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Wiener Morgenzeitung · 1921-04-01 · Heft 783 (1.4.1921) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 783 (1.4.1921)
Date
1921-04-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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In Wiener diplomatischen Kreisen verlautete gestern abends, Letz es dem ungarischen Mnlst-rrpräfidenten Trleki gelungen ist, «it König Karl ei« Abkommen abZusMießen. Am dem König die Rückreise in die Schweiz z« erleichtern, soll die un arische Rational- Versammlung einen Beschluß fasse», durch drn König Karl- Rechte; auf den rr« «rischen Thron anerkannt werden. Gleichzeitig wird Eher in dem P Schluß erklärt, daß es die derzeitige internationale Lige nicht gestattet, -atz König Karl dauernden Aufenthalt in Antzarn »ebme. KSnigKärrwrrdsodaunElMrunÄ.drefes Befchlusies L»' die Schweiz zurückkehre«. Dle Schmelz erlaubt König Karl die Rückkehr. B e r«, 31. März. ^Schweizerische Depeschen» egentur ) Die ungarische Regierung hat um die Erlaubnis zur Rückkrlr des Exkoni s Karl «ach der Schweiz augesucht. Der Dundesrat deschlotz, sich der Rückkehr des Exkönigs nicht zu widersetzen. Dies ist aber nur eine vor-? läufige Entscheidung, den» alles hängt non dem weiteren Verlauf der Ereignisse ab. Der Einspruch der Entente. Par i o, 31. März. (Funkspruch.) Der Einspruch der alliierte« Regierungen gegen die Wiedereinsetzung der Habsburger wurde D i e « S t a g a b e n d s der ungarischen Regierung durch den Doy n der ALiierten- Brrtreter in Budapest» d e « eng l i s ch e » Oberkommissar, bekannt^egede«. Der habsburgische Staatswenden. Diese Rede des Königs, heißt es, sei nicht ohne Eindruck auf. die Wrer geblieben. Die Budapester Blätter Haben gestern von der Zensur die Erlaubnis zkm Abdruck eines offiziellen Communiquers e Hallen, Welches die A n k u n f t Ka rls mitteilt, ohne e n Wo t des Krmm ntars hinzu'ufügen. Die Wiener Blätter Mrsen noch nicht nach Bu2a^ Pest eingelassen werden. Da das Telephon mit Budapest noch funktioniert, konnte man gestern einige Andeutungen erhalten, aus denen auf einen erbitterten Kampf der Kar listen gegen die Regierung geschlossen werden kann. Doch fühlt sich der Ministerpräsident T e l e k i sicher und soll erklärt haben, er wolle nicht demissionieren. Es wich die nicht unmtevrsfante Version verbreitet, daß er am Samstag en einem Jagdbesuch bei dem Karlisten Grafen Sigray in Dedenburg geweilt habe. Das ungarische Parüumnt wird heute, zusammentreten und die Partei der kleinen Landwirte ist entschlossen, die Frage der freien König sw« hl zur Ent,cheidung zu bringen. Ueber die Reise des Königs Karl wich noch 6c*. kannt, daß er mit einsrn franzö sischen Diplo-. Aus dein hermetisch abgesperrten. westunga- N ischen Geb iet kommen keine positiven Nach-, rWben. Die Meldung, daß am Mittwoch in Steinnmanger die Militärdiktatur ' vusgerufen wurde, ist nicht bestätigt, aber auch nicht nüwahrscheinlich. Jedenfalls steht das Lehar. KopZtalsSchlich hinter Karl, der in einer Rebe vor den führenden: Legitimiften Ungarns den Nachweis versucht hat, daß ' seine Thronbesteigung keineswegs j.ne bedenklichen ' Folgen für Ungarn haben würde, die allgemein befürchtet werden. Die Drohungen/ der N o ch f o lgestckäten, Ungarn mit Krieg zu überziehen, seien nicht ernstlzU nehmen; die innere Lage dieser Länder -verbiete ihnen jede kriegerische Unternehmung; in I u g os<l.awden>'sei es. der Gegensatz!.der Kroaten -zu den. GeMn, in der. T. schecho - E l o w akei der der