Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 788 (7.4.1921)
- Date
- 1921-04-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelpreis K HOOMMMannBr ijiwiriHwinndtw «»»»: übw WIHm Jm Wir Glnzelpreis K 2B.< tp vPI(!VVvl)WViVm p9 •■wr^' _'WcrflNarMA M K^NvvVmQ» ««Mich .. »-»««« VA»- «»»««<« °. tteems »*.— „ _.SLfet;4**£rtttlt?4KfN*inMg UA»»» - *8«^- ■ * ansMiM« Wtomti «VmmMMI .. &t**r #**“ SMnKl)itMM ®8-* Nr. 788 Wie«. Donnerstag den 7. April 1921 .. tn<«f 8Ncstd|it4vtl8^ in twtoffAtt »«««» mm ..MNichUySt". j «s»«euq». . . Wart «M ®WwBh|^ 84M| a. fert (Mflt CKMP M«vrt»ch. . .9b«qmML<^ Rrtrtftteao.iibsriaMMfMI . s: 44*8«, «&« «&» «»«SM 99% t9»©9ä»r8rtJ«Maae»: AH BOSS 3. Jahrgang SSSSSLSSSöSSSSSSSSSSSSSt - Hardkng ««d Brland. -—7- Wien.?. Avnk. ' ÄmenkaS politisches Autzenprogramm wird nun bekannt. Präsident Harding entschleiert das große Geheimnis, das seit seiner Wahl die amerikanische Politik «Mgeben und ans die Entwicklung. Europas so schiver gedrückt hätte. E.r kehrt zur ursprünglichen Politik Wiisons Zurück, trägt aber dem inzwischen mitgeschlagenen Krieg dadurch'Rechnung, daß er die Verantwortlichkeit Deutschlands für. den Weltkrieg mit den Alliierten gemeinsam als. Basis für alle weiseren Beziehungen annimmt. Er verwirft de^n Pertrog, von Versailles mitsamt dem gegen« pH^ilge^BolkexihWb llehnt alle Allianzbindungen ab . und will, den FriedensZüstand mit.Deutschland, und, Oesterreich wiederherstellen. $Die Nesolntionen seines Parteifrsrindes Knor. der einen die ganze Welt umfassenden Völkerbund anstrebt^ nimmt Harding an, der alle wichti-. gen Entscheidungen . dem Kongreß vorbMlt. Dieses Programm gibt Mmerika die Freiheit des Handelns zurüch Esist die positive Answirknng der Monroe-Töktriir und wird 6on Knox als Grundlage.jeder gutunftigeii am'erikamWn' Äplomatie bezeichrict. ■> Dringen diese Leitsätze bis zu der Kruste von Blut und Haß durch, die Europa, bedeckt, so würde es die wirkliche' Verfassung des * Friedens bedeuten und die Botschaft Wilsons, die den Krieg, um ein volles Jahr hatte abkürzen können, wieder in jhre Rechte einsetzen. freilich ist noch ein langer, schwerer Weg bis zu LresM Ziele. Frankreich' hat sich -in dem Gestrüpp der SänktionsN verrannt und will das Programm der ge-, chattsamen ^uMetzung Wnso Wrderuygert nickt-MMr beuMen Saar- und.Ruhrgebiet. dieiFrankreich gar hraücht, - und . in Wien-, und) Prag. anHet^ chat. die:L^hn-. krM in England erzeugt und^ einenMassenstreik-hervor?^ gsMen.^ ''her. die englische.Wirtschaft -vor schwere) AussaVssn stellt. .Zahlreiche Gruben1 stehen bereits - untere Wasier, die Eisenbahner. und Transpyrtarheiter drohen: . diß-streikenden ^Bergleute durch -einen allgemeinen Ausständ zu unterstützen. Die englische. Regierung, hat die MayintzrelervA. einberufen, und den. gesamten Ernäh- ' runD". Beheizungs- und Perkehrsdienst unter die Konkralle von Ausnabmsversügungen -.'gestellt.. Die Forde-: rung eines. fünfzigprozentigen. ZollanstchkageS auf alle deutschen Waren begegnet bei den Handelskreisen der alliierten und assoziierten. Staaten allgemeinem Kopf» schütteln. , . '^rotzdem bleibt -Frankreich bei seiner Härte und Herr Bnand -bat gestern vor dem Senat wieder mit/ dem Säbel gerasselt und mit der starken Hand gedroht die Deutschland im Nacken packen wird) Diese Rede ist ° nicht nach Berlin - genchtet. Sie stellt sich als Antwort1 ani englische Vorstellungen nnd aus das Hardingsche Progwmnr dar. das .