Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 778 (26.3.1921)
- Date
- 1921-03-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Die alliierten Großmächte stellen ihr Generalpfandr.'cht zurück, ohne eS zu ib^fristen. und werden binnen zwei Wochen über eine Privatanleihe schlüssig werden. Die 'ganzen Äktiden Oesterreichs, die bisher als Sicherheit für das von Desterrnch geschuldete Kapital samt' Zinsen dergewährten Lebensmittelkredite verpfändet waren, sollen als GruMage der neuen Kredite, dienen;, ihre Verhaftung wird also aufgehoben, um eine Verhaftung für andere .Zwecke möglich zu machen. Die Abschätzuug dieser Aktiven, als welche der Oberste-Rat die Zolleinnahmen und das Tabakmonopol cmführt.- auf ihren WeA in Geld,-soll durch das Frnanzkomitee des .Völkerbundes erEolgen unld die Basis für Bons bilden, die dem privaten Kapital als - Sicherheit für die Kredite angeboten werden^ Die alten wie die neuen Ansprüche sollen unt r die Treuhandverwaltung. der Alliierten und - ihrer. Freunde gestellt werden - und es wird auch -die, Freigabe der arretierten Aktiven in einem späteren Zeitraum Mge° sagt, um-die Ordnung des Budgets und die Auflegung einer? inneren Anleihe zum Zweck der Abschöpfung des Ban^notenmeer?^ zu ermöglichen. Neben - dieser, HrMt-- - Ocsterrclcb soll internationale ift auch die MeigeryW^MMMMW« «fti >^50.000, ZLonn.en Müntäß^^fome dreHe de^'ZHstuützMschen, ÄngeMenheit versprochen worden.' -' fällt bei der Betrachtung dieser wirtschaftlichen, Konzessionen: unliebsam auß daß..hier, ein Mßerordentsich komplizierter-Apparat in -Bewegung gefetzt-wird und Latz der W.g zu Regierungskrediten', von der Entente abgeWitten. worden ist.. Dies läßt; esnen raschen Verlauf des' RegeneraLionsprozesses nicht? erhoffen. . Aber es ist; doch; schon, von hoher moralischer Bedeutung, daß die Entente ihre Uninformiertheit verliert und - sich mit, L-esterreich mehr als. bisher beschäftigen muß. Gelingt eS,'.rhx Privatkapital für. den ter. MeuleN-Plgn zu; erwärmen, so werden sich auch die Regierungen mit der. Sache-befassen müssen.. Zudem ist . O.sterreich Mitglied des . Völkerbundes , und nimmt, als solches an der Einschatzüng.und Verwaltung feiner verpfändeten Aktiven mit LoL!EL kommt rauf alle Fälle .aus dem. Zustand der PaHivität heraus und wird selbst in der Volksvertretung M/Bcsigyce. zwischen Krediten und Sicherheiten bestimmen können.;; ,a •/,. .^Der Kanzler hat die Gelegenheit benützt, nochmals nüs^die,,.Notwendigkeit - zu - verweiset daß- Oesterreich seine Mziehungen zum Ausland auf geschäftliche GnmdlagM stellen mutz. Oesterreich kann nur Wirtschifts-- politik betreiben und je. eher cs vergißt, daß es einmal zu .eiriem Grotzstaat gehörte, umso besser wird - dies sein. Oesterreich ist seinen Nachbarstaaten in vielen und nicht UWichtjgen.Angelegenheiten übrlegen. Kn? dem.'wirbeksidmr Kampf zwischen, militaristischen, sozial-rädikaien und Großmachtstendenzen bleibt Oesterreich wie eine Knsek der Ruhe, ein Land der vollsten- -.politischen- Frei- HW'-T^irin-liegen alle.Vorbedingungen für.ein: Wiederaufnahme des vollen Wirtschaftslebens und es ist nicht viÄ Mehr nötig, als daß die Maschine in Schwung kommt. Aber das Land kann nicht, wie Herr Dr. Mayr feWeÜt, der Unterstützung und. Mitwirkung der AMeften und dr Neutralen entbehren. Die kann es nur erreichen, wenn die politische 'Freiheit durch volle FWügigkeit und hurch Aufhebung her HändelSheschränktzyMi ergänzf wird... Ausweisungen, Jndenhetzen und Pogrompröpaganda -werden diesem Ziel stets entgMNwWen und solange die Negierung nicht ihren Stand- MK des', bequemen Gewährenlassens aller von DeufsäilqWoder Ungarn bezahlten Schubjaks aüsgibt, wird 'sie Mm Wohlwollen im Ausland erwecken. . , '; Dorauss.tzung für. das Gelingen einer jeden 'Hilfsaktion bleibt das klaglose Funktionieren der Verwaltung. Der Organismus Oesterreichs krankt nicht nur an^ Blutleere, sondern auch an konstruktiven Mängeln. Hie Sta'atSteile. 