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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-12 · Heft 793 (12.4.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 793 (12.4.1921)
Date
1921-04-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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«tfte* Wim. Diens'q, "■r —.... in 1 Telegramme. Die deutsche Exkaiserin geftsrhen. . Berlin, 11. Writ. Aus Haus Doorn ist folgendes Telegramm eingelaufen: Die deutsche Ka i | c r iu ist heute früh um y.%1 Uhr sanft em schlafen? Exkaiserin Augusta Viktoria litt schvn seit Langem an einem .Herzübel und an Angstzuftänden, die sich in der KriegZzeit und unter den Wirkungen des Schicksals, das ihre Familie getroffen hat, sehr Verschlimmerten. Sic ist 63 Jahre alt geworden und hat sich im Jahre 1881 mit dem Exkaiser Wilhelm vermählt, politisch ist sie ziemlich stark hervorgetreien, indem sie ihren pietistischcn Anhang zur Vorstößen ermunterte, die viel zur allgemeinen Verbitterung gegen die Hohenzollcrn beitrugen. Bekannt ist die Affäre ihres. Oberst- Hofmeisters Mirbach, der von Bankdirektoren größere Summen für die protestantischen Zwecke der Kaiserin verlangte. Herr Kühlmaun verdankt ihr ,'eiri.nS urz, 4.16er nicht aus Polin scheu, sondern sozusagen sittlichen. Gründen, -da die Kaiserin seine. Birt'crrestcr.Amüsements.. nicht wollte. Die Exkaiserin hat ihrem Gatten sechs Söhne und eine Tochter geschenkt. ' . Die WeuLfchuatimmLen woVen > deMSKstrieren. Berlin, 11. April. Die deutschnaiionale Presse kündigt an, daß die patriotischen Vereine am Samstag auf dem Wege vom Wildpark zum antiken Tempel Spalier bilden werden. Nach der Einsegnung der Leiche werden die Vereine defilieren und Kränze iriedLrlegen. Der Nationalverband deutscher Offiziere fordert seine Mitglieder auf, für die Dauer von vier Wochen Traueraözeichcn. anznLgen. Die Deugtschnationäle LolkZpar.ei har beschlossen, am Tage oer Beisetzung möglichst überall in: Lande Trauerfeiern zu begehen. Bis zum Tage der .Beisetzung haben alle geselligen Veranstaltungen der' 'Bartei zu unterbleiben. Die KabiNettsb'Mrmg irr Preuße«. Berlin, 11. April. Ministerpräsident Stegerwalö hat beute die-Verhandlungen wegen der Kabinettsbildung mit bin. einzelnen Parteien begonnen. Die Sozialdemokraten, an die sich der Ministerpräsident zunächst wandte, um von ihnen zu hören, unter welchen, Bediugrmgen sie Vertreter in das Kabinett entsenden wollen, sollen bereit sein, unter gewissen Voraussetzungen in das Kabinett einzntreten, und zwar verlangen sie die Heberlasfung von drei Mimsierposten und die Nichtausnahme von. parlamentarischen Vertretern der Deutschen Volks- Parier.. Morgen soüen die Verhandlungen zwischen dem Ministerpräsidenten und 'der Deutschen Voikspartü beginnen. Der griechisch-türkische Krieg. Lsr:von, 11. Avril. (Funkspruch.) In politischen K.reiftn glaubt man au ein Einschreiten der Enten te. um dem griechisch-türkischen Kriegs , ein Ende machen. ' - . . Ksr;?AMge?ellschaste« gegen Wischer. Moskau? 