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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-09 · Heft 790 (9.4.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 790 (9.4.1921)
Date
1921-04-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Die> Wege, die zu. diesem Ziel.' führen, sind schon des öfteren beleuchtet worden,' und es ist bis zum LleLerdruß, äbr leider nicht his zum Erfolg, darauf Angewiesen worden, daß die durch Nichts gerechtfertigte ^ufrechterhaltung der Sperrschranken zu dem politischen Hewd auch noch ein wirtschaftliches, geschaffen hat. dessen Umfang-, sich heute kaum übersehen läßt. Alle.Staaten Hufzen, unter diesen von der Politischen Demagogie.erzwungenen Maßncchmen, in den meisten dieser Länd.r ist noch heute die Hebermacht des"Chauvinismus so -groß.!xltz sie die Bedenken der: den .Staat .tragenden- Massen noch überwinden,kann.. Die römische Konferenz stellt sich M; d?r erste tastende Versuchdar, den Chauvinismus .-Äs der Wirtschaftspolitik 'sn.Mrkfchmett und an feine Stelle die sachliche und dörr der Straße unbeeinflußte Rücksicht auf die BedürfMe - der G.samtheit zu letzen. /Ulke- Nachfolgestaaten find m das Schlepptau der Groß- -Mächte geraten, deren wirtschaMiche Expansion keinen Unterschied zwischen 'Freund' .und Gegner macht.. Tie Handelskreise der Tschecho-Slowakei wehren sich ebenso Lfie Rumäniens und Italiens gegen die Eingebungdieser Staaten : in -die''neue .Blockade; gegen. . KeMchsgNtz,: und fie'Ms' haben gleiche Interesse an - Hner baldigen Klärung der großen europäischen Liquidätionsfragen, an der Einbeziehung Rußlands in Pro- Ärkthon 'rrWM^kelh^,vhd.-gtzOM-ßrzwWrg'eines endgültige/»Wt° Mi^ung, über die 'ZüternaLionglifiVrßng des Stroches, M fortdärchrnde.Verwirrung' ist Orientfrage.lähntt Hm rntttelchitopäischeil' Händel. ' ' . Ä.r-WieWö^Mrnrster des. Äeußern, Graf Sforza, hat der Konferenz.eine Athmofpare vernünftiger u^d Wig?r Abmachungen, gewünscht.- welche in.Zukunft auch W.-die-politischen Beziehungen der Staaten. einwirken Men. .Das. durchschnittliche Gedeihen einer Nation'ist undenkbar. wenn es nicht mit dem Aufschwung ihrer Nachbarngleichen Schritt hält. Icke' Verkümmerung eines Stacktes'gefährdet orich den Fortschritt der anderen- und da nun. einmal m der heutigen . Zeit mehr, noch als srüher- Wirtschaft und Politik emanLer ergänzen müssen, so./setzt daswirtschaftliche Gedeihen aller auch ihre poli- Üsche Ruhe Und den Frieden voraus. Es ist unverkennbar, .daß trotz aller imperialistischen und militaristischen Knüppel Europa sich im Stadium des Wiederaufbaues hefindet. und daß das große Problem der . Zeit nur harin liegt, die Härten, des .Uebergangsstadiums möglichst, rasch zu übsrwinöen. Man erkennt überall di: Gefflhren. die sich aus der' Zerkleinerung Europas für die Wirtschaft ergeben, und der englisch-russische Handelsvertrag. dem nun Deutschland mit einem Konsulatsvertrag folgt, läßt das Bestreben erkennen, den Kriegszustand. der über Gebühr ist den Frieden hineingetragen worden ist. abzubauen und statt dem Diplomaten wieder Kern Kaufmann und dem Arbeiter das Wort zu geben. Die Schaffung von Verträgen zwischen den Staaten hataber auch neben ihrer politisch-wirtschaftlichen Seite eine große moralische Bedeutung. Der Krieg ist die angewandte Anerkennung des Prinzips der Gewalt für die Lösung politischer Streitfragen. Er begünstigt die Gewalt, die Aufhebung von Gesetz und Recht auf allen Gebieten, soweit dies seine Zi.le fordern. Aber da kein Staat, kein Staatsmann und kein Feldherr