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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-07 · Heft 788 (7.4.1921) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 788 (7.4.1921)
Date
1921-04-07
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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ch äbien, ^)üunfT5iag Äviener Vttorgenzerru«s ]K rat ein Memorandum Übergaben, dessen wörtliche Uebersetzung lautet: Die amerikanische Regierung ist erfreut, aus Dr. Simon-' informellem Memorandum Ln unzweideutiger Weise den Wunsch der deutschen Regierung zu ersehen, Reparation bis zur G renze der Zahlungsfähigkeit zu leisten. Die arnerikaniiche Negierung hält ebenso wie die alliierten Regierungen Deutschland für den Krieg verantwortlich und daher moralisch verpflichtet, Reparation zu leisten, soweit dies möglich sein mag. Die Anerkennung dieser Verpflichtung, wie sie das Memorandum in sich schließt, scheint der Regierung der Bereinigten Staaten als die einzige gesunde Basis, auf der ein gesicherter und gerechter Friede her gestellt werden kann, uruer dem die verschiedenen europäischen Nationen nitbet zu wirtschaftlicher S tab ilität gelangen können. Die amerikanische Regierung glaubt in dem Memorandum den aufrichtigen Wunsch der Untschen Regierung zu erkennen, Verhandlungen mit den Alliierten auf einer neuen Basis zu eröffnen, Kind hofft, daß derartige Verhandlungen, einmal wieder ausgenommen, zu einer schleunigen Regelung sichren mögen, die gleichzeitig den gerechten Ansprüchen der Alliierten Genüge leisten und Deutschland erlauben .würde, hoffnungsvoll seine produktive Tätigkeit wieder Zn beginnen. GLLrnres, THWeN tmb -r 2min. Berlin, 6. April. Die „Dena" erfahrt von zirverlch sigrr Seite, der endgültige Abschluß des deutschrussischen Konsuln rv er trag es steht unmittelbar bevor. Der Vertrag liegt zuteil der Sowjetregierung zur definitiven Zustimmung vor. In Deutschland wird er auf Linerlei. Schwierigkeiten stoßen, weil auf die Anrechte deutscher Eigentümer in Rußland in dem Vertrag keineswegs Verzicht geleistet wird, vielmehr erhallen die deutschen Unternehmer, die ibre russischen Unternehmungen verlassen mußten, nunmehr Gelegenheit, unter dem sicheren Schutz des Konsulrrvertrages die Reise nach Rußland anzutreten und selbst an Ort und Shelle wirtschaftliche Beziehungen anzuknüpfen. Wie die „Lena" weiter erfährt, haben bereits mehrere große JndurstieLürizerne, darunter St in ne 2 und Thyssen, sich bedeutsame Wald- und andere Konzessionen durch Ankauf gesichert. Der Vertrag sieht für die Ausdehnung der wirtschaftlich'« Beziehungen auch eine Vergrößerung der deutschen Konsulardertretnng in Moskau vor. Da er sich im allgemeinen im Rahmen der üblichen Konsularvereirrbarungen hält, wird er mit Ausnahme der m ihm enthaltenen Amnestiebestimmungen der Genehmigung des Parlaments nicht bedürfen. Der erfchosseNe Sylt. Berlin, 6. April. Heute fand unter großer Beteiligung der Berliner Arbeiterschaft — von den städtischen Betrieben waren allein nahezu 20.000 Arbeiter erjdjienen — das. Begräbnis des im Polizeipräsidium getöteten Arbeiters Sylt statt. Es Ifmt zu keinem Zwischenfall. Der große Streik in England. Eine VerrmLLlurrgsaktion der Negierung. Lonidou, 6. April. (Reuter.) Amtlich wird mitgeteilt: Die Regierung hat den Vertretern der Bergarbeiter vorgeschlagen, die Verhandlungen mit den Vertretern der Bergwerksbesitzer wieder aufzunehmen. Der Vollzugsausschuß des Bundes der Bergarbeiter hat den Vorschlag der Regierung angenommen. Es ist wahrscheinlich, daß infolge dieses Beschlusses des Vollzugsausschusses die Verbände der Berg- und Transportarbeiter die ins Auge gefaßte Aktion aufschieben werden. Aeöerschwemmte Gruben. Lands«, 6. April. (Reuter.) Die ausständigen Bergleute verhalten sich im allgemeinen ruhig und betrachten den Streik als eine Art Ferien. Gegenwärtig sind einige Bergwerke, denen jedoch keine besondere Bedeutung zukommt, überschwemmt. In anderen Bergwerken arbeiten Freiwillige am Auspumpen des Wassers; diese Aufgabe wird jedoch mit jedem Tage schwieriger. Die Trausportarbeiter. London, fi. April. (Reuter.) Die Vertreter des T-.