11. April. (Funksprl'ch.) Um den Dauern W- 1'Söglichkeit zu geben, ihre liebErzeugnisse gegen Jnduftrieerz-ugnilft einzutauschen, schafft eine .Verordne r Negierung einen eigenen Warenfonds. Ein weiteres Dekret/ das den Wucher und Schleichhandel unmöglich machen soll, ordnet die Gründung von Koni u m g e s e l l s ch a f t e n an, die unter Regierirrlgs- 'trrntrAllevie Versorgung zu übernehmen, haben werden. Zur Finanzierung dieser Konsumgesellschaften^ -haben, deren Mitglieder Anteilscheine zu zeichnen. Jeder russische Bürger ist verhalten, einer derartigen Konsumgesellschaft anzugehören. - Die Getreide abliefermrg in Rutzland. Moskau, 11. April. (Funftpruch.) In Rußland find üö-: 275 Millionen Pud Getreide, das ist 65 Prozent öve veranschlagten Ergebnisses, aufgebracht worden. Was Graf Teleki über die ungarische Krise erzählt. Budapest, 11. April. (Ung. Tel.-Korr.-Brrr.) Äti- 'nsterprä,ident Graf Teleki erklärte Pressevertretern iiegenüber, daß die politische Krise mit ein wenig Wohlwollens 1) leicht beigelegt, werden könne. Insofern sich der Konflikt um die Frage drehe, ob die Regierung auf der Basis des Gesetzartikels I ex 1920 stehe, fei auf den Umstand verwiesen, daß die Regierung auf Grund' dieses Artikels ernannt wurde und die ganze versassungsmäßige Einrichtung des Landes auf diesem Gei-etzartikel beruhe. Weitere Audienzen würden bei dem Reichsverweser nicht stattsinden, nachdem die Reg'erung zwar demissioniert, der Re ich sv'rweftr jedoch die Demission nicht angenommen habe. Die Behauptung, faxfc Ministerpräsident Graf Teleki nach dem am Freitag ftattg-fundenen Mirnsterrat demissioniert hätte, entspreche nicht der Wahrheit, denn dieftr Ministerrat habe sich überhaupt kaum mit der Kr se besaßti Die Demis.ion sei im Namen des Ministerpräsidenten und der einzelnen Minister dem Reichsverweser gemeldet worden, worauf dieser erklärte, 'daß «r weder. die teilweise noch die vollständige Demission des Kabinetts zur Kenntnis «chmek tön«*,* " ,J""' Wiener Moraeuzellnnq 12. April 1621 M. 79» Mitteilungcn ans dem Publikum. Dr.MaxJReichiiiann Ella Reichmann Zboisz (Galrelen) . g«b. Wertmann 'Bt-rJtn'. Vermählte m2 N e r r i, End* Märe 1921. . flia'len) P. LncW 18. RSLLiaNTtES«, Serien, Gold,Silbe .Platin «.Uhren kanit; u’a fl r o r k a n i t j 776 ET-VEfS Roteaturnactr. 23, Mariabilferntr. 88 Grösster und bester Käufer Wiens «so Bs*J II« si t e it9- Perlet« luwefen, EdeteteinhäiidlerRafeilin^ws'Sscii, Juwelier I.Max'miiianstrass« 5 II, Stephanieatrasse3, narNr.3 (jetzige > sh'srsMasäv) (jetzige Hollsndstrasäe) Tel. 8541 ’’nd‘ 45,43 , ,im eigenen Haus« HaUcstelle Opernring, Zac. KSrninoretr.' _ . ■—M, geachW , Horc" *uch un8ere Pre,»e Neu e;@ffnst.? Heu erBHuet! - -Msrhschelifu Frllhsiflekniube' v XX,, WalCenstelnsfiraSe SS Häuslich zubereiieto Speisen . e;o Weinspezialitiiten WEINE Spezialität: TofeaJ er« HegyaBjjaer und diverse Deosortweine. 863 ÖBOSZ,BCbd WEINSTUBE IS., Praterstrasee 13 SikcheZgersle für Pmacly Etnailgeschirr, Teller. 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Die Millkonenschmuggler. Verhaftung des Bonkiers Schwarz. — Für 87 Millionär» Kronen ©clb anb Banknoten in die Schweiz geschmuggelt.. — Der falsche englische Kurier und seine Hmtermsuner. Mr'haben bereits in unserem gestrigen MittagSblatt über den vereitelten Schmuggel von 20 Millionen Kronen - ausführlich berichtet. Jetzt erfahren wir hiezu noch folgende Einzelheiten: . - Im Westbahnhof hatte die Partie Inspektor- Mikulicz' den ehemaligen englischen Soldaten John Robertson, den Dolmetsch' Fred B au'ma nn, den Journalisten' und Korrespondenten /des „Manchester Guardian" William Germains und seine