imstande ist, im Krieg mit seinen wechselnden Gestaltungen das Ziel präzise abznstecken, so überträgt sich die Anwendung der Gewalt auch auf das wirtschaftliche Leben und wird hier, zur Zerstörung afler. Grundlagen der gesellschaftlichen Orgümsätion. Zum Krieg gehört die Korruption und -er. Wucher, die unbedenkliche Ausnützung der allgemeinen Notlage und der Kriegskonjunktur. Wenn nun die Staaten doraugehen, die zerrissenen Faden wieder neu zu knüpfen Md ihre Beziehungen zueinander nicht mehr von dem Recht des Stärkeren, sondern von der Gegenseitigkeit und: der Bedachtnahme auf die eigenen wohlverstandenen. Interessen zu ordnen, so treffen sie damit, am / stärksten die lichtscheuen Elemente, deren Nied rträchsigkeit. bisher nur. noch von der E'mfichrslsWest tot Regierungen übertroilen wmdtz... Nie Minie M Min. Die Alliierte» KL»digem die Besetzwng «eitere« deutschem Gebietes ««. - 4 V DLsLs, 8. April. (Havas.) Dis Zolls l^nrs sm'Nhsln wird m.©s?«t«at Sm WßNlrsaMtzsiL treteu.-»KsSit ParLsten" schreiLt, wsssn dieses PresstorKsm'SLeL Nicht KSNÜgSN foNLe, Dsrrtschland MM -Nachgeben.z« bewesen, würden d:e AMi«»rLey, die wiffen, daß FrLnkveich das eiuzigs Z.'el Verfolge, sich bezalM zu machsn, ihm 'Lei der >Js®eiic8t Etappe helfen rmd die Ersetz««g der Zetzi'SK BeaMteu durch Gosche «sw artrl'ein:- scher Abstammung ins- Au^e ssssen, um den voraussichtSicheu pTsfiven WideDand Deutschlands zu brechen. Die A m e r i l « « e r lafssR alle F r e i h e i t zur Durchführung der 0 a u L° tronen S.chttetzLich wer"e -die ' Z-Minie auf gewiffe Punkte ausgedehnt werden. Der Kslner Drlichenkspf «erde in nSrdlicher tuug in Ler Weise vsrlLngert werde«» dstz' er D ü f s s l d s r f mit einem Hmterlande- Vur? mehre«eu KNometerN umfaffs« «erde. t D e VläLtev stud eiumktig der-Ansicht daß dis Rede..Vriauds im Senat-eine letzte WarnNNA an OeuLschöand bilde und erkläre«^ da8 die Stunde. der SKtscheiduNK geschlagen habe. »Petit Paristeu« sagt,' Ne Rede'kündige Tate»'an.. Die erste, der Zn-ftimmüug der. Allirerte« zu unLstSreiLeAde Maßnahme^ werde iudsrBesetzung desRuhr»IndüftUr-. b e z i r k e s . L e ft e h e u, den Lße-AWerLe« wirLschsstlich orgKKisiere» «ürds«,.biK DenLsch- Land gute» Willen zeige. . ' Nsr üem SeMÄMik in knglM .MsLMsieruAg der Hesres- . und- MarwereserVLN. die AeMrüng «rrde' FeeiwSMge Zur - Sicherung des Berkehrsdienstes-ünd-andsres leHeNswichtiger Dirnstzwerze,a«frn-e«i.'! Die Pslizei «erdeverstärkt. «üb die PolizeiLEut'e durch. Keuansgeusmmene Sssondrre'Angestellte geschützt «erde«. Ferner werde eine für SS Tage ausnahmsweLse angewsrb rne besondere Lrnppe gebildet «erde«. Durch KSnigliche Prsklamation «erden die Heeres- und AtaMsresseve« eSttberufen «erde«. Berlin^ 8. April. „International News Service" meldet aus London: Man hat die Ho ffnung auf das- Z u st a n d e k o m m e u e i n e r E i n i g u n g zwischen de» Bergwerksbesi'^ern und den Bergarbeitern noch nicht aufgegeben, wenn auch die Aussichten, W) der Basis der Vorschläge des Ministerpräsidenten, zu verhandeln, äußerst gering sind. Falls die gegenwärtige Lage sich nicht bis morgen ändert und eiüe Lösung des Konflikts nicht, gefunden fein sollte, werde der Arbeiterdreibünd Sonntag nachts um 12 Uhr in den General-, ft r e i k e i n t r e t e n. . - Berlin, 6. April. Die „Deutsche Wgenl'eine Zeitung" meldet aus Basel: Der Führer-sdev efigsischeu. Eisenbahner, Thomas, hat gestern folgende Erklärung abgegeben: Die Delegiortenkonserenz des Eisenbahnerverbandes hat einstimmig sestgestellt, daß die den Bergarbeitern