ü!l iporrarbciterverbarides haben einmütig b schlossen, die Bergleute zu unterstützen und unverzüglich mit den Eisenbahnern und den Bergleuten zwecks einer gemeinsamen Aktion in Fühlung zu treten. WiedSreirrbrLngrrrig -er ImMisraLiorrs- Wd in amerikanischen Kongeß. Washington, 4. April. (Jüd. Korr.-Bur.) Die Einwanderungsgegner sind wieder fleißig am- Merks, um die vom Expräsidenten Wilson verworfene Jmmigrationsbitt unverändert ans die Tagesordnung der für den 11. April einberufenen Spezialsitzung des Kongresses zu setzen. Dieser Beschluß. wurde aus der jüngst stattgesuudenen Besprechung zwischen dem Vorsitzenden der Ernwanderungskommission, Congveßman Johnson, und dem Generalkommissär für Ein- Vandelungsfragen gefaßt. Die Rollen wurden so verteilt, im r&.naoefc die. Vorlage von Jo hu so. u und im Mitteilungen ans dem Publikum. Dem nouvermäliitsn Paare Herrn Edmund Erdhelm und Frau Irene Erdhelm geh. Klein gratulieren herzüchst ms Simon Spandorf und Frau, Boryslaw MULMUTEN, Perlen, Ooia,811ber,Piatla a-Uhren kt&tt und rerkaalt 77« ETTER Rotentunnatr. SS, SSarlahllferstr. 98 Grösster und bester Käufer Wiens mo BrillantPerlen Juwelen, Edelsteinhändlsr RafesnowSftscfe, Juwelier I. Maximilianstrasse 5 II, Stephaniestrassa 3, mirNr.3 (Jetzige ^ah’erstrasse) (jetzige Hollandstrasse) Tel. G54J und 45146 * im eigenen Hause Samstag geaehioteeii. 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Der durchwegs gemeinverständliche Inhalt ents - spricht,fast ohneFremdworl und Mathematik,genau. 8 S dieser Bezeichnung und zeigt, daß und wie die 1 I Anwendung der Denkweise Einsteins auf alle | Gebiete von Wissenschaft und Leben nicht nur z möglich, sondern, unaufschiebbar geworden sei und S zu einer dauernden unerschüttlichen Grundlage für jj eine befriedigende Gestaltung der völlig in Der- § wirrung geratenen menschlichen Einrichtungen k führe.! Da dem Verfasser das Hemmirren, Verhandeln j und Redestehen bei Verlegern widerstrebt, er aber i über die gegenwärtig so hohen Druckkosten nicht verfügt, bittet er diejenigen, die Sinn für eine «. solche Arbeit haben (in die ihnen gerne Einblick j I gewährt wird) und denen der nötige Betrag oder! ein erheblicher Teil davon (es können sich ja! , mehrere hiezu bereit finden) leicht entbehrlich ist, ihm diesen bis zur Rückerstattung aus dem Erlöse der Arbeit zur Verfügung zu stellen.! Die Kosten betragen (bei zirka 50'Seiten Umfang) samt Nebenspesen 50.000 Kronen. Die Einnahmen aus dem Verkauf wären voraussichtlich wesentlich höhere, da der Verfasser aber vor allem Wert darauf legt, mit seiner Arbeit die geistige Entwirrung zu beschleunigen, erklärt er sich im! voraus mit allen etwaigen Bedingungen einj verstanden, deren Erfüllung bei der beliebig zu wählenden Vertriebsbuchhandlung aesichert werden kann. Gefl. Zuschriften unter »»Ernster« 61*, j Wien, 5. Bez., Rüdigergasse, postlagernd. j Senat von Senator Calt vertreten fein wird. In Kongreßkreisen ist man von der endgültigen Annahme der Jmmigrationsbill überzeugt. Griechenland meldet seine Niederlage. Sutyrra, 6. April. (Havas.) Der griechische Frontbericht meldet, daß die griechische Armee sich auf die Linie zurückgezogen hat, die sie vor der Offensive innehatte. Die. Griechen haben Burgas. 45 Kilometer südlich von Uschak, eingenommen, wobei sie 3l)0 Türken zersprengten.. Sie bemächtigten sich ferner des Bahnhofes von Tschibrih wo 2000 Türken vollständig geschlagen wurden. 195.VVV Arbeitslose in Polen. Warschau, 6. April. (Privat.) Laut ^Robotni^" beträgt die Zahl der Arbeitslosen auf dem Gebiet der panischen Woiwodschaften Warschau, Lodz, LEin, Kiel«, BüMtok. und Lttckan lÖBjöQQ äftown. V. AprU 192L Vit. Vbö Die Bolschewiken in Eriwan. Moskau, 6. April. (Fnnlspruch.) Du Roten armenische« Truppen haben Eriwan eingenommen. Die Einwohnerwehren in Bayern. München, 6. April. Die „Münchner Neuesten Nachrichten" melden, die Ne ich sre gie run g werde dem Wunsche der bayrischen Regierung nach neuen Verhandlungen mit der Entente über die Frage des Zeitpunktes 1er Auflösung /der Einwohnerwehren Rechnung tragen. Der Prozeß gegen Muna. Prag, 6. April. (Tschecho-slow. Preßbureau.) Di« Mendblätter melden: Zu Beginn der heutigen Vev> Handlung im Kvmrstunistenprozeß Muna wurde zunächst der Präsident der Nationalversammlung Tomas ch e k einvernommen. Hierauf