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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-10 · Heft 791 (10.4.1921) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 791 (10.4.1921)
Date
1921-04-10
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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9tt. 791_ Men, Sonntaff_ Tagesbericht. Der Schekel. An der Spitze des BlatteZ veröffentlichen wir heule de« Icheftlanfruf des Zionistischen Landrskockitees für Oesterreich zu dem im August stattstndenden zwölftenzionistischen , Kongreß. Der Preis des Schekels betrögt K 20. An folgenden Stellen find Schekalim erhältlrch und werden dort auch Lande-- und Orlsgrupprnbeiträge entgegengenommen: l. Bezirk: Sektion I: Hans Kandl, Wiesingerftraße 6; Bernhard Jäger, Salzgries 2. H. Bezirk: Jüdischer Natwnalrat. Taborstraße 20a; Msses Tuma Kleine Sperlaasse 8; Moni Semo, Schütt lstraße 19 n; Moses tyeMeitt, Rueppgasse 18; Bartfeld. Sebastian Kne-ppgasse 3; Mcichulim Schächter, Feverbachgäffe 8; Füdi'cher Verein Nord-Ost, Taborstraße 21»; Siegmund Habrr. Große Mohrengassc 3d; Bank» haus Mayer, Taborstraße 8* .Wiener Morgeiizeitttng*, Taborstraße 1/3; Zionistisches Bureau, Znkusgasse 33. Ul. Bezirk: Zionistische Bezirkssektivn, Untere Viaduktaaffe 18 Montag, Mittwoch, Symstag 6 bis 8 Uhr abends); Isidor Zelnik, Marxcrgafs? 14 (Sonntag 9 bis 12 nnd 3 bis 5 Ubr); Elias Wolffohn, Löwengasse 8 (Sonntag 9 bis 12 nnd 3 bis 5 Uhr). IV. und V. B e z i r k: Rudolf Stein, V.. Hamburgers!! aße 12; Max Strauß, IV.. Favoritenstraße 21; Friedrich Müller, IV., Alleegaffe 62; Jlak Schuldenfrei, V., Vogelsanggaffe 41. VI./VIII. B e z i r k: Zionistische Bezirkssektion, -VI., Amerlingstraffe 19. IX. B e z i r k: Ziomstssche Bezirksseknon, Licchtensteinstraße 11/13. X. B e z i r k: Zionistische Bezirkssektion, Favontenstraße 130 stäg'ich, außer Freitag und Samstag, 7a 7 bis 7s 10 Ustr abends); Adolf Langer, Keplerplatz 13; Viktor Knie. Larenburgerstraße 27; Leopold Bauer. Bürgerplatz 22; Map Schlesinger» Keplerplatz 3. XU.bisXV. Bezirk: Zionistische Beziiksseltion, XV.. He klotzgasse 21. XVI./XVII. B ezirk: Leopold Slymann. XVI., Brnnnengaff« 41. XVIII. B ez i r k: Dr. Arnold Friedmann, Edmund Weißgaffe 7 (2 bis 3 und 6 bis 7 Uhr täglich); Dr. Hermann Ebner, Mcsserschmiedtgasse 38 (2 bis I und 6 bis 7 Uhr täglich). XIX. Bezirk: Professor Dr. Wilhelm Stein, Hardtgaste 6. XX. Bezirk: Zionistische Beznkssektion, Karl Meißlaaße 5; Moses Metzler, HeinZelmanngasse 17 (vornnd nachmittags); Michael Zipper, Klosterneuburg erstraffe 22; Hirsche! Engel, Treustraße 1 (vor- und nachmittags); Relchsftld, Spanngaffe IS (vor- und nachmittags); Weingartner, Nauscherstraße 18 (vornnd nachmittags). XX!. B c z i r k: Dr. Samuel Ruß, Kretzgaste 8. . i Die LbhMAgsfKrfsrge des American * Joint Distribution Committee. Die Lehrlillgsfürsorge des American Joint Distribution Committee ist nur eine kleine Zelle in dem großen Barr der Fürsorgetatigkeit der Wiener Abteilung des American Joint Distribution Committee. Während sonst soziale Fürsorge, nicht aus Unzulänglichkeit des. Willens, sondern ays Unzulänglichkeit der Mittel, fast stets nur fallweise dem einzelnen allerdrängendsten Bedürfnis gehorchend durchgesührt werden konnte, wird hier Witter Lückenlosigkeit eines wissen-- * schastlichen Prinzips Fürsorge betrieben, Nichts ist vergessen, denn die grausamem Feindin der menschlichen Wohlfahrt, dre No t vergißt auch keine Altersklasse, verschont Lüne Gruppe der wirtschaftlich Schwachen. Der Lehrling gehört zu den Schwächsten der Schwachen. Wie aber erst, wenn er heimatlos, altern:los, mittellos