem Sturze der PrÄet.arierdiktätur, als er seinen Putsch machte, in der ersten Nacht etwa 200 Lenin-Söhne in die Donau werfen lassen können^ Der. Llngellagte stellte sr^ann. där^ daß.'der Ausbruch' der Revolution wegen der . - '; Mgemeineu Kriegsmübrgkett - . erfolgt sei und daß eine Sicherung der LauL.eSgrenzen nicht - vorgenommen werden konnte, ' umsoweniger:.' als sich der Bürgerschaft allgemeine Apathie bemächtigte. Im Kriegsministermm wurde schon h«-. MvemSer'^ ÄÄvon gesprochen» daß sich. die Mörder Tisza» : ' in der Umgebung Poganys befinden müssen, doch hätte dieser als Regierungskommissär - für Heerwesen eine Militärmacht M der Ha-nld, weshalb ihm nicht leicht beizukommen sei.' ' Schließlich sagte Friedrich, daß er tatsächlich einer F r e i» maurerloge angehort habe, doch habe er hier nie Stimmen gehört, die. sein patriotisches oder religiöses Gefühl verletzt hatten. Nachdem aber die Freimaurerei in die Hände der exLremlinken destruktiven Elemente geraten sei, sei er aus der Freimaurerei ausgetreten und zum entschlossenen Vorkämpfer, der ch-r»fU i $»a.gH 0 « u.l.«» Krcht'.u.ng ge- Der französisch-deutsche Streik. . —y. W i r v, 14: April. , In zwei Wochen sollen die verschärften Strafmatz^ nahmen der Entente unter französischer Patronanz, gegech Deutschland einsetzen. Ernste Mitteilungen kündigen die Mainlinie als das Ziel des französischen. Einmarsches an und signalisieren die vollständige administrative Trennung des besetzten Gebietes von Deutschland Wh die Einhebung der Zölle und Abgaben nach »dem französischen Reglement. Es. mag sein, daß diese. Meldungen von einer Einschücht/rungstendenz diktiert sind. wä'hrenb die Reden in »der Pariser Kammer in ihrer sich überstürzenden Tonart allzusehr auf die Nerven d<:r eigene« Bevölkerung abgestimmt sind. Bnand schlägt die grellste« Saiten. Aber jeder französische Minister sieht-I wenn er äus der Tribüne erscheint, den Schatten seines.' Nachfolgers und muß radikal sprechen. In dem' KWpf, de« die Radikalsozialisten und ihr ewiger Widerpart," die aus Nationalisten, Royalisten und Klerikalen ' /gebildet« Sturmtruppe des Militarismus,, um die Seele ^dks Rentners führt, ist die äußere Politik zu einem seelenlosen Instrument gewovden. Es geht nicht um. die-zn«- künftigen Beziehungen zu der starken mittelenröpaisch>e« Nation, sondern um die Herren Wähler, und.da : muß. dre Farbe dick aufgetragen werden. Daß die DeutjDg - zahlen, daß sie all. s zahlen. müssen, dieses -Axionr ClA nrenceaus, muß Brrand aussprechen, .weil.-es^HAemÄ' ausgesprochen hat und weil er wünscht, daß es: arH sein Nachfolger wird sagen. -^Mssen.. - Äeses^ Äoxt^-bs-. - stimmt heuten, 'das. innerpolitische Leben der ÄepübA ünd'^^HoWe^.MuL..s^ne.^:l^r^^v^^^t. aE'' keynen. : ..heryviHW' dM: starker, wrrd'. die Mervösiiät und mit ihr das BesirebeG > die Festigkeit und Unve^rückbarkeit des eigenen Mtarch- . Punktes zu betonen. , - .., - Äesem HrregungzzpshW.d, dem nur, ein vo^MgM ober klares und unzweideutiges Echo antworten?. disxW halt Deutschland eine unklare Politik entgegen. Es lM in London von äußersten Grenzen der ZahlungSfahM: feit gesprochen und sich dann doch selbst hinauflizitiers«: Wollen. Es desavouiert jetzt den Minister SimonS,, eben von neuem Entgegenkommen und einem 'neu^ Angebot gesprochen. hat. und will von feinen Planes nichts wissen. Deutschland will in . seine Berechnung«^ nicht die Tatsache des verlorenen Krieges ernsteüen. uäÄ versucht, bald der einen, bald der anderen seiner Pär-i Leien zu entsprechen. Die Schwerindustrie, die -die Re^j gierüng unter ihrer Fuchtel "hält, wifl nichts zahlen ünG läßt-sich in der Anbetung der Dividende mH gernH stören. Die Sozialdemokratie, die'schön', im Krieg ast . lammfrommem. Patriotismus..mit den TurnlehrernüM. Gymnasialdirektoren eifrig konkurrierte,, erblickt m de^^ Schwerindustrie die Projektion des Vpterlandes - ün^.. fürchtet aus der Schmälerung der Dividende : eine Schmälerung der Löhne. Es ist in Deutschland. eigens , lich kein Kampf gegen die französischen Jordsrunge^.^ kein glattes Ja oder Noin, sondern ein Streit der. Pär^' teien um die Frage, wie man sich um die Verpflichtün?!'. gen' der Unterschrift herumdrücken könnte. In . diestl«^ Streit aber zeigt sich eine immer weltergreifende . Radr< kalifierung der Arbeiterschaft, die, von ihren Führern im: Stiche gelassen, von der schwerindustriellen Reaktion mU, Heimwehren niedergehalten, den Weg zur russischew^ Orientierung einschlägt.. Und auf den franZösischtz^. ^Rentner, der in seiner Jinanzzeitung immer, nur bon(; den 6 Prozent Aktienerträgnissen liest, wirken hie:Mtzl«< . düngen über . 'die Vertrustungen . der <StinneSf<^etti) Spinnenorganisationen, übrr die Kapi.Lalserhv.hnnE und über die Riesendividenden der deutschen.Gesell?' schäften wie ein rotes Tlkch und reizen ihn zu stöts neuen' Attacken' gegen die Regierung, , die dem bösen DeuiW' Land nicht, die Börse abknöpfen kann. . .!:t\ Diese psychische Ueberreizung kann aber nicht langtz^ Vorhalten. Es zeigt sich doch' auch in Frankreich die' Geneigthüt, positive Resultate in der Auseinander»., setzung mit Deutschland zu erzielen. Auch in Deuflch». land besteht die Tendenz, eine Verständigung. auf der. Basis neuer Vorschläge zu . suchen. Dieser Weg mutz gewählt werden angesichts der Haltung Amerikas, desse» Präsident in seiner Botschaft allen Teilen recht gib^. weil er mit allen gut Freund bleiben will. Diese vaA sichtige Bedachtnahme auf die gute Stimmung tagt, , Schuldner erfährt eine recht böse Einschränkung durch das DekennturZ Hardings zur Schutzzollpolitik, die Ams>» lÄÄjlkfeÄife.Ä.

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