Slv-- tyMn zu den Tschechen und in R ü M ä n i? n die Haltung, -erl Szekler, überall seien es ' ferner andere, politische - und soziale Umstände, die ein bewaffnetes.Einschreiten, verhindern würden. Was die g r o >ß e M n t c n t c betröfe. tverde sie sich Mit Platonischen'Pröpsten b-gnügen; d!er Ex'önig vetwies auf die Lösung > . der griechische« KönigSfrage, hie den-Beweis lisfeve. daß die Milch..' nicht daran -enden GewalturaMgcirr iUüftWi. L»z>' stich Grenzkontrolle vsrgewressn worden. Da 'die -Krsißer von Diplomatenpässen den Vorzug genießen, nicht bas Coupee verlassen zu müssen, wenn ihre P5ssr von den bayrischen Organen geprüft und in Ordnung befunden wurden, kamen die GreyzbBiMM der österreichischen Kontrolle nicht mehr in die Lage, sich mit dem angeblichen Karl Kovacs und seinen Reisel-gitimationen befassen zu müssen. Im Nebenäbböil säßest die Herren Dr. Spitzmüller und Dr. Reisch. ' ' * ■' Es ist von der Wiener Polizei festgrstellt worden, daß König Karl in Wien bei dem Grafen Thomas Erdödy übernachiete,-mit dem er bann über Pinkerfeld Nach SteinamaNoer fuhr. In der Wohnung dieses/ Grafen wurde bei einer Hausdurchsuchung ein Tagebuch mit Aufzeichnungen üi er Karl be,chiagnahmt, die' mit Donnerstag abbveche». In der Wohnung des Sekiionschefs Schager, der häufig als Vertreter der Habsburger figuriert, wu de gleichfalls ei e Hauldn.chsuchung vorgenommen, die kein Ergebnis brachte. Eine Rückwirkung . des habsburgischen Staatsstreiches auf Oesterreich ist bisher. nicht erfolgt, >doch zeigte sich gestern eine gewisse Nervosität in der öffentlichen Erörterungi Der Parteivorftantz . der Svzialdemokratie mahnt in einem. Ausruf die Arbeiterschaft zu WachsamkLit u .d-Besonnenheit Die A b?ierrate haben einen v e r^s ch ä r f t e n W a ch d i e ,r! st darfO r d n e r o r g a n i' s a H o n emge dichtet. D e Vh r i st l i ch s o z i a le n s nd im Mo gel.blattder „Reichsppst^^ gegen jedes Aöenteuor, während bas Abendblatt Über die .-hellrn Streifen zwischen den schwärzen Scharän" der G.ier und Habichte jubelt. Die G.oßieutschen erklären im ,.W:enrr Mi.tag" den Monarchistenputsch für Bürgerkrieg. Eine für gestern abends angchetzte Lrgit'.misteuversammlnng ist von der Pöli-ei verboten worden. Was die internationale Situation be-. trifft, so liegen- bis zur Stunde keinerlei.offizielle-- Mitteiiu rgenl vor. Es steht när fest, daß, .die Staaten der kleien -Cnent« beii Horth.y .prolestieren ließen, vhne aüer ihre zukünftige? Haltung , anzudeuten..' Bloß. der rumänische BertrÄer.hat vom Kasus belli gesprochen, dies aber nicht weiter präzisiert. Die aus Jugoslawien. und der Tschechö-Slotöa-lei bekannt gewor-.' denen' Blätterstimmen nehmen gegen Karl Stellung.- Von Fnteresse ist eine Parier Meldung! des „Public Ledger" in Philadelphia, wonach die Entente keine Verletzung des Vertrages van Trianon' dulden werde. Auch von aperer. Seite wird betont, daß die Entente durch Yen General Mombelli, den Leiter der Oedenburger Miiitärmission, ihxem Willen vccschassetl rvci-'du. Ein Redakteur des „Becsi Magyar Ujfag" suchte die in Wien weilenden Auslandsvertreter auf, um-ihrS Ansicht , über die Bedeutung des plötzlichen ErscheiyeüK E - Exkönigs Karl in Ungarn zn erfahren. Die Dev« tttter der Großmächte hatten noch keine GelegenheE gehabtmit ihren Regierungen m Fühlung zu trete«. Hingegen äußerten sich die Gesandtschaften iwr Na«h<- fölge'taaten. Die jugoslawische Gesandtschaft erklärte, daß sowohl bas Ziel der kleinen En^nte E auch das Abkommen von Rapallo sowie andere AM», stände