in der fremden großen Stadt steht, den strengen Forderung«: des Lebens hilf^s untertan? Da steht er, der 14jährige blasse Judenjnnge aus Przemhsl, ohne Vater und Mutter, mit heiligem Eifer erfüllt, die Goldschmiedekunst zu erlernen. Ein grausames• Gesetz der Zunft verlangt Beistellung des Werkzeugs vom arbeitsuchenden Lehrjungen. Wie soll er das leisten, wie soll er den schwachen Körper nähren, wo soll er wohnen, woher die FortbildungSschulmatcri allen nehmen, wie das teure Fahrgeld verschaffen? Wer denkt an ihn> wer.'hilft, ihm? Nicht dem zufällig heransgegrisseucn Einzelnen, sondern der ganzen hilfsbedürs-- tigen Gruppe? Der Joint denkt an ihn, denn er d e n k t a n a l l e! Er hat ihn ausgezogen im Kinderheim solange er noch ein Schulkind war, er verläßt ihn nicht, auch wenn er die Schule verlassen mußte., Denn kein menschliches Leiden, keine jüdische Not bleibt dem Joint verborgen. Das American Joint D'istributwn Committee schafft das Lehrliugsheim, es bekleidet den Lehrling, es befriedigt italienische" Arien, während Abraham Goldfaden fich mit Mendelssohnscher Melodik abfindet. In den folgenden Szenen wären reiche Möglichkeiten für dramatische Entwicklung ge» geben, die aber über knappe Ansätze nicht hinaus.oächst. Dafür entschädigt der innige Dchlußgesang, in dem das Mot:v der Kohlhaymerin nicht, mehr synkopisch geteilt erschemt, sondern ungeteilt und frei zugleich mit dem liebenden Paare den Weg ins Freie findet. akkord gegeben, aus dem Bittner in immer neuen Altera» tionen seinen breiten, sonnigen Humor leuchten lassen kann, in der „Kohlhahmerin" kein Mangel und damit ist jener Grund, akkord gegeben, aus dem Bittner im iimner neuen Alter» nativen seinen breiten, sonnigen Humor leuchten lassen kann, jene Grundstimmung, aus der er leicht und mGekümmert Melodien wachsen läßt; es find nicht Treibhauspflanzen, die sorgfältig gezogen und behütet werden müssen, sondern frohe Ergüfsp eines musikalischen NaturburschentmnS, sowohl in der Erfindung als auch in der Verarbeitung. Darm ist Bittner der rechte, alte Oesterreicher,, daß er nicht mit dem Verstände, sondern. mit den: Hergen musigirt. Er sagt selbst irgendwo, man sollte jede Musik „Lied* nennen können, und lieh mäßig 'quillt eS auch aus feiner neuen Oper. Mag hier die Erfindung auch weit schwächer sein als im „Musikant", auch in der „Kohlhahmerin" ist «ihm der Schnabel hold gewachsen". Daß motivische Verarbeitung und dramatische Verdichtung, moderne Akkordik und modernster Orchestersah seine Sache nicht sind, weiß der vortreffliche Künstler selbst am besten. Er legt seine Themen nicht aus die Goldwage und gestaltet sie frei und ungezwungen nach Bedarf um. . Wie er im „Musikant" Violett« Und die italienische Mirsik für Friederike und deutsche Art aufgibt, so ehrt er auch in der „Koylhaymertn" seine deutschen Meister der Romantik und parodiert alles Fremdländische, mitunter freilich zu weitschweifig. Ohne ein Schönherr der Musik zu sein, steht er, der in der «roten Gr-ck>" den Dialekt in hie österreichische Oper eingeführt hat, fest auf dem heimatlichen Boden, mit dem er M ümia nevwaMtz MSt. Diel«« Q-rt-rreichertm« Wiener Morgenze?«i»>»g_10. April 1981_Seite» 58. Kunstauktion von Albert Kendo Tel. 6567 / Wien, I., Kärntnerstrasse 4 / Te . 