angebltche-Sekretärin Alt« P e r r i n wegen .des versuchten Schmuggels der vier Säcke mit den 26,5 MÜlionbit ■ Kronen in Banknoten zu. 1000 Kronen festgenommen^ Das Bindeglieb zwisch«n den Schmugglern und den Auftraggebern war der frühere englische Dolmetsch bei der englischen Milltarmission, Fred Hau mann, der Robertson von seiner Stellung her kannte. Robertson und William GecmainS haben tt&aUtec' im (E&fc Kremser ieft chiew1 tfr legenllichen Zusammentreffen ist die Sprache auf den einträglichen Balutenschmuggel gekommen. Mit Gerrnains hatte der 36jühri'ge Kaufmaim Edgar.M annSfeld, zu Zloezow geboren, 4. Bezirk, Ätteegasfe 23 wohnhaft, die Möglichkeit besprechen, österreichische Kronen' ins Ausland zu bringen. Aber bas Geschäft mit Mannsfeld allein hätte sich nicht go» uügenb..gelohnt mrd so hatte sich Mr. GecmainS auf die Suche.nach,anderen KtienLen gemacht. Er trat mit dem Prokuristen der:Kredit-- und VermittlungSbcmk;Ludwig'KofcheS,. . 1. Bezirk, .WipplingersiraßL 23, in Verbindung. Dieser wollte sich mit 11,700.000 Kronen an dem Schmuggel beteiligen, . während -Mannsberg vier Williorien, dem falschen Kurier' anvertrauen wollte. Der Dritte war ein gewisser Blau, über den noch nichts Näheres ln Erfahrung gebracht toexden konnte^ Er hatte gegmr fünf Millionen- Leigesteuert. Der Transport von zusammen etwas über 20,6 Millionen Kronen sollte nun durch Robertson bewerkstelligt werden/ Robertson hatte schon vorher alle Vorbereitungen für den Schntuggel getroffen. , Es wurden dis Fahrkarterr für den Soldaten Robertson, und seine Begleiterin Miß Perrin, die Sekretärin GermatnS", { besorgt, und so war alles zur klaglosen Durchführung Schmuggels vorbereitet.. Miß Perrin hätte den SoLaien/ auZ. Sicherheitsgründen begleiten sollen, um' zu verhüttvh 'daß rr nicht allenfalls aus dem Wege nach Berlin, wohik das österreichischo Gelb hätte geschafft'werden sollen, irgendwo unterwegs auskneifL. - Zweifellos wollten die Auftrag» . geben der im Bahnhof Angehalten«: die 6» ,bis 8prozentitze Spanäiuug irr der Bewertung-der österreichischen Krone in Wien^und Berlin äusnützen. Durch die Verhaftung der Auf» ftragg-eber und der-.Beauftragten wurde bas Komplott bcs» eitelt. . : Auch, der bei dem G p l d s chmugge! ertappte Nngeh» Uchs' GuLZPächter Henri Charles Rappard, der 18 Kilogramm' Gold nach der, Schweiz schmuggeln wollte, hat bei seiner Anhaltung Pie AmtZorgachr durch Sicherheit. des Aust« tretens zu verblüffen versucht. Auch er hat sowohl im Äahn« . Hof. als dann, bei der Polizerdrrektwn'mit aller Kraft da«,, gegen remonstriert, daß man» feine durch Siegel als Kurier« gepttL.Lezoichnete Mappe öffne! Rappard ist eigentlich Farmeij in Algier. Er hat sich seit einiger Zeit in Wien aufgehalten, in der Prinz Eugenstvatze ein elegantes Heim gehabt und ist sehr -elegant aufgetreten. Als man trotz seines Einspruches Koffer'und Lasche öffnete urtd di? 15 Kilogramm Gold fand, hat er sich besiegt erklärt und aus seiner Hosentasche noch < 3 Kilo -GÄd hervorgezaubert. Er gab an, daßer von eiaein Beamten der englischen Gesandtschaft in Bern als eine Art. Prrvaikürier angestellt worden ist, und hat auch nach seiner Anhaltung mit der Ausnützung seiner Beziehungen zur engli« schen Gescvttdtschaft gedroht.