gemachten. Äncrbietuuben derartig sind", daß! sie die Ablehnung durch die Bergleute berechtigt, erscheinen lassen. Die Eisenbahner stnd der Meinung, daß die Annahme solcher Bedingungen für die' Bergarbeiter in allen Betrieben eine^ allgemM^ -HrrschleHerün^/der Arbeitsbedingungen nach sich ziehen würde. Die. Eistn-' bahner und' die Transportarbeiter werden am-Freitag eine Konferenz abhalten, um gemeinsame Maßnahmen zur Unterstützung - der Bergleute; vorzuhereiten. Lvnbo«, 8. April. (Wolfs.).' Die Eisenbahner und die' Transportarbeiter'haben beschlossen, i.nden Ausstand zu treten. " - - "' ' V/ ■ ' ■ * Die Berhaiidlungen zwischen / den-: Grubenbesitzern und den Bergleuten unter Vorsitz der Regierung lsind' g e sch ei ter t. Auch - dievon Lloyd ^George, veranstalt tete Aussprache mit -den Arbciiern könnte keine Besserung der Läge bringen. Der Führer der Bergarbeiter' H o d g e gab eine längere, sehe u n-v-e r s S h n l ich e KrrzlL.rLNA ab. Die Li'Ikn.b^üntzr'^ und TranK» p-o.r t a r b e i t e r hielten besondere. Beratungen ao. Teilnehmer an-diesen Versammlungen - äußern,- baß Mnk -- *. t ■■ _ «inE- 'GrMvalftreLk --- 2^285:0D Mtragen. Wenn'rnän' lyinzurechnD' ,daßi jM s^on. 2,225i000'Arbeitslose in England sind^ K -würöS! durch Heu Generalstreik die Zahl 'der ÄrSeitMsen aüß fäst- -"LMillionen- Anwachsen'. - Die Bergleute hübten «nchs die Ausführung von NotarbEen in den GrMn.Kbgelehnt. Inzwischen nimmt der' Streik. seinen^ Fo,rtgäM< wobei sich deutlich seine Entwicklung zu -einevs.pbkiki^, scheu Machtprobe erlennen läßt. Die Regierung bat über die schottischen' Grukeureviere den DelaKernngszÄsianb' «nd das Stanbreche verhängt.-Jp mehreren Städten haben die SLreiöerwrn!>ie Macht an sich gerissen und' die-, k o mm ünW'i s che- Republik ausgerufen. In Kensington sind vier Bataillone der Gardebrigade feldmäßig ausgerüstet ein-! getroffen. Die „Times" melden, daß die Garnisonen mobi»: lisiert wurden. Aus der Provinz werden HrMeri^: und Kavalleriesormationen nach Schottland entsönddl.) woselbst 'schwere Unruhen ausgebrochen sind.- -Di-^' Grubenarbeiter'haben die- Gruben' iw-Stnrrrr uüd "■ ' ’ . ' . " Änter Wasser gefetzt. -. .'--'.k - ZÜM'-erstLnm-al-seit Menschengedenken YLt vis .englische^' Regierung - so -umfangreiche militärische^ Bor^hrünAvs. Lei-- esnäm-.'-lndnstrielle» -Konflikt getroffen. ' - - s -IN den G.rübenbezirken ist die Lage unveründLrA kritisch."Insbesondere ■ in Wales, Schottlanp. mb: NorM - engländ ist die .Haltung der Bergarbeiter . . ■! . . •sehr tzedvohttch. Im Bezirk. Linlitgow wurden dis RötstanbK^^i^nvon Freiwilligen'verrichtet, die Streikenden warfen jedoch Handgranaten, so daß die Arbeiten eingestellt tverden wußten. In der Nähe von Edinburg griffen di>r Streikenden ein Schulhaus an und plünd^rtew es vollständig aus. In der Grafschaft Lenarek mußMbie Freiwilligen ebenfalls die Notstandsarbeiten einstellen. Unruhen Werden auch aus dem Grübenbezirk Delketlh gemeldet, wo e-ne Reihe von Gebäuden "beschädigt, wurde. Im Bezirke von Fise hatte die Polizei ZusammenstHe mit den Streikenden: Auch aus zahlreichen anderen Orten werden zum Teil blutige Zusammenstöße; gemeldet. Wirkung!» in Frankreich. ‘ Genf, 8. April. Der Streik der englischen Berg«, heute.: hat eine starke Rückwirkung. auf die Gegend. vom Lyon, Saint-Etienne und Grenoble ausgeübt,' sowie» auf die hauptsächlichsten Industriezentren dieser Gegend den', die für den Export arbeiten. Me Seudunaen naH England werden öukefjaUßfir

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