hörte der Gerichtshof den. Gesandten in Berlin, Vlastimir Tusar, an, der über die Spaltung in der' sozialdemokratischen Partei und über die Taktik derselben aussagte. Zeuge sei genötigt gewesen, einen heftigen Kampf zu führen, unk seinen Standpunkt zu verteidigen, daß sich die Partei in den Dienst der tschecho-slowakischen Politik stellen solle. Die Republik gegen innere und äußere Angriffe zu schützen, sei üuch sein Entschluß als Ministerpräsident gewesen. Eine Fraktion habe behauptet, daß die Revolution wie |lne Welle kommen werde und daß die Partei sich vorbereiten müsse. Rach, dieser Richtung sei in den Massen eine Agitation betrieben worden, die schicksalsvoll geworden sei. Damals habe Zabotocky erklärt, daß es in der Tschechin-Slowakei zu keinem Putsch kommen werde. Die Partei habe sich au der Frage der Dritten Internationale gespalten. Damals sei Zeuge mit den übrigen Sozialdemokraten durch die Handlungsweise der Kommunisten genötigt gewesen, die Re-.' gierung zu verlassen. ' ■ ■ Tagesbericht. Die Mdische Bevölkerung in der österreichischen Provinz. , Hunderte und Aberhunderte jüdische Familien leben über dar ganze kleine Oesterreich zerstreut in den verschiedenen Städten «nd Dörfern, äußerlich isoliert von konnationalert Massen und auch innerlich losgelöst von» Judentum. So schirn es wenigstens lange Zeit hindurch. Zwar hat es schon vor zehn und zwanzig Jahren nicht an Bemühungen gefehlt, auch sie für die Wiedergeburt ihres Volkes zu begeistern, und man hat da und dort Erfolge erzielt; doch die Mehrzahl der Juden in der Provinz war nicht zu gewinnen. Nun aber will eg' scheinen, als hätten die et-, schlitternden Ereignisse der jüdischen Geschichte' der letzten/ Jahre, als hätten die Schauer der Ukraine und die Tat von San Remo auch sie geweckt. Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich fetzt mm alles daran, um diese erwachenden jüdischen Gemeinden mit starken Impulsen zu erfüllen und sie z«m festen Anschluß an bas lebendige jüdische Volk zu bringen. Es hat im Verlauf des letzten Monates seine Emissäre in die verschiedensten Orte geschickt und sie habend überall lebhaftestes Interesse und große Begeisterung gefunden. Zwi Lewanon (Jerusalem) sprach in Neunkirchenund. in Mödling, Dr. Hermann Kadisch in Oberhollabrnnn, David Nebenzahl in Tulln und in: S to ckerau, Dr. Hugo Erber, Leo Sendrowicz und Otto Lifczis in St. Pölten, Professor Dr. Wilhelirt Stein in Wiener-N-eustadt. Ueberall wurde über da^ namenlose Unglück unseres Volkes tm Osten Europas gesprochen und es wurden die Wege zu einer glücklichen Zukunft in Palästina, dem Lande der Väter, gezeigt. Diese AufklärungS- und Aktiviermrgsarbeit muß mit aller Kraft fortgesetzt werden; aber sie kann nur gelingen, wenn sie von allen Zionisten mit größter Kraft imtet« stützt wick». _ Der Ausbau des jübisches Schulwerkes in Wien. Anmeldungen für die jüdischen Volksschule«. DaS Sekretariat des ^Jüdischen Schulvereins^ (2. Bez., Taborstraße 20 a) teilt uns mit: Neben der im Vorjahre vom „Jüdischen Schulverein" gegründeten jüdischen Volksschule (20. Bez., Denisgasse 33), deren Führung mit Erlaß des Landesschulrates für Wien vom 3. Februar 1921, Z. 136/11, genehmigt wurden sollen im Schuljahr 1921/22 auch in den andere« Wiener Gemeindebezirken jüdische Volksschulen errichte! werden. Der Unterricht wird ebenso wie in unserer Anstalt in der Brigittenau, die sich in der kurzen Zeit ihres ' Bestandes, dank der hingebungsvollen, zielbewußten Arbeit der Leiterin, Frau Helene Ueberall, außerordentlich bewährt hat, nach der Methode der .mvdernen Arbeitsschule erfolgen. Dem Hebräisch-Unterricht sind fünf Wochen stunden eingeräumt. Das lebhafte Interesse, das dem „Jüdischen Schul« verein" und seinen Institutionen in weiten Kreisen der Wiener jüdischen Bevölkerung entgegengebracht wird, läßt für daS nächste Schuljaht einen großen Andrang von Schülern erwarten, dem der „Jüdische Schulverein" nur bann gerecht werden kann, wenn die'Anmeldungen aller Interessenten, die schon jetzt täglich zwischen 1Ü und 12 Uhr vormittags im Sekretariat des „Jüdischen Schulvereins" eutgegengenommen werden, rechtfceiiifc erfolgen. Nur fe käme der ^Jüdische Schul-!

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