Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1921-03-29 · Heft 780 (29.3.1921) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 780 (29.3.1921)
Date
1921-03-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2979076-2979773-2979859--07115-2993134
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Einzelpreis K ASO Einzelpeeis K 2S. Vle»! fl— »Mn laMt W&Mmu N. SeM. Le»«. |Mi I H» * rtnr M ihw wMMIMN <*wS?>{ MwMMll« . . ffo*MN 'f <Viv»tt»e,i«he«ch .. «I«r- Mtt VeDm-fand Ahr fMat «n» CtAmtiA: ■tMNtftlft .. Kr-ue» TO.- SttcftfrSIrtttM: Mmsilich. .BwiiaJT.- äiertcllöhrH* M M.~ ttagäm: l«Mk.. 8mm« t<W fQfert<ffMrtf4 r <1<V- (• angArif 4c? PHwni tarilttrtfa: M«MWch .. »tue Mb- Prän»«eratto«SP»»rs»l p,l«: maaaim .. M«el «8mettziWn'afy „ S40br üt polnischr, WSHn»g mMuäm.. . M«t mm r, ftwutteidj: Momrtlich . .Iraner 8--^ ", JUUr«:. WoEeäJW) ... . Kt« ®*«h , __ WstaaMiw*, ' «mnuttch. . . ,£tt «H : Schvriz u. bat Sdrize a«Uaa>R DtonBtlich. . . Francs 9<y , Zedavto« u.Avr»t»tftr«N«u , Wies.S.Bez» TaLorf»^l«U Lelephuue: 4»»1th , «d «Lvr ah«,r«srr.LSS0H voNW«rsffe»»o»tS IS0b»B ssi Nr. 780 Wien» Dienstag den 29. Mürz 1921 3. Jahrgang JSSK1 Der Uölkcrbund befasst sich mit dem österreichischen Problem. Pari», 28. Marz. (Havas.) Der Finanzausschütz des Völkerbu des erörterte die Mittel zur Mederaufrichtung der fl anziellen Lage Oesterreich» und zur Ausführung des aaf der Londoner Konferenz beschlossenen Planes. ' Pari-, 28. März, (Havas.) In der heutigen Borniittagssitzring der Finanzkomitees des Völkerbundes führte Henry S t r ako s ch (Südafrika) den Vorsitz. Der Sitzung wohnten bei: Av e n o l (Frankreich), 9l i e m e y er (Großbritannien), Kongo- M i 11 (Japan), A n t o n u c e i (Italien), t e r Meuten (Holland), Bankier Wallenberg (Schweden), in Vertretung Lepreux', des Vizegouverneurs der belgischen Nationylbank. Jansen Aelgien), P o s p i s i l (Tschecho-Slowakei), Bankier Jost F i g u e r r a s (Spanien). Auch Fraser, der.Organisator des von der Brüsseler Konferenz angenommenen Systems internationaler Kredite, der Generalsekretär des Völkerbundes D r u m o n d nnd der stellvertretende Generalsekretär Monn et waren anwesend. Aoenol verlas eine allgemeine Darstellung der Aufgaben» ^welche der Nnauzsektion obliegen. Die MtzPNg wurde dann ans Rääjmittag vertaK. ' 'Datls, 28. Marz. (Havas.) Der ^Matin* glaubt zu wissen, daß in der bevorstehenden Tagung des Finanzkvmitees des Völkerbundes die Delegierten die öraklifche Dmchsührung der von der Brüsseler Konferenz im September des Vorjahres genehmigten Grundsätze prüfen werden. Die erste Maßnahme, schreibt das Blatt, die das Finanzkomitee in Erwägung ziehen wird, wird die Gesundung der Finanzen derDonaurepublik sein, indem der Ausgabe o o n P a p i e r g e l d Einhalt geboten und eine innere Anleihe zu Bedingungen realisiert wird, die den Zeichnern die Sicherheit geben, daß ihre Rententitel nicht von den Schwankungen der Valuta getroffen werden. Im gegenwärtigen Augenblick wird der österreichische Staat, der über eine Reserve stabilisierter Devisen verfügt, seine Hilfsquellen als Bürgschaft für die Gewährung eines Kredits für die Käufrr ausländischer Waren bieten können. Das Finanzkomitee will Oesterreich seine Bersorgungs- und Ersparungspolitik betreiben lassen und, wenngleich das Komitee dem Staate die Rolle des Bürgen laßt, will es nicht mehr, daß der Ankauf der Rohstoffe und Lebensmittel eine Angeleaenheit der Regierung sei und als solche eine unoerhältnismäßige Zahl von Beamten erfordere. Das Blatt meldet schließlich, der französische Vertreter, im KomsteeJuetfoe j>£t ^piz^etentt ^eatnie des DnäüzmMsteriüms.