'die Lander sperren sich von Wien und vsft eina«d:r ahj. Wich, hat kein Fleisch, während die westlichen Provinzen M diesem Artikel überWiM sind. Gens, 28. März. iSchweiz. Dep.-Ag.) Die Finanz» kvmmission des Völkerbundes, die Montag in Poris znsammentnit, soll untersuchen, ob zur finanziellen Wirderaufrichtung Oesterreichs dadurch .beigetragen werde« könnte, daß auf dieses Land das S y st ew d e r int e rn a t i o na len K r e d i t e angewendet wird. Die ständige Expertenkommission war damit zu beauftragen, die Frage vom wissenschaftlichen Standpunkt zu studieren. Die Durchführung des ter Meulen- Prch.-ekts.-- ';/// r , : Hiezu, melden die „Timest, -dast -esiwr der ersten. Schritte in der Ernennung des Koutrol.lorganS bestehen wr-d, dasdie. als Sicherheit -für die ter Meüleu-Bchnhs bestimmten Aktiven zu überwachen haben wird. Gewisse Vorarbeiten werden '.'sich q£S,«ötiö . erweisen, bevor der. Völkerbünd dazu übergeht, die Ausgabe der' ter Meulen-Bonds '.zu gestatten.: Die LZLfchaffüng des Goldwertes für'die , Aktiven hängt, nänlli'ch mit gewissen inietnen Fiüau-rsjvömstst. zilsammen,. die .erst burchgesührt. werden müisen. V",r NeM dewtvr das-tzentMM vEüMrrik/WWHtNZÄt' bereit/ der Per'WeMch der ' ZÄhlüngen Zuzustimmen, welche sie berechtigt - sM,'^ stach- - bmr.'Verträge von Saint Germain zu vrrlanM,' sowie' auch det Zählung, des Kapitals - und 'vev/Zinsen het Borschuss:, 'welche sie Oesterreich seit' dem- Waffenstill" > stände gewährt haben, um die Hungersnot in diesem Lande ab^uwehren. D ie g a n^en Al ti ven Oe ste rreichs find gegenwartig als Sicherheit für diese . Za hl u chge n v.e r p.f L nd et.: Es wird / nun vvrgeschlagen, daß die aus ihnen entspringenden -FordL--:; rungen gegen die österreichischen Aktivenausdrücklich aufgegebeir.werden, und daß ke in e s p e z ie l l.en'Be r-; p f li ch t u n gen oder Garantien an ihre Stelle gesetzt werden fallen, obgleich die.Schuld, der .österreichi-' scheu Regierung, trotzdem sie für eim;. gewisse Periode von Jahren suspendiert werde, bestehen bleibt» und die Reihenfolge der bezüglichen Vorzugsrechte nicht' berührt werde. Das Finanzkomitee des Völkerbundes wird,unv:rzüglich Schritte unternehmen, um den Wert i n G 0 l.d der Kredite festzustellen, welche es auf Grund dest e t M e u l e st - Planes genehysigen 'könnte, gegen Gewährung von solchen. Sicherheiten,; welche die, österreichische Regierung, dann elyzuräUMe^ in.der Lage wäre, wie die Zolle innahm t-ny das7T.a,b.a.k.yr;o.n.o*, pol usw. Die Aktiven würden,unter l her Kontrolle des Finanzkomitees verwaltet werden, und die^ ter: Meu len-Bonds, welche auf Grund. dieser Aktiven ausg-gehen würden, würden von -den Geldgebern als Sicherheit für die Kredite angenommen werden.. Durch die Inkraftsetzung dieses.! Apparats wird, ein erhöhter Schutz sowohl dem Geldgeber wie dem Schuldner/ gewährt, und einige der. hayptsächlichsten Hindernisse für die Beteiligung privaten Kapitals würden beseitigt werden. ' ‘ Dis vier alliierten Mächte werden ipi Einvernehmen mit den ande-remin Betracht kommenden M ä ch te n die Möglichkeit erwägen, ihre aufgcschobenen Ansprüche und die Ansprüche derer, welche sich an Krediten, wie sie im gegenwärtigen Vorschlag vorg-sehen sind, beteiligen, unter einer .