^etrn Vivianis Werbungen um amerikanische Gelddilfe entgegengehalten - wurde. /Bnand kündigt. den Zusammenbruch ' der Politik Deutschlands? erst. ’-haS die Alliierten diplomatisch sprengen wolle. - DasJ besagt aber doch änch, daß die. Versuche. Deutschl.inds eine gewisse Wirkung gehabt haben, ans. deren Verpuffen Griänd hofft. Es Ware Deutschland kein Vorwurf daraus SN machen, wenn es diese Politik wiickli.ch betriebe.: das ist sein' gutes Recht. Aber ob dieses Bestreben gelingt oder znsammenbricht, ist im Augenblick, wenig mehr als eine Mngenbe Pröpste?eiung an die grande dame Frankreich, die' sich, wie Bnand airSführt, nicht ins Schlepp- Lau nehmen lassen will. Wo Rauch ist.'ist,Feuer. Es: besteht asto ein Schlepptau und man wird nicht, fehlraten, wenn man seinen Anfang in London sucht. > Jedes - Aktivnm Deutschlands bürgt für Frankreichs Forderung. Das ist in dem Sinne richtig, als man die deutschen Kri.ogsgewinner, die Stinnes. Thyssen und Konsorten, ganz gut für. den Krieg, den sie angezettelt haben, bezahlen' lassen sollte. Aber die : Politik Frankreichs zielt auf den deutschen Arbeiter und : will: statt - Deutschlands Politik, die sich gewiß . auf Musik, und Paraden neneinrichten will. .Deutschlands Arbeit;; ver°. nickten. Das würde aber Frankreich selbst; inS Herz treffen. ES gibt keinen anderen Weg zu Reparationen und. zum Wiederaufbau des. zerstörten. Frankreich, alpolitische Gereehtigkeit und Einsicht, so-wie sie Präsident Harding in seinem Programm bekennt, vir Heimreise Auf Schweizer Boden. B»th s, 6. April. Der Sond?rz«g mit Exkaiser Karl tat um 4 A r 53 Minute« die Schweizer Grenze passiert. Es ergaben sich keinerlei Zwischenfälle. Die Reilebegleitung wird Voraussichtlich morgen vormitta s in Wien eintreffe». Dnchs. 6. Ap,il. (Sch)).erzervche D?pefchenagcutur.) Punlt 5 Uhr nachmittags traf der Extra'.üg mit Exkaiser Karl mit v'ersLündi^er^ Verspätung in Buchs ein. beglei.et van L'aliemschen, ftan ösiW»- u.ch e^lifchen - Militärs. -D-rr Exkaiser wurde vom.'Ob.eE Kisitiug. in Empfang; .genommen, mih? -sodann - wuMn - die/ Pgßiformalitäten erledigt. Die -Wi!erfLhvL'-über-i:MrsanS erfakgie im Salonwagen mit hem-1fahrplanmäßigen' Zug:.der mit^^ei ^er Ve ,spätung>v)n eiger halbrn-Stun-eabfah-en rannie.r W einstweiliger Au'enth-ltsort-tvird: dem Exkaiser Lu «rn angewieien. Exkaisoriu Zita,/ welche im * Wdamobrl nach Buchst gekommen wpr^ be.- %Ui‘4t ih^eir- Gemahl: ^Äks -Mgltzitmannschaft:.f.vhM.- einszs Leute -vonde? r HeerespostZei < mit- -. Die. -ErrMtemsli.ä -K, d'e de«. Extrazyg begleitet hat.en. k)h>ren wirher.) nach Uugarn zurück.- : ■) c-,1 : Anter den dem.vHtzendsten Dedinguntzen hat. tEe Gx» .kaiser feine’ tzeirn^if«.' ''.än-^tretM .ZwaE i berettete - chm die ^^evAkernNK*G’te-it-betseines: Mreise aw östLMichischin'-.^ks^tz^ 'Acchert«;/ sich '.das MG.. Die -,. WijöNsti Rvgterirng- 'Mch)/:swM-?HeWn^hrMnn^,7Mt-.6iech'^ Offizieren-und sechs HoriALLbeaMen unter.FührüM - ' ' . be8 RetziekilnSSrateS Är. SteinhSM^.) ' gesendet, ’ der. die BeranKlbortung - für ' den Zug ' irug. Der. ungavlschs - FeldmärsHrll - Hegedüs ’ roollte- -den' 1 Exkaiser , nur der! Entente - Wet-gchen.'