den Weg, den diese Staaten eirrzüschlage« Habens genau vorschreiben. Jngoslaw-i^n 'mnd ^-d-i-e! Tfchecho-Slowak.ei dulden nnter keine« Umstände«; - . irgendeine Habsburger-Restauration und. werden-.sotzam gegen die Errichtung dör MöirarHie in einem , der Donau», länder mit allem Nachdruck^ Stellung, nehmen.?BeM»^ lich der Rolle Frankreichs wurde es als ausgefchlösseni? bezeichnet,>daß die französische Regierung diesen Putsck^ - pkgn begünstigt habe. Es-wurde, auch die Fragc>he^ rührt, ob Jugoslawien für den Falt, als-Kärk Ungap^) wieder verließe, seine Durchreise über.jugoslawische- ^Gebiet gestatten würde.'' Der jugoslawische .GesandOs'/ sagte hierüber, daß wohl noch keine Stellungnahmen hHu.e'rfasgt-^se.i>-das:rWichtigfie' sei jedoch,? daß'.-?.dM Friedensstörung^ durch. Exkönig > Karl so. rasch als. } lich ein Ende nehmerurd. Karl auf dem kürzesten «Ndl? raschesten Wege. Ungarn'Pe-rlasser? : n?.:? ‘sh In der i ta! is«H.f-ch«.n'.WkanÄMfi'W^de'..tzckreife Streich zu einem EafÜSs^U.'erckvickte^- e§ jedoch? notwendig sein, so stehe der ' ' "?'' Vertrag von Rapallo , - Usch in Kraft' und niemand' habe das Recht, ZL.zWßrMr: daß die Unterzeichner des./Abkommens von. .RapäW: dem Casus' foederis entsprechend Vorgehen werden- WaH« die .Stellung' Frankreichs beLrifft, müsse darauf tzetz,? wiesen werden, baß die Erklärung, die M u-ch-r^AeDisil die Habsburger-Restaurakion in Budapest abgegeben -hat^ > sowohl namens Frankreichs alstauch der gef a mteni En tente erfolgt.ist. Es sei auch nicht gut anzunehmen^ daß Frankreich sich für den Erzherzog Josef ein? setze, denn die'habsburggegnerische Haltung 'i^chwt-fE nicht gegen- Karl. allein, sonder« gegen jeden Hab-, - burger auf dem Thron. > . . Bericht des Bundeskanzler. In« Ausschuß für Aeußeres berichtete gesteE Bundeskanzler Dr. May r.über die neuesten Vorgang«? - in .Ungarn, die Stellungnahme der österreichischen' 8--^' gierung hiezu irrnd über die zum?! ' Schutze der Republik . 5 - gskroffenen Maßnahmen.'Er teilte auf Grund der poli* zeilichen Erhebungtzn im rinz-rlnen folgendes mit:. - Am 29. März 1921, in den späten Nachmittags«? stunden, kam der?Polil.eidirektion die -oWzkl.fie -.SHuijs'^ richt zu. daß Exkaiser Karl 'inMnga'rn reingatv-fftznM M. sich gegenwärtid in Stejnamanger aufhalt«. Es wurd-rWs söfört eingehende Erhebungen» insbesondere darüber ge-- pflogen, ob! und «:uf welche Weise Exkaiser, Karl -'ayßx feiner Reise nach Ungarn Oesterreich und insbesondere Wieg passte:t habe. '**. iV-;^ Vorsich tsweise wurden noch im Laufe der RaM im Wiener Polizeirayon entsprechende Borkchrungeu M: ^Behinderung von monarchistisch^' Aktionen ^sowie.ivM etwaigen sonstigen Aussch eitungen getroffen. MhartzM wurden die. promi:.«n'en Führer der- Legitimisten /unterspezielle poli-eiliche Ueberwachnng gestellt, astch wurde«j.- mehre.re Hausdurchsuchungen, unter antzöven in. dort Mohnüng und im Bureau des Sektionschefs.. Doktor-. .Schager, vorgenommen.! Nach dem bisherigen Ergebnis' ^r hieramtliche» Erhebungen . ist - anzunehmen, daß Exkaiser Karl - friß Nacht - zum 26. März in der Wohnung des Grafen,!E r.d.ö d H verbrachte;: mit Sicherheit ließ-, sich. , diech bisnnn nicht feststellen, zumal der Hausbesorger deA Hauses Landskrongaffe Nr. 5 der Schwiegervater -des^. Grasen ist und andere Auskunftspersrne« bisher nichtz ermittelt werden konnten. Aach dem Ergebnis dev weite.en Recherchen fuhr Exkaiser Karl am. 26.-.M:Lr^. M21 in. ^.üwm. Muk), «ach. UtMru und dü^ M dMrH

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