6567 Morgen, Montag den 1t. bis inklusive Donnerstag den 14. April 1921 all 3 Uhr naohmittags von Oelgemälden alter und neuerer Meister, Aquarellen und Handzeiohpungen, darunter Werke von: R. v7^ Alt (Peterskirche in Rom), Amerling, Fritz L’Allemaad (Erstürmung der Sternbarrikade in der Jägerzeile), Ameseder, Bensa, Jöh. Christian Brand, Casanova, Eeckheut, Gauermann. Goebel, Haanen, de Yenghe, Kiieber, j-aufer, Merode, Procacclni, Ouailio. Dossier, Rotta. ■Savery, Schilcher, Schram, Sclirüdl, Seitz, Treml, F. G. Waldmüller (prachtvolles Damenbildnis, signiert und datiert 1827, nach einer Kopie von Parmegiamno), Watteau, Zimmermann etc. etc. Miniaturen und Aquarell-Porträts: Anreiter, Danhauser, Demarey, Fischer, Saar, Schrotzberg, Schoeller, Volckmar etc. Antiquitäten eine grosse Gläsersamraluug, Porzellan. Holzskulpturen, Bronzen, Schmuck, Mobiliar, Orientalin, Waffen, Teppiche, Bücher etc. etc. aus Wiener Privatbesitz. 'Oeffentliche Ausstellung ebendaselbst nur noch heute, Sonntag den 10. April 1921, von 10 bis 6 Uhr «j07 vom Frühstück bis zum Abendessen dir vielfältigsten Bedürfnisse eines jungen Arbeiters. Ja es mietet sogar, tn Dörnbach ein Erholungsheim, um dem gesetzlich gewährleisteten Erholungsurlaub erst den Sinn zu geben, den ihn: das bloße Gesetz, das wohl Recht schafft, aber auf seine Erfüllung nicht sehen kann, noch nicht gibt. In der Ros sauerkaserne ist ein Heim für 45 Lehrlinge eingerichtet. Die Junge,: sind in zwei Schlafsälen untergebracht, zwischen welchen ein Tagesaufenthaltsraum liegt> wo munter Schach gespielt, gelesen,, der letzte Kursvortrag besprochen und manches Scherzwort des Gesellen lachend weitererzghlt wird. Di? Fürsorge der Leitung geht so wett, daß sie angesichts der Stein fliesen, die den Fußboden bilden, Holzpantoffel für die Lehrjungen anschasfen ließ. In der nächsten Zeit wird im Anschluß an das Heim eine Lehrlingslüche eingerichtet toer&en; die Adaptierungsarbeiten sind fast beendet. Gegenwärtig essen die vom Joint geförderten Jungen in der Ärbeiterküch«, Außer diesem Heim umfaßt dre Lehrlingsfürsorge des Joint auch noch das Heim des Vereines zur Förderung des Handwerks unter den inländischen Israeliten, das sich in der Grünetorgasse befindet und 36 Lehrlingen Unterkunft bietet, sowie das Heim in Dornbach mit 40 Plätzen. Außerdem werden im Mädchenheim „Elisabethinä" 90 Lehrmädchen vom Joint erhalten. Neben dieser geschlossenen Fürsorge schreitet die Leitung eben auch daran, die offene Fürsorge auszubanen, alle no-tleidenden jüdischen Lehrlinge, soweit sie in den Rahmen des Fürsorgewerkes des Joint Distribution Coumiittoe fallen, zu erfass«::, um si,e wenigstens zu bekleiden und ausreichend zu verköstigen. Derm das Joint Distribution Committee will dem Uebelftand abhelfen, daß die Jugendlichen, und besonders die Lehrlinge, Stiefkinder der sozialen Fürsorge bleiben sollen. Wer wundert, fich dann noch, zu hören, daß im Fahre 1820 eine Million Kronen nur an Geld, außer Lebensmitteln, Kleidern «. bergl. für Lehrlingszwecke ausgegeben imrrden :md daß das gegenwärtige Budget für Lehrlingssürsorge monatlich mehralseineViertelmillion Kronen ausmacht? Wahrlich, wenn eine Fürsorge goldene Früchte tragen kann, so ist es die Fürsorge fi'm die jugendlichen Arbeiter. __ Bäuerliche FremÄeupolMK. Vor einigen Tagen hielten die steirischen und Öberösterreichischen Vertreter jener Gewerbe, die <m der Hebung des Fremdenverkehrs materiell interessiert find, einen Kongreß ab, auf dem es deutlich zutage trat, wie sehr die schikanösen springen eine gewisse musikalische Leichtlebigkeit uitb mitunter bedenkliche KriMosigkert, jene behagliche Breite, die leicht zur endlosen Länge wird, jene ParodieruugSsucht, die allmählich witzlos und eintönig wirkt. Daraus resultieren aber auch jener Frohsinn und '.jene Anspruchslosigkeit, die Bittners Musik so liebenswert macht. Die starke Betonung des Sinnlichen, das besser im Text als in der Musik zuW. Durchbruch gelangt, die Freude am Tanz und an allem Volkstümlichen