- Rdgirrün-Srat^ -G't'e^n h an S i bestand jedoch darauf, daß der Passagier: cm Oesterreich über- ' geben «erden müsse, und bestätigte' mit'ferner- Unterschrift die Aebernahme des gewesenen KäiserS. Dann'< wurde der Waggon in den Ssterreichischen Züg einrangrert.' Äie' Ungarn verÄ'schicheten sich mst ^Eljen", waS die Oesterreicher mit ' ..Abzug" und ..Pfür"- erwiderten. Die Fahrt vollzog-sich ungc-stö-r» bis' Fröhnleken, wo um 7'Uhr 'abends die'''steinsche - LanÄesvegi-erung den Fug halten - ftefc ':weÄ^ in \®niä' an -'der? Mur ein paar tausend Arbeiter den Bahnhof blockierten und ' di« Absicht kundtaten, dem Kaiser Karlv - ihre Mein«»- z« sage«. , / , Di« Regierung erbat - die .Intervention - der sozialemokratischeu Parteileitung, worauf Dr.»Friedrich Adler zuerst telephonisch die Vertrauensmänner der Arbeiter zu überreden suchte. Er sagte chnen: »© c i fr oh, daß er weg» fährt!" Da aber alles-nichts nützte^ mußte Dr. Adler im Automobil, nach-Druck fahren und, es kam schließlich eins Vereinbarung zustanbe, wonach 250: Arbeiter /auf den . Blahnhof, zugeiaffen.wurden, wahrend die übrigen sich entfernten. Um , 8,’ Uhr morgens konnte der Fug endlich., weiterfahren - und die in Brück., wartenden Arbeiter begnügten - sich damit, durch laute Pfuirufe zu. demvnstrieren. Jn^ den. Vormittags»^ stunden wurde bereits. gemeldet, daßder. ZiP^^ auf TrEr., Boden an gekommen sei. ■; ■; -; Mit der Abreise tzeS,Exkönigs?verliert der- Zwischenfall seine sensationelle.Färbung, doch wird sein« politische Bedeutung .nieder Zukunft noch weitere ^.u.nid', ernste Auswir- , kungen zeitigen. In Oesterreich .- . - ist durch die Demission des Ministers des Innern Dr. Glanz eine neue Streitfrage zwischen die Parlamentsparteien geworfen worden und der Konflikt zwischen Sozialdemokraten und Christlichsoziailen. an deffen Beseitigung die Führer beider Parteien a-rgestrengt arbeiten, wird durch die Parteipreffe^ in her bösartigsten Form zu einer StaatS» affärs aufgebgufcht., Der - Minister Dr.. Glanz :hat im Auftrag der Negierung in der Vorwoche ein Detachement aus Reichswehrsoidaten zur Eskorte des. Exkaisers zusayrmengestellt. Der Zivilkommiffär im Ministeriumfür - Heerwesen. Herr Dr. Deutsch, hat ebenfalls ein Detachement zu» sammengestellt. Seins Berechtigung hiezu scheint , nicht ganz erwiesen zu sein. Der Kanzler fällt«, M ihm die Sache voegelegj wurde, die Entscheidung, daß beide Detachements nach ZetzrinG m der Mrifch-ungarifchen GrenA» abzudt* Exkaisers. gehen haben. Daraufhin gab Dr. Glanz die Demiffion. DrO , Kabmettsrat hat am . Dienstag die Entscheidung - Dr. MayrL - einstimmig gutgeheißen, jedoch Herrn Dr. .Glanz um Zurück« Ziehung der Demission, ersucht. Dr. Glanz, der früh ist, statt der ''..R-e i g em"-A-ff är t der Angelegenheit des Exkaisers ‘{ fetneft Abgang zu verdanken, bleibt jedoch fest. Eintz Entschek« ' düng ist nach nicht getroffen. ' ’r:J In vnsärn wird nunmehr nach dar Abreise KarkS.wreÄeu'. Nauru-.’füU-. Partciexzefse. In der Ratrona^kversammlunghat. - .deW - Ministerpräsident gestern wieder das Verhalten.totd , Regierung zu rechtfertigen versucht und Dr. .G rg y, her-«Äh im. Amt ist, hat eine Darstellung, der diplomatischen Einwie« ., kungen -des-Auslandes gegeben. Aber beide haben sich an des WirMchkeit vorheigedrückt. Es besteht die „Tatsache, ’daß d«i>,, heftigste Widerstand gegen den König' zuexst in.Ungarn, - *» zwar in; ernein ' Zeitpunkt sich''geltend ’ machte,, wo daS