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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-06 · Heft 787 (6.4.1921) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 787 (6.4.1921)
Date
1921-04-06
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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WM 6 Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeirrmg »i >. - ■■" *M^m*9m*m**m—»*mmmmmamiimi ■ ■ ■■•» - - - — - - - - -> .. nAJjAJim jzn-altcte» Abrvd eine AuSleie ihres reichhaltigen Programms zur Aufführung. Am Klavier Marko G o l L i it. . Konzert mit Altwiener Zaufe und Tanz. Zu dem wom Reichsverband der dentschösterreichi- Zchen Mittelstand Sgrupven am 9. d. M. nm V Uhr »achmitlags \m M armorsaale des jSchlossesBelvedere unter dem Ehrenschutze der Gemahlin des Bundesunuistns für Volksernährung stattfindmde Lünort mit Altwiener Jawe und Tanz haben ihre freimdliche Mitwirkung zugesagt: Frau Irene Tbun-Hohenstein (Gesang), Frau Marie Olly, Fräulein Blanka Glofsy und Herr Georg Reimers (Burgtheater), Frau Anny Newald-Graffe (Klavier), Fra» Maria Ctrauckmüllec (Gesang). Herr Walter Kleinecke (SolozeM rer Staatsover), Frau Ilse Weichert (Lieder zur Lauie). Frälilein Mura Gruenberg (Chansons), Fräulem 8ony Bnrghardt <Rezil«riov). Herr und Frau Foltermayer (Luder zur Laute). Herr Dr. Goltz (Wiener Couvlctts) und das Biedermeier-Quartett des Wiener MännergesaugSvereines. Das Reinertragms (Eintritt ll 20V) ist der Errichtnng eines MittelßanderbolnnciShei-mes gewidmet. Kartenverkauf in der Mittelstandskiich: Belvedere, 1U., Nennweg 4, und Lei den Pförtnern des Grand Hotel, der Hotels Astoria, Bristol und Imperial. ___ Gerichlssaal. . In der Umarmung erwürgt. <• Nach einem zärtlichen Mschied, während seine Frau ihm den Mund zum Kusse hinhielt, hat der 27jährige Tapezierergehilse Alfred Mayer mit seiner rechten Hand ihren Hals umspannt und die rasch bewußtlos Werdende so lange gef würgt, bis sie kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Gestern hatte sich der Unselige vor dem Schwurgericht wegen Mordes zu verantworten. Die Tat des Beschuldigten bildete den Abschluß einer unglücklichen Ehe des Angeklagten mit seiner Frau. Die Gattin trennte sich von ihm und zog mit ihrem Kinde zu den Eltern, suchte aber trotzdem ihren Mann wiederholt in seiner Wohnung für kurze Liebesftunden auf. Bei einem solchen Besuch, bei dem eS zwischen den Gatten zu Zärtlichkeiten gekommen ist, gestand die Frau ganz unvermittelt, daß sie mit einem anderen Manne intime Beziehungen unterhalte. Sie könne auf den' zweiten Liebhaber nicht verzichten und darum könne von einer Wiedervereinigung keine Rede sein. Die Frau kleidete sich zum Fortgehen an und reichte dem Gatten den Murid zum Kusie. Da wurde der Angeklagte von einer furchtbaren Aufregung erfaßt, packte die Ungetreue arn Halse,. drückte sie auf das Bett nieder und würgte sie so lange, bis die Un glücklich ekeinenLautmehrbonsichgab. Das Verhör mit dem Angeklagten. Der Angeklagte, ein kränklich aussehender, schwächlicher Mensch, erklärt aus die Frage des Vorsitzenden, ob er sich schuldig bekenne: „Jawohl." — Vors.: Wann haben Sie Ihre spätere Frau kennen gelernt? — Angekl.: Als tdj fünfzehn Jahre alt war, haben wir schon freundschaftlich verkehrt miteinander. — Vors.: Sie haben das Mädchen dann liebgewonnen? ■- Angekl.: Ja, und sie ist meine Frau geworden. ' ' . Während sie früher sehr glücklich war, wollte sie als Frau im Luxus leben. Alles war ihr zu wenig, sie vernachlässigte die Wirtschaft, das.Kind, den