vervollständigen in der „Kohlhahmerin^ wie in BittnerS früheren Werken fern mnstkalisches Porträt. In der Inszenierung durch Oberregiffeur Wy'metal scheint nicht alles gelungen. Warum auf dem »Platz!" in Hietzing ein antiker Tempel gleich. einem Heiligtum der Venns ausgerichtet wurde, ist nicht recht verständlich, daS feenhafte Schlußblld a ia Raimund oder Nestroh ist nach dem innigen Schlußgefang kaum mehr am Platze, auch daS BeleuchtwngSproblem ist nicht immer glücklich gelost. Van den Sängern Lot Fräulein Lehmann in der Titelrolle eine wahre PvachÄevstung. Mit ihrer warm quellenden Stimme und ihrem meisterhaften Spiele, das die heiße Sinnlichkeit zu warmer Innigkeit milderte, dürfte sie allen Anforderungen der Partie entsprochen haben. Neben ihr hatten die anderen Sänger keinen leichten Stand; recht gut waren die Herren Fischer und Maikl als Marchese und Hosbauer, Fräulein Paalen, als verschleierte Dame, schauspielerisch ausgezeichnet die Herren Schmedes und B reu er alls „Alter" und als Abraham. In kleineren Rollen seien Fräulein Jovauovic und die Herren Gallo-, Krenn und Arameseo lobend erwähnt. Kapellmeister Alwin dirigierte mit Umsicht das von ihm einstudierte Werk, ohne aus dem Orchester das Letzte an Klangfülle, Fencheit und Schwung herausKuholen. Nach den einzelnen Akten gab e» KVHasten Beifall und zahlreiche Hervorrufe. Sie galten nicht nur der neuen Oper, sondern auch einem führenden Opernkomponfiten österveichifdja; WesenSaB und eiwsm warmherzigen Menschen. J§&» Äs Ufr* .. Absperrmatzregeln der einzelnen Landesregrerrmgen di« autochthone Bevölkerung, die angeblich geschützt werden soll, schädigen. Die Tiroler Lcmdesbehörden haben sich als einsichtsvoller bewiesen und einige für die- Fremden besonders drückende Verordnungen für ihr Gebiet aufgehoben. Nur die steirischen und oberösterreichischen Behörden bleiben ^ntran» sigent. Warum? Die VerhaMungen des zitiertes Kongresses zerstören die Legende von der wirtschaftlichen Not»' Wendigkeit der Grenzsperre. Es können also nur politisch«- Gründe für das Fevnhatten der Fremden sprechen. Einzeln«' klerikalen Machthaber, die mit gewissen, nach dem Umsturz ifl Oesterreich herrschenden Strömungen nicht einverstanden.sind, . wollen in Nachahmung der vorma^lichen Methode Metier»' nichS ihr „Hoheitsgebiet" gegen den neuen Gei st. absperren. Diesem System entspringen auch die von einzelnen Gemeinden gefaßten Resolutionen, nur arische Sommer». Parteien aufzunehmen. Ein antisemitisches, Wiener Matt, das diesen Schwindel für bare Münze nahm, hat jüngst seiner Enttäuschung Ausdruck gegeben, ~ wie wenig die bäuerliche Praxis beim Vermieten dieser Theorie entspricht. Und. doch liegt hier keine Inkonsequenz vor. Die bevorzugten Jude« müssen nämlich die fallweise Umgehung des Arierparagraphe« so teuer bezahlen, daß die, die sich das leisten können, über den Verdacht erhaben erscheinen, kommunMfche oder auch nur sozialdemokratische Propaganda zu betreiben. Die^ gehören vielmehr zu jenen Israeliten, denen gegenüber die christlichsozialen Wahlfondssammler ganz gern die Politik dev «offenen Türe" propagieren, wofern nur die Wechsel» seitigkeit dieses Verhältnisses garantiert ist; das find jene mosaischen Mitbürger, denen auch die christlichsoziale Presse ihre, einträglichen Erfahrungen mit dem „semiüschen Verständnis für die Brauchbarkeit der Presse im Kampfe für den MammonismttS" verdankt, das die „Reichspost" Herrn Stinnes ÄS Kennzeichen seiner nichtarischen Abstammung nachrühmt..