NuS» fand von der Affäre noch viel zu wenig wußte, um ein« schreiten zu köünen. Am Sanistäg den 26.. März war Kru^ .' nach Budapest gekommen urw . hatte dort Severts die ErMrung^'^ ' Hörchys ''lwogefurcken,''' - ' ' /; . dcktz'’er nichk km La«de Nerve« SSefr. . V r", : ch^'Mnen Entente hat 29. _ei&»r J stzeMt. ^'ist; aM ü'ü-r daß die ungarischeMesriwuHg - chnem Druck des Auslandes hat weichew^^ muffen. - Die Sachs liebst ..vielmehrso, datz^ ^oMchy.u^nd- Telekr,'unterstütze , vondem- Bärrditsnsystem "der' OsfizieiZdetachemenLS, sich. .Sfä^s. a!^ möglich "Lsir^zü-Men.^.Mr '.Msttstechrasident''^^ .Sbt.igciis ,tn. fe.itM > an’ die^güonMersammlüng^ '^rstytteten Berichten. .' Änt»!. 2 hämMM. und gehässigen’. Ton' -angesHlagen, der M--dÄl’ ’chersiiherüngen/der’'''Ehr^ iptvx DcaKr Stephanskrone deckt. '' ’ '■ ‘'4 ■ t ^iev<isih^ch^d^rv^e@ile^n^ auch/ in MiÄsier« ’ reden -und in' ComckumhneeS^alle siLchrichtm’/übet'Aßr’e^'WMt?’' tung m'der Armee’kategorisch zu,dementieren.' DÄurt-stlmn»^?. «ö^r sehr wenig die Abberufung des ' ' - ■ Oberste« Lehar von seineM Posten akS .Distriktskommanö-Ält.-.n 'Hürp«/ - amanger und feine - Ersetzung durch den Feldmapscha^... H'egedüs. Oberst^Leh'ar hat' am letzten SamStgg.aüsl'^ einem /Offiziersbankett eine Rede gehalten/, .vn der ' Höffnung aussprach, .daß U n'g a r n v'N'N e ine m/B ü'rn. gerkrieg verschont bleiben werde. Roch 'vst'h'e^...^ Ahrekse' des KöNpgS. Kar! haben, übrigens Graf G^g>L aH der. Gouverneur 'von',WLstungarn, und Graf Ezi r a k tz, dös? Obergespan ^S^Kpmitats Eisenburg,' ihre. Demissio» -pp. gehen. . Wo gar so . emheiMch./^^war" die. Stimmung der völkerung rncht. -Aus Enientekkeisen erfährt man, daß Pariser Persön^ ' lichkeiten bereits vor einem halben Monat den Plan des Ex» " k-aiserL kannten. Es ist von. Wert, festzustellen, daß schon. dem Wiener. Antisemitenkongreß Organisatoren. der Münchner Orgesch '* . in Ungarn wellten, um dort den Boden.für - die..rymmyrde^.^ Dinge vorzuüereiten., Es bestand der Plan, nach dem Ge».. listgen.des ^Karl-Putsches auch in München loszuschlagen. utzh' * ein bahrrschtzS.K0nigrerch unter dem fteo*»./ p pinzen .R uprecht zu proklamieren. Zwischen dey. ’ beiden - Stachen hatte dchm .Oesterreich wiWen muffe« u»tz. > es. wäre die Voraussetzung zu der von gewiffen französische« - Stellen. propagierten D o n a uf.ö d e r a t i 0 n auf die?« . Wesse zustande gekommen. - Graf Thomas E r d 0 d h, dex Begleiter des Exkaisers, > hat in einem Interview beteuert, er habe nicht gewußt. d»ff der Exkaiser in Oesterreich landeSverwiesen sei. WeiterS macht er bie: nicht uninteressante und zur Beurteilung desganzen Zwischenfalles nicht unwesentliche Mitteilung, daß eä > zur Zeit der Karolyi-.Regierung und Del« Kunh. in den Diensten der Wiener Polizei gestanden sei. Er hqbr > auch ÄS Polizist den Putsch vor dem Parlament und dm -, blutigen Demonstrationen in der Hörlgasse mitgemacht.- Wie noch erinnerlich, hat Kaiser Kar! bei der Revision i« Paffau einen auf den Namen Dr. H a l m 0 S lautende« Paff vovgezeigj. Wir erfahren nun hiezu, daß der wirkliche Doktoh Halmas zur Umgebung des französische« Wiedevaufbam» Ministers Louch.eur gehört und m deffen vertretuvE dfff Verhandlungen zur Fvanzostsierung der ungarische» SM«S» bahne« führt. Er hat zu diesem Zwecke wieberhott ReijNh Zwischen Paris und SSuba&eit oLLalviert,