Mann, und schließlich beschlossen sie, sich scheiden zu lassen. Sie war bei ihren Eltern. Trotz des Scheidungsverfährcns besuchte ihn die Frau nnö es kam zu Zärtlichkeiten. Am 28. Dezember kam die Frau wieder und der Angeklagte sagte ihr, es falle schon auf, daß sie immer zu ihm komme, sie solle sich einmal entscheiden, ob eine Versöhnung stattfinden kann oder ob sie weiter auf der Scheidung bestehe. Sie erwiderte, von Versöhnung könne -keine Rede sein, weil er ihr als Mann nicht imponiere. »Das hat mich sehr schmerzlich getroffen.". Der Angeklagte beteuerte wieder, daß er die Frau bis zum letzten Atemzuge geliebt Habe- Trotz der verletzenden Bernerkung der Frau kam es am 28. Dezember wieder zu Zärtlichkeiten. Die Frau habe ihm mit einem Kusie gedankt. Nun entwickelte sich ein Gespräch. Die Frau bemerkte obenhin, sie habe mit einem anderen Manne Beziehungen angeknüpft. Angel I..: , Ich habe sie beim Hals erwischt. . Sie ist auf das Bett gefallen. „Jetzt Hab' ich gemordet (der Angeklagte ist fassungslos) und weiß nicht wie!" (Bewegung.) Das Zeugenverhör. Bon den vernommenen Zeugen schoben die Angehörigen der Frau dem Angeklagten die Schuld an den ehelichen Zerwürfnissen zu, während die Anverwandten des Angeklagten wieder die Frau als Schuldtrwgende bezeichnen. Der Vater der Ermordeten gab an, daß der Angeklagte seine Frau wiederholt nach Streitigkeiten am Halse gepackt und gewürgt Habe. Er sei ein Kartenspieler und. ein Kaffeehausbruder gewesen. Auf eine Frage eines Geschwornen mutzte der Zeuge zugeben, daß er selbst Stammgast in diesem Kaffeehaus war und mit seinem Schwiegersöhne selbst wiederholt Karten, spielte. Ein Bruder des Angeklagten berichtete wieder, daß sich die Frau wie eine Gräfin gebärdete und immer wie ein. Pupperl" angezogen war. Der Mann mußte ihr die Schuhe putzest. Eine Schwester der Ermordeten erklärte, daß die „Mizzi" sich immer beschwert habe, der Mann lasse sie zu Hause sitzen und gehe allein in das Kaffeehaus. Sie fei einmal dabei gewesen, als sich die Eheleute ohrfeigten. Einem Freunde ihres Mannes gegenüber beklagte sich die ermordete Frau Mayer, daß eS so nicht weitergehe mit dem Jammer. Sie werde schauen, sich scheiden zu lassen und einen reichen Juden heiraten, da werde es mit dem Sauleben zu Ende sein. Der Zeuge erklärt ferner, daß der Mann sich viel von seiner Frau gefallen ließ, aber al» er einmal in seiner Erregung erklärte, er werde beim Fenster htnauSspringen, i.-ffaetc sie selbst das Fenster und sagte: »Spring abi!" m DaS Urteils Bei der Beratung über die an die Geschwornen zu sollenden Fragen wandte sich der VertEiger Dr, KojSM feld entschieden dagegen, daß an die Richter aus d.em Volke auch eine Frage wegen Totschlages gerichtet werde. Sein Klient hat die Tötungsabsicht niemals in Llbrede gestellt und sie bei der heutigen Verhandlung unverhüllt zugegeben. Entweder habe der Angeklagte einen Mord begangen oder nicht. Auf keinen Fall aber kann eine Frage wegen Totschlages in Betracht kommen. » Nach diesen Ausführungen zog sich der Gerichtshof zur Fragestellung zurück und lea'.e Len Cn' Y., *nicn trotz der Einwendung des Verteidigers eine Hauptfrageauf Mord und eine Eventualfrage auf Totschag vor. Nach mehr als zweistündiger Beratung beantworteten die Geschwornen die Schultfrage auf Mord mit elf Stimmen »Nein" und die Eventualfrage auf 5Cotfr5I®g mit zehn Stimmen „Ja". Auf Grund diese? Wahrspruches verurteilte der Gerichtshof den Angeklagten Alfted M a y e r zu drei Jahren schweren Kerker s. In diese Strafe wurde, dem Angeklagten die Untersuchungshaft eingerechnet. Mäher hielt sich di« gesetzliche Bedenkzeit offen. Sport. Internes leichtathletisches Meeting. Die Leichtathleukieltion der Hakocch veranstaltet am Samstag den 16. d. M. aut dem Flcuudsdorfer A. C.