« Diese Kreise erscheinen den klerikalen Quartiergeberq natürlich viel weniger gefährlich als die arischen Arbeüer, die fich bei den heutigen Lohn- und Urlaubsverhältmssen auch einen Landaufenthalt gönnen könnten, wenn es eben keine Fremd engefetzgebung auf dem Lande gäbe. Neben dem arischen Proletariat bekommt nur der jüdische Mittelftanp deren Härte zu spüren. Die blassen Judenknaben, die vom Studium der lateinischen Grarymatik, die hohlwangigen jüdischen Mädchen, die von der Comptoirarbeit Erholung suchenwollen, müssen den Beweis für die Ehrlichkeit des bäuerlichen AntifenntismuS abgeben. Und das wird von hm Keri-r Men Presse als gwßer Sieg des christlichen GchcnEens ge.« Griefen... _■ .. Dke DerrtschvMischen rm's Aefus. Max Maurenbrecher polemisiert in der „Mütschm- »Zeitung* gegen einen Karfrertagaufsatz emeS Berlmec Geistlichen» der folgend m Satz enthielt: ' 3 »Am Karfreitag sammelt ssch die Christevhert um das Krenz. Nicht nur um das Symbol des Kreuts, auch nicht um die Idee des Kreuzes, sondcm um die Tatsache, daß vor bald 1900 Jahren vor, den Mauern der Stadt Jerusalem ent jüdischer Mann inmitten zweier Lberführter Berbrccher dm schmachvollen, schimpflichen Tod am Kreuz erlitten hat.^ Maurenbrecher versucht, entgegen der Auffassung der beste» Kirchenhistoriker, nachzuweisen, daß eS unrichtig sei, Jesus einen jüdischen Manu z« nennen, da so erklärt er — hunderttanseud. jhresVolkStums be.wnßtgewordenerDeutschev in dem Augenblick von diesem Jesus nichts mehr wissen wollen, sobald sie glauben, daß er ein Jude gewesen sei. Der PolitLker irr NöLerr. Die ungarische Zensur hat in der ersten Woche des Aufenthalts des Exkaisers den Budapester Blättert jedes Wort gestrichen, das die Ankunft Karls in Ungarn und die Verhandlungen in Budapest und SLeinamanger auch nur cmgedeutet hätte. Bor uns liegt das Abendblatt des „Pester Llohd^ vom Dienstag, das, offenbar nicht aus SLoffmagel, unter „Tagesneurgkeiten" ein angeblich aufgefundenes' Manuskript des Aristophanes „Der Politiker in Nöten"' veröfftntlichtj In der letzten Szene heißt es: . \ . T . »Androshpos: Die Ochlor (die Pöbelhaufen) sind gestürzt, die Volksfteiheit geknechtet, die Tyrannis fitzr am. Ruder. Wer kann das überleben? Kynos: Unter anderem auch du. Ihr könnt alles überleben, auch euch selber, bloß das eine nicht, daß ihr nicht herrschet. Laß doch diese greuliche Politik, geh' an ein ehrliches Handwerk, und du wirst das Vaterland lieben, lernen, ohne es zu beherrschen. Androsyppos (schlägt sich vor den Kops) : Also du rätfi mir, mich per Tyrannis anzuschließen? Kynos (macht große Augen):' Das tat ich wohl nicht... Androsyppos: Ja doch, ich muß eS tun. Wir. Träger Sßer Namen müssen unter allen Umständen dem/Vatev» de dienen, denn -dieses ist beständig, die Grundsatz« aber sind vergänglich. Auch braucht die Tyrannis einen Führer .»,* _ Sstrauer Kohle für Wien. Am 7. d. M. hat in Ostrau eine von Prag und Wien beschickte Konierenz staltgesunden, welche beschloß, einen lCßel», mäßigen Verkehr von geschlossenen KohlenzSgen nach Wien enrzurichten. Es werden wöchentlich sechs Kohlenzüge nach. Leopoldau abgehen. Das Ostrau-Karwiver Revier hat vertraglich an die Wiener Gaswerke 342 Waggons mit 6840 t Kohlen zu. liefern, rpovon SS Waggons mit 1680 t an das Elektrizitätswerk m Simmering fallen. Die Kohlenwagen sollen ans per Rückfahrt von Wim ostecreichische Frachten mitnehmen. Die österreichisches Industrie hat größere Kohlenbestellungen in H o l l an d abgeschloffen, DaS ist rrfteulich. Es wäre aber von Jutereffe, dre Herkunft dieser hollandssckten Kohle z« erfahre». Holland erzeugt bekanntlich keine Kohle. ES kann fich nur um deutsche Wa« & na« SsaafriidL aL tzollMh. vrr!aufi wirb.

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