^-Wetto1,' und derjenige Großbritanniens. Blackelt, fein. Wenn Mitteleuropa zum normalen Stand der Dinge zurückkehren könne, werde der Völkerbund der Sache des Friedens einen großen Dienst erwiesen haben. Die Revolte in illitteldeMland vor Verls«, 28. März. (Wolfs) Der Ostersonntag ist in Berlin ruhig verlausen. Auch aus den westlichen Industriezentren sind Zwischen fälle nicht g e m e l d e 1 worden. Die polizeiliche Aktion in der Provinz Sachsen wird inzwischen mit Nachdruck sortjefLhrt und steht vor ihrem b a l d i g e n A b s ch l u ß. Im M a n s fei der Kreis und im Bezirk G i sleben ist es ruhig. Die Rädelsführer find entflohen und machen entlegenere Dörfer unsicher. In Bitterst ld hat ein Trupp ortsfremder Leute die Ortspolizei entwaffnet nnd sich vorübergehend in den öffentlichen Gebäuden festgesetzt. / InSangerhausen wurden gestern durch eine kommunistische Bande die Post und die Banken geplündert, das Telegraphenamt in die Luft gesprengt und in der Nacht ein aus Württemberg herbeizogener gepanzerter Streckenarbciterzug aufgehalten. Hiebei hm es zu einem Gefecht, in dem es auf beiden Seite Tote und Verwandele gab. Seit heute früh ist die Stadt von Schutzpolizei besetzt. Die Gesamtlage in der Provinz Sachsen wird auf Grund der getroffenen Maßnahmen dahin beurteilt, daß der W i d e r st a n d d e r Aufrührer in wenigen Tagen erledigt sein wird. Die Vorgänge fn Halle. ®ft«t a. 0., 27. März. (Wolff.) Heule wurde hier der verschärfte Ber * § 11 n n g» zu ft fl n & verhängt. 3« der Nacht zum Osteronutag wurde ae^eu 4 Uhr früh auf die Eisenbahndrücke «der die Mulde zwischen Muldenftein und Bitterfeld (Linie Berlin—Halle) ein Dyn a» M itanschlag verübt. Die Sprengung hat besonder» die Geleise zerstört, jedoch konnte «ach mehrstöudigen Ausbes errmgsarbelte« der Verkehr «otbürfti« wieder aukaeuommeu werden. Halle a. v. Gaal», S8. März. (Wolff.) Bei Ammmdors wurde die G »s e n b a h u b r ü ck e in die Vaft q esprenztund der Eisenbabnvkrledr unmöglich g mcicht. Sonst herrscht heute im mit leeutftöcn UnfftorbS^cbict Ruhe. Magdeburg, 27. März. (Wolff ) Ucber die Lage im mitteldeutschen Industriegebiet liegen hier folgende Meldungen vor: In Sangerhansen haben die Kommunisten das Telegraphenamt in die Luft gesprengt und den Bürgermeister und einige andere Einwohner als Geiseln mitgenommen. . In Bit t er seid wurde» durch die Kommunisten das Ralhau-, das LandratSamt und die Post besetzt. In Deiitz.sch hat sich em Aktionsausschuß gebildet. Im Mettstedt - ManSfeld-EiSlebener Gebiet ist die Nacht vdllig rukiz verlausen. Der Widerstand der Aufständischen in diesem Revier hat wesentlich nachgelassen. Zahlreiche Gefangene werden abtranSportiert. In WeißenfelS wurde ein Radfahrer verhaftet, bei dem man eine Liste der AktionSanSschuffeS fand, dessen Mitglieder verhaftet worden sind. SangÄrhaufen» 27. März. (Wolff.) Die Kommunisten versuchten hier den Bahnhof zu sprengen. DaS Innere des Hauptpostamtes ist durch die bereits gemeldete' Sprengung völlig zerstört worden. Gestern nachmittags traf ein Zug wstrttembergischer Reichswehr ein. Die Reichswehr besetzte den Bahnhof und säuberte die Stadt. Arteru, 27. Marz. (Wolff.) Die Eisenbahn« brücken bei Wallhausen und bei Ober-Röblingen an der Hehme sind von den Kommunisten gesprengt worden. Die Wiederherstellungßarbeiten sind im Gange. Feuergefecht \n Leipzig. Leipzig, 28. März. (Wolff.) In Mölkau, einem Vororte von Leipzig, hatten sich gestern bewaffnete Kommunisten angesammelt. Daraufhin wurden 100 Mau» HchuLpoLizei «ach Mölkau entjaudi. Es kam zu einem Feuergefecht,bei dem die Kommunisten eine -. Toten und einen Verwundeten hatten. Bei letzteren^ wurde eine Liste von Personen gefunden, die an der Bewegung beteiligt sind. Diese konnten in der Nachti verhaftet werden. BedürfllisanstaLten werden in die Luft! gesprengt. VerU«. 