-Platz ein Meeting, das folgendes Programm umfaßt: 1. 60 w für Knaben bis zum vollendeten 15. Lebensjahre. 2. 100 m für Knaben bis . zum vollendeten 17. Lebensjahre. 3. 1000 m für Knaben bis zum vollendeten 1^. Lebensjahre. 4. Staffctteiv0-k-S00-r-3Öo-l-';go'w für Knaben biszüM völlendctcn 17. Lebensjahre. 5. Hochsprung für Knaben' bis zum völlend'e'en 17. Lebensjahre. 6/ Weilsprung für Knaben bis zum vollendeten 17. Lebensjahre. 7. Speerwerfen sür Knaben bis zum vollendeten 17. Lebensjahre. 8. 1500-m-Laufen, dsien (außer Rrimmannschäft). 9. Diskuswerfen, offen für Turnvereine Judäa ,(Blau-Weiß). 10. 100 m. 11. 1500 m. 12. Weilsprung. 13. Kugelstoßen. Im Laufen Nr. 1 können auch Nichchakoah'ner teilNehmen. Für diese Konkurrenz saw e die Konkurrenzen 10 bis 13 Anmeldungen bis Freitag, 15. d, M., im Sekretariat der Hakoah. >; Das Meeting beg nnt um VrL Uhr nachmittags^ Stand der Hochschülermeistersch asten. ^3 Mannschaft -L c: 1, SÄ ' .. ils' ■■ »J für Tore gegen A Kath.-deutsche; Hochschüler 2 2;;'rr 7 ■ 2 4 JE'., r . 2' * .. - lr- - .. 1 '■ — *•6 1 , r>- Rudolfshügel 2. l.„ . ... 1 . .. — 3. 2 3 Ama. . .... . 2 ' .1 1 3 ■ ■ .4. .1 Liberias .2 "• ' 'I 2- 6 1' Simmering v2 ‘V*v*v'V 2 2.. ’ ' 8 ’ ' 0 VeritaS—Remrryeg Ävmb. 2 : 3 (1:1). Montag trug Veritas ein Freundschaftsspiel gegen den zwenkafsigen Eporlkiub Nennweg aus und mußte eine knappe Niederlage inKauf nehmen, d'.e aber einen moralischen nnd sportlichen Erfolg drs jungen Sportklub bedeutet Bis knappvor dem Spielende stand her Kampf, den Rennweg mit einigen Ersatzlenten bestritt, noch unentschieden. Dann erst gaben die bcssercu technischen Fettigkeiten der zweitklassigen Stürmerreihe den Ausschlag. Der Sturm von Brritas bot «ine Leistung, dir 'man selten bei Scbntzvereincn zu sehen bekommt. Die Mannschaft spielte mit ungewohnter Energie und Aufopferung und-hatte in ihrem Tormann Brück, der eine Reihe der schwersten Bälle mit verblüff nder Sicherheit hielt, den besten Mann im Felde. — In der 8 Minute erzielt Willi für Veritas die Fülnnng. Erst in der 35. Minme gelingt Haberhauer der Ausgleich. Nach Seitenwechsel erzielt Knöpselmacher abermals für Veritas die Führung. Bald darauf gleicht Rennweg aus. In der 32. Minute erzielt Nennweg den, driiten Treffer. Mit Eifer arbeitet Veritas auf dcn Ausgleich hin. In der 40. Minute wird Veritas ein Elfer zugrsorochen, dcn Weiß verschießt. 8(.0 Zuschauer. Schiedsrichter Stiaßny. Reserven 8:1 für Rennweg. Die sonntägigen Meisterschaftsspiele. Am Sonntag finden f olgcnde erstklassige Meisterschastsspitle statt: Haköah— Nudolfshüäel (Favoriten), F. A. C.—Sportklub tFloridsdorf.', Admira—Stirimerina'(Flottdsdors, W. A. F.-Amateure (Hütieldörf), Rapid—W. A. C. (Hülteldorf). Die vierte unentschiedene Dartie. Um die Schachwellmcisterschaft, die in Havanna zwischen dem deutschen Weltmeister Emanuel LaSker und dem Kubaner Capablanka aus-« getragen wird, fand nun die vierte Partie statt, dir ebenso wie alle - vorangegangenen ebenfalls unentschieden verlief. Akademische Sportabteilung Iudaa— Akademische Sektion Simmering 5 :0 (1:0). Schöner Sieg der Judäa, die ihrem Gegner technisch und taktisch sehr überlegen war. Die Hauptstärke der Simmeringcr liegt in ihrer Schnelligkeit; doch fehlt der Mannschaft, die über ein talentierte- Spirlermaterial verfügt, das, nötige