$ r e u h a n dverwaltung. zu.vereinigen. Es ist zu hoffen, daß außer, der Erleichterung ausländischer Kprdt-te auch/die-- Verkürzung des Zeitcait-mes ermöglicht wer-, den wird, in welchem die österreichische Regierung durch Freigabe der. Pfänder und den Aufschub der Forderungen seitens der alliierten Mächte, in her. Lage sein ’wm Der Parteigeist ift in die Verwaltung eingedrungen und solange hier nicht eine andere Staatsairffassung Platz greift, sind alle R.isen und Aktionen Stoße m8 Leere. Das. Ausland will Oesterreich nicht verkümmern lasten^ Wird, das Gleich ge wicht im S iaaithftit herzustellen und im Wege einer in'ne«ir^KWe?.'iM-'' Banknoten u m l ä u'f zu vermindern. - ' ' . Marerl Dsna« über Me' österrerWche' ”• ■ - Krise.;; --- - -- Paris, M. März. . ^Temps" veröffeAtUcht^riueu Artikel Marcel. D n n a n s über die Stellung der All ii e r t e n zur österreichischen K r r s e. Sie werdet erklärt Hunan, im Ausland nicht immer richtig verstunden^., und doch erfordere der Ernst der Lage eine 'Hilfe, Hr. diedie richtige Beurteilung durch die. öffentliche;M'einuM i»sbesüü-ete in Frankreich, unbedingte Voräussehung ser. Mau' stelle'W die Läge rn Oesterreich ällzu Einfach vov. Tier Wtikel'Erklärt, man dürfe Oesterreich nicht als ver-- Zweiftlteü Fall -betrHäen.;:i^, , ‘ Her ganze.Organismus könne, und muffe von der. finarrziellen Seite aus wieder in Ordnung gebracht werde«. Oesterreich, leide weniger durch das Sinken, des Wechfefkurses als durch dessen. Unbeständigkeit. Ohne -feine, St.ahilisierung sei jeder Einkauf von Aiöhstoffe«. Mm Ausland unmöglich gemacht, Alle^Kreditpolitik, scheitele - K«: dicftch' Aeoelstandl Man-' chnste - - «nbedmgt evmög^ .M)en,chatzHiä ÄWahMndHDDWnOpch Elanfrs anshöven köuäe, die kunftschittcl. für die wachsende Hot>dixnxn Mitglied der ystcrrelchischen' Sestion der RepärDons- ( kqmwission habe sich 'geäußert,' es - gelte i» *;Öeftjejfip.eii®/? vor allem, eine Blutung zu stillen, die das^ Lebe« be« . drohe. Nachher erst -könne man sich dem Gefamthrsinde«.: des Kranken znwendeN. ' . Dunan bespricht dann die einzelnen ösierrerchischeM . Fragen, erhofft von den Ergebnissen der, Londoner Kyn- > serrnz die Anbahnung der für den österreichischen Wieder», ansbau notwendigen Kredite und bespricht.schließlich'.-die,.; Bankfrage. Er erklärt, man, könne mit Sicherheit Höffen,! daß die Bestimmungen des Friedensvertrages in einem den Bedursniffen Oesterreichs Rechnung tragenden Sinne interpretiert werden, würden, und daß bei der «ach derk: Grundsätzen der Billigkeit durchzuführenden Hiquidirrnng, der Organismus der österkeschisch-Nngarischeni Bank in neue Banken Oesterreichs und Ungarns übrr^ geleitet werde. - - . Amerika «nd SoWjetrwßlmN».■/;•« 25, März. Nach .einer' Metdang. HaKingtol:,. beabsichtigt Präsident H-arhi»L,'..ln.'-..jd'äv^ nächsten Zeit diü'Politik gegenüber Mo w t r endgMig, festzulegen. Es sei ztvav noch unbekannt^ Ümi -« welchem Punkte Harding die Politik WilsonS..aÄ! andern wolle) doch werde grundsätzlich die An.ü r keüq nun'g' der Sowjetregierun.g.abgelehnt- Pr^^ sibent Harding.und. Handelsminister Hoover.'solle». W ^der russischen - Frgge. «icht üb.ereinstimmen. .Wah^nÄ: Höover den 'Handelsverkehr mit Sowjetrnßlänh/' für. wünsch:nswert. halte, wolle.'Harding Rußland My', Hie d e r.a 'u f n a h m e d e r . P r 0 d u kt'i'o n bewegen^ die nach seiner Ansicht zur Wiederherstellung,frii Hirt^ schafttichen Stabilität der ganzen . Wett. «nerläßliH-^; E«gland und die Sowjets. - Moskau, 25. März. (SSofte.) Ta8 Volkskommisiarwß für auswärtige Angelegenheiten erhielt ein Radio-vynh ' britischen Minister des.Aeußern,- welches der - Sowjet«- : regierung bekanntgibt: Die britische 1 Regierung hat der . britischen Flotte d.en Befehl.erteilt, hie russischen-Unter-, seeboote, welche aus offener See an die Oberfläche sieigeP. und. hei: der,. Annäherung - britischer.. Schiffe ihre. Flagge hissen, nicht mehr, anzügreifem : . tmummmmmmmmarnaber die Feinde des Staates sitzen in ihm selbst. ', OeM^ > reich braucht Oesterreicher. Abcr eS hat "nur Wieste^ uM . Läntzler.