-Nach seiner Uebertpeisung legte; er das Geständnis ab, daß er seit Oktober vorigen Jahres, -mehrfache ähnliche Aufträge über Schmuggelgroßer Goltz-- mengen aus 'Oesterreich übernommen' und durchgeführt hat. Sein Auftraggeber war der in Bern ansässige Bankier Moritz G r ü n st e rn, Schweizer Staatsbürger. Rappard gab zu, daß er für GrÜttstttn in dieser Zeit 80 SiS lüO Kiloti Gold in einem Werte von' mindestens 33 M111 i 0 n c n Kronen; und 25 Millionen österreichische . Krotten in Papier nach der Schweiz geschmuggelt habe. Mmkier Grünstein, der ein millionenrei'cher Mann ist, ist in Geschäften sehr oft nach Wien gekommen imb hat auch zurzeit im Hotel Bristol (altes Haus) gewohnt.'Seit der Aufdeckung des per»" suchten Riesenschmuggels war er aus dem HoieL der» sch w unden und heute vormittags war e» ze>» 1' u n g e n, - ihn im Gebäude der Fvnanzbezirkdirektion zu v e r h a f L e n. Er mußte den Schmuggel zugeben. ' Die Erhebungen über die Angelegenheit werben fortgesetzt. Robertson, Germains, Miß Berin, Baumann und Rappard werden dem Landesgericht vingeliefert. Grünstein, Mansberg und Kosches werden als Ausländer abgeschafft, nachdem sie dem gefällsgerichilichen Verfahren unterworfen worden sind. Ob die drei Letztgenannten sich außer an dem Schmuggel auch an den betrügerischen Borberertungen beteiligt haben, wird die' Untersuchung lehren. Eintritt eines Bertretees des Misvacha irr das Direktorium des Keren HaZesiod. Das Direktorium des Palästina-Ausbaufonds teilt mitbaß die Verhandlungen ztvischeu dem Direktorium des Keröu Hajessob. und der Föderation des Misrachi zu dem Eintritt von Herrn-Professor Pick, als Vertreter des Misrachi, in das .Direktorium deS Keren Hajesfod geführt haben. Da§ letztere verhaiddelt auch mit der Föderation der Poale Zion wegen Eintrittes eines Vertreters in das Direktorium. Keren Hajefsod i» Bulgarieu. Das Direktorium des Keren Hajessob erhielt folgender Telegramm aus Sofia: Die Spezialkonferenz der bulgarischen Zionisten hat beschlossen, ,bte bulgarische Judenheft mit L5 Millionen Leva für den Keren Hajessod zu be» steuern, wovon 5 Millionen schon im ersten Jahre noch vsr Zusammentritt des Zlonistenkongreffts abgeführt,werben sollen. Die Kommission für Bulgarien wurde aus fünf Zionisten und dret Ntchtziouisten gebildet. Auch die Bnei Brtth- Loge hat um ein Referat über den Zieren Hajessod ersucht. Sa sie sich an dieser Arbett beteiligen möchte. Der Streik oer zayntechUiker. Eine Kundgebuns per «Heue» Aerftekammee. Die Wiener Ae z ekammer hat es bisher unterlasse«, auf di versch,ebenen, von se te« der Ltreittkitung der Zabntrchncker zu Durchsetzung chrer unbegründeten Ansprüche geübten Methode des nahrren einmgehen, «eil sie, aut dem gleichen Standpunk wie die m.diunlschen Fakultäten stehend, dre Ansch,«u»a ve> tritt daß cF dre Aufgabe der durch die dirufenm Fallorm mso:mi r:v Regrerung s«, cme Veemlrächt'gung der wistmkchasilichen Mediä, hintanzpt'aurn. ielbst wenn es v^fticht wird, die Regle 1 ung dutt Streik, Deryonsirauvuen und MaffenaufzÜa« m chrer Stellung nähme >u be mfluß«'». - - p/n letzt''n Ber8ffentlichqn<len geht die Stre kleituna de Zahyiechnckcr nunmevr t» weit, daß sie nicht nur die beshel dn Aelzten vorbchaltenc» zahnärztliche« Emmiffe für die Zahn techmker votz iehlendrr Vorbildung beanfprumt. sondern auch de, itow&ato«'müMmm m Durchsührnuz drr. lönservierende, 5

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