Zusammenspiel. Die beste Leistung boten die beiden Verteidiger und der Zenterhalf. die es auch verhindern konnten, daß die Niederlage eine zahlenmäßig größere war. Die schnellen Durchbrüche zu Beginn des Spieles scheiterten an der guten Abwehrarbeit des rechten Judäa^Verteidigers Mandl und des Tormanns Kciupy. Einzelne Spieler von Simmering ließen sich überdies zu einer derben Spielweift verleiten, die bem Charakter der Hochschülernreisterschaltsspitle durchaus nicht entspricht. Judäa, deren Spieler sich zu Beginn durch die schnellen Durchbrüche Simmerings etwas. verwirren ließen, lieferte dann ein schönes Spiel. Ihre in veränderter Aufstellung angetrekem Stürmerreihe (Freimann. Fisch, Mahler, Schwarz. Lantner^ die sich als sehr -weckmäßig erwieS, betrieb ein schönes Kombinationsspiel. Die Deckung jedoch war diesmal schwächer. Cie forcierte ein zu hoheS Spiel, so daß ^ast feiner ihrer Bälle fiic die Stürmerreihe verwertbar war. Von den Treffern erzielten. Mahler (4), Flesch (1). Die Reserven der JudZa siegte über Simmerinaer S. E. Ul 4:1. Die Tore erzielten Slutzly (2), Warkany (1) «nv Erdtracht (t). Wochenprogramm der Judäa. Morgen. Donnerstag, Versammlung um */,6 Uhr nachmittags im BerbandLhrim, IX Türkenftraße 9. — Fuhballsektivn: Training Mettwoch ab */,8 Uhr am Admiraplatz in Floridsdorf, ab 4 Uhr lraimert nur die l. und H. Mannscham — L e i cht athletik- Ittii $ »: TrammU Mittwoch «fc 2 Ute am Admirovlatz. An- /K AM mt m:m Meldungen beim Kollegen Fisch. — Tnrnsektio»: Daß Tumcn findet Montag und Mtttwoch ab >/,8 Uhr abends i» Turnsaale des Ellsabethgymnasiums. IV., Wiedner Hünptstraov Ecke Kruhubergaffe, statt. Anmeldungen beim Kollegen Flesch,.--! T.ouristrks ektron: Anmeldungen werde« in den Amts» stunden cntgegengenommcn. Die Tageswanderung im WienerwMi die für 3. d. M. angesagt war. findet endgüliig a« 10. v. M. statt. — Nähere Besprechung bei der Zusammenkunst am Donnerstag im Vcrbandsheim. . Der Volkswirt. (Sitte Krone -- 1.5$ Centime» Gew. _ In Zürich notierte: Vl die österreichische Krone. 1.53 ( 1.50 am 4. April) die osterr. gestempelte Krone .... --.95 (—.98 a« 4. April) die tschechische Krone ....... 7.75 ( 7.78 am 4. April) die Mark.9:37'/, \9.321/« am 4. Avtil) Agram . . ..4.10 ( 415 am 4. April) Bukarest . . .. 8.10 ( 8.- am 4 AprÜ) Budapest...2.15 (2.12'/, ow 4. April) Warschau. . . -.72'/, (-.7# ft* 4. April) Die Internationale Donaukonferenz. Bon Julius Sereh. Herausgeber des »Donau-Jahrbvches". Am 1. d. M. ist in Paris die International« Donaukonferenz zusammengetreten, um ihre i* August des Vorjahres begonnenen Beratungen fortzusetzenl Man steht dieser Tagung in Kreisen, die an der Donau» schiffahrt beteiligt sind, mit großer Erwartung' entgegen, da man der Ansicht ist, daß eS bei dieser Gelegenheit gelingen wird, die strittigen^ Fragen der Internationalisieren g d e r D o n a u zu lösen und hiedurch dem Wiedemufbank der Doncmschiffahrt und der Wasserwirtschaft im Donau» gebiet eine Basis zu schaffen. Es muß gleich eingangs herdovgehoben werden, daß ohne eine einverständlichd und sämüiche Doncmstaaten beftredigendq Negelnng des Äonauproblems weder die großen Schiffahrtsgesellschaften noch dre einzelnen Unternehmungen eine wirk, liche und intensiüe Tättgkeit beginnen konnten. Ein weiterer Anffchub der Einführung einer generellen Schiffahvts- und Berkehrsordnung auf dem ganzen Strome sowie eines allgemeinen Regulativs für die - Instandhaltung dieser Wasser» strotzen- und für die Ausnützung der Wasserkräfte im Donau» gebpft'-würS^ jede.' .LsEaUve' zum WiLderaufban der Schiffahrtsdicnstes utid der Energiewirtschaft unterdrücken. Was das bedeuten wüvde bei r«r in ganz Europa herrschenden - Berkehrsnot. die msbesondere im südöstlichen Teil des Konti» n ents geradezu katästrophal' geworden ist, braucht man nichk nqher zu erklären. Es/MiW Wenn wir nur beispielsweise ' auf das Versagen der Eisenbahnen in den Donaustaaten hin« weisen und a-uf die Tatsache, daß ohne Hilfe der Donau, . schiffahrt die Getreide-- Holz-, Petroleum- und Kohlentransporte in diesem Gebiete nicht zm bewältigen gewesen wären. Die zufällige Stockung der Donauschiffahrt infolge abnormen Wasserstandes im Vorjahr hat derart schwerwiegende Nachteile für die Versorgung Oesterreichs hervovgerufen, daß allein der Hinweis.darauf genügen' würde, um die Dringlichkeit der internationalen Regelung der Donauftage zu begründen. Die Jnternatinoale Donaukonferenz geht nun daran» hier Ordnung zu schaffen. Diese Körperschaft, in der zwölf Staaten vertreten find, ist im Sinne der Friodensverträge dazu berufen, einen internationalen Vertrag aus» zuarbeiten: die neue Donau-Akte, die ein Regulativ für die Schiffahrt und Wafferwirffchaft im Donaugebiet enthalten soll. Man war von allem Anfang an darüber klar, daß di« Beratungen der Donaukonferenz langwierig sein werden. Deq §dcejs der Ausgaben, deren Lösung ihr aufgetragen wurde, ist ein sehr weiter. Er umfaßt nicht nur die Regelung dekj Schiffahrts- und Strompolizeiordnung im Donaugebiet, son» dern auch die Schaffung eines internationalen Statuts fürs die Instandhaltung des großen Wasserstraßennetzes und füv die Ausnützung der. im Donaugebiet vorhandenen Wasserkräfte zu EnergieKvecken. Wenn man bedenkt, daß weder die Berliner Konferenz (1873) noch die Londoner Konferenz (1SS3J imstande waren/ eine staatsrechtliche Grundlage für ein allgemeines Donaurecht zu schaffen, ist es nicht wunderzunehmen, daß trotz der sorgfältigsten Vorbereitung die Pariser Internationale Donaukonferenz ihre ^'.nfgabe u'cht leicht wird lösett können. Da man dies vorausgesehen hat und dennoch füq die ungestörte Aufrechierhaltung der Schiffahrt crr der; Donau sorgen mußte, war man gezwungen, ein Organ zrt schaffen, daß bis gu dem Zeitpunkt, wo die Jnternattonale Donaukonferenz das endgültige Donaustatut festgestellt haben wird, die provisorische Administration de» Stromnetze» in di« Hand zu nehmen und die Durchführung der Bestimmungen der Friedensvertrage einstweilen zu sichern hat. Zu diesem Zwecke wurde die Internationale Donaukommission gebildet. Auf Grund de» vom Obersten Rate erhaltenen Mandats hat dann diese Kommission einen Monat nach Zusammentritt dep Internationalen Donaukonferenz ihre Tätigkeit begonnen. Die Kommission begann ihre Arbeiten mit der Schaffung eines provisorischen Statut» für die Donau. Die Grundlage zu demselben waren die von der Internationalen Donaukonferenz gefaßten Beschlüsse. Diese» Statut gibt authcntiche Aufklärungen über die Aufgabe der Internationalen Donaukommission und gleichzeitig Über die derzeit herrschenden Normen auf dem Gebiete der Donauschiffahrt. Im ersten Kapitel de» Statuts wird bestimmt: „Die Kommission sorgt für die provisorische Administration, in Anlehnung — so oft dies möglich — an bereits bestehende Organisationen und bet Vermeidung der Schaffung neuer Organe. Die Internationale Kommission hat eine höhere kontrollierende Macht über den unter ihre Kompetenz gestellten Teil de» Donaunej>es. Hie wgD doch tvMr von «ne« «och

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