28. März. (Wolff.) In der Nackt $nm Ostersonntag ersolate in einer B e d L r f n t S a n st a l t »eben &«?' E'senbahnlrücke an der Hvltzendvrsisteaße nahe dem Bahnhofs' Cbarlott'mburg e?ne gewaltige Erploston, dmch welche dre Be^' eürsn'Sanstalt zerstört, viele FmÜersch'-ibm zeitmmmert und! mehrere Häuser sta k bcschädigt ward n. M nsch-nlcbcn sind. f»-jweit Hefter bekannt, nicht zu beUagm. Anscheinend hatte da« A'.tenlat den Zweck, die Eisenbahnbrücke zu zerstören, waS ied-aj nicht gelungen ist. t Die Gewerkschaften warnen. Berlin, 27. März. Der Ausschuß der Gewer^. schastSkommiision von Berlin und Umaebuug und beer: Ausschuß freier Angestellter (Asa) veröffentlichen e'mert Ausruf, worin sie an die orqanlsierte Arbeiterschaft di^ dringende Mahnung richten, sich in den nächsten Tage« von .allen kommunistischen Veranstaltungen sernzuhalteL'i und keinerlei Umzüge oder Versammlungen .unter freieiS« Himmel zu veranstalten. Der Bürgerkrieg in Italiens - R » «, Sa^MSrz. von B i a s e «z a zogen, um für die N eder^ brennung von Gehöften VevgslLrrng zu übeujnach Ziano» wo fie die dortige ArbeiLskpmmevs auzündeten. In Ferrara habe«stch zahlrt-lchtsozi ft.lt ft i-f 4) e Führer, um der Volks« Wut zu entrinnen» nach der NepnbliL Sa n Marino geflüchtet.; In Perugia umtzten sich alle fo-mSiftt« scheu Führer ans Furcht vor den VergeUnnM Maßnahmen der Faseisten in die Arbeit»«i> Kammer flüchten. -Die als Versammlungsorte der Sozialisten, diruenden Klubs- «utz Kaffeehäuser wurden demoliert. I Die Stadt ist beflaggt. Die Patrioteft durchziehen unter Ovationen der BevSMernuH die Straßen. ■ ' Pariser Meldungen über Erfolge des. russischen Konterrevolutionäre. Konstantinvpel, 26. Marz. (Havas.) Aus Mama wird gemeldet, daß die Aufständischen, die Odeff»- am 5, Marz verloren hatten, die Stadt den Bolschewiken' in der Rächt vom 17. auf den 18. März wieder nahmey» Die Dolicheivite» erlitten schwere Verluste und zogen nach Nikolajewst zurück. Da- Gebiet westlich und »örd«' lich von Odessa bis Raodelnaja befindet sich in de»' Händen der Aufständische». Wladiwostok, 26. März. (HavoS.) Die gegev! bolschewikiscken Streitträste haben Jalutorowsk, Ischi« und Tschelsk besetzt. Die 12. Rote Division ist zu de« Ausständlschen übergegangen. Was Frankreich die russischen Flüchts linge kosten. Pari», 27. März. Der .Petit Panfien^ schreibti Wenn sick die französische Regierung genötigt gesehen hah General Wränget mitznteüen. daß sie vom 1. April an für die russischen Flüchtlinge aus der Krim nicht weiter sorgen könne, so hat sie die» getan, weil du finanzielle Lage Frankreichs es ihr nicht mehr möglich machte. Frankreich hat für den Unterhalt piesei Flüchtling e seit November etwa 200 Millionen Fra ne» ausgegeben. Wenn Frank reich diese Last weiter tragen würde, müßte e», jährlich nicht unter b00 Millionen aufwenden. Uebrigensördeft bekanntlich dir sranzösi che Regierung die Auswanderung der Krimsiüchtlinge nach verschiedenen flämischen Länder« und nach Südamerika sowie ihre Rückkehr »ach Ruhlaatz w-achWnM. " 95985612

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.